Autor Thema: Mein Darm  (Gelesen 11933 mal)

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Werner

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Mein Darm
« am: 18. November 2008, 09:42 »
   
   Stromazellen im Lymphknoten prägen Immunantwort

Viele Krankheitserreger nutzen den Darm als Eintrittspforte, um in den Körper zu gelangen und Erkrankungen auszulösen. Um sich gegen diese Pathogene zu schützen, ist es wichtig, dass das Immunsystem T-Zellen gezielt in den Darm lenkt. Diese Abwehrzellen werden mit molekularen Adresskodes ausgestattet, die es den T-Zellen erlauben, in bestimmte Gewebe einzuwandern. Um in den Darm zu gelangen, müssen die Zellen zwei Moleküle bilden können: den Chemokinrezeptor CCR9 in Verbindung mit dem alpha4beta7-Integrin. Nur dann können sie dort ihre Funktion ausüben und Krankheitserreger bekämpfen. Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben jetzt gezeigt, dass die Gerüstzellen der Lymphknoten des Darms einen wichtigen Beitrag in diesem Prozess leisten. Ihre Arbeit haben die Forscher des Instituts für Immunologie und des Instituts für Funktionelle und Angewandte Anatomie jetzt im "Journal of Experimental Medicine" (J. Exp. Med. 2008;205 2483-2490) publiziert.


Die Wissenschaftler fanden heraus, dass  http://www.journalmed.de/newsview.php?id=23614

Dietmar E.

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Mein Darm
« Antwort #1 am: 01. Februar 2009, 17:13 »

29/01/09,19:14, Elsevier Von Nancy Walsh

Entzündliche Darmerkrankung bleibt klinische Herausforderung

FORT LAUDERDALE, Florida (EGMN) – Trotz eines besseren Verständnisses der genetischen Einflüsse und phänotypischen Manifestationen sowie der Verfügbarkeit multipler immunmodulatorischer Medikamente stellen entzündliche Darmerkrankungen weiterhin eine signifikante klinische Herausforderung dar.

„Klassischerweise reden wir bei den entzündlichen Darmerkrankungen von Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, aber manchmal gibt es so große Überschneidungen, dass man kaum einen Unterschied machen kann“, sagte Dr. Sunanda Kane. Obwohl die Schleimhauterkrankung bei Colitis ulcerosa zum Beispiel generell oberflächlich sei, könne der Patient bei tiefen Ulzera mehr Schmerzen haben als erwartet.

Weiter: http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_News_Article_Medical?profileAOI=8&profileAOIName=Allgemeinmedizin&articleItemId=a277337b194faa6f3faa2c3b10f611b1
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Gitti

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Ballaststoffe lindern Reizdarmsyndrom
« Antwort #2 am: 28. August 2009, 20:21 »
Freitag, 28. August 2009

Ballaststoffe lindern Reizdarmsyndrom

Utrecht – Ballaststoffe können die Beschwerden beim Reizdarmsyndrom deutlich lindern. Die Wirkung war in einer randomisierten klinischen Studie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2009; 339: b3154) allerdings von der Wahl des Präparates abhängig.

Die meisten Ärzte raten ihren Patienten mit Reizdarmsyndrom, den Anteil von Ballaststoffen in der Nahrung zu erhöhen. Viele verordnen entsprechende pflanzliche Präparate. Die Therapie war bisher jedoch nicht evidenzbasiert und eine Meta-Analyse konnte im letzten Jahr keine signifikante Wirkung feststellen (BMJ 2008; 337: a2313). Die einzige Ausnahme waren damals indische Flohsamen (Plantago ispaghula). René Bijkerk von der Universität Utrecht kommt jetzt in einer randomisierten klinischen Studie zu ähnlichen Ergebnissen.

Eine Gruppe von 275 Patienten im Alter von 18 bis 65 Jahren mit Reizdarmsyndrom nahm über 12 Wochen zweimal täglich 10 Gramm Flohsamen (Psyllium), Kleie (unlösliche Fasern) oder Placebo ein. Primärer Endpunkt war eine Besserung der Symptome in der Eigenbewertung der Patienten.

Nach einem Monat berichteten 57 Prozent der Patienten unter der Therapie mit Psyllium über eine Besserung – ein signifikanter Vorteil gegenüber dem Placeboarm: Die Teilnehmer hier hatten ein Präparat mit Reismehl erhalten und immerhin 35 Prozent hatten darunter eine Besserung verspürt, was die bekannte deutliche Placebowirkung bei dieser Erkrankung bestätigt. Auf eine Kleiebehandlung hatten 40 Prozent angesprochen, was kein signifikanter Unterschied zur Placebowirkung war.

Auch nach zwei Monaten war Psyllium mit einer Responderrate von 59 Prozent gegenüber Placebo (41 Prozent) und Kleie (51 Prozent) im Vorteil. Im dritten Monat hatte allerdings Kleie mit einer Responderrate von 57 Prozent gegenüber Psyllium (46 Prozent) und Placebo (32 Prozent) die Nase vorn.

