Autor Thema: Diabetes: Therapie aktiv .........  (Gelesen 4884 mal)

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hilde

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Diabetes: Therapie aktiv .........
« am: 14. November 2008, 11:14 »

Wie funktioniert "Therapie Aktiv - Diabetes im Griff"?

Utl.: Langfristiges Patientenbetreuungsprogramm verhindert schwere Folgeerkrankungen

Wien (OTS) - Unbehandelter Diabetes kann schwere Erkrankungen nach sich ziehen:


 - bei Erblinden im Erwachsenenalter ist die häufigste Ursache
   Diabetes
 - Nierenversagen: ein Drittel aller Dialysepatienten ist Diabetiker
 - Amputationen: bei Diabetikern 20- bis 30-mal öfter nötig
 - Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Diabetiker bis zu dreimal stärker
   betroffen
 - Schwangerschaftskomplikationen: doppelt so oft bei Diabetikerinnen
 - fünf bis zehn Jahre geringere Lebenserwartung

   Mit "Therapie Aktiv - Diabetes im Griff" wollen die Wiener
Krankenversicherungsträger und die Stadt Wien akute
Gesundheitsprobleme von Diabetikern vermeiden, Spätfolgen eindämmen
und so die Lebensqualität der Betroffenen steigern. "Therapie Aktiv -
Diabetes im Griff" ist ein langfristiges strukturiertes Programm zur
Betreuung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2. Seit eineinhalb
Jahren haben Diabetiker in Wien die Möglichkeit, kostenlos an diesem
Programm teilzunehmen.

So funktioniert "Therapie Aktiv"

Die Patienten

 - schreiben sich bei einem "Therapie Aktiv"-Arzt ins Programm ein
   und verpflichten sich so zu langfristiger, aktiver Mitarbeit
   (Kontinuität)
 - lernen in praxisnahen Schulungen durch Ärzte bzw.
   Diabetesberater, im Alltag besser mit der Krankheit
   zurechtzukommen(Empowerment)
 - werden zu Informationsveranstaltungen eingeladen (Know-how im
   Umgang mit der eigenen Erkrankung aufbauen, z. B.
   Spezialfußpflege bei Diabetes usw.)

Der Arzt

 - führt die Erstuntersuchung mit standardisiertem
   Dokumentationsbogen durch und vereinbart mit dem Patienten
   individuell erreichbare Ziele

 - untersucht den vierteljährlich zur Kontrolle geladenen Patienten,
   bespricht aktuelle Therapieerfolge, motiviert und hilft weiter
   bei Problemen im Zusammenhang mit der Erkrankung

 - erhebt und prüft das individuelle Risiko für mögliche
   Folgekrankheiten und sorgt dafür, dass der Patient regelmäßig
   bzw. bei Bedarf sofort an Fachärzte (z.B. Augenarzt oder
   Spezialambulanzen etc.) überwiesen wird

   Inzwischen stehen in allen Bezirken Wiens "Therapie Aktiv"-Ärzte
(Allgemeinmediziner oder Internisten) zur Verfügung.

Nähere Informationen zu "Therapie Aktiv":

www.therapie-aktiv.at oder Hotline (+43 1) 60122-3800.

   Kostenlose Broschüren "Therapie Aktiv" und "Richtige Ernährung bei
Diabetes" zu bestellen bei der Wiener Gebietskrankenkasse:
(+43 1) 60122-2119 oder office.oea@wgkk.at

Disease Management Programme

   Wie alle Disease Management Programme definiert sich auch
"Therapie Aktiv - Diabetes im Griff" als langfristiges,
strukturiertes Programm zur Betreuung chronisch Kranker.

Strukturiert bedeutet:

 - Die betreuenden Ärzte müssen spezielle Schulungen absolvieren.
 - Alle Diagnose-, Therapie- und Betreuungsschritte werden nach
   standardisierten wissenschaftlichen Methoden durchgeführt und
   dokumentiert.
 - Es werden die ganzheitlichen "Lebenszyklen" von Krankheiten
   betrachtet und nicht nur einzelne Krankheitsepisoden.

