Autor Thema: Krebs, Beruf und Krankenstand  (Gelesen 14293 mal)

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Peter

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Krebs, Beruf und Krankenstand
« am: 27. September 2008, 20:56 »
Hallo Leute, möchte einiges zu diesem Beitrag, http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,795.0.html schreiben. Da in dem schon lange nichts mehr geschrieben wurde mach ich mal ein neues Thema dazu auf.

Die Angst das man seinen Arbeitsplatz verliert ist ansich eigentlich unbegründet. Sobald man die Diagnose Krebs bekommt, sollte man einen Feststellungsantrag beim Bundessozialamt einreichen. Der Antrag wird bei positiven Bescheid ab Einreichung gerechnet. Um zum Kreis der begünstigten Behinderten zu gehören sind mind. 50% erforderlich. Die bekommt man eigentlich wenn man Krebs hat, da man ja eine Erwerbsminderung hat. Befristet auf zb.5 Jahre. Sollte der Arbeitgeber in der Zeit der Feststellung die Kündigung aussprechen muss man den Bundessozialamt Bescheid geben um das ganze zu beschleunigen.

Noch was, den Arbeitgeber hat es nicht zum Interessieren was Ihr habt! Ein gutes Spital schreibt einen 2ten Entlassungsbericht nach zb. einer OP ohne Diagnose. Nachdem man den bescheid hat kann man die Karten beim Arbeitgeber auf den Tisch legen  ;)


Bezüglich Krankengeld. Die Kasse zahlt 1 Jahr lang. Etwa in der 45 sten Woche des Krankenstandes meldet sich meist die Kasse, und weist darauf hin, man solle sich doch um seine ANsprüche zu sichern an die Pensionsversicherung wenden.

Also wenn man weis das der Krankenstand länger dauert dann rechtzeitig bei der Pension den Antrag auf entweder Pension oder einer Pension wegen Invalidität für einen gewissen Zeitraum einreichen!

Sollte es sich überschneiden, also Jahr vorbei, Antrag bei der PVA noch nicht fertig bearbeitet, dann kann man in der Zwischenzeit das Geld vom AMS beziehen. Auch wenn man in einem Arbeitsverhältniss steht.

Hoffe damit etwas Licht in dieses Thema gebracht zu haben was Österreich betrifft.
« Letzte Änderung: 31. Oktober 2008, 20:30 von Peter »
MFG Peter

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inguinaler Ablatio testis sin. 01/08
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4 Zyklen nach PEB Protokoll
Laparoskopische RLA 06/08
2 Zyklen nach PEI Protoko

hilde

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Re: Krebs, Beruf und Krankenstand
« Antwort #1 am: 04. Oktober 2008, 21:25 »

Hallo Peter,
danke für deinen Beitrag, der für jeden Patienten, für jeden Krebspatienten wichtig ist.
Bitte weiter so!
Gruß Hilde

Maria Magdalena

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Re: Krebs, Beruf und Krankenstand
« Antwort #2 am: 26. Oktober 2008, 13:59 »
Mein Problem ist, dass ich nach 6 Zyklen FEC-Chemo extreme Konzentrationsprobleme und Denkblockaden habe. In der MRT Untersuchung kann man aber nichts erkennen und ich weiß nicht, wie ich das meinem Arbeitgeber glaubhaft machen kann. Weiß jemand einen niedergelassenen Neurologen, der sich mit solchen Symptomen auskennt?

Peter

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Re: Krebs, Beruf und Krankenstand
« Antwort #3 am: 26. Oktober 2008, 15:43 »
hallo maria,

ich weiss jetzt nicht was beim FEC schema verwendet wird. ich selber hatte auch 6 x das vergnügen 4 x PEB (Cisplatin, Etoposid, Bleomycin) und 2 x PEI (Cisplatin, Etoposid, Ifisfamid)

ich habe das problem das meine nervenenden durch das cisplatin geschädigt worden sind. auch diese gedanken ausfälle habe ich ab und zu. also ich will was machen und ne sekunde später muss ich wirklich nachdenken was ich eigentlich wollte!

