Autor Thema: Chemo BK  (Gelesen 5006 mal)

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christina62

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Chemo BK
« am: 08. Mai 2007, 17:25 »
Eine Chemotherapie bei Brustkrebs dient dazu, verbleibende Tumorreste oder Mikrometastasen nach erfolgreicher Operation zu vernichten . Bei der Chemotherapie werden verschiedene Zellgifte eingesetzt,  dieTumorzellen zum Absterben zu  bringen,denn Zellgifte wirken dann besonders gut. Diese Zellgifte bezeichnet man auch als Zytostatika. Chemo  wirkt hauptsächlich gegen Zellen, die sich rasch und häufig teilen.
Leider werden auch schnell teilende gesunde Körperzellen angegriffen.Dazu gehören Schleimhaut-, Haarwurzel-, Keimdrüsen- und Knochenmarkzellen.

Die bekannten Nebenwirkungen

Sehr unangenehm und seelisch belastend, aber gesundheitlich wenig bedenklich sind Haarausfall, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und leichter Durchfall. Sie verschwinden wieder, sobald die Medikamente abgesetzt werden.

lg Christina
Jeder Tag ist ein kleines Leben.



Betreue die Unterforen Brustkrebs, Eierstockkrebs, Gebärmutterhalskrebs

Werner

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Chemo BK
« Antwort #1 am: 26. Februar 2008, 09:14 »
Adjuvante Therapie des Mamma-Ca: Leitlinien sollten beachtet werden

Eine leitlinienorientierte Therapie verbessert die Prognose von Patientinnen mit Brustkrebs. Das konnten kanadische Wissenschaftler in einer retrospektiven Untersuchung nachweisen. Frauen, die entsprechend den aktuellen Empfehlungen behandelt worden waren, hatten demnach bessere Überlebensraten und weniger Rezidive.

Nicole Hébert-Croteau und ihre Kollegen analysierten die Daten von 1541 Patientinnen mit einem invasiven Mammakarzinom. Alle Tumoren wurden zwischen 1988 und 1994 in einem frühen Stadium diagnostiziert und chirurgisch entfernt. Während des Beobachtungszeitraums von durchschnittlich 6,8 Jahren verstarben 358 der Studienteilnehmerinnen. Als unabhängige Prädiktoren der Überlebensraten erwiesen sich neben dem Rezidivrisiko die Art und Intensität der adjuvanten Behandlung. Wurden systemische Chemo- und Hormontherapien gemäß den zum Zeitpunkt der Diagnosestellung gültigen Leitlinien (1992 St Gallen guidelines) durchgeführt, verringerte sich die Sterberate der Patientinnen deutlich – bei Frauen mit einem moderaten Rezidivrisiko auf weniger als die Hälfte!

Um Brustkrebs-Patientinnen leitlinienkonform therapieren zu können, fordert Rebecca A. Sillimann vom Boston University Medical Centre in einem Editorial unter anderem verbesserte Kommunikationsstrukturen zwischen Ärzten, Patienten und Fachpersonal. Außerdem befürwortet sie die weitere Intensivierung des multidisziplinären Handelns und den Ausbau von Spezialeinrichtungen, die die betroffenen Frauen umfassend versorgen können.

Quelle: Journal of Clinical Oncology


Richi

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Chemo
« Antwort #2 am: 26. April 2008, 20:45 »
Chemo-Brain: Wie 5-Fluorouracil das Gehirn schädigt
Dienstag, 22. April 2008

New York – Im Gegensatz zu bisherigen Meinungen schädigt 5-Fluorouracil, eine der am häufigsten in der Chemotherapie eingesetzten Zytostatika, das Gehirn. Tierexperimentelle Studien im Journal of Biology (2008, 7: 12) belegen langfristige Schäden der Myelinscheiden. Sie könnten die Grundlage des sogenannten Chemo-Brains sein.

Zwischen 15 und 70 Prozent aller Patienten klagen während einer Chemotherapie über Konzentrationsstörungen, Lernstörungen und eine allgemeine Verlangsamung des Denkens. Diese kognitiven Beschwerden halten häufig nach dem Ende der Therapie an. Die großen Unterschiede in der Prävalenz zeigen, dass diese als Chemo-Brain bezeichneten Störungen schwer fassbar sind, zumal viele Patienten während und nach der Therapie noch unter dem emotionalen Schock der Krebsdiagnose stehen.

Gegen die Existenz eines Chemo-Brain sprach auch, dass Schäden auf das Gehirn in tierexperimentellen Studien nur schwer reproduziert werden konnten. Dies könnte sich nach der Publikation einer, wie die Editorialistin Christina Meyers vom M.D. Anderson Krebsforschungszentrum in Houston meint, grundlegenden Studie ändern.

Die Gruppe um Mark Noble von der Rochester Universität in New York hat die Wirkung von 5-Fluorouracil  zunächst an neuronalen Stammzellen und Oligodendrozyten untersucht. Die Forscher konnten bei beiden Zelllinien eine schädigende Wirkung nachweisen. Danach wurden Mäuse mit 5-Fluorouracil in Dosierungen behandelt, wie sie in der Therapie von Kolorektalkarzinom und Mammakarzinom eingesetzt werden. Bereits nach einer einmaligen Gabe kam es zu einem Untergang von Hirnzellen in Regionen, die für kognitive Leistungen verantwortlich sind.

Die Studie belegt auch eine Störung der Myelinreparatur durch die Oligodendrozyten. Dies könnte erklären, warum sich bei einigen Patienten die Beschwerden nach dem Ende der Chemotherapie noch verschlechtern. Häufig kommt es zu Seh- oder Hörstörungen und in besonders schlimmen Fällen zur Demenz. Die Studie wird nach Ansicht der Editorialistin Meyers dazu führen, dass die Onkologen dem Phänomen Chemo-Brain in Zukunft mehr Beachtung schenken werden. © rme/aerzteblatt.de