Autor Thema: Darmkrebs Therapien  (Gelesen 6747 mal)

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Werner

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Darmkrebs Therapien
« am: 12. November 2008, 22:03 »

Ärzte Zeitung, 12.11.2008

Für Patienten mit Dickdarmkrebs gibt es viele Therapien

Alter spricht nicht per se gegen eine Chemotherapie / S3-Leitlinie "Kolorektales Karzinom" - Aktualisierung 2008 vorgestellt

BERLIN (otc). Für Patienten mit kolorektalem Karzinom gibt es heute sehr viel bessere Therapieoptionen als noch vor wenigen Jahren. Eine Übersicht der Diagnose- und Therapiemöglichkeiten bietet die jetzt publizierte S3-Leitlinie "Kolorektales Karzinom" - Aktualisierung 2008*.

In Deutschland erkranken pro Jahr über 70 000 Menschen an einem kolorektalen Karzinom (KRK), erinnerte Dr. Dirk Arnold bei der Präsentation eines Auszugs aus den Leitlinien. Dank moderner Chemotherapeutika, neuer biologischer Substanzen und Therapieschemata konnte die Prognose der Patienten verbessert werden, so der Onkologe auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in Berlin.

Als Kriterium, nach dem die Therapieauswahl erfolgen sollte, nannte er ....... http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/kolorektales-karzinom/default.aspx?sid=517783

Werner

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Therapie bei metastasierendem Darmkrebs
« Antwort #1 am: 09. Februar 2009, 16:35 »
09/02/09

Elsevier Von Mary Ann Moon

Cetuximab senkt bei metastasierendem Kolorektalkarzinom Überlebenschance und Lebensqualität

Die Ergänzung der standardmäßigen First-Line-Therapie eines inoperablen metastasierenden Kolonkarzinoms um Cetuximab verlängerte nicht nur nicht das progressionsfreie Überleben wie erwartet, sondern verkürzte es sogar. Das geht aus einem am 5. Februar im New England Journal of Medicine veröffentlichten Artikel hervor.

http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_News_Article_Medical?profileAOI=11&profileAOIName=Onkologie&articleItemId=bc2c148d7dd816ae5c8b47eb1384647b


Dietmar E.

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Darmkrebs: Antikörpertherapie
« Antwort #2 am: 08. März 2009, 11:56 »
Metastasierter Darmkrebs: unverändertes KRAS-Gen im Tumor macht Antikörpertherapie aussichtsreich

Jeder Dritte, der eine Erkrankung mit Dickdarmkrebs überlebt, bekommt später Metastasen. Diese sind in einem Punkt immer mit dem Anfangstumor identisch, wie Würzburger Mediziner herausgefunden haben. Für Diagnostik und Therapie hat das Konsequenzen.


Rund 60 Prozent aller Tumoren des Dickdarms sprechen auf eine spezielle Behandlung an: Den Patienten wird dabei zusätzlich zur Chemotherapie ein Antikörper verabreicht, der sich an das so genannte EGF-Protein der Tumorzellen bindet. Deren Wachstum wird dadurch blockiert.

Seit Anfang 2008 ist dieser Antikörper in Deutschland zur Behandlung von metastasiertem Dickdarmkrebs zugelassen. Erst kurz vorher hatte man herausgefunden, welche Patienten auf den Antikörper ansprechen und welche nicht: Immer wenn in den Tumoren das Gen KRAS mutiert ist, versagt der Antikörper. Stellen Pathologen diese Mutation bei der Untersuchung des Tumorgewebes fest, so ist eine Therapie mit dem Antikörper von vornherein aussichtslos.

weiter ........ http://www.journalmed.de/newsview.php?id=24842
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Werner

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Re: Darmkrebs Therapien
« Antwort #3 am: 15. März 2009, 10:47 »

Hinweis der Redaktion: Einige Links der folgenden Themen führen zunächst zu einer LOGIN-SEITE da die Inhalte laut Heilmittelwerbegesetz nur Fachleuten zugänglich gemacht werden dürfen.

Themenschwerpunkt kolorektales Karzinom

Welche Therapieansätze werden derzeit in Studien geprüft? Und welche sind besonders viel versprechend? Diese und weitere Aspekte der Therapie des kolorektalen Karzinoms werden in unseren Wort- und Videobeiträgen für Fachärzte umfassend beleuchtet. Aktuelle Kongressberichte geben einen Einblick in interessante Themen, die von Experten erläutert und kommentiert werden.

http://www.krebsgesellschaft.de/arzt_crc

Sissi

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Darmkrebs Operation: Antibiotika .......
« Antwort #4 am: 22. März 2009, 20:13 »
05/03/09,12:00, Elsevier
Welche Antibiotika vor der Darm-OP?

