Autor Thema: Alzheimer/Demenz: Welche Versorgung und Pflege  (Gelesen 12308 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

hilde

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 572
  • Geschlecht: Weiblich
Alzheimer/Demenz: Welche Versorgung und Pflege
« am: 26. November 2008, 20:36 »

26.11.2008
   
   Welche Versorgung und Pflege brauchen Menschen mit Demenzerkrankungen?

Die Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland wird immer älter. Damit nehmen auch die Demenzerkrankungen zu. Experten schätzen, dass bis zum Jahr 2050 etwa 2,3 Millionen Menschen davon betroffen sind. Da viele der Erkrankten nicht mehr zu Hause versorgt, sondern im Heimen betreut werden, sind besonders qualifizierte Pflegekräfte, erfahrene Ärzte und andere in der Alterspsychiatrie ausgebildete Therapeuten dringend erforderlich. Mit dem inzwischen verabschiedeten "Pflege-Weiterentwicklungsgesetz" hat die Bundesregierung auf diese Situation zu reagieren versucht. In ihrer aktuellen Stellungnahme zum Einsatz zusätzlicher Betreuungskräfte für Demenzkranke begrüßt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) Bestrebungen, um die Versorgung und Pflege von Menschen mit Demenzerkrankungen zu verbessern:
............. http://www.journalmed.de/newsview.php?id=23372

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 6.061
  • Geschlecht: Männlich
Re: Alzheimer/Demenz: Welche Versorgung und Pflege
« Antwort #1 am: 02. März 2010, 20:46 »
http://www.wdr.de/tv/servicezeit/gesundheit/sendungsbeitraege/2010/0301/02_selbsthilfegruppe_als_letzte_hoffnung.jsp


Seit sechs Jahren hat Rainer S. neben seinem Fulltime-Job als Angestellter noch einen zweiten zeitaufwendigen Job, und zwar als pflegender Angehöriger. Seine Frau Dorothee ist an Alzheimer erkrankt. Nach Feierabend und an den Wochenenden kümmert sich der Ehemann um sie, kocht, wäscht, besorgt die Einkäufe oder erledigt organisatorische Dinge wie zum Beispiel Arzttermine. Obwohl seine Frau mittlerweile rund um die Uhr eine Betreuung benötigt, wurde der Antrag auf die Pflegestufe I von der Krankenkasse abgelehnt. Bewilligt wurde lediglich eine Pflegekraft für 30 Stunden im Monat, das sind weniger als 90 Minuten pro Wochentag. Für Rainer S. ist die Ablehnung der Pflegestufe völlig unverständlich. „30 Stunden Pflegehilfe im Monat ist in diesem Fall viel zu wenig“, erklärt er. Für die restlichen Stunden seines Arbeitstages musste der Ehemann eine Pflegekraft einstellen. Die Kosten pro Monat belaufen sich auf etwa 1.250 Euro.
Angehörige fühlen sich alleine gelassen

Die finanzielle Belastung kann Rainer S. noch wegstecken. Viel gravierender sind für ihn die psychischen Belastungen: „Als betreuender Angehöriger fühlt man sich oft alleine gelassen. Ich kann nur hoffen, dass langfristig auch die Unterstützung für die betreuenden Angehörigen erweitert wird, sei es durch Kurse oder Programme und auch in finanzieller Form.“

Das Gefühl, als betreuender Angehöriger eines Demenzkranken oft alleine gelassen zu werden, kann Gabriela Zander-Schneider nur bestätigen. Als ihre Mutter an Alzheimer erkrankte, gab es viele Fragen, aber nur wenige hilfreiche Antworten. Vor sechs Jahren gründete sie mit ihrem Ehemann den Kölner Verein „Alzheimer-Selbsthilfe“. Jeden Tag berät sie telefonisch Betroffene und Angehörige, die mit den Anforderungen überlastet sind oder keine angemessene Unterstützung erhalten.
Versorgungsdefizite bei Demenz
Alte Patientin liegt in einem Krankenhausbett; Rechte: WDR (TV-Bild)
Die meisten Demenzkranken erhalten keine angemessenen Therapien

Die Erfahrungen, die Gabriela Zander-Schneider am Sorgentelefon sammelt, werden auch von vielen ärztlichen Fachgesellschaften thematisiert: Die meisten Demenzkranken erhalten keine angemessenen Therapien, viele Ärzte stehen der Wirkung von Antidementiva skeptisch gegenüber und fürchten die hohen Behandlungskosten. Häufig wird die Krankheit auch zu spät erkannt und diagnostiziert, und auf den Pflegestationen für Demenzkranke sind die Pflegekräfte oft nicht mehr in der Lage, sich ausreichend mit den Patienten zu beschäftigen. „Heute müssen die Angehörigen kämpfen, um überhaupt eine Pflegestufe O bewilligt zu bekommen“, kritisiert Gabriela Zander-Schneider, „Dabei liegen bei den Betroffenen häufig bereits starke Defizite vor, die mindestens eine Pflegestufe I erfordern müsste.“

Zwar wurde die finanzielle Unterstützung für die Betroffenen und deren pflegende Angehörige leicht erhöht, doch für Gabriela Zander-Schneider ist dies nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Rationalisierung im Gesundheitswesen macht sich vor allem bei den Demenzkranken und deren Angehörigen bemerkbar. „Hinter jedem Demenzkranken steht mindestens ein Angehöriger, der langfristig auch krank wird“, betont Gabriela Zander-Schneider. Um das zu verhindern, müsste man heute bereits investieren, doch dafür fehlt angeblich das Geld.
Schwedisches Vorbild umgesetzt
Türe mit der Aufschrift "Station Silvia"; Rechte: WDR (TV-Bild)
Andere Wege geht das St. Hildegardis Krankenhaus in Köln

Dass es auch anders geht, zeigt die Demenzstation „Silvia“ im Kölner Malteser Krankenhaus St. Hildegardis. Die kleine Station umfasst vier Zimmer mit jeweils zwei Betten sowie Zimmer für Angehörige. Errichtet wurde die Station nach dem schwedischen „Silviahemmet“-Konzept. Individuelle Therapiepläne, eine Vielzahl von therapeutischen Angeboten, geschultes Personal und AlltagsbegleiterInnen sowie wohnlich gestaltete Räume mit spezieller Farbkennzeichnung sorgen für eine optimale Betreuung der Patienten sowie deren Angehörigen. Gabriele Zander-Schneider hofft, dass das Modell „Silvia“ im St. Hildegardis Krankenhaus die Gesundheitspolitiker und die Krankenkassenvorstände nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch zum Handeln. „Wenn nicht bald etwas passiert, wird es in Zukunft für die Demenzkranken schlimm aussehen“, befürchtet sie. Zurzeit sind in Deutschland etwa eine Millionen Menschen an Demenz erkrankt, Tendenz steigend. Die geschätzte Zahl für das Jahr 2030 liegt bei zwei Millionen Erkrankter.
Autor:

Jörg E. Mayer
Links:

    * WWWAlzheimer Selbsthilfe e.V.. Informationen zum Verein von Gabriela Zander-Schneider und Wolfgang J. Schneider
    * WWWInformationen zur Demenzstation „Silvia“ sowie weitere Informationen über die Demenzkrankheit. Malteser Krankenhaus St. Hildegardis, Köln

Stand: 01.03.201

Jutta

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 957
  • Geschlecht: Weiblich
Alzheimer/Demenz: Welche Versorgung und Pflege
« Antwort #2 am: 28. Mai 2011, 18:59 »

Alzheimer - Medikamente
Melanie Iris Zimmermann, Apothekerin
Verschiedene Arten von Demenz

http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Alzheimer/Therapie/Alzheimer-Medikamente-1029.html

In Deutschland leben nach Expertenschätzungen über eine Million Demenzkranke. Mit rund zwei Dritteln ist die Alzheimer-Krankheit die häufigste Ursache von Demenz, gefolgt von Durchblutungsstörungen und Gefäßschäden. Infektionen, Schilddrüsenerkrankungen und Gehirntumore kommen ebenfalls als Ursachen in Frage.

Eine Demenz kann auch durch mehreren Faktoren verursacht werden. Für eine medikamentöse Therapie ist es wichtig, die genaue Ursache zu kennen, um die Krankheit gezielt behandeln zu können.
Alzheimer: Was geschieht im Gehirn?

