Autor Thema: Strahlentherapie, wann, wie oft?  (Gelesen 9174 mal)

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Sissi

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Strahlentherapie, wann, wie oft?
« am: 22. September 2008, 13:41 »

Strahlentherapie kann durchaus wiederholt werden


19.09.08 - Lange Zeit galt, dass eine Strahlentherapie - fester Bestandteil der Behandlung vieler Krebserkrankungen - nicht wiederholt werden könne. Doch Langzeitstudien zeigen, dass bei vielen Patienten eine erneute Bestrahlung desselben Organs ohne gehäufte Nebenwirkungen möglich ist.

Lange Zeit galt, dass eine Strahlentherapie - fester Bestandteil der Behandlung vieler Krebserkrankungen - nicht wiederholt werden könne. Diese Aussage ist nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) nicht länger aufrechtzuerhalten.

Langzeitstudien zeigen, dass bei vielen Patienten eine erneute Bestrahlung desselben Organs möglich ist, ohne dass gehäuft Nebenwirkungen auftreten, stellen die Experten fest. So sei die erfolgreiche Durchführung einer wiederholten Strahlentherapie unter anderem bei Hirn- und Kopf-Hals-Tumoren, aber auch bei Brustkrebs, Lungenkrebs und dem Prostatakarzinom belegt.

Gezielte Bestrahlung kann Nebenwirkungen reduzieren

Neue Techniken haben die Strahlentherapie in den letzten Jahren deutlich verbessert, erklärt Prof. Volker Budach, Präsident der DEGRO und Chefarzt an der Klinik für Strahlentherapie der Berliner Charité: "Moderne Geräte ermöglichen eine punktgenaue, stereotaktische Bestrahlung. Die Strahler rotieren während der Behandlung um den Körper des Patienten. Sie fokussieren die Strahlung besser als bisher auf den Tumor. Umliegendes Gewebe bleibt weitgehend verschont."

Auch die Aufteilung der Strahlendosis auf mehrere Tage oder Wochen hat die Strahlenrisiken vermindert. Eine weitere schonende Methode ist das zeitweilige Einbringen der Strahlenquelle in den Körper - die Brachytherapie.

Viele Zellen erholen sich wieder

"Vor diesem Hintergrund ist eine Re-Bestrahlung längst kein Tabu mehr. Natürlich lassen sich die gleichen Körperteile nicht unbegrenzt bestrahlen", führt Budach aus. "Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass sich viele Zellen von einer Erstbestrahlung erholen." Nach Monaten oder Jahren kann eine weitere Strahlentherapie durchgeführt werden.

Eine Re-Bestrahlung kann zum Beispiel zum Einsatz kommen, wenn Patienten nach einer überstandenen Krebserkrankung erneut ein Tumorleiden entwickeln. "Ein absolutes Verbot einer erneuten Bestrahlung würde diesen Menschen eine Therapie vorenthalten, die ihre Lebensqualität verbessern und in einigen Fällen den Krebs besiegen kann", so Budach.

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften / fs

Tanja

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Strahlentherapie: Mehr Aufklärung, weniger Angst
« Antwort #1 am: 02. Dezember 2012, 02:06 »


Patienten haben Angst vor der Strahlentherapie

Donnerstag, 29. November 2012

Berlin – Eine intensivere Patientenaufklärung hat die Deutsche Gesellschaft für Radio­onkologie (DEGRO) gefordert. Grund ist, dass mehr als ein Drittel der Tumorpatienten, die eine Strahlentherapie antreten, unter Angst und Depressivität leiden. Beide Symptome bessern sich im Verlauf der Strahlentherapie deutlich. „Entscheidend für die positive Angstbewältigung und den Umgang mit Trauer, Niedergeschlagenheit oder Antriebslosigkeit ist eine ausführliche Aufklärung und Betreuung durch den Arzt“, betont die Fachgesellschaft und weist auf eine Erhebung des Universitätsklinikums Regensburg hin, erschienen in der Zeitschrift Strahlentherapie und Onkologie“ (2012; 188: 940–945).

