Autor Thema: Ärzte in Verruf .........  (Gelesen 6365 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

hilde

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 572
  • Geschlecht: Weiblich
Ärzte in Verruf .........
« am: 07. September 2008, 21:43 »

 Die Zahl der Beschwerden von Patienten stieg im letzten Jahr um zehn Prozent. Vor allem die Chirurgie ist betroffen.

Immer mehr Patienten sind mit der medizinischen Behandlung in Spitälern oder Ordinationen unzufrieden. Das zeigt eine aktuelle Statistik der Patientenanwälte: Die bearbeiteten Beschwerden nahmen um zehn Prozent zu. 2007 lagen sie somit bei 9400.

Auf der Beschwerdeliste ganz oben steht naturgemäß die Chirurgie. Gerald Bachinger, Sprecher der Patientenanwälte: "Das ist verständlich, weil der Patient gleich erkennen kann, ob beim Eingriff etwas schiefgegangen ist. Was aber nicht heißt, dass Fehler gemacht wurden. Es gibt auch schicksalshafte Verläufe."

Um den Patienten einen Leitfaden in die Hand zu geben, wo sie für ihre Operation das richtige Spital und den geeigneten Arzt finden, schlägt Bachinger neue Bewertungskriterien vor: "Der Patient soll wissen, bei welchen Eingriffen die wenigsten Komplikationen oder Infektionen auftreten. Derartige Systeme sind in anderen Ländern längst üblich." Dieser Forderung schließt sich auch Noch-Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (VP) an.

"Ein System zur Entscheidungsfindung ist aus Patientensicht verständlich und könnte auch für die Spitäler ein Ansporn sein", so Gerhard Neustifter von der Wiener Patienten- und Pflegeanwaltschaft. Aber: "Eine Zahl über die jährliche Komplikationsrate sagt nichts über die Qualität des Hauses aus. In einem großen Spital treten mehr Beschwerden als in einem kleineren auf." Skeptiker befürchten, dass Krankenhäuser Patienten mit hohem Komplikationsrisiko nicht mehr aufnehmen, um im Ranking nur ja nicht nach unten zu fallen.

In Wien sind die Beschwerden 2007 auf 2626 gestiegen (2005: 1792, 2006: 2187). Neben dem immer stärkeren Selbstbewusstsein der
Patienten macht Neustifter auch die wachsende Bekanntheit der Patientenanwälte für die Zunahme verantwortlich.

Qualitätssicherung

"Zumutbare Arbeitsbedingungen sind das wirksamste Mittel der Qualitätssicherung in den Spitälern", betont indes Ärztekammer-Vizepräsident Harald Mayer. Zwar seien Arbeitszeitübertretungen seit Kurzem endlich mit Sanktionen bedroht. Diese würden aber nur für privatwirtschaftliche Organisationen gelten. Krankenhäuser im öffentlichen Bereich – wie etwa jene in NÖ – seien von der Bestimmung ausgeschlossen.

2006 wurden laut Mayer 2,4 Mio. Patienten stationär und sieben Mio. ambulant in Spitälern ........
http://kurier.at/freizeitundgesundheit/gesundheit/193565.php

Dietmar E.

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 1.889
  • Geschlecht: Männlich
Re: Ärzte in Verruf .........
« Antwort #1 am: 13. Oktober 2008, 16:07 »

PRESSEAUSSENDUNG VOM 05.10.2008
   
Ärztekammerpräsident Niedermoser kritisiert Bachinger:

„Bewusste Patienten-Verunsicherung durch falsche Zahlen!“
   
„Bachinger betreibt eine nicht nachvollziehbare Panikmache auf der Basis falscher Zahlen“, kritisiert Ärztekammerpräsident Dr. Peter Niedermoser die Behauptung des Sprechers der Patientenanwälte Dr. Gerald Bachinger, dass in Österreich bis zu sechstausend Menschen im Jahr an der Folge von ärztlichen Kunstfehlern sterben könnten.

