Autor Thema: "Du lieber Darm ........."  (Gelesen 6215 mal)

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Evi

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"Du lieber Darm ........."
« am: 31. Oktober 2008, 00:35 »

Ärzte Zeitung, 29.10.2008

Im Darm-Modell geht es windig zu

Es ist 20 Meter lang und 2,80 Meter hoch: ein begehbares Darmmodell soll für Darmkrebsvorsorge sensibilisieren.

Von Werner Stingl


"Faszination Darm" - das ist der Name für ein Projekt, das jetzt erstmals von der verantwortlichen Felix Burda Stiftung in München der Öffentlichkeit präsentiert worden ist. Ein begehbares Darmmodell soll mehr Menschen für die Gefahr von Darmkrebs sensibilisieren.

Beim Gang durch das Modell, dessen Wand durch ein Gebläse in Form gehalten wird, passiert der Besucher zunächst das Abbild eines gesunden Darms. Er erfährt dabei Wissenswertes über Anatomie und Funktion dieses Organs, wie der Münchener Gastroenterologe und Vizepräsident des Netzwerks gegen Darmkrebs Dr. Berndt Birkner bei einer Pressedemonstration vor Ort erklärt hat.

Im zweiten Abschnitt ragen überdimensional aber maßstabsgerecht Gebilde unterschiedlicher Größe und Struktur in das Modell-Lumen. Schautafeln klären den medizinischen Laien auf, dass es sich hierbei um die Jahre in Anspruch nehmende schrittweise Progredienz vom noch gutartigen unkomplizierten kleinen Polypen über größer werdende dysplastische Polypen hin zum manifesten Karzinom handelt. Der Besucher erfährt auch, wie einfach dieser Entwicklung durch eine rechtzeitige Koloskopie mit endoskopischer Entfernung suspekter Gewächse Einhalt geboten werden kann.

Ein Gebläse hält das Modell des Darms in Form.

Im dritten Streckenabschnitt werden die ebenfalls mit einem präkanzerösen Potenzial behafteten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn dargestellt. Durch ein letztes Stück "gesunden Darm" verlässt der Besucher das Modell.

Dr. Christa Maar, Vorsitzende der Felix Burda Stiftung, hofft, dass das begehbare Darmmodell und die anschaulich dargestellten Risiken und Interventionschancen mit dazu beitragen, dass sich immer mehr Menschen zu einer konsequenten Darmkrebsvorsorge entschließen. Es sei nicht hinzunehmen, sagte sie, dass allein in Deutschland rund 28 000 Menschen pro Jahr an einer Krebserkrankung sterben, die mehrheitlich bereits im Vorfeld erkannt und abgewendet werden könnte.

Ähnlich argumentierte der Schauspieler Axel Milberg: Er verstehe nicht, warum immer noch so viele Berechtigte ab dem 55. Lebensjahr - bei besonderen Risiken oder suspekten Beschwerden auch früher - das Vorsorgeangebot der Kassen zur koloskopischen Darmkrebsvorsorge ignorieren, sagte Milberg. Er habe sich einer Darmspiegelung unterzogen, dabei seien zwei verdächtige Polypen entdeckt und entfernt worden. Koloskopie sei etwas Gutes: "Entweder man hat einen unauffälligen Befund und damit die Beruhigung, für die nächsten Jahre vor Darmkrebs gefeit zu sein. Oder aber man entdeckt etwas und gewinnt damit die Chance zur Frühintervention."

Unterstützt von den Sponsoren Care Diagnostica, DEKRA, Eisai, EnBW, Olympus, Südbest und Sixt, soll das Darmmodell an vielen Orten aufgebaut werden. Es kann etwa zu Medizinkongressen oder Gesundheitstagen gemietet werden, wobei lediglich die Kosten für Logistik, Auf- und Abbau zu erstatten sind.

http://www.aerztezeitung.de/panorama/?sid=518462

www.faszination-darm.de

Jutta

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Re: "Du lieber Darm ........."
« Antwort #1 am: 28. November 2008, 15:10 »




Pfefferminzöl gegen Darmprobleme 
 
Als Hausmittel gegen Magen-Darm-Verstimmungen ist Pfefferminztee schon seit Jahrhunderten bekannt. Nun fanden kanadische Forscher in einer Studie heraus, dass Pfefferminzöl bei Reizdarmpatienten entkrampfend wirkt. Sie untersuchten ebenso die Wirksamkeit von Ballaststoffen und krampflösenden Arzneien. Das Ergebnis: Den besten Effekt erzielten sie mit Pfefferminzöl, das jedem zweiten bis dritten Patienten half.

