Autor Thema: Solarien  (Gelesen 5800 mal)

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Jutta

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Solarien
« am: 04. November 2008, 00:18 »
31/10/08,12:00, Aerzte_Zeitung

Solarien: krebsrot statt sanft gebräunt

HAMBURG (ars). Alarm im Sonnenstudio: Bei einer Umfrage in Hamburg gaben fast alle angeschriebenen Hautärzte an, im vorangegangenen Jahr Patienten mit Verbrennungen durch Solarien behandelt zu haben. Knapp ein Drittel sehen darin ein großes Problem.

Als Ursache dieses Problems sehen die Dermatologen fast einhellig die mangelnde Aufklärung der Bevölkerung über die Gesundheitsrisiken von Sonnenbänken. Mehr als zwei Drittel befürworten ein Gesetz, das Jugendlichen unter 18 Jahren den Besuch verbietet.

Die Umfrage stammt von der Hamburger Gesundheitsbehörde, unterstützt wurde sie vom Berufsverband der Dermatologen. In die Auswertung gingen 64 Praxen ein, in 59 waren Patienten mit Verbrennungen durch Solarien behandelt worden. 41 Dermatologen nannten als Häufigkeit zwischen ein und fünf Patienten. Hochgerechnet ergibt sich daraus für Hamburg eine Zahl von knapp 300 Menschen pro Jahr, davon ein Drittel Jugendliche. Eine Häufung gab es offenbar im Winter und Frühjahr (Der Deutsche Dermatologe 9, 2008, 560).

Die Autoren vermuten, dass die Zahl der Verbrennungen in Wirklichkeit höher liegt, etwa weil sich Patienten selbst behandeln oder die wahre Ursache nicht nennen. Besonders bemängeln sie, dass zu wenige Solarien die Angebote zur Qualitätssicherung nutzen. So sind von den bundesweit etwa 4000 Sonnenstudios nur 800 zertifiziert. Ein Verbot von Sonnenstudios für Jugendliche ist in Vorbereitung, Qualitätskriterien sollen verbindlich werden.

Wer auf Nummer sicher gehen will, orientiert sich am Solarium-Check der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (www.unserehaut.de/adp/solarium.html). Sie rät, die Sonnenbank nur zu benutzen, wenn alle Punkte auf der Liste abgehakt werden können. Schutzempfehlungen für die Nutzung von Solarien hat auch das Bundesamt für Strahlenschutz herausgegeben. In dessen Auftrag entstand auch das Gütesiegel "Zertifiziertes Solarium". Eine Liste zertifizierte Betriebe gibt es unter www.bfs.de/de/uv/solarien. (ars)

Geri

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Hautkrebs: Solarienverbot für Jugendliche gefordert
« Antwort #1 am: 07. März 2009, 00:30 »

Schäden können noch 30 Jahre später auftreten

Solarienverbot für Jugendliche - Gesundheitsressort macht Druck


26.02.09 - Wegen massiver Krebsgefahr sollen Sonnenstudios für Jugendliche künftig tabu sein. Gesundheitsstaatssekretärin Marion Caspers-Merk (SPD) hält es "für notwendig, dass das geplante Verbot der Solariennutzung für Minderjährige bald umgesetzt wird".

Das Verbot war Teil des gescheiterten Umweltgesetzbuchs, sollte dann aber als Einzelgesetz auf den Weg gebracht werden. Schon ab 13 Jahren finden es viele Mädchen und Jungen laut Befragungen schick, braun zu sein, und gehen ins Sonnenstudio. Mindestens zehn Prozent der Minderjährigen sind nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention betroffen. Experten warnen vor einem wachsenden Trend.

Die Schäden sind bei starker UV-Strahlung dann angelegt - der Hautkrebs kann aber noch nach 30 oder mehr Jahren ausbrechen. Zuerst hatten es die Behörden mit einem freiwilligen System versucht, doch die wenigsten der Sonnenstudios machten mit.

dpa / fs
« Letzte Änderung: 07. März 2009, 00:30 von Geri »

Geri

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Re: Solarien
« Antwort #2 am: 04. April 2009, 01:10 »
Sonnenstudio tabu für Jugendliche - Kampf gegen Hautkrebs

Trotz der Risiken legen sich viele Jugendliche ins Solarium - oft wieder und wieder. Manche sind hinterher krebsrot. Die Haut vergisst die Strahlen nicht. Hautkrebs droht, Tendenz steigend. Deshalb beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch ein Sonnenstudio-Verbot bis zum Alter von 18 Jahren.


