Autor Thema: Über das Tabu der Prostatakrebs-Früherkennung  (Gelesen 17629 mal)

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Reinardo

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Über das Tabu der Prostatakrebs-Früherkennung
« am: 02. Februar 2009, 17:43 »


Hallo:-

Dass mit der Krebstherapie einiges nicht stimmt, wissen wir seit Josef Issels. Dass auch bei Prostatakrebs einiges im Argen liegt, wissen wir seit Julius Hackethal. Eine der grossen Irrefuehrungen, bei denen leider auch Selbsthilfegruppen mitwirken, rankt um Sinn und Segen der Prostatakrebs-Frueherkennung. "Radeln fuer die Frueherkennung", "Etwas tun fuer die Maennergesundheit", so und aehnlich lauten die Slogans, mit denen Maenner ab 40 zu den Vorsorgeuntersuchungen animiert werden, oft verbunden mit der Aufforderung zum Spenden.

Experten behaupten, dass Prostatakrebs, frueh genug erkannt, zu mehr als 90% "heilbar" sei. Das ist ein Tabu, woran keiner zu zweifeln wagt.

Es muss aber doch einmal gestattet sein zu fragen, was es mit der in Aussicht gestellten Heilung eigentlich auf sich hat. Was ist das fuer eine "Heilung", durch welche man uns Gesundung und ein langes Leben verspricht?
Die ungeschoente Wahrheit ist: Es ist die Entmannung.
Die Urologen versprechen uns vom Prostatakrebs zu heilen, indem sie uns zeugungsunfaehig und impotent machen.

Die Operation heisst: Prostatektomie, ist eine chirurgisch schwierige, mit hohen Risiken und Nebenwirkungen behaftet und hat keineswegs ein sicheres Ergebnis. Auf 30 - 50% der Prostatektomien folgen Rezidive, die wiederum Folgetherapien mit weiteren Beeintraechtigungen der Lebensqualitaet nach sich ziehen. Einmal am Tropf der Urologie = immer am Tropf der Urologie. Auch wenn alles gut geht, kann man nicht ruhig sein, denn die Operation beseitigt nur das Synptom, die Krebsgeschwulst, nicht jedoch dessen Ursachen und die promovierenden Faktoren.

Darauf muessen die an Prostatakrebs frueh Erkannten sich einstellen. Das ist die als "Goldstandard" benannte "Heilung", die nach Tastbefund und erhoehtem PSA-Wert den Betroffenen im Beratungsgespraech empfohlen wird. Wer fuer die Prostatakrebs- Frueherkennung wirbt, sollte auch so ehrlich sein, die "Heilung" zu beschreiben.

Der Operation voraus geht die Stanzbiopsie, ein traumatischer Eingriff in ein hoch sensibles Organ, vom ungereinigten Darm ausgehend mit 6, 10 und mehr Stanzen zwecks Bestimmung der Malignitaet. Mit einer statistischen Komplikationrate von mehr als 30% sind Blutungen die Regel, Entzuendungen oft, Infektionen bis hin zu lebensgefaehrdender Sepsis moeglich.

Die schwerste Nebenwirkung der Prostatektomie ist der Tod. Professor Maar zitiert in seinem im ADAC-Magazin beworbenen Buch eine Statistik, nach welcher 2%, d.h. jeder Fuenfzigste waehrend oder nach der Prostatektomie stirbt, an Operationsfehlern, Infektionen, Kreislaufversagen, Embolie u..
Nur selten und nur unvollkommen gelingt versierten Aerzten der teilweise Erhalt der Erektionsfaehigkeit.
Nach der Operation findet der Prostatektomierte seinen Penis verkuerzt.
Mindestens zeitweilig, manchmal fuer immer kann er sein Wasser nicht halten, muss Windeln tragen.
Vernarbungen und Verwachsungen des Harnleiters, die zum Verschluss fuehren, sind weitere in den Foren geschilderte Folgen.
Erst in der anschliessenden Rehabilitation wird den Maennern richtig bewusst, was man da mit ihnen gemacht hat.

Ist es in juengeren Jahren die falsche Partnerwahl oder der falsche Beruf, was der Mann falsch machen kann, dann ist es im reiferen Alter die Diagnose Prostatakrebs.

Es gibt Alternativen zur Prostatektomie. Man muss sich nur informieren.

Aufklaerung waere so wichtig!

Es wird selbst in Kreisen der Urologie jetzt anerkannt, dass mehr als die Haelfte aller Prostatakrebse gar nicht oder unter Umstenden erst spaeter einer Behandlung beduerfen. Eine Folge dieser (spaeten) Erkenntnis ist die vor Monaten aufgelegte HAROW- Studie, die in ihren diagnostischen Kriterien und Kontrollen leider so ausgelegt ist, dass kaum einer der Neudiagnostizierten hiervon profitieren wird.

Jedoch hat eine der groessten deutschen Krankenkassen, die Gmuender Ersatzkasse, sich das Ziel gesetzt, neue wissenschaftliche Erkenntnisse ueber die Diagnostik des Prostatakrebses in eine fuer Neubetroffene verstaendliche Sprache zu uebersetzen und bei Aerzten und Patienten zu verbreiten.
Die Schrift mit dem Titel "Prostatakrebs Diagnose und Prognose" kann als PDF-Datei abgerufen werden unter www.gek.de, Bereich "Service - Broschueren - Therapie Broschueren".

Prostatakrebs-Frueherkennung? Ja, aber bitte auch auf Folgen und moegliche Alternativen hinweisen.

Gruss, Reinardo
 

Gitti

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Prostatakarzinom: Erbliche Risiken
« Antwort #1 am: 26. April 2010, 23:41 »
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/40967/Prostatakarzinom_Erbliche_Risiken_errechnet.htm

Prostatakarzinom: Erbliche Risiken errechnet

Heidelberg – Engen Verwandte von Männern, die an einem Prostatakarzinom leiden, haben ein erhöhtes Risiko, selbst an dem Krebs zu erkranken. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Kari Hemminki vom Deutschen Krebsforschungszentrum in einer online vorab veröffentlichten Studie des Journals European Urology (doi: 10.1016/j.eururo.2010.02.002). Das Team erhob die Daten aus der schwedischen Krebsdatenbank.

