Autor Thema: Selbstmord: Alle 47 Minuten bringt sich in Deutschland ein Mensch um  (Gelesen 8661 mal)

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Evi

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Das wäre dann wohl in Österreich alle 10 Stunden der Fall.

BAYREUTH (dpa). Alle 47 Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch durch Selbsttötung. Die Zahl der Suizidtoten lag zwar nach Angaben der Selbsthilfeorganisation "Angehörige um Suizid" (AGUS) im vergangenen Jahr mit 9402 zum zweiten Mal in Folge unter der Marke von 10 000. Damit sterben mehr Menschen in Deutschland durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Drogenmissbrauch, Mord, Totschlag und Aids zusammen.

Das berichtete der Leiter des Referats Suizidologie bei der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde, Manfred Wolfersdorf, am Dienstag in Bayreuth. Die Zahl der Selbstmordversuche schätzt der Chef des Bezirkskrankenhauses Bayreuth auf mehr als 100 000 pro Jahr.

Ursachen für die rückläufige Suizidrate seien die zunehmende Zahl von Kriseninterventionseinrichtungen wie der Telefonseelsorge, eine bessere Aus- und Weiterbildung der Ärzte und der verstärkte Einsatz von Antidepressiva, sagte Wolfersdorf im Vorfeld des Weltsuizidpräventionstages am 10. September.
AGUS kümmert sich bundesweit um Angehörige von Suizidtoten

AGUS ist nach Angaben von Bundesgeschäftsführerin Elisabeth Brockmann der einzige bundesweit tätige Verband, der sich um die Angehörigen von Suizidtoten kümmert. Nach ihren Angaben leiden bundesweit mehr als 600 000 Menschen an den langfristigen Folgen der Selbsttötung eines nahen Angehörigen. "Diese Todesart stellt das eigene Leben weitaus stärker infrage als jede andere Todesart", sagte sie.

Die "Angehörigen um Suizid" fordern deshalb neben einer Enttabuisierung dieser Todesart und besserer Prävention vor allem flächendeckende Hilfsangebote für Suizidtrauernde und suizidgefährdete Menschen. Da auch viele Kinder und Jugendliche von der Selbsttötung eines nahen Verwandten betroffen sind, müsse die besondere Problematik auch in den Schulen in Zusammenhang mit dem Thema Tod und Trauer behandelt werden. Brockmann appellierte zudem an die Medien, verantwortungsbewusster mit dem Thema Suizid umzugehen und den falschen Begriff Selbstmord nicht zu verwenden.

Erste Anlaufstelle für Menschen in einem psychischen Ausnahmezustand ist die Telefonseelsorge. Unter der bundesweit einheitlichen Telefonnummer 0800 - 111 0 111 bieten geschulte ehrenamtliche Helfer rund um die Uhr eine kostenlose und anonyme Hilfestellung an.
Drei Viertel der Suizidtoten in Deutschland sind Männer

Laut Wolfersdorf sind drei Viertel der Suizidtoten in Deutschland Männer. Die Suizidrate steigt mit zunehmendem Alter. Frauen neigen Studien zufolge deutlich mehr zu Selbstmordversuchen als Männer. "Das Tragische bei suizidgefährdeten Menschen ist, dass sie eigentlich am Leben bleiben wollen, dafür aber bereit sind, das eigene Leben einzusetzen", sagte der Leiter der Arbeitsgemeinschaft zur Erforschung suizidalen Verhaltens der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

www.welttag-suizidpraevention.de www.agus-selbsthilfe.de

www.suizidprophylaxe.de

Werner

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Krebs und Suizid (Selbstmord)
« Antwort #1 am: 18. Januar 2009, 16:59 »

Krebs-Patienten und Suizid, 2008

Ist Suizid eine der Spätfolgen von Krebs?: Selbst Patienten in Remission (Besserung der Krankheitssymptome nach Therapie) können hochgradig Suizid gefährdet sein. Anders ausgedrückt können Selbstmordgedanken auch die Patienten, die Krebs überstanden haben, auch nach Jahren plagen.

Krebspatienten haben höhere Suizidraten als die allgemeine Bevölkerung. Dies wurde bisher dahingehend interpretiert, dass Menschen mit unheilbarer Krankheit große Schwierigkeiten haben, damit psychisch fertig zu werden.

Drei aktuelle Studien http://www.medknowledge.de/abstract/med/med2008/12-2008-27-krebs-suizid.htm