Rund 3,5 Millionen erwachsene Solariennutzer haben laut Krebshilfe bereits zwischen 10 und 17 Jahren mit dem künstlichen Bräunen begonnen. Mindestens jeder zehnte Minderjährige folgt nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention diesem Schönheitsideal. «Schon Zwölfjährige, insbesondere Mädchen, bräunen ihre Haut mit Hilfe künstlicher UV-Strahlung», berichtet der Geschäftsführer der Krebshilfe, Gerd Nettekoven. Er mahnt: «Wer unter 30 beginnt, regelmäßig auf die Sonnenbank zu gehen, der erhöht sein Lebenszeit-Risiko für Hautkrebs immerhin um 75 Prozent.»

Eckhard Breitbart von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention spricht von «einer richtigen Zeitbombe». Die unsichtbar angelegten Schäden können noch 30 Jahre oder später Hautkrebs auslösen. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 140 000 Menschen neu an dem heimtückischen Leiden, mindestens 22 000 davon am hochgefährlichen Schwarzen Hautkrebs. 3000 Bundesbürger sterben daran im Jahr.

Auch Erwachsene brutzeln sich oft in Hochrisikobereichen der Strahlung. In Hamburg haben 59 von 64 befragten Hautärzten in einem Jahr Patienten mit Verbrennungen durch Solarien behandelt. Als Jugendlicher denkt man in der Regel besonders wenig an mögliche Folgen in späteren Jahren. Im Moment zählt nur, sich schick und braun zu machen für Clique, Disco-Nächte, Schule.

Gegen das ebenfalls riskante Schlankheitsideal mit dem Risiko der Magersucht kämpfte die Politik vor allem mit Aufklärung und Selbstverpflichtungen der Modebranche. Gegen grassierenden Alkoholmissbrauch gibt es Aufklärungskampagnen, Verbote - aber auch massive Probleme bei der Umsetzung. Auch beim Thema Solarien fragen Skeptiker, ob das Verbot das richtige Mittel ist und ob es nun auch flächendeckend umgesetzt wird.

Schon während der monatelangen Debatten um das Verbot machten Solarien-Freunde in einschlägigen Blogs Front dagegen. In den USA habe sich nicht viel am Verhalten jugendlicher Bräune-Fans geändert, seitdem in vielen Staaten Sonnenbank-Verbote in Kraft seien, heißt es da. Oder die Studios sollten lieber zu mehr Anleitung für die bessere Handhabung der Geräte gezwungen werden. Ansätze der Freiwilligkeit brachten allerdings in Deutschland keinen Erfolg. Nur rund 300 von etwa 7000 Studios machten bei einer entsprechenden Aktion für mehr Beratung, weniger Strahlung und dem verstärkten Abweisen von Jugendlichen mit. (dpa)

Evi

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Solarien so gefährlich wie Asbest
« Antwort #3 am: 17. August 2009, 13:16 »

Der regelmäßige Solarium-Besuch kann das Hautkrebsrisiko um bis zu 75 Prozent erhöhen. Vor allem Kinder und Jugendliche sind gefährdet.

Solarium Vor allem bei jungen Menschen steigt die Wahrscheinlichkeit an Hautkrebs zu erkranken. DruckenSendenLeserbrief
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Das die Bräunungskur via Solarium nicht unbedingt zu den gesündesten Freizeitakivitäten zählt, war bisher bereits weitläufig bekannt. Nun haben Forscher der Internationalen Krebsforschungsagentur aber erschreckendes herausgefunden: Von Solarien geht nach Experteneinschätzung eine eben so große Krebsgefahr wie etwa von Zigaretten oder Asbest aus. Wer sich noch vor seinem 30. Lebensjahr regelmäßig der UV-Strahlung aussetzt, erhöht sein Hautkrebsrisiko um 75 Prozent, berichtet die BBC dazu online. Die größte Gefahr bestehe daher für Kinder oder junge Erwachsene.

