Autor Thema: Brand, Brandverletzungen  (Gelesen 3484 mal)

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Jutta

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Brand, Brandverletzungen
« am: 26. Dezember 2008, 11:38 »

Brandverletzungen richtig behandeln

Sofort Kühlen!
Brandwunden sollten sofort gekühlt werden, um zu verhindern, dass auch
noch tiefere Hautschichten verletzt werden. Ein Tipp: „Je schneller man
gefrorene Butter aus dem Tiefkühlschrank holt und auf die Verbrennung
drauf hält, um so weniger kann die Verbrennung in die Tiefe wirken und
der Schmerz lässt relativ früh nach.“

Keine Hausmittelchen
Auf gar keinen Fall sollten ‚alte Hausmittelchen’, wie Quark, Mehl oder
Zahnpasta auf die Wunde gebracht werden.

Brandblase
Bildet sich eine Brandblase auf der Wunde, sollte diese – steril –
geöffnet werden, damit das Sekret abfließen kann. Anschließend mit
Brandsalbe eincremen und mit einem Pflaster oder einem Verband steril
verbinden, damit die Wunde sich nicht infiziert. Im Zweifelsfall lieber
zum Arzt gehen.

Achtung über dem Gelenk
Vorsicht bei Brandwunden, die auch ein Gelenk betreffen. Hier muss man
darauf achten, dass es durch die Bewegungseinschränkung nicht zur
Einsteifung des Gelenks kommt. Wenn über einem Gelenk eine tiefere
Verletzung ist, dann sollte man auf jeden Fall zu einem Spezialisten gehen.

Kein Schmerz?
Vorsichtig sollte man auch sein, wenn eine Brandverletzung nicht sehr
weh tut. Denn das kann paradoxerweise bedeuten, dass es eine besonders
schwere Verletzung ist. Schmerzende Verbrennungen sind meist
oberflächig. Wenn tiefere Hautschichten verbrannt sind, tut es meistens
nicht sehr weh. Dann sollte man sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus.

Wie groß ist die Verletzung?
Sind nur ein oder 1-2% der Körperoberfläche betroffen, ist die Wunde
also etwa ein bis zwei Handflächen groß, dann kann man zunächst zum
Unfallarzt oder auch zum Hausarzt gehen. Bei größeren Brandverletzungen
sollte man in ein Krankenhaus, am Besten mit einer Spezialabteilung, gehen.

Achtung Auge!
Gefährlich sind auch Verbrennungen rund ums Auge, denn es kann sein,
dass die Hornhaut betroffen ist. In den meisten Fällen schützt jedoch
der Reflex das Auge, so dass man bei Gefahr automatisch die Augen
schließt. Besteht jedoch der Verdacht, dass ein Auge verletzt wurde,
sollte man sofort einen Augenarzt aufsuchen.

Feuerwerk
Bei Verletzungen durch Feuerwerkskörper wird nicht nur die Haut
verbrannt, sondern meistens durch die Detonation auch Strukturen
zerrissen. Diese Wunden müssen auf jeden Fall im Krankenhaus behandelt
werden.

Brand sofort ersticken!
Umstehende sollten bei Bränden sofort reagieren. Wasser ist absolut
ungeeignet, um brennendes Fett oder größere Mengen brennendes Wachs zu
löschen. Denn jeder Tropfen des Löschwassers verdampft sofort und dehnt
sich dabei extrem aus. Diese Explosion reißt Wachs oder Fettpartikel mit
nach oben. Der Sauerstoff sorgt dann dafür, dass diese Wolke aus
feinsten Fett- und Wachspartikeln sich sofort entzündet. Die Folge: Es
gibt eine gewaltige Stichflamme.
Daher sollten Brände nach Möglichkeit erstickt werden. Den brennenden
Adventskranz oder die brennenden Pfanne also mit einer Decke oder einem
Kissen, das man fest auf den Brand drückt, ersticken. Zur Not hilft auch
eine Jacke oder ein Pullover.
Brennende Personen sollte man auf dem
Boden wälzen, bis die Flammen erstickt sind.

Bitte merken:
- Mit Kindern sollte man sofort zum Arzt gehen, wenn sie sich verbrannt
haben,
- ebenfalls bei Verletzungen und Verbrennungen durch Feuerwerkskörper und,
- wenn die Augen oder Gelenke betroffen sind.
- Bei großflächigen Verbrennungen oder Verbrühungen ist es wichtig,
sofort den Notarzt zu rufen.
- In jedem Falle gilt: Finger weg von ‚Hausmittelchen’ wie Quark, Mehl
oder ähnlichem – nur mit Eis oder mit Wasser kühlen.