Autor Thema: Ärzte in Deutschland  (Gelesen 6246 mal)

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Richi

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Ärzte in Deutschland
« am: 28. August 2008, 10:33 »

Regionale Auswertung der KBV-Versichertenbefragung

Brandenburg: Patienten finden Ärzte dufte


27.08.08 - Von Brandenburgs Patienten haben 94 Prozent laut einer Umfrage ein gutes oder sehr gutes Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt. Mit dem Fachwissen der Mediziner seien 95 Prozent der Märker zufrieden. Das vermeldete die dortige KV.

Basis der Meldung der KV Brandenburg (KVBB) ist eine repräsentative Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Wie die KVBB weiter mitteilte, hatte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der KBV von Mai bis Juni 6 114 zufällig ausgewählte Männer und Frauen zwischen 18 und 79 Jahren in Deutschland telefonisch befragt.

Erfreut zu den Umfrageergebnissen äußerte sich der KVBB-Vorsitzende Hans-Joachim Helming. Sie verdeutlichten, wie engagiert die rund 3 200 niedergelassenen Ärzte in Brandenburg ihre Patienten versorgten, hieß es in einer Stellungnahme. Dies gelte trotz chronischer Unterfinanzierung und weit über dem Bundesdurchschnitt liegender Patientenzahlen.

So habe die Hälfte der befragten Brandenburger in der KBV-Umfrage angegeben, gar nicht auf einen Arzttermin gewartet zu haben. Andererseits hätten sich 18 Prozent der märkischen Patienten bis zu drei Wochen oder länger gedulden müssen.

Fast die Hälfte der Befragten habe über gestiegene Ausgaben für die medizinische Versorgung und höhere Krankenkassenbeiträge geklagt, ergab die Befragung. Im Gegenzug meinte lediglich ein Prozent, durch die jüngste Gesundheitsreform habe sich die Qualität der medizinischen Versorgung verbessert. Die überwiegende Mehrheit von 81 Prozent bemerkte keine Veränderung; für 13 Prozent verschlechterte sie sich sogar.

Weitere Informationen: www.kvbb.de


Dietmar E.

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Re: Ärzte in Deutschland
« Antwort #1 am: 15. Oktober 2008, 14:01 »

Pal Dragos - Das Ende der Hausärzte?

Ist es bald mit den Hausärzten vorbei? Diese Frage wird in der heutigen medizinischen Versorgung immer häufiger diskutiert. Werden die Versicherten aus Kostengründen bald den „guten alten Hausarzt“, der über Generationen eine Familie begleiten konnte, vermissen müssen?

Oberflächlich betrachtet sind es in erster Linie finanzielle Gründe, die zur Aufgabe der hausärztlichen Praxen führen. Stattdessen entstehen mehr medizinische Zentren und die medizinische Versorgung wird immer mehr zentralisiert, aber damit auch delokalisiert. Der digitaler Kapitalismus (Martin Papapol) forciert immer stärker die Zunahme der Rentabilität bei der Erbringung von medizinischen Leistungen. Was die technischen Leistungen betrifft, lassen sich solche medizinischen Leistungen in einem Ärztezentrum besser organisieren und auch kostengünstiger erbringen.

Lässt sich jedoch die Medizin nur auf die Technik reduzieren? Und wovon sollen die Hausärzte in der Zukunft leben, wenn sie ihr Einkommen bisher überwiegend auch aus der Erbringung von technischen Leistungen realisiert haben?

Die Problematik hat aber auch eine tiefere Sicht, auf die ich hier aufmerksam machen möchte. Der Begriff des Hausarztes setzt nicht nur einen Arzt sondern auch ein „Haus“ voraus. Das Wort „Haus“ brachte eine bestimmte, bürgerliche Gesellschaftsordnung mit ihren Subjekten symbolisch zum Ausdruck. Man muss heute die radikale Änderung der Gesellschaft wahrnehmen. Der gesellschaftliche Konsens über einen bestimmten Umgang mit dem eigenen Körper und damit auch die so genannte Über-Ich-Bildung fallen weg. Die Familien befinden sich in einem Zerfallsprozess. Die Reproduktion der Subjektbildung fällt immer schwerer. Die Verhärtung oder die Auflösung der Subjekte ist auf der Tagesordnung. „Jeder ist der Schmied seiner eigenen Sucht!“

Die Voraussetzungen für die gesellschaftliche Einbettung des alten hausärztlichen Dienstes sind weggefallen. Wir leben in dieser Hinsicht in einer Übergangszeit. Für die Strategie, nur das „Alte“ zurückhaben zu wollen, koste es, was es wolle, lässt sich gut prognostizieren: Es wird so viel „kosten wollen“, dass es niemand mehr bezahlen will. Es wäre besser darüber nachzudenken, was man in der Zukunft wirklich will.