Forscher um Oliver Kölbl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Regensburg und Leitlinien-Beauftragter der DEGRO, hatten darin mithilfe eines standardisierten Fragebogens Angst und Depressivität bei 60 Krebs­patienten erfragt. Zu Beginn, zum Ende und sechs Wochen nach Abschluss der Bestrahlung beantworteten die Probanden den Fragebogen.

Mehr Aufklärung, weniger Angst
Zu Beginn der Therapie zeigten 41 Prozent der Patienten auffällige oder grenzwertige Symptome von Angst und 33 Prozent von Depressivität. Angst und Depressivität nahmen im Verlauf der Bestrahlung aber deutlich ab. „Eine Strahlentherapie zieht sich über mehrere Wochen hin. Die meisten Tumorpatienten wissen anfangs wenig über die Strahlentherapie, und das verunsichert sie“, sagte Kölbl.

Es habe sich gezeigt, dass die Angst bei den meisten Patienten bereits nach der ersten Strahlentherapiesitzung nachlasse. Je aufgeklärter die Patienten seien desto schneller verlören sie die Furcht vor den Apparaten und könnten das Heilende der Strahlen­therapie sehen. „Die Veränderungen nach Abschluss der Strahlentherapie sind mehr als deutlich“, so der Regensburger Klinikchef.

Er rät daher allen Tumorpatienten, sich vom behandelnden Arzt über die Therapieme­thoden und -abläufe ausführlich aufklären zu lassen. Es sei zudem Aufgabe der Medi­ziner, ihren Patienten bei der Angstbewältigung zu helfen. „Es hat sich gezeigt, dass es sinnvoll ist, mit Fragebögen die psychische Situation von Krebspatienten abzubilden“, sagte Kölbl. So könnten ängstliche oder depressive Personen entsprechende Unterstützung bekommen. © hil/aerzteblatt.de

Werner

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Strahlenzentrum MedAustron Symposium in Wiener Neustadt
« Antwort #2 am: 16. Dezember 2012, 21:59 »




Erstes MedAustron Symposium war ein voller Erfolg! - BILD

Erstes MedAustron Symposium war ein voller Erfolg! vergrößern
Das Organisationsteam von EBG und PEG MedAustron. Im Bild (v.l.n.r.): Martina Schlögl, DI Ulrike Mandl-Schweiger, Univ.-Prof. Dr. Ramona Mayer, MSc., Mag. DI Dr. Thomas Schreiner, Ursula Schindler, Mag. Dr. Ingeborg Zeh



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Fr., 30. Nov. 2012
Personen: Martina Schlögl, DI Ulrike Mandl-Schweiger, Univ.-Prof. Dr. Ramona Mayer, MSc., Mag. DI Dr. Thomas Schreiner, Ursula Schindler, Mag. Dr. Ingeborg Zeh… Fotograf: Franz Baldauf
Fotocredit: Franz Baldauf
Ort: Österreich / Wiener Neustadt
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Wiener Neustadt (OTS) - MedAustron, das Zentrum für Ionentherapie und
Forschung, veranstaltete sein erstes Symposium über Neuro-Onkologie
und nichtklinische Forschung. Das Interesse des wissenschaftlichen
Fachpublikums war enorm: Rund 200 Teilnehmer informierten sich am 29.
und 30. November über klinische Möglichkeiten und nichtklinische
Forschungsthemen bei MedAustron.

Öffnung für die Fachwelt und Aufmerksamkeit für MedAustron als
Forschungszentrum hatte man sich im Vorfeld des ersten MedAustron
Symposiums als Ziele gesteckt. Und diese mehr als erreicht: Die
Organisatoren waren überwältigt vom Interesse, das die Einladung
geweckt hatte. "Wir sind zu Beginn von 80 Teilnehmern ausgegangen,
nun sind es mehr als doppelt so viele geworden. Das zeigt uns, dass
MedAustron in der wissenschaftlichen Community bereits gut platziert
ist und der Start des Klinik- und Forschungsbetriebs gespannt
erwartet wird", freuten sich Univ.-Prof. Dr. Ramona Mayer, MSc und
Mag. DI Dr. Thomas Schreiner, die Vorsitzenden des
Organisationskomitees.

