Autor Thema: Im Krankenhaus massiv erkrankt: Virus  (Gelesen 46111 mal)

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Werner

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Im Krankenhaus massiv erkrankt: Virus
« am: 24. August 2008, 18:06 »

Erschreckend, wie viele Patienten im Krankenhaus an ganz etwas Anderem schwer leiden oder gar sterben müssen.

Sehr oft erfolgte diese Erkrankung nämlich erst im Spital.

Immer häufiger an einem Virus, besser gesagt Keim, wie jetzt bereits zum vierten Mal ein Mitglied der Selbsthilfegruppe

über das SMZ-Ost berichtet (sogenannte hospitalismuskeime). Wochenlanger Aufenthalt, massive Therapien, waren die Folgen!


Schon einmal fragten wir dort nach, wie es speziell zu gehäufter Erkrankung mit solchen Keimen, zuletzt zwei mal dem clostridium

difficilium kommt, doch die Antworten waren ausweichend bzw. abweisend.


Ich glaube, dass viele Viruserkrankungen erst im Spital entstehen - durch mangelnde Sauberkeit?


Infos:

http://www.hauss.de/~upload/pages/Neue_Seite_1700_12_16.asp

http://de.wikipedia.org/wiki/Clostridium_difficile

http://www.fachaerzte.com/ziegler/fachinformationen/clostridium_difficile_therapie.htm

http://www.krankenschwester.de/forum/pressebereich/4537-virus-legt-krankenhaus-lahm.html

http://www.gesundheit.de/forum/infektionen/nachricht/6987/back/12714/ch/1268337a3e/index.html




Josef

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Keime und Antibiotika
« Antwort #1 am: 25. August 2008, 23:21 »

25.08.2008

Warum es Antibiotika resistenten Keimen doppelt leicht machen

Die Wirkstoffe stören die Darmflora und blockieren gleichzeitig die Produktion hausgemachter Abwehrsubstanzen

Die Schädigung der Darmflora durch Antibiotika kann indirekt auch eine Infektion mit Bakterien begünstigen, die gegen Antibiotika resistent
resistent sind. Darauf deuten Tests von US-Forschern mit Mäusen hin. Die Tiere wiesen nach einer Antibiotikabehandlung geringere Mengen eines Darmproteins auf, das solche Bakterien unschädlich machen kann, fanden die Wissenschaftler heraus. Eine Therapie, die die Menge dieses nützlichen Eiweißes erhöht, könnte künftig zur Abwehr von Infektionen mit resistenten Bakterien eingesetzt werden, schreiben die Forscher.
................
...................

Infektionen, die durch resistente Bakterien verursacht werden, sind besonders für Patienten in Krankenhäusern eine Gefahr. Bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass diese resistenten Bakterien besonders gut gedeihen, da wegen der Schädigung der Darmflora durch das Antibiotikum eine nährstoffreiche Nische entsteht. Die Forscher um Pamer haben mit ihrer Studie nun eine weitere Erklärung für die Ausbreitung solcher resistenten Erreger gefunden.

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/294737.html

Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Jutta

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Im Krankenhaus massiv erkrankt: Keime
« Antwort #2 am: 06. September 2008, 00:49 »

Multiresistente Keime - Wie ein Antibiotikum gegen Krankenhauskeime wirkt

Als der Wirkstoff Linezolid 2002 für den deutschen Markt zugelassen wurde, waren die Hoffnungen groß: Zum ersten Mal seit über 20 Jahren gab es mit dem Vertreter der Oxazolidinone eine wirklich neue Klasse von Antibiotika. Und erstmals gab es eine Chance, sogenannten "Su- perkeimen" in Krankenhäusern und Altenheimen den Garaus zu machen, die bereits gegen herkömmliche Antibiotika Resistenzen ent- wickelt hatten. Sechs Jahre später ist der Wirkstoff noch immer die letzte Rettung, wenn andere Antibiotika nicht mehr gegen Infektionen mit Gram-positiven Erregern helfen - etwa bei Lungenentzündungen, aber auch Infektionen der Haut und weicher Gewebe sowie bei Ansamm- lungen von Bakterien im Blut (Bakteriämien), die tödlich enden können.

Doch die Bakterien haben sich als erfinderisch erwiesen: Die ersten Resistenzen traten bereits auf. "Umso wichtiger ist das Wissen darum, wie Linezolid genau wirkt, nur so kann das Antibiotikum weiter ver- bessert werden", sagt Dr. Daniel Wilson vom Genzentrum der Ludwig- Maximilians-Universität (LMU) München und dem "Center for Integrated Protein Science Munich" (CIPSM). Mit Hilfe der Röntgen-Kristallographie konnte sein Team zusammen mit einer Gruppe um Professor Paola Fucini von der Universität Frankfurt zeigen, wo Linezolid im aktiven Zentrum des Ribosoms - die Proteinfabrik der Zelle - andockt und so die Protein- synthese der Keime unterbricht. Die Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Science USA.

Um zu überleben und sich zu vermehren besitzt jede Bakterienzelle Zehntausende von kleinen Proteinfabriken: die Ribosomen. Ständig lagern sich dort Tausende von Bauteilen zu großen Komplexen, den Proteinen, zusammen; jede Sekunde verlässt ein neues Protein diese Produktionsstätte. Das Herzstück der Proteinfabrik ist das katalytische Zentrum (Peptidyl-Transferase-Centre, PTC). Wie am Fließband wird
hier die Boten-Ribonukleinsäure (mRNA) hindurch geschleust. Das fadenförmige Molekül hat die in der Erbsubstanz festgeschriebene Bauanleitung der Proteine in einer Basensequenz gespeichert und wird nun an zwei Arbeitsplätzen Stück für Stück von Transfer-Ribonuklein- säuren (tRNA) abgelesen. Dazu dockt eine tRNA zunächst am Arbeits- platz A an der für sie passenden Stelle der mRNA an. Der Protein- baustein (Aminosäure), den sie transportiert, verbindet sich daraufhin mit der bereits vorhandenen Kette von Aminosäuren und verlängert diese. Die tRNA wandert anschließend gemeinsam mit der Kette zu Arbeitsplatz P, das Fließband bewegt sich eine Stelle weiter. Dieser Prozess wiederholt sich, bis das Protein fertig gestellt ist.

"Wir konnten zeigen, dass das Antibiotikum Linezolid einen Teil der Stelle A im katalytischen Zentrum blockiert, so dass die tRNA dort nicht mehr richtig andocken kann", erklärt Wilson. Die Folge: es kann keine weitere Aminosäure an die bereits bestehende Kette angehängt werden, die Proteinsynthese ist unterbrochen. "Überraschenderweise ist das aber noch nicht alles", ergänzt Wilson. "Linezolid schafft es gleichzeitig, das gesamte Ribosom quasi abzuschalten - es hält also nicht nur das Fließband an, sondern schließt gleich die ganze Fabrik." Möglich wurde diese Beobachtung durch die Röntgenstrukturanalyse. Dafür wurden in Linezolid getränkte bakterielle Ribosomen zunächst kristallisiert und diese Ribosomen-Kristalle dann Röntgenstrahlen ausgesetzt. Aus dem Muster der an den Atomen gebeugten Strahlen konnten die Forscher dreidimensionale Bilder von der Wirkungsweise des Linezolids errechnen.

Ähnlich wie Linezolid können auch andere Umwelteinflüsse in einem Ribosom Stress verursachen und das Weiterlaufen des Fließbandes in der Proteinfabrik stören: Entweder wird dann eine falsche Aminosäure eingebaut oder das Ribosom ganz lahm gelegt. Um dies zu verhindern hat das Fließband in den Ribosomen von Bakterien eine Art Rückspul- funktion, die durch den Translokationsfaktor LepA in Gang gesetzt wird. So kann im Ribosom ein weiteres Mal versucht werden, den Prozess der Proteinbildung entsprechend der vorliegenden Bauanleitung abzuschließen.

Wie die Gruppen um Wilson und Fucini zusammen mit Forschern um Professor Christian Spahn von der Charité Berlin und Professor Knud Nierhaus vom Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin im Fachblatt Nature Structural & Molecular Biology (NSMB) schreiben, konnten sie in einer zweiten Studie zeigen, wie dieses Zurückspulen vonstatten geht. Dabei entdeckten sie, dass für den durch LepA in Gang gesetzten Prozess noch ein weiterer, bisher unbekannter Platz im Ribosom zur Anlagerung von tRNA verwendet wird. Dieser Platz kommt noch vor der Stelle A. "Er gleicht dem nicht vollständigen Andocken der tRNA, wenn Linezolid einen Teil von A blockiert", sagt Wilson. "Das erklärt auch, warum LepA diejenigen Ribosomen erkennt und an diese bindet, welche zuvor durch Linezolid lahm gelegt wurden." (idw)

Angie78

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Re: Im Krankenhaus massiv erkrankt: Virus
« Antwort #3 am: 09. Oktober 2008, 02:27 »
hm, meine Mutter wird im Lainzer Spital, Lungenabteilung betreut.
Hat aufgrund der ständigen Chemotherapien usw ein sehr hohes Infektionsrisiko.

Vor einigen Wochen sprach ich mit einer Putzfrau die in der Abteilung war, und merkte dass sie stark verkühlt war. Niesen, husten usw...
Sagte sie, sie könne und wolle es sich nicht leisten, "nur" deshalb daheim zu bleiben.

