Autor Thema: Mi. 17.12.08, ab 19 Uhr, Wien, Treffen/Hotline: Info zu Gebärmutterhalskrebs  (Gelesen 3016 mal)

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Dietmar E.

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 Heute und ..... Treffen bzw. Hotline: Info zu Gebärmutterhalskrebs
« am: 03. Dezember 2008, 17:23 » Zitat 

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 60.000 Frauen jährlich mit unklarem Abstrich Gebärmutterhalskrebs konfrontiert
« Antworten #2 am: 03. Dezember 2008, 17:18 » Zitat 

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Österreichische Initiative gegen Gebärmutterhalskrebs / 03.12.2008

60.000 Frauen jährlich mit unklarem Krebsabstrich konfrontiert: GynäkologInnen und Initiative schnüren "PAP-Ratgeber-Paket"

   Wien (OTS) - 60.000 Frauen sind in Österreich jährlich mit einem
unklaren Krebsabstrich konfrontiert, 5.000-6.000 davon müssen sich
aufgrund einer Krebsvorstufe einem operativen Eingriff unterziehen
(Konisation) - 550 Erkrankungsfälle an Gebärmutterhalskrebs sind
damit nur die Spitze eines Eisberges. Die psychische und körperliche
Belastung der Frauen ist groß.
Um Patientinnen in Zukunft noch besser
unterstützen zu können, hat der Berufsverband Österreichischer
GynäkologInnen nun gemeinsam mit der Österreichischen Initiative
gegen Gebärmutterhalskrebs ein "PAP-Ratgeber-Paket" erstellt. Dieses
kann von GynäkologInnen bestellt und bei unklarem PAP-Abstrich an die
Patientin weitergegeben werden. 

"PAP-Ratgeber-Paket" bei Österreichs GynäkologInnen

   GynäkologInnen sprechen täglich mit Frauen, die von Krebsvorstufen
betroffen sind, viele Fragen kommen jedoch erst auf, wenn die Frauen
die Praxis verlassen haben. Der Inhalt des "PAP-Ratgeber-Paketes":
Ein Brief, ein Ratgeber für Frauen mit unklarem PAP-Befund, der
versucht, die häufigsten Fragen zu beantworten sowie ein Fragebogen,
der auf Basis einer internationalen Vorlage dazu dienen soll, die
Situation der Frauen sowie deren Bedürfnisse zu erfassen, um das
Informationsangebot in Zukunft noch besser darauf abstimmen zu
können.
Das Paket kann von GynäkologInnen bestellt werden, Frauen
können es zudem auch direkt im Büro der Initiative oder über die
Website www.gebaermutterhalskrebs.at anfordern.

Angebot der Österreichischen Initiative gegen Gebärmutterhalskrebs

   Um Frauen mit unklarem PAP-Befund bestmöglich zur Seite zu stehen,
hat die Initiative eine Reihe weiterer Maßnahmen ins Leben gerufen.
Ab sofort gibt es regelmäßige "Get-together-Abende", die Frauen
Austausch ermöglichen sollen und an denen ein/e medizinische/r
ExpertIn für alle Fragen zur Verfügung steht.

Die nächsten Termine:
Mi., 3. Dezember 2008 & Mi. 17. Dezember 2008, ab 19h; Rechte
Bahngasse 14, 1030 Wien.


Zudem sucht die Initiative Botschafterinnen,
die selbst Erfahrung mit dem Thema gemacht haben und anderen Frauen
zur Seite stehen möchten.

Die nächste Expertenhotline findet am
Fr. 5.Dezember 2008 in der Zeit von 14:30-17:30 Uhr statt: 0800-311 900
(kostenlos aus ganz Österreich).


Das PAP-Erinnerungssystem auf
www.gebaermutterhalskrebs.at erinnert zuverlässig per E-Mail, SMS
oder Post an den nächsten Krebsabstrich.

Unklarer Befund - was nun?

   Das Gebot der Stunde heißt erst einmal abwarten. Ein unklarer
Befund ist noch lange kein Beweis für eine Erkrankung und zunächst
einmal nur ein Grund zu erhöhter Aufmerksamkeit.

"Die Angst vor Krebs
ist meist groß, jedoch sollten Frauen wissen, dass nur ein sehr
kleiner Teil der unklaren Befunde tatsächlich eine
Gebärmutterhalskrebserkrankung nach sich zieht. Die meisten
Veränderungen bilden sich von selbst wieder zurück und sind nicht
bösartig," so Dr. Michael Elnekheli, Präsident des Berufsverbandes
Österreichischer GynäkologInnen.