Adressaten des Symposiums waren zum einen die österreichische
wissenschaftliche Gemeinschaft in der Strahlentherapie und zum
anderen Wissenschaftler, die die vorhandene Infrastruktur für ihre
Forschungsvorhaben nutzen wollen. Dementsprechend lag auch die
Ausrichtung des Symposiums in der Hand beider
MedAustron-Gesellschaften: der EBG MedAustron GmbH, die für die
Errichtung und den Betrieb der Therapieanlage verantwortlich ist, und
der PEG MedAustron Gesellschaft mbH, deren Zuständigkeit in der
Nutzung des Bereichs der nichtklinischen Forschung liegt.

Am ersten Tag der wissenschaftlichen Konferenz standen vier
Sessions rund um die Neuro-Onkologie am Plan. Zu den Schwerpunkten
"Chirurgie, Chemotherapie und Imaging in der Neuro-Onkologie",
"Konventionelle Radiotherapie und Lebensqualität", "Ionentherapie:
Prinzipien, bisherige Ergebnisse und Ausblick" sowie "Ionentherapie
und das Zentrum MedAustron" erörterten Referenten aus Wissenschaft
und Praxis aktuelle Entwicklungen und Perspektiven. Der zweite Tag
stand im Zeichen der nichtklinischen Forschung und bot dem
Fachpublikum drei Sessions zu den Schwerpunkten "Strahlenbiologie",
"Medizinische Strahlenphysik" und "Experimentalphysik" - gleichzeitig
auch die künftigen Forschungsfelder bei MedAustron.

Die rund 30 Referenten stammten aus unterschiedlichsten Klinik-
und Forschungseinrichtungen aus dem In- und Ausland: den
Landeskliniken Wiener Neustadt und St. Pölten, der Paracelsus
Medizinischen Privatuniversität, dem Paul Scherrer Institut, dem
Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz, dem VU University
Medical Centre Amsterdam und den Medizinischen Universitäten Wien und
Graz für den ersten Tag; sowie der TU Wien, dem Austrian Institute of
Technology, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der
Fachhochschule Wiener Neustadt, der Donau-Universität Krems, dem
europäischen Kernforschungsinstituts CERN und der TU Dresden für den
zweiten Tag des Symposiums.

Abseits der Fachbeiträge hatte das Publikum auch die Gelegenheit,
sich vor Ort vom Fortschritt des Zentrums zu überzeugen und sich über
die weiteren technischen Implementierungsarbeiten zu informieren.
Seit der Grundsteinlegung im März 2011 sind die Arbeiten im
Rekordtempo vorangeschritten, die Mitarbeiter von EBG und PEG konnten
mit Oktober 2012 ihre neuen Büros beziehen. Bevor der Strahl für
Therapie und Forschung zur Verfügung steht, gilt es nun, auch die
umfangreichen Installationsarbeiten und intensiven Tests der
Beschleunigeranlage zügig voranzutreiben. Ende 2015 erwartet man bei
MedAustron schließlich die Aufnahme des klinischen Betriebs.


Edi

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Krebs: Viel zu wenige Strahlentherapiegeräte in Österreich
« Antwort #3 am: 21. Februar 2013, 20:54 »




Krebs: Viel zu wenige Strahlentherapiegeräte in Österreich

ÖÄK warnt: Lange Wartezeiten können lebensgefährlich sein

Wien (OTS) - Wer in Österreich an Krebs leidet, kann sich nicht in
jedem Fall auf eine zeitgerechte, dem westeuropäischen Standard
entsprechende strahlentherapeutische Versorgung verlassen. Diesen
Schluss zieht die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) aus einer vor
Kurzem im renommierten Fachjournal "Lancet Oncology" veröffentlichten
Studie.

Bestrahlungen gelten neben chirurgischen Eingriffen als
zweitwichtigste, heilende Methode in der moderen Krebstherapie. Mit
Verweis auf die geplanten Einsparungen im Zuge der Gesundheitsreform
erklärte ÖÄK-Präsident Artur Wechselberger am Dienstag in einer
Aussendung: "Österreich ist derzeit im Begriff, die teuer und
aufwändig erzielten Erfolge der Krebsfrüherkennung wieder zu
verspielen, weil viele Patienten aufgrund mangelnder Infrastruktur zu
lange auf eine Bestrahlung warten müssen."