Die Ursachen von Alzheimer sind bisher nur in Ansätzen bekannt. Sicher ist jedoch, dass die Nervenzellen langsam, aber stetig absterben und der Kontakt zwischen den ihnen verloren geht.

Typisch ist die Entstehung von Plaques. Das sind Ablagerungen zwischen den Nervenzellen im Gehirn, die überwiegend aus krankhaft veränderten Eiweißstoffen bestehen. Die erkrankten Nervenzellen produzieren dadurch geringere Mengen des Botenstoffs Acetylcholin, mit dem sich besonders die für die Merkfähigkeit und das Gedächtnis zuständigen Nervenzellen untereinander verständigen.

Am Absterben der Nervenzellen sind auch entzündliche Vorgänge beteiligt. In den betroffenen Hirnregionen findet sich dann eine große Zahl an Stoffen, die normalerweise bei Entzündungen vorkommen.
Botenstoffe und Nerven schützen

Als Folge des Nervenzellensterbens wird der Botenstoff Acetylcholin immer knapper. Eine Gruppe von Arzneistoffen, die Acetylcholinesterase-Hemmer, verhindern, dass das körpereigene Enzym Cholinesterase den Botenstoff abbaut. Damit lässt sich die Wirkung des vorhandenen Acetylcholins verlängern. Diese Medikamente sind aber nur bei leichten bis mittelschweren Formen von Alzheimer sinnvoll, da eine Restfunktion der Nervenzellen für die Effektivität notwendig ist.

Durch den Einsatz von Cholinesterase-Hemmern lässt sich der Verfall der Leistungsfähigkeit aufhalten. In einigen Fällen gewinnen die Betroffenen sogar verloren geglaubte Fähigkeiten zurück. Die Patienten bleiben durch die Behandlung länger selbstständig und kommen insgesamt im Alltag besser zurecht. Nach einer gewissen Zeit schreiten die Symptome aber erneut weiter fort.

Das Funktionieren der Nerven hängt auch von dem Botenstoff Glutamat ab. Bei der Alzheimer-Demenz ist das Glutamatgleichgewicht gestört. Ein Zuviel dieses Botenstoffes schädigt die Nervenzellen und lässt sie zugrunde gehen. Die Gruppe der NMDA-Antagonisten (Memantine) verhindert die Nervenüberreizung durch den Botenstoff Glutamat. Sie blockieren den Wirkort von Glutamat an den Nerven, den Methyl-D-Aspartat-Rezeptor (NMDA). NMDA-Antagonisten sind bei moderaten bis schweren Formen der Erkrankung einsetzbar. Sie verbessern die Gedächtnisstörungen der Patienten und damit ihre Fähigkeit sich im Alltag zurechtzufinden. Dadurch wird auch den Pflegekräften der Umgang mit den Patienten erleichtert.

Generell gilt, dass die Wirkung der Medikamente alle drei bis sechs Monate überprüft und Therapie entsprechend angepasst werden sollte.
Energie für das Gehirn

Es gibt eine Reihe von Medikamenten, die auf unterschiedliche, oft auch nicht genau bekannte Art die Gehirnleistungen verbessern sollen.

So soll der Extrakt des Ginkgo-Baums das Gehirn besser mit Sauerstoff und Glucose (Zucker) versorgen, indem er die Gehirndurchblutung fördert. Die Wirksamkeit von Ginko-Präparaten ist wissenschaftlich jedoch nicht bewiesen. Die Fachgesellschaften empfehlen diese Medikamente deshalb nicht.

Kalzium-Antagonisten sollen den gestörten Kalzium-Stoffwechsel der Nervenzellen normalisieren und dadurch die Weiterleitung von Informationen verbessern.

In wie vielen Fällen und im welchem Maße mit diesen Substanzen tatsächlich eine Verbesserung herbeigeführt werden kann, lässt sich nicht pauschal in Zahlen fassen. Die Deutschen Fachgesellschaften empfehlen nur Acetylcholinesterase-Hemmer und Memantine gegen den geistigen Abbau.
Begleitsymptome mildern

Weitere Medikamente können Begleitsymptome wie niedergeschlagene Stimmung, Ängstlichkeit, Aggressivität, Unruhe, Schlaflosigkeit, Wahngedanken oder Sinnestäuschungen wesentlich mildern oder ganz beheben. Sie schaden jedoch mehr als sie nützen, wenn sie nicht richtig angewendet werden. Eine eindeutige Diagnose ist deshalb besonders wichtig.

Depressionen dürfen bei dementen Menschen daher nur mit speziellen Medikamenten behandelt werden. Geeignet sind Wirkstoffe aus der Gruppe der MAO-A Hemmer und Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) sowie Vertreter der tetrazyklischen Antidepressiva. Eine Reihe anderer Antidepressiva mindert die Wirkung des ohnehin spärlichen Acetylcholins zusätzlich.

Bei Unruhe und Halluzinationen werden atypische Neuroleptika mit Wirkstoffen wie Olanzapin, Risperidon und Clozapin eingesetzt. Unter Umständen kommen herkömmliche, sogenannte schwach potente Neuroleptika infrage. Über die Art und Dauer der Anwendung entscheidet im Einzelfall der behandelnde Arzt.

Schlaf- und Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine sollten nur zur Überbrückung von kritischen Angst- und Spannungszuständen dienen. Diese Substanzen beruhigen zwar, gleichzeitig verschlechtert sich in der Regel aber die geistige Leistungsfähigkeit. In manchen Fällen verstärkt sich die Unruhe sogar, besonders bei hochbetagten Patienten.

http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Alzheimer/Therapie/Alzheimer-Medikamente-1029.html

Im Spätstadium der Alzheimer-Krankheit können Steifheit in den Bewegungen und Zittern auftreten - Erscheinungen, die der Parkinson-Erkrankung ähneln. Sie lassen sich mit Medikamenten gegen Parkinson behandeln.
Anzeige
www.alzheimerinfo.de
Diagnose Alzheimer: Leben mit der Krankheit! Wichtige Informationen und Links zu Alzheimer und Demenz.
Hier informieren!
Datum: 09.02.10 Quellen / Redaktion
1
Punkt
Kommentieren
Nächste Weiterlesen:Alzheimer

Mehr zum Thema

    älterer Mann, Mann
    © PhotoDisc
    Alzheimer - die Stadien

    Alzheimer ist eine langsam fortschreitende Krankheit. Lesen Sie hier alles über die verschiedenen Stadien der Demenz. mehr
    älteres Paar, Gehstock, Stütze
    © PhotoDisc
    Alzheimer - Tipps für Angehörige

    Es gibt keine Patentrezepte für den Umgang mit Alzheimer-Betroffenen, aber einige Verhaltensregeln, die sich in vielen Familien bewährt haben und das Leben vereinfachen. mehr
    Hand, Puzzleteile
    © PhotoDisc
    Alzheimer - Zehn Warnsignale

    Kleine Erinnerungslücken sind durchaus normal. Nimmt aber die Vergesslichkeit zu und beeinträchtigt Ihren gewohnten Tagesablauf, könnten das erste Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung sein. mehr

Evi

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 572
  • Geschlecht: Weiblich

Demenz: Jeder zweite Fall vermeidbar

Lebensstil hat hohen Einfluss auf Erkrankungsrisiko


Paris/San Francisco (pte004/21.07.2011/06:15) - Jede zweite Demenz-Erkrankung lässt sich durch rechtzeitige Prävention verhindern. Diese gewagte These stellen zwei Forscherinnen der University of California http://www.ucsf.edu am Treffen der internationalen Alzheimer-Forscher in Paris http://alz.org auf. "Schon einfache Änderungen wie mehr Bewegung und Rauchverzicht haben enorme Folgen für die Vorsorge von Alzheimer und andere Demenzerkrankungen", so Deborah Barnes, Präsentatorin und Leiterin der auch in "Lancet Neurology" veröffentlichten Studie.