Die US-Krebsgesellschaft rät Sonnenanbetern als Alternative zum Solarium zu Selbstbräunungscremes.
Definitiv "krebserregend"

Zudem hätten Untersuchungen auch einen Zusammenhang zwischen Bräunungsgeräten und Krebserkrankungen des Auges ergeben. Daher stufte die Agentur Solarien und andere UV-Bräunungsgeräte in die höchste Krebsrisiko-Kategorie ein, wie die Fachzeitschrift The Lancet Oncology (siehe unten) am Mittwoch berichtete. Die ultraviolette Strahlung der Solarien kann in erster Linie Haut- und Augenkrebs verursachen, wie die Wissenschaftler erklären.

Solarien werden daher ab jetzt als "krebserregend" bewertet. Bisher waren sie nur als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft worden.

"Die Leute müssen an die Gefahr von Sonnenbänken erinnert werden", sagte einer der führenden Forscher der Studie, Vincent Cogliano. Die Agentur hoffe darauf, dass es zu einem Mentalitätswechsel komme und sich Jugendliche nicht unter die Bräunungsapparate legen würden. Cogliano betonte, dass ultraviolette Strahlung für den Menschen nie gesund sei - egal, ob sie von der Sonne oder aus dem Solarium stamme. Allerdings seien Solarien nicht im gleichen Maß karzinogen wie zum Beispiel Tabak, Arsen oder Senfgas, so Cogliano weiter.

Branchenvertreter weisen Ergebnisse zurück

Die Einstufung der Solarien als krebserregend wurde von Branchenvertretern zurückgewiesen. Kathy Banks, die Chefin der Sunbed Organisation, ein Zusammenschluss europäischer Solarienhersteller und Betreiber, erklärte, es werde immer wieder ignoriert, dass es keinen belegten Zusammenhang zwischen einer verantwortungsvollen Solarien-Nutzung und Krebserkrankungen gebe. Die meisten Menschen nutzen ein Solarium weniger als 20-mal im Jahr, sagte Banks. Wissenschafter Cogliano erklärte, für die Studie seien über 7000 Hautkrebsfälle untersucht worden. Der kausale Zusammenhang sei nicht eindeutig zu belegen, aber genauso stark wie jener zwischen Tabakkonsum und Lungenkrebs.

Die Zahl der Hautkrebserkrankungen bei unter 30-Jährigen ist zuletzt aber deutlich gestiegen, genauso wie der Besuch von Solarien von Angehörigen dieser Altersklasse. Melanome, die tödlichste Form von Hautkrebs, sind in Großbritannien inzwischen die am häufigsten festgestellte Krebsart bei Frauen zwischen 20 und 30 Jahren. Normalerweise ist der Anteil von Hautkrebserkrankungen bei Menschen über 75 am höchsten.
Link

    * The Lancet Oncology (englisch) (extern)

Artikel vom 29.07.2009 19:37 | apa | mn

Gitti

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Hautkrebs - Solarien
« Antwort #4 am: 26. April 2012, 16:00 »


Solarien erhöhen Hautkrebs-Risiko
Schon ein Besuch pro Monat hebt nach zwei bis drei Jahrzehnten das Risiko um das 2,4-Fache.

Letztes Update am 25.04.2012, 17:15

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Frauen zwischen 18 und 25 Jahren legen sich im Vergleich zu Männern doppelt so oft in die Sonnenbank.

Schlechte Neuigkeiten für Freunde der Sonnenbank.

Vor allem junge Menschen, die sich gerne ein bisschen Bräune aus dem Studio holen, erhöhen ihre Hautkrebs-Gefahr mehr als bisher gedacht: "Das Risiko, an einem malignen (schwarzen, Anm.) Melanom zu erkranken, steigt auf fast 200 Prozent, wenn Solarien bis zu einem Alter von 35 Jahren regelmäßig genutzt werden", erklärt Prof. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention in Deutschland.