Der Sprecher der Patientenanwälte stützt seine Behauptungen auf nicht näher zitierte „ausländische Studien“, die er „mit größter Vorsicht“ und mangels eigener Untersuchungen auf Österreich umlegt. „Bachingers angebliche Hochrechnungen würden bedeuten, dass in Österreich rund 8,5 Prozent der Todesfälle auf ärztliche Kunstfehler zurückzuführen wären – das wären doppelt so viele, wie durch Verletzungen sterben“, rechnet Niedermoser vor, „diese angebliche ‚vorsichtige Umrechnung’ Bachingers ist völlig an den Haaren herbeigezogen.“ Dies bestätigt sich auch aus der Praxis heraus: Niedermoser hat als Facharzt für Pathologie in einem Linzer Spital immer wieder auch mit Obduktionen von im Spital Verstorbenen zu tun. „Ein Anteil von mehr als acht Prozent, bei denen ärztliche Kunstfehler die Todesursache sein sollen, würde nicht unbemerkt bleiben“, sagt der Ärztekammerpräsident, „entgegen den Behauptungen Bachingers haben die Spitäler ein vorbildliches Risikomanagement – Basis dafür ist die bedingungslose Aufklärung von Fehlern“, so Niedermoser.

Besonders fragwürdig findet er die Hemmungslosigkeit, mit der Bachinger versucht, die Patienten zu verunsichern. „Bachinger verwendet immer wieder ganz bewusst falsche Zahlen! Zuletzt vor ein paar Wochen, als er die Anzahl der aktenmäßig erfassten Beschwerden bei der oö. Patientenanwältin allesamt als ‚Ärztepfusch’ bezeichnete, obwohl es sich bei dieser Zahl bekanntermaßen und für jeden nachlesbar um alle Beschwerden handelt, die neben vermuteten Behandlungsfehlern verschiedenste andere Themen, wie etwa die Hotel-Komponente im Krankenhaus, oder Verrechnungsfehler betreffen!“, informiert Niedermoser. Auch sei bekannt, dass medizinische Komplikationen – selbst wenn sie für die Betroffenen immer tragisch sind – nur in den seltensten Fällen auf Behandlungsfehler zurückzuführen seien. „Komplikationen kommen vor, sie sind nicht vermeidbar – genauso wenig, wie Krankheiten an sich vermeidbar sind. Es gibt aber keinen Schuldigen“, so Niedermoser.

In einem Punkt geht der Ärztekammerpräsident aber mit Bachinger konform: „Auch wir Ärztinnen und Ärzte würden Studien zur Häufigkeit und den Ursachen von Behandlungszwischenfällen begrüßen. Dann könnten wir abstrusen Behauptungen, wie sie der Sprecher der Patientenanwälte immer wieder tätigt, konkrete Zahlen entgegensetzen!“

Von der Tatsache, dass ärztliche Qualitätssicherung und Patientensicherheit in der Ärztekammer groß geschrieben werden, zeugen unter anderem das kürzlich erschienene „Weißbuch Qualitätssicherung und Patientensicherheit“, das einen Überblick über die vielfältigen qualitätssichernden Maßnahmen der Ärztekammer bietet (Download unter: www.aerztekammer.at/service/WBuch_QS_PS.pdf). Das Jahr 2007 widmete die Ärztekammer dem Schwerpunkt Patientensicherheit.

Rückfragen richten Sie bitte an:

Mag. Susanne Sametinger
Mobil: 0664/987 66 16; Tel. 0732/77 83 71-323; Fax 0732/78 36 60-323
Ärztekammer für OÖ, Öffentlichkeitsarbeit & Presse
Dinghoferstraße 4, 4010 Linz
E-mail: sametinger@aekooe.or.at, www.aekooe.or.at
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Evi

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 572
  • Geschlecht: Weiblich
Gesundheitspolitik macht Ärzte krank
« Antwort #2 am: 23. Oktober 2008, 20:13 »

Bundesärztekammer sorgt sich um die Zukunft der Versorgung

Sparmaßnahmen bedrohen inzwischen die Versorgung

23.10.08 - Burnout, Flucht ins Ausland, Sucht - der Arztberuf verliert an Attraktivität. Für Ärztepräsident Hoppe liegt die Schuld bei der Regierung und ihrer Politik der heimlichen Rationierung. Die Ärztekammer Hessen hat sogar einen Sonderbeauftragten für süchtige Mediziner.

"Der enorme Kostendruck und infolgedessen eine unmenschliche Arbeitsverdichtung machen immer mehr Ärzte krank", befindet Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK). Er prangert die herrschenden Zustände im Gesundheitswesen an, wo Mediziner alles tun, die politisch beschlossen Rationierung zu kompensieren - und sich selbst dabei zugrunde richten.

"Die fortwährende Arbeit am Limit geht auf die Knochen", sagte Hoppe auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin. Der Begriff Berufsunzufriedenheit sei noch Schönmalerei. Viele ältere Kollegen sehnten sich einen Frühruhestand herbei, jüngere Kollegen überlegten sich zweimal, ob sie tatsächlich unter diesen Bedingungen ärztlich tätig werden wollen.