Fünf bis 20 Prozent der Bevölkerung leiden an Reizdarm, welcher Darmkrämpfe, Durchfall, Verstopfung oder Blähungen zur Folge hat. Die Forscher empfehlen nun, bei der Therapie nicht nur auf Arzneimittel, sondern auch auf Heilmittel wie Pfefferminzöl, zu setzen. Diese haben den Vorteil, dass sie kaum Nebenwirkungen verursachen. Sprechen Sie aber zuvor mit Ihrem Arzt darüber, welches Mittel für Sie am besten geeignet ist.
 
« Letzte Änderung: 21. Februar 2021, 00:38 von admin »

Werner

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Re: "Du lieber Darm ........."
« Antwort #2 am: 06. April 2009, 23:53 »

Dieser H. pylori wurde schon öfters mit der Entstehung
von Darmkrebs in Verbindung gebracht.

Der Brokkoli hilft vorbeugend gegen Krebs,
speziell vor Prostatakrebs.



Studie: Brokkoli-Sprossen gegen H. pylori wirksam

dpa

Tokio – Der Verzehr von drei Tage jungen Bambussprossen kann die Besiedlung der Magenschleimhaut mit H. pylori reduzieren, den Keim aber nicht beseitigen. Nach dem Absetzen kam es in einer Studie in Cancer Prevention Research (2009; 2: 353-360) bald zu einem Rezidiv, weshalb die Umstellung der Ernährung eine beschwerliche Alternative zur medikamentösen Eradikation bleiben dürfte.

Allein aufgrund seines hohen Vitamin-C-Gehalts zählt Brokkoli zu den gesunden Nahrungsmitteln. In den jungen Sprossen lässt sich außerdem eine hohe Konzentration von Sulforaphanen (SF) nachweisen, denen eine Reihe von gesundheitsfördernden Eigenschaften nachgesagt wird.

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/36119/Studie_Brokkoli-Sprossen_gegen_H_pylori_wirksam.htm

© rme/aerzteblatt.de


Richi

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"Du lieber Darm ........." - Morbus Crohn ff.
« Antwort #3 am: 30. März 2010, 23:59 »
Ein Tabuthema auf den Tisch bringen

Mindestens 80.000 Österreicher leiden an der Darmkrankheit Morbus Crohn.
Trotz Zunahme wird diese Krankheit gern verschwiegen.

WC, Klo Bis zu 20-mal am Tag müssen Morbus-Crohn-Patienten das WC aufsuchen DruckenSendenLeserbrief
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Es kann passieren, dass die Betroffenen bis zu 20-mal aufs Klo müssen. Täglich. Wegen Durchfalls. Morbus Crohn oder die ähnlich verlaufende Colitis ulcerosa sind extrem unangenehme, nicht heilbare Krankheiten. Aber solche, die lieber verschwiegen werden, von den Patienten, aber auch von der Gesundheitspolitik, ärgert sich Uni-Professor Walter Reinisch vom Wiener AKH.

"Stuhlgang und Darm sind natürlich kein schönes Tischthema. Aber es ist wichtig", betont Reinisch und hofft auf ein bisschen mehr öffentliche Unterstützung. Denn gerade habe die EU-Kommission ein internationales Forschungsprojekt zum Thema abgelehnt, das 15 Experten eingereicht haben. "Das ist abgeprallt. Mit unserem Thema sind wir dritte oder vierte Wahl. Gesundheitspolitiker erfassen das Problem einfach nicht."

Dabei das ist größer als vermutet: Allein in Österreich leiden mindestens 80.000 Menschen an Morbus Crohn. Die Tendenz ist jedenfalls steigend, denn in den vergangenen 15 Jahren seien um 270 Prozent mehr Betroffene in Krankenhäusern stationär wegen dieser Darmentzündung behandelt worden. Doch es fehlen exakte Daten aus den Ordensspitälern und dem Bereich der niedergelassenen Ärzte, kritisiert der Mediziner.