Von 26.651 Prostatakrebspatienten hatten mehr als 20 Prozent einen Verwandten mit derselben Erkrankung. Dabei hat, verglichen mit anderen erblichen Krebsformen, das Karzinom der Vorsteherdrüse bei über 65-Jährigen mit nur einem betroffenem Verwandten ein relativ geringes Risiko (1,8-fach).

zum Thema

    * Abstract und Article Outline auf der Website des Journals European Urology
    * Pressemitteilung auf der Website des deutschen Krebsforschungszentrums
    * Informationen zur schwedischen Krebsdatenbank; Abstract des Journals Acta Oncologica

Jedoch war dieses Risiko bei Männern unter 65 Jahren und mit bis zu drei betroffenen Verwandten sehr viel höher (23-fach). Die Autoren verglichen diese Patienten mit einer Kontrollgruppe, die keinen Erkrankungsfall in der Familie hatte.

....................        http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/40967/Prostatakarzinom_Erbliche_Risiken_errechnet.htm    

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GB.:Soziale Diskriminierung bei der Therapie des Prostatakarzinoms
« Antwort #2 am: 29. April 2010, 00:13 »
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/40957/England_Soziale_Diskriminierung_bei_der_Therapie_des_Prostatakarzinoms.htm

Freitag, 23. April 2010

England: Soziale Diskriminierung bei der Therapie des Prostatakarzinoms

Cambridge – Obwohl der staatliche Gesundheitsdienst (NHS) alle Einwohner gleich behandelt, gibt es in der Therapie des Prostatakarzinoms in England beträchtliche sozioökonomische Unterschiede. Einer Studie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2010; 340: c1928) zufolge werden die Krebserkrankungen bei Männern aus ärmeren Gegenden seltener behandelt.

Die starke Segregation der Bevölkerung in England, wo reichere und ärmere Wohngegenden zumeist klar voneinander getrennt sind, ermöglichte es Georgios Lyratzopoulos von der Universität Cambridge die Therapie des Prostatakarzinoms mit der sozialen Zugehörigkeit in Verbindung zu setzen. Sein Ergebnis: Männern aus dem Fünftel der ärmsten Regionen erhalten zu 26 Prozent seltener eine Radiotherapie als die Bewohner im oberen Fünftel. Bei der radikalen Prostatektomie sind es sogar 52 Prozent weniger.

zum Thema

    * PDF der Studie
    * Editorial
    * Pressemitteilung des BMJ

Dies mag damit zusammenhängen, dass der Tumor in den reicheren Gegenden zu 20 bis 30 Prozent häufiger diagnostiziert wird. Dies geschieht allerdings nicht, weil die Männer dort häufiger (den nur wenig bekannten) Risikofaktoren ausgesetzt sind, es sei denn man zählte die Teilnahme am PSA-Screening zu den Krebsrisiken.

Dieser Test führt zu einer frühzeitigeren Diagnose und er ist deshalb auch (scheinbar) mit einer besseren Überlebensrate verbunden, die in den reicheren Wohngegenden bei 80 Prozent liegt.

........................................http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/40957/England_Soziale_Diskriminierung_bei_der_Therapie_des_Prostatakarzinoms.htm

Edi

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Prostatakrebs - Früherkennung
« Antwort #3 am: 12. Oktober 2010, 20:49 »
http://www.wdr.de/tv/servicezeit/gesundheit/sendungsbeitraege/2010/0920/01_frueherkennung_fallbespiele.jsp

Krebsfrüherkennung – zwei Fallbeispiele

Montag, 20. September 2010, 18.20 - 18.50 Uhr
 
Welche Risiken und Nebenwirkungen können die Vorsorgeuntersuchungen haben?

Wer an Angeboten zur Krebsfrüherkennung teilnimmt, glaubt in der Regel, vernünftig und verantwortlich mit seinem Körper umzugehen. Viele denken, wer nicht „vorsorgt“, ist selbst schuld, falls irgendwann eine Krebserkrankung auftritt. Früherkennung gilt in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem als Möglichkeit, bei einem etwaigen Befund die Heilungschancen zu erhöhen.

Tatsächlich bringen solche Untersuchungen aber auch Risiken und Nebenwirkungen mit sich. Da werden beispielsweise Tumore oder Krebsvorstufen entdeckt, die zeitlebens keine Symptome bereitet hätten. Da werden aus Teilnehmern an einer Untersuchung, die sich bis dahin gesund und munter fühlten, plötzlich Krebspatienten. Oder es kommt zu Fehlalarmen, die eine starke psychische Belastung für die Betroffenen darstellen. Hauptvorwurf der Kritiker: Die Patienten werden vorab nicht ausreichend informiert über Nutzen, Aussagekraft und Risiken der Früherkennungsuntersuchungen.

Warten auf den Bescheid
 
Nervliche Zerreißprobe: die Zeit bis zum Untersuchungsergebnis
Als einer Kölnerin vor zwei Jahren die Aufforderung zum Mammografie-Screening ins Haus flatterte, sagte sie sich: „Kann ja nicht schaden, das mal machen zu lassen“ – und ging hin. Der Einladung war ein Flyer beigefügt, in dem es hieß, dass die Teilnehmerinnen innerhalb einer Woche mit einem Bescheid rechnen können. Als nach anderthalb Wochen immer noch keine Nachricht angekommen war, fragte sie nach. Man teilte ihr mit: „Sie müssen noch einmal wiederkommen. Der Brief mit dem neuen Termin geht noch heute raus.“

Viereinhalb Wochen nach dem ersten Screening fand die zweite Untersuchung statt. Endlose Wochen, in denen die betroffene Kölnerin in Angst und Schrecken lebte: „Es war ein Hamsterrad von Gedanken: Was mache ich, wenn ich jetzt die Diagnose Brustkrebs bekomme? Wie gehe ich damit um? Ich war völlig aufgelöst.“

Zum Glück ergab die zweite Untersuchung dann keinen Befund. Dennoch: Dass die Panik, in der sie mehrere Wochen leben musste, Narben hinterlassen hat, spürte die 53-Jährige erst kürzlich wieder, zwei Jahre nach dem ersten Screeningtermin.

Erneute Aufforderung

Als die erneute, turnusmässige Einladung zum nächsten Mammografie-Screening im Briefkasten lag, habe sie gemerkt, dass sie Stress bekam. Die ganzen Ängste von vor zwei Jahren stiegen in ihr wieder hoch. Dazu gehörten auch unangenehme Erinnerungen an die gesamte Untersuchungssituation, die hektische Atmosphäre, in der eine große Zahl von Frauen darauf wartete, aufgerufen zu werden. „Ich habe es wie Massenabfertigung empfunden“, schildert die Kölnerin die Situation.