Sieben Lebensstil-Sünden

Nicht jede Demenz hat ihren Ursprung in einer Erkrankung des Gehirns mit Amyloid-Ablagerungen, Plaques und Fibrillen-Ausbildung. Bei 51 Prozent der weltweit 30 Mio. Patienten ist die Ursache der Lebensstil, behaupten die Wissenschaftlerinnen. Sie werteten dazu die bisherigen internationalen Beobachtungsstudien mit insgesamt mehreren 100.000 Teilnehmern aus. Auf dieser Basis ermittelten sie sieben Risikofaktoren, die am häufigsten an der Demenzentstehung - oft über den Weg einer Herz-Kreislauf-Erkrankung - beteiligt sind.

Der global wichtigste, beeinflussbare Alzheimer-Faktor ist demnach der Bildungsmangel, der besonders in Entwicklungsländern auftritt. Er kann 19 Prozent aller Demenzerkrankungen erklären, sagen die Forscher. Rauchen rangiert mit 14 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von Bewegungsmangel. Dahinter finden sich Depression, Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht. In den USA führt der Bewegungsmangel die Liste vor Depression und Rauchen an.

Ungeklärte Zusammenhänge

Die Ergebnisse überraschen teils sehr - erkennt man doch bei zwei der drei top-gelisteten Risiken bisher noch keine Kausalzusammenhänge zu Demenz, räumen auch die Studienautoren ein. Ungeklärt sei zudem, ob das Alzheimer-Risiko durch Vermeiden der Risikofaktoren tatsächlich sinkt. Etwas andere Aussagen trafen zuletzt kanadische Forscher: Auch der Zustand der verschiedensten Organe des Körpers sei mit Alzheimer-Auftreten verbunden (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20110714027 ).

Abstract unter http://www.thelancet.com/journals/laneur/article/PIIS1474-4422%2811%2970072-2/abstract

(Ende)
Aussender:    pressetext.redaktion
Ansprechpartner:    Johannes Pernsteiner
Tel.:    +43-1-81140-306
E-Mail:    pernsteiner@pressetext.com
Website:    www.pressetext.com


http://www.pressetext.com/news/20110721004

Tanja

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 932
  • Geschlecht: Weiblich
Reha auch bei Demenz sinnvoll
« Antwort #4 am: 03. September 2012, 19:16 »





31/08/2012

( APA )
.
Reha auch bei Demenz sinnvoll

HTA-Bericht: Moderat demenzkranke Patienten profitieren von Rehabilitationsmaßnahmen - Autoren fordern konsequente Umsetzung von "Rehabilitation vor Pflege"

Demente Geriatriepatienten können durchaus von Rehabilitionsmaßnahmen profitieren. Das hat ein HTA-Bericht im Auftrag des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) ergeben. Doch häufig wird diesen Patienten keine Reha zugeteilt.

In dem Bericht wurden 16 relevante Publikationen zur geriatrischen Rehabilitation analysiert. Die eingeschlossenen Studien befassen sich laut den Angaben überwiegend mit stationären Behandlungen. Lediglich eine Studie untersucht ambulante mobile Maßnahmen. Hinsichtlich Teilnehmerzahl, Interventionsform oder untersuchter Kriterien sind die Studien sehr heterogen, weshalb ein Vergleich der Ergebnisse nur begrenzt möglich ist.

Es stellte sich heraus, dass leicht bis moderat demenzkranke Patienten durchaus von Rehabilitationsmaßnahmen profitieren. Allerdings erzielten sie Studienergebnissen zufolge verglichen mit nicht an Demenz erkrankten Patienten Fortschritte langsamer, erreichten geringere Verbesserungsraten und könnten ein niedrigeres Anfangs- und Endniveau aufweisen. Für stark Demenzkranke kann keine Aussage getroffen werden, da diese häufig aus Studien ausgeschlossen sind.

"Wenn Demenz kein Ausschlussgrund für eine Rehabilitation ist, durchlaufen entsprechende Patienten meistens dasselbe Programm wie nicht-demenzkranke Patienten. Eine Anpassung an ihre speziellen Bedürfnisse würde zu besseren Ergebnissen führen und Komplikationen vermeiden", schreiben die Autoren.

Programme, die die Wahrnehmungsfähigkeit fördern, würden bei Patienten eine stärker selbstständige Lebensführung und mehr Lebenszufriedenheit erreichen. Daher sollten bestehende Rehabilitationsprogramme um kognitives Training und Übungen erweitert werden, meinten die Wissenschaftler. Besonders effektiv und nachhaltig würden derartige Programme wirken, wenn gleichzeitig Angehörige geschult würden.

Im Vergleich eines multidisziplinären Rehabilitationsprogramms mit pflegerischen Leistungen ohne Rehabilitation liegen die Ausgaben in der Rehabilitationsgruppe zunächst höher. Nach zwölf Monaten benötigen die Personen, die nur pflegerische Leistungen erhalten hatten, jedoch häufiger eine 24-Stunden-Betreuung, wodurch sie höhere Pflegekosten verursachen.

Fazit

Die Autoren fordern, den Grundsatz "Rehabilitation vor Pflege" auch bei Patienten mit der Nebendiagnose Demenz konsequent umzusetzen. Sie empfehlen weiterhin, geriatrische Rehabilitationsprogramme um die Behandlung der gestörten Wahrnehmung zu erweitern. Zudem sollten Ärzte, Therapeuten und Pflegepersonal im Umgang mit Demenzpatienten regelmäßig geschult und gecoacht werden. Die Wissenschaftler mahnten weiter Verbesserungen beim Übergang von der stationären Pflege zum Aufenthalt in der eigenen Wohnung durch Hausbesuche der Therapeuten ein. Auch die Angehörigen müssten aktiv in die Rehabilitation einbezogen werden. (moe/mmb)

Quelle: HTA-Bericht (abstract)

Tanja

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 932
  • Geschlecht: Weiblich
Alzheimer/Demenz: Nicht in Krankenhäuser
« Antwort #5 am: 16. September 2012, 11:39 »


Immer mehr demente Patienten in deutschen Krankenhäusern

Donnerstag, 13. September 2012

Bonn – Krankenhäuser in Deutschland müssen sich nach Meinung von Ärzten und Wissenschaftlern stärker auf die alternde Gesellschaft und die zunehmende Zahl von Demenzpatienten einstellen. Ab 2020 werde jeder fünfte Krankenhauspatient unter einer Demenz leiden, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG), Werner Hofmann, am Donnerstag in Bonn.

Auf manchen Stationen für Innere Medizin oder Chirurgie liege der Anteil der Demenzerkrankten schon heute bei 40 Prozent, erläuterte er am Rande eines wissenschaftlichen Kongresses zur Altersmedizin. „Aber die Akutkrankenhäuser sind bisher auf die Behandlung und Pflege von Demenzkranken nicht eingestellt. Sie müssen dringend alters- und demenzfreundlicher gestaltet werden.“
Anzeige

Ältere Patienten sollten grundsätzlich bei der Aufnahme ins Krankenhaus auf Demenzerkrankungen überprüft werden, sagte Hofmann. Dazu sollten neben einfachen Tests auch die Angehörigen befragt werden. Notwendig sei auch eine Schulung von Ärzten und Pflegekräften.

Nach Darstellung des Mediziners kommen nur rund sechs Prozent der Patienten primär wegen ihrer Demenz in die Klinik. Die meisten müssten wegen anderer Erkrankungen in stationäre Behandlung, zum Beispiel wegen eines Oberschenkelhalsbruches, einer Infektion oder wegen Herzinfarkts.

Der DGG-Präsident sprach sich zudem für die Einrichtung besonders geschützter Bereiche für Demenzpatienten in den Krankenhäusern aus.  Sie müssten durch besondere Orientierungshilfen, Licht- und Farbkonzepte und wohnliche Bereiche gekennzeichnet sein. Nach Darstellung des Mediziners haben bundesweit rund 20 Kliniken derzeit sogar eigene Stationen mit insgesamt 220 Betten für Demenzkranke eingerichtet. Sie zeichneten sich auch durch Bewegungsmöglichkeiten für die Patienten, spezielle Alarmsysteme oder Besuchsdienste von Ehrenamtlichen aus.