Das finde ich auch nicht ok, besonders in der Lungenabteilung, in der Krebspatienten liegen, und andere immungeschwächte Leute, dass dann Personal die offensichtlich krank sind und Grippe haben, dort rumlaufen.
 >:(
Kein Wunder dass sich dann so Virusinfektionen usw schnell ausbreiten.  >:( >:(

Jutta

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Re: Im Krankenhaus massiv erkrankt: Virus
« Antwort #4 am: 09. Oktober 2008, 03:31 »
Wenn`s "nur" der Grippevirus ist, sei froh.
Da gibt`s ein ganz andere Bakterien in den KH., die nicht und nicht zum Ausrotten sind.
z.B.
Neuer Keim aus dem wilden Westen
Gleich mit mehreren Ausbrüchen machte in den vergangenen Monaten ein neuer Stamm des Bakteriums Clostridium difficile von sich reden. Er ist nicht nur gefährlicher als die alten, sondern auch noch resistent gegen Chinolone. Ob das allerdings wirklich von Bedeutung ist, ist umstritten. Trotzdem mahnen Experten auch in Deutschland zur Wachsamkeit.
Auf den ersten Blick passen die Meldungen, die seit etwa einem Dreivierteljahr vor allem aus Nordamerika, aber auch aus einigen europäischen Ländern kommen, hervorragend in die immer wieder aufflammenden Diskussionen über den unverantwortlichen Umgang mit Antibiotika. Nach Staphylokokken, die gegen das Antibiotikum Methicillin resistent sind und Pneumokokken, die unempfindlich geworden sind gegenüber Penicillin und/oder Makroliden, tritt jetzt ein Anaerobier in Erscheinung. Die Rede ist von einem gegen Fluorochinolone resistenten Clostridium difficile.
Antibiotika-assoziierte Kolitis: Viel aggressiver als gewohnt
Clostridium difficile gehört an sich zu den normalen Bewohnern des menschlichen Darms. Es tritt als Krankheitserreger nur dann in Erscheinung, wenn es im Rahmen einer Antibiotikatherapie zu einer pseudomembranösen Kolitis kommt. Das Antibiotikum dezimiert die normale Darmflora. Unter ungünstigen Umständen nehmen in dieser Situation die relativ unempfindlichen Clostridien überhand und können dann durch die Produktion von verschiedenen Toxinen zu einer schweren Darmentzündung mit Durchfällen führen. Das Ganze ist ein typisches Klinikproblem. Vor allem Ärzten auf Intensivstationen ist es in der Regel gut vertraut. Der neue Clostridium difficile-Stamm macht nun deswegen Schlagzeilen, weil bei den lokalen Epidemien, die er bisher ausgelöst hat, offenbar sehr viel mehr Menschen starben als gewöhnlich. Zwei gerade im New England Journal of Medicine publizierte Arbeiten sprechen von einer Letalität, die altersabhängig dreißig Prozent und mehr betrug. Vor allem Menschen im höheren Alter sind extrem gefährdet. Eine derartige Virulenz sind Ärzte von den herkömmlichen Clostridium difficile-Stämmen nicht gewohnt. Zwar ist eine pseudomembranöse Kolitis eine schwere Komplikation einer Antibiotikatherapie. Doch daß jemand daran stirbt, galt bisher als Ausnahme.
Deutschland: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß...
Bei dem neuen, Chinolon-resistenten Stamm ist das anders. Genetische und phänotypische Untersuchungen haben gezeigt, dass Bakterien dieses Stamms Toxine produzieren, die bei Clostridium difficile bisher nicht in dieser Kombination aufgetreten sind. Sie sind offenbar die Ursache für die sehr viel schwereren Verläufe der Erkrankung. Experten wie der Berliner Infektiologe Professor Hartmut Lode von der Helios-Klinik Heckeshorn und der Mikrobiologe Professor Manfred Kist von der Uniklinik Freiburg plädieren deswegen für eine erhöhte Wachsamkeit bei allen Fällen von pseudomembranöser Kolitis auch in Deutschland. Zwar wurde der neue Stamm in Deutschland bisher nicht nachgewiesen. Das aber liegt vor allem daran, dass noch niemand den Nachweisversuch unternommen hat. In Kists Labor in Freiburg soll das demnächst geschehen, doch gelang es dem Mikrobiologen bisher nicht, einen Referenzstamm aus den USA oder Kanada zu bekommen, um die nötigen Vergleichsuntersuchungen durchführen zu können. Von offizieller Seite gibt es dafür zudem kein Geld. Das Freiburger Labor, das als nationales Referenzzentrum fungiert, muss die aufwändigen Genanalysen also selbst finanzieren, was nicht zu erhöhter Geschwindigkeit anspornt. Die klinischen Erfahrungen in Deutschland sind widersprüchlich. Professor Hartmut Lode zumindest weiß zu berichten, dass die Häufigkeit von Patienten mit pseudomembranöser Kolitis in letzter Zeit zugenommen hat. Diese Beobachtung könnte darauf hindeuten, dass auch bei uns die Virulenz von Clostridium difficile zunimmt, möglicherweise aufgrund des neuen Bakterienstamms. Kist allerdings, der seit Jahren eine Studie zur pseudomebranösen Kolitis betreut, hat das in den von ihm überblickten Kliniken nicht beobachtet. Er berichtet eher von einem Rückgang der Erkrankungszahlen, was dagegen spricht, dass der neue Stamm bereits Deutschland erreicht hat.
Die Chinolon-Resistenz könnte auch Zufall sein.
Unklar ist auch die Bedeutung der Chinolon-Resistenz. Klinisch ist sie vollkommen irrelevant, weil bei pseudomembranöser Kolitis nicht mit Chinolonen, sondern mit (oral appliziertem) Metronidazol oder Vancomycin therapiert wird. Bei der Ausbreitung des Keims könnte die Resistenz aber sehr wohl eine Rolle spielen. So bringen die Autoren der beiden Arbeiten im New England Journal of Medicine die These ins Spiel, dass der neue Stamm sich deswegen ausbreiten konnte, weil ein übermäßiger Gebrauch von Fluorochinolonen begünstigend auf die Vermehrung Chinolon-resistenter Keime wirke. Lode ist da sehr viel skeptischer. Er erinnert daran, dass es auch Epidemien in Kliniken gab, in denen nicht übermäßig viel mit Chinolonen gearbeitet wurde. Mit anderen Worten: Die Chinolonresistenz dieses speziellen Stamms könnte auch Zufall sein, und die Ausbreitung wäre eher der Virulenz des Stamms als dieser spezifischen Eigenschaft geschuldet.

Gitti

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Im Krankenhaus massiv erkrankt: Clostridium difficile
« Antwort #5 am: 03. November 2008, 16:09 »
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=081103002

   Clostridium difficile-Tests nicht sehr zuverlässig
   Studie weist gravierende Mängel nach

   London (pte/03.11.2008/06:00) - Viele Träger des potenziell tödlichen
   Bakteriums Clostridium difficile werden aufgrund unzuverlässiger Tests
   nicht entdeckt. Die Analyse von 18 Studien durch die St George's
   University of London http://www.sgul.ac.uk hat ergeben, dass ein Test
   fälschlicherweise ein Viertel der Infizierten frei gegeben hatte. Die
   Unterschiede in der Performance der sechs untersuchten Tests könnten laut
   BBC dazu führen, dass falsche Infektionszahlen für den Vergleich zwischen
   Krankenhäusern herangezogen werden. Details der Studie wurden in The
   Lancet Infectious Diseases
   http://www.thelancet.com/journals/laninf/issue/current veröffentlicht.

   Die Anzahl der Todesfälle durch MRSA ist in den vergangenen Jahren
   gesunken. Jene, die mit Clostridium difficile in Zusammenhang stehen,
   steigen rasant an. Das Bakterium kommt natürlich im Darm von rund drei
   Prozent aller Erwachsenen vor. Es stellt keine Bedrohung dar so lange die
   normale Balance im Bakterienhaushalt des Darms aufrecht bleibt. Bei
   schwachen oder anfälligen Patienten, vor allem jenen die Antibiotika
   einnehmen, kann das Bakterium zu Durchfall und schweren und fallweise
   tödlichen Entzündungen des Darmes führen.

   Entscheidend ist eine rasche und genaue Diagnose, damit die Patienten
   isoliert und weitere Maßnahmen zur Verhinderung einer Ausbreitung auf
   andere Risiko-Patienten getroffen werden können. Derzeit wird ein
   einzelner Test mit Stuhl-Proben des Patienten eingesetzt. Er sucht nach
   einer Erhöhung der Werte eines Toxins, das durch das aktive Bakterium
   produziert wird. Die aktuelle Studie legt jedoch nahe, dass das nicht
   ausreicht, um die betroffenen Patienten zu identifizieren.

   Die meisten Tests liefern einen geringen Prozentsatz falscher positiver
   oder falscher negativer Ergebnisse. Die Anzahl der nicht erkannten
   Erkrankungen reichte im konkreten Fall von fünf bis mehr als 24,3
   Prozent. Falsch positiv erkannt wurden zwischen drei und 45 Prozent. Der
   leitende Wissenschaftler Timothy Planche betonte, dass ein falsches
   negatives Ergebnis bedeuten kann, dass der Patient nicht entsprechend
   behandelt wird und die Infektion weitergibt. Ein falsches positives
   Ergebnis kann dazu führen, dass eine unnötige Behandlung eingeleitet und
   der Patient in Kontakt mit infizierten Patienten kommt und sich ansteckt.
   Planche empfiehlt daher dringend den Einsatz eines weiteren Tests zur
   Überprüfung der Ergebnisse des ersten.

Richi

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Re: Im Krankenhaus massiv erkrankt: Virus
« Antwort #6 am: 06. November 2008, 10:54 »

 05.11.2008   
   
   Clostridium difficile-Tests nicht sehr zuverlässig

Viele Träger des potenziell tödlichen Bakteriums Clostridium difficile werden aufgrund unzuverlässiger Tests nicht entdeckt. Die Analyse von 18 Studien durch die St George's University of London hat ergeben, dass ein Test fälschlicherweise ein Viertel der Infizierten frei gegeben hatte. Die Unterschiede in der Performance der sechs untersuchten Tests könnten laut BBC dazu führen, dass falsche Infektionszahlen für den Vergleich zwischen Krankenhäusern herangezogen werden. Details der Studie wurden in The Lancet Infectious Diseases veröffentlicht.


Die Anzahl der Todesfälle durch MRSA ist in den vergangenen Jahren gesunken. Jene, die mit Clostridium difficile in Zusammenhang stehen, steigen rasant an. Das Bakterium kommt natürlich im Darm von rund drei Prozent aller Erwachsenen vor. Es stellt keine Bedrohung dar, solange die normale Balance im Bakterienhaushalt des Darms aufrecht bleibt. Bei schwachen oder anfälligen Patienten, vor allem jenen die Antibiotika einnehmen, kann das Bakterium zu Durchfall und schweren und fallweise tödlichen Entzündungen des Darmes führen.

Entscheidend ist eine rasche und genaue Diagnose, damit die Patienten isoliert und weitere Maßnahmen zur Verhinderung einer Ausbreitung auf andere Risiko-Patienten getroffen werden können. Derzeit wird ein einzelner Test mit Stuhl-Proben des Patienten eingesetzt. Er sucht nach einer Erhöhung der Werte eines Toxins, das durch das aktive Bakterium produziert wird. Die aktuelle Studie legt jedoch nahe, dass das nicht ausreicht, um die betroffenen Patienten zu identifizieren.

Die meisten Tests liefern einen geringen Prozentsatz falscher positiver oder falscher negativer Ergebnisse. Die Anzahl .........