Nach einiger Überlegung entschied sie sich schließlich gegen eine erneute Teilnahme an dem Programm und für einen anderen Weg. Alarmiert durch einen Brustkrebsfall in der Familie will sie zwar nicht auf Früherkennung verzichten, den Rahmen dafür aber selbst bestimmen. Demnächst wird sie bei ihrer Frauenärztin eine Ultraschalluntersuchung der Brust machen lassen. „Da kenne ich sofort das Ergebnis, und damit kann ich umgehen. Das ist für mich nicht so eine nervliche und seelische Belastung“, erklärt sie.

Ein PSA-Test und seine Folgen
 
Die Aussagekraft von PSA-Tests gilt als begrenzt

Wie schwierig es sein kann, mit den Ergebnissen einer Früherkennungsuntersuchung umzugehen, hat ein anderer Patient erfahren, der heute 59 Jahre alt ist. Vor zehn Jahren wurde er wegen einer Prostatavergrößerung behandelt. Anschließend ließ er auf Anraten seines Arztes regelmässig einen PSA-Test machen. Das bedeutet: Ist der Eiweißstoff PSA (Prostata-spezifisches Antigen) erhöht, kann dies auf einen Tumor hindeuten. Allerdings ist die Aussagekraft des Tests begrenzt, da der PSA-Wert aus vielerlei Gründen erhöht sein kann. In den meisten Fällen ist es kein Krebs.

Bei diesem Patienten aber wurden bei einer anschließenden Biopsie tatsächlich Krebszellen entdeckt. Von sechs Gewebeproben waren zwei befallen. Die Diagnose stürzte den betroffenen Patienten und seine Familie in eine Art seelischen Ausnahmezustand. Die beste Lösung wäre, sofort radikal zu operieren, lautete damals der Rat des Arztes. Andere Methoden standen nicht zur Debatte.

Informationen einholen

Statt gleich einzuwilligen, beschloss der Patient, sich erst einmal selbst zu informieren. Er wollte wissen, „was das überhaupt für ein Krebs ist, welche Aggressivität der hat, wie lange ich mit dem Krebs leben kann, und welche Möglichkeiten ich überhaupt habe?“

In einer Selbsthilfegruppe lernte er Leidensgenossen kennen, die schon eine Radikaloperation, Bestrahlungen oder andere Behandlungsmethoden hinter sich hatten, und von denen einige seither unter Inkontinenz und/oder Impotenz leiden.

Er erfuhr auch, dass Prostatakrebs in den meisten Fällen ein langsam wachsender Alterskrebs ist und Männer mit Prostatakrebs im Durchschnitt ähnlich alt werden wie Männer ohne Prostatakrebs. Nach allem, was er durch seine eigenen Recherchen herausgefunden hatte, beschloss er, sich nicht operieren zu lassen. Stattdessen entschied er sich für das sogenannte „watchful waiting“, also das „aktive Beobachten“ seiner Gesundheit, das er zumindest solange praktizieren will, bis gegebenenfalls erneut Symptome auftreten.

Gegen eine Empfehlung seines Arztes zu handeln, hat ihn viel Mut gekostet. Heute, vier Jahre später, fühlt er sich bestätigt. Gerade hat ihm ein sogenanntes zytologisches Gutachten bescheinigt, dass seine Krebszellen zur Kategorie der langsam wachsenden gehören und nicht zur aggressiven Spezies.

Autorin: Marion Schmidt

Links:

http://www.wdr.de/tv/servicezeit/gesundheit/sendungsbeitraege/2010/0920/01_frueherkennung_fallbespiele.jsp

Mammographie-Screening-Online
Wissenschaftlich fundierte Informationen der Universität Hamburg zur Mammografie
 
Früherkennung Prostatakrebs
Informationen und Studienergebnisse zum PSA-Test
Stand: 20.09.2010
« Letzte Änderung: 12. Oktober 2010, 20:49 von Edi »

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Prostatakrebs? Ich doch nicht!
« Antwort #4 am: 16. März 2011, 14:40 »

11. März 2011

Prostata: (Tabu)Thema für Männer ab 50
– Geschätzte 50 % der 51- bis 60-Jährigen haben BPH,
– Eingeschränkte Lebensqualität, Angst vor OP,
– Fragebogen in wenigen Minuten zu beantworten

Fast jeder Mann ist irgendwann von BPH (Benigne Prostata-Hyperplasie), einer gutartigen, knotenartigen Vergrößerung der Drüsen in der Prostata, betroffen. Bei 51 bis 60jährigen Männern ist es schätzungsweise jeder Zweite, zwischen 81 und 90 Jahren sind es bereits bis zu 9 von 10.1 Abgesehen davon, dass BPH chronisch ist und die Erkrankung fortschreitet, kann es zu Komplikationen und letztlich zur Operation führen. Gerade davor fürchten sich viele Männer, doch bereits bei mittelgradigen Symptomen leiden sie darunter und fühlen sich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt.

Dr. Hardo Fischer, Director Medical & Regulatory von GlaxoSmithKline Österreich: „Aus Sicht der Medizin gibt es keinen Grund, die Beschwerden zu verharmlosen oder zu verschweigen. Während man vor zehn Jahren noch beobachtend abgewartet hat (bekannt unter „watchful waiting“) bzw. die Prostata gleich entfernt hat, gibt es mittlerweile eine gute Auswahl an effizienten Medikamenten und Verfahren mit nur minimalen chirurgischen Eingriffen. Die Heilungschancen sind gut, allerdings sollte frühzeitig mit der Behandlung begonnen werden.“


Männer können selbst feststellen, ob sie von BPH betroffen sind
Dozent Dr. Stephan Madersbacher erwähnt in seiner Publikation zu Benigne Prostatahyperplasie2 den Fragebogen IPSS, kurz „Internationale Prostata-Symptomen-Score“, der vom Patienten selbst auszufüllen ist. Abgefragt wird, wie oft der Patient in den letzten 4 Wochen:

◦das Gefühl hatte, die Blase nicht vollständig entleeren zu können,
◦innerhalb von 2 Stunden nach dem letzten Wasserlassen urinieren musste,
◦bemerkt hat, dass der Harnstrahl während dem Wasserlassen mehrmals unterbrochen wurde,
◦Schwierigkeiten hatte, das Wasserlassen hinauszuzögern,
◦einen abgeschwächten Harnstrahl bemerkt hat,
◦pressen oder sich anstrengen musste, um Wasser lassen zu können,
◦nachts durchschnittlich zum Wasserlassen aufstehen musste.

