Autor Thema: Österreich, Forschungseinrichtungen zu Krebs  (Gelesen 8303 mal)

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Dietmar E.

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Österreich, Forschungseinrichtungen zu Krebs
« am: 11. Januar 2009, 14:17 »

http://www.i-med.ac.at/mypoint/

ONCOTYROL: Top-Position für Lukas Huber

8.1.2009

Der neue wissenschaftliche Leiter der Forschungseinrichtung ONCOTYROL heißt Univ.-Prof. Lukas Huber, Direktor des Biozentrums der Medizinischen Universität Innsbruck. Der einstimmige Beschluss erfolgte Ende des Vorjahres durch die Gesellschafterversammlung des Innsbrucker Krebsforschungszentrums. Huber will das ONCOTYROL Center for Personalized Cancer Medicine auf der internationalen Biotechnologie-Landkarte sichtbar machen.

ONCOTYROL baut im Wesentlichen auf den wissenschaftlichen Strukturen der Medizinischen Universität Innsbruck auf. Da 54% der Projekte in ONCOTYROL in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universität durchgeführt werden, stellt diese auch den wissenschaftlichen Leiter von ONCOTYROL. In seiner neuen Position folgt Lukas Huber Univ.-Prof. Günther Gastl, Direktor der Univ.-Klinik für Innere Medizin V, nach, der als Wissenschaftssprecher während der Antrags- und Anlaufphase entscheidend zum erfolgreichen Start des Zentrums beigetragen hatte. Gastl wird sich nun wieder vermehrt seiner ärztlichen und wissenschaftlichen Tätigkeit widmen, bleibt aber als Leiter eines Forschungsbereichs und eigener wissenschaftlicher Projekte weiterhin in ONCOTYROL aktiv.

„ONCOTYROL ist ein Brutkasten für angewandte Krebsforschung. Grundlagenforscher und Ärzte bringen auf der einen Seite Ideen und Projekte ein - und auf der anderen Seite sollen Patente und Anwendungen herauskommen“, beschreibt Huber das Zentrum, das er auf der internationalen Biotechnologie-Landkarte sichtbar machen will. „Ich habe mich jetzt einige Jahre in der Strukturierung und im Ausbau der onkologischen Grundlagenforschung in Tirol engagiert. Daher reizt es mich ungemein, jetzt den nächsten Schritt in Richtung Anwendung und Medikamenten-Entwicklung zu machen“, beschreibt Huber seine persönliche Motivation. Der Professor für Zellbiologie und Histologie leitet innerhalb des Biozentrums die Abteilung für Zellbiologie. Er ist Koordinator des Sonderforschungsbereichs „Zellproliferation und Zelltod in Tumoren“, Sprecher der Österreichischen Proteomik Plattform (APP) und Koordinator des EU-Forschungsprogramms GROWTHSTOP.

Huber wurde 1961 in Wien geboren, studierte in Innsbruck Medizin und promovierte 1989 mit einer Dissertation über die Immunologie des Alterns. Nach kurzer Assistenzzeit bei Prof. Georg Wick zog es ihn zu Forschungsaufenthalten ins Ausland, ans EMBL nach Heidelberg und die Universität Genf. Von 1996 an leitete er eine Arbeitsgruppe am renommierten Institut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien. 2002 kehrte er, dem Ruf der Medizinischen Universität folgend, nach Innsbruck zurück. In seiner wissenschaftlichen Tätigkeit konzentriert er sich auf die räumliche und zeitliche Koordination von Zellsignalen, die zur Krebsentstehung führen können und wendet dabei insbesondere die Methoden der Proteomik an, die die Gesamtheit aller an einem biologischen Vorgang oder innerhalb eines Zellabschnitts aktiven Eiweißstoffe erfasst.

Entwicklung wirksamer Therapie und Prävention

ONCOTYROL ist ein internationaler Verbund von rund 60 Wirtschafts- und Wissenschaftspartnern. Ihr gemeinsames Ziel ist die beschleunigte Entwicklung individualisierter Krebstherapien, sowie von Tests zur Diagnose, Prognose und Prävention von Tumorerkrankungen. Im Bereich der Wissenschaft stehen die drei Tiroler Universitäten – die Medizinische Universität, die Leopold Franzens Universität und die Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik (UMIT) in Hall im Zentrum. ONCOTYROL wurde im Rahmend es Strukturprogramms COMET der österreichischen Bundesregierung gegründet und wird mit Bundes- und Landesmitteln, insbesondere über die Tiroler Zukunftsstiftung, zu rund 50% gefördert. Das Zentrum wird von der Projektmanagementfirma CEMIT Center of Excellence in Management and IT administrativ begleitet. Der Geschäftsführer der ONCOTYROL GmbH, Philipp Unterholzner, bestätigt: „Mit Lukas Huber haben wir im Rahmen der CEMIT insbesondere im GEN-AU Programm des Bundesministeriums für Wissenschaft viele Jahre erfolgreich zusammengearbeitet. Persönlich habe ich Lukas Huber bereits 2001 in Wien kennen gelernt. Ich kann aus den bisherigen Erfahrungen bestätigten, dass er die ideale Besetzung für die Position ist“.

