Autor Thema: Krebs und Tumormarker  (Gelesen 11379 mal)

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Krebs und Tumormarker
« am: 10. November 2008, 14:08 »


Leider ist die Übertragung ins Forum unübersichtlich.

Daher besser anklicken:

http://www.laborlexikon.de/Lexikon/Infoframe/t/Tumormarker.htm


TUMORMARKER         10.11.08
Material: 
 
pro Marker 0,5 ml Serum
Übersicht:
 
Alpha-1-Fetoprotein als Tumormarker

 
CA 125

 
CA 15-3

 
CA 19-9

 
CA 50

 
CA 72-4

 
Calcitonin

 
CEA

 
CYFRA 21-1

 
HCG

 
Katecholamine im Urin

 
MCA

 
Neuron-spezifische-Enolase

 
NMP-22

 
Phosphatase (Gesamt-), alkalische

 
Phosphatase, Prostata-

 
PSA

 
SCC

 
Telomerase

 
Thymidinkinase

 
Thyreoglobulin

 
TPA

Neoplasien und Tumormarker :
 
im Einzelfall kann die Auswahl anderer Tumormarker sensitiver und indiziert sein. Nach Tumorerkrankung empfehlen wir ggf. die Planung der Nachsorge in Absprache mit dem involvierten Hämatologen/Onkologen
 
Der Einsatz von Tumormarkern als Screening sollte grundsätzlich skeptisch betrachtet werden. Nicht selten führen erhöhte Tumormarker ohne klinisches Korrelat zur Verunsicherung des Patienten.
 
In der Tumornachsorge ist zu beachten, dass bei jedem Tumormarker erst eine "kritische Masse" von Krebszellen erforderlich ist, eher er positiv wird. Dementsprechend können kleine Tumoren/Rezidive oft durch Tumormarker nicht detektiert werden. Zudem muss nicht jedes Rezidiv mit einem Anstieg der Tumormarker einhergehen.
 
    Tumor   sinnvolle Markerkombination
Anal-Ca (Plattenepithel)   SCC+CEA

Blasen-Karzinom       NMP-22, (Telomerase?)

Bronchial-Ca:   - Plattenepithel   CYFRA 21-1+CEA

   - Adeno-Karzinom   CYFRA 21-1+CEA

   - kleinzellig   NSE+CEA

   - großzellig   CYFRA 21-1+CEA

Gallenblasen-/ Gallengangskarzinom   CA 19-9+CEA

Gastrinom   Gastrin

HNO-Ca (Plattenepithel)   SCC+CEA

Harnblasen-Ca   TPA+CEA

Hoden-Ca   siehe Keimzelltumore

Hypophysen-Ca   Prolaktin, HGH, LH, FSH, TSH

Insulinom   Insulin, C-Peptid

Karzinoid   5-Hydroxyindolessigsäure

Keimzelltumore:   - Chorion-Ca   HCG

   - embryonales Ca   AFP+HCG

   - Dottersack-tumoren   AFP+HCG

   - Seminom   NSE

Knochentumore   AP, Pyridinoline, TPA, CEA

Kolon-Rektum-Ca   CEA+TPA

Leberzell-Ca:   - primäres   AFP+TPA

   - cholangiozellulär   CA 19-9

   - Gallengang   CA 19-9+CEA

Magen   CA 19-9+CEA

Malignome des lymphatischen oder myeloischen Systems   TK+Beta-2-Mikroglobulin, Immunelektrophorese

Mamma-Ca   CA 15-3+CEA(+TPA?)

Melanom   Melanin + S100 Protein

Nieren-Ca   NSE+CEA

NNR-Tumore   DHEAS, Cortisol, 17-Hydroxy-Progesteron, Aldosteron, Renin

Ösophagus-Ca   SCC+CEA

Osteosarkom   AP+CEA

Ovarial-Ca:   - epithelial   CA 125+TPA

   - mucinös   CA 72-4+TPA

   - Keimzell-Tumore   siehe Keimzelltumore

Pankreas-Ca   CA 19-9+CEA(+TPA?)