Konisation: Routine für den Arzt - große psychische Belastung für die
Frau.

   Bilden sich Veränderungen am Gebärmutterhals nicht zurück bzw.
kommt es zum Fortschreiten der Erkrankung, ist es notwendig, das
betroffene Gewebe durch eine so genannte "Konisation" zu entfernen.
Eine Konisation ist zwar ein eher kleinerer, aber durchaus sehr
verantwortungsvoller operativer Eingriff, der in Vollnarkose
durchgeführt wird.

   Wird eine Krebsvorstufe rechtzeitig erkannt und vollständig
entfernt, ist in der Regel keine weitere Therapie notwendig. Leider
ist dies jedoch nicht bei allen Frauen der Fall - immer noch stirbt
in Österreich etwa jeden 2. Tag eine Frau an Gebärmutterhalskrebs.

Der europäische Kurs: Kombination aus PAP-Abstrich & HPV-Impfung

   "Wir sind täglich in der Praxis mit den Ängsten unserer
Patientinnen konfrontiert, hier ist zweifellos die Gesundheitspolitik
gefragt" so Univ.-Prof. Dr. Sepp Leodolter. "Ein PAP-Abstrich kann
Zellveränderungen im Bereich des Gebärmutterhalses frühzeitig
erkennen, allerdings handelt es sich dabei nur um eine sekundäre
Vorbeugung (sog. sekundäre Prävention), da ja schon Zellveränderungen
vorliegen.
Diese Zellveränderungen im Sinne einer primären Vorbeugung
(sog. primäre Prävention) überhaupt zu verhindern, ist durch die
HPV-Impfung möglich. Deshalb ist die Einführung einer kombinierten
Vorsorgestrategie nach europäischem Vorbild, also PAP-Abstrich
kombiniert mit HPV-Impfung, dringend notwendig".

   Die Impfung gegen HPV verhindert dem gegenüber von vornherein eine
Infektion mit den Virenstämmen 16 und 18, die für mehr als 70% aller
Gebärmutterhalskrebsfälle - und damit auch deren Vorstufen -
verantwortlich sind. In den vergangenen Jahrzehnten konnte durch den
PAP-Abstrich die Zahl von Fällen mit Gebärmutterhalskrebs auch in
Österreich drastisch gesenkt werden, allerdings war in den letzten
Jahren kein weiterer Rückgang mehr zu registrieren. Wir stehen seit
Jahren konstant bei jährlich rund 550 Erkrankungen und 180
Todesfällen.
Gründe dafür sind, dass einerseits viele Frauen die
Möglichkeit einer regelmäßigen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung
nicht wahrnehmen, und es sich andererseits beim PAP-Abstrich eher nur
um eine sekundär-präventivmedizinische Maßnahme handelt. Die
Einführung einer kombinierten Vorsorgestrategie aus PAP-Abstrich &
HPV-Impfung würde nun einen weiteren deutlichen Rückgang an
Erkrankungsfällen erwarten lassen.

   Außer Österreich und Finnland haben mittlerweile alle
westeuropäischen Länder die staatliche Finanzierung der HPV-Impfung
beschlossen. Für Finnland ist dabei zu sagen, dass, bedingt durch ein
sehr kostenintensives und aufwändiges PAP-Screening, praktisch kaum
Frauen an Gebärmutterhalskrebs erkranken und aus diesem Grund kein
zusätzliches Geld für eine zusätzliche Zervixkarzinomprävention
ausgegeben wird.
Dieses Argument gilt aber für Österreich nicht: "Die
Teilnahme am PAP-Screening liegt in Österreich derzeit bei nur rund
30%. Aus diesem Grund registrieren wir in Österreich alle 2-3 Tage
einen Todesfall an Gebärmutterhalskrebs, und bei rund 5.000-6.000 von
Krebsvorstufen betroffenen Frauen besteht Handlungsbedarf im Sinne
einer Operation. Die parallele Durchführung beider Präventivmaßnahmen
muss deshalb auch in Österreich das Ziel sein", so Univ.-Prof. Dr.
Leodolter.

   Alle Presseunterlagen stehen auf
http://www.gebaermutterhalskrebs.at unter "Presse" zum Download
bereit. Ab ca. 15 Uhr stehen im Pressebereich auch Fotos der
Pressekonferenz zur Verfügung.

Rückfragehinweis:
   eXakt PR,  Dr. Andrea Hasner, Wällischgasse 8, 1030 Wien
   Tel.: +43 (1) 890 27 76/12, Fax: +43 (1) 890 27 76/15
   E-Mail: hasner@exakt-pr.at
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)