Die Skala reicht von „gar nicht (0)“ bis zu „fast immer (5)“, die letzte Frage kann in Einser-Schritten von „gar nicht (0)“ bis „5mal oder mehr (5)“ beantwortet werden. Ein Gesamtwert von 8 – 20 weist auf ein mäßiges Beschwerdebild hin, alles darüber hinaus sind schwere Beschwerden. Letzteres trifft bereits dann zu, wenn die oben genannten 7 Fragen jeweils mit „ungefähr in der Hälfte der Fälle“ - also mit 3 - beurteilt werden.

Häufig vorkommende, fortschreitende und beeinträchtigende Erkrankung
BPH ist eine häufige, chronische Erkrankung bei älteren Männern. Die Häufigkeit in der männlichen Bevölkerung wird auf über 50 % bei Männern zwischen 51 und 60 Jahren geschätzt und steigt bei Männern zwischen 81 und 90 Jahren an auf bis zu 90%. Mittelschwere bis schwere BPH Symptome haben zwischen 14% und 30% der europäischen Männer.3

Viele Männer mit mittelgradiger BPH fühlen sich durch die störenden Symptome in ihrer Lebensqualität beschränkt. Aufgrund von häufigem und plötzlichem Harndrang leiden sie an unterbrochenen Schlafphasen, eingeschränkten Freizeitaktivitäten, Verschlechterung ihrer engsten Beziehungen, Unruhe und Angst vor Operationen.4,5,6

BPH ist eine progressive Erkrankung7 und kann zu schwerwiegenden Komplikationen wie akutem Harnverhalt und BPH-bedingter Operation führen.1,8 BPH stellt eine wesentliche soziale und wirtschaftliche Belastung dar.9,10,11


GlaxoSmithKline engagiert sich als eines der weltweit führenden forschenden Arzneimittel- und Gesundheitsunternehmen für die Verbesserung der Lebensqualität, um Menschen ein aktiveres, längeres und gesünderes Leben zu ermöglichen.

Referenzen:
1 Roehrborn CG et al. The Benign Prostatic Hyperplasia Registry and Patient Survey: study design, methods and patient baseline characteristics BJU Int 2007; 100: 813–9.
2 S. Madersbacher, U.E. Studer. Benigne Prostatahyperplasie, Schweiz Med Forum Nr. 45 vom 6. November 2002 , 1068 -1073
3 Madersbacher S et al. EAU 2004 Guidelines on assessment, therapy and follow-up of men with lower urinary tract symptoms suggestive of benign prostatic obstruction (BPH guidelines). Eur. Urol. (2004); 46: 547-554.
4 Emberton M et al. Benign prostatic hyperplasia as a progressive disease: a guide to the risk factors and options for medical management. Int. J. Clin. Pract. 2008; 62: 18-26.
5 Garraway W et al. Impact of previously unrecognized benign prostatic hyperplasia on the daily activities of middle-aged and elderly men. British Journal of General Practice 1003, 318-321.
6 Mitropoulos D et al. Symptomatic Benign Prostate Hyperplasia: Impact on Partners’ Quality of Life Eur. Urol. 41(2002) 240-245.
7 Crawford ED et al. Baseline Factors as Predictors of Clinical Progression of Benign Prostatic Hyperplasia in Men Treated with Placebo. Journal of Urology 2006; 175, 1422-14.
8 Roehrborn CG. Acute Urinary Retention: Risks and Management. Med Reviews 2005; 7:31–41.
9 Fenter TC, Naslund MJ, Shah MB, et al. The Cost of Treating the 10 Most Prevalent Diseases in Men 50 Years of Age or Older Am J Manag Care 2006.
10 Black L, Naslund MJ, Gilbert TD, et al. An Examination of Treatment Patterns and Costs of Care Among Patients With Benign Prostatic Hyperplasia Am J Manag Care 2006;12:S99-S110.
11 McVary KT. BPH: Epidemiology and Co-morbidities. Am J of Managed Care 2006; 12 (5): 122-128.

Ansprechpartner:
Dipl.-Kffr. Martha Bousek
Corporate Communications & Public Affairs
Tel. 01/970 75-501
martha.bousek@gsk.com

Dr. Dejan Baltic
Medical Advisor
Tel. 01/970 75-526
dejan.d.baltic@gsk.com


Gitti

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Mann stirb! Prostata-Screening bringt eigentlich nichts
« Antwort #5 am: 04. April 2011, 21:51 »


Vorsorge, Früherkennung, Screening liegt doch eng beinander, odser?
Was meinst du?
Volles Programm bei Vorsorge, Früherkennung, Screening Brustkrebs, nichts bei Prostatakrebs, super!



Prostata-Screening bringt eigentlich nichts

Untersuchungen beeinflussen Anzahl der Diagnosen nicht
 

Stetoskop: PSA-Test ist beliebteste Screening-Methode (Foto: aboutpixel.de/Janine Blank)

Stockholm (pte/04.04.2011/11:00) - Das Screening gegen Prostatakrebs rettet keine Leben. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie unter der Leitung des Karolinska Institutet http://ki.se gekommen. Diese Ergebnisse beruhen auf den Daten von 9.026 Männern, die 1987 über 50 oder über 60 Jahre alt waren und in Norrkoping lebten. Fast 1.500 dieser Männer wurden ausgewählt und zwischen 1987 und 1996 alle drei Jahre untersucht.

Für die aktuelle Studie wurden die ersten beiden Tests mittels digitaler Rectumuntersuchung durchgeführt, die weiteren mittels PSA-Test. Das Team um Gabriel Sandblom kommt zu dem Schluss, dass es nach einem Beobachtungszeitraum von 20 Jahren keinen signifikanten Unterschiede bei den Prostatakrebserkrankungen zwischen den untersuchten Männern und der Kontrollgruppe festgestellt werden konnten.

Die beliebteste Screening-Methode ist der PSA-Test. Rund 15 Prozent der Männer mit normalen PSA-Werten erkranken an Prostatakrebs. Zwei Drittel der Männer mit erhöhten Werten leiden jedoch nicht an Prostatakrebs. Eine ältere Studie legte nahe, dass für das Verhindern eines Todesfalls 1.410 Männer untersucht und 48 behandelt werden müssten.

Eine von vier Krebsdiagnosen betrifft die Prostata

Allein in Großbritannien entfällt laut BBC eine von vier Krebsdiagnosen auf Prostatakrebs. Im vergangenen Jahr sprach sich das UK National Screening Committee http://www.screening.nhs.uk gegen ein Routine-Screening aus. Anne Mackie UK National vom Screening Committee betonte, dass derzeit die potenziellen Nachteile größer seien als die Vorteile. In Großbritannien sterben rund 10.000 Patienten jährlich an Prostatakrebs. Ein Screening-Programm gibt es nicht. Männer über 50 Jahren können jedoch einen Test verlangen.