Das sind natürlich für eine bedarfsgerechte medizinische Versorgung keine Voraussetzungen. "Wenn wir die Versorgung der Patienten nicht dauerhaft zwischen Burn-Out und Ärzteflucht improvisieren wollen, müssen wir an die Wurzel des Übels", meint Hoppe - und das sei die staatlich verschleierte, heimliche Rationierung.

Ärzte seien individual-ethisch eingestellt, sie behandelten Individuen, kein Versichertenkollektiv, so Hoppe. Ärzte seien Heiler und Helfer, und keine "Allokationsjongleure". "Wenn der Beruf Arzt weiterhin eine Berufung bleiben soll, dann dürfen wir es nicht zu lassen, dass Heilen krank macht." Für den Ärztepräsidenten muss der einzelne Arzt wieder mehr Zeit für den Patienten haben - und dafür muss mehr Geld ins System.
Hohe Suchtraten unter Ärzten

Der hessische Ärztepräsident Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach stieß ins selbe Horn: "Unmenschliche Arbeitsverdichtung und wachsende Entfremdung vom eigentlichen Arztberuf als Heiler und Helfer verleiden immer mehr Kollegen die Freude an ihrer Tätigkeit", sagte er in Frankfurt.

Es sei verständlich, wenn auch nicht hinnehmbar, dass unter den Angehörigen seines Berufsstandes körperliche und seelische Erkrankungen infolge der Belastung verbreitet seien - und dass überdurchschnittlich viele eine Zuflucht bei Suchtmitteln wie Alkohol und Medikamenten suchten.
60 hessische Kollegen suchen Hilfe der Kammer

Die Landesärztekammer Hessen will betroffenen Kollegen helfen, sich aus dieser Situation zu befreien. Dafür hat sie - zusätzlich zu den Bezirksärztekammern als Anlaufstellen - einen Suchtbeauftragten ernannt: Mark Siegmund Drexler. Im vergangenen Jahr haben sich bereits 60 Kollegen an den niedergelassenen Internisten gewandt.

Die Schwierigkeiten im Berufsalltag sind laut Drexler immer dieselben: "Häufig stecken Arbeitsüberlastung, Zeitdruck durch überbordende Bürokratie und private Probleme hinter einer Alkohol- oder Tablettensucht," berichtet er. Die Kammer bietet den Betroffenen selbst keine Therapien an, sondern berät sie und organisiert geeignete Behandlungsmöglichkeiten.

BÄK / LÄKH / chy

Alle Artikel zum Stichwort:
http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_politik_gesundheitssystem_burnout_122476824574.htm
Burnout
Hoppe
Gesundheitswesen
Sucht

Verwandte Artikel:
Mediziner häufiger psychisch krank
Hoppe will von Schmidt Klartext bei eCard
Bundes-AOK? Schmidt beißt bei Kassen auf Granit
Proteine verantwortlich für Kokain-Sucht?

Tanja

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 932
  • Geschlecht: Weiblich
Krankenhäuser in Verruf .........
« Antwort #3 am: 19. November 2008, 23:50 »
19.11.2008

   
   Krankenhausmitarbeiter prangern Missstände in Kliniken an

Geldnot, überlastete Ärzte, Nachwuchsmangel: Spitzenvertreter der Krankenhausmitarbeiter zeichnen ein düsteres Bild der Zustände in deutschen Kliniken. «Damit kann man keine Zukunft aufbauen», sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Rudolf Kösters, am Mittwoch zum Auftakt des 31. Deutschen Krankenhaustages in Düsseldorf.

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=23681

Tanja

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 932
  • Geschlecht: Weiblich
Krankenhäuser brauchen Geld
« Antwort #4 am: 19. November 2008, 23:52 »
 
   Krankenhäuser fordern Konjunkturspritze

"Die Krankenhausbranche ist kein Kostenfaktor, sondern ein Wachstumsmotor", erklärte Kongresspräsident Heinz Kölking anlässlich der Eröffnung des 31. Deutschen Krankenhaustages in Düsseldorf. Kölking machte deutlich, dass die Kliniken zunehmend unter den Fehlleistungen des Staates litten. "Die Bindung der Krankenhausausgaben an die Grundlohnentwicklung weist den Weg in die Rationierung und gefährdet die flächendeckende Versorgung." Kölking, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands, appellierte an die Politik, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Leistung stärker honoriert und Investitionen ermöglicht. "Deshalb ist es geboten die Kliniken mit dem aufgestauten Sanierungsbedarf in das aktuell diskutierte Konjunkturprogramm der Bundesregierung einzubinden", sagte der Kongresspräsident.