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=23498

Werner

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Clostridium difficile - Noroviren
« Antwort #7 am: 01. Dezember 2008, 16:28 »
01/12/08,21:06, Elsevier Von Miriam E. Tucker

Verdacht auf Noroviren, wenn Clostridium difficile bei stationär behandelten Patienten mit Diarrhoe nicht festgestellt wird

WASHINGTON (EGMN) – Wird ein stationär aufgenommener Patient mit Diarrhoe negativ auf Clostridium difficile getestet, 
sollte das Norovirus in Betracht gezogen werden.

So lautete die Schlussfolgerung aus einer retrospektiven Studie ..........
http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_News_Article_Medical?profileAOI=7&profileAOIName=Infektiologie&articleItemId=165ba97c6e1a35e37fcc3e994ec2a47c

Josef

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Im Krankenhaus massiv erkrankt: Virus
« Antwort #8 am: 13. Dezember 2008, 14:16 »
11/12/08,Elsevier Von Miriam E. Tucker

Clostridium difficile auf der Intensivstation häufig von Vorbewohnern des Zimmers übertragen

WASHINGTON (EGMN) – Das Risiko einer nosokomialenClostridium difficile-Infektion war auf einer Intensivstation doppelt so hoch, wenn Patienten in Krankenzimmern lagen, die zuvor von einem infizierten Patienten belegt gewesen waren.

Die Ergebnisse ...... http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_News_Article_Medical?profileAOI=23&profileAOIName=Geriatrie&articleItemId=2ad9bf9ee6f9524c8b11d6a2b6c9f1ad
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
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Carola-Elke

Werner

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Viruserkrankung im Krankenhaus und .............
« Antwort #9 am: 09. Februar 2009, 16:38 »
09/02/09,12:00, Elsevier

Norovirus-Epidemie: Nur Hygienemaßnahmen schützen

Nur unverzügliche prophylaktische Maßnahmen helfen gegen die derzeitigen winterlichen Norovirus-Epidemieausbrüche, so das Robert-Koch-Institut (RKI)…

Die dritte registrierte Epidemie mit dem Norovirus dieses Winters veranlasst das RKI, Ärzte darauf hinzuweisen, bei erstem Verdacht auf Ausbrüche etwa in Seniorenheimen und Kindertageseinrichtungen umgehend prophylaktische Maßnahmen zu ergreifen. Wenn auch in diesem Winter bundesweit weniger Erkrankungen gemeldet wurden als im Vorjahr, kam es vor allem in Krankenhäusern, Seniorenheimen und Kindertagesstätten zu Ausbrüchen.

Nach einer Inkubation von etwa 24 Stunden leiden Betroffene unter einer Gastroenteritis mit plötzlicher Übelkeit, Erbrechen, krampfartigen Bauchschmerzen und Durchfall. In Stuhlproben lässt sich das Virus nachweisen. Bei Verdacht auf eine Norovirusinfektion sollten jedoch bereits vor dem Virusnachweis prophylaktische Maßnahmen eingeleitet werden, um die Ausbreitung der Infektion zu verhindern. Da Erbrochenes und Stuhl infektiös sind, sind Hygienemaßnahmen mit Patientenisolation und Händedesinfektion mit einem viruzid-wirksamen Antiseptikum indiziert.

Bei der Betreuung des Patienten ist auf http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_Praxisradar_Detail?articleItemId=e3cbdcb8b98fafe98144db107b5469fb

Dietmar E.

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Krankenhäuser: 4 Infektionstote am Tag
« Antwort #10 am: 18. Januar 2011, 11:13 »
Ö s t e r r e i c h

Rund 60.000 Krankenhausinfektionen im Jahr
und rund 4 Infektionstote daraus pro Tag!




Koalition will „Hygienesiegel“ für Kliniken

Berlin – Ein „Hygienesiegel“ soll künftig dazu beitragen, dass Patienten die Infektionsgefahr in Kliniken einschätzen können. Union und FDP hätten sich auf Eckpunkte für ein Krankenhaushygienegesetz geeinigt, sagte die FDP-Expertin Ulrike Flach den Zeitungen der WAZ-Gruppe vom Dienstag.

Mit dem Siegel könne künftig jeder Patient sehen, wie es um die Hygiene im jeweiligen Krankenhaus stehe und wie viele Infektionen es dort gebe, sagte die gesundheistpoitische Sprecherin der FDP. Flach sprach von einem großen Schritt nach vorn. Das Hygienegesetz soll schon im Sommer in Kraft treten. © dapd/aerzteblatt.de
« Letzte Änderung: 21. Januar 2011, 21:59 von admin »
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Evi

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Überraschungen im Krankenhaus: Infektionen
« Antwort #11 am: 21. Januar 2011, 21:55 »

(wurde verschoben!

26.2.08-Krank durch die Klinik

Jährlich sterben mehr Menschen an Krankenhauskeimen als an der Immunschwäche Aids. Vor allem Infektionen mit dem resistenten Bakterium MRSA bereitet Medizinern große Sorgen.

Trotz hoher Hygienevorschriften kann es im Krankenhaus zu Infektionen kommen

Sein rechter Oberschenkel ist geschwollen und schmerzt. Trotz dieser Symptome will Ralph Adam nicht zum Arzt. Er hat Angst, dass er noch mal ins Krankenhaus muss. „Ich mag mich nicht noch einmal kasteien lassen“, seufzt der 64-Jährige. Seit dem Jahr 1999 hat er viel Zeit in Kliniken verbracht, zu viel Zeit.

Damals rutschte ihm beim Heimwerken die Schlagbohrmaschine aus und fügte ihm eine zehn Zentimeter lange Verletzung am Oberschenkel zu. Im Krankenhaus nähten Ärzte die Wunde, alles schien in Ordnung. Doch knapp eine Woche später rötete sich das Bein und schwoll an. Ralph Adam bekam Fieber und Schüttelfrost. Für ihn begann eine lange Odyssee durch Krankenhäuser, die möglicherweise immer noch nicht beendet ist. Denn der Personalberater hat sich im Krankenhaus mit MRSA – Methicillin-resistentem Staphylococcus aureus – infiziert.

Das Buchstabenkürzel bezeichnet bestimmte Bakterien, die eitrige Entzündungen verursachen und gegen eines oder mehrere Antibiotika resistent sind. In den USA litten im Jahr 2005 etwa 94 000 Menschen an einer lebensbedrohlichen Infektion mit MRSA, 18 650 starben. Zum Vergleich: Die Immunschwäche Aids forderte im gleichen Jahr 16 000 Opfer. Für Deutschland gibt es keine bestätigten Zahlen. Experten schätzen jedoch, dass sich in Deutschland etwa 50 000 Menschen jährlich mit MRSA infizieren. Rund 1500 von ihnen sterben. Einen ersten Sieg haben die Mediziner jedoch errungen: Seit 2004 bleibt die Zahl der Infektionen hierzulande auf gleichem Niveau. In den USA, in Großbritannien oder in Japan machen die „Killerkeime“ hingegen immer wieder Schlagzeilen. Einige Patienten verlieren Arme und Beine, weil sich die Infektion so rasant ausbreitet, dass nur noch eine Amputation ihr Leben retten kann. Greifen besonders aggressive Keime auf innere Organe über oder verbreiten sich bei einer Blutvergiftung durch den ganzen Körper, können die Ärzte das Leben des Patienten oft nicht mehr retten.

Bis vor etwa zehn Jahren traten MRSA-Infektionen hauptsächlich in Krankenhäusern und Pflegeheimen auf. Doch mittlerweile verbreiten sich die Keime auch außerhalb der Kliniken. „Sie verursachen meist schmerzhafte Hautinfektionen, zum Beispiel Furunkel, in seltenen Fällen aber auch schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen. Die weitere Ausbreitung dieser Keime muss unbedingt verhindert werden“, betont Wolfgang Witte vom Robert-Koch-Institut.

Fachliche Beratung: Prof. Dr. Wolfgang Witte, Leiter des Nationalen Referenzzentrums für Staphylokokken am Robert-Koch-Institut in Wernigerode; Klaus-Dieter Zastrow vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Vivantes Kliniken Berlin; Prof. Dr. Axel Kramer, Direktor des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin am Universitätsklinikum Greifswald und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene.

 
Staphylokokkus aureus unter dem Mikroskop (violett eingefärbt)

Staphylokokkus aureus heißt übersetzt so viel wie „goldenes Traubenkügelchen“. Der hartnäckige Eitererreger fühlt sich fast überall in der Natur wohl. Auch ohne Nahrung kann das Bakterium bis zu sieben Monate überleben. Er überdauert auf Wäsche oder Türklinken, Lichtschaltern, auf dem Fußboden oder auf der Bettkante. Auch auf der Haut vieler Menschen fühlt er sich wohl. Die Betroffenen wissen davon oft nichts, denn bei Gesunden verursacht er keine Beschwerden. Jeder Dritte trägt ihn sogar in der Nase. Seine Stunde schlägt dann, wenn das Immunsystem schwächelt oder er einen Weg ins Körperinnere findet – etwa durch eine offene Wunde oder einen Katheter. Dann vermehrt sich der Keim explosionsartig und verursacht schlecht heilende Entzündungen, Hautgeschwüre, Furunkel, Lungenentzündungen, Harnweginfektionen und lebensgefährliche Blutvergiftungen. Die Entzündungen können praktisch auf jedes Organ überspringen und es versagen lassen. Bei MRSA-Opfer Ralph Adam beispielsweise attackierten sie die Herzklappen.

Die Vorsilbe „MR“ bedeutet „Methicillin-resistent“ – gegen diesen Erregerstamm wirkt das Antibiotikum Methicillin nicht mehr. In der Praxis verwenden Mediziner den Begriff MRSA häufig synonym für „multiresistent“ und beschreiben damit Erreger, die gegen drei oder mehr Antibiotika resistent sind. Gegen sie helfen lediglich Stoffe, die Mediziner nur im Notfall verschreiben, sogenannte Reserveantibiotika. Ärzte und Forscher bereitet diese Entwicklung Kopfzerbrechen, da die Gefahr besteht, dass eines Tages bisher wirksame Antibiotika nicht mehr helfen. Denn Bakterien können jederzeit per Zufall eine Resistenz gegen Medikamente entwickeln oder aber auch Informationen über solche Fähigkeiten mit anderen Keimen austauschen. „Bakterienerbgut funktioniert wie ein Legobaukasten. Ständig können sich aus den Einzelteilen neue Kombinationen zusammenfügen – möglicherweise eines Tages ein Superkeim, der sehr viel aggressiver ist, als alles, was wir bislang kennen“, sagt Hans-Jörg Linde vom Institut für Mikrobiologie und Hygiene der Universität Regensburg. „Es könnte sein, dass dann gar kein Antibiotikum mehr hilft.“

Mediziner und Mikrobiologen unterscheiden etwa zehn verschiedene MRSA-Stämme in Krankenhäusern, acht weitere kursieren außerhalb der Kliniken. Am nationalen Referenzzentrum in Wernigerode überwachen sie, welche Erreger wo in Deutschland auftreten, wie sich Menschen möglicherweise damit angesteckt haben und, ob sie sich auffällig schnell verbreiten. Weltweit beobachten Mediziner die Eitererreger mit Sorge, denn das Tempo, in dem sich Bakterien an neue Wirkstoffe anpassen, ist atemberaubend. Forscher um Vanessa D’Costa von der McMaster-Universität im kanadischen Ontario berichten, dass sie in Bodenproben Bakterien fanden, die schon gegen Antibiotika resistent zeigten, obwohl diese gerade erst auf den Markt gekommen waren.