Details der Studie wurden im British Medical Journal http://www.bmj.com/content/342/bmj.d1539 veröffentlicht. (Ende)

hilde

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12/07/11 06:22, Aerzte_Zeitung

Urologen für engere Kooperation mit Hausärzten

Angesichts des demografischen Wandels und steigender Morbidität suchen Urologen zunehmend eine engere Kooperation mit Hausärzten und Onkologen. Besondere Chancen sehen sie in der Versorgung pflegebedürftiger Patienten.

Von Helmut Laschet

NEUMÜNSTER. Die gegenwärtig günstigen politischen Rahmenbedingungen für Fachärzte sollten nach Auffassung des Präsidenten des Verbandes Deutscher Urologen (BDU), Dr. Axel Schroeder genutzt werden, eine strukturierte Versorgung durch Haus- und Fachärzte sowie Kliniken zu schaffen. Dabei sei es notwendig, Schnittstellen für die Kooperation der verschiedenen Disziplinen zu vereinbaren.

Aufgrund der Alterung der Gesellschaft und der damit einhergehenden steigenden Morbidität müssten langfristig 1000 ausscheidende Ärzte durch bis zu 1300 Nachwuchs-Mediziner ersetzt werden. Mit Sicherheit werde die teilweise existierende Überversorgung künftig abgebaut, erwartet Schroeder.

Für seine eigene Berufsgruppe sieht der Urologen-Präsident vielfältige Möglichkeiten der Berufsausübung und der Kombination verschiedener Tätigkeitsfelder, wobei vor allem das Vertragsarztrechts-Änderungsgesetz neue Flexibilität geschaffen habe. Allerdings gibt es noch immer Hemmnisse für eine optimale Versorgungsstruktur. Zwar biete die Option, als Belegarzt zu arbeiten, die Möglichkeit einer ambulanten und stationären Versorgung aus einer Hand.

Das Problem: Nicht alle heute möglichen und notwendigen diagnostischen Verfahren sind ambulant abrechnungsfähig. Das Alternativmodell eines Konsiliararztes, von dem Krankenhäuser nach GOÄ berechnete Leistungen einkaufen, stehe jedoch unter dem Verdacht einer unzulässigen Korruption. Es sei notwendig, mehr Rechtssicherheit zu schaffen.

An der Schnittstelle zur hausärztlichen Versorgung sehen die Urologen eine Aufgabe vor allem in der Versorgung von pflegebedürftigen Heimpatienten und in der ambulanten Pflege. Eine Chance könne es sein, auf der Basis von Paragraf 73b- und 73c-Verträgen integrierte Versorgungsmodelle zu schaffen, um die Behandlung von Patienten mit Harninkontinenz, benigner Prostatahyperplasie und Tumoren mit Hilfe von Behandlungspfaden zu optimieren.

Auf der anderen Seite müssten ............. http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_Gesund_Detail?GRPid=28&GRPName=Gesundheitspolitik&articleItemId=61a2aaa75703b0f2d80b7b341de7c48c

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D.- Prostatakrebs, na und?
« Antwort #7 am: 21. Oktober 2014, 19:50 »




DGU-Kongress
Prostatakarzinom nicht verharmlosen
08.10.2014
Hakenberg
DGU-Generalsekretär Oliver Hakenberg beim 66. DGU-Kongress in Düsseldorf. Foto: Schmitz

Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU), Prof. Oliver Hakenberg, warnte beim 66. Jahreskongress der DGU davor, "diese in 20 Prozent der Fälle tödliche Erkrankung als harmloses Alterskarzinom zu verniedlichen".
Jeder Fünfte der 70.000 Männer, bei denen pro Jahr ein Prostatakarzinom diagnostiziert werde, sterbe also am Prostatakarzinom, nicht mit dem Karzinom, so Hakenberg bei einer Pressekonferenz zum DGU-Kongress. Doch auch die 80 Prozent der Männer mit Prostatakarzinom, die an anderen Ursachen sterben, litten oft unter den Symptomen der Erkrankung und an den Nebenwirkungen der Therapien, wenn die Erkrankung zu spät entdeckt wurde: "Für viele Männer ist die Erkrankung einlanger Leidensweg, auch wenn sie schlussendlich nicht am Prostatakrebs versterben." Zwar habe es in den vergangenen Jahren Fortschritte in der Therapie des metastasierten Prostatakrebs gegeben, räumte Hakenberg ein. "Auch für diese Männer wäre eine frühe Erkennung mit rechtzeitiger Heilung aber dennoch der bessere Weg gewesen."

Mammographie Top, PSA-Test Flop?

Vor diesem Hintergrund beklagt der Generalsekretär, dass bei der Diskussion um Sinn und Nutzen von Füherkennungsmaßnahmen mit zweierlei Maß gemessen werde: "Die Mammographie als politisch korrekte gesundheitspolitische Maßnahme wird gefördert, während der PSA-Test - dessen Wertigkeit gemessen an der Reduktion der krebsbedingten Mortalität besser ist als die der Mammographie - vom gesundheitspolitischen Mainstream abgelehnt wird."

Prof. Peter Albers, Direktor der Urologischen Klinik am Universitätsklinikum Düsseldorf, nannte bei einem Forum zu den Studien PROBASE und PREFERE am Kongress-Samstag genauere Daten: Demnach liegt die Mortalitätsreduktion des PSA-Screenings mit 32 Prozent weit über derjenigen der Mammographie (20%) und auch derjenigen des Stuhltests auf kolorektales Karzinom (23%). Das Problem sei jedoch, dass die Therapiemethoden beim Prostatakrebs (Prostatektomie, Radiotherapie) invasiver seien als die (partielle) Mastektomie und die Endoskopie bei Kolorektalkarzinom. Die beiden Studien PROBASE und PREFERE sollen in Zukunft Aufschluss darüber geben, ob ein früher gemessener Basis-PSA-Wert die Aussagekraft erhöht beziehungsweise ob eine aktive Überwachung beim Niedrigrisiko-Prostatakrebs gegenüber den Therapieformen Prostatektomie, externe Radiotherapie und Brachytherapie gleichwertig ist.

Dass diese Therapieoption offenbar jetzt schon häufiger genutzt wird, dokumentiert für Generalsekretär Hakenberg die seit mehreren Jahren rückläufige Zahl der Prostatektomien. Diese ging zwischen 2007 und 2012 von circa 32.000 auf circa 26.000 zurück.