..................... http://www.journalmed.de/newsview.php?id=23678

hilde

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 572
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Ärzte in Verruf .........
« Antwort #5 am: 20. November 2008, 13:43 »

Die Presse / 19.11.2008 / 18:26 / OTS0296 5 II 0648 PPR0001   

Die meisten Ärzte sind unbestechlich
Utl.: LEITARTIKEL von Thomas Kramar

Wien (OTS) - Die Versuchung schläft nicht: Es ist für die
Pharmaindustrie allzu vorteilhaft, Mediziner an sich zu binden.

Den Leidenden zu helfen: Das ist kein Klischee, sondern das
Selbstverständnis der Ärzte. Nicht zuletzt darauf beruht der Respekt,
den wir ihnen zollen. Der Manager eines pharmazeutischen Unternehmens
hat eine ganz andere Mission: den Gewinn seiner Firma zu maximieren.
(Was bisher, glaubt man den Bilanzen, ziemlich gut funktioniert.) Man
müsste ein sehr schlichter Exeget der "Invisible Hand"-Theorie Adam
Smiths sein, um zu glauben, dass dieses Ziel automatisch mit der
Maximierung des Wohlergehens der Patienten einhergeht.

Nein, hier kann und wird es immer wieder Interessenkonflikte geben.
Die man lösen muss: Denn die Zusammenarbeit zwischen Pharmaindustrie
und Medizin in der Entwicklung von Medikamenten ist nicht nur zu
akzeptieren, sondern zu begrüßen. Wir verdanken ihr das imposante
(bio-)chemische Arsenal, das - neben dem Sozialsystem und der
verbesserten Hygiene - wesentlich dazu beigetragen hat, dass wir
länger und gesünder leben als unsere Ahnen. Man stelle sich nur
einmal eine Welt ohne Antibiotika vor!

Oder ohne Acetylsalicylsäure. Diese schlichte alte Substanz beschert
der Firma, die sie als Aspirin verkauft, einen Jahresumsatz von über
20 Millionen Euro, ein Rückgang ist nicht abzusehen, denn dieses
Pulver hilft nicht nur gegen Kopfweh, Kater und Entzündungen, sondern
auch bei der Vorbeugung von Herz- und Gefäßkrankheiten,
wahrscheinlich sogar von Krebs. All das rezeptfrei. Eine Goldgrube,
ein seltener Glücksfall.

Selbst die beste Forschung kann solche Glücksfälle nicht erzwingen;
die Nachrüstung des Arsenals ist mühsam und voller Rückschläge;
Wunderpillen gibt es nur bei Wunderheilern, und auf die ist kein
Verlass. Die meisten Medikamente haben unerwünschte Wirkungen
und/oder helfen (wegen genetischer Unterschiede) nicht allen
Menschen. Vor allem ist der Einsatzbereich nie selbstverständlich. Ab
welchem Blutdruck verschreibt man Hochdruckmedikamente? Wie depressiv
muss ein Mensch sein, um Antidepressiva zu nehmen? Oder, ganz banal:
Ab welcher Temperatur soll man Fieber medikamentös senken?

Hier gibt es keine allgemein gültigen Regeln. Hier entscheidet der
Patient - der ja sogar die Möglichkeit hat, die (heute gern und zu
Unrecht verachtete) "Schulmedizin" zu verweigern und stattdessen auf
Homöopathie oder dergleichen zu setzen -, aber vor allem der Arzt. Er
hat, wie man unter Agenten sagt, "the licence to prescribe".

Die Pharmaindustrie wäre ihres Geldes Feind, wenn sie nicht
versuchte, hier anzusetzen und die Ärzte von ihren Produkten zu
überzeugen. Das ist per se nicht unmoralisch, eine Art von "Public
Relations" eben. Bei der aber unmoralische Angebote vorkommen: teuer
bezahlte Vorträge oder unscharf definierte Konsulentenverträge oder
Einladungen als "Gegengeschäfte" für die Durchführung ethisch
fragwürdiger Studien oder für die Propagierung von Medikamenten. Hier
liegt die Verantwortung bei den Ärzten: Sie müssen diese Angebote
unmissverständlich ablehnen.

