Autor Thema: Strahlen. u. Chemotherapie  (Gelesen 8778 mal)

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christina62

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Strahlen. u. Chemotherapie
« am: 11. Mai 2007, 20:50 »
Strahlentherapie:

Strahlentherapie kann als alleinige Tumortherapie eingesetzt, aber auch als zusätzliche Maßnahme (Therapie) an eine Operation angeschlossen bzw. mit Chemotherapie kombiniert werden. Die Möglichkeiten einer Strahlentherapie sind bei großer Ausbreitung des Tumors nur eingeschränkt erfolgreich. Insbesondere dürfen größere Lungenabschnitte nicht hoch bestrahlt werden, weil dann Funktionseinbußen der Lungenkapazität zu erwarten sind.

Chemotherapie:

Die Zytostatikatherapie wird beim Lungenkarzinom entsprechend den Krankheitsstadien, aber auch mit unterschiedlichen Zielen eingesetzt.
 Bestimmte Zytostatika, sind als Therapie für das kleinzellige, bzw. für das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom als etabliert anzusehen Gerade in den letzten Jahren wurden neue Wirkstoffe zur Chemotherapie von Krebserkrankungen entwickelt, die sich besonders auch beim Lungenkarzinom als wirksam erwiesen haben. Chemotherapie wird auch eingesetzt, um einen Rückfall der Erkrankung (ein Rezidiv) zu verhindern.  Die Chemotherapie ist beim kleinzelligen Lungenkarzinom , das wegen seiner frühzeitigen Metastasierungstendenz jedoch nur selten operiert wird, besonders effektiv.
Jeder Tag ist ein kleines Leben.



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Evi

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Lungenkrebs: Atmung erschwert zielgenaue Bestrahlung
« Antwort #1 am: 14. August 2008, 22:39 »

Forscher wollen Strahlentherapie effektiver machen

Hamburg (ng) – Lungenkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Eine der wichtigsten Behandlungsmethoden – neben der Operation und Chemotherapie – ist die Bestrahlung. Dabei müssen die hochenergetischen Strahlen exakt auf die Krebszellen ausgerichtet werden, um diese wirksam zu zerstören. Die Lunge und damit auch der Tumor bleiben aufgrund der Atmung jedoch nicht an einer festen Position, so dass leicht auch gesundes Gewebe durch die Strahlen geschädigt wird.

Wissenschaftler am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wollen jetzt konkrete Empfehlungen erarbeiten, wie Lungentumoren trotz der Atembewegung optimal bestrahlt werden können. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt mit 117.600 Euro.

Moderne Bestrahlungstechniken sind heute in der Lage, mit einer sehr hohen Genauigkeit die gewünschte Strahlendosis in den Tumor einzubringen. Hierzu ist aber eine genaue Kenntnis dessen Position notwendig. Diese ist jedoch bei Tumoren im Oberkörper – insbesondere bei Lungenkarzinomen – aufgrund der Atmung nur schwer berechenbar. „Die atmungsbedingte Tumorbewegung ist noch immer ein Problem der Hochpräzisionsbestrahlung“, sagt der Projektleiter Professor Dr. Heinz Handels, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Im Rahmen des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Forschungsprojekts untersucht der Wissenschaftler zunächst, welchen Einfluss die Atmung auf die Verteilung der Strahlendosis in Lungenkarzinomen hat und wie stark gesundes Gewebe dabei beeinträchtigt wird. Darauf aufbauend soll unter anderem analysiert werden, wie groß die Sicherheitssäume um den atmungsbewegten Tumor sein müssen, um diesen bei reduzierter Belastung des gesunden Gewebes gleichmäßig bestrahlen zu können. „Außerdem wollen wir untersuchen, inwieweit die Dosisverteilung durch eine atemgetriggerte Bestrahlungstechnik verbessert werden kann. Bei dieser neuen Technik wird der Tumor nur in ausgewählten Atempausen bestrahlt“, erläutert Handels. Grundlage der Untersuchungen bilden sehr komplexe, vierdimensionale Bilddaten, welche die inneren Organe in 14 verschiedenen Atemphasen abbilden und somit die räumliche Bewegung des Tumors und der Lunge erfassbar machen.

„Lungentumoren werden sehr spät erkannt, da es kaum Möglichkeiten zur Früherkennung gibt. Die Heilungschancen sind dementsprechend meist nicht gut“, erklärt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Dieses Forschungsprojekt hat daher eine hohe Relevanz. Es wird dazu beitragen, die Therapie bei dieser Krebserkrankung zu verbessern.“


Lungenkrebs

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken in Deutschland jährlich 33.000 Männer und 13.200 Frauen neu an einem Lungenkarzinom. Die Hauptursache ist das Rauchen. Bislang gibt es keinen Nachweis für die Wirksamkeit von Früherkennungsuntersuchungen bei Lungenkrebs. Die Therapie des Tumors hängt von der Art der Krebszellen ab: Schnell wachsende, kleinzellige Formen werden chemo-, fallweise auch strahlentherapeutisch behandelt.