Prostata-Ca   PSA+CEA

Schilddrüse:   - papillär/follikulär   HTG+TPA

   - medullär (C-Zell)   Calcitonin

Nebenschilddrüse   Parathormon, intakt

Uterus:   - Cervix   SCC+CA 125

   - Korpus   SCC+CEA




admin

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Neuroendokrine Tumormarker problematisch
« Antwort #1 am: 24. Juni 2010, 22:15 »
   
Endokrinologie 22. Juni 2010

Neuroendokrine Tumormarker mit Tücken

Einflüsse von Synthese, Krankheiten und Medikamenten auf die Messergebnisse.

Lebensmittel wie Medikamente können bei Markern für Neuroendokrine Tumoren sowohl zu falsch-positiven wie auch zu falsch-negativen Ergebnissen führen. Diese Tatsache muss bei der Interpretation der Werte berücksichtigt werden, um Fehldiagnosen zu vermeiden.

Neuroendokrine Zellen bilden kleine Drüsen, definierte Zellanhäufungen („Inseln“) oder sind in verschiedenen Organen diffus verteilt. Als spezifische Marker schütten sie Hormone und Neuropeptide aus, und als unspezifische Marker synthetisieren sie charakteristische Proteine, wie Somatostatinrezeptoren und Granine.

Neuroendokrine Tumore (NET) machen nur 0,1 Prozent aller Malignome aus. Biologisch aktive NET sind durch eine Hypersekretion von Hormonen gekennzeichnet; die damit verbundenen spezifischen Beschwerden erleichtern eine frühe Diagnose. Bei den nicht funktionellen Tumoren tritt keine endokrine Symptomatik auf; die unspezifischen Beschwerden erschweren aber oft eine rechtzeitige Diagnose. Und .... http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/i-o/innere-medizin/endokrinologie/?full=17536
« Letzte Änderung: 24. Juni 2010, 22:18 von admin »

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Krebs und Tumormarker
« Antwort #2 am: 18. Dezember 2015, 22:12 »



Tumormarker

Krebs- oder Tumormarker sind wichtige Parameter für die genaue Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen. Für die Krebsvorsorge sind aber nur die wenigsten der Werte geeignet.

Tumormarker Krebszellen
    Tumormarker weisen auf Krebszellen im Körper hin. Zum frühen Erkennen einer Tumorerkrankung sind sie jedoch zu unspezifisch.

Als Tumormarker werden alle Stoffe bezeichnet, die entstehen, wenn sich im Körper ein bösartiger (maligner) Tumor entwickelt. Sie werden auch Krebsmarker genannt und sind meist Eiweiße oder Eiweißbestandteile. Diese Substanzen können von den Krebszellen hergestellt werden oder aber der Organismus produziert selbst Antikörper als Reaktion auf die Gewebewucherung. Tumormarker können im Blut, manche auch in anderen Körperflüssigkeiten wie zum Beispiel im Urin, sowie im Körpergewebe festgestellt werden.

Bluttest auf Krebs ist Zukunftsmusik

Die medizinische Diagnostik kennt mittlerweile eine ganze Reihe unterschiedlicher Tumormarker. Ein Bluttest auf Krebs bleibt jedoch vorerst ein Wunsch. Zwar Kleine Blutprobe verrät mehrere Krebsarten, doch bisher befinden sich viele Ergebnisse erst im Versuchsstadium, der breite klinische Nutzen muss erst noch bewiesen werden.

Noch ist es nicht gelungen, charakteristische Marker zu finden, mit denen einzelne Krebsarten mit hoher Sicherheit früh erkannt und gezielt behandelt werden können.

Ungenauigkeit der Tumormarker

Zum einen liefern die Marker ungenaue und unzuverlässige Werte: Nicht nur bei Krebs, auch bei vielen anderen Erkrankungen sind sie im Blut zu finden. Ein Beispiel dafür ist das prostataspezifische Antigen PSA. PSA ist zwar ein Marker für das Prostatakarzinom, die Werte können jedoch auch bei Harnwegsinfektionen und Entzündungen der Prostata erhöht sein.