Keime aus dem Krankenhaus
Eile versus Sorgfalt? Iim Krankenhaus ist beides wichtig

Sven Kaiser war Fußballer aus Leidenschaft. Fehlte bei einem wichtigen Spiel ein Mann, schlüpfte der Trainer eines Wuppertaler Kreisligisten selbst ins Trikot. Doch an einem Spieltag im Mai 2005 rutschte Sven Kaiser aus und verletzte sich: Die Patellarsehne im Knie riss. Drei Tage später folgte die OP. Zunächst verlief alles nach Plan. Doch wenige Tage später litt der Steuerfachgehilfe an hohem Fieber und einem Ausschlag am ganzen Körper. „Das Bein schwoll innerhalb von Stunden an, man konnte dabei zusehen“, erinnert er sich. Eine bakterielle Infektion mit Staphylokokken hatte eine erhebliche Entzündung verursacht. Die Mediziner mussten erneut operieren – insgesamt dreimal. Den Muskelschwund am kranken Bein konnte Sven Kaiser bis heute nicht mehr aufholen, mit dem Fußballspielen ist es nun vorbei. Zurzeit verklagt er unter anderem die Ärzte des behandelnden Krankenhauses. Sein Verdacht: Er muss sich die Infektion im Krankenhaus zugezogen haben, etwa, weil im OP-Saal unsauber gearbeitet wurde oder wegen Schlampereien in der Wundversorgung. Gutachter bestätigen dies.

Etwa eine halbe bis eine Million Deutsche jährlich stecken sich im Krankenhaus mit einer Krankheit an. Experten sprechen dann von sogenannten nosokomialen Infektionen. Schuld ist oft mangelnde Hygiene: Obwohl sie es besser wissen müssten, desinfizieren sich Ärzte und Pflegepersonal zu selten die Hände und riskieren so, Patienten zu infizieren. Dabei töten Desinfektionsmittel alle gefährlichen Bakterien und die Mehrzahl der Viren ab. Aktuelle Studien zeigen, dass von 100 notwendigen Händedesinfektionen nur 20 bis 50 tatsächlich ausgeführt werden. Vor allem, wenn personelle Engpässe drohen, vernachlässigt das Personal die Hygiene, hat Axel Kramer vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin am Universitätsklinikum Greifswald und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene beobachtet. Experten wie Klaus-Dieter Zastrow gehen davon aus, dass mindestens 170 000 bis 250 000 der nosokomialen Infektionen vermeidbar wären, wenn Ärzte und Pfleger die Hygienevorschriften korrekt einhalten würden.

 
Hygiene ist in der Klinik das A und O. Trotzdem können Fehler passieren

Eine Wunde, die einfach nicht heilt, ein Furunkel oder Hautwunden, die ständig wiederkehren – so äußert sich MRSA häufig in der Praxis. „Das sind Warnsignale, ein Mediziner sollte in solchen Fällen immer genauer hinsehen, eine Probe entnehmen und im Labor analysieren lassen“, betont Wolfgang Witte. Der Leiter des Nationalen Referenzzentrums für Staphyolokokken am Robert-Koch-Institut in Wernigerode beschäftigt sich bereits seit 1973 mit den resistenten Eitererregern. „In der Praxis testen Ärzte die Erreger jedoch viel zu selten – möglicherweise aus Kostengründen“, glaubt er. Sein Kollege Klaus-Dieter Zastrow aus Berlin vertritt die Ansicht, dass da an der falschen Stelle gespart wird: „Die Kosten für solche Tests liegen bei zwölf bis etwa 20 Euro. Doch dadurch kann man eine Krankheit um eine Woche verkürzen oder sogar ganz vermeiden. Wenn ein Arzt ein Antibiotikum verschreibt, das nicht wirkt, kostet das die Krankenkasse ein Mehrfaches.“ Doch bis Ärzte erkennen, dass ein Kranker in Deutschland MRSA-positiv ist, können Wochen vergehen – wertvolle Zeit, in der der Patient unnötig leidet und andere Kranke und das Pflegepersonal möglicherweise ansteckt.

Ganz zu schweigen von den Kosten, die ein MRSA-Fall mit sich bringt, denn der Patient muss isoliert werden, damit sich andere Kranke nicht anstecken. Für die Betroffenen bedeutet es, dass das Personal nur mit Schutzkleidung zu ihnen kommt, und sie das Zimmer nicht verlassen dürfen. MRSA-Patient Ralph Adam lag über sechs Wochen isoliert in einer Freiburger Klinik – eine einsame Zeit, an die er sich nur ungern erinnert. „Ich durfte das Zimmer nicht verlassen. Das war besonders hart, weil das Personal nur ungern herein kommt, weil die Mitarbeiter sich extra umziehen müssen.“ Zudem bleibt er meist zehn bis 15 Tage länger im Krankenhaus oder muss immer wieder in stationäre Behandlung, weil der Keim zurückkehrt. Deutsche Kliniken beziffern die Mehrkosten für die Behandlung eines MRSA-Patienten auf 1600 bis 4300 Euro pro Tag.


Kampf gegen den Keim
Ist ein Patient MRSA-infiziert, gilt es, andere vor Ansteckung zu schützen

In der Region Münsterland/Twente wollen Deutsche von den Niederländern lernen, wie man die resistenten Erreger eindämmt. Dort untersuchen Ärzte jeden Patienten, der zu einer bestimmten Risikogruppe gehört, auf MRSA. Kranke, die zuvor im Ausland waren, schon einmal einen resistenten Keim in sich trugen oder aus einem anderen Krankenhaus oder Altenheim kommen, müssen zunächst isoliert liegen, bis das Untersuchungsergebnis vorliegt. Zur MRSA-Risikogruppe gehören auch Landwirte, die sich immer wieder im Tierstall mit resistenten Bakterien anstecken. Das Euregio-MRSA-net-Projekt soll die Bevölkerung in beiden Ländern vor hartnäckigen Staphylokokken schützen. Niederländische und deutsche Mediziner arbeiten Hand in Hand und tauschen zum Beispiel Informationen über Erreger aus deutsche Kliniken in der Region verfahren so, wie die niederländischen Kollegen es tun.

Auch andere Kliniken haben MRSA den Kampf angesagt, zum Beispiel das Klinikum Greifswald. „Wir vermerken bei Patienten, ob sie schon mal MRSA-Träger waren und isolieren sie konsequent“, berichtet Axel Kramer, Direktor des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin am Klinikum Greifswald. Auf allen Stationen für Intensivtherapie, in der Notaufnahme, der Weaningstation, der Akutbehandlung für Schlaganfallpatienten, der Onkologie und der Hautklinik screent das Personal jeden neu aufgenommenen Kranken auf MRSA, um Keimträger frühzeitig zu entdecken. In den übrigen Krankenhausbereichen müssen sogenannte Risikopatienten zum vorsorglichen Check. Binnen zwei Stunden wissen die Ärzte, ob eine MRSA-Infektion vorliegt oder nicht. Bis dahin bleibt der Patient vorsichtshalber isoliert. Außerdem hat das Klinikum alle Mitarbeiter untersucht und Träger des Keims saniert, teilweise sogar Partner und Familienangehörige mitbehandelt, damit sich Ärzte und Pflegepersonal nicht daheim erneut anstecken. Auch niedergelassene Ärzte erhalten Abstrichsets, um Proben nehmen zu können. Axel Kramer hofft, auf diese Weise die regionale MRSA-Rate langfristig senken zu können. Die Prävention lässt sich das Klinikum einiges kosten: Ihr ärztlicher Direktor Claus Bartels rechnet pro Jahr mit etwa 800 000 Euro Mehrkosten. „Langfristig lohnt sich das schon, wenn wir dadurch zwölf nosokomiale Infektionen jährlich vermeiden.“ Die Rechnung scheint aufzugehen: Seit der Einführung vor einem Jahr hat sich kein Patient im Klinikum mit MRSA angesteckt. Claus Bartels sieht das auch als Wettbewerbsvorteil: „Unser Konzept ist ein Symbol für die Versorgung im Krankenhaus. Wir rechnen damit, dass Patienten künftig bei der Wahl eines Krankenhauses verstärkt auf solche Qualitätskriterien setzen werden.“

 
Der Erreger aus der Sauna
In der Sauna ist Hygiene ein absolutes Muss

MRSA tritt nicht nur im Krankenhaus auf. Auch innerhalb der Bevölkerung kann sich der Keim mitunter rasant verbreiten. So gibt es Berichte, wonach ein besonders hartnäckiger MRSA-Stamm im Schwulenbezirk von San Francisco zirkuliert. Der Stamm mit dem Kürzel USA300 ist gegen eine ganze Reihe Antibiotika resistent. Experten sprechen bereits von einer Bedrohung vom Ausmaß des HI-Virus. Forscher haben zudem weitere Infektionsquellen beschrieben. So infizierten sich die Bewohner eines Dorfs in Alaska offenbar durch den gemeinsamen Besuch im Dampfbad, wenn sie keine Handtücher unterlegten. Auch in einem kalifornischen Gefängnis und innerhalb von Sportmannschaften steckten sich Menschen untereinander an. Im Schwimmbad kann man sich ebenfalls infizieren. Ein Hinweis darauf sind zum Beispiel ständig wiederkehrende Abszesse oder Furunkel.

Um diese Erreger von denen zu unterscheiden, mit denen sich Patienten im Krankenhaus anstecken, verwenden Forscher das Kürzel „c“ oder „ca“ für „community aquired“, was übersetzt so viel heißt wie „in der Gemeinschaft erworben“. Laut MRSA-Experten Wolfgang Witte vom Robert Koch-Institut gehen 40 bis 60 Prozent aller Haut- und Weichteilinfektionen in den USA auf cMRSA zurück. Betroffen sind vor allem Menschen mit einem niedrigen sozialen Standard. „Man kann annehmen, dass sie seltener zum Arzt gehen und Menschen in ihrer Umgebung anstecken, etwa durch eine Hautinfektion“, weiß MRSA-Experte Wolfgang Witte.