Dennoch gibt Bijkerk dem Psyllium-Präparat den Vorzug. Es hatte in einem sekundären Endpunkt zur quantitativen Wirkung nach drei Monaten die beste Wirkung erzielt: Der Symptomscore besserte sich um 90 Punkte, gegenüber einer Besserung um 49 Punkte unter Placebo und einer Besserung um 58 Punkte unter dem Kleieprodukt.

Die Kleie war bei den Patienten offenbar weniger beliebt. Nur 56 Prozent der Teilnehmer beendeten die Studie (64 Prozent im Psyllium-Arm, 60 Prozent im Placebo-Arm). Vor allem zu Beginn der Therapie sollen einige Patienten Kleie weniger gut vertragen haben.

© rme/aerzteblatt.de

Richi

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Re: Mein Darm
« Antwort #3 am: 31. März 2010, 19:59 »
 http://www.wissen-gesundheit.de/content.asp?wdid=606&sid=0

Etwa 320 000 Menschen in Deutschland sind von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen betroffen. Dies sind vor allem Morbus Crohn, der den gesamten Darm betrifft, sowie Colitis ulcerosa des Dickdarms. Die Erkrankungen haben unterschiedliche Auslöser und Verläufe, zeigen sich aber oft mit ähnlichen Beschwerden. Dies erschwert es dem Arzt, die Erkrankungen schnell und ohne aufwändige Untersuchungsmethoden zu unterscheiden. Eine schnelle und einfache Methode wurde im Vorfeld des Internistenkongresses 2010 bekannt. Denn Forscher haben herausgefunden, dass die Erkrankungen die Darmflora jeweils unterschiedlich prägen, was mit einer einfachen Stuhlprobe nachweisbar ist: Bei Menschen mit Morbus Crohn finden sich weniger Bakterien des Typs Faecalibacterium prausnitzii. Bei der Colitis ulcerosa tritt im Gegensatz dazu dieser Keim vermehrt auf und zeigt auch – bedingt durch die entzündete Schleimhaut –massenhaft Leukozyten. Diese Erkenntnisse werden in Zukunft wohl für eine neue einfache Untersuchungsmethode genutzt werden können.

Die typische Zusammensetzung der Darmbakterien legt es nahe, dass diese auch einen Einfluss auf die Symptome besitzen, teilt die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin mit. Bereits jetzt werden an der Uniklinik Regensburg Patienten mit Colitis ulcerosa nach dem Abklingen der Entzündung mit Präparaten behandelt, die einen bestimmten Stamm des Darmbakteriums E. coli enthalten. Studien haben gezeigt, dass dadurch neue Entzündungsschübe hinausgezögert werden können.
Unser Tipp: Auch Probiotika helfen bei Colitis ulcerosa, und zwar vorbeugend und sogar im Krankheitsschub. Probiotika finden Sie in bestimmten Sorten von Naturjoghurt, es gibt sie auch in der Apotheke in Form von Kapseln zu kaufen.
 

Lesen Sie dazu auch:
• Entzündliche Darmerkrankungen
• Genetische Defekte entscheidend bei Colitis ulcerosa
• Naturmedizin bei Crohn und Colitis
• Darm-Verschluss: Oft kann nur eine Not-OP das Leben retten
• Typhus: Meist ist schlechte Hygiene schuld
• Neue Hoffnung bei chronischer Darmentzündung

 

Autor: Wissen Gesubndheit - Redaktion

Richi

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Mein Darm
« Antwort #4 am: 03. August 2010, 20:24 »

Wie die Ernährung den Darm verändert

Florenz – Die Ernährung hat deutliche Auswirkungen auf die bakterielle Besiedlung des Dickdarms. Die Unterschiede sind bereits in den ersten Lebensjahren beachtlich. Sie könnten die unterschiedliche Anfälligkeit von Menschen in Industrie- und Entwicklungsländern (nicht nur) für Darmerkrankungen erklären, wie eine Studie in den Proceedings of the National Academy of Sciences (2010, doi: 10.1073/pnas.1005963107) zeigt.

In den westlichen Ländern konnten schwere Darminfektionen, an denen noch heute viele Menschen in den Entwicklungsländern sterben, weitgehend zurückgedrängt werden. Dafür sind Allergien, Autoimmunerkrankungen und entzündliche Darmerkrankungen sehr häufig geworden.

............ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/42212/Wie_die_Ernaehrung_den_Darm_veraendert.htm

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Mein Darm
« Antwort #6 am: 20. Juli 2011, 21:14 »

Mittwoch, 20. Juli 2011

Vegetarische Diät beugt Divertikulitis vor

Oxford – Vegetarier erkranken und sterben seltener an einer Divertikulose. Die protektive Wirkung war in einer prospektiven Beobachtungsstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2011; 343: d4131) unabhängig von einer ballaststoffreichen Ernährung, die einer Divertikulose ebenfalls vorbeugt. Angesichts einer hohen Number needed to treat dürften sich Fleischesser jedoch kaum von den Vorteilen einer vegetarischen Lebensweise überzeugen lassen.