Das ist das Ergebnis einer umfassenden Studie französischer und italienischer Wissenschaftler, die in Berlin im Rahmen eines Workshops der Mediziner-Gesellschaft Euro-Skin vorgestellt wurde.
Frauen

Die neuen Erkenntnisse treffen vor allem junge Menschen, die Wert auf eine vermeintlich gesunde Bräune legen. "Jedes Jahr wächst das Risiko um weitere drei Prozent – und das ist auch nicht wieder umkehrbar", betont Breitbart. Eine der Studien ergab sogar, dass schon ein Solariumbesuch pro Monat das Hautkrebs-Risiko nach zwei bis drei Jahrzehnten um das 2,4-Fache erhöht.

Die steigenden Krebszahlen betreffen besonders junge Frauen. Die SUN-Studie des Mannheimer Instituts für Public Health an der Universität Heidelberg ergab, dass Frauen zwischen 18 und 25 Jahren sich im Vergleich zu Männern doppelt so oft in die Sonnenbank legen.

Ein winziger Trost: Seit September ........... http://kurier.at/nachrichten/gesundheit/4493777-studie-solarien-erhoehen-hautkrebs-risiko.php

Sissi

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Solarium: die unterschätzte Gefahr
« Antwort #5 am: 13. Juli 2012, 11:49 »


Solarium: die unterschätzte Gefahr


09.07.12

„Magazin der Deutschen Krebshilfe“ informiert über Hautkrebs

Bonn (jti) — UV-Strahlen sind für den Körper lebensnotwendig. Doch zu viel Strahlung kann die Erbinformation in den Hautzellen schädigen. Im schlimmsten Fall führt das zu Hautkrebs. So auch bei Mareike: Jahrelang ging die 35-Jährige regelmäßig ins Solarium, sie genoss es, auch im Winter braun zu sein. Doch dann erkrankte sie am gefährlichen schwarzen Hautkrebs. In der neuen Ausgabe des Magazins der Deutschen Krebshilfe erzählt Mareike, wie sie mit ihrer Krankheit umgeht und welche Konsequenzen sie daraus auch für ihre kleine Tochter gezogen hat.

Bei einer Routineuntersuchung diagnostizierte der Hautarzt bei Mareike ein malignes Melanom, eine besonders bösartige Variante von Hautkrebs. Für die Mutter einer kleinen Tochter war das ein großer Schock. „Meine Welt ist an diesem Tag zusammengebrochen“, erzählt sie heute. Was Mareike nicht wusste: Dass sie regelmäßig ins Solarium gegangen ist, hat ihr Hautkrebsrisiko stark erhöht. Denn die Strahlenstärke im Solarium ist so intensiv wie die der Sonne mittags am Äquator. Die Internationale Krebsagentur (IARC) stufte Solarien daher in die höchste Kategorie für krebsauslösende Stoffe ein. Und die Deutsche Krebshilfe warnt: Wer bis zum 35. Lebensjahr regelmäßig auf die Sonnenbank geht, verdoppelt sein Risiko, an einem malignen Melanom zu erkranken.

Wie Mareike unterschätzen viele Menschen die Gefahren der künstlichen UV-Strahlen. „Dies liegt auch daran, dass die Solariumindustrie ihre Produkte als Alternative zur Sonnenstrahlung anpreist. Das ist natürlich Unsinn“, erläutert Professor Dr. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) und Mitglied im Fachausschuss „Krebs-Früherkennung“ der Deutschen Krebshilfe.

Zum Glück wurde Mareikes Hautkrebs frühzeitig erkannt. Jetzt muss sie regelmäßig zur Nachsorge. Denn Mareike ist noch immer gefährdet – zu oft, zu regelmäßig war sie früher im Solarium. Heute achtet sie darauf, ihre und vor allem die Haut ihrer zweijährigen Tochter vor den UV-Strahlen zu schützen. „Schließlich möchte ich ein Vorbild sein für meine Tochter“, sagt sie.

Ausführliche Informationen über die Krebsgefahr aus dem Solarium und das vollständige Interview mit Professor Breitbart gibt es in der Ausgabe 2/2012 des „Magazins der Deutschen Krebshilfe“, das kostenfrei bei der Deutschen Krebshilfe angefordert werden kann. Hier finden Interessierte zudem weitere Informationen über aktuelle Forschungsprojekte und Initiativen der Deutsche Krebshilfe sowie Benefiz-Aktionen und Veranstaltungen zu Gunsten krebskranker Menschen.

Bonn, 9. Juli 2012