Weitere Informationen zur Entwicklung des Subjekts und der Medizin siehe auch Dr. Pal Dragos: Die Zukunft der Homöopathie II - Die Metamorphose des Subjekts, 2008, Norderstedt
www.wachstumstrend.de
Leseproben: www.pal-dragos.de

Wachstumstrend Forschungsinstitut und Verlags-GmbH
Lindenschmitstrasse 35
81371 München
Tel.: 089-74663082

www.wachstumstrend.de

Die Strukturationstheorie basiert auf dem Verständnis der Struktur lebendiger Systeme. Sie berücksichtigt die Erkenntnisse der Leibphilosophie und setzt sich kritisch mit der Theologie aus der Sicht des Leibverständnisses auseinander. Die Strukturationsforschung fühlt sich der Interdisziplinarität verpflichtet.

Das Institut wird von Pal Dragos, Dr./Med. Univ. Budapest, M.A., Dipl. Soz., Dr. phil., MBA Univ. Cardiff (akademische Titel in der Reihefolge des Erwerbs) geleitet.
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Ärzte bzw. Online-Arztauskunft in Deutschland
« Antwort #2 am: 05. November 2008, 22:59 »
KV und Kassen in Hessen hochzufrieden mit Nutzung

Arztauskunft sticht private Portale aus

05.11.08 - Riesen-Zuspruch für die Online-Arztauskunft von KV und Kammer in Niedersachsen: 20.000 Zugriffe zählen die Betreiber jeden Tag, im Monat sind es über 600.000. Damit verzeichnet allein dieses Landesportal doppelt so viel Verkehr wie das größte private Arzt-Bewertungsportal.

Erst letzte Woche hatte der private Betreiber DocInsider Zahlen veröffentlicht. Im Monat nutzen demnach 300.000 Besucher die Plattform, auf der man Ärzte finden, sich über sie informieren und sie auch bewerten kann. Nach eigenen Angaben ist DocInsider damit " der größte Anbieter im Segment Arztbewertungsportale".

Gegen die offiziösen Angebote von Kammern und KVen haben die viel kritisierten privaten Angebote aber offenbar noch nichts zu melden. Die niedersächsischen Ärzte veröffentlichten nun Klickzahlen zu ihrem Service, nach denen allein im Oktober 619.662 Zugriffe gezählt wurden. Wohlgemerkt: DocInsider agiert in ganz Deutschland, nicht nur in einem Bundesland.
Körperschaften garantieren für gesicherte Qualität

Keiner der beiden Anbieter machte nähere Angaben zum statistischen Hintergrund des Zahlenmaterials - aber selbst im günstigsten Fall sieht das private Portal im Vergleich ganz schön alt aus. Für die niedersächsischen Partner kein Wunder: "Den Erfolg dieses Internet-Dienstes garantieren qualitätsgesicherte Angaben", da sind sie sich sicher.

Die Daten der rund 13.600 in Niedersachsen niedergelassenen Ärzte sowie der mehr als 1.300 Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- beziehungsweise Jugendlichenpsychotherapeuten werden wöchentlich aktualisiert. Kammer und KV achten peinlichst genau darauf, dass das ärztliche Berufsrecht und die datenschutzrechtlichen Erfordernisse gewahrt werden.
Ärzte sind skeptisch gegenüber Laienbewertungen

Internetnutzer können einen Arzt oder Psychotherapeuten anhand von Rubriken wie Name, Ort, Fachgebiet oder Sprechstundenzeiten suchen. Hat die Praxis eine eigene Homepage, ist diese über einen Link zugänglich. Bewertungen können Patienten nicht hinterlassen: Nach einhelliger Ansicht der Ärzte in Deutschland birgt diese Möglichkeit die Gefahr, dass der Ruf einzelner Kollegen durch medizinisch unqualifizierte Urteile geschädigt wird.

KVN / DocInsider / chy

http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_politik_patient_bewertungsportal_122589626848.htm

Alle Artikel zum Stichwort:
Bewertungsportal
KV Niedersachsen
Patienten

http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_politik_patient_bewertungsportal_122589626848.htm

Verwandte Artikel:
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"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Josef

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Ärzte in Deutschland zu wenig "aufopfernd"
« Antwort #3 am: 18. November 2008, 22:50 »
18.11.2008
   
Gesundheitspolitik   
   
   Experten: Deutschlands Ärzte haben am wenigsten Zeit für Patienten

Deutschlands Ärzte haben einer neuen Studie zufolge europaweit am wenigsten Zeit für ihre Patienten. Die ärztlichen Sprechstunden seien in der Bundesrepublik pro Patient um 30 Prozent kürzer als im europäischen Durchschnitt, teilte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) am Dienstag in Köln mit. Dennoch hätten deutsche Ärzte längere Arbeitszeiten als der europäische Durchschnitt. Auch seien die Preise für Medikamente die höchsten in Europa.