Rückfragehinweis:
   WGKK - Öffentlichkeitsarbeit
   Mag. Gabriele Pflug
   Tel.: (+43 1) 60 122-2254 oder 0664 - 80 885 22 54
   mailto:gabriele.pflug@wgkk.at
   http://www.wgkk.at


Jutta

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Fehler bei der Blutzuckermessung
« Antwort #1 am: 01. Dezember 2008, 10:09 »
 
wissen-gesundheit.de

Bei der Blutzucker-Selbstmessung unterlaufen vielen Diabetikern oft unbemerkt Ungenauigkeiten und Fehler. Diese jedoch können das Mess- und damit Therapieergebnis stark beeinträchtigen. Die häufigsten Fehlerquellen sind dabei falsches Reinigen der Hände, Herauspressen des Bluttropfens aus der Fingerkuppe und fehlerhaftes Bedienen des Messgerätes.

Diese Fehler können Sie problemlos vermeiden. Lassen Sie sich beraten: Ein einmaliges Beratungsgespräch kann die Fehlerquote schon halbieren. Noch besser ist es, wenn Sie eine Schulung besuchen, in der Sie alles erfahren, was Sie wissen müssen.
 

admin

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Diabetes: „Warum handeln Akteure und Politik nicht entsprechend?"
« Antwort #2 am: 03. Dezember 2010, 00:50 »

   
Diabetologie 1. Dezember 2010

Zukunft verpasst?

„Warum handeln Akteure und Politik nicht entsprechend?“, fragten sich die heimischen Diabetes-Spezialisten bei ihrer Jahrestagung.

Die Analysen zu Prävention und Betreuung des Diabetes sind seit Jahren gleichlautend: mangelnde Betreuung, unzureichende Schulungsmaßnahmen, mehr Erkrankungen und steigende Kosten. Die Diabetesexperten nutzten die Plenar-Diskussion der 38. ÖDG- Jahrestagung vom 18. bis 20. November in Salzburg (die Ärzte Woche wird über den Kongress in der kommenden Ausgabe ausführlich berichten), um erneut zentrale Forderungen zu artikulieren.

Die Notwendigkeit der Prävention in allen Stadien des Diabetes ist längst erkannt. Trotz großer Bemühungen um möglichst frühe Diagnose, um Förderung der Public Awareness und die Entwicklung eines Disease Management Programms (DMP) zur Vermeidung der Spätfolgen und Folgeerkrankungen werden derzeit nur 21.623 Diabetespatienten von 927 Ärzten im Rahmen des DMP betreut. Das sei eine völlig unzureichende Betreuungsdichte angesichts 600.000 Patienten mit Diabetes, so die Diabetesärzte. 20 Prozent haben zum Zeitpunkt der Diagnose bereits eine diabetische Folgeerkrankung.

Die Forderungen der Experten sind seit Jahren bekannt: Etwa ........ http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/i-o/innere-medizin/diabetologie/?full=19757


admin

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Diabetes: Therapie aktiv = nicht mehr aktiv!
« Antwort #3 am: 20. September 2012, 15:19 »


Ärztekammer für Niederösterreich kündigt erfolgreiches Diabetesprogramm!

Wien (OTS) - Die Ärztekammer für Niederösterreich hat gestern,
Mittwoch das Disease Management Programm "Therapie Aktiv - Diabetes
im Griff" überraschend gekündigt. "Therapie Aktiv" ist ein
Langzeitbetreuungsprogramm für Typ 2 Diabetiker. Dies bedeutet einen
großen Rückschritt in der Diabetesbetreuung.
Chronische Krankheiten erfordern eine stabile und langfristige Betreuung

Derzeit werden in Niederösterreich rund 6.000 Diabetiker im Rahmen
des Programms "Therapie Aktiv" behandelt. Über 150 Ärzte haben dafür
zusätzliche Schulungen absolviert und ihre Ordination auf diese
strukturierte Behandlung umgestellt.

Ziel des Programms ist es, die Diabetes-Langzeitschäden möglichst
zu vermeiden. Bisherige medizinische Evaluierungen zeigen deutliche
Erfolge. So werden notwendige Kontrolluntersuchungen regelmäßiger
durchgeführt. Maßgebliche Verbesserungen bei Lebensstilfaktoren wie
Ernährung, Bewegung und im Rauchverhalten konnten erzielt werden. Die
Patienten sind mit "Therapie Aktiv" sehr zufrieden und 98 % würden
das Programm weiterempfehlen. International entspricht der Einsatz
von Disease Management Programmen derzeit dem aktuellen Stand der
Wissenschaft.
Kündigung bringt große Unsicherheit für Patienten und Ärzte

Chronisch kranke Diabetiker müssen darauf vertrauen können, dass
ein von der Ärzteschaft mitgetragenes und dem Stand der Wissenschaft
entsprechendes Behandlungs-Programm kontinuierlich fortgesetzt wird.
Die Betreuung kranker Menschen darf nicht der Willkür der
Standesvertretung ausgesetzt werden. "Das Programm wurde eingeführt,
um den Diabetikerinnen und Diabetikern eine kontinuierliche und
strukturierte Betreuung zu bieten. Eine langfristig angelegte
Behandlung kann man nicht einfach aufkündigen", so Dr. Hans Jörg
Schelling, Vorsitzender des Verbandsvorstandes des Hauptverbandes der
österreichischen Sozialversicherungsträger. "Das Handeln der
Niederösterreichischen Ärztekammer ist unverantwortlich und
inakzeptabel."

