Autor Thema: Tuberkulose  (Gelesen 20814 mal)

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Edi

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Tuberkulose
« am: 22. Oktober 2008, 19:46 »
22/10/08,12:00, Aerzte_Zeitung

Neuer Test auf Tbc ist wesentlich präziser

LONDON (eb). Mit dem neuen ELISpot-Bluttest ist zu entscheiden, ob ein Patient gefährdet ist, eine aktive Tuberkulose zu entwickeln. Der Test ist genauer als der etwa 100 Jahre alte Tuberkulin-Hauttest. Wie Professor Ajit Lalvani in "Annals of Internal Medicine" berichtet, bekamen in einer Studie von 550 mit dem Hauttest positiv getesteten Kindern zwölf eine Tuberkulose, Mit dem neuen Test waren nur 381 positiv.

Dietmar E.

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Latente Tuberkulose: Bluttest erkennt Risikopatienten
« Antwort #1 am: 09. November 2008, 13:06 »

Latente Tuberkulose: Bluttest erkennt Risikopatienten

Dienstag, 21. Oktober 2008

London – Ein Interferon-gamma-Bluttest kann eine latente Tuberkulose erkennen. Er war in einer Studie in den Annals of Internal Medicine (Novemberausgabe) besser als der Tuberkulinhauttest in der Lage, jene Patienten zu selektionieren, bei denen eine Infektion später in eine aktive Erkrankung überging.

Etwa ein Drittel der Menschheit soll mit Mycobacterium tuberculosis infiziert sein, die meisten davon in den Entwicklungsländern. Jährlich kommt es zu etwa neun Millionen Neuerkrankungen. Derzeit gibt es keine Möglichkeit vorherzusagen, bei welchen Menschen die Bakterien der Immunkontrolle entgehen und die latente sprich asymptomatische Infektion in eine aktive Tuberkulose-Erkrankung übergeht.

Es ist allgemein anerkannt, dass im Fall einer aktiven Lungentuberkulose die nächsten Angehörigen auf eine latente Infektion hin untersucht und in diesem Fall präventiv mit Tuberkulostatika behandelt werden. Die Diagnose einer latenten Tuberkulose erfolgt noch immer mit dem vor einem Jahrhundert entwickelten Tuberkulinhauttest.

Er zeigt an, ob das Immunsystem mit dem Erreger Kontakt hatte. Allerdings fällt der Test auch bei vielen Menschen positiv aus, die als Kinder gegen Tuberkulose geimpft wurden, wie dies in vielen Endemieländern heute noch üblich ist.  So auch in der Türkei, wo Ajit Lalvani vom Imperial College London den von ihm entwickelten Interferon-gamma-Bluttest in einer Studie untersucht hat.

ELISpot, so die Bezeichnung des Tests (es gibt noch einen weiteren), ist ein Labortest, der eine Blutprobe untersucht. Er misst die Fähigkeit der Abwehrzellen, auf den Kontakt mit Tuberkulose-Antigenen hin mit einer Freisetzung von Interferonen zu reagieren. Dies zeigt an, dass das Immunsystem im Körper die Tuberkuloseerreger geortet hat. Das ist auch beim Hauttest der Fall.

Anders als bei diesem setzt man beim Interferon-gamma-Bluttest aber gezielt Antigene ein, die sich von den Antigenen des BCG-Impfstoffs unterscheiden. Im Prinzip sollte der Test bei BCG-geimpften Kindern negativ ausfallen, sofern sie nicht mit den echten Tuberkuloseerregern infiziert sind.

Damit könnte in Ländern mit einer generellen Impfung wie der Türkei die Zahl der Kontaktpersonen vermindert werden, bei denen eine präventive tuberkulostatische Behandlung durchgeführt wird, wenn bei einem Familienmitglied eine aktive Tuberkulose diagnostiziert wurde.

In der Studie wurden 909 Kinder und Jugendliche getestet, die mit einem Patienten mit offener Tuberkulose in einem Haushalt wohnten. Der Hauttest fiel bei 550 Kindern und Jugendlichen positiv aus, der Interferon-gamma-Bluttest war dagegen nur bei 381 Kindern und Jugendlichen positiv. Entsprechend den Bestimmungen der türkischen Gesetze wurden alle 550 Kinder und Jugendliche mit positivem Hauttest ein halbes Jahr lang mit Isoniazid behandelt.

Trotzdem erkrankten 12 an einer aktiven Tuberkulose – ohne Therapie wären er vermutlich weitaus mehr gewesen. Elf der 12 Kinder waren positiv auf den Interferon-gamma-Bluttest. Wenn er zur Grundlage der Therapieentscheidung genommen würde, wären 169 Kinder und Jugendliche (die Differenz von 550 auf 381) die Nebenwirkungen der Therapie erspart geblieben.

Ob dieser Vorteil ausreicht, um Länder mit geringen finanziellen Ressourcen von den Vorteilen des Tests zu überzeugen, dürfte von Kosten-Nutzenüberlegungen abhängen. Den Einsparungen bei den Medikamenten (hier die halbjährige Isoniazid-Therapie) stehen die zusätzlichen Kosten durch den Test gegenüber. © rme/aerzteblatt.de
Links zum Thema

» Volltext der Studie

» Pressemitteilung des Wellcome Trusts

» Pressemitteilung des Imperial College London

» Animation zur Durchführung des Tests
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Geri

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Schnellerer Tuberkulose-Test kann Leben retten
« Antwort #2 am: 07. März 2009, 00:25 »

Ergebnisse stehen nach sieben Tagen fest

17.10.06 - Wissenschaftler des Imperial College London und der Johns Hopkins University haben gemeinsam mit peruanischen Kollegen einen schnelleren und genaueren Tuberkulose-Test entwickelt.

Der sogenannte Microscopic-Observation Drug-susceptibility (MODS)-Test ist außerdem billiger und reagiert empfindlicher auf Medikamenten-resistente Stämme als derzeit zur Verfügung stehende Verfahren. Ergebnisse stehen durchschnittlich nach sieben Tagen fest. Dieser Zeitgewinn könnte vor allem in Entwicklungsländern, in denen Tuberkulose grassiert, vielen Menschen das Leben retten. Details des Testverfahrens wurden im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Die Forscher hoffen, dass der neue Test zu einer rascheren Behandlung vieler Patienten führen wird. Damit könnten die Schwere ihrer Symptome gelindert und die Wahrscheinlichkeit, dass sich weitere Menschen infizieren, reduziert werden.

Schätzungen gehen laut BBC davon aus, dass jährlich mehr als zwei Millionen Menschen an Tuberkulose sterben. Der am häufigsten verbreitete Stamm ist fast zu 100 Prozent behandelbar. Stämme, die gegen mehrere Medikamente resistent sind, werden immer mehr zum Problem. Derzeit empfiehlt die WHO einen Test, der jene Substanz analysiert, die von den Lungen nach einem tiefen Husten freigegeben wird. Der rasch durchführbare Test ist jedoch in rund 50 Prozent der Fälle nicht exakt. Es kann bis zu sechs Wochen dauern, bis die Probe kultiviert ist, die Ergebnisse bestätigt sind und festgestellt wird, ob eine Medikamentenresistenz vorliegt. Diese genauen Untersuchungsmethoden stehen in den Entwicklungsländern nur selten zur Verfügung.

Genauigkeit von 97,8 Prozent

Der MODS-Test ermöglicht eine doppelt so schnelle Diagnose wie die besten bestehenden Verfahren. Zusätzlich kann eine Resistenz gegen mehrere Medikamente in einem Drittel der bisher benötigten Zeit festgestellt werden. Bei der Überprüfung von rund 4 000 Sputum-Proben erkannte der Test eine Erkrankung mit einer Genauigkeit von 97,8 Prozent und schnitt damit deutlich besser ab als bestehende Verfahren. MODS beruht auf der Kultivierung der Tuberkuloseorganismen in einer Flüssigkeit und nicht wie bisher auf einer festen Grundlage. Dadurch wird ein rascheres Wachstum ermöglicht. Das charakteristische Muster wird so unter einem Mikroskop leichter erkennbar. Der Einsatz einer Flüssigkeit ermöglicht auch, dass Medikamente leichter getestet werden können.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Test vor allem bei multiresistenter Tuberkulose große Vorteile bietet.

pte/hs

Geri

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Tuberkulose: Geheimnis der Tuberkelbakterien aufgeklärt
« Antwort #3 am: 07. März 2009, 00:26 »
So entzieht sich M. tuberculosis der Immunabwehr

13.07.07 - Weltweit sterben jährlich an die zwei Millionen Menschen an Tuberkulose. Jetzt haben Wissenschaftler einen Weg erkannt, auf dem das Mycobacterium tuberculosis seine Zerstörung durch die menschliche Immunabwehr verhindert.