Strahlentherapie ist hoch effektiv, "lohnt" sich aber nicht

Jährlich erkranken in Österreich fast 37.000 Menschen an Krebs, etwa
18.000 davon benötigen insgesamt rund 23.000 Strahlenbehandlungen.
Die moderne Strahlentherapie ist höchst effizient in der Bekämpfung
von Tumoren und deren Symptomen wie etwa Schmerzen, hat aber in der
Regel wenig Nebenwirkungen.

Derzeit gibt es österreichweit nur 43 so genannte Hochvoltgeräte zur
strahlentherapeutischen (radioonkologischen) Behandlung. Die nun
veröffentlichte europaweite Studie bescheinigt Österreich einen
Bedarf an mindestens 54 Geräten, berücksichtige aber noch nicht den
aktuellen Stand der Technik, betont der Obmann der Bundesfachgruppe
Strahlentherapie in der ÖÄK, Robert Hawliczek: "Für eine Versorgung
krebskranker Österreicher auf westeuropäischem Standard fehlen uns
jetzt bereits 19 Hochvoltgeräte."

Obwohl 80 Prozent der radioonkologischen Behandlungen ambulant
erfolgen, sind sie in Österreich nur im Spital verfügbar. Im
Gegensatz zur ambulanten Chemotherapie ist ambulante Bestrahlung aber
nicht verrechenbar. "Die Gerätekosten einer Strahlentherapie sind mit
500 Euro pro Patient verschwindend gering, gleichzeitig sind die
Heilungschancen sehr hoch. Strahlentherapie ist daher auch
volkswirtschaftlich sinnvoll. Den Spitalserhaltern kommt sie
allerdings teuer, daher haben sie aus betriebswirtschaftlichen
Gründen kein Interesse daran, die Hochvoltgeräte und Infrastruktur
auszubauen", sagt Radioonkologe Hawliczek. Die Folge sind wochenlange
Wartezeiten, was für Krebskranke unter Umständen lebensgefährlich
sein kann. "Das Beispiel Radioonkologie zeigt, welche Folgen es für
Patienten haben kann, wenn die Gesundheitspolitik Entscheidungen
trifft, ohne auf die fachärztliche Expertise zu hören", pflichtet
Ärztekammer-Präsident Artur Wechselberger bei.

Verländerung gefährdet Versorgung

Wechselberger und Hawliczek orten das Hauptproblem in den
Eigeninteressen der Länder. Hawliczek: "Wir brauchen dringend einen
bundesweiten wissenschaftlich untermauerten Versorgungsplan mit
verbindlichen Qualitätskriterien, aber die Länder bekämpfen und
unterlaufen die ohnehin schon minimalistischen Bundesvorgaben." Mit
größter Mühe habe man beispielsweise in Wien verhindern können, dass
Hochvoltgeräte abgebaut würden. Trotz des belegbaren Bedarfes
streicht die Stadt nun alle Betten für Patienten, die eine riskante
Therapie brauchen oder bei denen die radioonkologische Behandlung aus
medizinischen Gründen nicht ambulant erfolgen kann. Ausgenommen wurde
nur das AKH.

"Abgesehen davon, dass diese Patienten jetzt unzumutbar lange warten
müssen, ist es auch unverantwortlich künftigen Betroffenen gegenüber:
Wie sollen denn angehende Fachärzte moderne Krebsbehandlungen
erlernen, wenn der stationäre Teil des Fachspektrums vollständig
fehlt?", empört sich Hawliczek. Verschärft werde die Situation in
Wien dadurch, dass Niederösterreich nur vier Hochvoltgeräte hat.
Daher müssten manche Wiener Spitäler bis zu 40 Prozent
niederösterreichischer Patienten mitbetreuen.

Überregionale Planung gefordert

Dass es auch anders geht, zeigt etwa das Beispiel Wiener Neustadt:
Hier wird ein Gerät vom Burgenland finanziert, das selbst über keines
verfügt. ÖÄK-Präsident Wechselberger verweist auch auf die
Universitätsklinik in Innsbruck, deren Radioonkologie-Zentrum sogar
kleinere Einheiten in Südtirol betreue. Dieses Satellitenmodell
funktioniere seit Jahren sehr gut. Die Österreichische Ärztekammer
fordert daher:

█ Überregionale Planung der radioonkologischen Versorgung von
Krebspatienten nach objektiven westeuropäischen Standards.