Hofmann bezeichnete die Krankenhäuser als „denkbar schlechtesten Aufenthaltsort für Demenzkranke“. Die Patienten ........ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/51644

hilde

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 572
  • Geschlecht: Weiblich



18.09.2012
   
   
„Je früher, desto besser“ – Unterstützung und Entlastung von Familien mit Demenz

Wie erreicht man eigentlich Familien, die es erstmals mit der Diagnose Demenz eines ihrer Angehörigen zu tun haben und welche Unterstützungen benötigen sie? Diese und weitere Fragen sind im Modellprojekt Entlastungsprogramm bei Demenz II (EDe II) untersucht worden. Nun steht der Abschlussbericht zur Verfügung. Das Projekt wurde mit Mitteln zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung vom Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen (GKV) von 2009 bis 2011 gefördert.

Mehr als hundert Familien aus dem Kreis Minden-Lübbecke (NRW), in denen ein an Demenz erkrankter Mensch der so genannten Pflegestufe 0 lebt, nahmen an der Studie teil. Träger des Projektes war die Pari-Sozial Minden-Lübbecke. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt durch das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip). Es ist das Fortsetzungsprojekt von EDe I, in dem von 2006 bis 2009 mehr als 300 Familien mit demenzkranken Angehörigen der Pflegestufen 1 bis 3 teilgenommen hatten.

Anlässlich der Veröffentlichung des Abschlussberichtes sagt Prof. Frank Weidner, Leiter des dip, in Köln: „Wir müssen mit den betroffenen Familien über diese schwer begreifbare Erkrankung Demenz und ihre Zukunftsängste sprechen. Und wir müssen ihnen helfen, damit umzugehen. Je früher uns dies gelingt, desto besser wirkt das!“ Das Projekt EDe II hat gezeigt, welche Unterstützungsbedarfe diese Familien haben. Es hat auch gezeigt, wie diesen Bedarfen begegnet werden kann. Als zentral erwies sich die Unterstützung bei der Alltagsgestaltung, indem vor allem die Kommunikation über die Demenz in den Familien gefördert und indem individuelle Betreuungsarrangements entwickelt wurden.

Ein zentrales Element in EDe II waren wiederum häusliche Beratungsbesuche bei den betroffenen Familien durch eigens geschulte Gesundheitsberater. Für die Familien konnte in der Projektregion das Angebotsspektrum konkret erweitert werden. Hartmut Emme von der Ahe vom Projektträger PariSozial fordert: „Die Fachberatung dieser Familien durch qualifizierte Gesundheitsberater muss endlich als das zentrale und steuernde Element anerkannt und auch finanziert werden!“ Erst dann können die gesetzlichen Leistungen der Pflegeversicherung effektiv genutzt und das Angebotsspektrum an den Bedarfen orientiert ausgebaut werden. Zwar sollen die Leistungen der Pflegeversicherung für demenzerkrankte Menschen und ihre Familien ab 2013 noch einmal erweitert werden. Problematisch bleibt jedoch nach wie vor, wie der Zugang zu den Familien gelingen kann, in denen gerade zu Beginn der Erkrankung große Unsicherheiten existieren.

Der Abschlussbericht kann ab sofort kostenlos unter www.dip.de heruntergeladen werden. Er ist auch als Buch erschienen im MV-Verlag Wissenschaft. Ein Film über die Arbeit der im Projekt tätigen Gesundheitsberaterinnen und die um den Bereich Frühdemenz erweiterte EDe-Schulungsreihe für pflegende Angehörige sind zugängig unter www.projekt-ede.de.

Quelle: Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V.

Richi

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 627
  • Geschlecht: Männlich

Diakonie zu Welt-Alzheimer-Tag: Tageszentren als Stütze in der Versorgung von Menschen mit Demenz ausbauen

Chalupka zu Strukturreform Pflege: Ausbau von Dienstleistungen für Menschen mit Pflegebedarf ist unerlässlich

20.9.12 - Wien (OTS) - Anlässlich des morgigen Welt-Alzheimer-Tages weist
Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich auf die prekäre
Versorgungslage von Menschen mit Demenz hin. "Wir wissen, dass
Tageszentren eine wertvolle Stütze in der Versorgung von Menschen mit
Demenz sind. Trotzdem werden laut Statistik Austria heute erst 4.500
Personen in Tageszentren betreut", betont Chalupka. "Und der Bedarf
wird sogar noch steigen: sind es heute 100.000 Menschen, die von
Demenz betroffen sind, werden bis zum Jahr 2050 zwischen 235.000 und
290.000 Menschen prognostiziert. Es besteht also akuter
Handlungsbedarf."

"Ein Ausbau von teilstationären Diensten ist gerade für Menschen
mit Demenz und deren Angehörige unerlässlich. Wir fordern alle
Beteiligten im Rahmen der so genannten "Strukturreform Pflege" dazu
auf, möglichst diverse Dienstleistungen zu forcieren um den
unterschiedlichen Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden", so
Chalupka. "Wichtig ist, dass Menschen mit Pflegebedarf nicht nur
zwischen Altenheimen auf der einen Seite und Betreuung durch
Angehörige auf der anderen Seite wählen können. Es muss Angebote
dazwischen geben!"
Tageszentren bzw. Angebote teilstationärer Betreuung helfen allen:
Dort können Menschen mit Demenz tagsüber von hochqualifiziertem
Personal betreut werden, ihr Lebensmittelpunkt bleibt trotzdem das
gewohnte Zuhause. Das ermöglicht es Angehörigen von Menschen mit
Demenz, einer Berufstätigkeit nachzugehen.
"Außerdem kann mit dem Ausbau von Tageszentren regionale
Entwicklung und Beschäftigungswachstum gefördert werden.
Arbeitsplätze im Pflege- und Betreuungsbereich sind krisensichere
Jobs", betont Chalupka.
Diese Vorteile zeigen sich auch in der erst vor kurzem eröffneten
"Servicestelle Demenz" der Diakonie in Wels. Hier bekommen Menschen
mit Demenz und deren Angehörige kostenlose Beratung und werden dabei
unterstützt, ein Leben mit Demenz positiv zu bewältigen.
Nähere Informationen dazu finden Sie hier:
http://www.diakoniewerk.at/de/2587/


Josef

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 914
  • Geschlecht: Männlich
Demenz: Die Verwirrung entschlüsseln
« Antwort #8 am: 28. Oktober 2012, 22:31 »


Demenz:  Die  Verwirrung  entschlüsseln
Naomi Feil, Pionierin der Demenzarbeit, war in Wien.

16.10.12 - Demenzkranke Menschen nicht um jeden Preis in die Realität zurückholen, sondern ihnen Sicherheit in ihrer durch die Erkrankung geschaffenen neuen Realität geben und so ihre Würde bewahren: Das ist das Grundprinzip der Validation, einer richtungs-weisenden Methode für den Umgang mit Menschen mit Demenzerkrankungen. Anlässlich ihres 80. Geburtstags besucht die US-Amerikanerin Naomi Feil, Gründerin der Methode und Pionierin auf dem Gebiet der Demenzarbeit, nun das Wiener Roten Kreuz.

„Mama?“ „Ich bin doch nicht deine Mama!“ Wenn ein von Alzheimer, Demenz oder einer verwandten Krankheit betroffener Mensch die Realität nicht mehr klar wahrnimmt, ist das für Angehörige und andere betreuende Personen oft schwierig zu akzeptieren. Statt Erkrankte jedoch durch Korrekturen an Tatsachen erinnern zu wollen, die sie nicht mehr behalten können, eröffnet die von Naomi Feil entwickelte Validationsmethode einen neuen Zugang zu den Betroffenen.
"Vergessen lassen, was nicht mehr behalten werden kann"
„Validation bedeutet, sich auf die Gefühlswelt der Klienten einzulassen – also zum Beispiel, sie vergessen zu lassen, was nicht mehr behalten werden kann, und sich nicht auf den verlorenen Realitätsbezug, sondern auf die Gefühle dahinter zu konzentrieren. Was wie eine wirre Aussage erscheint, mag nicht mehr in unserer Realität wurzeln, hat aber trotzdem Bedeutung, die es zu entschlüsseln gilt: Wer zum Beispiel nach seiner Mama ruft, der sucht Sicherheit und Nähe“, erklärt Barbara Pichler, Lehrgangsleiterin für Gerontologie beim Wiener Roten Kreuz.
Pionierarbeit von Naomi Feil