Für den Hauptverband der österreichischen
Sozialversicherungsträger ist nicht nachvollziehbar, warum das
Disease Management Programm gekündigt wurde, zumal die positive
Wirkung des Programms für Diabetiker belegt ist. Auch am Programm
teilnehmende Ärzte unterstreichen den Nutzen und sehen für alle
Beteiligten Vorteile.
Die Sozialversicherung wird "Therapie Aktiv" Ärzte weiterhin unterstützen

Die Sozialversicherung wird alles dazu beitragen, dass die
verbesserte Diabetes Betreuung in der bisher umfassenden Form
aufrechterhalten wird.

Der Hauptverband bittet die Ärzte dringend, das Programm
fortzusetzen. Die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse wird
sämtliche Möglichkeiten prüfen, wie das Projekt für die teilnehmenden
Ärzte weitergeführt werden kann. Gleichzeitig möchte die
Sozialversicherung an die Niederösterreichische Ärztekammer
appellieren, die Kündigung zu überdenken und in einen Dialog mit der
Sozialversicherung zu treten.

Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen,
sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und
eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,4 Millionen
Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte
Angehörige). Der Behandlungsanspruch aus der Krankenversicherung wird
beim Mediziner durch das e-card-System angezeigt: Die e-card als
Schlüsselkarte enthält keine medizinischen Daten, ermöglicht dem Arzt
aber die Überprüfung des Versicherungsstatus eines Patienten und die
Nutzung weiterer Services. Der Hauptverband der österreichischen
Sozialversicherungsträger ist das organisatorische Dach über der
solidarischen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung Österreichs.

Richi

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NÖ Ärztekammer nimmt Kritik an Kündigung des DMP ernst

Neue Leistungsposition im Kassenvertrag für alle Ärztinnen und Ärzte wird angestrebt


Wien (OTS) - "Wir nehmen die breite Kritik an der Kündigung des
Disease Management Programms für Altersdiabetes zur Kenntnis", so MR
Dr. Dietmar Baumgartner anlässlich der Reaktionen auf die gestrige
Kündigung. "Wir werden uns daher dafür einsetzen, dass bei den
bevorstehenden Kassenverhandlungen eine neue, dem Wunsch nach einer
noch umfangreicheren Diabetikerbehandlung Rechnung tragende
Leistungsposition "Langzeitbetreuung Diabetes Mellitus Typ 2" für
alle Allgemeinmediziner und Internisten und zwar ohne Limitierung
eingeführt wird", führt der Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte
der NÖ Ärztekammer aus.
Verbesserung für alle Diabetikerinnen und Diabetikern in Niederösterreich

Hauptkritikpunkt der Ärztekammer am gekündigten Projekt "Diabetes
Mellitus Typ 2 - Therapie aktiv" war der enorme bürokratische
Zusatzaufwand, der die Kassenpraxen mittlerweile erstickt und an
ihrer medizinischen Leitungserbringung massiv hindert. Daher wird
seitens der Ärztekammer dem mehrfachen Wunsch nach einer
Weiterführung des Disease Management Programms eine Absage erteilt.
"Eine neue Leistungsposition im Kassenvertrag würde hingegen allen
Diabetikerinnen und Diabetikern in Niederösterreich zugutekommen", so
MR Dr. Baumgartner. "Die im Rahmen des Kassenvertrags zur Verfügung
stehende Zeit könnte somit ausschließlich für medizinische Betreuung
und nicht für zusätzliche Verwaltung im Zuge eines Disease Management
Programms verwendet werden. Wir hoffen, dass sich die
Gebietskrankenkasse auch bei den Verhandlungen noch an ihren Wunsch
nach effizienterer Diabetikerbetreuung als bisher erinnert und
erwarten uns diesbezüglich Unterstützung von Hauptverband, NÖ
Patientenanwaltschaft und Gesundheitspolitikern", so der Kurienchef
zum Abschluss.