Autor Thema: Schlaganfall, dann ASS (Aspirin) ?  (Gelesen 7804 mal)

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Tanja

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Schlaganfall, dann ASS (Aspirin) ?
« am: 14. September 2014, 00:24 »



Schlaganfall, dann ASS ?


http://www.navigator-medizin.de/herz_gefaesse/die-wichtigsten-fragen-und-antworten-zu-herz-kreislauf-medikamenten/blutverduenner/thrombozytenaggregationshemmer/ass-acetylsalicylsaeure/1003-wie-wichtig-ist-bei-blutverduennung-mit-acetylsalicylsaeure-ass-der-magenschutz-mit-protonenpumpenhemmern.html



Wie wichtig ist bei Blutverdünnung mit Acetylsalicylsäure (ASS) der Magenschutz mit Protonenpumpenhemmern?

Der Schutz des Magens ist bei einer regelmäßigen Einnahme mit Acetylsalicylsäure (ASS) sehr wichtig, denn ohne diesen Magenschutz kann es bei einem Teil der Behandelten früher oder später zu Geschwüren im Magen, Zwölffingerdarm oder in der Speiseröhre kommen.

Der Vergleich einer ASS-Behandlung ohne Magenschutz und mit Magenschutz zeigt, dass die Häufigkeit von Geschwüren des Magen-Darm-Traktes ohne begleitenden Magenschutz signifikant erhöht ist. Man kann davon ausgehen, dass ohne die Einnahme von Säurehemmern (Protonenpumpenhemmer) einer von zehn Behandelten ein Geschwür entwickelt (Aliment Pharmacol Ther. 2005; 22: 795-801).

    Gibt es einen Test, der eine ASS-Resistenz im Vorfeld der Behandlung feststellen kann?
    Wie wirkt Ticlopidin (Tiklid®)?
    Warum erhält man bei Blutverdünnung mit Acetylsalicylsäure (ASS) einen Magenschutz?
    Sollte man wegen der Magen-Nebenwirkungen und wegen des erhöhten Blutungsrisikos auf eine Behandlung mit Acetylsalicylsäure (ASS) nicht lieber verzichten?
    ASS nicht zur Vorbeugung bei Gesunden


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Gibt es einen Test, der eine ASS-Resistenz im Vorfeld der Behandlung feststellen kann?
Es wurden verschiedene Tests entwickelt, um eine ASS-Resistenz (Nicht-Ansprechen auf die Herzschutz-Behandlung mit Acetylsalicylsäure) zu untersuchen. Unklar ist bislang allerdings die Zuverlässigkeit solcher Tests, so dass sie in der Praxis bislang kaum angewendet werden.
Nicht sicher geklärt ist auch, welches Medikament mit ähnlichen Eigenschaften alternativ gegeben werden sollte. Ein möglicher Kandidat ist Clopidogrel.
Ist meine Prognose schlechter, wenn ich auf Acetylsalicylsäure (ASS) nicht reagiere?
Eine Analyse mehrerer Studien ergab, dass ein Nicht-Ansprechen auf die Behandlung mit Acetylsalicylsäure (ASS-Resistenz) bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen das Risiko eines Herzinfarkts erhöht. Wichtig ist es daher, bei nachgewiesener ASS-Resistenz auf andere Herzschutz-Medikamente auszuweichen.
Der Umkehrschluss gilt übrigens nicht: Ein Herzinfarkt trotz vorbeugender Einnahme von ASS bedeutet nicht automatisch, dass man gegen Acetylsalicylsäure resistent ist.
Autorin: Dr. med. Julia Hofmann


Wie wirkt Ticlopidin (Tiklid®)?
Der Thrombozytenaggregationshemmer Ticlopidin ist ein Blutverdünner. Ticlopidin kommt in Frage, wenn Acetylsalicylsäure (ASS) nicht vertragen wird. ASS hat nicht selten Nebenwirkungen, die zum Ausweichen auf ein anderes Präparat zwingen.
Allerdings ist auch Ticlopidin mit Nebenwirkungen behaftet. Relativ häufig sind Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Bauchkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen. Daneben kann es selten zu allergischen Hautreaktionen, Blutungskomplikationen, erhöhten Leberwerten und Cholesterinwerten sowie Störungen von Blutzellen kommen. Magen- und Darmgeschwüre treten allerdings seltener auf als unter ASS.
Ticlopidin gilt aufgrund des Nebenwirkungsprofils und der hohen Kosten lediglich als mögliches Ersatzpräparat für ASS.



Warum erhält man bei Blutverdünnung mit Acetylsalicylsäure (ASS) einen Magenschutz?