Die Divertikulose ist eine typische Folge der westlichen Lebensgewohnheiten. Die industriell gefertigten Nahrungsmittel enthalten kaum noch Ballaststoffe. Das Kotvolumen nimmt ab, und der langsamere Transit im Colon steigert die Reabsorption von Wasser. Der Stuhlgang wird für viele Menschen zur Qual.

.............. http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/46695/Vegetarische_Diaet_beugt_Divertikulitis_vor.htm

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Unser Darm - unsere Verantwortung
« Antwort #7 am: 12. Oktober 2012, 00:33 »



Unser Darm - unsere Verantwortung

Wien (OTS) - Beschwerden im Magen-Darmbereich sollte man ernst
nehmen. Obwohl die Lebensqualität durch derartige Beschwerden stark
beeinträchtigt sein kann, hindert oft das Schamgefühl an der nötigen
ärztlichen Abklärung. Ein Gefühl, das unter Umständen
lebensgefährlich sein kann. Bei einem Darm-Informationstag am 10.
Oktober im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien, einem
Unternehmen der Vinzenz Gruppe, konnten sich Betroffene und
Interessierte informieren und hautnah Untersuchungen und ein
übergroßes Darmmodell erleben.

Von Magenverstimmungen bis zu Chronisch Entzündlichen
Darmerkrankungen: Viele Menschen kämpfen mit Beschwerden im
Verdauungstrakt. Im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien
arbeitet ein fächerübergreifendes Expertenteam - bestehend aus
Internisten, Gastroenterologen (d. h. internistische Spezialisten im
Magen-Darmbereich), Radiologen, Chirurgen, Diätologinnen,
Psychologinnen und hoch spezialisierten Pflegefachkräften - eng
zusammen. Mit einem Ziel: Den Patientinnen und Patienten ein
umfangreiches und modernes Abklärungs- und Therapieangebot zu bieten.

Der Darm - Spiegel des körperlichen Befindens
Der menschliche Darm ist rund acht Meter lang, hat eine Oberfläche
von circa 200 Quadratmetern und in seiner Schleimhaut sind mehr als
70 Prozent der Abwehrzellen des menschlichen Immunsystems
beheimatet1. Störungen im Magen-Darmbereich beeinflussen die
Funktionen und das metabolische Gleichgewicht auf verschiedensten
Ebenen in unserem Körper: Für Menschen mit chronischen
Darmerkrankungen bedeutet dies ein steigendes Risiko an Erkrankungen
von Begleitorganen (wie Leber, Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse). Aber
auch Muskeln können betroffen sein und Depressionen können entstehen.
Darüber hinaus können Störungen im Magen- Darmbereich auch Nährboden
für Knochenerkrankungen sein. "Nur das Verständnis und die Kenntnis
der inneren Zusammenhänge von Darm und produzierten Peptiden mit
Beeinflussung sämtlicher Organfunktionen bis zu Herz, Psyche und
Knochen lässt eine interdisziplinäre Betreuung möglich sein", betont
Prim. Univ.-Prof. Dr. Heinrich Resch, Leiter der II. Medizinischen
Abteilung.

Darm und Psyche
"Psychosoziale Faktoren können bei der Entstehung, Bewältigung oder
Aufrechterhaltung von Beschwerden im Magen-Darm-Bereich eine
wesentliche Rolle spielen", weiß Prim. Dr. Peter Weiss, Leiter der
III. Medizinischen Abteilung für Innere Medizin und Psychosomatik.
Seine Abteilung bietet Betroffenen ein breites Diagnose- und
Therapieangebot, das zusätzlich zur körperlichen auch die psychische
Komponente einer Erkrankung berücksichtigt. Alle Mitarbeiter der
Abteilung verfügen neben ihrer internistischen Fach- auch über eine
psychotherapeutische Ausbildung. "Viele Menschen haben Angst vor
einer Stigmatisierung, wenn sie zum Psychiater geschickt werden und
gehen daher nicht hin. "Bei uns findet die psychische Betreuung durch
Psychotherapeuten, Psychiater und Psychologen im Rahmen einer
internen Abteilung statt", so der Gastroenterologe und
Psychotherapeut Dr. Weiss. Die Maßnahmen reichen von unterstützenden
psychologischen Gesprächen und Entspannungstherapien bis zu einer
intensiven achtwöchigen stationären Therapie. Ein zweiter Schwerpunkt
ist die Behandlung von Menschen mit funktionellen
gastroenterologischen Beschwerden. Durch das integrierte
psychosomatische Therapieangebot kann ein jahrelanger Leidensweg der
Patienten verhindert werden.