............ http://www.journalmed.de/newsview.php?id=23670
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Evi

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Re: Ärzte in Deutschland
« Antwort #4 am: 21. November 2008, 00:38 »
20.11.2008
   
Gesundheitspolitik   
   
   Ärzte warnen: In zehn Jahren bis zu 17 000 Stellen unbesetzt

Kliniken in Geldnot, überlastete Ärzte, Nachwuchsmangel: Ein düsteres Bild der Zustände im deutschen Gesundheitswesen haben Spitzenvertreter der Krankenhausmitarbeiter am Mittwoch in Düsseldorf gezeichnet. «Damit kann man keine Zukunft aufbauen», sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Rudolf Kösters, zum Auftakt des 31. Deutschen Krankenhaustages. In zehn Jahren könnten bundesweit bis zu 17 000 Ärzte fehlen, ergänzte der Verband der Krankenhausärzte.
http://www.journalmed.de/newsview.php?id=23689

Josef

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Nachdenkliche Ärzte in Deutschland (und Österreich!)
« Antwort #5 am: 06. März 2009, 15:50 »
Berufspolitischer Aschermittwoch: Ärzte in Sorge um die Behandlungsqualität

Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein bittet die Bevölkerung im Rheinland um Verständnis für den berufspolitischen Aschermittwoch 2009. Morgen werden viele Praxen im Rheinland geschlossen bleiben, weil Ärztinnen und Ärzte über die Auswirkungen der Neuordnung der vertragsärztlichen Vergütung informieren wollen.

„Der Prostest der Kolleginnen und Kollegen ist auch im Interesse der Patientinnen und Patienten. Er ist genährt von der Sorge um die Behandlungsqualität im Rheinland“, erläutert Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender der KV Nordrhein. Zugleich betonte Hansen, dass durch kollegiale Notdienste die Versorgung im Lande gesichert sei.

Anlass für den Protest der rheinischen Ärzte ist, dass seit dem 1. Januar 2009 für die Patienten im Rheinland deutlich weniger Geld  zur Verfügung steht als in anderen Teilen Deutschlands. „Es ist eine eklatante Benachteiligung, wenn in Nordrhein im Jahr  339 Euro  für die gesamte ambulante medizinische Behandlung  zu Verfügung stehen, in Hamburg aber 415 Euro, in Bremen 412 oder in Berlin 406“, so Hansen.

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=24798
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Gitti

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Ärzte in Deutschland: Verweigerung der Behandlung rechtens?
« Antwort #6 am: 27. März 2009, 10:47 »
Müssen Ärzte jeden behandeln?

Dürfen Ärzte Patienten aus der Praxis wieder unbehandelt nach Hause schicken? Diese Frage wird derzeit heftig diskutiert. Grund sind Protestaktionen zahlreiche Mediziner, die mit der seit Januar geltenden Honorarreform unzufrieden sind. Zwar erhalten die 140.000 niedergelassenen Ärzte insgesamt drei Milliarden Euro und damit zehn Prozent mehr Geld aus Beiträgen der gesetzlich Krankenversicherten.


Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hat strenge Sanktionen, bis hin zum Entzug der Kassenzulassung angedroht, wenn Ärzte den Streit auf dem Rücken der Patienten austragen. Doch müssen die niedergelassenen Ärzte jeden Patienten, der in die Praxis kommt, auch behandeln?  Dies fragten wir die Frankfurter Fachanwältin für Medizinrecht Dr. Karin Hahne.

Frau Dr. Hahne, sind Ärzte verpflichtet, alle Menschen, die in die Praxis kommen, auch zu behandeln? Unter welchen Umständen darf ein Arzt die Behandlung verweigern?

Dr. Karin Hahne: Grundsätzlich muss der zugelassene Vertragsarzt GKV-Patienten, die seine Praxis aufsuchen, auch behandeln. Eine Grenze bilden die natürlichen Ressourcen des Arztes: Sitzen bereits so viele Patienten in seiner Praxis, dass er sich dem Einzelnen nicht mehr mit der notwendige Sorgfalt zuwenden kann, darf er die Annahme neuer Patienten - außer im Notfall - verweigern.

Darf ein Arzt die Behandlung eines GKV-Patienten ablehnen, weil er die GKV-Vergütung für nicht mehr ausreichend hält, und ihm stattdessen die Behandlung gegen Bezahlung als Privatpatient anbieten?