Betroffene leiden zum Beispiel an einem juckenden Ausschlag wie nach Mückenstichen. Sie können sich gar nicht erklären, woher er kommt. In den USA nennen Betroffene diese roten Punkte „Spiderbite“, Spinnenbiss. „Aber das sind keine harmlosen Insektenstiche. Sie schmerzen stärker und verschwinden nicht so schnell. Sie können sich zu stark schmerzenden Abszessen entwickeln, die Narben hinterlassen“, betont der Regensburger Mikrobiologe Hans-Jörg Linde.

 

Warnsignale für MRSA

Schlecht heilende Wunden sind ein Alarmsignal für gefährliche Keime

Sporadisch tritt cMRSA auch in Deutschland auf, etwa in Stützpunkten der US-Army, wo Angehörige aus den USA den Keim mitbringen. Ein weiteres Beispiel für ein gehäuftes Auftreten von Haut- und Weichteilinfektionen mit Staphylokokkus aureus gab es 2002 in einem 144-Seelen-Dorf in Brandenburg. Dort erkrankten 42 Menschen an eitrigen Hautinfektionen, einige davon mehrfach hintereinander. Insgesamt sieben Familien waren betroffen – offenbar hatten sich die Prignitzer untereinander angesteckt. Mediziner fanden heraus, dass es sich bei dem Keim um eine besonders ansteckende Staphylokokkus-Variante handelte. Innerhalb einer Familie sprang der Keim häufig über – aber auch, wenn Nachbarn Geschirr oder Spielzeug austauschten, oder Mitglieder der örtlichen freiwilligen Feuerwehr die Schutzanzüge miteinander teilten. „Glücklicherweise war der Keim noch nicht gegen das Antibiotikum Methicillin resistent“, sagt Wolfgang Witte. Die Erfahrungen bei der Eindämmung der Infektion in Prignitz helfen Ärzten, Gesundheitsämtern und dem Robert-Koch-Institut jedoch auch, zu verstehen, wie man resistente Erreger bekämpfen kann.

„Wenn jemand immer wieder an Hautinfektionen, insbesondere an Abzessen oder Furunkeln leidet, sollte er seinen Arzt aufsuchen, damit er eine sachgemäße Behandlung durchführt und den Erreger genauer unter die Lupe nimmt“, rät Wolfgang Witte. Höchste Alarmstufe ist geboten, wenn jemand, der immer wieder Furunkel hatte, plötzlich an Schmerzen unbekannter Ursache leidet. Dann könnte der Hautkeim ins Körperinnere gelangt sein und dort Abszesse verursachen, etwa im Bauch, im Schädel oder in Knochen und Gelenken. „Dann kann es zu gefährlichen Lungenentzündungen oder Blutvergiftungen kommen. Betroffene landen dann innerhalb weniger Tage auf der Intensivstation.“ Ebenfalls lebensgefährlich ist die sogenannte nekrotisierende Fasziitis, eine Entzündung durch Bakterien, die innerhalb von Stunden Gewebe unwiederbringlich absterben lassen kann.

„Kein Mensch kann voraussagen, ob sich aus einer eitrigen Hautwunde eine nekrotisierende Fasziitis entwickelt“, warnt Axel Kramer. Wer jedoch wachsam ist und sofort zum Arzt geht, wenn eine Wunde nicht rasch abheilt, verringert die Wahrscheinlichkeit, dass das Leiden zu spät entdeckt wird.


Evi

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http://www.journalmed.de/newsview.php?id=32774

21.01.2011    
   
    FDP-Experten für Standard-Untersuchung gegen Klinikkeime

Patienten mit Risiko für bestimmte gefährliche Infektionen sollen nach einem Vorstoß aus der FDP generell untersucht werden. Bei einer Klinikeinweisung sollten sie im Falle eines Erregerfunds stets isoliert und sorgfältig behandelt werden. Ein entsprechender Vorschlag der FDP-Abgeordneten Jens Ackermann und Lars Lindemann zielt auf Erreger, die gegen Antibiotika resistent sind.
«Viele Menschen haben diese Keime auf der Haut, doch zur Gefahr werden sie erst bei den Kranken und Schwachen», erklärten die Abgeordneten am Freitag in Berlin. Zunächst sollten Risikogruppen definiert werden. Die Untersuchung auf solche Keime sollten dann in der Regel die Hausärzte machen. Nur das vorgeschlagene Verfahren könne die Gefahr bannen, dass in Kliniken eingeschleppte Keime andere Patienten gefährden. Notfallpatienten sollten weiter ohne Vorlauf im Krankenhaus behandelt werden. In der Medizin gelten Patienten mit großen Wunden, Kathetern, chronischer Pflegebedürftigkeit oder Dialysepatienten als potenziell gefährdet.

Auch in einem anderen Punkt gehen die beiden Mitglieder des Gesundheitsausschusses über Eckpunkte der Unions- und FDP-Fraktion für mehr Klinikhygiene hinaus. Sie wollen eine bundeseinheitliche Hygieneverordnung. Die bisherigen Pläne sehen eine Gesetzesänderung vor, die lediglich den Ländern den Erlass eigener Hygieneverordnungen erleichtern soll. Darin sollen etwa spezielle Beauftragte in Kliniken für regelmäßige Desinfektionen von Händen und Ablagen vorgeschrieben werden.

Bis zu 15.000 Menschen sterben nach Koalitionsangaben jährlich bundesweit an Klinikinfektkionen.


Josef

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Multiresistente Bakterien erhöhen Sterblichkeit
« Antwort #13 am: 29. April 2011, 20:16 »
29.04.2011
   
   Chirurgie: Multiresistente Bakterien erhöhen Sterblichkeit

Infizieren sich Patienten nach chirurgischen Eingriffen mit multiresistenten Bakterien, erhöhen sich Therapiedauer, Therapiekosten und das Risiko, an der Infektion zu sterben. Angesichts der schweren Folgen und der wachsenden Anzahl solcher Keime in Krankenhäusern, sind notwendige Präventionsmaßnahmen und erfolgreiche Therapiekonzepte Themen beim 128. Chirurgenkongress vom 3. bis 6. Mai 2011 in München.

Methicillin-resistente Staphylokokkus aureus (MRSA), Vancomycin-resistente Enterobakterien (VRE) oder multiresistente gram-negative Bakterien (MRGN) gelangen meistens mit infizierten Patienten in Krankenhäuser. Intensivpatienten, Patienten mit großflächigen Wunden, Diabetiker und Patienten aus Alters- oder Pflegeheimen sind besonders häufig betroffen. Ihre Behandlung kann sehr problematisch verlaufen: Nur noch wenige, neue Antibiotika wirken gegen diese Keime. „Eine kürzlich publizierte Studie mit 119 699 Patienten von 537 europäischen Intensivstationen konnte nachweisen, dass intensivpflichtige Patienten mit Infektionen durch multiresistente Keime eine deutlich erhöhte Mortalität aufweisen“, meint Professor Dr. med. Markus W. Büchler, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeine und Viszeralchirurgie, im Vorfeld des Chirurgenkongresses.

Lückenlose Hygienemaßnahmen sind die einzige Möglichkeit, die Ausbreitung der Keime auf einem niedrigen Niveau zu halten. Nur wenige Länder führen diese bisher durch: Kliniken in den Niederlanden untersuchen Patienten bereits vor der Aufnahme auf solche Keime und isolieren diese bei Bedarf. „Solche Screeningprogramme verhindern auch, dass sich zukünftig weitere, bei uns noch unbekannte multiresistente Keime ausbreiten“, betont Professor Büchler. Eine weitere Maßnahme ist, dass Antibiotika nur noch bei Bedarf eingesetzt werden.

Welche Medikamente heute noch MRSA-, VRE- und MRGN-Infektionen bekämpfen können und welche Hygienemaßnahmen in der Chirurgie bundesweit notwendig sind, berichten Experten aus allen chirurgischen Fachrichtungen beim Thementag „Chirurgische Infektionen“ zum Auftakt des diesjährigen Chirurgenkongresses am 3. Mai 2011.

Die Thementage mit insgesamt vier Schwerpunkten sind neu im wissenschaftlichen Programm des 128. Chirurgenkongresses. Zu den Themen „Chirurgische Infektionen“, „Transplantation von Zellen, Geweben und Organen“, „Chirurgische Intensivmedizin“ sowie „Notfallmedizin/Katastrophenmanagement“ gibt es ganztägig Vortragsveranstaltungen mit abschließender Podiumsdiskussion. Das Programm gestaltet die DGCH gemeinsam mit den zehn Fachgesellschaften der Viszeral-, Unfall-, Gefäß-, Kinder-, Herz-, Thorax-, Neuro-, Kiefer- und plastischen Chirurgie sowie den Orthopäden. Posterpräsentationen, eine Industrieausstellung und Fortbildungskurse ergänzen das Fortbildungsangebot für Chirurgen aller Fachrichtungen.

128. Chirurgenkongress, 3. bis 6. Mai 2011, ICM München
www.chirurgie2011.de

Thementage
Chirurgische Infektionen
Dienstag, 3. Mai 2011, 9.00-17.30 Uhr, Saal 14b, ICM München
Transplantation von Zellen, Geweben und Organen
Mittwoch, 4. Mai 2011, 8.30-17.30 Uhr, Saal 14b, ICM München
Chirurgische Intensivmedizin
Donnerstag, 5. Mai 2011, 8.30-17.30 Uhr, Saal 14b, ICM München
Notfallversorgung / Katastrophenmanagement
Freitag, 6. Mai 2011, 8.30-14.30 Uhr, Saal 14b, ICM München
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

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3.000 Tote durch Infektionen im Krankenhaus
« Antwort #14 am: 09. Mai 2011, 23:05 »
Montag, 9. Mai 2011

Bis zu 30.000 Tote pro Jahr durch Kranken­haus­infektionen in Deutschland
DAS sind dann in Österreich eund 3.000 Infektions-Tote


dpa

Berlin – In Deutschland sterben nach Angaben von Hygiene­experten bis zu 30.000 Patien­ten pro Jahr an Kranken­haus­infektionen – doppelt so viele wie bisher angenommen. Das geht aus einer gemein­samen Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kranken­haushygiene, der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin sowie des Bundesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesund­heitsdienstes für den Gesund­heitsausschuss des Bundes­tages hervor. Die Experten die bisherigen Schätzungen der Krankenhaus-Infektionen mit resistenten Erregern für geschönt.