Mit der Entwicklung der Validationsmethode hat Naomi Feil Pionierarbeit im würdevollen Umgang und in der Kommunikation mit demenzkranken Menschen geleistet, die das Wiener Rote Kreuz seit den 1990er Jahren als Teil der Pflegekultur weiterträgt. Anlässlich ihres 80. Geburtstags reist Naomi Feil nun extra aus den Vereinigten Staaten an, um in Wien zu ihrer Arbeit zu sprechen. „Wir freuen uns sehr, als bisherigen Höhepunkt der über Jahrzehnte gewachsenen Verbundenheit des Wiener Roten Kreuzes zu Frau Feil, sie in ihrem Jubiläumsjahr bei uns begrüßen zu dürfen“, so Barbara Pichler.
In die Welt der Demenz einsteigen

Naomi Feils Ansatz, in die „Welt der Demenz einzusteigen“, um so demenzkranken Menschen auf derselben Ebene zu begegnen, läuteten einen Paradigmenwechsel im Umgang mit demenzkranken Menschen ein. Die studierte Sozialarbeiterin Feil entwickelte die Validationsmethode aus der alltäglichen Notwendigkeit ihrer Arbeit mit alten Menschen heraus zwischen 1963 und 1980, um besser mit desorientierten Erkrankten kommunizieren zu können. Auch heute gewinnt die Validation aufgrund demographischer Entwicklungen und
der zunehmenden Akzeptanz nichtmedikamentöser Behandlungsmethoden von Demenz immer noch an Bedeutung: Weltweit arbeiten rund 30.000 Einrichtungen nach Feils Prinzipien, Validation ist längst zur anerkannten Umgangsform mit älteren Menschen mit Alzheimer, Demenz oder verwandten Krankheiten aufgestiegen.

Information
Am 19. und 20. Oktober 2012 gibt Naomi Feil im Ausbildungszentrum des Wiener Roten Kreuzes (Safargasse 4, 1030 Wien) ein Einführungsseminar in die Validationsmethode.
Das Seminar ist für alle offen, weiterführende Informationen gibt es unter http://www.roteskreuz.at/wien/kurse-aus-weiterbildung/gerontologie/validation-nach-naomi-feil/   
 www.wrk.at   

PA Wiener Rotes Kreuz / IS, springermedizin.at
© 2012 Springer-Verlag GmbH, Impressum

Mehr zum Thema
Palliativ Care: Die Wirksamkeit von Aromatherapie
Gelungener Theorie – Praxis – Theorie – Transfer
Wertschätzung für den alten Menschen
Validation fördert die Weisheit des Alters
Pflegeberuf vor neuen Herausforderungen
PatientInnenanwaltschaft vertritt PatientInneninteressen
Lebenshilfe empfiehlt nationalen Strategieplan zu Demenz
Rotes Kreuz fordert Regelfinanzierung für stationäre Hospize
Vorarlberg präsentierte Pflegevorsorgestrategie bis 2030
Umfrage: Nur sieben Prozent der Deutschen wollen ins Altenheim


Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Sissi

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 551
  • Geschlecht: Weiblich
Krankenhaus und Demenz - Krise der Akutmedizin?
« Antwort #9 am: 05. April 2013, 01:08 »



 22.03.2013
      
   
Krankenhaus und Demenz - Krise der Akutmedizin?

Immer häufiger behandeln Krankenhäuser Patientinnen und Patienten, die neben ihrer Hauptdiagnose an Demenz erkrankt sind. Dennoch kann sich das "System Krankenhaus" mit seinen strikten Abläufen und Routinen kaum auf diese Patientengruppe und ihre besonderen Bedürfnisse einstellen - mit häufig fatalen Folgen für die Betroffenen und ihre Angehörigen. Warum eine demenzsensiblere Ausrichtung von Krankenhäusern der Akutversorgung so schwierig ist und wie sie dennoch gelingen kann, waren die Fragen einer Studie des Saarbrücker Instituts für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso), die nun veröffentlicht wurde.

Im Auftrag der Deutschen Alzheimer Gesellschaft hat Sabine Kirchen-Peters, Sozialwissenschaftlerin am iso-Institut, die Studie "Analyse von hemmenden und förderlichen Faktoren für die Verbreitung demenzsensibler Konzepte in Akutkrankenhäusern" durchgeführt. Ausgangspunkt dieser Untersuchung war die Frage, warum positive Erfahrungen von Modellprojekten in den Krankenhäusern nicht aufgegriffen werden, selbst wenn diese den Nachweis erbringen, dass sie auch betriebswirtschaftlich interessant sind. Im Mittelpunkt der Studie standen schriftliche und mündliche Befragungen von Leitungskräften der Akutkliniken, die über einen Zeitraum von drei Jahren durchgeführt wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass ein Geflecht verschiedenster Barrieren den Ausbau demenzfreundlicher Kliniken erschwert.

Die Gründe, warum sich selbst "gute Praxis" für eine verbesserte Versorgung von Demenzkranken im Klinikalltag nicht durchsetzt, liegen dabei sowohl in den politischen und sozialrechtlichen Rahmenbedingungen, den Organisationsstrategien der Kliniken wie auch in der subjektiven Haltung der Ärzte und Pflegekräfte.

Um das Bewusstsein über Demenzerkrankungen zu schärfen, Vorurteile abzubauen und eine positive Grundhaltung gegenüber den Kranken herbeizuführen, wird unter anderem eine breite Aufklärungsarbeit und ein konsequenter Wissensaufbau bei Ärzten und Pflegekräften angeraten. "Die Aufklärung sollte den geriatrischen Patienten in den Mittelpunkt rücken, der für die Kliniken zum Normalfall geworden ist, während die gesunden und complianten Patienten schon längst die Minderzahl ausmachen" erläutert Kirchen-Peters und verweist auf die Tatsache, dass bereits heute mindestens zwölf Prozent der Patienten demenzkrank sind und sich dieser Anteil zukünftig verstärken wird. Die Informationsarbeit müsse zudem die Relevanz des Delirs verdeutlichen, eine gefährliche Komplikation, von der Demenzkranke während eines Krankenhausaufenthalts häufig betroffen sind. Diese Problematik werde im Krankenhaus noch völlig unterschätzt. Fortbildungen sollten die Häufigkeit von Delirien, Kriterien zur Erkennung von Delirien, medikamentöse und psychosoziale Interventionsmöglichkeiten sowie die Möglichkeiten der Delirprävention umfassen.

Die Handlungsempfehlungen der Studie zeigen in vielen Bereichen Wege auf, wie es gelingen kann, die Strukturen und Prozesse in den Kliniken "demenzsensibel" auszurichten. Zudem werden die finanziellen Rahmenbedingungen für entsprechende Maßnahmen problematisiert und erste Vorschläge zu Handlungsansätzen für politisch Verantwortliche formuliert.

Die Studie ist als Broschüre unter dem Titel „Akutmedizin in der Demenzkrise. Chancen und Barrieren für das demenzsensible Krankenhaus“ erhältlich und kann über das iso-Institut Saarbrücken bezogen werden.

http://iso-institut.de/aktuelles/Bestellformular_Alzheimerbericht.pdf

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=40257


Josef

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 914
  • Geschlecht: Männlich



Oberhauser und Hundstorfer starten
 Demenz-Initiative "Gut leben mit Demenz"
   

 

12. 02. 15


Neuer Demenzbericht dient als Grundlage für die Entwicklung der österreichischen Demenzstrategie


Wien (bmask/bmg) - Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser und Sozialminister Rudolf Hundstorfer haben am 11.02. die Auftaktveranstaltung "Gut leben mit Demenz" zur Entwicklung einer Demenzstrategie eröffnet. Ausgangsbasis dafür ist der aktuelle Demenzbericht, der im Rahmen der vom Gesundheits- und Sozialministerium organisierten ExpertInnenveranstaltung in der Wiener Urania erstmals präsentiert wurde.