Auch unter einer niedrig dosierten Behandlung mit Acetylsalicylsäure (ASS) entwickeln einige Betroffene Geschwüre im Magen, Zwölffingerdarm oder in der Speiseröhre. Deshalb ist es wichtig bei regelmäßiger Einnahme von ASS zusätzlich Medikamente einzunehmen, die den Magen-Darm-Trakt schützen.

Diese Medikamente, im medizinischen Jargon bekannt als „Magenschutz“, sind sogenannte Protonenpumpenhemmer, die in den säureproduzierenden Zellen des Magens die Säureherstellung eindämmen.



Sollte man wegen der Magen-Nebenwirkungen und wegen des erhöhten Blutungsrisikos auf eine Behandlung mit Acetylsalicylsäure (ASS) nicht lieber verzichten?

Nein. Wurde vom Arzt vorsorglich aufgrund der Gefahr eines Herzinfarktes oder Schlaganfalles Acetylsalicylsäure (ASS) verordnet, um die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern, sollte man die Behandlung in jedem Fall fortführen.

Das gilt sogar dann, wenn man bereits ein Geschwür im Magen oder Darm entwickelt hat. Wägt man nämlich die Risiken einer ASS-Einnahme - im schlimmsten Fall eine Magenblutung oder Darmblutung– mit der möglichen Folge eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls ab, fällt die Entscheidung zugunsten der ASS-Behandlung aus. So zumindest lautet die Empfehlung der Experten.

Allerdings sollten Sie im Falle erheblicher Nebenwirkungen mit Ihrem Arzt besprechen, ob man die Blutverdünnung ggf. auf ein anderes Präparat umstellen kann.



ASS nicht zur Vorbeugung bei Gesunden
Aktueller Arzt-Tipp
Viele Menschen, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben oder knapp daran vorbeigerauscht sind, bekommen heute zur Vorbeugung eine geringe tägliche Menge ASS (Acetylsalicylsäure, z.B. Aspirin®) verschrieben, die sie ein Leben lang einnehmen. Diese Maßnahme ist sehr sinnvoll, da sie die Gefahr weiterer, neuer Gerinnsel deutlich senkt.
Nun hört man in Medien von Zeit zu Zeit von der Möglichkeit, dass auch Gesunde oder Menschen mit nur geringen Risikofaktoren vorsorglich ASS einnehmen sollten, um damit ihr Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall per se zu reduzieren.
Wie auch diverse Untersuchungen belegen, ist von solch einer Praxis unbedingt abzuraten! Der positive Effekt ist in diesen Fällen nämlich vernachlässigbar gering. Die Einnahme von ASS ist nur da wirklich segensreich, wo der Nutzen die Nebenwirkungen übersteigt.
Sorgen Sie bitte lieber mit einer gesunden Lebensweise und regelmäßigen Check-Ups beim Arzt vor.
Ihr Dr. med. Jörg Zorn





Richi

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Aspirin schützt Frauen vor Schlaganfall - Männer?
« Antwort #1 am: 07. Februar 2015, 01:09 »



Aspirin schützt Frauen vor Schlaganfall
 
Bisher war nur protektive Wirkung gegen Herzinfarkt bei Männern belegt
 
100 mg Aspirin, regelmäßig jeden zweiten Tag eingenommen, schützt Frauen vor Schlaganfällen, jedoch nicht vor Herzinfarkt. Männer werden durch die Einnahme von Aspirin nicht vor Schlaganfällen geschützt, jedoch konnte eine protektive Wirkung gegen Herzinfarkt nachgewiesen werden.

Aspirin schützt ältere Frauen vor einem Schlaganfall: Das Risiko sinkt bei regelmäßiger Einnahme um 17 Prozent. Dies hat die bisher größte und längste Studie (zehn Jahre) mit Acetylsalicylsäure (ASS) ergeben. Rund 40.000 gesunde Probandinnen nahmen daran teil. Die Hälfte von ihnen hatte zehn Jahre lang jeden zweiten Tag 100 Milligramm ASS eingenommen.

Die US-Studie ergänzt damit die "Physician's Health Study" von 1988. Damals hatte sich heraus gestellt, dass die Einnahme von 325 Milligramm ASS jeden zweiten Tag die Herzinfarktrate bei gesunden Männern um 47 Prozent reduziert. Diese Untersuchung hatte vier Jahre lang gedauert.

Der Artikel " A Randomized Trial of Low-Dose Aspirin in the Primary Prevention of Cardiovascular Disease in Women" von Paul Ridker und Kollegen wurde am 7. März 2005 im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht (DOI: 10.1056/NEJMoa050613).