Mycobacterium tuberculosis besitzt die außergewöhnliche Fähigkeit, sich innerhalb von Makrophagen zu verstecken, ohne vernichtet zu werden. In den Fresszellen kann sich das Bakterium über lange Zeit unbehelligt verbergen. Die Krankheit bricht erst aus, wenn der Gesundheitszustand des Wirts beeinträchtigt ist. Diese Persistenz ist mit ein Grund, weshalb durch Tuberkulose mehr Menschen sterben als durch jeden anderen bakteriellen Krankheitserreger.

coronin 1 hilft M. tuberculosis zu überleben

Normalerweise werden Bakterien im Inneren der Makrophagen von Phagosomen aufgenommen und an Lysosomen weitergereicht, die die Erreger verdauen. M. tuberculosis hat indes vermag seine Auslieferung an die Lysosomen zu verhindern und in den einigermaßen komfortablen Phagosomen zu überleben.

Bereits 1999 hatten Prof. Jean Pieters und sein damaliger Assistent Giorgio Ferrari ein Protein namens TACO identifiziert (heute als coronin 1 bezeichnet), von dem sie vermuteten, dass es die Auslieferung der Krankheitserreger an die Lysosomen verhindert. "Nun ging es um den Nachweis, dass coronin 1 der entscheidende Faktor für das Überleben von M. tuberculosis ist", erläutert Pieters.

Der Doktorand Jan Massner entwickelte deshalb zusammen mit der Transgenic Mouse Core Facility am Biozentrum ein Mausmodell ohne das coronin-1-Protein. Und gleich, welchen Aspekt der Zellstruktur die Wissenschaftler analysierten, zeigte sich kein Unterschied zwischen Tieren mit und ohne coronin 1.

Also fuhr das Forscherteam fort, die Rolle des Proteins beim Überleben von M. tuberculosis im Labor zu untersuchen. Mit ausgefeilten Experimentanlagen gelang schliesslich der Nachweis: Wenn coronin 1 fehlt, hat M. tuberculosis keine Chance. Die Bakterien werden unverzüglich zu den Lysosomen transportiert und zerstört.
Calcineurin als Signalmolekül ausgemacht

Doch damit war noch nicht erklärt, wie die Anwesenheit von coronin 1 den Abbau von M. tuberculosis blockiert. Eine wichtige Idee lieferte schließlich Rajesh Jayachandran, der vorschlug, bei der Infektion der Zellen mit den Mykobakterien die beiden Substanzen Cyclosporin A und Tacrolimus hinzuzufügen.

Diese zwei Wirkstoffe sind gebräuchlich, um das Signalmolekül Calcineurin zu blockieren. Die Resultate waren erstaunlich: Der Zusatz der Calcineurinhemmer imitierte die Beseitigung von coronin 1 perfekt. Das wies darauf hin, dass coronin 1 das Signalmolekül Calcineurin aktiviert, um den Transport der Erreger zu den Lysosomen zu unterbinden.
Am Anfang eines Wegs zu wirksameren Medikamenten

Nun galt es zu zeigen, ob die Behandlung infizierter Mäuse mit Calcineurinhemmern das Verhalten von M. tuberculosis beeinflusst. Und tatsächlich: Während die Tuberkelbakterien bei den unbehandelten Mäusen fern der Lysosomen verharrten, wurden sie bei den Tieren, die Calcineurinhemmer erhalten hatten, unverzüglich an die Lysosomen weitergereicht. Damit war der Nachweis erbracht, dass sich M. tuberculosis den Signalweg von Calcineurin für sein Überleben im Zellinnern zunutze macht.

Die Forschungsergebnisse (Cell 130 [2007] 37-50) eröffnen neue Perspektiven zur Bekämpfung von Tuberkulose, auch wenn es bis zu therapeutisch nutzbaren Präparaten noch ein weiter Weg ist.

me / idw

Geri

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Jena: Neuer Wirkstoff gegen Tuberkulose entwickelt
« Antwort #4 am: 07. März 2009, 00:27 »
http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_allgemeinmedizin_infektionskrankheiten_tuberkulose_123565958749.htm

Neuer Wirkstoff gegen Tuberkulose entwickelt

26.02.09 - Noch immer sterben jährlich 2,5 Millionen Menschen an Tuberkulose ist Einen neuen Wirkstoff gegen die Infektionskrankheit haben Forscher des Hans-Knöll-Instituts (HKI) in Jena entwickelt.
 
Die zur Gruppe der Benzothiazinone gehörende Substanz habe in Laborversuchen den Tuberkulose-Erreger Mycobacterium tuberculosis effizient abgetötet.

An infizierten Mäusen wurde nach Angaben des Instituts außerdem nachgewiesen, dass der Wirkstoff die tödliche Krankheit heilen kann, ohne für die Tiere selbst schädlich zu sein. Neu an den Benzothiazinonen: Sie greifen die Tuberkulosebakterien an einer anderen zellulären Struktur an als alle bekannten Tuberkulosemedikamente.

Der Wirkstoff sei auch gegen Antibiotika-resistenten Tuberkulose-Erreger wirksam, gegen die es bislang praktisch keine Therapie gebe, teilte ein Sprecher des Instituts mit. Ein US-Pharmakonzern habe sich bereits die Exklusivlizenz gesichert und wolle ein neues Medikament auf den Markt bringen.

dpa / HKI / fs

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Edi

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Re: Tuberkulose
« Antwort #5 am: 08. März 2009, 11:29 »
Tuberkulose: Altes Antibiotikum hilft bei neuen Resistenzen

New York City – Die aus der Antibiotikatherapie anderer Infektionen vertraute Kombination aus einem Beta-Laktam-Antibiotikum und einem Beta-Laktamase-Hemmer zeigt laut Science (2009; 323: 1215-1218) eine starke In-vitro-Wirkung gegen extrem resistente Tuberkulose-Bakterien. Klinische Studien sind bereits geplant.

Beta-Laktam-Antibiotika werden bei der Tuberkulose bisher nicht eingesetzt. Den Grund für die Wirkungslosigkeit erkannten die Forscher bei der Analyse des Genoms von Mycobacterium tuberculosis. Es enthält die Information für eine hochaktive Beta-Laktamase, die dem Erreger der Tuberkulose eine natürliche Resistenz verschafft.

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=35600

Geri

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Re: Tuberkulose
« Antwort #6 am: 18. März 2009, 12:32 »

Der vfa zum Welt-Tuberkulose-Tag:

Mit Forschung, Therapie und Aufklärung engagiert gegen Tuberkulose

Die vollstaendige Pressemitteilung erhalten Sie hier:
http://www.vfa.de/de/presse/pressemitteilungen/pm_010_2009.html

Wenn Sie weitere Informationen wuenschen:

Dr. Rolf Hömke
Tel: +49 30 20604-204
Fax: +49 30 20604-209
mailto:r.hoemke@vfa.de

Berlin (vfa). "Tuberkulose ist tückisch - kaum eine Infektionskrankheit ist so schwer zu behandeln wie diese Krankheit. Und kaum eine andere fordert weltweit so viele
Opfer: Pro Minute sterben drei Menschen daran. Jährlich sind das fast 1,7 Millionen Opfer, die meisten davon in armen Ländern. Tuberkolose kann erfolgreich bekämpft werden
- wir tun dies mit Forschung, Therapie und Aufklärung." Dies erklärt der vfa-Vorsitzende Dr. Wolfgang Plischke heute mit Blick auf den Welt-Tuberkulose-Tag am 24. März.

Für Gesundheit und Lebensqualität von Tuberkulose (TB)-Kranken arbeiten forschende Pharmaunternehmen an mehreren Fronten: In besonders betroffenen Ländern stellen sie Medikamente zur Verfügung und unterstützen den Aufbau von Behandlungseinrichtungen und Aufklärungskampagnen. Sie arbeiten intensiv an neuen, noch wirksameren TB-Medikamenten und -Impfstoffen.