Dr. Karin Hahne: Das Bundessozialgericht (BSG) hat 2001 entschieden, dass eine aus Sicht des Arztes unzureichende Vergütung kein Grund ist,  die Behandlung von GKV-Patienten abzulehnen oder nur noch privat anzubieten. Die Begründung war allerdings, dass die GKV-Abrechnung eine Mischkalkulation sei und dass sich einzelne eventuell unterbezahlte Leistungen durch andere kompensieren ließen, so dass immer noch ein ausreichender Anreiz bestünde, im GKV-System tätig zu sein.

Wie dies heute vom Bundessozialgericht beurteilt würde, wäre angesichts der Regelleistungsvolumina, die nahezu alle Leistungen einbeziehen und tatsächlich zu erheblichen finanziellen Schieflagen in den Praxen führen, äußerst interessant. Solange aber es aber kein anders lautendes Urteil des BSG gibt,  muss der Arzt mit Repressalien von Kasse und KV rechnen, wenn er aus Kostengründen Behandlungen verweigert.

Gibt es bei der Pflicht zur Behandlung Unterschiede zwischen Kassen- und Privatpatienten?

Dr. Karin Hahne: Bei Privatpatienten gibt es - außer in Notfällen - überhaupt keine Behandlungspflicht des Arztes; hier kann er frei entscheiden, den Behandlungsvertrag abzuschließen oder nicht.

Was können Patienten tun, die abgewiesen werden, aber dringend auf Behandlung angewiesen sind?

Dr. Karin Hahne:  Im Notfall wird kein Arzt die Behandlung verweigern. Falls Patienten abgewiesen werden, können sie sich an ihre Kasse oder an die Kassenärztliche Vereinigung wenden.

Und wie steht es um die Vorauszahlungen? Wann dürfen Vertragsärzte von GKV-Versicherte solche Vorauszahlung verlangen?

Dr. Karin Hahne:  Außer den zehn Euro Praxisgebühr dürften Ärzte von Kassenpatienten überhaupt keine Zahlung verlangen. Legt der Patient bei Behandlungsbeginn seine Chipkarte nicht vor und reicht er diese auch nicht innerhalb von zehn Tagen nach, darf der Arzt allerdings privat liquidieren.

Quelle: Merck

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Ärztemangel in Deutschland - Abwerbungen in Österreich?
« Antwort #7 am: 12. Juni 2013, 20:52 »



Sachsen: Land und Kassen kämpfen gegen Ärztemangel

Montag, 10. Juni 2013

dpa

Dresden – Sachsen kämpft seit Jahren gegen Ärztemangel. „Der droht nicht, er ist schon da“, sagte der Sprecher der Landesärztekammer, Knut Köhler. Sozialministerin Christine Clauß (CDU) sieht dabei in der ambulanten ärztlichen Versorgung die größte Herausforderung. Es gehe nicht nur um die älter werdenden Patienten, sondern auch um die Ärzte. „Viele gehen in den Ruhestand, und Nachbesetzungen sind schwierig.“ Schon jetzt fehlen Haus- und Fachärzte, vor allem in Nordsachsen, der Oberlausitz und in Teilen des Erzgebirges, das Durchschnittsalter niedergelassener Ärzte liegt bei 51 Jahren.

Auch in Kliniken können Arztstellen nicht oder nur zögerlich besetzt werden. Sachsen wirbt daher im Ausland, auch weil der Nachwuchs längst nicht mehr ausreicht und zu wenig junge Ärzte ambulant arbeiten wollen – schon gar nicht auf dem Land. Seit geraumer Zeit werden zudem Übernahme und Neugründung einer Praxis in Regionen ebenso gefördert wie dort tätige Ärzte und die Ausbildung von Medizinern. Studierende bekommen Beihilfen, wenn sie sich im Gegenzug etwa verpflichten, sich später als Hausärzte in unterversorgten Gebieten niederzulassen.

aerzteblatt.de

    Pro und Contra zur Finanzierung von Studienplätzen im Ausland
    Kammer Niedersachsen fordert mehr Hilfe im Kampf gegen Ärztemangel
    Ministerin Tack: Ärzte im ÖGD in den Tarifvertrag für Ärzte aufnehmen
    Nachwuchskampagne der KV Schleswig-Holstein wird mobil

Auch in Kliniken müssten 300 Stellen nachbesetzt werden, sagte Ärztekammer-Sprecher Köhler. Vielerorts vor allem auf dem Land sicherten bereits ausländische Mediziner die klinische Versorgung. Der Staat fördere Integrationskurse für die Ärzte, die vor allem aus Osteuropa kommen: Tschechien, Polen, Ungarn und Slowakei. Der Ausländeranteil unter den berufstätigen Medizinern liegt bei neun Prozent. Ihre Zahl hat sich seit 2007 bis Ende 2012 fast verdoppelt – auf 1.821 Ärzte aus 86 Nationen – von Afghanistan bis Zypern.

Trend zu angestellten Ärzten
Bedenklich sei zudem .......... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/54715