Autor Thema: Nierenkrebs, neue Therapien (nur für Ärzte)  (Gelesen 7511 mal)

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Werner

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Nierenkrebs, neue Therapien (nur für Ärzte)
« am: 07. September 2008, 23:55 »

Das interdisziplinäre DKG-Expertengespräch
Aktuelle Aspekte wichtiger Tumorentitäten beleuchtet und zusammengefasst von unseren Experten.

Metastasiertes Nierenzellkarzinom – Update 2008

11 Fragen – 11 Thesen

zu neuen Substanzen in der systemischen Therapie

Experten: Prof. Dr. Bergmann (Frankfurt), Frau Prof. Dr. Jäger (Frankfurt), Prof. Dr. Jakse (Aachen),
Prof. Dr. Keilholz (Berlin), Prof. Dr. Miller (Berlin), Prof. Dr. Wirth (Dresden)

Erst vor kurzem kam es zu einem Paradigmenwechsel in der Therapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms: Der langjährige Einsatz von Zytokinen rückte in den Hintergrund, neue zielgerichtete Substanzen wie Sunitinib, Sorafenib und Temsirolimus sind vielversprechende Therapieoptionen. Erste Erfahrungen aus Expanded-Access-Programmen untermauern mittlerweile auch die Studienergebnisse und bieten Orientierung für Ihren Praxisalltag. Hören Sie, was Experten empfehlen.

zur Aufzeichnung des Gespräches

http://www.krebsgesellschaft.de/arzt_dkg_expertengespraech,81206.html



hilde

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Nierenkrebs, Kryotherapie - Kaeltekammerneue! Derzeit noch als Video
« Antwort #1 am: 22. Dezember 2009, 21:28 »
http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/gesundheit/gesundheit-medizin-kryotherapie-kaeltekammer-ID1229435792350.xml


Kryotherapie Mit Kälte heilen

Minus 110 °C - und das nur leicht bekleidet? Das überlebt niemand! Schon richtig, aber für wenige Minuten kann es Balsam für schmerzgeplagte Patienten sein. Kälte war schon im alten Ägypten ein Mittel, um Schmerzen zu lindern.

Von Hans-Peter Klinke
Stand: 20.12.2009
Tür einer Kältekammer, Personen in einer Kältekammer

Bereits die alten Ägypter nutzten Eis zur Linderung von Schmerzen. Das war vielleicht der Anfang der Kältebehandlung, der sogenannten Kryotherapie. Auch Pfarrer Sebastian Kneipp setzte mit seiner Hydrotherapie (eine der fünf Behandlungssäulen) auf Kälte. Der kalte Guss, das Armbad oder Bewegungsübungen im Wassertretbecken sind fester Bestandteil seiner Heillehre.

Zu den bekanntesten Hausmitteln zählen Eispackungen, kalte Wickel oder Eisspray zum Beispiel bei Sportverletzungen. Die Kryotherapie hat ein breites Wirkungsspektrum. Ob krankhafte Veränderungen der Haut oder entzündliche Gelenkerkrankungen, Kälte kann helfen – selbst bei Tumorerkrankungen der Niere und der Prostata.
Ganzkörper-Kältetherapie
Zur Heilung in die Kältekammer

Bildunterschrift: Zur Heilung in die Kältekammer

Das Krankenhaus Neuwittelsbach bei München verfügt als einzige Klinik im Großraum München über eine Kältekammer. Aber auch in Bad Füssing und Bad Aibling kann die Ganzkörper-Kältetherapie durchgeführt werden.
Behandlungsablauf

Zunächst betritt der Patient in Badekleidung (Mund, Ohren, Hände und Füße sind kältegeschützt!) eine Vorkammer der Kältekammer. Hier verbleibt der Patient bei einer Temperatur von circa minus 60° C fünfzehn Sekunden. Nach Aufforderung durch den Therapeuten geht es dann in die eigentliche Therapiekammer. Temperatur hier: minus 110° C. Maximal drei Minuten beträgt die Verweildauer. Dabei bewegt sich der Patient zu rhythmischer Musik.
Bei welchen Erkrankungen wird die Kältetherapie empfohlen?