Bei Tuberkulose befallen Mycobakterien die Lunge oder andere Organe bei mangelernährten oder immun-geschwächten Patienten. AIDS-Patienten sind deshalb besonders anfällig für die Krankheit. Weltweit sind Mycobakterienstämme auf dem Vormarsch, gegen die viele der vorhandenen Antibiotika nicht mehr wirken. Dies liegt auch daran, dass die Erreger leicht resistent werden, wenn die Behandlung nicht mindestens sechs Monate ununterbrochen durchgeführt wird.

"Trotzdem wäre Tuberkulose eigentlich in den meisten Fällen noch heilbar", so Plischke. "Doch verhindert in vielen Ländern der Mangel an medizinischen Fachkräften und Einrichtungen sowie der unzuverlässige Medikamentenvertrieb, dass bei den Patienten die TB erkannt wird und sie eine wirksame Behandlung erhalten. Auch die Tatsache, dass nahezu alle TB-Medikamente patentfrei sind und von Generikaherstellern geliefert werden könnten, ändert daran offensichtlich nichts."

Darum engagieren sich mehrere forschende Pharma-Unternehmen für die Überwindung der Versorgungsdefizite, darunter Lilly Pharma, das in der Lilly MDR-TB Partnership unter anderem mit der Weltgesundheitsorganisation kooperiert und Medikamente zum Selbstkostenpreis abgibt. AstraZeneca hat mit dem Roten Kreuz und anderen Partnern ebenfalls Hilfsprogramme aufgelegt. Sanofi-Aventis unterstützt im Programm TB Free die Ausbildung medizinischer Kräfte und den Aufbau von Kompetenzzentren im besonders betroffenen Südafrika.

"Mehrere vfa-Unternehmen untersuchen, mit welchen neuen oder schon gegen andere Erreger zugelassenen Antibiotika Tuberkulose wirksamer und schneller ausgeheilt werden kann als bisher", erläutert Plischke. Präparate der Unternehmen Bayer, Johnson & Johnson, Otsuka Pharma und Novartis werden bereits mit Patienten erprobt. In den kommenden Jahren könnten auch neuartige Wirkstoffe dazukommen, die derzeit in den Labors von AstraZeneca, GlaxoSmithKline, Novartis, Sanofi-Aventis, Otsuka Pharma und Pfizer erfunden und getestet werden. "Viele dieser Projekte", so Plischke, "führen die Unternehmen in Kooperation mit der Global Alliance for TB Drug Development durch." Diese Allianz
(www.tballiance.org) koordiniert die Arbeit von Unternehmen, akademischen Forschern, Stiftungen, staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen.

Darüber hinaus haben mehrere Impfstoffe bereits das Stadium der klinischen Erprobung erreicht, die meist von der Aeras Global TB Vaccine Foundation (www.aeras.org) koordiniert wird. Sie stammen teils aus akademischen, teils aus Firmenlabors. "In einigen Jahren werden wir wissen, welche von ihnen tatsächlich Menschen wirksam vor TB schützen können", so Plischke abschließend.

Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 47 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland mehr als 90.000 Mitarbeiter. Rund 17.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung. Die Pressekonferenzen des vfa - ab sofort auch im Internet. Mehr dazu unter:
http://www.vfa.de/onlinepk

Tanja

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Re: Tuberkulose
« Antwort #7 am: 17. August 2009, 11:28 »
Wachsende Gefahr durch Tuberkulose?

Tuberkulosekeime, gegen die kein Medikament hilft, könnten sich in den
nächsten Jahrzehnten stark verbreiten. Diesen Schluss ziehen
australische Forscher aus Labordaten und statistischen Untersuchungen
zur heutigen Verbreitung der Tuberkulose. Resistenz oder
Unempfindlichkeit gegen Antibiotika entsteht durch Fehler bei der
Behandlung; oft zum Beispiel nehmen die Patienten die Arznei nicht lange
genug ein. Ärzte könnten die Ausbreitung der resistenten Keime vor allem
eindämmen, in dem sie die Weitergabe von Mensch zu Mensch unterbrechen,
schreiben die Forscher.

Quelle: Proceedings of the National Academy of Sciences

Gitti

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Tuberkulose Infos
« Antwort #8 am: 21. März 2010, 13:17 »

Jutta

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Tuberkulose: Sputumschnelltest liefert Ergebnis nach 90 Minuten
« Antwort #9 am: 03. September 2010, 19:52 »
Donnerstag, 2. September 2010

Tuberkulose: Sputumschnelltest liefert Ergebnis nach 90 Minuten

Genf – Ein neuer Test verspricht eine schnelle und einfache Sputumuntersuchung auf Tuberkulose. In einer Studie im New England Journal of Medicine (2010; doi: 10.1056/NEJMoa0907847) erzielte der Test exzellente Ergebnisse. Auch Resistenzen auf Rifampicin wurden erkannt.

Der Schnelltest ist eine Entwicklung der kalifornischen Firma Cepheid. Er basiert auf der Polymerasekettenreaktion (PCR), mit der seit einiger Zeit auch die Gene von Mycobacterium tuberculosis nachgewiesen werden können.

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/42579/Tuberkulose_Sputumschnelltest_liefert_Ergebnis_nach_90_Minuten.htm

Werner

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Tuberkulose - Vitamin D beschleunigt Heilung
« Antwort #10 am: 07. Januar 2011, 18:17 »
Donnerstag, 6. Januar 2011

Vitamin D beschleunigt Heilung bei Tuberkulose

CDC
London – Eine dreimalige Substitution mit Vitamin D hat in einer randomisierten kontrollierten Studie im Lancet (2011; doi: 10.1016/S0140-6736(10)61889-2) die Sputumkonversion bei Patienten mit offener Lungentuberkulose deutlich verkürzt. Das Signifikanzniveau wurde allerdings nur bei Patienten mit einem bestimmten Vitamin-D-Rezeptortyp erreicht.

Die Tuberkulose tritt in den Industrieländern bevorzugt in ärmeren Bevölkerungskreisen auf. Betroffen sind häufig Migranten aus südlichen Ländern, deren Haut unter der beschränkten Sonneneinstrahlung nicht genügend Vitamin D produziert.

............ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/44165/Vitamin_D_beschleunigt_Heilung_bei_Tuberkulose.htm

Evi

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Tuber­kulose-Impfstoff schützt prä- und post­expositionell
« Antwort #11 am: 25. Januar 2011, 01:52 »
Montag, 24. Januar 2011

Tuber­kulose-Impfstoff schützt prä- und post­expositionell

Kopenhagen – Dänische Wissenschaftler haben einen Tuberkulose-Impfstoff entwickelt, der auch nach einer Infektion wirksam ist. In tierexperimentellen Versuchen in Nature Medicine (2011; doi:10.1038/nm.2285) wurde eine Reaktivierung einer latenten Tuberkulose verhindert.

................... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/44402/Tuberkulose-Impfstoff_schuetzt_prae-_und_postexpositionell.htm

Geri

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Tuberkulose - Rifapentin verkürzt Therapie der latenten TBC
« Antwort #12 am: 10. Juli 2011, 00:03 »

Donnerstag, 7. Juli 2011

Rifapentin verkürzt Therapie der latenten Tuberkulose

Baltimore – Das neue Antibiotikum Rifapentin kann die Therapie der latenten Tuberkulose verkürzen und vereinfachen. In einer Studie im New England Journal of Medicine (2011; 365: 11-20) wurden unter der einmal wöchentlichen Einnahme einer Kombination aus Rifapentin plus Isoniazid nach nur 12 Wochen Therapie gleich gute Ergebnisse erzielt wie bei der konventionellen Therapie mit Isoniazid, bei der das Medikamente über mindestens 6 Monate täglich ein genommen werden muss.

Rifapentin ist nicht wirklich ein neues Antibiotikum. Die Substanz wurde bereits 1965 aus dem Antibiotikum Rifampicin synthetisiert, dem in der Folge der Vorzug gegeben wurde. Rifapentin wurde in den USA 1998 und in Europa erst kürzlich als Orphan Drug zugelassen.