Die bisherigen Angaben beruhten auf einer Studie aus den 90er Jahren, heißt es in der Stellungnahme für die Anhörung im Gesundheitsausschuss zum geplanten Gesetz zur Verbesserung der Krankenhaushygiene an diesem Montag. Die bisherige Größenordnung der Infektionen und Todesfälle sei „als extrem niedrig einzustufen“ und müsse wegen der größeren Anzahl von Patienten und in der Studie nicht erfasster Infektionsfälle „sicher nach oben korrigiert werden“.

zum Thema

    zur Stelungnhame der Verbände

Statt der bisher angenommenen 400.000 bis 600.000 Infektionsfälle müssen von „einer Mindestzahl von 700.000“ Infektionen ausgegangen werden. Auch die Zahl der geschätzten Todesfälle von 7.500 bis 15.000 durch sogenannte nosokomiale Infektionen müsse „nach oben korrigiert“ werden. Stattdessen sei „mit bis zu 30.000 Todesfällen pro Jahr“ zu rechnen.

Nach Ansicht von Verbraucherschützern greift der Gesetzentwurf zu kurz. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) forderte am Montag anlässlich der Anhörung im Bundestag einheitliche Vorgaben, wie Krankenhäuser behandlungsbedingte Infektionen erfassen und was sie zur Reduzierung des Problems tun müssen.

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) müsse „einen Flickenteppich aus Länderregelungen verhindern“. Nach Schätzung des vzbv wäre bei strikter Hygiene etwa die Hälfte der Infektionen vermeidbar.
© dapd/afp/aerzteblatt.de

Werner

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Im Krankenhaus massiv erkrankt: Kampf gegen die Keime
« Antwort #15 am: 19. März 2012, 22:27 »


Kampf gegen die Keime: Wie Sie sich im Krankenhaus vor Ansteckungen schützen können

AUDIO zu OTS - Seitdem vor Kurzem mehrere Säuglinge in einem Bremer Krankenhaus gestorben sind, flammt die Debatte wieder auf: Eine erschreckende Anzahl von Patienten infiziert sich in deutschen Kliniken mit gefährlichen Keimen, viele sterben sogar daran. Grund dafür ist mangelhafte Hygiene, sagt Peter Kanzler, Chefredakteur der "Apotheken Umschau".


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   Baierbrunn (OTS) - Seitdem vor Kurzem mehrere Säuglinge in einem
Bremer Krankenhaus gestorben sind, flammt die Debatte wieder auf:
Eine erschreckende Anzahl von Patienten infiziert sich in deutschen
Kliniken mit gefährlichen Keimen, viele sterben sogar daran. Grund
dafür ist mangelhafte Hygiene, sagt Peter Kanzler, Chefredakteur der
"Apotheken Umschau":

O-Ton 21 sec.

   "Hygiene hat in deutschen Krankenhäusern nach wie einen geringen
Stellenwert. Was viele nicht wissen: jährlich infizieren sich in
deutschen Kliniken etwa eine Million Menschen mit einer Krankheit,
30.000 davon sterben. Erschreckende Zahlen! Und laut einer aktuellen
Studie im Auftrag der 'Apotheken Umschau' fürchtet mehr als die
Hälfte der Deutschen, sich im Krankenhaus mit einem Keim zu
infizieren." Mittlerweile hat die Politik reagiert und die Gesetze
verschärft. Damit sollen bis zu einem Drittel der Ansteckungen in
Krankenhäusern vermieden werden:

O-Ton 12 sec.

   "Seit Juli vergangenen Jahres ist nun endlich ein neues Gesetz in
Kraft, das gewisse Hygiene-Standards festlegt, die bisher nur
empfohlen waren. Zum Beispiel müssen größere Kliniken jetzt einen
Facharzt für Hygiene anstellen." Wer selbst ins Krankenhaus muss oder
jemanden besucht, kann einiges tun, um sich vor Keimen zu schützen.
Wichtig ist vor allem die Handhygiene:

O-Ton 20 sec.

   "Besucher, Patienten, Ärzte und auch Pfleger sollten ihre Hände so
oft wie möglich waschen oder desinfizieren. In den meisten
Krankenhäusern gibt es inzwischen ausreichende Desinfektionsspender.
Hinterfragen sollten Sie auch, ob jeder Katheter, der gelegt wird,
wirklich notwendig ist. Katheter und andere Zugänge in den Körper
sind Einfallstore für Keime." Experten empfehlen in der "Apotheken
Umschau", mit dem zuständigen Facharzt für Hygiene in einem
Krankenhaus zu sprechen, bevor man sich dort behandeln lässt. Wenn es
keinen gibt oder er nicht zu sprechen ist, solle man lieber auf eine
andere Klinik ausweichen.

ACHTUNG REDAKTIONEN:

   Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt
bitte an ots.audio@newsaktuell.de.

   Audio(s) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalaudio-Service
sowie im OTS-Audioarchiv unter http://audio.ots.at

Rückfragehinweis:

~
   Ruth Pirhalla
   Tel. 089 / 744 33 123
   Fax 089 / 744 33 459
   E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de
   www.wortundbildverlag.de
   www.apotheken-umschau.de


http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120319_OTS0082/kampf-gegen-die-keime-wie-sie-sich-im-krankenhaus-vor-ansteckungen-schuetzen-koennen-audio


Jutta

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Sicherheit im Krankenhaus: PatientInnen können aktiv werden
« Antwort #16 am: 19. März 2012, 23:00 »


Sicherheit im Krankenhaus: PatientInnen können aktiv werden

   Wien (OTS) - Patientensicherheit und Risikomanagement haben in den
letzten Jahren einen großen Stellenwert in den nationalen
Gesundheitssystemen erhalten. "Viele dieser Aktivitäten richteten
sich aber vorrangig an GesundheitsexpertInnen. Dass auch PatientInnen
einen positiven Beitrag zu mehr Patientensicherheit leisten könnten,
rückt erst langsam in das Bewusstsein der Verantwortlichen", ist Dr.
Gerald Bachinger, Sprecher der Patientenanwälte Österreichs
überzeugt. Und das ist wichtig, denn: Medizin und Pflege sind nicht
frei von Risiken.

   In Österreich hat sich die "Plattform Patientensicherheit" des
Themas angenommen. Unter dem Titel "Involve Yourself In Your Care"
wurde ein Projekt gestartet, wie und in welchem Umfang PatientInnen
in das Sicherheitsthema im Krankenhaus eingebunden werden können. "Es
ist wichtig PatientInnen zu animieren, selbst aktiv zu werden. Ihre
Beobachtungen und Erfahrungen sind für das Gesundheitspersonal sehr
wertvoll, denn schließlich sind sie die einzigen, die den gesamten
Prozess des Krankenhausaufenthaltes miterleben", betont Univ.-Prof.
Dkfm. Dr. Eugen Hauke, Institut für Krankenhausorganisation, Karl
Landsteiner Gesellschaft, Wien.
Das Ergebnis eines Pilotprojektes der "Plattform Patientensicherheit"
ist der Folder "Sicher ist sicher", der PatientInnen sensible
Bereiche des Behandlungsprozesses erläutert und sie zur Mitarbeit
aktiviert. Themenbereiche sind beispielsweise die Information rund um
die eigene Erkrankung, die Kommunikation mit
KrankenhausmitarbeiterInnen, Hygienemaßnahmen sowie Wissenswertes zur
Medikamenteneinnahme, der allgemeinen Gefahrenvermeidung und dem
Entlassungsmanagement.

   Dr. Peter Gausmann, Geschäftsführer, GRB Gesellschaft für
Risiko-Beratung mbH, Deutschland, wertet seit mehr als 15 Jahren
Schadensfälle im Gesundheitsbereich aus und kennt die Dynamik des
Themas genau: "Wir haben in der Vergangenheit enorm viel in das
Sicherheitsniveau von Krankenhäusern investiert. Gleichzeitig haben
aber PatientInnen immer weniger Vertrauen in unser Angebot bekommen.
Mit Kampagnen wie 'Sicher ist sicher' wollen wir dieses verlorene
Vertrauen wieder zurückgewinnen und das Bild zurechtrücken, das in
der Öffentlichkeit vorherrscht", so Gausmann.

------------
Über die Plattform Patientensicherheit

   ANetPAS - Austrian Network for Patient Safety - ist ein
unabhängiges nationales Netzwerk, dem alle relevanten Einrichtungen
und ExpertInnen des österreichischen Gesundheitssystems angehören,
die sich mit Patientensicherheit und Qualitätssicherung beschäftigen.
Die österreichische Plattform für Patientensicherheit wurde 2008 mit
Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit, Frauen und
Jugend am Institut für Ethik und Recht in der Medizin errichtet und
ist als Collaborating Partner ins Netzwerk EUNetPaS eingebunden. Info
und Kontakt: www.plattform-patientensicherheit.at

Langfassung, Statements und Fotos in Druckqualität stehen ab 16. März
auf www.publishfactory.at/presse zum Download bereit.

Rückfragehinweis:
   Dr. Gerald Bachinger, Sprecher der Patientenanwälte Österreichs
   gerald.bachinger@noel.gv.at

   Mag. Renate Haiden, Publish Factory GmbH
   haiden@publishfactory.at, Tel: 02236/384 348

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0265    2012-03-15/17:10

151710 Mär 12

NEF0015 0392


Jutta

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Krankenhaushygiene - Sparen Kliniken auf unsere Kosten?
« Antwort #17 am: 11. Mai 2012, 19:47 »



Krankenhaushygiene Sparen Kliniken auf unsere Kosten?

aus Marktcheck vom Donnerstag, 10.5. | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen

Tausende Menschen sterben jedes Jahr, weil sie sich mit hochaggressiven Erregern angesteckt haben - oft passiert das nach einer Behandlung im Krankenhaus. Und antibiotika-resistente Keime werden immer zahlreicher. Sparen Kliniken bei der Hygiene auf Kosten der Gesundheit?

Lochförmige Wunde im Bein

Rosmarie B. hat ein Loch im Bein. Seit vier Jahren schon verheilt ihre Wunde einfach nicht. Kein Antibiotikum hilft ihr mehr. Alles begann mit einer harmlosen Operation im Krankenhaus. Bei einem Fahrradunfall hatte sie sich den Unterschenkelknochen gebrochen, Schrauben wurden ihr eingesetzt. Doch als sie das Krankenhaus verließ, ging es ihr schlechter als vorher. Die Wunde hatte sich infiziert.

Bakterienkulturen
Antibiotika-resistente Krankenhauskeime

Grund dafür ist ein hochaggressives Bakterium, resistent gegen sämtliche Antibiotika. Es heißt Methicillin resistenter Staphylococcus aureus, kurz MRSA. Staphylokokken haben wir alle. Sie besiedeln jeden Zentimeter unseres Körpers. Für Gesunde kein Problem. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich.