Schonende Untersuchung im "Dämmerschlaf"
Spiegelungen im Magen-Darm-Bereich sind für die Früherkennung
unumgänglich. Im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien werden
endoskopische Untersuchungen im Zentrum für Interventionelle
Endoskopie besonders schonend durchgeführt. In einer Art
"Dämmerschlaf" schlummern die Patientinnen und Patienten während der
Magen- oder Darmspiegelung. "Sämtliche diagnostische und
therapeutische Eingriffe können auf der Grundlage der hochmodernen
Technologie mit drei Videoanlagen durchgeführt werden", erklärt OÄ
Dr. Susanne Oswald, Leiterin des Instituts für Interventionelle
Endoskopie.

Auch die Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
ist in das Behandlungskonzept eng eingebunden. "Durch die von uns
durchgeführten 'Virtuellen Kolonoskopien' mittels modernster
Computertomographietechnik tragen wir einen wesentlichen Teil zur
Diagnose bei", erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schima, MSc,
Leiter der Abteilung. "Wenn eine Darmspiegelung wegen Schmerzen des
Patienten nicht möglich ist oder wegen einer Knickbildung im Darm
abgebrochen werden muss, können wir noch am gleichen Tag eine
Virtuelle Kolonoskopie durchführen. Der Patient muss daher nicht ein
zweites Mal mit einem Abführmittel vorbereitet werden."

Eine Frage der Ernährung
Die Diätologinnen im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien
spielen eine wichtige Rolle im Expertenteam. Immer mehr Patientinnen
und Patienten leben mit Intoleranzen (z. B. Histamin, Fruktose,
Laktose). Lebensstiländerungen sind oftmals unumgänglich. Gerade hier
ist professionelle und gleichzeitig menschliche Beratung besonders
wichtig.
Auch nach chirurgischen Eingriffen an Dünn- oder Dickdarm oder
Magen-Operationen muss die Ernährung umgestellt werden. "Wir
erstellen für jede Patientin und jeden Patienten einen
maßgeschneiderten Ernährungsplan. In der Therapie von
psychosomatischen Erkrankungen wie Reizdarm, chronisch entzündlichen
Darmerkrankungen und Essstörungen arbeiten wir eng mit den
Internisten, Psychologinnen und dem Pflegepersonal zusammen", erklärt
die leitende Diätologin Heidi Szepannek.

Narbenfreie Chirurgie
Früherkennung kann bei Darmkarzinomen lebensrettend sein. Blut im
Stuhl ist auf jeden Fall ein Warnzeichen, bei dem ein Arzt aufgesucht
werden soll. Ist ein chirurgischer Eingriff notwendig, operiert Prim.
Univ.-Prof. Dr. Mag. Alexander Klaus meist narbenfrei. Er hat die
sogenannte SILS-Methode als erster Chirurg in Österreich im September
2008 an der Universitätsklinik Innsbruck erfolgreich durchgeführt.
SILS steht für single incision laparoscopic surgery - also
minimal-invasive Schlüssellochchirurgie - ein winziger Schnitt
erfolgt dabei in der Tiefe des Nabels und dadurch narbenfrei. "Für
unsere Patientinnen und Patienten bedeutet das eine schonendere
Operationsmethode und dadurch auch eine raschere Genesung", hebt
Prim. Klaus die Vorteile der innovativen Methode hervor. Die
minimal-invasive Chirurgie kommt als wichtiger Teil der
interdisziplinären Therapie bei Dick- und Enddarmkarzinomen zum
Einsatz, ebenso bei komplizierten Divertikelerkrankungen
(Ausstülpungen an der Darmwand).

Sensible Behandlung
Ein weiterer chirurgischer Schwerpunkt liegt im Bereich der
Enddarmerkrankungen. Dies ist körperlich und seelisch ein höchst
sensibler Bereich. Das fachliche Angebot für die Betroffenen
erstreckt sich von der kompletten Abklärung (Endoskopie,
Sphinktermanometrie, Ultraschall) bis zur chirurgischen Therapie von
u. a. Hämorrhoiden, Fisteln, Abszessen, Analfissuren und
Stuhlinkontinenz. Durch die langjährige Erfahrung haben die Experten
im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien auch das notwendige
Verständnis für die Bedürfnisse der Betroffenen. Kontinenz- und
Stomaberatung wird von einer speziell ausgebildeten und erfahrenen
Diplomierten Gesundheits- und Krankenschwester angeboten.

Das Krankenhaus arbeitet eng mit Selbsthilfegruppen zusammen, um den
Betroffenen fachkundige Ansprechpartner empfehlen zu können.