Seine Vorteile in der Behandlung der Tuberkulose bestehen in der längeren Wirkdauer. Das Mittel muss nur einmal wöchentlich eingenommen werden. Bei Rifampicin ist eine zweimal wöchentliche Einnahme erforderlich, Isoniazid muss sogar täglich eingenommen werden, was Patienten mit einer latenten Tuberkulose, die also nicht symptomatisch sind, schwer zu vermitteln ist.

Eine schlechte Adhärenz schmälert nicht nur den Therapieerfolg, der in der Vermeidung einer aktiven Tuberkulose besteht. Sie fördert auch das Auftreten von Resistenzen, die künftige Therapie erschweren. Ein gewisser Nachteil von Rifampicin und Rifapentin ist die Induktion von P450-Enzymen, die zu einem beschleunigten Abbau von Protease-Inhibitoren in der Leber führen.

zum Thema

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/46546/HIV_Rifapentin_verkuerzt_Therapie_der_latenten_Tuberkulose.htm

    Abstract der Studie zur Behandlung Erwachsener
    Pressemitteilung der Johns Hopkins Medical Institutions
    Abstract der Studie zur Behandlung von Säuglingen

Auch hier soll Rifapentin günstiger sein als Rifampicin. Die Interaktion an P450-Enzymen ist vor allem in den Hochendemie-Ländern in Afrika von Bedeutung, da hier viele Patienten mit HIV-koinfiziert sind und gerade die HIV-Infektion eine wichtige Motivation für die Behandlung einer latenten Tuberkulose ist.

In einem derartigen http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/46546/HIV_Rifapentin_verkuerzt_Therapie_der_latenten_Tuberkulose.htm

Josef

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Tuberkulose: Gefährlich, weil sehr anpassungsfähig
« Antwort #13 am: 19. Juli 2012, 19:28 »


Tuberkulose: Gefährlich, weil sehr anpassungsfähig

16. Juli 2012, 11:14

Mycobacterium tubercolosis wird mit Antibiotika-Cocktails therapiert, Resistenzen sind aktuell ein wachsendes Problem

Das Problem ist nicht neu: Seit Jahrzehnten nimmt die Häufigkeit von antibiotikaresistenten Bakterienstämmen zu. Diverse Keime sind gleich gegen mehrere Wirkstoffe unempfindlich, und manchen kommen Mediziner mit keinem Antibiotikum mehr bei.

Zur Bekämpfung von Mycobacterium tubercolosis griffen Ärzte bislang vor allem zu Rifampicin und Isoniazid - immer öfter ohne Erfolg. Hauptursache ist fehlerhafter Medikamentengebrauch. Durch zu schwache oder kurzfristige Dosen bekommen die Bakterien Gelegenheit, sich genetisch anzupassen.

Psychische Störungen oder gar Nierenversagen

Eine 2010 publizierte Studie aus Lettland hat Fachleute besonders beunruhigt. Dort wurden die Krankenakten von 996 TB-Patienten mit einem Befall von multiresistenten Erregern genau unter die Lupe genommen. Jeder dieser Menschen hatte sich einer Kombinationstherapie mit mindestens vier verschiedenen Medikamenten unterzogen. 79 Prozent der Patienten litten während der zum Teil mehr als zweieinhalb Jahre dauernden Behandlung mindestens einmal unter unangenehmen Nebenwirkungen, im Schnitt traten diese dreimal auf. Die häufigsten waren Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.

Schwerwiegende Probleme wie psychische Störungen oder gar Nierenversagen traten bei 13 beziehungsweise vier Prozent der Betroffenen auf. Die Folgen: Die Mehrheit der Behandelten (64 Prozent) setzte zumindest eines der Antibiotika frühzeitig oder für einen gewissen Zeitraum ab, während bei weiteren 20 Prozent die Dosis herabgesetzt wurde, um so die Nebenwirkungen zu verringern (vgl.: International Journal of Tuberculosis and Lung Disease, Bd. 14, S. 275).

Weitreichende Folgen

Mikrobiologen läuft es bei solchen Zahlen kalt den Rücken herunter. Wenn mehr als drei Viertel der Patienten eine begonnene Antibiotikatherapie nicht konsequent zu Ende bringen, dann ist die Entstehung weiterer Resistenzen geradezu vorprogrammiert. Somit sind die Nebenwirkungen der Medikamente nicht nur di-rekt, sondern auch indirekt ein ernsthaftes Gesundheitsproblem.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bereits reagiert. Vor wenigen Wochen brachte sie ein spezielles Handbuch für die Überwachung von Tuberkulose-Behandlungen und ihre negativen Begleiterscheinungen heraus. Es geht den WHO-Experten zunächst vor allem darum, mehr Informationen zu sammeln. Die Sicherheit der Patienten und die Effektivität der Therapien sollen dadurch verbessert werden. Offenbar gibt es auf diesem Gebiet noch erhebliche Wissenslücken, die Problematik sei viel zu lange vernachlässigt worden, betonen die Verfasser.

Es gibt jedoch auch positive Berichte. Den Ärzten könnten schon bald neue Waffen im Kampf gegen M. tuberculosis zur Verfügung stehen. Der Wirkstoff TMC207 zum Beispiel gilt als vielversprechend. Er greift in die ATP-Synthese von Bakterien ein und blockiert so deren Energiehaushalt. In Tierversuchen hat der kombinierte Einsatz von TMC207 mit anderen Antibiotika bereits nach ein bis zwei Monaten exzellente Wirksamkeit gegen multiresistente Tuberkulose-Erreger gezeigt.
Mediziner hoffen ......... http://derstandard.at/1342139172126/Tuberkulose-Gefaehrlich-weil-sehr-anpassungsfaehig
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Evi

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Tuberkulose - Körper reagiert auf Viren und nicht auf Bakterien
« Antwort #14 am: 09. März 2013, 14:18 »



pte20130301009

"Falsche" Immunreaktion unterstützt Tuberkulose

Neue Studie zeigt: Körper reagiert auf Viren und nicht auf Bakterien

Los Angeles (pte009/01.03.2013/10:00) - Bakterien wie Tuberkulose (TBC) können sich im Körper ausbreiten, weil das Immunsystem die "falsche" Immunreaktion" einsetzt. Zu diesem Ergebnis kommt die University of California http://ucla.edu . Anstatt die Infektion zu bekämpfen, produzieren Patienten mit einer schweren Infektion ein Protein, das Viren angreift. Jedes Jahr infizieren sich rund 8,7 Mio. Menschen mit TBC. Die in Science http://sciencemag.org veröffentlichten Ergebnisse könnten erklären, warum ........ http://www.pressetext.com/news/20130301009

Richi

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Tuberkulose? Quantiferon TB in tube-Test
« Antwort #15 am: 04. Oktober 2013, 22:37 »
x



http://www.if-freiburg.de/Diagnostik/QuantiferonTB.html


Hinweis, aus dem Text:
Kann der Test eine aktive Tuberkulose ausschliessen?       
Nein, bei einem negativen Quantiferon-TB-Test ist eine aktive Tuberkulose nicht ausgeschlossen (Sensitivität von ~ 75%)!



Quantiferon TB in tube-Test
Wie funktioniert der Test?    