(ms)

Richi

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Prostatakrebs - Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen
« Antwort #8 am: 25. Februar 2015, 01:05 »


Prostatakrebs - Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen


Irgendwann trifft es jeden Mann: Die Prostata vergrößert sich. Etwa ab dem 45. Lebensjahr beginnt das kastaniengroße Organ langsam zu wachsen. Und mit ihm wächst auch das Risiko für Prostatakrebs. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bekommen jährlich rund 70.000 Männer die erschreckende Diagnose. Wir erklären, welche Warnzeichen auf die Erkrankung hinweisen und warum es dann oft schon zu spät ist.

Mehr zum Thema
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"Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung und die dritthäufigste Krebstodesursache bei Männern in Deutschland", teilt das RKI auf seiner Webseite mit. Die genauen Ursachen für die Entstehung seien trotz umfangreicher Forschungen allerdings noch nicht abschließend geklärt.
Veränderungen im Hormonhaushalt erhöhen das Risiko

Zu den bereits bekannten Risikofaktoren zählen unter anderem die genetische Veranlagung sowie die Veränderung im Hormonhaushalt:  Die Rolle der männlichen Geschlechtshormone sei eindeutig, so das RKI. Ohne sie würde es gar nicht erst zur Entwicklung von Prostatakrebs kommen. Da sich mit zunehmendem Alter die Hormonzusammensetzung verändert, steigt auch das Risiko für die Bildung von Tumoren.
Jeder sechste Mann über 50 betroffen

Wie die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) mitteilt, entwickeln 17 von 100 Männern über 50 Jahren ein Prostatakarzinom. Drei von ihnen sterben daran. Da das Geschwulst in der Regel aber langsam wächst, stehen die Chancen gut, dass der Krebs im Zuge der Früherkennungsmaßnahmen erkannt wird, bevor er lebensbedrohlich wird.
Nicht jeder Krebs muss behandelt werden

"Viele Tumore können sogar über viele Jahre hinweg beobachtet werden, ohne dass ein Eingriff wirklich notwendig ist", betont Dr. Wolfgang Bühmann, Urologe und Pressesprecher des Berufsverbandes der Deutschen Urologen (BDU). "Wird Prostatakrebs aber nicht frühzeitig entdeckt und regelmäßig untersucht, kann das gefährlich werden. Hat er erst einmal gestreut, ist er nicht mehr heilbar."
Fünf Warnzeichen

Das Tückische an dem Krebs ist, dass er zu Beginn keine Symptome zeigt. Bis der Mann erste Warnzeichen verspürt, kann es für eine Behandlung bereits zu spät sein. Laut der Deutschen Krebshilfe sollten Männer bei den folgenden fünf Symptomen den Arztbesuch nicht länger hinauszögern: Schmerzen in der Prostata, Beeinträchtigungen in der Blasenentleerung, Probleme bei der Darmentleerung, Blut im Urin sowie "Ischias"-Schmerzen. Letztere können im fortgeschrittenen Stadium durch Knochenmetastasen hervorgerufen werden.

Aber: "Diese Symptome treten erst auf, wenn die Geschwulst eine kritische Größe überschritten oder aber Metastasen in Lymphknoten oder Knochen gestreut hat", warnen die Krebsexperten.

Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen

Krebsfrüherkennungsuntersuchungen spielen daher eine wichtige Rolle für die Männergesundheit. Die Krankenkassen übernehmen ab dem 45. Lebensjahr jährlich die Kosten für die digital-rektale Tastuntersuchung sowie für die Untersuchung der äußeren Genitalien. Dass diese als alleinige Untersuchungsmaßnahmen allerdings nicht ausreichen, davon sind viele Urologen und auch die Deutsche Krebshilfe überzeugt. Ihr Rat: Männer sollten sich bei ihrem Arzt auch über den PSA-Test informieren.  Die Kosten von etwa 30 Euro muss der Patient selbst tragen.

http://www.t-online.de/lifestyle/gesundheit/id_72507154/prostatakrebs-bei-diesen-fuenf-symptomen-ist-es-oft-zu-spaet.html

Geri

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Prostatakrebs: Ist der PSA-Test sinnvoll?
« Antwort #9 am: 08. April 2015, 02:02 »


Risiko PSA-Test? 
Wie Männer mit erhöhten Werten umgehen sollten

02.04.2015, 14:51 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel
Prostatakrebs: Ist der PSA-Test sinnvoll?
Die Prostatakrebs-Vorsorge mit einem PSA-Test ist umstritten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der PSA-Test gerät immer häufiger in die Kritik: Überdiagnosen, geschürte Ängste und klingelnde Kassen – daran denken viele Männer, wenn ihr Urologe diese Früherkennungsmethode empfiehlt. Doch ist dieser Test wirklich so kritisch einzustufen? Zwei Experten erklären, warum die PSA-Werte eine so bedeutende Rolle bei der Prostatakrebs-Früherkennung spielen.

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Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe erkranken jedes Jahr mehr als 67.000 Männer an Prostatakrebs. Viele von ihnen landen auf dem Operationstisch: Laut dem Barmer GEK Krankenhausreport von 2012 wird bei Männern immer öfter zum Skalpell gegriffen. Unter allen Behandlungsmethoden im Krankenhaus sei es die operative Prostataentfernung, die am häufigsten durchgeführt werde.  Die "radikale Prostatsktomie" erfolge in jedem zweiten Fall. Und noch etwas zeigt der Bericht: Zwar sind 52 Prozent der Patienten mit dem Behandlungsergebnis zufrieden. Doch 41 Prozent der Männer gaben an, nur eingeschränkt zufrieden zu sein. Sieben Prozent waren mit dem Ergebnis sogar unzufrieden.

Mittleres Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren

Doch sind diese stationären Eingriffe, deren Gesamtkosten sich im Jahr 2011 auf rund 364 Millionen Euro summierten, wirklich immer sinnvoll? Nein, so die Meinung der Barmer GEK. Prostatakrebs sei eine Erkrankung, die vor dem 40. Lebensjahr praktisch nicht auftrete. Das mittlere Erkrankungsalter liege bei 69 Jahren. Viele Männer könnten mit Prostatakrebs alt werden. Die meisten würden nicht an ihm, sondern an etwas anderem sterben. Zudem sei er weniger bedrohlich als andere Krebsarten, eben weil er erst im Alter auftrete und weil es neben den aggressiven Formen auch friedlichere gebe, so die Meinung der Krankenkasse.

