Autor Thema: Bildgebung bei Diagnostik von Darmkrebs  (Gelesen 2864 mal)

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Bildgebung bei Diagnostik von Darmkrebs
« am: 23. Oktober 2008, 19:38 »

Avantis Medical Systems / 23.10.2008 / 10:09 / OTS0070 5 WA 1273 PRN0003
   
Eine auf der internationalen UEGW-Konferenz vorgestellte Studie zeigt, dass ein neues Gerät die Bildgebung im Darm wesentlich verbessert =   WIEN, Österreich, October 23 (ots/PRNewswire) -

   - Third Eye(R) Retroscope(R) verbessert die Erkennung von Polypen
um dreizehn Prozent

   Auf der dzt. Jahreskonferenz des Vereinten Europäischen
Gastroenterologie-Verbands (United European Gastroenterology
Federation )in Wien in Österreich (UEGW Vienna 2008),
stellte der
weltweit bekannte Gastroenterologe und Hauptuntersuchungsleiter Dr.
med. Jerome D. Waye die klinischen Ergebnisse einer multizentrischen
Studie vor, bei der die Wirksamkeit des Third Eye(R) Retroscope(R)
untersucht wurde.

   Die Studie mit dem Titel "The Third Eye Retroscope auxiliary
endoscopy system improves detection of polyps in the colon - A
prospective efficacy evaluation" (Das Endoskopiehilfssystem Third Eye
Retroscope verbessert den Nachweis von Polypen im Darm - Eine
prospektive Wirksamkeitsauswertung), zeigte, dass das Third Eye
Retroscope bei gemeinsamer Anwendung mit einem herkömmlichen Koloskop
eine signifikant höhere Zahl von Adenomen und anderen Polypen als mit
dem Koloskop allein nachweisen kann. Das Third Eye Retroscope verfügt
über die CE-Kennzeichnung und wurde auch von der US-amerikanischen
FDA (Food and Drug Administration) als Gerät zur retrograden
Beleuchtung und Bildgebung des Darms zugelassen.

   Hauptuntersuchungsleiter Dr. Waye, Professor für klinische
Medizin und Chef der Gastrointestinal-Endoskopieeinheit am Mount
Sinai Medical Center in New York City, trug die Studienergebnisse
gestern im Rahmen der Wiener Konferenz vor Ärzten und führenden
Branchenfachleuten aus aller Welt vor. Dr. Waye sagte in seinem
Vortrag, dass das Third Eye Retroscope ein "grossartiges Stück
Technik" und "die Technologie unglaublich und äusserst aufregend"
sei. Dr. Waye ist ein bekannter Endoskopiker, der diesen Bereich
geprägt und darüber hinaus Forschungsergebnisse und Vorschläge
vorgelegt hat, die in den letzten Jahrzehnten zu zahlreichen
Fortschritten geführt haben.

   Die multizentrische Studie umfasste 249 Patienten in acht
Einrichtungen in den Vereinigten Staaten. Im Rahmen der Studie wurden
die Patienten mithilfe eines Third Eye Retroscope in Verbindung mit
einem herkömmlichen Koloskop untersucht.

   Laut Dr. Waye wurden bei den 249 untersuchten Patienten mithilfe
des Standard-Koloskops 262 Polypen festgestellt. "Doch beim Einsatz
des Third Eye Retroscope in Verbindung mit dem Standard-Koloskop
wurden zusätzlich 34 Polypen entdeckt, u.a. 15 Adenome", sagte Dr.
Waye. "Sehr wichtig ist auch, dass in 11,2 Prozent der Fälle mit dem
Third Eye Retroscope mindestens ein weiterer Polyp entdeckt wurde.
Bei acht Patienten war der mithilfe des Third Eye Retroscope gefunden
Polyp der einzige überhaupt."

   Kolorektalkrebs ist in Europa und in den USA die zweithäufigste
Ursache für durch Krebs verursachte Todesfälle (1). Doch können die
meisten Karzinome des unteren Gastrointestinaltraktes vollständig
geheilt werden, wenn sie früh genug erkannt werden. Noch mehr Fälle
könnten ganz verhindert werden, wenn präkanzeröse Adenome entfernt
werden könnten, noch bevor sie bösartig werden.