Rund 1,2 Prozent der Bevölkerung in Österreich leidet an Demenz. Aufgrund des kontinuierlichen Altersanstiegs in der Bevölkerung wird sich diese Anzahl bis zum Jahr 2050 verdoppeln, denn das Risiko an Demenz zu erkranken steigt mit dem Alter an. Demenz gilt bis heute als unheilbar. Die Versorgung von Menschen mit Demenz stellt somit eine der größten zukünftigen Herausforderungen für unsere Gesellschaft dar. Die Bundesregierung hat deshalb in ihrem aktuellen Regierungsprogramm die Erarbeitung einer Demenzstrategie verankert, in deren Rahmen Empfehlungen für eine notwendige öffentliche Bewusstseinsbildung, Versorgungsstrukturen, Prävention und Früherkennung sowie Schulung und Unterstützung von pflegenden Angehörigen erarbeitet werden sollen.

Als erster Schritt wurde der vorliegende Demenzbericht 2014 im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit, in Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium und einer interdisziplinären und multiprofessionellen ExpertInnengruppe von der Gesundheit Österreich GmbH erstellt. Er liefert eine umfassende Bestandsaufnahme der Versorgungssituation und kompakte epidemiologische Aussagen zur Häufigkeit von Demenz in Österreich. Der Demenzbericht befasst sich mit Gender- und rechtlichen Aspekten sowie mit zukünftigen Herausforderungen.

Häufig negieren Betroffene und ihre Angehörigen die ersten Zeichen einer Demenzerkrankung. Die Angst vor Stigmatisierung und Einschränkungen im Alltag sind einfach zu groß. Dabei kann eine frühzeitige Abklärung und entsprechende Behandlung die Pflegebedürftigkeit verzögern. "An Demenz zu erkranken darf kein gesellschaftliches Stigma sein und zu sozialer Ausgrenzung führen", betont Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser. "Mit einer nationalen Demenzstrategie wollen wir das Thema Demenz enttabuisieren, für Aufklärung sorgen und die Früherkennung fördern", so Oberhauser weiter.

Hundstorfer: Pflegende Angehörige brauchen besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung
Leben mit Demenz im eigenen Zuhause ist nicht nur der Wunsch der meisten betroffenen Personen, sondern kann auch helfen, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Von Demenz ist das gesamte System Familie betroffen. Sozialminister Rudolf Hundstorfer verweist daher auf die Bedeutung der Angehörigen bei der Pflege demenziell erkrankter Menschen: "Ganz besonders wichtig ist mir, besonderes Augenmerk auf die Angehörigen zu legen, zumal der größte Teil der demenziell erkrankten Menschen zu Hause in unterschiedlichen Pflegesettings versorgt wird. Diese Betreuung zuhause ist auch wichtig, denn nach Expertenmeinungen bleibt die Eigenständigkeit bei dieser Form der Betreuung am längsten erhalten. Das Fehlen einer Betreuungsperson stellt einen Hauptvorhersagefaktor für einen frühen Übergang in eine stationäre Pflegeeinrichtung dar. Von Seiten des Sozialministeriums gibt es für Menschen mit Demenz und deren Angehörige eine breite Palette an Unterstützungsmaßnahme. Ich verweise hier auf den Erschwerniszuschlag beim Pflegegeld, die finanzielle Unterstützung für eine Ersatzpflege, die Förderung der 24 Stunden Betreuung, die Pflegekarenz und die sozialversicherungsrechtliche Absicherung pflegender Angehöriger", so der Sozialminister.

"Wir wissen, dass in den kommenden Jahren immer weniger Angehörige für die Betreuung zur Verfügung stehen werden. Gründe dafür sind zum Beispiel die sinkende Anzahl von Kindern, die steigende Erwerbsquote bei Frauen oder eine längere Lebensarbeitszeit. Unser Ziel ist es, mit der nationalen Demenzstrategie die bestmögliche und eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Versorgung in Österreich sicher zu stellen", hält Gesundheitsministerin Oberhauser fest.

Auf Bundesebene ist in Österreich das Gesundheitsministerium für die Aspekte der Krankenversorgung und Prävention bei Demenz zuständig. Langzeitbetreuung und -pflege von Menschen mit Demenz liegen im Kompetenzbereich der Bundesländer. Geldleistungen für Langzeitpflege wie Pflegegeld und Pflegefonds fallen in die Zuständigkeit des Sozialministeriums. In der Versorgung der an Demenz erkrankten Menschen tragen auch die Bundesländer sowie die Sozialversicherung große Verantwortung. Eine österreichweite Strategie soll daher auch der Vielzahl der AkteurInnen als gemeinsame Richtschnur und Leitlinie dienen.


http://www.oe-journal.at/index_up.htm?http://www.oe-journal.at/Aktuelles/!2015/0215/W2/31202bmaskbmg.htm
 
   

 
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Geri

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 674
  • Geschlecht: Männlich
Alzheimer/Demenz: Österreich braucht endlich einen effektiven Plan!
« Antwort #11 am: 24. September 2015, 22:37 »




Seniorenbund fordert zum Welt-Alzheimertag: Österreich braucht endlich einen effektiven Plan!
„Nationaler Aktionsplan gegen Demenz“ muss umfassend alle Lebensbereiche einschließen!


Wien (OTS) - Zum morgigen Welt-Alzheimertag betonen die Führungskräfte des Österreichischen Seniorenbundes: "Österreich braucht endlich einen effektiven Aktionsplan gegen Demenz! Eine der größten Herausforderungen für die gesamte Gesellschaft verlangt nach entschlossenem Handeln! Daher muss der in Verhandlung stehende "Nationale Aktionsplan gegen Demenz" alle Lebensbereiche einschließen!"
Ingrid Korosec: Brauchen umfassende Angebote von Tagespflege und Tageszentren! Demenz-Fachwissen muss in allen Ausbildungen Einzug halten!

Ingrid Korosec, Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes und Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes, hält dazu fest:

"Dementielle Erkrankungen sind für pflegende Angehörige eine große zusätzliche Belastung zur ohnehin bestehenden Betreuungs- oder Pflegezeit. Der "Nationale Aktionsplan gegen Demenz" muss daher vorsehen: Umfassender, flächendeckender Ausbau der mobilen Pflege (durch speziell geschulte Personen) und vor allem Schaffung eines flächendeckenden Angebotes an Tagespflegeplätzen, geeigneten Tageszentren und Ähnlichem. Die Finanzierung ist durch den Pflegefonds sicher zu stellen, der ins Dauerrecht zu übernehmen ist! Zugleich sind bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen zur Nutzung dieser Pflegefondsgelder, zur Kosten- und Qualitätsstruktur dieser Angebote zu vereinbaren."

"Nicht funktionieren kann die Versorgung von dementiell Erkrankten, wenn Betreuerinnnen, Pflege(fach)kräfte, Ärzte etc. nicht über aktuelles und umfassendes Fachwissen verfügen. Der Aktionsplan muss daher die Strategie "Demenz in allen Ausbildungen" enthalten. Damit sind übrigens nicht nur die Pflege- und Gesundheitsberufe gemeint, sondern insgesamt alle Berufsgruppen! Auch den gestaltenden und bauenden Berufsgruppen schadet es nicht zu wissen, wie eine demenzfreundliche Umgebung zu gestalten ist. Auch Rechtsberufe, Polizei und Justiz, Mitarbeiter von Banken oder Versicherungen, etc. können mit den künftig häufiger auftretenden Fällen von dementiell Erkrankten erfolgreicher umgehen, wenn sie zumindest über Basiswissen dazu verfügen. Auch in Handel oder Produktion kann es nicht schaden, die Grundregeln zu kennen", fordert Korosec eine Vorbereitung aller Bevölkerungsgruppen auf die prognostizierten Veränderungen in Österreichs Gesellschaft.
Heinz K. Becker: Vorliegende Entwürfe setzen erst in viel zu später Demenz-Phase an! Medikamentenversorgung der dementiell Erkrankten sicherstellen!

Heinz K. Becker, Generalsekretär des Österreichischen Seniorenbundes, Mitglied des Europäischen Parlamentes und Mitglied der Europäische Alzheimer Allianz, betont:

"Das amerikanische "National Institute on Aging" publizierte im Jahre 2011 drei Phasen der Demenz: die vor-klinische Phase "asymptomatic, preclincal phase"; die vor-dementielle Phase "sympthomatic, pre-dementia phase" und die volle Demenz-Phase "dementai phase". Der aktuell in Diskussion stehende Entwurf des "Nationalen Aktionsplan gegen Demenz" setzt erst in der 3. Phase an, auf dem Stand der Handlungskriterien von 1984! Ein gesamthafter "Nationaler Aktionsplan" anno 2015 muss aber vielmehr schon ab der ersten Phase ansetzen und besonderen Wert auf Prävention legen!"

