Autor Thema: Darmkrebs und Gene  (Gelesen 3676 mal)

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Dietmar E.

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Darmkrebs und Gene
« am: 23. November 2008, 13:25 »
21.11.2008
      
   Bonner Forscher suchen nach Darmkrebs-Genen

Dickdarmkrebs zählt mit 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr zu den häufigsten Krebsleiden in Deutschland. Ein Teil der Betroffenen leidet an einer erblichen Form, die mit einem hohen Erkrankungrisiko bei verwandten Familienmitgliedern einhergeht. Nicht immer ist aber klar, welche Gene betroffen sind. Wissenschaftler der Universität Bonn fahnden nun systematisch nach veränderten Erbanlagen, die zu Darmkrebs führen können. Die Deutsche Krebshilfe fördert das dreijährige Projekt mit 590.000 Euro.


Die Forscher wollen rund 300 Patienten mit einer bestimmten Polypen-Erkrankung des Dickdarms auf genetische Auffälligkeiten durchmustern. Darmpolypen sind gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut.

Bei der   http://www.journalmed.de/newsview.php?id=23693
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Vater/Mutter Darmkrebs! Und ich?
« Antwort #1 am: 11. Januar 2009, 14:41 »
12.09.2008

Darmkrebs: Schweres Erbe hilft

Es klingt erstaunlich: Patienten, die enge Verwandte mit kolorektalem Krebs haben, leben im Falle einer eigenen Erkrankung wesentlich länger als Menschen, die ohne genetische "Erblast" an Dickdarmkrebs leiden. Damit nicht genug: Auch die Zahl der Rückfälle ist bei erblich belasteten Erkrankungsfällen deutlich geringer.
    
Wer als Arzt Patienten mit fortgeschrittenem Dickdarmkrebs behandelt hat die Vorgeschichte seines Klienten nur noch marginal im Sinn - weitaus wichtiger scheint die Frage, ob Therapie und Prognose stimmen. Den Erkrankten nach dessen nahen Verwandten mit Kolonkarzinom zu fragen wäre indes angebracht: In Punkto Tumorkampf erlaubt die Familiengeschichte Aussagen über die Heilungs- und Überlebenschancen.

Das jedenfalls berichtete die seriöse Fachzeitschrift JAMA - und publizierte eine entsprechende Studie von Jennifer A. Chan vom Dana-Faber Cancer Institute in Boston. Die Wahrscheinlichkeit, nach einer Therapie erneut an Dickdarmkrebs zu erkranken, lag Chan zufolge bei Menschen mit familiärer Vorbelastung bei rund 26 Prozent - jene Patienten, die keine entsprechenden Verwandten in ihren eigenen Reihen hatten, wiesen hingegen in 35 Prozent der Fälle einen Rückfall auf. Wirklich beeindruckend freilich fällt der Unterschied in quantitativer Hinsicht aus. So führen bereits zwei Verwandte mit Dickdarmkrebs offensichtlich zu einer um 51 Prozent niedrigeren Rezidivrate, verglichen mit jener der "Tumor-Erstlinge". Selbst die Überlebenschance scheint eng mit dem karzinogenen Erbe einherzugehen: Wer etwa in als Erster seiner Familie an Dickdarmkrebs im fortgeschrittenen Stadium leidet weist eine um zehn Prozent höhere Rezidiv-Todeswahrscheinlichkeit auf als jemand, für den Krebs im Rahmen seiner Liebsten als genetische Erblast zum Alltag gehört.

Genetische Fundgrube

Die Publikation fällt auf, weil sie anhand der Daten von immerhin 1087 Patienten erstellt wurde. Alle Patienten befanden sich zum Zeitpunkt der Untersuchung im kritischen Stadium III ihrer Krebserkrankung, allesamt erhielten bereits Chemotherapie. Zwar ist schon lange bekannt, dass zwischen 16 und 20 Prozent aller Kolon-Tumorpatienten nahe Verwandte haben, die irgendwann ebenfalls an Dickdarmkrebs erkrankten. Dass aber ausgerechnet diese Risikogruppe die besten Überlebenschancen hat, ist neu - und ein Rätsel zugleich.