Andere Tumormarker wiederum sind nicht nur bei Krebs, sondern auch in bestimmten Lebensphasen (Alter, Schwangerschaft) oder bei Nikotinkonsum erhöht. Nicht zuletzt können sich die Werte für Tumormarker durchaus im Normbereich befinden, auch wenn ein Patient an Krebs erkrankt ist.
Nur wenige Tumormarker sind organspezifisch

Aus einem weiteren Grund sind die Werte kaum zur Früherkennung geeignet: Bis auf wenige Ausnahmen sind die meisten Tumormarker nicht organspezifisch. Das heißt, sie können bei verschiedenen Krebsarten an unterschiedlichen Stellen im Körper vorkommen.

So wird das Immunglobulin CEA (Carcinoembryonales Antigen) zum Beispiel bei Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Brustkrebs und Lungenkrebs gebildet. Zur genauen Bestimmung, wo genau im Körper sich ein bösartiger Tumor entwickelt, ist CEA (wie viele andere Tumormarker auch) demzufolge nicht geeignet.

Außerdem können die CEA-Blutwerte bei verschiedenen Erkrankungen unter anderem an Leber (vor allem Leberzirrhose), Bauchspeicheldrüse, Magen und Lunge ansteigen, ebenfalls haben Raucher erhöhte Werte.

Nur wenige Tumormarker weisen auf Krebs an einem bestimmten Organ hin. Dazu gehören

    das Prostatastimulierende Antigen (PSA) bei Prostatakarzinom,
    AFP (Alpha-1-Fetoprotein), welches bei Erwachsenen in Tumorzellen der Leber gebildet wird und
    Calcitonin, das bei familiär bedingtem Schilddrüsenkrebs auftritt

Tumormarker: Behandlung und Verlaufskontrolle bei Krebs

Für die Früherkennung sind Tumormarker also wegen ihrer zu geringen Sensitivität und Spezifität wenig geeignet. Trotzdem haben sie große medizinische Bedeutung bei der Behandlung der verschiedenen Karzinome.

Ihre Bestimmung ist vor allem dann hilfreich, wenn es um die differenzierte Diagnose von bösartigen Tumoren und die Auswahl der passenden Behandlungsoptionen geht. Denn die Konzentration der Tumormarker gibt Auskunft über die Aggressivität der Erkrankung. Nach Chemotherapie oder Bestrahlung werden die Werte bestimmt, um abzuschätzen, ob die Behandlung anschlägt. Sinkt der Markerwert nach einer Behandlung schnell, so ist die gewählte Therapie erfolgreich. Bleiben die Werte hoch, so wird der Arzt einen Therapiewechsel in Betracht ziehen.

Nach Operationen kann mithilfe der Marker festgestellt werden, ob der Tumor vollständig entfernt wurde. Ein Beispiel dafür ist die Bestimmung des Thyreoglobulin-Werts nach der operativen Entfernung eines Schilddrüsenkarzinoms. Wird kein TG mehr im Blut nachgewiesen, ist davon auszugehen, dass der Tumor vollständig entfernt wurde.

Auch Aussagen zum Verlauf einer Krebserkrankung können anhand der Tumormarker gestellt werden: Sind die Werte hoch beziehungsweise ist zwischen zwei Proben mit einem zeitlichen Abstand ein schneller Anstieg der Werte zu beobachten, dann muss der Arzt  von einer eher ungünstigen Prognose für den Patienten ausgehen. Nicht zuletzt werden Tumormarker bestimmt, um frühzeitig mögliche Rückfälle bei Krebspatienten zu erkennen und bei Bedarf eine erneute Therapie einzuleiten.

Mehr lesen: Tumormarker • Können sie Krebs vorhersagen? – Lifeline http://www.lifeline.de/diagnose/laborwerte/tumormarker-krebsmarker-id151937.html#ixzz3uhlKkoMN


http://www.lifeline.de/diagnose/laborwerte/tumormarker-krebsmarker-id151937.html