Personen, die von Mycobacterium tuberculosis infiziert werden, bilden im Rahmen ihrer Immunantwort Tuberkulose-spezifische T-Effektor- und T-Gedächtnis-Zellen. Diese können mykobakterielle Antigene erkennen und dadurch zur Bildung von Interferon (IFN)-γ stimuliert werden. Dies wird in dem Test ausgenutzt: im Vollblut vorhandene MHC-tragende Zellen präsentieren die in dem roten Röhrchen vorhandenen Antigene den T-Effektor-Zellen, die ebenfalls im Vollblut vorhanden sind. Erkennen diese Effektor-Zellen die Antigene, dann werden sie während der nächtlichen Inkubation zur Bildung von IFN-γ stimuliert. Dieses wird mittels enzyme-linked immunosorbent assay (ELISA) gemessen.
Welche Bedeutung haben die drei Röhrchen?       In dem Röhrchen mit dem roten Verschluss sind "tuberkulose-spezifische" (siehe unten) Antigene, in dem mit dem lila Verschluß Phythemagglutinin (Mitogen = Positiv-Kontrolle) und in dem mit dem grauen Verschluß kein Antigen (Negativ-Kontrolle).
Wie wird der Test interpretiert?        negativ: Der TBC-Quantiferon-Test ist negativ, wenn die IFN-γ-Konzentration nach Stimulation durch TBC-spezifische Antigene (nach Nullwert-Korrektur) weniger als 0,35 IU/l beträgt bei einem Wert für die Mitogen-(PHA)Kontrolle von >0,5 IU/l.
positiv: Der TBC-Quantiferon-Test ist positiv, wenn die IFN-γ-Konzentration nach Stimulation durch TBC-spezifische Antigene (nach Nullwert-Korrektur) mehr als 0,35 IU/l beträgt bei einem Wert für die Mitogen-(PHA)Kontrolle von >0,5 IU/l. Liegt der Wert zwischen 0,35 und 1,0 IU/ml, bezeichnen wir den Test als schwach positiv, die klinische Bedeutung dieser Positivität ist derzeit noch unklar.
unschlüssig: Bei einer IFN-γ Konzentration von weniger als 0,35 IU/l nach Stimulation durch TBC-spezifische Antigene (nach Nullwert-Korrektur) und gleichzeitig von weniger als 0,5 IU/l nach Stimulation durch Mitogen-(PHA) geht man davon aus, daß die Tuberkulose-spezifischen Effektorzellen prinzipiell nicht ausreichend IFN-γ produzieren können. Dies ist beispielsweise häufiger bei Patienten nach Stammzelltransplantation der Fall.
Wie spezifisch ist der Test?       Die verwendeten Antigene sind im Genom von Mykobakterien des MTB-complexes (M. tuberculosis, M. africanum, M. bovis, M. carnetti , M. microti, M. pinipedii) sowie von M. szulgai, M. marinum, M. kansasii, M. flavescens, M. gordonae, M.gastrii und M. leprae enthalten, nicht aber im für die BCG-Impfung verwendeten BCG-Stamm. Es kommt daher nicht zu einer Kreuzreaktion nach BCG-Impfung.
Wie sensitiv ist der Test?       Für die Diagnose einer latenten Tuberkulose gibt es keinen "Gold-Standard". Daher wird häufig die Positivität bei der kulturell gesichterten Diagnose einer aktiven Tuberkulose als Surrogat für die Sensitivität herangezogen. Die Sensitivität bei der Diagnose einer aktiven Tuberkulose liegt bei ~75%.
Kann der Test eine aktive Tuberkulose ausschliessen?       Nein, bei einem negativen Quantiferon-TB-Test ist eine aktive Tuberkulose nicht ausgeschlossen (Sensitivität von ~ 75%)!
Was sagt der Test aus?       - Wenn der Test positiv ist, hat die Person entweder eine aktive oder latente Tuberkulose (hohe Spezifität). Patienten, die eine Tuberkulose-Exposition und anschliessend ein positives Testergebnis hatten, hatten eine 15%ige Wahrscheinlichkeit, innerhalb der nächsten zwei Jahre eine Tuberkulose zu entwickeln (wenn sie keine Prophylaxe eingenommen hatten; Diel et al. 2008).
- Wenn der Test negativ ist, hat der Patient mit 75% iger Sicherheit keine aktive Tuberkulose und mit einer ähnlichen Wahrscheinlichkeit keine latente Tuberkulose.
- Wenn der Test unschlüssig ist, kann über den Tuberkulose-Infektionsstatus bei dem jeweiligen Patienten keine Aussage getroffen werden.
Kann der Test zwischen aktiver oder latenter Tuberkulose unterscheiden?       Der Test kann nicht zwischen aktiver oder latenter Tuberkulose unterscheiden!
Wie muß das Blut abgenommen werden?       Die Röhrchen funktionieren nach dem Vakutainer-Prinzip, das in jedes Röhrchen die definierte Menge von 1 ml Blut einsaugt. Die schwarze Markierung seitlich am Röhrchen ist die 1 ml-Fülllinie, die bei der Blutentnahme erreicht werden muss (nach Erreichen ein paar Sekunden warten)! Bei Verwendung eines Butterflys muss daher dessen Schlauch vorher mit Blut gefüllt sein. Es ist sinnvoll, einen Adapter sowie einen Multiadapter für dieses Vakutainer-System zu verwenden (siehe Abbildung). Nach der Blutentnahme die Röhrchen mehrfach wenden, um das Antigen aufzulösen.
          
Wie werden die Röhrchen gelagert und transportiert?       Die Röhrchen werden bei Raumtemperatur gelagert und transportiert. Dies sollte innerklinisch über den Transportdienst erfolgen. Die gefüllten Röhrchen sollten innerhalb von spätestens 12 (-16) Stunden im Labor sein.
Wie erhalte ich diagnostische Kits?       Die Blutentnahmesets (€ 10,12) sind in der Reagenzienzentrale vorrätig und können über BESSY unter der Material-Nr. 60077614 angefordert werden.
Wann wird der Test durchgeführt?       Wöchentlich derzeit einmal am Freitag. Das Blut muß daher spätestens bis Donnerstag um 16 Uhr im Labor sein. Es kann von Montag bis einschliesslich Donnerstag geschickt werden.
Wo finde ich das Ergebnis?       Im Medoc im Immunologie-Reiter, derzeit meist ab Freitag Mittag.
« Letzte Änderung: 04. Oktober 2013, 22:52 von Richi »

Richi

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Tuberkulose: Mendel-Mantoux-Test
« Antwort #16 am: 04. Oktober 2013, 22:45 »
x


http://www.hochtaunuskreis.de/Block/Gesellschaft+_+Soziales_+Gesundheit_+Verbraucherschutz+_+Tierschutz/Gesundheit/Tuberkulosef%C3%BCrsorge/Mendel_Mantoux_Test.print



Mendel-Mantoux-Test

Intrakutantest nach Mendel-Mantoux


Für eine exakte Untersuchung auf Tuberkulose ist der Mendel-Mantoux-Test (international Mantoux-Test geläufiger) in Gebrauch.

Dabei werden 2 TU (tuberculin units) Tuberkulin RT 23 des Statens Institut Kopenhagen (in Deutschland seit September 2005 zugelassen) intrakutan in die oberste Hautschicht (Epidermis) gespritzt.
Nach der Injektion darf die Teststelle nicht gerieben oder übermäßiger UV-Strahlung ausgesetzt werden.

Der Test wird nach frühestens 48 Stunden, besser nach 72 Stunden abgelesen und gilt bei gesunden Tuberkuloseexponierten als Hinweis auf eine Tuberkuloseinfektion, wenn sich eine verhärtete Schwellung (Induration) von mehr als 6 mm Durchmesser zeigt.

Bei immungestörten Kontaktpersonen und Kleinkindern ist der Verdachtsfall auf eine Tuberkuloseerkrankung bereits bei einer Induration ab 5 mm erreicht.
Bei Personen, die BCG-geimpft sind, gilt der Test erst bei einer Induration von mehr als 15 mm als ansteckungsverdächtig. Die nunmehr verfügbaren Interferon-Gamma-Tests können hier zur exakteren Klärung der Frage einer Tuberkuloseinfektion beitragen.

Durch die wesentlich genauere Verabreichung der Tuberkulinmenge ist der Mendel-Mantoux-Test zuverlässiger als der in früheren Zeiten gebräuchliche Stempeltest.
Der Test beweist eine durchgemachte Erstinfektion oder eine Impfung.

Den Aktivitätsgrad der Erkrankung kann dieser Test nicht anzeigen.



----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


http://www.tuberkulose-ratgeber.de/diagnose/tuberkulin-hauttest



Tuberkulin-Hauttest

THT: Mendel-Mantoux-Methode



Nach der ärztlichen Anamnese und einer körperlichen Untersuchung, die meist wenig ergiebig ist, ist der Tuberkulin-Hauttest (THT) nach der Mendel-Mantoux-Methode der nächste Schritt auf dem Weg zur Diagnose.