Viele tun das, das ist ein erfreuliches Ergebnis der verdeckten
Recherchen, die Hans Weiss für sein Buch "Korrupte Medizin"
unternommen hat. Man wird auch nicht einen Arzt, der eine
Probepackung annimmt (und an seine Patienten weitergibt) oder sich
von einem Pharmareferenten auf eine Jause einladen lässt,
verurteilen. Aber die offenbar systematischen, über Zusammenarbeit in
Forschung und Entwicklung weit hinausgehenden Verflechtungen sind
sehr bedenklich. Es wird Aufgabe der Ärztekammer sein, hier
anständiges Verhalten ihrer Mitglieder durchzusetzen.

Unsaubere "Kooperationen" zwischen Pharmaindustrie und Ärzten sind
nicht nur bedenklich bis gesundheitsschädlich, sondern auch teuer -
für die Allgemeinheit. Denn sie spielen sich an einer Schnittstelle
zwischen weitgehend öffentlichen Institutionen - des
Gesundheitswesens - und privaten Firmen ab. An solchen Schnittstellen
wird von jeher gerne mitgeschnitten und geschmiert, einfach weil es
sich auszahlt.

Das geht zulasten der Krankenkassen: Die haben bisher noch kaum
Methoden, die Medikamentenkosten effizient zu drücken. Sie müssten
den freien Markt nutzen und die Firmen gegeneinander ausspielen, eine
Aut-idem-Vorschrift (Ärzte verschreiben nur den Wirkstoff, nicht das
Präparat) würde helfen. Vor allem in den Krankenhäusern fehlt die
Kontrolle - durch unabhängige Gremien, die alle Verschreibungen
prüfen. In denen Mediziner sitzen, die nicht auf der Pay-List von
Pharmafirmen stehen. Es muss sie geben. Es gibt sie.

Rückfragehinweis:
   Die Presse
   chefvomdienst@diepresse.com
   Tel.: (01) 514 14-445

Josef

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 914
  • Geschlecht: Männlich
Re: Ärzte in Verruf .........
« Antwort #6 am: 25. November 2008, 23:30 »
25.11.2008
   
   Klinik-Risiken: Mängel bei der Krebs-OP, Warten auf den Kaiserschnitt

Fehlende Blutwerte, Mängel bei Krebsoperationen, Entlassung ohne eingehende Untersuchung - Patienten in deutschen Krankenhäusern können nicht immer auf eine Behandlung nach aktuellen Standards vertrauen. Bei 20 von 194 überprüften Merkmalen der verschiedenen Therapien gibt es laut aktuellem Qualitätsreport «besonderen Handlungsbedarf». Zwar verläuft die überwiegende Mehrzahl der Behandlungen lupenrein - doch trotz Verbesserungen in den vergangenen Jahren gibt es weiter Mängel bei vielen der rund 2100 Krankenhäuser.

Beispiel Brustkrebstherapie: Bei bestimmten Verletzungen sollte das Gewebe mit einem speziellen Verfahren geröntgt werden. Nur in 91 Prozent der Fälle stand zweifelsfrei fest, dass die Ärzte standardgemäß vorgingen. Und bei kleinen Tumoren können sich die betroffenen Frauen für eine brusterhaltende Therapie entscheiden. In 80 Prozent der Fälle wurde die Brust durch die Wahl einer bestimmten Behandlungsform erhalten - Raten von 85 Prozent können laut Experten erreicht werden, wenn die Patientinnen konsequent einbezogen werden.

Beispiel ........... http://www.journalmed.de/newsview.php?id=23753
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

hilde

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 572
  • Geschlecht: Weiblich
Ärzte in Verruf .........
« Antwort #7 am: 13. Dezember 2008, 17:54 »
Etliche J. dauerte der Prozess gegen Dr. Leonhard Hochenegg, Hall/Tirol, nämlich 10 Jahre,
dann ein Freispruch.

ER stand aber schon oft in der Zeitung, meist negativ.

Der Richter: "...... strafrechtlich war nichts nachzuweisen, aber was in der Ordination abläuft
widerspricht jeder ärztlicher Kunst.", so heute in der Kronen Zeitung, im Hauptteil.
« Letzte Änderung: 13. Dezember 2008, 17:54 von hilde »

fiam

  • Neu_hier
  • *
  • Beiträge: 24
  • Geschlecht: Männlich
Die Ohren steif halten !

fiammi@web.de