"Auch die Medikation dementiell Erkrankter gestaltet sich zunehmend problematisch. Innovationen sind für die Patienten nicht in Sicht, die Versorgung erfolgt durch Generika, die zum Teil nicht mehr beworben werden. Daher gehen die Verschreibungen dieser Medikamente zurück. In Deutschland geht DIE Zahl der verschriebenen Medikamente SOGAR INSGESAMT zurück, obwohl die Zahl der Demenzerkrankungen steigt. Der "Nationale Aktionsplan gegen Demenz" muss solchen Entwicklungen in Österreich und international gegensteuern - die aktuelle Entwicklung ist kontraproduktiv. Die Verantwortlichen unserer Sozial- und Gesundheitspolitik sind jetzt gefordert, zu handeln!"
Gertrude Aubauer: Rechtssicherheit für alle Betroffenen schaffen! Reform des Sachwalterschaftsrechts, Vereinfachung und Stärkung von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung!

Mag. Gertrude Aubauer, Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes und ÖVP-Seniorensprecherin im Nationalrat, betont:

"Mit dem Fortschreiten der dementiellen Erkrankung nehmen Einsichts-und Geschäftsfähigkeit im rechtlichen Sinne ab. Dies führt sowohl für die erkrankte Person, als auch für ihre Angehörigen und die gesamte Umgebung zu rechtlicher Unsicherheit. Oft - und manchmal viel zu früh - wird dann zu eine Sachwalterschaft angeregt. Der "Nationale Aktionsplan gegen Demenz" muss daher auch ganz klare Ziele für die rechtlichen Angelegenheiten rund um dementiell Erkrankte festlegen:
Reform des Sachwalterschaftsrechts, an der bereits gearbeitet wird, möglichst rasch erfolgreich abschließen. Vereinfachung und Stärkung von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Aber auch rechtliche Änderungen zum Umgang mit (leicht) eingeschränkter Rechtsfähigkeit müssen vorgesehen und terminlich geplant werden."

Aubauer weiter: "Festgelegen soll man dabei auch Regeln zum Umgang von Behörden, Pflegeheimbetreibern, etc. in der Situation von Antragsstellungen (z.b. Pflegegeld) oder Vertragsabschlüssen (z.B. Heimvertrag) mit den Betroffenen. Beides sind nämlich heute Situationen, in denen häufig Sachwalterschaften angeregt werden. Dass kann, soll und muss künftig deutlich reduziert werden!"
Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Seniorenbund
Susanne Walpitscheker
stv. Generalsekretärin
Tel.: 0650-581-78-82
swalpitscheker@seniorenbund.at
www.seniorenbund.at

Geri

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 674
  • Geschlecht: Männlich
Alzheimer/Demenz: Besondere Info???
« Antwort #12 am: 24. September 2015, 22:53 »



Informatives Interview über Vermeidung und Heilungschancen von Alzheimer
heute 10 Uhr auf SWR 1.... zum Nachhöre wurde es auf der Website im Podcast eingestellt.


dzt. noch auf:
http://swrmediathek.de/player.htm?show=319b3800-6059-11e5-989b-0026b975f2e6
Beachten Sie auch die Buchempfehlung!

Nehls, Dr. Michael (Molekulargenetiker und Radrennfahrer, spricht über die "Alzheimer-Lüge") |...
Gast (live): Dr. Michael Nehls, Molekulargenetiker und Radrennfahrer, spricht über die "Alzheimer-Lüge"
swr.de


xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx


SUPER - swr am PC, ca. 20 min., nur mehr 4 Tage: Hypokampus beachten gegen Alzi: viel schlafen, gesund essen, soziale Bindungen, nur gute Fette/Öle ...... da Nervenzellen sich dann immer wieder erneuern, auch Depressionen ff.


http://swrmediathek.de/player.htm?show=319b3800-6059-11e5-989b-0026b975f2e6


Auch bei Depressionen ff. und bei wenig Stressresistenz

"Hypokampus" beachten gegen Alzi und …..
https://de.wikipedia.org/wiki/Hippocampus
Darüber hinaus spielt die Hippocampusformation auch eine wichtige Rolle für Emotionen: Personen mit (unipolarer) Depression zeigen reduziertes Volumen der Hippocampusformation.[4]


Wichtig: gesunde Lebensweise, dass diese Nervenzellen wachsen!

Bausteine: Cholesterin nicht ganz weg lassen, wichtig Omega 3 von Fischfett und Öl (Raps, Oliven, Walnuss, wenig Distel, etwas Kokosöl), Obst/Gemüse natur (ohne Pestizide),

auch gut/aber nicht zu viel Omega 6

Omega 3 zu 6 Verhältnis soll 1:1 sein

wenig/keine Wurst, Butter, Milchprodukte

keine Fette, die Entzündungen ständig stark entstehen lassen

Daher: 
viel schlafen (fast nur nachts entstehen neue Zellen und reinigen das Gehirn),
viel bewegen,
gesund essen,
soziale Bindungen,
nur gute Fette/Öle ......

dann Nervenzellen sich immer wieder erneuern
« Letzte Änderung: 24. September 2015, 23:54 von Geri »

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 6.061
  • Geschlecht: Männlich
Alzheimer/Demenz: Verschlechterung/Verbesserung
« Antwort #13 am: 12. April 2021, 19:22 »
9859



Herr Stuckenschneider, körperliche Inaktivität zählt zu den bekannten Risikofaktoren für die Entwicklung einer Demenz. Dabei sind vermutlich die vielen „unfitten“ Jahre vor Krankheitsbeginn gemeint. Wie begründen Sie deshalb Ihre Annahme, dass Bewegung auch noch zum Zeitpunkt einer beginnenden Demenz einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung haben kann?

Großangelegte Kohortenstudien haben gezeigt, dass körperliche Inaktivität eine wichtige Rolle bei der Entstehung einer demenziellen Erkrankung spielen kann. Insbesondere die Jahre unmittelbar vor der Erkrankung scheinen hier von besonderer Bedeutung zu sein. Zudem ist bereits in vielen Studien mit gesunden Älteren gezeigt worden, dass Sport und eine verstärkte körperliche Aktivität den normalen kognitiven Abbauprozessen im Alter entgegenwirken können. Verschiedene physiologische Mechanismen (Zunahme des Hippocampusvolumens, erhöhte Ausschüttung an Neurotransmittern, verbesserte zerebrovaskuläre Durchblutung etc.) wurden identifiziert, die diesen kognitiven Verbesserungen zugrunde liegen können. Gemeinsam mit ersten Erkenntnissen aus Pilotstudien mit Personen im Prodromalstadium der Demenzerkrankung, liefern uns diese Ergebnisse Hinweise darauf, dass Sport und Bewegung auch noch zu Beginn einer Erkrankung wirksam sein könnten.

Welches Training absolvieren die Demenzkranken?

Das ursprüngliche Projekt umfasst zwei verschiedene Sportgruppen. Eine Gruppe führt hierbei ein moderates Ausdauertraining durch – also klassisches Walking und Jogging – während die andere Gruppe an einem Stretching- und Toning-Programm teilnimmt. Bei diesem ist die Intensität etwas geringer und der Fokus liegt mehr auf koordinativen Aspekten und einem leichten Krafttraining. Anfang des Jahres konnten wir zudem noch eine Gruppe einschließen, die ein intensives Intervalltraining auf dem Fahrradergometer durchführt.

Beeinflussen unterschiedliche körperliche Aktivitäten den Krankheitsverlauf auf unterschiedliche Weise?

Genau dieser Frage wollen wir auf den Grund gehen, d.h. wie müssen wir Sportinterventionen gestalten, damit diese sich positiv auf die kognitiven Fähigkeiten unserer Teilnehmer und positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken?