Hierbei wird eine definierte Menge Tuberkulin, ein Extrakt aus Tuberkulosebakterien, in die Haut des Unterarms injiziert. Hat sich der Getestete im Laufe seines Lebens bereits einmal mit Tuberkulose-Erregern infiziert, reagiert das Immunsystem auf das injizierte Extrakt mit einer spezifischen Abwehrreaktion.
Nachweis einer spezifischen Immunabwehr

Diese Abwehrreaktion ist nur möglich, wenn der Getestete infolge einer früher bereits stattgefundenen Infektion eine spezifische Immunität erworben hat. Als positiv wird der Test gewertet, wenn sich nach etwa 3 Tagen um die Einstichstelle herum eine gerötete, tastbare Verhärtung von bestimmter Größe bildet. Diese ist ein Zeichen dafür, dass körpereigene Abwehrzellen zur Einstichstelle gewandert sind, weil die im Extrakt enthaltenen Bestandteile des Erregers vom Immunsystem sofort erkannt wurden. Das passiert, weil das Immunsystem im Verlauf der früheren Infektion schon einmal Kontakt mit den Tuberkulosebakterien hatte und sie deshalb nun wieder erkennt.

Ein positiver Tuberkulin-Hauttest zeigt jedoch nur an, dass der Betroffene mit Tuberkuloseerreger infiziert ist. Ein positives Testergebnis gibt jedoch keinen verlässlichen Aufschluss darüber, ob der Getestete infolge einer früheren Infektion nur latent infiziert ist, oder ob sich beim ihm eine aktive, symptomatische Erkrankung entwickelt. Um dies zu unterscheiden, sind weitere Untersuchungen erforderlich.

Probleme mit dem Testergebnis


Allein hat der Tuberkulin-Hauttest wenig Aussagekraft hinsichtlich einer frischen Infektion. Der Tuberkulin-Hauttest kann auch falsch positive oder falsch negative Testergebnisse liefern, wenn bestimmte Umstände nicht berücksichtigt werden.

Falsch positiv kann der Tuberkulin-Hauttest zum Beispiel ausfallen,


    weil der Getestete früher einmal eine Tuberkulose-Schutzimpfung (BCG-Impfung) erhalten hat.
    weil er nicht 100%ig spezifisch für die Erreger aus dem Mycobacterium-tuberculosis-Komplex ist. Er liefert auch ein positives Testergebnis bei einer Infektion mit anderen, nicht Tuberkulose verursachenden Mykobakterienarten, den so genannten atypischen Mykobakterien, auch kurz MOTT (engl.: mycobacteria other than tuberculosis) genannt.

Falsch negativ kann der Tuberkulin-Hauttest zum Beispiel ausfallen

    bei einer frischen Erstinfektion, denn der Test kann erst etwa sechs Wochen nach Infektionsbeginn positiv werden. So lange dauert es, bis sich infolge der Infektion spezifische Abwehrzellen herausgebildet haben, die auf das unter die Haut injizierte Extrakt reagieren können.
    bei immungeschwächten Menschen (zum Beispiel bei einer HIV-Infektion)
    bei kleinen Kindern und alten Menschen

Sissi

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WHO: Kampf gegen Tuberkulose längst nicht gewonnen
« Antwort #17 am: 25. Oktober 2013, 23:19 »




WHO: Kampf gegen TBC längst nicht gewonnen

Erkrankungen werden nicht diagnostiziert, Resistenzen nehmen zu


Genf (pte002/25.10.2013/06:00) - Rund drei Mio. Menschen, die 2012 an Tuberkulose (TBC) erkrankt sind, wurden laut der WHO http://who.int nicht erfasst. Diese Fälle zu finden, ist laut einer Studie eine der größten Herausforderungen in der Behandlung und Kontrolle von TBC. In Ländern wie Indien, Südafrika und Bangladesch lebt der Großteil der nicht diagnostizierten Personen. Die WHO geht dennoch davon aus, dass das Ziel, die Todesfälle dadurch bis 2015 zu halbieren, erreicht werden kann.

Immense Dunkelziffer

Laut Mario Raviglione von der WHO sind in den vergangenen 15 Jahren 56 Mio. Menschen geheilt worden und 22 Mio. Leben konnten gerettet werden. Die Hälfte der am stärksten belasteten Länder ist mit den Vorgaben der Millenniums-Entwicklungsziele wieder auf Kurs. Es bleiben jedoch eine Reihe von Herausforderungen.

Laut Raviglione besteht eine der größten Herausforderungen darin, die nicht erfassten Erkrankungen zu identifizieren. "Es gibt rund drei Mio. Menschen, die an TBC erkrankt und nicht offiziell erfasst sind. Manche dürften nie gefunden werden, manche sind im privaten Sektor versteckt, der die Fälle nicht meldet. Das ist eine der größten Herausforderungen, der wir begegnen müssen."

Bessere Infrastruktur nötig

Laut der WHO müssen auch die Testmöglichkeiten in vielen Ländern mit der Hilfe von NGOs und Freiwilligen verbessert werden. Vor allem in asiatischen Ländern muss mehr getan werden, um sicherzustellen, dass die Daten zu den Erkrankungen gesammelt und zentral gemeldet werden. Die zweite große Herausforderung besteht in arzneimittelresistenter TBC.

Die Experten der UNO geht davon aus, dass 2012 rund 450.000 Menschen an multiresistenter TBC erkrankt sind. China, Indien und Russland sind am stärksten betroffen. Philipp du Cros von Medecins Sans Frontieres MSF http://www.msf.org zufolge sind drei von vier Menschen mit multiresistenter TBC auch heute noch nicht diagnostiziert. 17.000 Patienten, bei denen diese Krankheit 2012 festgestellt wurde, begannen nicht einmal mit einer Behandlung.

Mehr Forschung und mehr Mittel

Diese schockierenden Zahlen sind für die Fachleute eine Anklage an das weltweite Versagen im Kampf gegen arzneimittelresistente TBC. Würden jetzt nicht sofort Maßnahmen eingeleitet, sei mit einer weiteren Zunahme von nur schwer zu behandelnden arzneimittelresistenten TBC-Stämmen zu rechnen.

Mehr Forschung ist den Medizinern nach notwendig, um die Behandlungszeiten zu verkürzen, effektiver und weniger belastend für die Patienten zu gestalten. Rund zwei Mrd. Dollar seien nötig, um die Finanzierungslücke bei der Behandlung von TBC zu schließen.

Josef

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Tuberkulose
« Antwort #18 am: 20. März 2014, 23:39 »


Medieninformation der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP)
Welt-Tuberkulosetag am 24. März 2014


Tuberkulose: Trotz leicht sinkender Zahlen in Österreich gibt steigende Zahl multiresistenter TBC-Erkrankungen Anlass zur Sorge
Graz, 20. März 2014. Weltweit nimmt die Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen zwar seit einigen Jahren langsam ab, dennoch stellt diese bakterielle Infektion vor allem in Osteuropa, aber auch in Afrika sowie in Asien unverändert ein großes und ernstzunehmendes Problem dar. „In Osteuropa registrieren wir mit großer Aufmerksamkeit die weitere Zunahme multiresistenter Tuberkulosefälle“, warnte heute in Graz Dr. Holger Flick, Leiter des ÖGP-Arbeitskreises ‚Infektiologie und Tuberkulose’, anlässlich des Welt-Tuberkulosetages am kommenden Montag davor, die Gefahr zu unterschätzen. „Die Zunahme von Resistenzen erschwert die prinzipiell langwierige Therapie dieser Lungenerkrankung noch zusätzlich und gibt Anlass zu ernsthafter Sorge.“

Tuberkulose (TBC) – lebensbedrohliche bakterielle Infektion
Tuberkulose, früher auch Schwindsucht genannt, wird von sogenannten Mykobakterien (meist Mycobacterium tuberculosis) hervorgerufen. Diese wurden erstmals 1882 durch Robert Koch beschrieben, der dafür 1905 den Nobelpreis erhielt.
Die Infektion manifestiert sich zumeist in der Lunge; man spricht von Lungentuberkulose. Prinzipiell kann sich die TBC aber in allen Geweben und Organen manifestieren (Organtuberkulose). Verschiedene Faktoren wie der allgemeine Gesundheits- und Ernährungszustand, der Immunstatus, aber auch genetische Faktoren sind dafür verantwortlich, ob die Erkrankung ausbricht oder die körpereigene Immunabwehr einen Ausbruch unterdrücken kann. Betroffene klagen typischerweise über eine anhaltende Hustensymptomatik. Diese kann mit Gewichtsverlust, Fieber, Thoraxschmerzen und gelegentlich Bluthusten einhergehen. Die Ansteckung erfolgt zumeist über engen Kontakt mit Erkrankten, da die Bakterien mittels Tröpfcheninfektion (Aushusten, Niesen usw.) übertragen werden.
Während TBC noch im frühen 20. Jahrhundert als DIE endemische Erkrankung der städtischen Armen galt, wird sie in Mitteleuropa inzwischen als seltene Erkrankung eingestuft. Dennoch: Laut dem aktuellen WHO-Bericht erkrankten 2012 weltweit 8,6 Millionen Menschen an einer TBC und 1,3 Millionen verstarben an dieser prinzipiell heilbaren Erkrankung. Somit stellt diese Infektionskrankheit international nach wie vor die häufigste zum Tode führende bakterielle Erkrankung und somit ein großes Problem dar.

