Autor Thema: Deutschland: welche Vorsorgeuntersuchungen werden bezahlt?  (Gelesen 3027 mal)

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Geri

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Krebs-Vorsorge auf ganzer Linie

Zertifizierte Praxis von Dr. Joachim Schmidt erweitert Versorgung / Auch Palliativmedizin

Vlotho (va). Welche Möglichkeiten der Krebs-Früherkennung staatlich gefördert werden,
ist vielfach nicht bekannt. So die Erfahrung von Dr. Joachim Schmidt, Internist, Hämatologe und Onkologe in Vlotho

Die Früherkennung in Sachen Krebs gehört seit Jahren zur Praxis des Mediziners, neuerdings verfügt er
auch über die Befähigung zum Hautkrebs-Screening. Deutschland hatte die Untersuchung weltweit als
erstes Land flächendeckend eingeführt, Joachim Schmidt gehört - neben den 3000 Dermatologen - zu den 28 000 Hausärzten bundesweit, die das Screening bereits anbieten. Dabei handelt es sich um eine Untersuchung, die Hautkrebs bereits im Frühstadium erkennen soll.

Das Screening komplettiert die Palette der Untersuchungen zur Krebs-Früherkennung, bestehend aus Prostata-Untersuchungen, der Brustkrebs-Vorsorge und der Darmkrebs-Vorsorge.

................. http://www.vlothoer-anzeiger.de/va/lokales/vlotho/?sid=ff07ee44ca4d2666f6cf706fb57dfe2b&cnt=2689482



Josef

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Deutschland: Rösler will Präventionsstrategie starten
« Antwort #1 am: 08. Dezember 2010, 00:01 »
Rösler will Präventionsstrategie starten

Mehr Gesundheitsvorsorge könnte millionenfach Leid vermeiden und viel Geld für Therapie sparen. Doch blieben Versprechen besserer Prävention seit Jahren weitgehend folgenlos. Jetzt nimmt Minister Rösler einen neuen Anlauf.


Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) will nach jahrelangen Debatten eine neue Initiative für mehr Gesundheitsvorsorge in Deutschland starten. «Dazu braucht es kein neues Präventionsgesetz, wohl aber eine schlüssige Präventionsstrategie», sagte Rösler der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Im Kern sollen niedergelassene Ärzte für Prävention besser bezahlt und die Gesundheitsvorsorge in deutschen Unternehmen gestärkt werden. Die Krankenkassen warnten davor, den Ärzten noch mehr Geld zahlen zu müssen.

«Wir wollen nicht nur diejenigen erreichen, die heute schon Gesundheitskurse – von der Rückenschule bis zu Kochkursen – besuchen und sich um ihre Gesundheit kümmern», sagte Rösler. Die niedergelassenen Ärzte hätten die nötigen Kenntnisse sowie flächendeckend Zugang zu den Menschen, sagte Rösler unter Berufung auf eine Studie seines Hauses. Besonders Hausärzte und Kinderärzte könnten eine zentrale Rolle spielen.

«Deshalb wollen wir die Stärkung der Prävention durch die Mediziner angehen», sagte Rösler. Bisher gebe es für einen Arzt kaum Anreize dafür. Durch die 2011 anstehende Honorarreform solle «sprechende Medizin» besser honoriert werden – also Patientengespräche und Hausarztbesuche. «Dabei wollen wir auch die Prävention berücksichtigen.»

Stärkere betriebliche Prävention bezeichnete Rösler als zweite Säule der Strategie. «Hier stärker aktiv zu werden, ist das Ziel für 2011.» So hätten psychische Erkrankungen wie Depression oder Burnout- Syndrom zugenommen, sagte Rösler im Einklang mit entsprechenden Erhebungen der Krankenkassen. Nicht nur Rückenübungen oder Lärmschutz am Arbeitsplatz seien nötig. «Es geht bei Prävention eben auch um ganz andere Sachen wie Arbeitsabläufe und psychische Stärkung.»

Röslers Vorgängerin Ulla Schmidt (SPD) hatte von etwa 2002 bis 2009 erfolglos versucht, ein Präventionsgesetz durchzusetzen. Rösler wandte sich gegen verpflichtende Regelungen.

«Ich werde diejenigen, die nicht zum Arzt gehen, nicht dorthin drängen», sagte er. «Zu wenig Arztkontakt ist heute eher nicht das Problem.» Zum Arbeitsleben meinte er: «Wir müssen Angebote schaffen, um seelischen Erkrankungen besser vorbeugen zu können.» Die Politik habe eine Türöffner-Funktion. Seelische Erkrankungen würden in Unternehmen oft mit stärkeren Tabus belegt als körperliche Krankheiten.

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth nannte es «längst überfällig und notwendig», dass Rösler sich der Prävention annehmen wolle. Allerdings reichten unverbindliche Ankündigungen nicht aus. «Was wir jetzt brauchen, ist ein umfassendes Präventionsgesetz», sagte Roth der dpa.