█ Alternative Versorgungsmodelle wie z.B. die Etablierung von
Versorgungsregionen mit je einem Zentrum (mit genügend Kapazitäten
für stationäre Behandlungen) und eventuell dezentralen patientennahen
Satelliteneinheiten

█(in einer auf den regionalen Bedarf abgestimmten Anzahl) bzw. auch
Versorgung durch niedergelassene Radioonkologen.

█ Länderübergreifende Finanzierung von Hochvoltgeräten und
qualifiziertem Personal (Ärzte, Pflegekräfte), um lokale Engpässe zu
vermeiden.

█ Definition der Mindestausstattung von radioonkologischen Zentren
(Erweiterung der Strukturqualitätskriterien des Österreichischen
Strukturplans Gesundheit nach westeuropäischen Standards inklusive
stationärer Versorgung).

█ Einführung einer angemessenen Honorierung von ambulanter
Strahlentherapie im System der Leistungsorientierten
Krankenanstaltenfinanzierung.

OTS-Originaltext Presseaussendung

admin

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Bildgebung und Strahlentherapie, aber ..........
« Antwort #4 am: 10. März 2013, 18:06 »

Bildgebung und Strahlentherapie: Eine erfolgreiche Zusammenarbeit


Wien (OTS) - 10. März 2013
In den westlichen Ländern ist Krebs die Todesursache Nummer eins,
gefolgt von kardiovaskulären Erkrankungen. Die medizinische
Bildgebung und die Strahlentherapie arbeiten eng zusammen im Kampf
gegen den Krebs, eine Kooperation, die auch auf institutioneller
Ebene immer mehr ersichtlich wird, so Professor Regina Beets-Tan von
der Maastricht Universität aus den Niederlanden.

Stark verbesserte Behandlungsmöglichkeiten in Onkologie durch
Fortschritte der Radiologie

"Seit Wilhelm Conrad Röntgen im Jahr 1895 die Röntgenstrahlen und
Marie Curie 1898 das Radium entdeckt hat, verwendeten RadiologInnen
Strahlung, um Krebs zu diagnostizieren und zu behandeln. Mit der
Einführung der Megavolt Strahlentherapie wurden die Behandlungen
zunehmend komplexer und erforderten eine eigene spezifische
Ausbildung, was schlussendlich auch zu einer eigenständigen,
getrennten Entwicklung der beiden Disziplinen führte", erklärte Prof.
Beets-Tan bei der ECR Eröffnungs-Pressekonferenz.
Bedingt durch spektakuläre Fortschritte in den letzten 40 Jahren,
sowohl in der Radiologie als auch der Technologie, hat sich die
Krebs-Bildgebung stark verbessert und parallel dazu auch die
Behandlungsmöglichkeiten in der Radioonkologie.

Neue Methoden der Bildgebung ermöglichen personalisierte
Behandlungskonzepte

"Vor dreißig Jahren waren die zu behandelnden Körperareale in der
Radiotherapie noch standardisiert und es wurden sehr große Zielareale
bestrahlt. Durch diese Vorgehensweise bestand ein hohes Risiko, auch
umliegendes gesundes Gewebe zu schädigen. Durch die Methoden der
modernen Bildgebung - gewährleistet durch CT, MRT, PET-CT und bald
auch PET-MRT - können wir heute auf personalisierte Konzepte setzten,
die den therapeutischen Nutzen maximieren und gleichzeitig Kosten
reduzieren", so Prof. Beets-Tan.
Durch den technischen Fortschritt und eine Vielzahl neuer
Behandlungsmethoden hat die Zusammenarbeit zwischen den beiden
Disziplinen heute einen sehr hohen Effizienzgrad in der
Krebsbehandlung erreicht. In der Radiologie steht mittlerweile die
funktionale Bildgebung zur Verfügung, welche auch über
Stoffwechselprozesse von Tumoren Auskunft gibt, und
Strahlentherapeuten können die Intensität ihrer Behandlungen mittels
neuester Technik klar regulieren (intensity-modulated radiation
treatment - IMRT). Mit dem sogenannten dose painting kann hoch
dosierte Strahlung heute zielgerichtet eingesetzt werden, ohne das
umliegende Gewebe zu beeinträchtigen.