TBC in Österreich
Österreich zählt mit einer Tuberkuloseinzidenz (Inzidenz = Häufigkeit) von unter 10 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern zu den sogenannten Niedriginzidenzländern[1]. Im Jahr 2012 wurden in Österreich 648 Tuberkulosefälle registriert. Somit hält in Österreich der rückläufige Trend der allgemeinen TBC-Inzidenz an (2011: 8,19/100.000 Einwohner vs. 2012: 7,66/100.000 Einwohner). In den allermeisten Fällen (79%) handelt es sich dabei um eine Lungentuberkulose.

Abb. 1; Quelle: AGES

„Bei Personen mit österreichischer Staatsangehörigkeit erkranken vor allem ältere Menschen über 45 Jahre und bei MigrantInnen sind meist Kinder und junge Erwachsene unter 45 Jahre betroffen“, so Flick.

Zahl der multiresistenten TBC-Fälle nimmt auch in Österreich zu
Die Zahl multiresistenter (MDR) und extrem arzneimittelresistenter (XDR) Tuberkulose-Fälle ist weiter angestiegen. Waren es 2011 noch 19 MDR-Fälle, davon 6 XDR, so sind es 2012 bereits 27 MDR-Fälle, davon 10 XDR. Somit nimmt erwartungsgemäß der steigende Trend der MDR/XDR-Erkrankungen zu, was auf die allgemeine Zunahme der MDR-TBC in Osteuropa zurückzuführen ist. Die meisten MDR-PatientInnen hierzulande stammen aus der Russischen Föderation oder Rumänien.

Abb. 2; Quelle: AGES

Tuberkulose weiterhin unbedingt ernst nehmen

Besonders brisant sind immer wieder auch in Österreich TBC-Ausbrüche. So kam es 2013 erneut zu Ausbrüchen an Wiener Schulen. Dementsprechend waren vor allem Kinder und Jugendliche betroffen. „Derartige Situationen können nur durch ein intaktes System der Tuberkulose-Erkennung und -Therapie und eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsbehörden und involvierten medizinischen Einrichtungen gemeistert werden. In diesem Sinne ist es sehr erfreulich, dass seit 2013 eine überarbeitete ‚Österreichische Leitlinie zur Tuberkulose-Umgebungsuntersuchung‘ in Kraft getreten ist“, betont Flick.
Flick stimmt dem Fazit der AGES zu, dass trotz des rückläufigen Trends der Tuberkulose in Österreich diese, insbesondere durch das vermehrte Auftreten von multiresistenter Tuberkulose, nach wie vor eine erstzunehmende Herausforderung für die öffentliche Gesundheit darstelle.

Was kann in Österreich verbessert werden?
Im klinischen Alltag wird die TBC zu oft nur anhand histologischer Befunde diagnostiziert, weil die Möglichkeit einer tuberkulösen Erkrankung häufig nicht rechtzeitig in Betracht gezogen und Kulturen primär nicht angelegt werden. Aktuell werden daher lediglich 63% aller Fälle durch einen kulturellen Mycobacterium-Nachweis bestätigt, die WHO fordert 80%. Angesichts der steigenden MDR/XDR-Rate sollte bei unklaren pulmonalen oder extrapulmonalen Erkrankungen weiterhin auch an die Möglichkeit einer TBC gedacht und entsprechende Kulturen zur frühzeitigen Erkennung einer multiresistenten TBC angelegt werden.
Die Rate erfolgreicher Behandlungen liegt mit 81% der pulmonalen TB-Fälle und 62,5% der MDR/XDR Tuberkulosefälle unter den WHO-Forderungen von 85% bzw. 70%. Flick: „In diesem Sinne besteht in Österreich Verbesserungsbedarf bei der TBC-Diagnostik und
-Therapie und die entsprechenden Strukturen müssen weiter optimiert werden.“
Erfreulicherweise stehen seit 2013 für Patienten mit MDR/XDR-TBC mit Bedaquiline und Delamanid zwei neue Medikamente zur Verfügung, was die Überlebenschancen dieser lebensbedrohlich erkrankten Patienten hoffentlich verbessern wird.
Mit Hinblick auf die Zunahme der MDR stelle sich aber trotzdem die Frage, so Flick, „inwieweit die strukturellen und personellen Kapazitäten im Bereich der spezialisierten TBC-Einrichtungen mittelfristig an Grenzen stoßen und gegebenenfalls ausgebaut werden müssen.“

[1] Österreichische Leitlinie zur Tuberkulose-Umgebungsuntersuchung; http://bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Krankheiten/Uebertragbare_Krankheiten/Oesterreichische_Leitlinie_zur_Tuberkulose_Umgebungsuntersuchung)


Hinweis: Am Montag, 24. März 2014, ist Welt-Tuberkulosetag!


Kontakt
Dr. Holger Flick, Leiter des ÖGP-Arbeitskreises ‚Infektiologie und Tuberkulose’ und Oberarzt an der Klinischen Abteilung für Lungenkrankheiten, UKIM-LKH Universitätsklinikum/Medizini¬sche Universität Graz
Tel: +43 316 385 – 80621
E-Mail: holger.flick@medunigraz.at

Rückfragen Presse
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Barbara Urban: +43 664/41 69 4 59, barbara.urban@medical-media-consulting.at
Mag. Harald Schenk: +43 664/160 75 99, harald.schenk@medical-media-consulting.at

Attachment: Text in formatierter Form sowie Foto Dr. Holger Flick, Leiter des ÖGP-Arbeitskreises ‚Infektiologie und Tuberkulose’; Fotocredit: privat.
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

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Neue Patienteninfo zu Tuberkulose
« Antwort #19 am: 06. Juli 2014, 21:10 »




Neue Patienteninfo zu Tuberkulose

Freitag, 4. Juli 2014

Berlin – Auf zwei Seiten informiert eine neue Kurzinformation „Tuberkulose – auch hierzulande ein aktuelles Thema“ Patienten über Risikogruppen, Krankheitszeichen, Meldepflicht und Behandlungsmöglichkeiten der Tuberkulose. Gefährdete Personen und Betroffene finden wichtige Fakten und praktische Tipps zum besseren Umgang mit der Erkrankung.

zum Thema

    zur Kurzinformation

Weltweit erkranken ........ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59265

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Tuberkulose
« Antwort #20 am: 26. März 2021, 14:03 »
20590



Welttuberkulosetag 24. März

Tuberkulose in der Pandemie: weniger Patienten im Krankenhaus – aber vermehrt schwere Fälle

Die Erreger werden durch Tröpfchen in der Atemluft übertragen. Meist manifestiert sich die Erkrankung in der Lunge, doch fast alle Organe können betroffen sein. Der Verlauf kann schwer sein und tödlich enden. Die Rede ist aber ausnahmsweise nicht von COVID-19, sondern von Tuberkulose (TBC). Diese von Bakterien verursachte Erkrankung ist mit global 10 Millionen Infektionen und Jahr für Jahr 1,4 Millionen Todesfällen eine der tödlichsten Infektionskrankheiten. Trotz verfügbarer Therapie sterben weltweit fast 4.000 Menschen pro Tag daran. Rund ein Drittel der Weltbevölkerung ist Träger einer beschwerdefreien, sogenannten latenten Tuberkulose, die aber ansteckend ist und bei Schwächung des Immunsystems ausbrechen kann.
Eigentlich hat es laut WHO gute Fortschritte im internationalen Kampf gegen diese Infektionskrankheit gegeben. Die Corona-Pandemie könnte diese aber jetzt gefährden. Einerseits dadurch, dass vielerorts wichtige Ressourcen wie Fachkräfte und Gelder zur Eindämmung von COVID-19 gebraucht werden und dann bei der TBC-Bekämpfung fehlen; ein Problem, das vor allem strukturell schwache Länder trifft. Andererseits dadurch, dass Tuberkulose-Patienten* aufgrund der Pandemie ihre Behandlungs- und Versorgungstermine nicht wahrnehmen. Eine gefährliche Kombination, die zu einem weltweiten Ansteigen von Tuberkulose und vor allem von multiresistenter Tuberkulose führen kann.