Das Risiko chirurgischer Wundinfektionen nach Eingriffen am Dickdarm wird ohne Antibiotikaprophylaxe mit 40 Prozent angegeben …

Studien ergaben ein erhöhtes Wundinfektionsrisiko bei Operationen am Darm. Welches Antibiotikum am wirksamsten ist, optimaler Zeitpunkt und Wege der Applikation sind allerdings unklar. Wie hoch die Reduktion des Infektionsrisikos durch Antibiotika ist, das Keimspektrum, das erfasst werden sollte, Timing und Dauer der Antibiotikagabe sowie den Applikationsweg untersuchten Cochrane -Forscher in einem Review.

http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_Praxisradar_Detail?articleItemId=f039f2fe47df38fef93d552286b8553b

Geri

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Re: Darmkrebs Therapien
« Antwort #5 am: 27. März 2009, 23:17 »
Rektumkarzinom: Präoperative Radiotherapie verhindert Rezidive

Leeds – Eine präoperative Radiotherapie senkt bei Patienten mit Rektumkarzinom nach der Resektion die Rate der Lokalrezidive und steigert das rezidivfreie Überleben. Dies ergaben zwei größere randomisierte Studie aus Großbritannien und Kanada (Lancet 2009: 373: 811-820). Sie betonen auch die Notwendigkeit einer totalen mesorektalen Exzision (Lancet 2009: 373: 821-828).

Der Erfolg der Operation hängt beim Rektumkarzinom in hohem Maße davon ab, dass der Tumor vollständig entfernt wird. Denn Lokalrezidive sind schwer zu behandeln und zeigen in der Regel eine ungünstige Prognose an. Die totale mesorektale Exzision senkt nachweislich die Rate von Lokalrezidiven und gilt als Therapiestandard, der allerdings nicht von allen Chirurgen erreicht wird.

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=35725

Geri

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Darmkrebs! Lebensqualität, Lebensdauer ....
« Antwort #6 am: 07. April 2013, 23:07 »



05.04.2013, 06:00

Der Blick in den Darm rettet Leben Dank moderner Therapien leben Patienten mit Darmkrebs deutlich länger.
   
   
   

Es ist eine hoffnungsvolle Botschaft für Menschen mit Darmkrebs: Vor sieben Jahren lag die mittlere Überlebenszeit bei Patienten, deren Erkrankung auch schon auf andere Organe übergegriffen hat, bei rund sechs Monaten. Aber mit der Einführung moderner Therapien mit Antikörpern und auch dank verbesserter Operationsmethoden liegt die Überlebenszeit heute jenseits der „Schallmauer“ von 24 Monaten: Darauf weisen der Chirurg Univ.-Prof. Béla Teleky und die Onkologin Ass.-Prof. Irene Kührer (beide AKH Wien / MedUni Wien) anlässlich des derzeit an der MedUni Wien stattfindenden Jubiläumskongresses zum zehnjährigen Bestehen der „European Federation for coloRectal Cancer“ (EFR) hin. Teleky ist Präsident , Kührer Generalsekretärin dieser internationalen Organisation.

„Unser Motto lautet verhindern / heilen / lindern“, sagt Kührer. „Heute ist es nicht mehr so wie früher, wo der Chirurg das Sagen hatte“, betont Teleky: „Heute wird die Erkrankung jedes einzelnen Patienten gemeinsam von allen beteiligten Disziplinen wie Radiologie, Pathologie, Gastroenterologie, Onkologie, Chirurgie und Strahlentherapie besprochen. Gemeinsam wird auch die Therapie erstellt.“ Und in diesen „Tumorboards“ wird das beste „therapeutische Fenster“ für bestimmte Behandlungen festgelegt.

Vielfach gibt es bereits maßgeschneiderte Therapien: Routinemäßig wird bei Patienten mit Metastasen mit einer Blutprobe ein Gen-Test durchgeführt. Dabei wird untersucht, ob das KRAS-Gen in seiner ursprünglichen oder in einer veränderten Form vorliegt. Kührer: „Das eine ist nicht schlechter als das andere. Aber von der jeweiligen Gen-Variante hängt die Form der Therapie ab.“

– Träger des Gens in seiner ursprünglichen Form bekommen einen von zwei Antikörpern, die Wachstumsfaktoren zur Zellteilung blockieren – der Tumor schrumpft.

– Träger des Gens in seiner veränderten Form bekommen einen Antikörper, der gezielt die Bildung neuer Blutgefäße für die Versorgung des Tumors mit Nährstoffen und Sauerstoff hemmt. Seit Februar gibt es dafür ebenfalls zwei Präparate.

Kührer: „Durch den Gen-Test können wir dem Patienten Therapien, die nicht wirken, ersparen.“ Sind lediglich Lunge oder Leber von Metastasen betroffen, ist vielfach auch eine Heilung möglich.

