Autor Thema: Leukämie-Medikament hilft bei Multipler Sklerose  (Gelesen 2651 mal)

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Evi

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Leukämie-Medikament hilft bei Multipler Sklerose
« am: 23. Oktober 2008, 21:31 »
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=081023013

   
   Alemtuzumab schneidet deutlich besser ab als Interferon-beta

   Cambridge (pte/23.10.2008/10:20) - Ein Medikament, das eigentlich für die
   Behandlung von Leukämie entwickelt wurde, könnte auch bei Multipler
   Sklerose (MS) sehr wirksam sein.
Alemtuzumab scheint laut
   Wissenschaftlern der University of Cambridge http://www.cam.ac.uk das
   Fortschreiten der Krankheit bei Patienten in frühen Erkrankungsstadien
   von schubförmig immer wieder auftretender MS zu stoppen.

Die im New
   England Journal of Medicine http://content.nejm.org veröffentlichte
   Studie hält es auch für denkbar, dass das Medikament eine bereits
   bestehende Schädigung wieder rückgängig machen kann. Zu bedenken seien
   allerdings auch die potenziell schweren Nebenwirkungen. Die
   Wissenschaftler selbst betonen, dass sich ihr Forschungsprojekt noch in
   einem frühen Stadium befindet.

   Alemtuzumab gehört zu den so genannten monoklonalen Antikörper und wurde
   Ende der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Cambridge
   entwickelt. Lange wurde es für die Behandlung von Leukämie eingesetzt.
   Seine Wirkung beruht auf der Zerstörung der kanzerösen weißen
   Blutkörperchen des Immunsystems.

Die aktuelle drei Jahre laufende Studie
   mit 334 bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht behandelten MS-Patienten
   zeigte, dass das Medikament die Anzahl der Krankheitsschübe um 74 Prozent
   mehr verringern konnte als Interferon-beta. Alemtuzumab verringerte im
   direkten Vergleich auch das Risiko einer zunehmenden körperlichen
   Beeinträchtigung um 71 Prozent.

   Einige der Teilnehmer an der Studie erlangten laut BBC Fähigkeiten
   wieder, die eigentlich als für immer verloren gegolten hatten. Sie waren
   am Ende der drei Jahre körperlich deutlich weniger beeinträchtigt. Bei
   der vergleichsweisen Einnahme von Interferon-beta verschlechterte sich
   der Zustand im gleichen Zeitraum. Gehirn-Scans machten sichtbar, dass
   sich unter Alemtuzumab die Größe der Gehirne erhöhte.

Die Gehirne der
   Patienten der Kontrollgruppe schrumpften im Laufe der Zeit. Die
   Wissenschaftler nehmen an, dass das Medikament dem geschädigten
   Gehirngewebe ermöglicht, sich selbst zu regenerieren. Sie betonen aber
   auch, dass weitere Forschungsprojekte erforderlich sind, bevor über einen
   groß angelegten Einsatz nachgedacht werden könne.