KONTAKT
Gastroenterologische (Magen-Darm) Ambulanz: Montag und Mittwoch bis
Freitag 9.00 - 11.00 Uhr. Terminvereinbarung über das
Ambulanzsekretariat von Montag bis Freitag zwischen 10.00 und 16.00
Uhr unter Tel. 01/599 88 - 3233 bzw. online unter www.bhs-wien.at

Josef

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21.11.2012
   
   
Studie beschreibt Zusammenhang zwischen Psyche und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen


Die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind behandel- aber nicht heilbar. Neben den körperlichen Symptomen sind Betroffene auch psychischen Belastungen ausgesetzt. Eine neue Studie von PD Dr. Jonas Mudter, Universität Erlangen und Mitglied im Kompetenznetz Darmerkrankungen und der GISG, zeigt jetzt, welche Auswirkungen CED auf die Psyche der Betroffenen haben können. Demnach gelten Unsicherheit im Sozialkontakt, ein erhöhtes soziales Unterstützungsbedürfnis und Depressivität als die gravierendsten Faktoren.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen betreffen derzeit ungefähr 320.000 Menschen in Deutschland. Die Krankheiten brechen besonders häufig im Alter von 15 bis 35 Jahren aus, in einer Zeit also, in der viele Menschen ihre Berufe planen und Familien gründen. Als Ursachen für den Ausbruch werden Veränderungen der individuellen Umweltbedingungen, Gene und eine Barrierestörung des Darms vermutet. Die Krankheiten verlaufen schubweise, mit Bauchschmerzen, häufigen Durchfällen und bei länger anhalten Schüben mit Gewichtsverlust und Schwäche. Neben den körperlichen Beschwerden spielen die psychosozialen Belastungen eine wichtige Rolle für Betroffene: Die Erkrankung kann von Ängsten begleitet sein, die Beschwerden werden häufig im Arbeits- oder sozialen Umfeld tabuisiert und können zu Problemen am Arbeitsplatz führen.

Dr. Jonas Mudter, Oberarzt und stellvertretender Leiter der Endoskopie der Universitätsklinik Erlangen und Mitglied des Kompetenznetz Darmerkrankungen, und seine Kollegin Dr. Ekaterina Krauss, Ärztin für Innere Medizin, haben nun eine Studie veröffentlicht, mit der die Zusammenhänge zwischen den psychischen Belastungen und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen beschrieben werden.

Im Zeitraum von September 2011 bis März 2012 wurden 270 Personen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa und eine nicht von CED-betroffene Kontrollgruppe - 110 Personen - in Fragebogen gestützten Interviews dazu befragt, welche psychischen Faktoren ihr Wohlbefinden am stärksten beeinflussen. Das Ergebnis zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, dem verstärkten Auftreten von Depressivität sowie einem erhöhten Bedarf an sozialer Unterstützung, wie sie zum Beispiel die Familie oder Selbsthilfegruppen bieten. Diese Faktoren beeinträchtigen besonders häufig Betroffene mit Morbus Crohn, weniger diejenigen mit Colitis ulcerosa, und sie sind in ihrer Ausprägung abhängig von der Schwere des Entzündungsgrades.

Erste bundesweite prospektive Umfrage von ÄrztInnen für chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Die Studie „Analyse von psychischen Belastungsfaktoren bei CED-Patienten“ entstand als eines der ersten Projekte der GISG, German Inflammatory Bowel Disease Study Group, eine gemeinnützige Studienplattform, in der VertreterInnen aus Praxen, Kliniken und Universitäten zusammen Studienideen erarbeiten und ausführen. Die GISG wurde 2008 von der „Arbeitsgemeinschaft für chronisch entzündliche Darmerkrankungen“ (DACED) gegründet und in das Kompetenznetz Darmerkrankungen integriert.

An der Studie beteiligten sich bundesweit mehr als 30 Studienzentren, zu denen sowohl Krankenhäuser und Universitätskliniken als auch niedergelassene Arztpraxen gehörten.

Weitere Informationen: http://www.gisg.eu "GISG, German Inflammatory Bowel Disease Study Group"
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

hilde

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Fäkalien als Darm-Therapie
« Antwort #9 am: 20. Januar 2013, 20:05 »


Fäkalien als Darm-Therapie

Schwere Darminfektionen werden mit Stuhlproben von anderen geheilt


Der Gedanke, den Stuhl eines anderen verabreicht zu bekommen, toppt sogar die Ekelprüfungen im RTL-Dschungelcamp. Im Kampf gegen den gefürchteten Durchfallkeim Clostridium difficile scheint das allerdings die derzeit effektivste Methode zu sein, belegt eine aktuelle Studie der Universität Amsterdam.

Der Gastroenterologe Josbert Keller berichtet im New England Journal of Medicine, dass er die Studie frühzeitig abgebrochen hat, weil die Behandlung so sensationell erfolgreich war. Während die übliche Antibiotika-Therapie nur vier von 13 Patienten heilen konnte, war die Fäkal-Therapie bei 15 von 16 Personen erfolgreich. Bei dieser Methode wurden den Patienten die heilbringenden Bakterien über eine Nasensonde verabreicht.

Im KURIER-Interview erklärt der Infektionsspezialist Univ.-Prof. Wolfgang Graninger von der MedUni Wien, warum die Angst vor antibiotikaresistenten Keimen unberechtigt ist und welche Wege der Medizin gegen resistente Keime bleiben.