Heimtückische „Schläfer“: Latente TBC
Tuberkulose-Bakterien werden durch Husten oder Niesen übertragen. Der Empfänger atmet sie ein, daher manifestiert sie sich zumeist in der Lunge (Lungentuberkulose), kann jedoch prinzipiell jedes Organ oder Gewebe (Organtuberkulose) befallen. Ob der menschliche Körper die TBC-Infektion abwehren kann oder daran erkrankt, ist von Faktoren wie Ernährungszustand und Immunstatus abhängig. „Tuberkulosebakterien können sich aber auch im Körper abkapseln. Sie sind dann inaktiv, breiten sich nicht weiter aus, können aber jahrelang in diesem Zustand überleben; man spricht von latenter TBC. Betroffene zeigen keinerlei Beschwerden. Erst bei einer Schwächung des Immunsystems kann es, oft erst nach Jahren, zu einer Aktivierung der Erkrankung TBC kommen; man spricht von aktiver TBC,“ erläutert ÖGP-Generalsekretär Prim. Priv.-Doz. Dr. Bernd Lamprecht.

Gefährliche Resistenzen – multiresistente Tuberkulose
„Tuberkulose ist eine heute prinzipiell heilbare Infektionskrankheit, deren Gefahr aber darin besteht, dass eine unzureichende Therapie oder Therapiefehler zur Entwicklung resistenter Tuberkulosebakterien führen, die dann nur sehr schwer oder im schlimmsten Fall nicht mehr therapierbar sind“, so der Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Linzer Universitätsklinikum weiter. In strukturell schwachen Ländern mit wenig gut ausgebauten Krankenversorgungssystemen und hoher Tuberkulose-Inzidenz kann es durch die Überlastung der Gesundheitssysteme durch die COVID-19-Pandemie vermehrt genau dazu kommen: Behandlungen werden abgebrochen oder unzureichend durchgeführt, ein Nährboden für die Ausbreitung von Resistenzen.

Österreich gut gewappnet – dennoch bedenkliche Entwicklung

Das österreichische Gesundheitssystem verfügt über genügend strukturelle und finanzielle Ressourcen, um Tuberkulose-Patienten auch in Zeiten der Pandemie ausreichend und umfassend zu diagnostizieren und versorgen. „Um den Erfolg einer Tuberkulose-Therapie nicht zu gefährden, müssen und können die TBC-Patienten in Österreich auch während der Pandemie weiter behandelt werden“, betont OA Dr. Helmut J.F. Salzer, MPH, Leiter des Arbeitskreises Infektiologie und Tuberkulose der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP). Auch eine rasche Diagnostik ist von größter Wichtigkeit: Wer früh diagnostiziert und behandelt wird, erkrankt nicht so schwer, die Gefahr von Folgeschäden ist weitaus geringer und die Infektionskette schnell durchbrochen.

Aber die Corona-Krise hat auch in Österreich zu Veränderungen geführt: Seit Beginn der Pandemie werden hierzulande weniger, dafür vermehrt schwere TBC-Fälle in den Krankenhäusern registriert. „Wir beobachteten, dass während der Monate der COVID-19-Wellen im Frühjahr und Herbst deutlich weniger TBC-Patienten ins Krankenhaus gekommen sind als im Vergleichszeitraum in den Jahren zuvor. In den Phasen dazwischen sahen wir hingegen vermehrt TBC-Patienten mit deutlich schwereren Ausprägungen. Vermutlich führt die COVID-19 Pandemie wie in vielen anderen Bereichen auch im Bereich der Tuberkulose zu einer Minderversorgung.“
Dies sei aus zwei Gründen sehr beunruhigend: Zum einem, da diese Patienten länger infektiös in ihren Familien, unter Freunden oder mit ihren Arbeitskollegen zusammen sind und somit die Infektionskette größer sein könnte. Zum anderen, weil der Therapieerfolg bei einer schwereren Erkrankung einfach schlechter ist. „Wir sehen dann Patienten mit einem sehr ausgeprägten Befall der Lunge, z.B. mit mehreren und größeren Kavernen, den für TBC typischen Lungengewebsschädigungen, was darauf hindeutet, dass die Erkrankung schon lange besteht.“ Eine Entwicklung, die auch in anderen Ländern beobachtet wird.

Rasche und exakte Diagnostik trotz Pandemie wichtig
Es gilt also, die Infektionskette möglichst rasch zu unterbrechen. Salzer: „Neben möglichst frühzeitiger Diagnose und rascher, leitliniengerechter Behandlung, müssen vor allem auch infektionsgefährdete Personen im engen Patientenumfeld identifiziert, untersucht, aufgeklärt und bei Bedarf behandelt werden.“
Entscheidend, so Salzer, für eine erfolgreiche Tuberkulosekontrolle sei aber auch, bei klassischen Symptomen, wie länger bestehendem Husten, Nachtschweiß, Fieber und Gewichtsverlust, an das mögliche Vorliegen einer Tuberkulose zu denken.
 
TBC-Telefon – ein Service für Ärztinnen und Ärzte
Da sich Therapie und Management vor allem der multiresistenten Tuberkulose immer herausfordernder gestalten, hat die Klinik für Lungenheilkunde am Kepler Universitätsklinikum in Linz ein kostenfreies telefonisches Beratungsservice für Ärztinnen und Ärzte zu dieser Thematik etabliert. Klinikvorstand Lamprecht: „Ein zunehmend individualisierter Therapieansatz, die weltweit besorgniserregende Zunahme an Patienten mit einer multiresistenten Tuberkulose, Herausforderungen in der Chemoprävention und -prophylaxe bei rasanter Zunahme an neuen Biologica- und Immuntherapien, sind nur einige der Herausforderungen, die das dynamische Feld der Tuberkulose immer vielschichtiger machen.“ „Daher haben wir dieses kostenfreie TBC-Beratungstelefon ins Leben gerufen“, ergänzt OA Salzer, der ein ähnliches Projekt in Deutschland vier Jahre lang mitbetreut hat. „Ziel ist es, Kolleginnen und Kollegen österreichweit bei der Diagnose und Therapie von Tuberkulose telefonisch beratend zu unterstützen. Ich denke, dass dieses Angebot Management und Outcome von Tuberkulose-Patienten in Österreich verbessern kann.“
https://www.ogp.at/tbc-beratungstelefon-fuer-aerztinnen-und-aerzte/


24. März ist Welttuberkulosetag
Vor über 130 Jahren, am 24. März 1882, präsentierte Robert Koch vor der Physiologischen Gesellschaft in Berlin seine Entdeckung des Tuberkulose-Erregers, Mycobacterium tuberculosis. Dieser Tag wird traditionell als Welttuberkulosetag begangen, um auf die Bedeutung dieser Entdeckung hinzuweisen und auch daran zu erinnern, dass die Erkrankung trotz großer medizinischer Fortschritte noch immer weltweit Tag für Tag rund 4.000 Menschenleben fordert.
* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im Text auf eine gendergerechte Schreibweise verzichtet.
b
Kontakt

Prim. Priv.-Doz. Dr. Bernd Lamprecht
Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie
Stv. Dekan für Lehre und Studierende, Medizinische Fakultät, Johannes Kepler Universität
Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde/Pneumologie
Kepler Universitätsklinikum
Med Campus III.
Krankenhausstraße 9
4021 Linz / Austria
Tel.: +43 (0)5 7680 83 – 0
E-Mail: bernd.lamprecht@kepleruniklinikum.at


OA Dr. Helmut J.F. Salzer, MPH
Leiter des Arbeitskreises für Infektiologie und Tuberkulose, ÖGP
Klinik für Lungenheilkunde/Pneumologie
Kepler Universitätsklinikum GmbH
Med Campus III.
Krankenhausstraße 9
4021 Linz / Austria
Tel.: +43 (0)5 7680 83 – 73462

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