   Die Koloskopie gilt allgemein als "Goldstandard" für die
Entdeckung von Auffälligkeiten im Darm. Doch haben frühere
Forschungsarbeiten gezeigt, dass 12 % bis 24 % der Polypen und eine
signifikante Zahl von Karzinomen bei der Koloskopie nicht entdeckt
werden. [2], [3], [4]

   "Obwohl die Koloskopie derzeit die beste verfügbare Methode zur
kolorektalen Krebsfrüherkennung ist, wissen wir, dass Läsionen
übersehen werden können, insbesondere, wenn sie sich in Falten der
Darmwand und hinter Biegungen bzw. engen Windungen des Darmes
verbergen", sagte Scott Dodson, CEO von Avantis Medical Systems,
Inc., dem Entwickler des Third Eye Retroscope. "Das Third Eye
Retroscope wurde entwickelt, um dieses Problem zu lösen und um es dem
Endoskopiker zu ermöglichen, die Bereiche hinter diesen Falten und
Biegungen zu sehen. Wir sind daher sehr über die Ergebnisse dieser
klinischen Studie erfreut. Wir sehen auch den breiter angelegten
klinischen Studien mit der Third-Eye-Technologie in Europa voller
Zuversicht entgegen und haben dazu bereits Gespräche mit
Krankenhäusern und Forschungseinrichtungen in der gesamten EU
begonnen."

   Während der Koloskopie fungiert das Third Eye Retroscope als
bildgebendes Hilfsgerät, das den Blick zurück, also eine rückwärts
gerichtete Sicht ermöglicht, die die Sicht nach vorn des Koloskops
ergänzt.

   Das von Avantis Medical Systems aus Sunnyvale (US-Bundesstaat
Kalifornien) entwickelte, innovative neue Gerät wird durch den
Instrumentenkanal eines Standard-Koloskops eingeschoben. In dem
Moment, wo das Gerät ein Stück über die Spitze des Koloskops hinaus
aus dem Kanal heraus geschoben wird, dreht sich das Gerät automatisch
um 180 Grad und eröffnet die Sicht nach hinten. Der Endoskopiker
beobachtet die vorwärts und nach hinten gerichteten Videobilder
gleichzeitig auf einem geteilten Überwachungs-Bildschirm, während das
Koloskop über die Länge des Darms zurückgezogen wird.

   Dr. Jerome Waye ist bekannt dafür, das Konzept der Koloskopie
ohne Fluoroskopie durch die Festlegung endoskopischer Anhaltspunkte
eingeführt zu haben. Er hat darüber hinaus sieben Bücher, unzählige
Zusammenfassungen und nahezu zweihundert wissenschaftliche Artikel in
Fachzeitschriften verfasst. Er ist der designierte Präsident und
ehemalige Schatzmeister der OMED (International Organization For
Digestive Endoscopy). Im Jahre 1980 war er Präsident der ASGE und
wurde im Jahre 1982 zum Präsidenten des ACG (American College of
Gastroenterology) gewählt. Ihm wurden von diesen Organisationen auch
höchste Ehren zuteil. So erhielt er den Schindler Award (von der
ASGE) und den Founder's Award (vom ACG).

   Er organisiert den internationalen Kongress für Endoskopie, der
im Jahre 2011 in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) stattfinden
wird.

   Informationen zur Studie

   Die Studie fand an folgenden Einrichtungen statt: Mayo Clinic
(Scottsdale, Arizona), M.D. Anderson Cancer Center der University of
Texas (Houston, Texas), Indiana University (Indianapolis, Indiana),
University of Michigan (Ann Arbor, Michigan), Camino Medical Group &
El Camino Hospital (Mountain View, Kalifornien) und Washington
University (St. Louis, Montana). Obwohl in der
Originalzusammenfassung der Veröffentlichung über die ersten 214
Patienten der Studie berichtet wird, berücksichtigte die Präsentation
von Dr. Waye auf der UEGW die endgültigen Ergebnisse der Studie mit
allen 249 Patienten.

   Informationen zur UEGW Vienna 2008

   Die UEGW (United Gastroenterology Week) ist die Jahreskonferenz
der UEGF (United European Gastroenterology Federation - Vereinter
Europäischer Gastroenterologie-Verband). UEGW Vienna 2008, die 16.
Jahreskonferenz der Organisation, findet in dieser Woche vom 18. bis
zum 22. Oktober 2008 in Wien in Österreich statt. Zu diesem grössten
Kongress seiner Art in Europa werden 12.000 Wissenschaftler aus über
75 Ländern erwartet. Weitergehende Informationen stehen auf der
Website unter http://www.uegw.com zur Verfügung.

   Informationen zum Verfahren

   Das Third Eye Retroscope ist als Ergänzung, nicht etwa als
Ersatz, eines herkömmlichen Koloskops gedacht. Es erfordert
infolgedessen keinerlei Änderung bei der vorhandenen Infrastruktur
oder der Referenzmuster, und die medizinische Einrichtung muss auch
keine Aufwendungen von Bedeutung für Produktionsmittel bereitstellen.
Das Gerät kann mit den meisten, derzeit von führenden Herstellern
gefertigten Koloskopen für Erwachsene und auch mit einigen
pädiatrischen Koloskopen eingesetzt werden.