Große Fortschritte gibt es auch bei der Planung und Durchführung von Operationen – Beispiel Enddarmkrebs: „Noch in den 70er-Jahren bekamen rund 80 Prozent der Patienten einen bleibenden künstlichen Ausgang. Heute sind es an unserer Klinik lediglich 15 Prozent, bei 85 % können wir den Schließmuskel erhalten“, so Teleky.
Vorsorge

„Darmkrebs ist in den meisten Fällen verhinderbar“, betont Kührer: „Durch eine Darmspiegelung ab dem 50. Lebensjahr und einen gesunden Lebensstil.“ Bei erfahrenen Medizinern seien die klassische sanfte (schmerzarme) Koloskopie (mit „Kurzanästhesie“) sowie die „virtuelle Endoskopie“ (Computertomografie-Untersuchung) vom Ergebnis her vergleichbar. Teleky: „Aber die klassische Form ist nach wie vor der Goldstandard.“

www.krebshilfe.net (Broschüre unter Information/Vorsorge)

Österreich als Darmkrebs-Zentrum
Plattform Die European Federation for coloRectal Cancer (Europäische Vereinigung für Dickdarmkrebs) wurde 2003 gegründet. Sie ist eine Plattform und Drehscheibe zum internationalen Wissensaustausch und zur Verbesserung der Behandlungs- möglichkeiten dieser Krebsart. Zum Jubiläumskongress an der MedUni Wien kommen rund 400 Top-Experten aus der ganzen Welt: www.efrcancer.org


Infografik
Was Sie über Dickdarmkrebs wissen sollten

(kurier) Erstellt am 05.04.2013, 06:00

http://kurier.at/lebensart/gesundheit/krebs-der-blick-in-den-darm-rettet-leben/7.675.830

Sissi

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Darmkrebs, Leber-Metastasen
« Antwort #7 am: 31. März 2016, 22:12 »



Laut heutigem Bericht ORF Heute, Südtirol, Meran:

"Vorher Metastasen in der Leber operieren, ggf. teils Leber entfernen",

dann erst den Darm-Krebs operieren!


Gitti

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Darmkrebs: "Kein Zeitaufwand mehr für Therapien
« Antwort #8 am: 29. März 2017, 20:13 »
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Darmkrebs: Mehr Freiraum durch orale Chemotherapie


Bei der Behandlung von Darmkrebs ist eine Chemotherapie oft unverzichtbar. Es gibt dabei zwei verschiedene Formen: Die klassische Chemotherapie wird den Patienten von ihrem Arzt als Infusion verabreicht, die moderne Chemotherapie in Tablettenform kann zuhause eingenommen werden. Die Patienten müssen seltener ins Krankenhaus. Dadurch haben sie mehr Zeit für ihre Familie, den Beruf und ihre Freizeit.

Seit mehreren Jahren ist die Chemotherapie mit Tabletten – die sogenannte orale Chemotherapie – zur Behandlung von Darmkrebs zugelassen. Studien haben gezeigt, dass diese Therapie wirksam – und verträglich – ist, erklärt Dr. Al-Batran, Facharzt für Onkologie. Dr. Al-Batran: „Studien belegen, dass die orale Chemotherapie nicht weniger wirksam, sogar eher besser wirksam ist. Nur weil eine Tablette oral ist, heißt das jedoch nicht, dass sie keine Nebenwirkungen hat. Aber ich würde sagen, dass die orale Therapie flexibler ist: Wenn Nebenwirkungen auftreten, wie zum Beispiel Durchfall oder Übelkeit, kann der Patient die Therapie selbst abbrechen; auch nachts, wenn der Arzt nicht erreichbar ist und ihn dann am nächsten Tag anrufen. Man nennt das "Real-Time-Kontrolle". Bei der Infusionstherapie ist es anders: Wenn die Infusion einmal injiziert ist, ist sie drin.“

Viele Patienten schätzen genau das. So auch Ullrich Berg. Er hat Erfahrungen mit Infusions- und oraler Therapie gemacht und kennt die Unterschiede. Im Vergleich zur Behandlung in Tablettenform waren die Nebenwirkungen während der infusionalen Behandlung immens.

Hr. Berg: „Sehr heftige Müdigkeitsanfälle, Niedergeschlagenheit, extreme Reaktionen im Magen-Darm-Bereich und dann hatte man eigentlich nur wenige Tage Zeit, um wieder ein bisschen fit zu werden, für die nächste Infusionstherapie. Es war eine harte Belastung und ich war glücklich, dass sich durch die Tabletten-Chemotherapie diese Nebenwirkungen extrem reduzierten.“

Durch die orale Chemotherapie war es Ullrich Berg wieder möglich, am alltäglichen Leben teilzunehmen: „Zum Beispiel konnte ich, um auch den Körper weiter zu stärken, wieder körperliche Arbeit im Garten aufnehmen. Auch konnte ich wieder größere Spaziergänge und Wanderungen durchführen. Mein Körper war, im Vergleich zu den Infusions-Chemotherapien, nicht so angeschlagen und ich konnte damit sehr gut umgehen.“

Zwar bleiben auch bei der oralen Chemotherapie Nebenwirkungen nicht aus. Dennoch – die Vorteile überwiegen hier. Dr. Al-Batran: „Der wichtigste Vorteil der oralen Therapie ist, dass der Patient seine Tablette unabhängig vom Arzt und vom Krankenhaus zuhause einnehmen kann. Dadurch hat er mehr Freiräume, was sich natürlich in einer besseren Lebensqualität reflektiert.“ Die heutigen Möglichkeiten der Chemotherapie sind sehr wichtig für Darmkrebspatienten. Die Behandlung mit Tabletten schafft für Patienten mehr Freiräume für Familie, Freizeit und Beruf.
« Letzte Änderung: 29. März 2017, 22:12 von Gitti »