(ch/dh)

Links:
•   ONCOTYROL
•   Sonderforschungsbereich für Krebsforschung
•   EU-Programm zur Entwicklung neuer Krebsmedikamente
•   Biozentrum Innsbruck - allgemein
•   Biozentrum Innsbruck - Zellbiologie

"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Geri

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Leitlinien und Wissensdatenbank zum Thema Krebs
« Antwort #1 am: 13. Februar 2014, 21:43 »



Leitlinien und Wissensdatenbank zum Thema Krebs.

Führende Krebsexperten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum haben Leitlinien für die Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen ausgearbeitet. Das Ergebnis ist eine umfangreiche Wissensdatenbank, die weltweit auf Interesse stößt.

„Zum Thema Krebs sind im Vorjahr an die 133.000 Publikationen erschienen, etwa 17.000 alleine zum Mammakarzinom“, berichtet Prof. Dr. Hellmut Samonigg, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (OeGHO). „Es ist für den einzelnen unmöglich, das alles zu lesen. Um auf dem neuesten Stand zu bleiben, müssen die Informationen gebündelt an die Ärzte herangetragen und laufend aktualisiert werden.“

Genau das war die Motivation für die Wissensdatenbank „Onkopedia“. In einem gemeinschaftlichen Projekt haben die Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie rund 350 Experten an einem – virtuellen – Tisch versammelt, um ihr Spezialwissen aus ihren Fachgebieten in Onkopedia einzubringen. Das Ergebnis ist unter der Adresse www.onkopedia.at zu sehen: aktuelle Leitlinien für die Krebsbehandlung.

„Hier kann sich der Arzt schnell orientieren, was heute State of the Art ist: beim Lungenkarzinom, beim Mammakarzinom, beim Melanom, bei der akuten Leukämie und bei vielen anderen, auch seltenen Tumorarten“, erklärt Samonigg. Ausführliche, aber übersichtliche, schnell auffindbare Informationen finden sich hier nicht nur zur Therapie, inklusive supportiver Therapie, sondern auch zur Epidemiologie, Diagnostik, Rehabilitation und Nachsorge.

Inzwischen sind mehr als 67 Leitlinien auf Onkopedia verfügbar, weitere 16 sind laut Samonigg in Ausarbeitung, darunter seltene Hirntumore und neuroendokrine Tumore. Selbstverständlich werden die Empfehlungen laufend auf den neuesten Stand gebracht.

Zusätzlich bietet das Portal auch Zugang zu Studienergebnissen, Protokollen der medikamentösen Therapie und zu einem Überblick über den Zulassungsstatus von Medikamenten. „Damit ist Onkopedia ein maßgebliches Element der Qualitätssicherung. Alle Ärztinnen und Ärzte sind eingeladen, sich an diesen Leitlinien zu orientieren. Denn sie umfassen die jeweils neuesten Erkenntnisse“, so Samonigg.
Bedarf besteht

„Mehr als 70.000 Nutzer greifen pro Monat auf Onkopedia zu, eine Million Seiten wurden geöffnet“, berichtet Samonigg. Die Klicks und Zugriffe kommen nicht nur aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, sondern aus der ganzen Welt, sodass nun auch an einer englischsprachigen Version gearbeitet wird, die bis zum Sommer fertig sein soll.

„Dass die Empfehlungen auf breite Akzeptanz stoßen, zeigt unter anderem die Tatsache, dass immer mehr deutsche Krankenkassen sie als Standard für die Bewertung von Therapien und Erstattung von Medikamenten heranziehen“, so Samonigg. „Und in der Qualitätssicherung wird immer öfter darauf verwiesen.“
Version für Patienten in Arbeit

Onkopedia ist zwar frei zugänglich, die Zielgruppe sind aber Ärztinnen und Ärzte. Eine laiengerechte Aufarbeitung der Informationen ist laut Samonigg in Arbeit und soll Patienten und Angehörigen im Frühsommer zur Verfügung stehen.

Die Patientenversion erklärt die Krankheit und bündelt Informationen über Vorbeugung und Früherkennung, Krankheitszeichen, Untersuchungen, Behandlung, Medikamente, Rehabilitation und Nachsorge. Außerdem werden Links zu Selbsthilfegruppen und Experten angeführt sein. In der Zwischenzeit können sich Betroffene auf www.krebspatienten.info, einer Initiative der OeGHO, informieren. Quelle: Pressegespräch „Onkopedia – aktuelle Leitlinien für die Krebsbehandlung“, Wien, 24. Jänner 2014

C. Lindengrün, Ärzte Woche 7/2014
© 2014 Springer-Verlag GmbH, Impressum

http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/i-o/innere-medizin/onkologie/?full=39070