    * Bei entzündlichen Gelenkerkrankungen, zum Beispiel bei akuten Schüben der chronischen Polyarthritis.
    * Bei chronischen Schmerzen im Rahmen von Arthrosen bzw. auch im Spätstadium einer chronischen Polyarthritis.
    * Bei schmerzhaften, insbesondere entzündlichen Rückenschmerzen, wie zum Beispiel Morbus Bechterew.
    * Bei akuten und chronischen Entzündungen der Sehnenscheiden.
    * Postoperativ nach orthopädischen Operationen mit starker lokaler Schwellung oder Schmerzzuständen, zum Beispiel nach künstlichem Gelenkersatz.
    * Zur Schmerzlinderung bei weichteilrheumatischen Erkrankungen zum Beispiel Fibromyalgie.
    * Bei bestimmten entzündlichen Hauterkrankungen, zum Beispiel Neurodermitis oder Psoriasis.
    * Bei akuten Rückenschmerzen im Rahmen von Lumbalgien.

 (Quelle: Krankenhaus Neuwittelsbach)

Patienten berichten, dass bereits dreißig Sekunden nach Betreten der Kältekammer eine Besserung der Beschwerden eintritt. Die Schmerzlinderung hält bis zu sechs Stunden an. Nach Ende der Kältetherapie sollten die Patienten eine krankengymnastische Behandlung wahrnehmen, um die schmerzstillende Wirkung der Kältebehandlung zu nutzen.
Kryotherapie in der Dermatologie

Zur Behandlung von Dornwarzen, zum Beispiel auf der Fußsohle, nutzt der Hautarzt den therapeutischen Vereisungseffekt von flüssigem Stickstoff bei minus 196° C.

Auch Hauttumore im Anfangsstadium lassen sich mit Kälte aus der Sprühflasche behandeln, zum Beispiel die Basalzellkarzinome. Die Behandlung kann mehrfach wiederholt werden und vermeidet chirurgische Schnitte in die Haut.
Kryotherapie in der Urologie

Seit mehreren Jahren wird in der Urologischen Klinik und Poliklinik des Klinikums Großhadern die Entfernung von Nierentumoren mit minimal-invasiven Operationstechniken durchgeführt. Je nach Größe und Lage des Tumors kann dieser mittels Schlüsselloch-Chirurgie (Laparoskopie) entfernt werden, wobei das gesunde Nierengewebe erhalten werden kann.
Schematische Darstellung einer Niere

Bildunterschrift: Schematische Darstellung einer Niere

Bereits seit dem Jahr 2006 werden im Münchner LMU-Klinikum minimal-invasive Nierenentfernungen bzw. –teilentfernungen durchgeführt. Mittels Kryotherapie kann der Nierentumor zerstört werden. Die Kryotherapie stellt eine relativ neue Behandlungsmethode dar, die bei Patienten mit kleinen Nierentumoren bis zu einer Größe von vier Zentimetern und schweren Begleiterkrankungen eine gute Therapiealternative zur klassischen operativen Therapie darstellt. Abhängig von der Größe werden die Tumore mit Hilfe von 1,47 mm dünnen Kryosonden unter Verwendung von Argongas gekühlt. Die Behandlungsdauer beträgt zweimal zehn Minuten bei minus 60° C – 70° C. Dazwischen wird mit Helium wieder über 0° C erwärmt, wodurch eine komplette Zell- und Tumorzerstörung erreicht wird. Der Eingriff wird videoendoskopisch durchgeführt, d. h. über drei oder vier, maximal zehn Millimeter lange Schnitte wird der Nierentumor mit Hilfe von Instrumenten und einer Kamera dargestellt und präpariert. Danach werden die Kryosonden unter direkter Sicht – und endoskopischer Ultraschallkontrolle ganz gezielt in den Tumor eingebracht.

Im Vergleich zur klassischen Nierentumor-Operation ist die Kryobehandlung mit weniger operativen Risiken verbunden. Die publizierten kurz – und mittelfristigen Studienresultate zur Kryotherapie sind sehr viel versprechend.
Vereisung der Prostata

Schon länger wird die Kryotherapie zur Behandlung von Prostata-Krebs eingesetzt. Die Methode kommt zur Anwendung, wenn der Tumor noch keine Tochterzellen ausgestreut hat. Die Therapie nutzt die Temperaturempfindlichkeit der Zellen. Zum Einfrieren wird hoch komprimiertes (300 bar) Argon in Kryosonden geleitet. Für das Auftauen wird Helium eingesetzt. Beim Vereisen der kranken Prostata entstehen Eiskristalle, die zerstörend auf die Zellorganellen wirken. Beim Tauen werden die Zellen – vereinfacht gesagt – regelrecht aufgepumpt, was zum Platzen der (Krebs-)Zelle führt. Aber auch andere komplexe Mechanismen begleiten den Zelltod durch Kryotherapie.