Der Hausarzt von Rosmarie B ist sicher, dass sie sich die Bakterien im Krankenhaus geholt hat. Sie sei vorher gesund gewesen und erst im Verlauf des Krankenhausaufenthaltes sei der Keim nachgewiesen worden. Der Kausalzusammenhang sei hier eindeutig. Beweisen kann die Patientin das aber nicht. In Deutschland erkranken jährlich bis zu 600.000 Menschen an den Keimen. Etwa 40.000 sterben sogar daran. Ärzte und Schwestern würden sich nicht ausreichend die Hände desinfizieren, ist ein häufiger Vorwurf. Außerdem werde bei den Reinigungskräften gespart.

Ein Mann wischt einen Krankenhausflur.
Reinigungsarbeiten ausgelagert

Das hat auch Walter Popp von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene beobachtet. In allen Häusern sei die Reinigung schlechter geworden. Die angespannte finanzielle Lage der Kliniken habe dazu geführt, dass viele Leistungen an Fremdfirmen vergeben – outgesourct -werden, insbesondere im Bereich der Reinigung.

Drei sogenannte "outgesourcte" Reinigungskräfte wollen unerkannt bleiben, aus Angst ihren Job zu verlieren. Sie arbeiten in drei verschiedenen Krankenhäusern und putzen auch auf Intensivstationen, wo die allerschwächsten Patienten liegen. Besonders hier sollte keimfrei gereinigt werden. Eine Reinigungskraft arbeitet seit 25 Jahren in ihrem Job. Heute müsse sie immer mehr Fläche in immer weniger Zeit schaffen. Früher hatte man für ein Intensivzimmer 25 Minuten Zeit, heute sei man bei zehn Minuten angelangt. Hygienemängel sind also quasi vorprogrammiert.

Reinigungskraft in Schutzkleidung

Manchmal machen die Frauen freiwillig Überstunden, unbezahlt. Denn sogar für ausgewiesene Keim-Zimmer bekommen sie nicht mehr Zeit. Und das obwohl, für ein MRSA-Zimmer zum Beispiel Schutzkleidung angezogen, Wasser und Lappen gewechselt werden müssen, der Aufwand als viel höher ist.
Oft nur unzureichende "Sichtreinigung"

Uns liegen Reinigungspläne vor, darin wird deutlich: ein bis zwei Mal die Woche wird zudem lediglich eine sogenannte "Sichtreinigung" gemacht. Nur der oberflächliche Schmutz werde an diesen Tagen entfernt. Eine kostengünstige Methode für die Kliniken.

Das reiche aber nicht aus, kritisiert Martin Exner vom Robert-Koch-Institut. Eine Richtlinie unterscheide verschiedene Bereiche: Vom Verwaltungsbereich ohne Desinfektion bis zur Intensivstation mit ein bis zwei Desinfektionen pro Tag.

Und trotzdem ist Sichtreinigung in vielen Krankenhäusern gängige Praxis.

Hände mit Labor-Objektträger
Routineuntersuchung schützt vor MRSA

Ganz anders im Universitätsklinikum Münster. Hier setzt man auf Prävention: Alle Patienten werden bei Einlieferung auf MRSA getestet. So werden auch Träger aufgespürt, die nicht krank sind, den Keim aber verbreiten könnten. Einzigartig in Deutschland.

Die MRSA-Raten haben sich dort inzwischen halbiert. Außerdem ist so ein Test um das Tausendfache günstiger als die Folgekosten durch eine MRSA-Infektion. Und dennoch: Münster ist mit der Strategie die Ausnahme.

3,20 Euro kostet ein Test auf MRSA. Und er kann den Patienten viel Leid ersparen.

    Fragen und Antworten zu MRSA-Infektionen
    Bundesgesundheitsministerium zu Krankenhaushygiene

    Patientenrechte in Deutschland Broschüre des Bundesministerium für Gesundheit, kostenlos, auch zum Herunterladen im pdf-Format
    Ihr gutes Recht als Patient Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Broschüre 2010, 9,90 Euro zzgl. Versand
    Unabhängige Patientenberatung Deutschland Tel: 08 00 0 11 77 22 (kostenlos) Mo-Fr 10.00 bis 18.00 Uhr, Do bis 20.00 Uhr
    Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. Für Patientinnen und Patienten, Betroffene und deren Angehörige
    Kleines Lexikon der Patientenrechte Infos der Verbraucherzentrale Bremen


http://www.swr.de/marktcheck/essen/krankenhaushygiene/-/id=2248976/nid=2248976/did=9517776/hn78x4/index.html

Jutta

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Keim-Alarm: MRSA bahnt sich Weg durch Kliniken
« Antwort #18 am: 17. Mai 2012, 19:24 »


Keim-Alarm: MRSA bahnt sich Weg durch Kliniken
Forscher sagen Bazillus den Kampf an - Metropolen besonders gefährdet
Krankenbett: Infektion bereitet Sorgen (Foto: pixelio.de, Christa El Kashef)


London/Wien (pte009/16.05.2012/11:45) - Der gefährliche, antibiotika-resistente Erreger MRSA führt zu Infektionen, die vor allem in Krankenhäusern erworben werden. Der Bazillus verbreitet sich auf kleinere Spitäler wenn bereits infizierte Patienten in diese verlegt bzw. dort nachbehandelt werden. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam der Universität Edinburgh http://www.ed.ac.uk . "Die Verbreitung der MRSA-Infektion stellt ein gesamtheitliches Problem dar und wird insbesondere durch Zeit-, Personal- und Platzmangel in Krankenhäusern begünstigt", beschreibt Elisabeth Presterl, Leiterin des Klinischen Instituts für Krankenhaushygiene http://bit.ly/JcoTCC , die Situation im Interview mit pressetext.

Großstädte als Ausgangspunkt

In der veröffentlichten Studie beschreiben die Wissenschaftler, wie MRSA in Krankenhäusern von Metropolregionen wie London und Glasgow ihren Anfang nimmt und den Weg in kleinere, lokale Krankenhäuser findet. Besonders davon betroffen sind der Süden und Südosten Englands sowie die Region nordöstlich von Glasgow. In den vergangenen Jahren ist die Infektionsrate gesunken, trotzdem stellt MRSA eine nicht zu unterschätzende Belastung im Gesundheitswesen dar.

"Die Krankenhäuser in den großen Städten agieren wie ein Drehkreuz", sagt Ross Fitzgerald, Teamleiter vom Roslin Institut der Universität Edinburgh http://www.roslin.ed.ac.uk . Das sei das erste Mal, dass sie einen genetischen Beweis dafür gefunden haben. Würden die genauen Übertragungsrouten identifiziert werden, könnten passende Präventionsmaßnahen getroffen werden, so Fitzgerald.

Die Erkenntnisse des schottischen Forscherteams sollen dabei helfen, die Verbreitung von MRSA so gut wie möglich zu unterbinden. Patienten könnten vor der Erstaufnahme oder Überstellung in ein anderes Krankenhaus auf MRSA getestet und, wenn nötig, darauf behandelt werden. Momentan wird dies nicht praktiziert. Die britische Regierung hat nun allerdings angeordnet, dass sich Patienten vor einem geplanten Krakenhausaufenthalt einem Abstrich-Test ("Screening") unterziehen müssen. Eine Verbreitung von MRSA werde man nicht gänzlich verhindern können. Vor allem Händehygiene ist eine wirksame Maßnahme gegen die Verbreitung von MRSA. Neben Hygienemaßnahmen sei es wichtig, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen und stets wachsam zu sein, so Presterl.

Hohe Ansteckungsgefahr

MRSA ist eine bakterielle Infektion, die gegen eine Großzahl von Antibiotika resistent ist. Entdeckt wurde sie erstmals vor rund 50 Jahren. Symptome sind in den meisten Fällen Hautinfektionen und Muskelerkrankungen. Bei einem ungünstigen Krankheitsverlauf kann aber auch eine Lungen- bzw. Herzentzündung zum Tod führen. MRSA kann durch Hautkontakt mit einem bereits identifizierten Menschen oder heimlichen Träger übertragen werden, aber auch kontaminierte Patientenumgebung und Gegenstände können die Krankheit übertragen.

(Ende)
Aussender:    pressetext.redaktion
Ansprechpartner:    Sebastian Köberl
Tel.:    +43-1-81140-308
E-Mail:    koeberl@pressetext.com
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Mehr CDI-Tote in Krankenhäuser, als Passivrauchtote
« Antwort #19 am: 23. Mai 2012, 10:30 »




In Österreich gibt es jährlich knapp +über 1.100 Passivrauchtote,
also Nichtraucher!





DURCHFALL-ERREGER

Geschätzte 1.300 Tote durch Clostridium difficile
22. Mai 2012, 13:39


Gegen das Bakterium Clostridium difficile sind keine wirksamen Antibiotika zu erwarten - Ärzteverlangen bei Salzburger Kongress "medizinisch-nachhaltigen Umgang"
Das Bakterium heißt Clostridium difficile und verursacht meistens gewöhnlichen Durchfall. Besonders für alte Menschen ist diese hauptsächlich in Krankenhäusern übertragene Harnwegs-Infektion aber wesentlich öfter tödlich, als es die offiziellen Meldedaten vermuten lassen.

............ http://derstandard.at/1336697570957/Durchfall-Erreger-Geschaetzte-1300-Tote-durch-Clostridium-difficile

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14.6.12, 10h, PK., Wien: Im Krankenhaus massiv erkrankt
« Antwort #20 am: 03. Juni 2012, 22:45 »


Einladung zum Kamingespräch Clostridium difficile: "DIFICLIR(R) - anhaltende Heilung ohne Rückfall"

Kamingespräch Clostridium difficile: DIFICLIR(R) - anhaltende Heilung ohne Rückfall…

Termin herunterladen (.vcs) Termin herunterladen (.ics) TEROTS_20120614_69135041_0 CI H
Ort: "Die Lobby", Löwelstraße 20, 1010, Wien
Datum: 14.06.2012
Zeit: 10:00:00

Wien (OTS) - Clostridium difficile-Infektionen sind die
Hauptursache für infektiöse Diarrhö bei Erwachsenen und zu einem
zunehmenden Problem in Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen
Langzeitpflegeeinrichtungen geworden.

Österreich ist eines der ersten Länder Europas, in dem durch
Clostridium difficile ausgelösten, gefährlichen Darminfektionen,
wirkungsvoll mit einem neuen Antibiotikum der Kampf angesagt werden
kann. In diesen Tagen wird das neue Medikament DIFICLIR(R)
(Fidaxomicin), - ein "medikamentöses Skalpell" - das von Astellas
Pharma auf den Markt gebracht wird, erstmals im klinischen Alltag
eingesetzt.