Vermehrte Forschung wäre genauso wichtig wie Aufklärungskampagnen. Einerseits, weil die Medizin die exakten Ursachen von Morbus Crohn noch nicht kennt. Vermutet werden genetische Anlagen oder auch Umwelteinflüsse, da vor allem die Nahrungsaufnahme. Andererseits wissen die Österreicher kaum über die Krankheit Bescheid: 2006 konnten in einer Studie mit 1000 Befragten bloß sieben Prozent den Begriff richtig zuordnen.

Durchschnittlich dauert es 3,1 Jahre, bis die Krankheit richtig diagnostiziert wird, in 30 Prozent der Fälle sogar fünf Jahre. Bis dahin kämpft der Patient mit gar nicht oder falsch behandelten Schmerzen und Durchfällen. "Das muss man sich einmal vorstellen: drei Jahre Leidensweg", sagt Reinisch. "Das ist natürlich ein Wahnsinn, vor allem bei einer Krankheit, die progressiv verläuft."
Tour durch die Länder

Reinisch pilgert in nächster Zeit durch die Bundesländer, um Politiker wie Gesundheitsexperten auf die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen aufmerksam zu machen. Pro Bundesland sollte es künftig zumindest ein Spital geben, das Spezialisten auf dem Gebiet aufzuweisen hat, besser wären freilich mehrere Krankenhäuser, so Reinisch.

Denn die Folgen von unerkannten Erkrankungen sind nicht nur gesundheitlich enorm, sondern auch psychisch: Oft trauen sich Betroffene nicht mehr unter Menschen, bekommen auch Probleme mit dem Job. Dabei könnte ihnen geholfen werden: "Der Zustand von 70 bis 80 Prozent der Patienten kann gebessert werden, je früher sie kommen, desto besser", betont Reinisch.

Schon jedes zweite Kind hat Darmprobleme

Klo, Mädchen Auffallend ist, dass auch immer mehr Kinder an Erkrankungen im Darmbereich leiden. "Meine jüngste Patientin war erst sechs Jahre alt", erinnert sich Henning Sartor, Facharzt für Allgemeinmedizin im Gesundheitshotel Spanberger im obersteirischen Gröbming. Er geht davon aus, dass die Hälfte aller Kinder an Darmproblemen zu leiden hat.

Die müssen nicht zwangsläufig in chronischen Entzündungen enden, das kann aber passieren. Warum es die Zunahme an Erkrankungen auch bei Kindern gibt, ist unklar. Möglich ist neben dem Essverhalten aber auch zu viel Hygiene. Sartor empfiehlt vor allem weniger Zucker in der Nahrung, aber auch langsameres Essen als Hilfsmittel gegen diese Probleme. "Der Speichel sorgt dafür, dass bereits viel im Dünndarm geschafft wird und der Dickdarm nicht mehr so belastet wird."
Das ließe sich auch Kindern erklären. Dem sechsjährigen Mädchen wurde das etwa spielerisch beigebracht: Es musste sein Essen während eines Brettspiels so lange kauen, bis es wieder mit dem Würfeln an der Reihe war.


Info: Zwei sehr ähnliche Erkrankungen
Morbus Crohn
Eine chronische, schubförmige Entzündung, die den Dünn-, aber auch den Dickdarm betreffen kann. Die Erkrankung tritt meist zwischen dem 15. und 34. Lebensjahr auf. Typische Symptome: Bauchschmerz, Durchfälle ohne Blut. Behandelt wird Morbus Crohn u. a. medikamentös (mit Entzündungshemmern wie etwa Kortison oder Mitteln, die die Durchfälle stoppen). In schweren Fällen (z. B. Blutungen) ist oft auch ein chirurgischer Eingriff erforderlich.

Colitis ulcerosa
Dabei handelt es sich um entzündliche Geschwüre im Dickdarm, die häufig bluten. Auch diese Krankheit beginnt meist in jüngeren Jahren. Typische Beschwerden sind blutiger Stuhl, Durchfälle und Leibschmerzen. Die Ursachen für die Erkrankung sind weitgehend unbekannt. Therapeutische Optionen sind neben einer Ernährungsumstellung (Vermeidungsdiät) entzündungshemmende Medikamente oder im Extremfall eine chirurgische Entfernung von Teilen des Dickdarms.

Artikel vom 29.03.2010 18:15 | KURIER | Elisabeth Holzer