Für den Patienten gilt es nun, im Gespräch mit seinem Urologen herauszufinden, welche Methode die beste Heilungschance bei möglichst geringen Nebenwirkungen aufweist. Denn die Kliniken bieten heute ein reichhaltiges Arsenal im Kampf gegen den Prostata-Krebs: Operation, Bestrahlung, Vereisung und Hitzebehandlung.
Behandlungen:
Kryotherapie der Prostata

Klinik für Urologie und Kinderurologie im Krankenhaus Nordwest in Frankfurt/Main Ansprechpartner OA Dr. med. U. K. F. Witzsch.

VIDEO: http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/gesundheit/gesundheit-kaelte-video-ID1229511915791.xml

admin

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Nierenkrebs: Kein neuer Durchbruch
« Antwort #2 am: 28. Februar 2010, 02:00 »

http://www.uro.at/dynasite.cfm?dsmid=77679&dspaid=827289

ASCO Update: Nierenzellkarzinom- Kein neuer Durchbruch

Wie bereits im vergangenen Jahr gab Univ.-Prof. Dr. Manuela Schmidinger von der Klinischen Abteilung für Onkologie der Universitätsklinik für Innere Medizin I, Wien, im Rahmen einer Post-ASCO-Veranstaltung eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse, die auf dem ASCO in puncto Nierenzellkarzinom präsentiert wurden. Erwartet wurden vor allem Studienergebnisse zu den Überlebensdaten von Erstlinientherapien; zu neuen Wirkstoffen, bei denen eine Zulassung absehbar ist; zu neuen Einsatzgebieten etablierter Therapien und zum eventuellen Durchbruch neuer Kombinationen.

Überlebensdaten von Erstlinientherapien

Ausgangspunkt vor ASCO 2009 waren drei Erstlinientherapien, die alle der Monotherapie mit Interferon-alpha überlegen sind: Sunitinib, Bevacizumab plus Interferonalpha sowie Temsirolimus. Gesamtüberleben, Ansprechrate und progressionsfreies Überleben bei Patienten mit metastasierendem Nierenzellkarzinom unter der Kombination Bevacizumab/Interferon-alpha als First-line- Therapie standen im Mittelpunkt der AVOREN-Studie. „Allzu hoch waren die Erwartungen an die Überlebensdaten nicht, obwohl sie den primären Endpunkt der Studie darstellen“, schränkte Schmidinger ein. „Man muss aber bedenken, dass ein Großteil der Patienten in der Folge hochaktive Substanzen bekommen hat. Einerseits, weil die Möglichkeit eines Cross-over bestand, andererseits, weil die Patienten auch ohne Cross-over natürlich im Anschluss die Möglichkeit hatten, Sunitinib, Sorafenib oder einen anderen Wirkstoff zu erhalten.“ Dementsprechend sei es nicht überraschend, dass die Daten zum Gesamtüberleben keinen signifikanten Vorteil für den Bevacizumab/ Interferon-alpha-Arm gegenüber dem Interferon- alpha/Plazeboarm aufweisen. Als interessant bezeichnete Schmidinger, dass sich in der Wirksamkeit der Kombinationstherapie auch bei Reduktion der Interferon-Dosis kein signifikanter Unterschied zeigte. „Das ist eine große Erleichterung, da wir die beträchtlichen Nebenwirkungen, die bei 60 Prozent der Patienten auftraten, durch eine Reduktion der Interferon-Dosis in den Griff bekommen können, ohne dafür die Wirksamkeit der Therapie aufs Spiel setzen zu müssen“, so Schmidinger. Damit gibt es nun für alle drei Erstlinientherapien klare Überlebensdaten: 26,4 Monate für Sunitinib, 23,3 Monate für Bevacizumab plus Interferon-alpha und 10,9 Monate für Temsirolimus, wobei die Temsirolimus-Patientenklientel a priori die schlechteste Prognose hat. Starke regionale Unterschiede gab es bei den Post-Studien- Therapien: Während die Patienten des Kombinationsarms in Westeuropa zu 29 Prozent Sunitinib und zu 28 Prozent Sorafenib erhielten, waren es in Osteuropa nur 21 bzw. sechs Prozent. Im Plazeboarm profitierten in Westeuropa nach der Studie 36 Prozent von Sunitinib und 27 Prozent von Sorafenib; in Osteuropa lediglich 19 bzw. ein Prozent. „Es erstaunt also nicht, dass das Gesamtüberleben der Patienten in Westeuropa höher war als das jener in Osteuropa“, berichtet Schmidinger. „Besonders deutlich zeigt sich das im Plazeboarm mit 23,7 versus 17,1 Monaten.“ Als besonders bemerkenswert bezeichnet Schmidinger die Tatsache, dass man beim metastasierten Nierenzellkarzinom mittlerweile von einem initialen Gesamtüberleben von 15 Monaten ausgehend in kürzester Zeit zu einer Überlebenszeit von fast vier Jahren gelangt sei – dank der Fülle von Therapien und der Möglichkeit, sie sequenziell einzusetzen. „Die optimale Sequenz muss aber erst durch prospektive Studien geprüft werden.“