Selbst im normalen Altersverlauf gibt es keine eindeutigen Ergebnisse, welche Art des Sporttreibens zu bevorzugen wäre, um die kognitive Leistung zu verbessern. Oftmals wird ein moderates Ausdauertraining bevorzugt, aber auch Krafttraining und Koordinationstraining sind in den vergangenen Jahren als wirksame Alternativen genannt worden. Zusätzlich stellt sich hier auch mehr und mehr die Frage, ob Kombinationen unterschiedlicher Trainingsformen nicht noch wirksamer wären, da nachgewiesen werden konnte, dass durch unterschiedliches Training auch unterschiedliche Funktionen im Gehirn angeregt werden können. Wir hoffen, nach dem Abschluss unserer Studie genauere Aussagen treffen zu können. Allerdings lässt sich derzeit bereits sagen, dass jegliche Art der körperlichen Aktivität und Bewegung besser für die kognitiven Funktionen ist, als auf dem Sofa sitzen zu bleiben. Zudem scheint neben der Art und Weise des Sporttreibens vor allem die Regelmäßigkeit eine größere Bedeutung zu haben. Erste Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass es wohlmöglich wichtiger ist regelmäßig, also mindestens zweimal die Woche, aktiv zu werden als der eigentliche Inhalt der Intervention.

Gibt es Informationen darüber, ob schweißtreibende Alltagsaktivitäten, wie etwa Putzen oder Gartenarbeit, hilfreich sind oder sollte es schon Sport sein?

Wie bereits zuvor erwähnt, kommt auch der Alltagsaktivität eine gewisse Bedeutung zu. Ein aktiver Lebensstil ist sicherlich hilfreich, um sich fit zu halten. Allerdings würde ich dennoch zu einer Teilnahme an Sportprogrammen raten. Neben der gezielten körperlichen Anstrengung haben diese auch den Vorteil, dass man aus seinem gewohnten Umfeld herauskommt und die Komfortzone verlässt. Zudem finden Sportangebote zumeist in einer Gruppenform statt, was sicherlich einen weiteren wichtigen Faktor darstellt. Oftmals nehmen im Alter soziale Kontakte und Interaktionen ab – insbesondere dann, wenn beginnende Einschränkungen wie eine verstärkte Vergesslichkeit auftreten. Dementsprechend können Sportgruppen hier auch im Sinne einer Partizipation und Teilhabe wirksam sein und die Effekte sozialer Interaktionen auf kognitive Funktionen sollten nicht außer Acht gelassen werden. Da dieses beim Fenster putzen und Boden schrubben oft nicht gegeben ist, würde ich sagen, dass Alltagsaktivitäten zwar wichtig sind, aber die Teilnahme an einer Sportgruppe nicht ersetzen können.

Welchen Einfluss haben soziale Faktoren in Ihrer Studie? Evtl. spielen diese eine zentrale Rolle und es ist nicht die Fitness, sondern vor allem der Kontakt mit anderen Betroffenen ausschlaggebend?

Wie bereits in meinen vorherigen Antworten angesprochen, denke ich persönlich, dass der sozialen Interaktion eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zukommt. Durch meine eigenen Erfahrungen als Kursleiter in unseren Sportgruppen kann ich bestätigen, dass die Sportgruppen den Teilnehmern nicht nur dazu dienen fitter zu werden, sondern auch andere Personen zu treffen und sich mit diesen auszutauschen. In vielen Fällen sind Freundschaften entstanden, die auch zu Treffen außerhalb des Sports und somit zu einer verstärkten sozialen Interaktion geführt haben. Die kognitiven Dimensionen darf man hierbei nicht unterschätzen, denn auch eine Verabredung zu einem Kaffee bedarf einiger kognitiver Prozesse. Nichtsdestotrotz würde ich persönlich nach derzeitigem Wissensstand der körperlichen Fitness bzw. dem Sport eine übergeordnete Rolle zukommen lassen. Wenn wir es schaffen, Personen durch eine verbesserte Fitness auch in ihrem Selbstbewusstsein und daraus resultierend in ihrer gesellschaftlichen Partizipation zu stärken, ist dieses ein wichtiger (Neben-)Effekt, der durch das Sporttreiben entsteht. Allerdings ist hierbei der Sport das entscheidende Medium, durch das die weiteren positiven Effekte erreicht werden können. Um aber Ihre Frage eindeutig beantworten zu können, bedarf es weiterer Forschung und Projekte, die noch gezielter die Rolle und den Stellenwert von körperlicher Fitness und sozialer Interaktion erforschen.

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 6.061
  • Geschlecht: Männlich
Alzheimer/Demenz: Neues Buch
« Antwort #14 am: 12. April 2021, 20:46 »
9864

   
 https://media.dav-medien.de/sample/9783777629018_p.pdf

   Recht auf Demenz
Ein Plädoyer
Von Thomas Klie
2021. Kartoniert. € 18,- [D]
ISBN 978-3-7776-2901-8

Gegen Angst und Vorurteile: Erfahrungen eines guten Lebens mit Demenz
Professor Thomas Klie plädiert in einem sehr aufwühlenden Buch dafür, dass wir Menschen mit Demenz als selbstverständlich dazugehörig begreifen und anerkennen, dass auch mit Demenz ein glückliches und zufriedenes Leben möglich ist – unter den richtigen Rahmenbedingungen.

https://media.dav-medien.de/sample/9783777629018_p.pdf


Inhalt(Persönliches) Vorwort ........................................     7Einführung..................................................   13Demenz – ein Thema mit symbolischer Bedeutung für unsere Gesellschaft .................................................   14Menschen mit Demenz als Mitmenschen .........................   21Menschen mit Demenz in Gefahr? ...............................   27Demenz – was wir wissen sollten ...............................   35Epidemiologie ...............................................   36Ursachen....................................................   37Therapie ....................................................   41Ein gutes Leben mit Demenz?...................................   43Zwischen Solidarität und Ausgrenzung...........................   51Prävention ..................................................   59Rechtliche Vorsorge...........................................   63Therapeutische Ziele und Möglichkeiten .........................   69Menschenrechte und Demenz ..................................   75Gibt es ein gutes Leben mit Demenz? Annäherung durch Forschung...   87Leben mit Demenz – acht Geschichten von Betroffenen ............ 105»Es darf nicht auf einem Paar Schultern landen, sondern muss verteilt sein ...« .............................................. 107»Ich wollte das allein schaffen.« ................................ 110»... dann heißt es immer: ›Wir haben kein Personal‹.« . . . . . . . . . . . . . .  114»Immer wieder ran ans Klavier und üben. Das ist, glaube ich, sein Lebens elixier.«............................................... 118»Denn ich bin ja hier richtig, möchte ich sagen, gefangen.« ......... 123»Dann vergaß sie zu essen und zu trinken, und wir haben das erste Mal an Demenz gedacht.«.................................127»Also, ich hatte den Eindruck, dass mein Papa gern gelebt hat – bis zum Schluss.« .............................................130»Mich hat sie einige Male schon aus der Wohnung geworfen ...« .....134

Gegen die Angst – Erfahrungen und Bilder guten Lebens mit Demenz.. 139Ars vivendi dementia.......................................... 142Leben im Gefängnis der Sorge .................................. 145Die dunklen Seiten der Demenz ................................. 148Hilfreiche Hilfen? ............................................. 149Geteilte Verantwortung ....................................... 151Ausblick: Caring Community.................................... 153Anhang ..................................................... 16

https://media.dav-medien.de/toc/9783777629018_i.pdf

« Letzte Änderung: 12. April 2021, 21:34 von admin »

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 6.061
  • Geschlecht: Männlich
11 080




Nichts Neues seit Adam und Eva, aber Verdreifachung der Erkrankten bis 2050!!!

Verdreifachung weltweiter Demenzfälle bis 2050?

 In den kommenden drei Jahrzehnten könnte sich die Zahl weltweiter Demenzfälle fast verdreifachen. Das sagt zumindest eine Gesundheitsstudie voraus, die in der Fachzeitschrift „The Lancet Public Health“ veröffentlicht wurde. Doch die Studie hat Schwächen. Mehr dazu auf .......


https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2022/01/11/verdreifachung-weltweiter-demenzfaelle-bis-2050

PS.: Wer kennt/nimmt das Medikament Arizept mit Wirkstoff Donepezil
            Email an info@krebspatienten.at






« Letzte Änderung: 17. Januar 2022, 19:29 von admin »