DIFICLIR(R) ist der erste Vertreter der makrozyklischen
Antibiotika, der spezifisch gegen C. difficile-Bakterien gerichtet
ist und sie abtötet - mit minimalen Auswirkungen auf die Darmflora.
Dificlir(R) bietet eine hohe klinische Heilungsrate sowie eine
signifikant geringere Rückfallquote.

Experten aus der Klinik werden Ihnen Einblicke über die
Problematik und aktuelle Therapiemöglichkeiten bei Infektionen mit C.
difficile geben.

Wir laden Sie daher ein zum:

Kamingespräch Clostridium difficile: "DIFICLIR(R) - anhaltende
Heilung ohne Rückfall"


 Ihre Gesprächspartner sind:
 
 OA Dr. Markus Hell - Krankenhaushygieniker und stv.
 Antibiotikabeauftragter Arzt, Zentrum für Krankenhaushygiene und
 Infektionskontrolle der SALK, Universitätsklinikum Salzburg
 
 Univ.- Doz. Dr. Christoph Wenisch, Abteilungsvorstand der 4. Med.
 Abteilung mit Infektions- und Tropenmedizin im SMZ Süd - Kaiser
 Franz Josef Spital und Präsident der Österreichischen Gesellschaft
 für Infektionskrankheiten
 
 Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
 
 u.A.w.g.

 Datum:   14.6.2012, um 10:00 Uhr
 Ort:     "Die Lobby"
          Löwelstraße 20, 1010 Wien


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OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher

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Jeder 20. Patient erleidet Krankenhausinfektion
« Antwort #21 am: 15. Juli 2012, 20:59 »


Jeder 20. Patient erleidet Krankenhausinfektion

Montag, 2. Juli 2012

dapd

Berlin – Nosokomiale Infektionen sind in deutschen Krankenhäusern seltener als befürchtet. Nach einer repräsentativen Umfrage des Robert-Koch-Instituts im Epidemiologischen Bulletin (2012 26: 239-240) liegt die Prävalenz bei unter 5 Prozent. Sie ist damit vermutlich niedriger als im europäischen Vergleich und in Deutschland nicht höher als in einer früheren Studie aus dem Jahr 1974 – obwohl seither der Antibiotika-Einsatz zugenommen hat.

Die Studie ist Teil einer Erhebung des Europäischen Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention in Stockholm (ECDC). Für Deutschland hatte das Nationale Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen an der Berliner Charité zwischen September und Dezember letzten Jahres Kliniken befragt.

Eine repräsentative Stichprobe von 46 Kliniken mit 9.626 Patienten, ergab, dass 3,33 Prozent der Patienten (95-Prozent-Konfidenzintervall 2,92-3,81) während des aktuellen Krankenhausaufenthaltes eine Infektion erworben hatten. Die Gesamtrate der nosoko­mialen Infektionen betrug 4,52 Prozent (3,95-5,13). Sie umfass auch Infektionen, die Patienten sich andernorts bei medizinischen Maßnahmen, etwa in anderen Krankenhäusern, zugezogen haben.

Laut Brar Piening, Charité, sind die Daten vorläufig. Eine abschließende Auswertung und ein Vergleich mit anderen europäischen Ländern sei derzeit nicht möglich, da die Untersuchung noch nicht in allen Ländern abgeschlossen ist. Der Berichterstatter des Nationalen Referenzzentrums zieht aber einen Vergleich zu der letzten und bisher einzigen nationalen Prävalenzstudie zu nosokomialen Infektionen in Deutschland aus dem Jahr 1994 (DMW 1996; 121: 1281-1287. Die Prävalenz für den aktuellen Klinikaufenthalt lag damals bei 3,46 Prozent (3,06-3,92).

zum Thema

    Epidemiologisches Bulletin
    Pressemitteilung des Robert-Koch-Instituts
    Umfrage aus 1994

Deutsches Ärzteblatt print

    Hygiene: Hysterie in Deutschland

aerzteblatt.de

    Infektionsschutzgesetz beschlossen

Damals und heute waren die Kliniken auch nach dem Einsatz von Antibiotika befragt worden. 1994 hatten 17,7 Prozent aller Patienten in der Klinik Antibiotika erhalten, 2011 waren es 24,07 Prozent. Es könnte deshalb sein, dass die Rate nosokomialer Infektionen trotz eines vermehrten Einsatzes von Antibiotika nicht gestiegen ist. Mit Spannung werden jetzt die Ergebnisse aus den anderen EU-Ländern erwartet.

Mit unter 5 Prozent könnte die Prävalenz in Deutschland im internationalen Vergleich niedrig sein, vermutet Piening. Eine abschließende Bewertung stehe allerdings noch aus. Sie müsse unter anderem berücksichtigen, dass das Durchschnittsalter der Krankenhauspatienten seit 1994 zugenommen (begünstigt nosokomiale Infektionen) und die durchschnittliche Liegedauer abgenommen (spricht eher gegen nosokomiale Infektionen) habe, schreibt Piening.

Am häufigsten waren nosokomiale Infektionen in größeren Krankenhäusern mit über 800 Betten. Die Gesamtprävalenz für Universitätskliniken betrug 6,0 Prozent. Unter den verschiedenen Fachrichtungen wurden die höchsten Prävalenzraten mit 18,6 Prozent bei den Intensivpatienten beobachtet.

Am häufigsten kommt es zu Harnwegsinfektionen (22,4 Prozent), vor postoperativen Wundinfektionen (24,7 Prozent), unteren Atemwegsinfektionen (21,5 Prozent), Clostridium-difficile-Infektionen (CDAD, 6,6 Prozent) und primärer Sepsis (6,0 Prozent). Die häufigsten Erreger waren Escherichia coli (18,4 Prozent), Staphylococcus aureus (13,3 Prozent) und Enterokokken (12,8 Prozent ).

© rme/aerzteblatt.de

Gitti

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Spitäler: MRSA-Infektionen steigen sprunghaft

Verdoppelung der Fallzahl in Universitätskliniken binnen fünf Jahren

Krankenhaus: Resistente Keime verbreiten sich rasend


Chicago/Berlin (pte006/28.07.2012/16:25) - Die Zahl der Infektionen durch Bakterium Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) von Patienten an den US-Universitätskliniken hat sich innerhalb von fünf Jahren verdoppelt. Forscher aus Chicago und Utah haben ermittelt, dass sich 2003 noch 21 von 1.000 Patienten mit MRSA infiziert hatten, während es 2008 bereits 42 von 1.000 waren.

20.000 Todesfälle jährlich

"Wir schätzen, dass sich jährlich etwa 800.000 Menschen mit Krankenhauskeimen anstecken. Etwa 40.000 sterben daran. Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein", sagt Klaus-Dieter Zastrow, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) http://www.dgkh.de , im Gespräch mit pressetext.

Probleme mit der Statistik

Die Zahlen der Infizierten durch MRSA variieren je nach Studie stark. Das Robert-Koch-Institut rechnet etwa mit nur 600.000 Infizierten jährlich. Problematisch ist in vielen Ländern wie etwa auch in den USA, dass Krankenhäuser MRSA-Fälle nicht melden, die keine Auswirkungen auf die Versicherungsleistung des jeweiligen Patienten haben.

Die US-Forscher haben die Patientenakten analysiert und konnten so die tatsächliche Zahl der MRSA-Fälle in jedem Krankenhaus über einen Zeitraum von drei Jahren feststellen. Das Team verglich dann die Versicherungsabrechnungsdaten, um zu sehen, wie viele dieser Fälle tatsächlich aufgenommen wurden. Die Abrechnungsdaten von einem Drittel der Patienten fehlte, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Infection Control and Hospital Epidemiology".

Weltweit wird die Zahl der MRSA-Infizierten über Krankenhauskeime verfälscht - eine Dunkelziffer muss dazu gerechnet werden ..... http://www.pressetext.com/news/20120728006

Abstract der Originalstudie unter http://bit.ly/SXiBZa

(Ende)

Tanja

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Das heißt:
Rund 60.000 Menschen infizieren sich jährlich in Österreich mit Krankenhauskeimen!

 

Jenaer Studie sieht Schätzungen zu Krankenhaus­infektionen bestätigt
Freitag, 30. November 2012
dpa

Jena – Bundesweit infizieren sich jährlich bis zu 600.000 Menschen mit Krankenhaus­keimen: Entsprechende Schätzungen für deutsche Kliniken hat jetzt eine Studie am Uniklinikum Jena bestätigt. Dazu seien über einen Zeitraum von zwölf Monaten Daten von 40.000 Patienten ausgewertet worden, sagte Studienleiter Frank Brunkhorst am Freitag. Dazu zählten unter anderem Informationen zur Antibiotikatherapie oder zur Schwere der Infektion.

In dem Thüringer Krankenhaus wurden den Angaben zufolge in den ersten sechs Monaten bei insgesamt 4,3 Prozent der Patienten Krankenhausinfektionen festgestellt, das sind insgesamt 823 Betroffene. „Damit können wir die bisherigen Experten­schätzungen für deutsche Kliniken bestätigen und erstmals wissenschaftlich untersetzen", erklärte Brunkhorst. Die Auswertung der in den zweiten sechs Monaten erhobenen Daten steht noch aus.
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Von 2013 bis 2015 sollen geeignete Maßnahmen gegen Krankenhausinfektionen getestet werden. Mit abschließenden Ergebnissen werde im Jahr 2015 gerechnet, hieß es. Im Uniklinikum Jena soll die Zahl um ein Fünftel reduziert werden.

Die vom Klinikum durchgeführte Erhebung ist den Angaben zufolge die erste dieser Art

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Im Krankenhaus massiv erkrankt: Infektion!
« Antwort #24 am: 20. März 2013, 23:58 »



20.03.2013
      
   
Programme gegen Infektionen in Krankenhäusern gefordert


In Deutschland erkranken jährlich bis zu 600 000 Patienten an Krankenhauserregern. Die Folgen sind meist ein verlängerter Klinikaufenthalt, verzögerte Heilung und schlimmstenfalls Folgen wie etwa eine Lungenentzündung, die zum Tode führen kann. Studien zeigen, dass sich bis zu 40% der Infektionen vermeiden lassen. Im Rahmen des 119. Internistenkongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) in Wiesbaden diskutieren Experten, wie sich entsprechende Präventionsprogramme landesweit realisieren lassen und warum die Infektionsrate mit multiresistenten Erregern in Deutschland steigt.

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=40218