KURIER: Schätzungen zufolge stecken sich jährlich 55.000 Patienten mit Spitalskeimen an. Die Medizin scheint bei der Behandlung immer öfter anzustehen – ist das so?
 Wolfgang Graninger: Es wird immer von steigenden Resistenzen und fehlenden neuen Substanzen gesprochen. Der falsche Gebrauch von antimikrobiellen Substanzen (wie z. B. Antibiotika, Anm.) ist aber die Ursache für diese Resistenzen. Der wesentliche Punkt ist der schonende Umgang mit Antibiotika. Man muss möglichst Schmalspektrum-Antibiotika verwenden. Superbreitband-Antibiotika wie zum Beispiel Peneme müsste man bewilligungspflichtig machen.

Am meisten wird der Keim Clostridium difficile gefürchtet – was ist so gefährlich daran?
 Das Schlimme ist, je breiter wirksam das Antibiotikum, desto mehr unschuldige Bakterien werden getroffen – die lebenswichtigen Darmbakterien. Wir haben im Darm eine herrliche Landschaft wie in einem Mischwald mit Bäumen, Sträuchern und so weiter. Bei Antibiotika kommt jemand mit einer Motorsäge und sägt alle Bäume um – was bleibt über? Die Antibiotika killen alle Bakterien – nur Clostridium difficile überlebt. Vor dem haben alle Angst, weil der aus Rache ein Gift bildet. Und das produziert 14 Durchfälle am Tag. Es kann nicht sein, dass jemand für eine Hüftoperation ins Spital kommt, da bekommt er eine Dosis Antibiotika, die Darmflora verabschiedet sich, Clostridium difficile macht ihm 14 Durchfälle und dann stirbt er mir am Durchfall. Das ist grotesk, aber es ist schon passiert.

Was war bisher die Therapie der Wahl?
Ein weiteres Antibiotikum, Metronidazol. Es killt den letzten Überlebenden in der Darmflora, Clostridium difficile, damit er kein Gift mehr produzieren kann und danach muss der Patient seine Darmflora wieder aufbauen. Das Schwierige ist, dass das Metronedazol nicht mehr so wirkt wie früher.

Wie funktioniert diese Stuhl-Transplantation?
 Das Gescheiteste gegen die Clostridium difficile wäre, ich forste die Darmflora wieder auf. Das kann man machen, indem man den Patienten seinen eigenen Stuhl oder den einer anderen Person zurückgibt. Dann ist die Darmflora innerhalb kürzester Zeit wieder aufgebaut. Dabei werden die Bakterien aus dem Stuhl extrahiert und als Einlauf oder in Form einer Kapsel, die sich erst im Darm auflöst, verabreicht. Am gescheitesten wäre, jeder lässt eine erbsengroße Stuhlprobe bei –20 Grad einfrieren. Das ist wie eine Lebensversicherung. Allerdings hat die Methode bisher nicht so richtig gegriffen. Sie ist intellektuell das Richtige, aber nicht emotionell.

Welche Möglichkeiten bleiben den Patienten?
Zum Glück gibt es ein neues Medikament, das wirkt wie Metronidazol. Der Effekt ist wunderbar und verhindert Sporenneubildung. Weil es sehr teuer ist, verwenden wir das allerdings erst in zweiter Wahl.

Wie hilfreich sind Getränke, Joghurts und Pulver zum Aufbau der Darmflora?
 Die sind alle ein Unsinn. Eine Firma stellt ein Präparat mit zehn verschiedenen Darmbakterien her. Das ist zumindest ein besserer Ansatz. In Zukunft wird es Präparate mit 100 Bakterien geben, um zumindest einen kleinen Effekt zu erzielen.

Sind antibiotikaresistente Antibiotika nun eine Bedrohung?
 Die Angst ist unberechtigt. Man muss es nur richtig machen. Wir haben in Österreich sehr niedrige Resistenz-Raten. Niedriger sind sie nur noch in Holland und in Skandinavien. Wir glauben fälschlich, dass wir neue Antibiotika brauchen. Der springende Punkt ist, dass alte Antibiotika, die wir schon in den Mistkübel geschmissen haben, plötzlich wieder eine hervorragende Wirkung haben. Die sind zum Beispiel das Mittel der Wahl gegen den Krankenhauskeim MRSA


http://kurier.at/lebensart/gesundheit/faekalien-als-darm-therapie/2.669.527


Gitti

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Darmentzündung begünstigt Darmkrebs
« Antwort #10 am: 29. März 2013, 16:13 »




Darmentzündung begünstigt Darmkrebs


Ein Zusammenhang von Darmentzündung und Darmkrebs wurde seit Langem vermutet. Nun hat ein internationales Forscherteam unter Federführung der Medizinischen Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie (Direktor: Prof. Dr. Markus F. Neurath) des Universitätsklinikums Erlangen zeigen können, dass bestimmte Bindegewebszellen ein wichtiges Brückenglied zwischen Darmentzündung und Darmkrebs bilden. Diese sogenannten Tumorfibroblasten fördern in entzündlicher Umgebung die Produktion und Freisetzung eines Schlüsseleiweißes und Wachstumsfaktors namens Epiregulin, das das Darmkrebswachstum aktiv beschleunigen kann.