punkto glaubhaft machen: also ich bin schon der meinung das jeder artzt wissen sollte welche nebenwirkungen eine chemo haben kann. ich habe einen technischen beruf, muss auch normal auf leitern steigen usw. derzeit wird es nicht gehen und ich werde es auch nicht machen. ok, durch den kündigungsschtz tue ich mir da auch etwas leichter. aber auch wenn ich den nicht hätte wäre es mir egal was der arbeitgeber denkt.

ich bin jetzt bald EIN JAHR im krankenstand, und das wird vom bezirksstellen artzt gutgeheissen ohne probleme.

zuerst ich, dann familie, dann hund, dann lange nix und dann vielleicht die firma...

zum thema nochmal: habe auch ein MRT machen lassen von der HWS, morgen habe ich dann befundbesprechung deshalb.

wünsche dir viel glück das dein arbeitgeber die situation auch versteht!
MFG Peter

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Jutta

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Re: Krebs, Beruf und Krankenstand
« Antwort #4 am: 26. Oktober 2008, 15:57 »
Hallo Maria,
ich verstehe gut, wie es dir geht.
Mann/Frau braucht (fast) Glück um wie Peter wenigstens damit zu Recht zu kommen.
Selbst Fatigue ist nicht messbar, oder doch? Angeblich durch irgendeine Blutanalyse.
Auch ein Virus kann die Schuld sein (Überprüfung vom Stuhl), den man sich oft vom Spital holt.
Alles Gute:
Jutta


Gestern kam die Meldung:Die Entdeckung der Langsamkeit
"Der Abbau von Nervenhüllen dämpft die Reaktionsgeschwindigkeit schon bei Menschen im mittleren Alter.
Nimmt im Lauf des Älterwerdens die Isolierung der Nerven im Gehirn ab, verlangsamt sich auch die Bewegung, haben Forscher beobachtet. Dieser Abbau der Nervenhüllen kann schon im mittleren Alter vom Körper nicht mehr aufgehalten werden und führt zu Einbußen in der Reaktionsgeschwindigkeit, meist bevor Arthritis ihren Teil dazu beiträgt, erklärt George Bartzokis von der Universität von Kalifornien in Los Angeles..." George Bartzokis (Universität von Kalifornien, Los Angeles) et al.: Neurobiology of Aging, DOI:10.1016/j.neurobiolaging.2008.08.015.

Maria Magdalena

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Re: Krebs, Beruf und Krankenstand
« Antwort #5 am: 30. Oktober 2008, 21:16 »
Vielen Dank für eure Antworten. Bis zu einem Jahr war es bei mir auch kein Problem, aber jetzt bin ich schon drüber und nicht arbeitsfähig, soll aber schon ein Wiedereinstiegsprogramm (gibt es angeblich vom Bundessozialamt und der Sozialversicherung und auch manchmal vom Arbeitgeber) beginnen. Da ich mich überhaupt nicht konzentrieren und mir nichts merken kann, kommt das aber für mich nicht in Frage. Na ja, ich werde ja sehen, wie sich die Dinge weiter entwickeln.

Dietmar E.

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« Letzte Änderung: 10. Dezember 2008, 00:06 von Dietmar E. »
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Peter

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Re: Krebs, Beruf und Krankenstand
« Antwort #7 am: 09. Dezember 2008, 21:46 »
Vielen Dank für eure Antworten. Bis zu einem Jahr war es bei mir auch kein Problem, aber jetzt bin ich schon drüber und nicht arbeitsfähig, soll aber schon ein Wiedereinstiegsprogramm (gibt es angeblich vom Bundessozialamt und der Sozialversicherung und auch manchmal vom Arbeitgeber) beginnen. Da ich mich überhaupt nicht konzentrieren und mir nichts merken kann, kommt das aber für mich nicht in Frage. Na ja, ich werde ja sehen, wie sich die Dinge weiter entwickeln.

ich wünsche dir dafür viel glück und kraft. ich beginne ebenfalls im jänner wieder zum arbeiten. eh in der alten firma, war jedoch lange nicht dort. zum einklang bin auf die weihnachtsfeier gegangen. es war so als ob ich nie weg gewesen wäre, als wäre ich nur 2 tage krank gewesen. aber ich muss es auch langsam angehen!

viel glück und kraft!!!
MFG Peter

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