Neue First-line-Therapie: Pazopanib

Pazopanib, ein oraler Angiogenesehemmer mit den Targets VEGFR, PDGFR und c-Kit, wurde in einer Multicenter- Phase-III-Studie geprüft, nachdem er sich in Phase II bereits als klinisch effektiv beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom gezeigt hatte. Die Patientenpopulation war insofern gemischt, als es sich sowohl um therapienaive Patienten handeln durfte als auch solche, bei denen bereits eine Zytokin-Therapie fehlgeschlagen hatte. Die Patienten wurden in einem Zwei-zueins- Setting randomisiert in einen Pazopanib- und einen Plazeboarm; wobei das Studiendesign First line vs. Plazebo von Experten durchaus kritisch bewertet wurde. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben, sekundäre Endpunkte Gesamtüberleben, Gesamtansprechrate, Response- Dauer, Sicherheit und Lebensqualität. Die Response-Raten im Pazopanib-Arm betrugen insgesamt 30 Prozent, wobei das Ansprechen bei den behandlungsnaiven etwas besser war als bei den vorbehandelten Patienten; im Plazeboarm waren es drei Prozent. Die Response- Dauer betrug 59 Wochen. „Die Patienten im Pazopanib-Arm kamen auf ein progressionsfreies medianes Überleben von 9,2 Monaten, die im Plazeboarm auf 4,2 Monate“, so Schmidinger. „Bei den therapienaiven Patienten war der Unterschied mit 11,1 versus 2,8 Monaten und einer Hazard Ratio von 0,40 noch signifikanter.“ Die Overall-Survival-Daten sind noch nicht erreicht, derzeit läuft die Studie 21 Monate. Die Nebenwirkungen unter Pazopanib waren minimal, was sich sehr positiv auf die Lebensqualität ausgewirkte, in dieser Hinsicht wurde kein Unterschied zwischen der Pazopanibund der Plazebogruppe festgestellt. „Wir haben also bald vier First-line-Therapien, wenn wir nicht überkritisch sind und uns an der gemischten Studienpopulation stören“, stellte Schmidinger fest.

Zoledronsäure auch beim Nierenzellkarzinom

In einer kleinen, aber aussagekräftigen deutschen Studie wurde der Effekt von Zoledronsäure auf ossäre Metastasen beim Nierenzellkarzinom erhoben. Primärer Endpunkt der Studie war der Anteil der Patienten, die innerhalb von zwölf Monaten einen oder mehr Skelett-Events (Fraktur, spinale Kompression, Bedarf an orthopädisch-/neurochirurgischer Intervention, tumorbedingte Hyperkalzämie) aufwiesen. Die Patienten der Zoledronsäure-Gruppe erhielten den Wirkstoff über ein Jahr hinweg alle drei Wochen. „Es zeigte sich, dass nur bei 29 Prozent der Patienten ein Skelett-Event auftrat, im Vergleich zu über 70 Prozent in der Kontrollgruppe. Damit muss man eine eindeutige Empfehlung für Zoledronsäure bei Nierenkarzinompatienten mit Sklelettmetastasen aussprechen“, sagte Schmidinger. Selbst die Kosten blieben auf diese Weise geringer als in der Plazebogruppe.