,,,,,,,,,,,,, http://www.journalmed.de/newsview.php?id=40300


Sissi

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Starkes Interesse am Aktionstag "Der gesunde Darm"
« Antwort #11 am: 25. Januar 2014, 23:26 »




Darmgesundheit zieht an: Starkes Interesse am Aktionstag "Der gesunde Darm"

Darmgesundheit zieht an: Starkes Interesse am Aktionstag Der gesunde Darm vergrößern
BILD zu OTS - Dr. Alfons Schaurhofer erklärt am Modell wie eine Magenspiegelung (Gastroskopie) funktioniert.



Original herunterladen Mehr Bilder in der Fotogalerie OBS0001 5 CI 0056
Sa., 25. Jan. 2014
Fotograf: Daniel Hinterramskogler
Fotocredit: Hartmannspital GmbH/APA-Fotoservice/Hinterramskogler
Ort: Österreich / Wien
Originalgröße: 3167 kb bei 3000 x 2000 px


Wien (OTS) - Gastroenterologen, Internisten, Chirurgen und
Diaetologen arbeiten bei der Diagnose und Behandlung von Magen- und
Darmerkrankungen eng zusammen.

Beim heutigen Aktionstag im Hartmannspital stellten die Experten
ihr Wissen und ihre Erfahrung einem interessierten Publikum zur
Verfügung.
Ambulanz für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Patienten, die an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden,
können durch eine gezielte und frühzeitige Therapie ein weitgehend
normales Leben führen. Pavol Papay von der CED-Ambulanz im
Hartmannspital, wies auf die zunehmende Häufigkeit von
chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen hin und betonte die enge
Zusammenarbeit mit den Hausärzten.

Chirurg Tobias Marcy, Spezialist für minimal-invasive
Darmchirurgie, tritt dann auf den Plan, wenn Entzündungen zu
irreparablen Schäden an Darmabschnitten führen und Teile entfernt
werden müssen.
Information aus erster Hand über Magen- und Darmspiegelungen

Wolfgang Tillinger, Gastroenterologe und Leiter der
internistischen Endoskopie im Hartmannspital gab einenÜberblick über
die faszinierenden Möglichkeiten der modernen Endoskopie zur
Abklärung und Behandlung von Darmerkrankungen.

Bei Führungen durch die Räumlichkeiten der Endoskopie hatten die
Besucher die Gelegenheit, eine Magenspiegelung (Gastroskopie) an
einem Modell mitzuverfolgen. Sie konnten die Handgriffe und
Tätigkeiten von Untersucher und Pflegepersonal und die hochauflösende
Optik der Geräte kennenzulernen.
Darmgesunde Ernährung als Vorbeugung

Die Diaetologin Bianca Neumayer betonte in ihrem Vortrag den
Stellenwert von Ballaststoffen und Probiotika.

"Die Österreichische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt drei
Milchprodukte am Tag, wobei ein Sauermilchprodukt (Joghurt,
Sauermilch, etc.) konsumiert werden sollte.

Gesundsein steht und fällt aber nie mit der Wahl eines einzelnen Lebensmittels.

Es wird immer die Gesamtheit der Auswahl an Lebensmitteln und
Speisen eine Rolle spielen, sowie eine bewusste Lebensweise", so
Neumayer.
Darmkrebsvorsorge

"Die gut besuchte Veranstaltung zeigt, dass sich viele Menschen
auch aktiv mit der Vorsorge von Krankheiten beschäftigen. Wir möchten
den Menschen mit unseren Angeboten helfen, gesund zu bleiben und im
Krankheitsfall mit Expertenwissen und Einfühlungsvermögen zur Seite
stehen", bekräftigt Andreas Achrainer, Geschäftsführer des
Hartmannspitals die Wichtigkeit von Vorsorgeuntersuchungen.
Internistin Luise Enzenberger untermauerte dies in ihrem Vortrag am
Beispiel der Darmkrebsvorsorge mit anschaulichen Daten.

Gitti

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Zink/Darm - Schon minimaler Zinkmangel verschlechtert die Verdauung
« Antwort #12 am: 28. Juni 2016, 22:31 »





Schon minimaler Zinkmangel verschlechtert die Verdauung


Zink beeinflusst die essentiellen Funktionen des Stoffwechsels der meisten Organismen. Dass schon ein minimaler Zinkmangel die Verdauungsleistung einschränkt, allerdings ohne typische Anzeichen wie Hautprobleme oder Erschöpfung, belegt eine Studie der Technischen Universität München (TUM). Selbst eine kurzfristige Zinkmangelernährung sei daher zu vermeiden, so der Rat der Wissenschaftler.

