Autor Thema: "Heiler" sind gefragt wie nie - Hochkonjunktur für Scharlatane  (Gelesen 4148 mal)

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Werner

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Anmerkung:
Das Wiener AKH unterstützt das, indem Männer an der Komplementärmedizinischen Abteilung
von Prof. Auerbach und Dr. Hellan und ..... nicht mehr betreut werden - nach 10 Jahren
mit besten Erfolgen! Frauen werden weiterhin beraten, therapiert, betreut.

Suche Rechtsanwalt der beim EU.GH. für Menschenrechte Klage einbringt.




Ärzte Zeitung, 23.10.2008

"Heiler" sind gefragt wie nie - Hochkonjunktur für Scharlatane

Über 10 000 "Heiler" soll es allein in Deutschland geben - viele verzweifelte Menschen vertrauen sich ihnen an.

Von Pete Smith

Sie versprechen rasche, vollständige Heilung selbst schwerstkranker Patienten, äußern sich abfällig über die Schulmedizin, setzen ihre Patienten unter Druck, die einmal begonnene "Behandlung" bloß nicht abzubrechen, und verlangen zum Teil horrende Honorare für heiße Luft.

Unter den selbst ernannten Heilern gibt es viele Scharlatane, denen sich verzweifelte, oft todkranke Menschen anvertrauen. Über 10 000 "Heiler" soll es allein in Deutschland geben, hat Dr. Harald Wiesendanger, Experte für Geistiges Heilen und Mitorganisator der Basler PSI-Tage, ermittelt. Ihm zufolge gibt es pro Jahr über hundert Millionen Patientenkontakte, die der Branche einen Umsatz von mindestens vier Milliarden Euro bescherten. Wiesendanger hat sich des Themas nun in einem Buch angenommen: "Heilen ‚Heiler‘?"

In seinem im Eigenverlag herausgegebenen Werk zieht Wiesendanger eine vorläufige Bilanz seiner rund 20-jährigen Recherche in der esoterischen Heilerszene.

Vor allem tritt er an, die Spreu vom Weizen zu trennen. Wie viele "Heiler" halten, was ihr Name verspricht? Die Grundthese des Autors: Mit dem enormen Zuwachs, den die Heilerszene seit der Esoterikwelle im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts erlebte, ging ein dramatischer Qualitätsverfall einher. "Inzwischen überwiegen aufrichtig bemühte Dilettanten: unerfahrene, mäßig begabte, sich selbst überschätzende Möchtegerns, die mit wolkiger Esoterik, mit dubiosen Titeln und Diplomen wettzumachen versuchen, was ihnen an therapeutischer Befähigung abgeht."

Teil dieser Entwicklung sind Hunderte von Heilerschulen, die den Nachwuchs "ausbilden" und mit Diplomen versorgen.

Sie verdienen ebenso am Boom der Szene wie Heilervereine, die ihren zahlenden Mitgliedern werbeträchtige Urkunden ausstatten mit Attributen wie "geprüft", "anerkannt" oder "zertifiziert".

Wiesendanger macht deutlich, dass es im alternativen Gesundheitsmarkt außer vielen schwarzen Schafen auch ernsthafte Heiler gibt, die diesen Namen verdienen.

Hilfesuchenden zeigt er auf, wie sie die raren Könner ausfindig machen und sich Begegnungen mit mittelmäßigen Heilern und Scharlatanen ersparen. "Einer Geistheilung", so sein Fazit, "bedarf seit längerem zuallererst die Heilerszene selbst."

Dr. Harald Wiesendanger: Heilen "Heiler"? Ein Wegweiser für Hilfesuchende. Lea Verlag.
Schönbrunn 2008. 104 Seiten. 19,80 Euro. ISBN 978-3-930147-42-7

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Krebs in Österreich: Nährboden für Kurpfuscher
« Antwort #1 am: 18. September 2012, 13:39 »
YfE1Z



Leserbrief

Krebs in Österreich: Nährboden für Kurpfuscher

Mit Ukrain und dem Verantwortlichen hatte ich vor 13 Jahren erstmals Kontakt. Laufend werden wir damit, und mit vielen anderen fragwürdigen Mitteln, in den Selbsthilfegruppen "Krebspatienten für Krebspatienten" konfrontiert. Warum das so ist? Jeder Dritte erkrankt in seinem Leben an Krebs, fast 40 % sind passiv oder aktiv Tabakrauchgeschädigte, also süchtig, was die Tumorbehandlung erschwert. Die ganze Familie steuert bei, um der Krebserkrankung entgegen zu wirken. Wohl 99 % vertrauen bei uns der hervorragenden Schulmedizin, aber mehr als 80 % wollen eine zur Schulmedizin begleitende Therapie(Studie Prof. Auerbach, AKH). Es gibt aber in Österreich keinen Lehrstuhl Komplementärmedizin bzw. Ganzheitsmedizin bzw. Naturheilkunde, obwohl sich selbst Prof. Frass, Onkologe am AKH Wien, regelmäßig dafür stark macht. Daher, nur einige Stunden können sich unsere Medizinstudenten ein wenig darüber informieren und wenige Ärzte bilden sich intensiv hierzu weiter.

Ein Krebspatient ist völlig verzweifelt. Er bekommt überwiegend keine psychologische Hilfe auf Krankenschein, sofort nach Überbringung der Diagnose Krebs, wie es BM. Stöger auf Anfrage versicherte. Bestenfalls wird das Psychopharmaka Mittel erhöht. Ob Kassen- oder Privatpatient, er erfährt nichts von einer Abteilung Komplementärmedizin. Früher war es im AKH Wien für alle Krebspatienten kein Problem, in der dortigen Komplementärmedizinischen Abteilung eine Beratung und Therapie zu bekommen. Angeblich, da bei mehr Männern Krebs (Prostata) festgestellt wurde, gab es vor Jahren eine Aufnahmesperre für Männer an der Abteilung von Prof. Auerbach. Und seit einem Jahr haben auch Patientinnen mit Darm-, Lungen-, Magen-, Speiseröhre-, Schilddrüse-, Kehlkopfkrebs, etc., dort keinen Zutritt mehr! Lediglich mit gynäkologischen Tumoren bekommt man dort Hilfe.

Ein Rundruf in Univ. Kliniken und großen Landes-/Bezirkskliniken brachte überwiegend die Auskunft: Was, Komplementärmedizin, nein, so etwas gibt es bei uns nicht! Somit züchtet sich Österreich selbst den Nährboden für Scharlatane bei Krebspatienten. In Tirol merke ich, dass das sogar ärger ist als in Bayern, obwohl dort sogar Heilpraktiker ohne Medizinstudium seit Jahrzehnten tätig sind, meist komplementärmedizinisch, mit Absprache des behandelnden Onkologen. Und in Südtirol zahlt der Krebspatient einen geringen Quartalsbeitrag und bekommt Komplementärmedizin vom Feinsten. Aber bei uns in Österreich ….?

Dietmar Erlacher, Krebspatient
Leiter von Krebsselbsthilfegruppen

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Oft muss man sich selbst "ein Bild machen"
« Antwort #2 am: 28. Januar 2015, 13:04 »



Oft muss man sich selbst "ein Bild machen":

Kurier 28.1.15 S. 19, "Krebsheiler" .....


http://kurier.at/chronik/wien/krebsheiler-leugnet-hokuspokus/110.542.205