   Die "Chip-auf-Katheter"-Plattform des Third Eye Retroscope ist
auch Grundlage einer Reihe anderer Produkte, die Avantis für den
Einsatz in der Gastroenterologie und in anderen medizinischen und
chirurgischen Spezialgebieten entwickelt. Wie das Third Eye
Retroscope sind die meisten dieser innovativen Geräte für den
Einmalgebrauch gedacht, was die Sterilisierung erübrigt und das
Risiko von Kreuzkontaminationen beseitigt.

   Informationen zu Avantis Medical Systems

   Avantis Medical Systems, Inc. ist ein
Bildgebungstechnologie-Unternehmen, das sich ganz kostengünstigen
Lösungen zur Verbesserung der Entdeckung und Vorbeugung von Krebs im
Gastrointestinaltrakt (GI) widmet.

   Das erfahrene Avantis-Team entwickelt derzeit Lösungen zur
Aufhebung der Einschränkungen im Zusammenhang mit Technologien, die
derzeit für die Diagnose, Beurteilung und Behandlung von Krebs
eingesetzt werden. Avantis verfügt über ein umfangreiches Portfolio
von Patenten für innovative Instrumente, die auf konvergenter
Mikrochiptechnologie, hochentwickelter Videoverarbeitung und
Katheter-Systemen beruhen. Für weitergehende Informationen besuchen
Sie bitte die Website unter http://www.avantismedical.com.


    [1] Gemäss der European Cancer Patient Coalition, Health First Europe
        und der American Cancer Society.
    [2] Pickhardt, P.J.; Nugent, P.A.; Mysliwiec, P.A.; et al. Location of
        adenomas missed by optical colonoscopy. Annals of Internal Medicine
        141(5):352-360, 2004.
    [3] Pabby, A.; Schoen, R.E.; Weissfeld, J.L.; et al. Analysis of
        colorectal cancer occurrence during surveillance colonoscopy in the
        dietary Polyp Prevention Trial. Gastrointestinal Endoscopy 61(3):385-
        391, 2005.
    [4] Rex, D.K.; Cutler, C.S.; Lemmel, G.T.; et al. Colonoscopic miss rates
        of adenomas determined by back-to-back colonoscopies.
        Gastroenterology 112(1):24-28, 1997.
    Website: http://www.avantismedical.com
             http://www.uegw.org


Rückfragehinweis:
  Jennifer Havlek, Avantis Medical Systems, Tel.: +1-408-636-7200,
  E-Mail: jhavlek@avantismedical.com oder Angelyn Lowe, Chase
  Communications, Tel.: +1-858-273-1805, E-Mail: alowe@chasepr.com

Geri

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Re: Bildgebung bei Diagnostik von Darmkrebs
« Antwort #1 am: 20. Januar 2009, 16:43 »
20/01/09,12:00, Aerzte_Zeitung
Verringerte Sterberate an Kolon-Ca nach Koloskopie

TORONTO (ars). Es lohnt sich, Patienten zu einer Koloskopie zu motivieren. Denn wer eine komplette Untersuchung auf sich nimmt, dessen Risiko, an linksseitigem Darmkrebs zu sterben, ist auf ein Drittel vermindert.

Nur sieben Prozent der Patienten, die an einem kolorektalen Tumor gestorben waren, hatten eine Koloskopie machen lassen, in der Kontrollgruppe ohne Tumor dagegen waren es zehn Prozent. Damit hatten sich Patienten mit Kolonkarzinom zu 40 Prozent seltener einer kompletten Koloskopie unterzogen. Bei diesem Ergebnis machte es keinen Unterschied, ob die Untersuchung sechs bis 24 Monate vor der Diagnose oder noch länger davor stattgefunden hatte. Ermittelt haben das kanadische Wissenschaftler aus Toronto in einer Fall-Kontroll-Studie mit insgesamt fast 72 000 Teilnehmern (Ann Intern Med 150, 2009, 1).

Der enge Zusammenhang zwischen Sterberate und Koloskopie gilt allerdings nicht für rechtsseitige kolorektale Karzinome.

Als Gründe vermuten die Forscher, dass bei einigen Koloskopien die rechte Seite doch nicht inspiziert wurde oder dass die Darmreinigung dort schlechter war. Auch sei es möglich, dass
http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_Medizin_Detail?articleItemId=3869e79f5e6bc8841a9bf0c48ec6f6a3