Autor Thema: HPV-Papillomviren: Krebsgen treibt Zellwachstum an  (Gelesen 4587 mal)

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Sissi

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HPV-Papillomviren: Krebsgen treibt Zellwachstum an
« am: 11. Januar 2009, 19:13 »

Papillomviren: Krebsgen treibt Zellwachstum an

Krebserregende Papillomviren beschleunigen das Zellwachstum über einen bisher noch unbekannten Mechanismus. 18.12.2008

HP-Viren können Krebs auslösen.


Seit den 1980er Jahren ist bekannt, dass bestimmte Typen der humanen Papillomviren (HPV) Gebärmutterhalskrebs verursachen. Bereits kurze Zeit später konnten Wissenschaftler aufklären, wie diese Erreger die Zellen entarten lassen und die Krebsentstehung fördern. Hauptschuldig, so weiß man inzwischen, sind E6 und E7, die beiden Krebsgene der Viren, die in infizierten Schleimhautzellen zwei wichtige Krebsbremsen ausschalten. Das Krebsgen E6 verhindert, dass Zellen den programmierten Zelltod Apoptose sterben.
E7 dagegen blockiert einen Schutzmechanismus der Zelle, der normalerweise die Verdoppelung des Erbguts hemmt und so das Zellwachstum verlangsamt.

Wissenschaftler aus dem deutschen Krebsforschungszentrum und aus der Universität Jena unter der Leitung von Professor Felix Hoppe-Seyler entdeckten nun einen weiteren Mechanismus, über den E7 das unkontrollierte Zellwachstum antreibt. E7 aktiviert den Schalter, der in der Zelle die Produktion des Regulationsenzyms EZH2 kontrolliert, so dass große Mengen dieses Proteins produziert werden. EZH2 ist ein Schlüsselmolekül vieler zentraler Regulationswege der Zelle.

Wird die EZH2-Produktion durch einen genetischen Trick blockiert, so verlangsamt sich das Wachstum HPV-infizierter Krebszellen in der Kulturschale. Die Forscher untersuchten auch den EZH2-Gehalt in Gewebeproben von Gebärmutterhalstumoren und in Krebsvorstufen. Immer dann, wenn E6 und E7, die beiden Krebsgene der Viren, aktiv sind, finden sich besonders hohe Mengen von EZH2 im entarteten Gewebe.

Auch in anderen Tumoren, etwa in Brust-, Prostata- und Nierenkrebs wurde bereits gezeigt, dass EZH2 das Wachstum der Tumorzellen beschleunigt. Hoppe-Seyler sieht in der Beteiligung von EZH2 am Krebsgeschehen eine mögliche Achillesferse des Tumors: "Kürzlich erst wurden Substanzen entwickelt, die die Aktivität von EZH2 blockieren. Daher besteht die Möglichkeit, daraus Medikamente zu entwickeln, die auch gegen Gebärmutterhalskrebs wirksam sein könnten."

Deutsches Krebsforschungszentrum

Tanja

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03.07.2013
   
   
HPV-Antikörpertest als Frühwarnsystem für Krebs im Mund-Rachen-Raum


Der Nachweis von Antikörpern gegen Humane Papillomviren des Hochrisiko-Typs HPV 16 könnte in Zukunft dazu beitragen, die Gefahr einer Tumorerkrankung im Mund-Rachen-Raum lange vor Ausbruch des Krebses aufzudecken. Dies ist das Ergebnis einer internationalen Studie von Forschern des Deutschen Krebsforschungszentrums, der International Agency for Research on Cancer (IARC) und des amerikanischen National Cancer Institute, die jetzt in der Fachzeitschrift "Journal of Clinical Oncology" veröffentlicht wurde.


Humane Papillomviren stehen nachweislich mit Gebärmutterhalstumoren und anderen Krebsarten des Ano-Genitalbereichs in Verbindung. In den letzten Jahren wird jedoch auch in zunehmendem Maße die Diagnose „Krebs des Mund-Rachen-Raums“ im Zusammenhang mit HPV-Infektionen gestellt - vor allem bei Männern treten diese teilweise virus-bedingten Tumoren gehäuft auf. Unter den Humanen Papillomviren ist der HPV-Typ 16 als besonders gefährlich einzustufen. Sind Antikörper gegen das Protein E6 dieses Virustyps im Blut nachweisbar, besteht ein sehr hohes Risiko, infolge der Virusinfektion Tumoren des Mund-Rachen-Raums zu entwickeln.

Die Früherkennung von Krebs besitzt einen sehr hohen Stellenwert, denn je früher ein Tumor entdeckt wird, desto eher lässt er sich vollständig entfernen und damit der Patient heilen. Michael Pawlita, HPV-Forscher am Deutschen Krebsforschungszentrum, und seine Gruppe verfügen über große Expertise beim Nachweis von Antikörpern gegen Humane Papillomviren. „Unser Labor hat einen speziellen Test entwickelt und ist eine von weltweit ganz wenigen Einrichtungen, die dieses Nachweisverfahren durchführen können“, sagt Pawlita. Mit seinem Test konnten die Studienpartner prüfen, ob sich die Antikörper gegen HPV 16 als Biomarker zur Früherkennung von HPV-verursachtem Krebs des Mund-Rachen-Raums eignen. Paul Brennan, Leiter der Sektion und Gruppe für Genetische Epidemiologie der IARC und Senior-Autor der Studie, zeigt sich begeistert: "Unsere Ergebnisse sind in dieser Hinsicht sehr vielversprechend. Lange wussten wir nicht, ob Antikörper gegen HPV 16 zu einem Zeitpunkt im Blut vorkommen, zu dem noch gar keine klinischen Anzeichen der Krebserkrankung erkennbar sind. Nun haben wir nachgewiesen, dass bereits 12 Jahre vor Ausbruch von Tumoren im Mund-Rachen-Raum Antikörper im Serum auftreten." Bisher gab es für diese seltene Krebsart keine derartig präzise Möglichkeit der Früherkennung.

Eine weitere wichtige Erkenntnis der Studie betrifft die Überlebenszeit nach der Diagnose. Patienten mit Mund-Rachen-Tumoren, die Antikörper gegen das HPV 16-spezifische Protein E6 im Blut aufwiesen, haben offenbar eine bessere Prognose als Patienten, bei denen dies nicht der Fall war. Die Wahrscheinlichkeit, fünf Jahre nach der Krebsdiagnose noch am Leben zu sein, war bei den positiv getesteten Patienten dreimal so hoch.

Für den Antikörper-Nachweis untersuchten http://www.journalmed.de/newsview.php?id=41015