Nicht kleinzellige Tumoren werden chirurgisch entfernt, wenn die Krebszellen noch nicht im Körper gestreut haben. In fortgeschrittenen Stadien kommen ebenfalls Chemo- und Strahlentherapie in Frage. Die Deutsche Krebshilfe gibt einen kostenlosen Ratgeber zum Thema Lungenkrebs heraus. Dieser kann kostenlos bestellt werden bei Deutsche Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn und unter www.krebshilfe.de heruntergeladen werden.

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Fortgeschrittener Lungenkrebs: Welche Vor- oder Nachteile hat Crizotinib (Xalkori)?

Das Arzneimittel Crizotinib (Handelsname Xalkori) ist seit Oktober 2012 in Deutschland zur Behandlung einer bestimmten Form von fortgeschrittenem Lungenkrebs zugelassen. Es kommt für erwachsene Patientinnen und Patienten infrage, bei denen ein verändertes Enzym zu einem unkontrollierten Tumorwachstum führen kann und die bereits mit einer anderen Therapie vorbehandelt wurden.

Lungenkrebs entsteht durch die bösartige Neubildung von Zellen der Bronchien und ihrer Aufzweigungen, den Bronchiolen. Deshalb spricht man auch von einem Bronchialkarzinom. Man unterscheidet hauptsächlich zwei Tumorarten:

    das kleinzellige Karzinom (englisch: small cell lung carcinoma, SCLC) und
    das nicht-kleinzellige Karzinom (englisch: non small cell lung carcinoma, NSCLC).


Ein nicht-kleinzelliges Karzinom wird, wenn möglich, operativ entfernt. Manchmal ist es jedoch schon zu groß oder es hat sich bereits über das Blut- oder Lymphsystem auf andere Körperregionen ausgebreitet. In diesem Fall spricht man von einem fortgeschrittenen Lungenkrebs.

Manche Menschen mit einem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs haben ein verändertes Enzym im Tumorgewebe, die sogenannte Anaplastische-Lymphom-Kinase (ALK). Man spricht dann von einem ALK-positiven nicht-kleinzelligen Lungenkrebs. Das Enzym ALK kann zum unkontrollierten Wachstum des Tumorgewebes beitragen.

Crizotinib soll unter anderem das Enyzm ALK und so auch das weitere Tumorwachstum hemmen. Das Mittel ist zugelassen für Erwachsene mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs, in deren Tumorgewebe sich das Enzym findet und die bereits mit einer anderen Therapie vorbehandelt wurden.

Wie wird Crizotinib angewendet?

Crizotinib wird zweimal pro Tag in Tablettenform eingenommen. Eine Tablette enthält 200 oder 250 mg Crizotinib. Die tägliche Dosis richtet sich nach der Verträglichkeit.


Womit wurde Crizotinib verglichen?

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat Anfang 2013 geprüft, ob Menschen mit fortgeschrittenem, ALK-positiven nicht-kleinzelligen Lungenkrebs, die mit einer anderen Therapie vorbehandelt wurden, von Crizotinib profitieren können. Zum Vergleich sollten Studien mit folgenden Patientengruppen herangezogen werden:

    Personen mit fortgeschrittenem Lungenkrebs, für die keine erneute Chemotherapie infrage kommt. Diese Patientinnen und Patienten erhalten eine Therapie, die eine individuell angepasste und optimierte unterstützende Behandlung der Symptome und eine Verbesserung der Lebensqualität gewährleistet. Eine solche Therapie wird auch als „Best Supportive Care“ (BSC) bezeichnet. Für diesen Vergleich hat der Hersteller von Crizotinib allerdings keine geeignete Studie vorgelegt.
    Personen mit fortgeschrittenem Lungenkrebs, bei denen eine erneute Chemotherapie mit den Wirkstoffen Docetaxel oder Pemetrexed infrage kommt. Für diesen Vergleich hat der Hersteller eine geeignete Studie vorgelegt.


Hat Crizotinib Vorteile?

    Lebenserwartung: Im Vergleich zwischen Crizotinib und der Chemotherapie mit Docetaxel oder Pemetrexed zeigte sich kein Unterschied.
    Beschwerden: Es bleibt unklar, ob Crizotinib die Krankheitsbeschwerden besser lindern kann als die Chemotherapie. Der Hersteller legte zur Beantwortung dieser Frage keine geeigneten Daten vor.
    Lebensqualität: Im Vergleich zwischen Crizotinib und der Chemotherapie ergab sich insgesamt ein schwacher Hinweis darauf, dass Menschen, die Crizotinib einnahmen, eine etwas bessere Lebensqualität hatten. 