Die Versuchsreihe belegt, dass selbst ein leichter Zinkmangel die Verdauungsaktivität der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) hemmt und sich die Verdauung bereits in diesem frühen Stadium signifikant verschlechtert. Die Studie von Daniel Brugger vom Lehrstuhl für Tierernährung der TUM ist gerade im British Journal of Nutrition erschienen.

Der Wissenschaftler hat einen neuen Weg eingeschlagen, denn zuvor gab es nur Untersuchungen, bei denen Tiere mit klinischem Zinkmangel mit Tieren verglichen wurden, die ausreichend mit diesem Spurenelement versorgt waren. „Dabei tritt ein klinischer Zinkmangel in der Natur weder bei Tieren noch bei Menschen wirklich auf“, erklärt Erstautor Daniel Brugger. Seine Studie hat er deshalb an Tieren mit einem kurzfristigen Zinkmangel durchgeführt. Weil das Spurenelement nur in geringen Mengen im Körper vorkommt, muss es über die Nahrung dem Körper zugeführt werden. Zu einem klinischen Zinkmangel kommt es wiederum bei Ferkeln unter praktischen Fütterungsbedingungen erst nach rund zehn Tagen, erklärt der TUM-Wissenschaftler. Deshalb endete seine Studienreihe bereits nach acht Tagen.
 
Wie reagiert der Stoffwechsel auf ein schwindendes Zinkdepot?

Der Beginn eines Zinkmangels geht nicht mit sichtbaren Symptomen einher. Es lassen sich jedoch in Leber oder Blut minimale Veränderungen ablesen. So wurden gerade abgestillte (abgesetzte) Ferkel in dieses frühe Zinkmangelstadium gefüttert: Ihr Futter war mit unterschiedlichen Anteilen von Zink versetzt. Nur so konnten die Wissenschaftler nachvollziehen, wie sich ein schwindendes Zinkdepot im Körper auf den Stoffwechsel auswirkt. Zu beobachten war einerseits, wie der Körper versucht, effizienter das Zink aufzunehmen und andererseits, wie er die Zinkausscheidung über die Bauchspeicheldrüse reduziert.

"Da ein klinischer Zinkmangel die Fresslust der Versuchstiere verringert, gab es die verschiedensten Thesen darüber wie etwa, dass der Zinkmangel den Vagusnerv (Anm.: Nerv, welcher die Arbeit aller inneren Organe wie etwa der Bauchorgane regelt) direkt beeinflusst", sagt Brugger. "Doch die Wahrheit ist möglicherweise einfacher: Nicht verdaute Nahrung im Magen-Darm-Trakt aufgrund des Zinkmangels führt zu weniger Hunger."

Bauchspeicheldrüse braucht Zink zur Verdauung

Die Bauchspeicheldrüse ist die Schaltzentrale für die Nahrungsverdauung und eine ausgeglichene Energiebilanz im Körper. Von ihr wird bei gesunden Lebewesen Zink in den Magen-Darm-Trakt gepumpt, um dort ein gleichbleibendes Niveau des Spurenelements zu halten. Im Gegensatz dazu reduziert der Organismus bei Zinkmangel seine Zinkausscheidung über die Bauchspeicheldrüse auf ein Minimum. Da die Futterverdauung für heranwachsende Nutztiere von enormer Bedeutung ist und gerade die ersten Wochen nach dem Absetzen von der Mutter die entscheidenden sind, ist das Wohlbefinden eines Tieres in dieser Zeit ein für Landwirte nicht zu unterschätzender Faktor. "Wir belegen nun, dass der Gehalt an Verdauungsenzymen in der Bauchspeicheldrüse in direktem Zusammenhang mit dem Zinkstatus des gesamten Organismus steht", erläutert Brugger seine Studie – "selbst kurze Phasen der Zinkmangelernährung sollten deshalb bei Nutztieren wie Schweinen nicht eintreten."

Der Wissenschaftler fügt hinzu: "Wenn wir aufgrund der Nähe der Organismen dieses Ergebnis ebenso auf den menschlichen Körper übertragen, müssen wir schlussfolgern: Öfter mal ein Ei kann nicht schaden!" Er empfiehlt Veganern oder Vegetariern sowie älteren Menschen deshalb besonders auf ihre Versorgung mit Zink zu achten, weil ein subklinischer Zinkmangel beim Menschen unter anderem mit erhöhten Entzündungswerten im Blut und einer reduzierten Immunabwehr in Verbindung gebracht wurde.

Literaturhinweis:
Daniel Brugger und Wilhelm M. Windisch.
Subclinical zinc deficiency impairs pancreatic digestive enzyme activity and digestive capacity of weaned piglets;
British Journal of Nutrition 27.05.2016. DOI: http://dx.doi.org/10.1017/S0007114516002105

Quelle: Technische Universität München (TUM) presse@tum.de

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« Antwort #13 am: 09. Januar 2021, 15:08 »