Neue Kombinationen

„Die Heilung führt immer noch über eine komplette Remission, und die sehen wir beim Nierenzellkarzinom trotz aller Fortschritte leider nur sehr selten“, stellte Schmidinger fest. „Um diese Rate zu erhöhen, setzten wir unsere Hoffnung immer wieder in neue Kombinationen, doch zumindest bis jetzt gibt es hier keinen Durchbruch.“ Versucht wurde eine Menge: Altes mit Neuem, Neues mit Neuem und Altes mit Altem. Zumindest eine Studie ließ sich herausheben, in der Sunitinib mit Everolimus kombiniert wurde. Von den 20 Patienten waren sieben an einem nicht klarzelligen Nierenkarzinom (non-CC RCC) erkrankt. Die Overall-Response- Rate betrug 25 Prozent, in der Non-CC-RCC-Gruppe allerdings 43 Prozent. „43 Prozent Response ist eine interessante Option für diese schwer zu behandelnde Patientenklientel.“ Die Kombination Sorafenib, Gemcitabine und Capecitabine brachte ebenfalls ein erwähnenswertes Ergebnis, nämlich 10, 2 Monate progressionsfreies Überleben. Als enttäuschend erwies sich hingegen die Kombination von Bevacizumab und Temsirolimus mit einer Ansprechrate von lediglich 16 Prozent.

Nicht klarzelliges Nierenkarzinom

Auch hier wurden neue Kombinationen versucht: Doxorubicin plus Gemcitabin beim Karzinom mit sarkomatoiden Anteilen brachte eine Komplettremission – etwas, das „man bei einem sarkomatoiden Nierenzellkarzinom nur alle zehn oder 20 Jahre sieht“, so Schmidinger. Die Studienautoren erwarten bei Abschluss der Studie eine Gesamtansprechrate von 20,5 Prozent.

Prognose und Prädiktion

„Hervorzuheben ist hier die Studie von Barbastefano und Garcia, die, obwohl es sich nicht um eine randomisierte prospektive Studie handelt, die Bedeutung der palliativen Nephrektomie auch in Zeiten moderner Therapien belegt“, so Schmidinger. Die Studie zeigt, dass der fraktionelle Prozentsatz an resezierter Tumorlast und TDM unabhängige Prädiktoren für das progressionsfreie Überleben unter VEGF-Therapie sind. „Die palliative Nephrektomie ist und bleibt somit Standard.“ Ebenfalls beachtenswert war eine Metaanalyse, die sich mit der Frage beschäftigte, ob das progressionsfreie Überleben ein valider Endpunkt ist, der als prädiktiver Faktor auf das Gesamtüberleben angewendet werden kann. „Die Analyse kann an über 6.000 Patienten klar zeigen, dass dem so ist. Unterschiede von einem Monat im progressionsfreien Überleben kann man mit 1,4 Monaten Unterschied im Gesamtüberleben assoziieren.“

© MMA, CliniCum urologie 3/2009

Josef

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Nierenoperationen, neue Therapien
« Antwort #3 am: 06. Oktober 2016, 14:00 »



PS.: Für die Nierenlebendspende wird eine juristisch verbindliche Richtlinie erarbeitet.


Richtlinie Nierenlebendspende und roboterassistierte Nierentransplantation:

Dies sind zwei neue Entwicklungen aus der Urologie, die beim 68. DGU-Kongress vorgestellt wurden.
Prof. Paolo Fornara, Direktor der Klinik für Urologie in Halle/Saale und des dortigen Transplantationszentrums, bekräftigte bei der DGU-Pressekonferenz die Notwendigkeit einer juristisch bindenden Richtlinie zum Thema Nierenlebendspende. Deutschland sei das einzige Land, das eine solche bisher nicht habe. Die Regelungen in der Richtlinie, deren Koordination bei Fornara liegt, gehen nach Angaben des 2. Vizepräsidenten der DGU weit über medizinische Fragen hinaus: „Mit jemandem, der seine Niere spenden will, müssen Sie alles im Vorhinein klären: Wer darf etwa erfahren, wenn bei der medizinischen Evaluierung ein Zufallsbefund herauskommt?“

Weniger Lymphozelen

Die zweite wesentliche Neuerung ist die komplett roboterassistierte Durchführung von Spende und Empfang einer Niere, die kürzlich viermal in Deutschland gelang, zuerst in Homburg/Saar, dann in Halle. Laut Fornara hat das Verfahren den Vorteil, dass das supprimierte Immunsystem nicht durch ein großes Operationstrauma gestört wird und auch weniger von den gefürchteten Lymphozelen auftreten.

(ms)
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke