Autor Thema: Komplementärmedizin International  (Gelesen 2404 mal)

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Dietmar E.

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Komplementärmedizin International
« am: 13. Januar 2009, 11:39 »
Südtirol/Italien

Gesundheit / Soziales | 12.01.2009 | 16:01

LR Theiner: "Komplementärmedizin wichtiges Anliegen der Bürger"

(LPA) "Wir packen mit diesem Versuch ein wichtiges Anliegen der Bürger an: Die begleitenden und ergänzenden Angebote zur klassischen Medizin werden von vielen gewünscht." Mit diesen Worten kommentiert Gesundheitslandesrat Richard Theiner die heutige (12. Jänner) Entscheidung der Landesregierung, das Pilotprojekt zur Komplementärmedizin auf den Weg zu bringen.

Wie berichtet (vgl. eigene LPA-Mitteilung) hat die Südtiroler Landesregierung heute den vom Sanitätsbetrieb vorgelegten Plan zur Umsetzung eines Pilotprojektes zur Einführung eines Dienstes für Komplementärmedizin am Meraner Krankenhaus gutgeheißen. Das Projekt ist vorerst auf zwei Jahre angelegt. Demnach werden im Meraner Krankenhaus ab April ambulante Dienste für Akupunktur, Homöopathie, Osteopathie und weitere Leistungen angeboten, und zwar vorrangig für an Krebs erkrankte Patienten. "Die Fachleute erwarten starken Andrang", erklärt der Landesrat.

"In der zweijährigen Pilotzeit wird das Projekt von anerkannten Experten begleitet und ausgewertet", so Theiner, der außerdem unterstreicht: "Bei Erfolg wird der Dienst für Komplementärmedizin landesweit auf die drei anderen Gesundheitsbezirke Bozen, Brixen und Bruneck ausgedehnt."

Der Beschluss der Landesregierung wurde auf der Grundlage eines Vorschlags des Sanitätsbetriebs getroffen. Demnach trägt der Betrieb in diesem Jahr einmalige Investitionskosten in Höhe von 600.000 Euro. Dazu kommen jährliche laufende Kosten in Höhe von rund 370.000 Euro zu Lasten der öffentlichen Hand. Jene, deren Einkommen unter dem Lebensminimum liegt, bezahlen nichts, für andere Einkommensstufen liegen die Behandlungstarife zwischen 30 und 80 Euro. "Die Kosten für diesen Dienst können wir nicht ganz auf die Allgemeinheit abwälzen, denn Komplementärmedizin ist nicht Teil der vom Staatsgesetz vorgeschriebenen kostenlosen Betreuung", so Theiner. Im Verhältnis zu gängigen Honoraren auf dem freien Markt sei das öffentliche Angebot allerdings wesentlich günstiger, betont der Landesrat.

(chr)

Aus der Sitzung der Landesregierung vom 12. Jänner 2009

(LPA) Zur ersten "normalen" Sitzung - samt an deren Mitglieder zugeteilte Kompetenzen - hat sich die Landesregierung heute getroffen. Behandelt wurden dabei Themen wie die Komplementärmedizin, die Kinder- und Jugendanwaltschaft, die gemeinsame Sitzung der Landesregierungen von Südtirol, dem Bundesland Tirol und dem Trentino oder das erdbebensichere Bauen.

Pilotprojekt Komplementärmedizin genehmigt


Den Weg frei gemacht hat die Landesregierung heute für den Start des Dienstes für Komplementärmedizin in Südtirols Gesundheitswesen. "Wir sind uns bewusst, dass dieses Projekt in der Ärzteschaft umstritten ist, ich glaube aber, dass wir den Bürgern diese Möglichkeit zusätzlich zu jener der Schulmedizin anbieten sollten", so Landeshauptmann Luis Durnwalder heute.

Im neuen Dienst Platz finden sollen Methoden der Akupunktur-TCM, Homöopathie, manuellen Therapie, Osteopathie, Phytotherapie sowie der Komplementärpflege. Bei der Umsetzung sei die Landesregierung allerdings sehr "vorsichtig" vorgegangen, betonte der Landeshauptmann. So würden nur Patienten komplementärmedizinisch betreut, die über eine Einweisung eines Krankenhausarztes verfügten. "Erst in einem zweiten Schritt wollen wir dieses System auch auf Allgemeinmediziner ausweiten", so Durnwalder. Für die Verschreibung von Medikamenten sei außerdem ein gültiger Rezeptblock zu verwenden.

Auch werde man den Dienst nur all jenen kostenlos anbieten, die in die unterste Einkommensstufe fielen, während sich die restlichen Patienten an den Kosten beteiligen müssten. "Wir gehen davon aus, dass wir so rund 70 Prozent der Kosten des Dienstes decken können", betonte der Landeshauptmann heute im Anschluss an die Sitzung der Landesregierung.

Angesiedelt wird das Pilotprojekt vorerst in Meran. "Dies auch, weil wir dort über den nötigen Platz verfügen", so Durnwalder. In weiteren Schritten sollten allerdings Ärzte und Pfleger ausgebildet werden, sodass der komplementärmedizinische Dienst in allen Sanitätsbezirken in Südtirol angeboten werden könne. Den Personalbedarf definierte Durnwalder heute mit vier Ärzten, einem Projektleiter, vier Pflegern, einem Physiotherapeuten, einem Psychologen, zwei Sekretariatskräften und einer Reinigungskraft in Halbtagesstelle.

"Ich bin der Meinung, dass die Umsetzung dieses Pilotprojekts einer weiteren Aufwertung unseres Gesundheitssystems gleichkommt", so der Landeshauptmann.
« Letzte Änderung: 13. Januar 2009, 11:41 von Dietmar E. »
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)