Verstärkte Zusammenarbeit zwischen Institutionen fördert
Synergieeffekte

Ein großer Mehrwert für die PatientInnen entsteht auch durch die
starke Zusammenarbeit auf der institutionalisierten und politischen
Ebene, glaubt Prof. Beets-Tan. "Die European Society of Radiology
(ESR) und die European Society for Radiotherapy and Oncology (ESTRO)
haben diese Synergieeffekte erkannt und setzten nun auf eine
fächerübergreifende Weiterbildung."
Bei einer am Freitag speziell dem Thema gewidmete Special Focus
Session werden Vertreter beider Fachrichtungen die neuesten
Möglichkeiten der Strahlentherapie und der radiologisch gestützten
Behandlung präsentieren. Darüber hinaus veranstaltet die European
School of Radiology (ESOR), in Kooperation mit der ESTRO, jährlich
Fortbildungskurse im Sinne eines multidisziplinären Zugangs zur
Krebsbildgebung, welche sich an beide Fachrichtungen richten.
"Nachdem Diagnose und Therapie lange getrennt waren, ist es nun an
der Zeit diese beiden Disziplinen wieder zusammenzuführen. Zwei
ursprünglich technologie-orientierte Fachrichtungen haben sich zu
zwei klar patienten-orientierten Feldern entwickelt und durch enge
Zusammenarbeit und Nutzung der Synergien können Sie nun federführend
im Kampf gegen den Krebs sein", so Prof. Beets-Tan abschließend.

Seit 07. März tagen in Wien über 20.000 Radiologen

Beim 25. Europäischen Radiologenkongress (European Congress of
Radiology/ECR) vom 07. bis 11. März 2013 im Austria Center in Wien
werden auch heuer wieder Spezialisten aus dem Bereich der
medizinischen Bildgebung ihr Fachwissen auf den verschiedensten
Gebieten austauschen, und die neuesten Erkenntnisse der Forschung
präsentieren.
Der ECR ist die Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für
Radiologie (European Society of Radi-ology/ESR), welche weltweit über
56.000 Radiologen vertritt. Mit mehr als 20.000 Teilnehmern aus der
ganzen Welt ist der ECR einer der größten medizinischen Kongresse
weltweit; zusätzlich bietet er die größte Industrieausstellung in
Europa, bei der auf über 26.000 m2 mehr als 300 internationale Firmen
die neuesten Produkte der Medizintechnik anbieten.


A N M E R K U N G :


Von: Krebspatienten [mailto:info@krebspatienten.at]
Gesendet: Sonntag, 10. März 2013 16:52
An: 'press@myESR.org'
Betreff: ECR-Wien; Bildgebung und Strahlentherapie: Eine erfolgreiche Zusammenarbeit - PATIENTENSERVICE ?
Wichtigkeit: Hoch

Julia Patuzzi,
David Zizka
Press Office - European Society of Radiology
Neutorgasse 9,
1010 Wien
Tel.: +43-1-533 40 64-545 | Fax: +43-1-533 40 64-441
press@myESR.org | www.myESR.org/press


Sehr geehrte Damen und Herren!

Warum gibt es keinen EU-weiten Röntgenpass, wo regelmäßig jegliche Strahlenbelastungen (Röntgen, CT, ff.) eingetragen werden?
Warum nicht einmal im Veranstalterland?


Mit freundlichen Grüßen

           
                               K f K
       Verein Krebspatienten für Krebspatienten
         Netzwerk Onkologischer Selbsthilfegruppen
                            Österreich
      Wien, St. Pölten, Linz, Salzburg, Innsbruck, Graz
        Zentrale: 1220 Wien, Steigenteschg. 13-1-46
    Krebs-Hotline 9 bis 21 Uhr:  0650-577-2395
    info@krebspatienten.at    www.krebsforum.at
Initiative Rauchfreie Lokale: www.rauchsheriff.at
             Dietmar Erlacher, Bundesobmann
Bereits 400.000 Zugriffe/Monat auf www.krebsforum.at