Die Krankenkassen reagierten verhalten. «Es ist gut, dass der Bundesgesundheitsminister die Prävention stärker in den Blick nehmen will», sagte der Sprecher des Kassen-Verbands, Florian Lanz, der dpa. Doch Änderungen der ärztlichen Vergütung nützten nichts. «Wir wollen die Menschen vorher erreichen», sagte er. Zudem warnte Lanz, angesichts des Rekordhonorars für die Mediziner von mehr als 33 Milliarden Euro 2010 sei Vorsicht geboten, «dass das Thema Prävention von den Ärzten nicht als trojanisches Pferd genutzt wird, um noch mehr Geld von den Beitragszahlern zu bekommen».

Die Ausgaben der Kassen für Gesundheitsvorsorge und Verhütung waren für 2008 auf die Rekordsumme von rund fünf Milliarden Euro gestiegen. Im Gegensatz zu früher zählten auch Kinder, Ältere, Migranten und Arbeitslose zu den Zielgruppen, betonten die Kassen.

Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Edi

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Deutschland: Vorsorgeuntersuchung muss cool werden
« Antwort #2 am: 15. Juli 2012, 21:14 »



Bahr will Ärzte zu Vorsorge­untersuchungen in die Schulen schicken

Dienstag, 3. Juli 2012

­Hannover – Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr plant, Ärzte zu Vorsorge­unter­suchungen von Kindern in die Schulen zu schicken. „Die sehr guten Erfahrungen bei den Vorbeugeuntersuchungen zur Zahngesundheit von Schulkindern sind Anlass, auch weitere Vorbeugeuntersuchungen in Schulen zu prüfen”, sagte der FDP-Politiker der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom Dienstag. Der Minister kündigte ent­sprech­ende Gespräche mit den Ländern an.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) begrüßte einen Ausbau der Früherkennung in den Schulen. „Damit kommt die öffentliche Hand ihrer Verpflichtung, im Rahmen der Prävention einen eigenen Anteil zu leisten, besser nach als heute”, sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, dem Blatt. © dapd/aerzteblatt.de
aerzteblatt.de

    Bahrs Präventionsinitiative: Geteiltes Echo


Kommentar im Netz:

Vorsogeuntersuchungen in Schulen

Revolutionär!! In Bayern haben die Gesundheitsämter alle Schüler der 5. Klassen untersucht - bis man das Ganze abgeschafft hat - kein Bedarf mehr, es gibt doch genügend Kinderärzte. Ob die Eltern mit ihren Kinder da auch hingehen, das hat keinen interesseiert. Hauptsache Kosten gespart, koste es unterm Strich was wolle. Der öffentliche Gesundheitsdienst hat in Bayern keine Lobby - und die ausgedünnten Mann-/Frauschaft soll dann noch Sonderwünsche von Ministerium und Landesamt (LGL), die sich gern wissenschaftlich up to date präsentieren wollen, erfüllen.

So dümpeln wir halt weiter vor uns hin, mal schauen wie lange noch und wohin.

Amtsarzt

Werner

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Deutschland: Krebsscreening: Neue Trends in Inzidenz und Mortalität
« Antwort #3 am: 02. September 2012, 18:06 »


Krebsscreening: Neue Trends in Inzidenz und Mortalität

Dienstag, 7. August 2012

Berlin – Für fünf Krebserkrankungen bieten die Krankenkassen in Deutschland eine kostenfreie Früherkennung an. Beim Zervixkarzinom hat dies nachweislich zu einer Reduktion von Inzidenz und Mortalität geführt. Auch die Sterbefälle an Darmkrebs sinken, während es beim Prostatakarzinom und vorerst auch beim Mammakarzinom und dem Melanom nur zu einem Anstieg der Diagnosen gekommen ist, wie aus einem Beitrag im GBE Kompakt (2012; 4: 1-10) hervorgeht.

Die älteste Krebsvorsorge in Deutschland ist der PAP-Abstrich auf Vorstufen des Zervixkarzinoms. Er wurde bereits in den 1970er-Jahren eingeführt und wird allgemein als Erfolg bewertet. Die Mehrzahl der jungen Frauen nimmt am Screening teil, und Inzidenz und Mortalität am Zervixkarzinom sind in Deutschland gesunken. In den letzten Jahren hat sich der Rückgang jedoch deutlich verlangsamt, berichten Klaus Kraywinkel und Mitarbeiter vom Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert-Koch-Institut in Berlin.

Seit etwa 2003 seien Inzidenz und Sterberate weitgehend stabil – auf einem niedrigen Niveau allerdings. Die Akzeptanz des Screenings ist sehr hoch: Nach einer Untersuchung des Zentralinstituts der Kassenärztlichen Versorgung nahmen 2002/4 in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen 81,1 Prozent am Screening teil. Mit zunehmendem Alter sinkt die Inanspruchnahme.