Als regelrechte "genetische Fundgrube" bewertet Boris Pache von der University Feinberg School of Medicine in Chicago und Contributing Editor des JAMA die jetzt aufgedeckten molekularbiologischen Zusammenhänge zwischen Erblast und Tumor-Überlebensrate. Denn womöglich, so die Hoffnung des Mediziners, enthalten bestimmte erbliche Genabschnitte jene Informationen für den von Krebs befallenen Organismus, die dann auf biochemischen Umwegen zum Erfolg der Chemotherapie beitragen. Aus der Korrelation zwischen Erblast und niedriger Rezidivrate wiederum lassen sich dadurch in Zukunft möglicherweise neue Erkenntnisse über die Tumor-Expressionswahrscheinlichkeit ableiten - und damit verbunden genauere Prognosen erstellen. Chans Ergebnis könnte Ärzten neue Hoffnung für ihre Patienten geben - und innovative Therapieansätze vorantreiben.

Deutschland forscht am APC

Die molekularbiologischen Zusammenhänge zwischen Genen und Dickdarmkrebs sind eigentlich seit langer Zeit bekannt. Als Hauptursache für die Entstehung von Dickdarmtumoren gelten Mutationen in einem als APC bezeichneten Gen. Das Ausschalten dieser Tumorvariante durch ein spezielles Verfahren, der so genannten RNA-Interferenz, könnte damit zu einem verringerten Wachstum der Tumorzellen führen. Mit der Entwicklung solcher RNA Interferenz Reagenzien befassen sich daher in Deutschland Forscher wie Jürgen Behrens am Nikolaus-Fiebiger-Zentrum für molekulare Medizin der Universität Erlangen-Nürnberg.

Die Studie der Amerikanerin Chan dürfte gerade derartige Ansätze rechtfertigen - dass die Erblast der Gene nicht nur Risiko, sondern Hoffnung zugleich ist ebnet den Vorstoß in die genetische Ebene der Krebstherapie. An Patienten für die Zukunft wird es keinem Dickdarmmediziner mangeln: Jedes Jahr erkranken in Deutschland 71.400 Menschen an Darmkrebs, 28.900 erliegen ihrem Darmkrebsleiden. Noch.

http://news.doccheck.com/at/article/130402-darmkrebs-schweres-erbe-hilft/
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Dietmar E.

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Darmkrebs: anderseits ........
« Antwort #2 am: 11. Januar 2009, 14:43 »
Darmkrebs in der Familie erhöht eigenes Risiko

Regelmäßige Untersuchungen können Krebs vorbeugen

Wiesbaden (APA/dpa) - Erkrankt ein Familienmitglied an Darmkrebs, sollten sich die Angehörigen regelmäßig auf diese Krankheit hin untersuchen lassen. Es sei dann ratsam, alle drei bis sechs Jahre eine Darmspiegelung vornehmen zu lassen, erläutert der Berufsverband Deutscher Internisten.

In Europa betrage das durchschnittliche Risiko 5 Prozent, im Laufe des Lebens an Darmkrebs zu erkranken. Bei Menschen, die zwei Verwandte ersten Grades mit Darmkrebs oder einen erkrankten Verwandten im Alter unter 50 Jahren haben, steige das Risiko auf mehr als 20 Prozent. Wird die Krankheit frühzeitig erkannt, erhöhe sich die Heilungschance deutlich.

http://www.meduniqa.at/4572.0.html
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Tanja

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Re: Darmkrebs und Gene
« Antwort #3 am: 16. Januar 2009, 00:29 »
US-Onkologen raten zu Gentests bei Darmkrebs

Donnerstag, 15. Januar 2009

Alexandria – Die American Society of Clinical Oncology (ASCO) rät, bei allen Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom einen Test auf Mutationen im KRAS-Gens durchzuführen und im Fall eines positiven Ergebnisses auf eine Therapie mit sogenannten EFGR-Antikörpern zu verzichten.

Insgesamt fünf randomisierte klinische Studien haben nach Auskunft der Asco gezeigt, dass eine Therapie mit den Medikamenten Erbitux® (Wirkstoff: Cetuximab) oder Vectibix® (Wirkstoff: Panitumumab) beim fortgeschrittenen Darmkrebs nur wirksam ist, wenn die Patienten die intakte Variante (Wildtyp) des KRAS-Gens exprimieren.

Das KRAS-Gen  http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=35069