UMFRAGE
Gehen Sie regelmäßig zur Krebsvorsorge?
Ja, auf jeden Fall. Das ist mir wichtig.
Nein. Ich meide Ärzte wo ich kann.
Teilweise. Die Hautkrebsvorsorge mache ich, aber vor der Darmspiegelung habe ich Angst.
Zwischenergebnis

Von diesen Argumenten ausgehend, verweigern alle gesetzlichen Krankenkassen die Übernahme der Kosten für den PSA-Test. Bei Männern ab 45 Jahren ist lediglich die jährliche digital-rektale Tastuntersuchung im Zuge der Krebsfrüherkennung enthalten. Doch reicht das? Die Deutsche Krebshilfe weist in ihrem Ratgeber "Prostatakrebs erkennen" darauf hin, dass Tumore, die durch einen auffälligen Tastbefund der Prostata entdeckt werden, in aller Regel weiter fortgeschritten sind, als die mittels PSA-Test entdeckten: "Mehr als zwei Drittel der gefundenen Tumore überschreiten bereits die Organgrenzen und haben dadurch eine deutlich schlechtere Heilungswahrscheinlichkeit."
Streut der Krebs, ist er nicht mehr heilbar

Auch Dr. Wolfgang Bühmann, Urologe und Pressesprecher des Berufsverbandes der Deutschen Urologen (BDU) warnt vor einer zu späten Diagnose des Krebses: Viele Tumore könnten über viele Jahre hinweg beobachtet werden, ohne dass ein Eingriff wirklich notwendig sei. Werde der Prostatakrebs aber nicht frühzeitig entdeckt und regelmäßig untersucht, könne das gefährlich werden. "Hat der Krebs erst einmal gestreut, ist er nicht mehr heilbar", betont der Urologe.
Verlässlicher Tumormarker PSA-Test?

Auf den PSA-Test verzichten, sollten Männer seiner Meinung nach auf keinen Fall: "Der PSA-Test ist der beste Tumormarker in der Medizin", betont Bühmann. "Seit der PSA-Messung konnte die Sterblichkeitsrate der Patienten mit Prostatakrebs signifikant gesenkt werden. Dass Krankenkassen die Kosten generell nicht übernehmen, ist unsinnig."

So wird der PSA-Test durchgeführt

Für den PSA-Test wird mittels einer Blutprobe der Wert des Prostataspezifischen Antigens gemessen. Dabei handelt es sich um einen Eiweißstoff, der nur von der Prostata gebildet wird und der in verschiedenen Situationen vermehrt im Blut zu finden ist. Das ist zum Beispiel bei einer gutartigen Prostatavergrößerung oder einer Entzündung der Prostata der Fall. Auch intensives Fahrradfahren vor der Blutabnahme kann die Werte beeinflussen. Doch auch ein aggressives behandlungspflichtiges Prostatakarzinom zeichne sich durch einen erhöhten PSA-Wert aus, erklärt die Deutsche Krebshilfe in ihrem Präventionsratgeber und empfiehlt Männern ab 40 Jahren, sich umfassend über die Prostatakrebs Früherkennung zu informieren.

Ein PSA-Wert allein hat keine Aussagekraft

Das sieht auch Bühmann so. Auch wenn Männern im Alter von 40 Jahren in den meisten Fällen noch kein Prostatakrebs droht, rät der Experte seinen Patienten dennoch, ab diesem Alter mit dem PSA-Test zu beginnen. Aus einem einfachen Grund: "Ein Messwert allein sagt noch nichts über das Krebsrisiko des Patienten aus", weiß der Urologe. "Es ist daher sinnvoll, einen Basiswert zu ermitteln und diesen in den kommenden Jahren mit weiteren Ergebnissen zu ergänzen." Es sei der Verlauf, der zähle. Nicht der Wert an sich. "Es kann durchaus sein, dass ein Mann mit einem Wert von 15 keinen Prostatakrebs hat, ein Mann mit einem Wert von drei aber schon - das ist individuell verschieden." Wichtig sei die richtige Interpretation dieser Werte.

Finger weg von Selbsttests aus der Apotheke

Aus diesem Grund rät der Experte auch strikt von PSA-Selbsttests aus der Apotheke ab. "Dem Patienten fehlt das Wissen, um die Ergebnisse richtig auszuwerten. Und er sieht diese auch nicht im Zusammenhang mit weiteren Testergebnissen. Der Selbsttest führt also entweder dazu, dass der Mann bei einem erhöhten Wert tagelang mit Ängsten herumläuft, bevor er einen Arzttermin bekommt. Oder dass er, das ist dann das andere Extrem, aufgrund eines niedrigen Messwertes annimmt, alles sei in Ordnung und gar nicht erst zum Arzt geht. Aber auch das kann ein Trugschluss sein."

Ein hoher Wert bedeutet nicht automatisch Krebs

Erhöhte PSA-Werte sind nicht zwangsläufig ein Grund zur Sorge. Wichtig ist aber, die Ursache herauszufinden. Die Deutsche Krebshilfe betont, dass ein erhöhter PSA-Wert dem Patienten lediglich einen Hinweis darauf gibt, dass er zu einer Risikogruppe gehört, für die sich eine weitergehende Abklärung durch eine Gewebeprobe lohnen könnte. "Von 1.000 meist mehrfach getesteten Männern im Alter von 50 bis 70 Jahren liegen die PSA-Werte bei etwa 200 Männern im abklärungspflichtigen Bereich. Bei rund 50 dieser Männer, die zur Abklärungsdiagnostik gehen, findet sich in der Gewebeprobe ein Prostatakarzinom", steht im Ratgeber geschrieben.

"Wichtig ist, dass man Ruhe bewahrt und Entscheidungen nicht überstürzt", rät Bühmann. Viele Männer könnten durchaus auch mit einem Tumor gut leben. Das Ziel bestehe darin, herauszufinden, welche Männer behandelt werden müssen und welche nicht.

Viele Männer entscheiden sich für den Eingriff

Die Entscheidung, ob der Tumor operiert wird oder nicht, liegt in vielen Fällen sogar beim Mann selbst. Denn das Wissen, den Krebs in sich zu tragen, auch wenn er nicht behandelt werden muss, macht vielen zu schaffen. "Viele Männer kommen seelisch nicht damit klar, dass sie einen bösartigen Tumor in sich haben – auch wenn dieser nicht behandlungsbedürftig ist. Zudem müssen sie alle drei Monate zur Untersuchung und auch die ist immer mit Ängsten verbunden. Viele entscheiden sich daher bewusst für eine Operation beziehungsweise für eine Bestrahlung und nehmen so auch Nebenwirkungen wie Impotenz und Inkontinenz in Kauf, die mit der Therapie einhergehen können“, erklärt Bühmann.