Bei den über 70-Jährigen liegt sie bei unter 50 Prozent. In dieser Altersgruppe ist die altersspezifische Mortalität am Zervixkarzinom in Deutschland am höchsten. Derzeit wird im Rahmen des Nationalen Krebsplans über eine Weiterentwicklung des Screenings nachgedacht. Eine Abschaffung steht auch nach der Einführung der HPV-Impfung im März 2007 (STIKO-Empfehlung) nicht zur Diskussion, da die Impfung keinen vollständigen Schutz bietet und einige onkogene Varianten gar nicht erfasst.

zum Thema

    GBE kompakt

Das Mammographie-Screening wurde in den Bundesländern zwischen 2005 und 2008 eingeführt. Laut Kraywinkel ist es die erste Früherkennung mit einem Programm-Charakter: Frauen zwischen 50 und 69 Jahren erhalten alle zwei Jahre eine schriftliche Einladung. Zwischen 50 und 55 Prozent folgen ihr. Eine erste Auswirkung ist ein Anstieg der Diagnosen um 16 Prozent bei den 50- bis 59-Jährigen und um 31 Prozent bei den 60- bis 69-Jährigen.

Die Früherkennung hat laut Kraywinkel dazu geführt, dass mehr T1-Tumoren entdeckt werden. Die T2- und T3-Tumoren seien derzeit stabil, bei den T4-Tumoren habe sich der leichte Rückgang der Vorjahre fortgesetzt. Als Grund vermutet Kraywinkel ein „graues“ Screenings: Viele Frauen seien aufgrund unklarer Tastbefunde oder wegen einer familiären Belastung vorsorglich mammografiert worden. Eine Auswirkung des Screening-Programms auf die Mortalität ist noch nicht erkennbar, wobei zu bedenken ist, dass die Zahlenreihe 2008 endet.

Bereits seit 1977 bietet die gesetzliche Krankenversicherung eine Darmkrebsfrüh­erkennung an: Alle Erwachsenen ab 50 Jahren können seither jährlich einen Test auf okkultes Blut im Stuhl durchführen lassen. Seit 2002 steht Versicherten ab 55 Jahren die Option auf eine Koloskopie (im Intervall von zehn Jahren) offen, deren Effektivität als höher eingestuft wird. Allgemein wird eine geringe Bereitschaft zum Screening beklagt.

In einer telefonischen Umfrage des Robert-Koch-Instituts aus dem Jahr 2010 (Gesundheit in Deutschland aktuell, GEDA) gaben jedoch 58,1 Prozent an, dass bei ihnen bereits einmal eine Koloskopie durchgeführt wurde, wobei alle Darmspiegelungen gezählt wurden, auch jene, die aus anderen, „kurativen“ Gründen durchgeführt wurden. Auswirkungen des Screenings auf Inzidenz und Mortalität in Deutschland sind aus den von Kraywinkel vorgestellten Daten nicht erkennbar, auch wenn die absolute Zahl der Neuerkrankungen bei Männern zugenommen hat.

Bei Frauen ist sie leicht rückläufig. Die Sterberate ist in den letzten zehn Jahren bei beiden Geschlechtern um mehr als 20 Prozent gesunken. Darmkrebs gehört in Deutschland laut Kraywinkel zu den Krebserkrankungen mit mittlerer Prognose: Fünf Jahre nach Diagnosestellung lebe noch etwa die Hälfte der Erkrankten.

Auch beim Prostatakarzinom gibt es ein Früherkennungsangebot der gesetzlichen Krankenversicherungen. Ab dem Alter von 45 Jahren können Männer einmal jährlich eine digital-rektale Untersuchung durchführen lassen. Das PSA-Screening ist dagegen in Deutschland eine individuelle Gesundheitsleistung (IGel).

In einer Befragung aus dem Jahr 2004 hatten zwei Drittel der Männer schon einmal eine digital-rektale Untersuchung durchführen lassen, knapp die Hälfte in Kombination mit dem PSA-Test. Die altersstandardisierte Sterbe- rate hat sich kaum verändert. Eine mögliche Folge des PSA-Screenings ist, dass die Karzinome früher entdeckt werden: Das mittlere Erkrankungsalter ist von 73 auf 70 Jahre gesunken.

Seit Mitte 2008 haben alle gesetzlich Versicherte ab dem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine ärztliche Inspektion der Haut. Die Folge war bereits im ersten Jahr ein sprunghafter Anstieg der Inzidenz am malignen Melanom. Ob dies zu einem Rückgang der Sterberate führt, wird sich erst in einigen Jahren zeigen. Auch ohne Screening sind die 5-Jahres-Überlebensraten bei Frauen mit 91 Prozent und bei Männer mit 87 Prozent bereits heute sehr hoch. Die meisten Melanome werden ......... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/51190