Hat Crizotinib Nachteile?

    Nebenwirkungen: Bei fast allen Patientinnen und Patienten traten Nebenwirkungen auf, unabhängig davon, ob sie Crizotinib einnahmen oder eine Chemotherapie bekamen. Im Vergleich beider Behandlungen zeigte sich auch kein Unterschied in der Gesamtzahl der Nebenwirkungen und wie oft diese zum Abbruch der Behandlung führten. Sehstörungen und Magen-Darm-Probleme wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung traten bei der Behandlung mit Crizotinib häufiger auf als bei der Chemotherapie. Schwerwiegende Nebenwirkungen, die teilweise auch zum Tode führten, traten in beiden Behandlungsgruppen auf. Die vom Hersteller vorgelegten Daten reichen aber nicht aus, um hier einen aussagekräftigen Vergleich zu ziehen.
    Generelle Informationen über weitere mögliche Nebenwirkungen finden sich im Beipackzettel.


Wo finde ich weitere Informationen?

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines im Februar 2013 veröffentlichten Gutachtens des IQWiG zusammen. Das vollständige Gutachten finden Sie auf der Website des IQWiG hier.

Auftraggeber ist der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Rahmen der „frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln nach § 35a SGB V“. Der G-BA wird etwa Anfang Mai 2013 auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen einen Beschluss zum Zusatznutzen von Crizotinib fassen. Sollten sich dabei neue Studienergebnisse ergeben, wird diese Information aktualisiert. Über den Hintergrund der Nutzenbewertung und den Stand des Verfahrens können Sie sich auf der Website des G-BA informieren: www.g-ba.de

http://www.gesundheitsinformation.de/fortgeschrittener-lungenkrebs-welche-vor-oder-nachteile-hat.1059.de.html

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Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC)
« Antwort #3 am: 11. August 2013, 23:27 »



Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC)

Nintedanib: Neue Substanz in der fortgeschrittenen klinischen Entwicklung

Die Angiogenese ist essenzieller Bestandteil normaler Wachstums- und Entwicklungsprozesse im Körper, z.B. der Embryogenese, der Wundheilung und der Wiederherstellung des Blutflusses in verletztem Gewebe. Allerdings trägt die Angiogenese auch entscheidend dazu bei, dass Tumoren wachsen und in andere Organe metastasieren. Nintedanib ist ein in der fortgeschrittenen Entwicklung befindlicher Angiokinase-Hemmer, der simultan 3 Rezeptorfamilien blockiert, die bei der Angiogenese eine zentrale Rolle spielen und der derzeit bei verschiedenen soliden Tumoren, wie dem NSCLC, klinisch geprüft wird.

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Lungenkrebs: Jetzt Nintedanib zugelassen
« Antwort #4 am: 09. April 2015, 23:41 »



Nintedanib (Handelsname Vargatef) ist seit November 2014 in Deutschland zur Behandlung einer bestimmten Form von fortgeschrittenem Lungenkrebs zugelassen. Es kommt für erwachsene Patientinnen und Patienten mit einem Adenokarzinom der Lunge infrage, die bereits eine Chemotherapie erhalten haben. Das Medikament wird mit Docetaxel kombiniert.

Lungenkrebs entsteht durch die bösartige Neubildung von Zellen der Atemwege (Bronchien) und ihrer Aufzweigungen, den Bronchiolen. Deshalb spricht man auch von einem Bronchialkarzinom. Man unterscheidet hauptsächlich zwei Tumorarten:

    das kleinzellige Karzinom (englisch: small cell lung carcinoma, SCLC) und
    das nicht-kleinzellige Karzinom (englisch: non small cell lung carcinoma, NSCLC).

Ein nicht-kleinzelliges Karzinom wird, wenn möglich, operativ entfernt. Manchmal ist es jedoch schon zu groß oder es hat bereits über das Blut- oder Lymphsystem Absiedlungen (Metastasen) in anderen Körperregionen gebildet. In diesem Fall spricht man von fortgeschrittenem Lungenkrebs.

Befindet sich der Tumor im Drüsengewebe der Bronchien, spricht man von einem Adenokarzinom der Lunge. Dieses wird gewöhnlich mit einer Chemotherapie behandelt. Wenn der Lungenkrebs trotz Chemotherapie fortschreitet, steht mit Nintedanib ein neuer Wirkstoff zur Verfügung.

Nintedanib hemmt ........ http://www.gesundheitsinformation.de/nintedanib-vargatef-bei-fortgeschrittenem.2747.de.html