Sei der Betroffene allerdings seelisch stabil genug, sich mit der Erkrankung zu arrangieren, stelle die Form der "aktiven Überwachung" eine echte Alternative im Hinblick auf die erhaltenswerte Lebensqualität dar, betont der Urologe.

Vorsorge schafft Sicherheit

Je früher Männer um ihr Risiko wissen, desto besser ist es. Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen kann ein aggressiver Tumor rechtzeitig entdeckt und behandelt werden - bevor er lebensbedrohlich wird: „Die tumorfreien Zehn-Jahres-Überlebensraten nach Operation oder Strahlentherapie liegen für frühe Tumorstadien bei mehr als 80 Prozent. Potenzerhaltende Operationen sind nur in frühen Tumorstadien möglich“, schreibt die Deutsche Krebshilfe in ihrem Ratgeber. Es lohnt sich für Männer also, sich frühzeitig  mit der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen.

Prostatakrebs merkt man nicht

Wie wichtig die Früherkennung ist, beweist zudem auch die Tatsache, dass sich der Prostatakrebs unbemerkt entwickelt: „Einen bösartigen Tumor spürt man zu Beginn nicht", warnt Bühmann. Inklusive Beratung koste der PSA-Test etwa 35 Euro, also ungefähr so viel wie zwei Kinokarten einschließlich Popcorn und Getränk. Jeder müsse selbst entscheiden, wie wichtig ihm das Thema Früherkennung ist und ob er bereit ist, die Kosten zu tragen.

Überdiagnosen vermeiden

Professor Oliver Hakenberg, Generalsekretär der DGU, spricht sich trotz des Risikos einer Überdiagnose oder Überbehandlung ebenfalls für den PSA-Test aus: „Diesen negativen Aspekten von Früherkennungsmaßnahmen beim Prostatakarzinom trägt die DGU schon lange Rechnung, indem sie in ihrer ‚S3-Leitlinie zur Früherkennung, Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms’ einen sorgsamen Umgang mit Früherkennungsuntersuchungen und Zurückhaltung bei der Behandlung von sogenannten ‚Niedrig-Risiko-Prostatakarzinomen’ empfiehlt“, erklärt Hakenberg. “Konkret wird für das Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom eine abwartende Strategie in Form der aktiven Überwachung empfohlen, bei der keine Operation oder Bestrahlung, sondern eine regelmäßige Kontrolle, ob überhaupt ein Tumorwachstum auftritt, durchgeführt wird.“
Jeder fünfte Mann mit Prostatakrebs stirbt

Aufgrund der Tatsache, dass in Deutschland pro Jahr nach wie vor jeder fünfte betroffene Mann am Prostatakarzinom und nicht an Altersschwäche sterbe, müsse man mit Warnungen vor zu viel Früherkennung sorgfältig umgehen, warnt Hakenberg. „Die Schwierigkeit besteht darin, das Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom vom relevanten, ‚potentiellen Killer’ zu unterscheiden. Die Methoden, die dazu vorhanden sind, sind nicht perfekt, aber um diese Unterscheidung überhaupt treffen zu können, braucht es erst mal die Diagnose des Prostatakarzinoms in einem frühen, heilbaren Stadium. Genau das ist der Sinn einer Früherkennungsuntersuchung.“
Im Zweifel eine Zweitmeinung einholen

Und trotz aller Sorge vor dem Ergebnis des PSA-Tests: Männer sollten sich bewusst machen, dass sie einer Diagnose nicht hilflos ausgeliefert sind. Sie können jederzeit mehrere Meinungen von Ärzten einholen und sich gründlich über verschiedene Behandlungsmethoden informieren lassen. Ein guter Arzt wird die Ängste verstehen und sich ausreichend Zeit für seinen Patienten nehmen.

Nur eines sollte man nicht tun: Das Thema Früherkennung ignorieren.


ACHTUNG:
Wenn der Urologe gerade die Prostata abgetastet hat, soll anschließend NICHT Blut für den PSA-Test abgenommen werden!
Zuerst Blutabnahme ist notwendig!


http://www.t-online.de/lifestyle/gesundheit/id_69945470/prostatakrebs-ist-der-psa-test-sinnvoll-.html

Werner

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Prostatakrebs-Früherkennung
« Antwort #10 am: 18. Dezember 2015, 23:46 »



..::.. Untersuchung bei Verdacht auf Prostatakarzinom ..::..
Nach Anamnese und klinischer Untersuchung folgen Tastuntersuchung, PSA-Bestimmung und Ultraschall. Sie erlauben nur einen Verdacht auf Prostatakrebs, so dass die Diagnose mittels Biopsie gesichert werden muss.
Danach wird die Tumorausbreitung bestimmt. Diesen ausführlichen, nach der neuesten Leitlinie überarbeiteten Artikel finden Sie hier:
http://www.prostata.de/pca_untersuchung.html?pk_campaign=nl080

Josef

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Prostatakrebs - Ja, hatte ich
« Antwort #11 am: 06. Oktober 2016, 14:03 »




Prostatakrebs

«Es braucht Zeit, zurückzukommen»

05.10.2016
Hollywood sign in Los Angeles, California

«Es kam aus heiterem Himmel. Ich hatte keine Ahnung», sagte Ben Stiller in der Howard-Stern-Show.
 
Der US-Schauspieler Ben Stiller («Zoolander») hat erfolgreich eine Erkrankung an Prostatakrebs überstanden. In einem am Dienstag veröffentlichten Interview sprach der 50-Jährige erstmals über die Diagnose im Alter von 48 Jahren. «Es kam aus heiterem Himmel. Ich hatte keine Ahnung», sagte Stiller der Howard-Stern-Show.
 
Glücklicherweise habe er sich einem Test unterzogen, bei dem die Konzentration des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Blut ermittelt wird. Erhöhte Werte können auf die Erkrankung hinweisen, doch das Verfahren schlägt Kritikern zufolge zu oft unnötig Alarm. Stiller bezeichnete den Test als «sehr umstritten», aber ohne das Screening hätte er bis heute nichts von seiner Erkrankung gewusst. Prostata-Tumore sind die häufigste Krebserkrankung bei Männern.
 
Stiller habe sich von seinem Schauspielkollegen Robert De Niro, der 2003 wegen Prostatakrebs behandelt worden war, dessen Arzt empfehlen lassen. Am Morgen der Operation habe er Angst gehabt und sich gesorgt, danach keinen Sex mehr haben zu können. Doch der Eingriff verlief erfolgreich und Stiller wurde offiziell für vom Krebs befreit erklärt. Sein Sexleben habe sich danach auch langsam wieder normalisiert. «Es braucht Zeit, zurückzukommen», sagte Stiller. (dpa)
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke