Autor Thema: Inkontinenz nach Prostataentfernung  (Gelesen 12248 mal)

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Dietmar E.

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Inkontinenz nach Prostataentfernung
« am: 15. Februar 2009, 23:53 »

http://www.mdr.de/hauptsache-gesund/5760855-hintergrund-5760063.html

Beckenbodengymnastik gegen Inkontinenz

Inkontinenz ist nicht nur ein Problem von Frauen. Viele Männer, die sich einer Prostataoperation unterzogen haben, können danach den Urin nicht mehr richtig halten. Durch gezielte Sportübungen, lässt sich der Beckenboden soweit straffen, dass die Blasenschwäche wieder verschwindet.

Eine der gefürchteten Folgen einer Prostataoperation ist Inkontinenz. Zur Panik besteht in den seltensten Fällen Anlass. Denn meist verschwindet die Blasenschwäche ca. drei Monate nach der Operation.
Beckenbodengymnastik ist eine Möglichkeit, diesen Prozess aktiv zu unterstützen, indem die Muskulatur des Beckenbodens gekräftigt wird.

Damit Sie die Muskulatur des Beckenbodens spüren können, setzen Sie sich auf einen möglichst harten Stuhl auf das vordere Drittel der Sitzfläche und fassen mit beiden Händen seitlich auf die Hüftknochen.
Mit Hilfe der Hände kippen Sie das Becken vor und zurück, das heißt, Sie machen abwechselnd ein Hohlkreuz und einen Rundrücken.
Während dieser Bewegung spüren Sie die zwei Knochen, auf denen Sie sitzen, die Sitzbeinhöcker. Danach kippen Sie das Becken nach rechts und links. Wieder sollen die beiden Sitzbeinhöcker gefühlt werden. Abschließend kreisen Sie mit dem Becken.
In der Mitte dieses Kreises befindet sich die Beckenbodenmuskulatur, die etwa faustgroß ist.

Um die Beckenbodenmuskulatur zu kräftigen, ziehen sie den Bereich des Beckenbodens innerlich nach oben, halten ihn zehn Sekunden und entspannen wieder. Po- und Bauchmuskeln bleiben dabei entspannt. Diese Übung sollte ca. zehn- bis 15-mal wiederholt werden. Auf diese Weise können Sie jederzeit die Beckenbodenmuskulatur im Liegen, Sitzen oder auch im Stehen kräftigen.
Ein Effekt tritt nur bei regelmäßigem Training ein. Sie sollten deshalb täglich einige Minuten investieren.
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Heribert

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Re: Inkontinenz nach Prostataentfernung
« Antwort #1 am: 16. Februar 2009, 01:31 »
Lieber Dietmar,
der MDR hat zwar mit dem Thema ein Problem angesprochen, welches durch die beschriebene Beckenbodengymnastik bei der Frau ganz gut helfen kann. Die Besonderheiten des Schließmuskeltrainings des Mannes nach Ektomie der Prostata werden dabei nur halbherzig angesprochen und nicht treffend beschrieben.

Bei der Frau ist der Blasenschließmuskel in der Beckenbodenmuskulatur integriert und ausgeprägter als beim Mann. Beim Mann wird die Hauptlast mit dem oberen Schließmuskel, der sich in der Prostata befindet getragen. Wobei der untere, im Beckenboden befindliche Schließmuskel nur gering ausgeprägt ist und erst angelernt, sprich trainiert werden muss um dem Harndruck zu widerstehen, nachdem die Prostata entfernt wurde.

Deshalb ist es mir nicht verständlich, warum die MDR-Sendung beispielhaft für das Beckenbodentraining nach Prostatektomie herhalten soll, wo doch eine hervorragende Veröffentlichung im eigenen Land, das Thema ausführlich behandeln und besonders auf die unterschiedlichen Therapien bei Mann und Frau umfassend eingeht!
http://www.kup.at/kup/pdf/4092.pdf siehe dort Diskussion.
Außerdem werden im Blauen Ratgeber Nr. 17 ab Seite 77 spezielle Übungen beschrieben.
http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/017_prostata.pdf

LG Heribert

Dietmar E.

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Inkontinenz nach Prostataentfernung
« Antwort #2 am: 16. Februar 2009, 08:26 »
Servus Heribert,

danke für deine Hinweise. Jetzt kann ich mich erinnern, dass darüber schon manche Diskussion entbrannt ist.
Die Blauen Ratgeber von der Deutschen Krebshilfe sind wirklich sehr umfangreich. Bei der Nr. 17, Prostatakrebs, ist
das Inkontinenzthema (jetzt) ab Seite 93 mit speziellen Übungen beschrieben.
http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/017_prostata.pdf

Liebe Grüße aus Wien,

Dietmar
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Josef

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Inkontinenzmanagement im niedergelassenen Bereich
« Antwort #3 am: 26. Juni 2009, 21:44 »



Therapie und Nachsorge des Prostatakarzinoms:
Wissenschaftliches Fortbildungssymposium 2009

Unter dem Vorsitz von Univ.-Prof. Dr. Ch. Kratzik wurden verschiedene Aspekte des Prostatakarzinoms näher beleuchtet.
In reger Diskussion wurden die Themen „Operation oder Bestrahlung“, „Die Nachsorge von Prostatakarzinom-Patienten
in der Ordination“ und „Inkontinenzmanagement im niedergelassenen Bereich“
behandelt.

http://www.kup.at/kup/pdf/7963.pdf

................ 􀂄 Inkontinenzmanagement im niedergelassene Bereich

Univ.-Doz. Dr. S. Madersbacher und Univ.-Prof. Dr. G.
Schatzl erörterten anhand von zahlreichen Fallbeispielen die
Problematik der Harninkontinenz.
Derzeit sind etwa eine Million ÖsterreicherInnen betroffen, bis 2035 rechnet man mit
einem Anstieg auf 1,8 Millionen.
85 % der Betroffenen sind Frauen. Beim Mann sind unter anderem eine Prostatahyperplasie
oder ein Zustand nach radikaler Prostatektomie
Ursachen für eine Inkontinenz.

Die therapeutischen Maßnahmen
der Dranginkontinenz und der Belastungsinkontinenz,
wie diverser Mischformen, müssen PatientInnen-orientiert
und dem Schweregrad der Erkrankung entsprechend erfolgen
und reichen von verhaltenstherapeutischen Maßnahmen, wie
Miktions- und Beckenbodentraining, über medikamentöse
Therapien bis hin zur Neuromodulation, Blasenaugmentation
und weiteren Operationen vom minimal-invasiven Eingriff
bis zum Einsetzen eines artefiziellen Sphinkters.

Weitere Information:
Takeda Pharma
A-1070 Wien, Seidengasse 33–35
Tel. 01/524 40 64, Fax 01/524 40 64-66
E-Mail: office@takeda.at
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Josef

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Inkontinenz: Zertifizierung für Kompetenzzentren

Inkontinenzversorgung braucht Expertise und Qualitätssicherung. Aus diesem Grund bietet die Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) seit Kurzem an, Zentren zu zertifizieren, die sich auf dem Gebiet spezialisiert haben.

Die flächendeckende interdisziplinäre Versorgung inkontinenter Patienten hat in Österreich noch Lücken. Diese unzureichende Versorgungssituation spitzt sich aufgrund der demografischen Entwicklung immer weiter zu. Dass kaum die Hälfte der Betroffenen professionelle Hilfe und Rat sucht, liegt nur teilweise an der Sprachlosigkeit und Scham der Patienten. Viele wissen einfach nicht, an wen sie sich vertrauensvoll wenden können.

Vernetzte Kompetenz

Optimale Betreuung bietet ein Kontinenz- und Beckenbodenzentrum, ist Univ.-Prof. Dr. Helmut Madersbacher, Leiter des Instituts für Neuro-Urologie an der Universitätsklinik Innsbruck, überzeugt. „Diese Einrichtungen sind interdisziplinär und widmen sich nicht nur der Versorgung, sondern auch der Forschung.“ Die Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ), deren erster Vorsitzender Madersbacher ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf die Qualität dieser Zentren zu achten und sie – wenn die Voraussetzungen erfüllt sind – zu zertifizieren. Denn die kontinuierlich wachsende Patientengruppe braucht für eine optimale Betreuung die Hilfe einer ganzen Reihe von Experten: Urologen, Gynäkologen, Chirurgen, Physiotherapeuten, speziell geschulte Diplomkrankenschwestern und -pfleger, die in enger Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten wie Psychologen, Kinderärzten, Geriatern, Gastroenterologen etc. ein Team bilden; idealerweise in einem interdisziplinär vernetzten Kontinenz- und Beckenbodenzentrum.

Qualifikationsvoraussetzungen

„Unser Zertifikat garantiert all das und darüber hinaus auch, dass das Angebot dem neuesten Stand der Wissenschaft entspricht“, sagt Madersbacher, der gleichzeitig betont, dass natürlich auch nicht zertifizierte Zentren Inkontinenz behandeln können, „aber das Zertifikat ermöglicht eine bessere Orientierung. Den Patienten wird die mühsame und oft auch peinliche Suche nach einem spezialisierten Facharzt sowie der Zugang zu einer qualifizierten Betreuung wesentlich erleichtert.“ Als zusätzliche Orientierungshilfe wird auf der MKÖ-Website eine Liste der zertifizierten Zentren erstellt, geordnet nach Bundesland und Postleitzahl. Um sich zu qualifizieren, muss ein Kompetenzzentrum eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. Es muss sich durch besondere Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten auf dem Gebiet der Harn-, aber auch der Stuhlinkontinenz und/oder Erkrankungen des Beckenbodens auszeichnen und sich mit Vorsorge, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Kontinenzberatung beschäftigen. Die primäre Voraussetzung für eine Zertifizierung ist aber ein konzentriertes Angebot an Experten: Die drei Kerndisziplinen Urologie, Gynäkologie und Chirurgie müssen beteiligt sein. Insgesamt sollten mindestens fünf voneinander unabhängige Fachdisziplinen kooperieren, die sich schwerpunktmäßig mit der Thematik befassen, wobei auch der Hausarzt, ambulante Pflegedienste, Rehabilitationseinrichtungen und Selbsthilfegruppen eingebunden werden sollen. Ein erworbenes Zertifikat ist drei Jahre lang gültig, danach erfolgt eine Rezertifizierung.

Produkte auf dem Prüfstand

Auch die Sicherstellung der Qualität in der Versorgung mit aufsaugenden (z.B. Einlagen) und ableitenden (z.B. Katheter) Hilfsmitteln ist der MKÖ ein Anliegen. Eine hohe Qualität dieser Produkte ist wesentlich, da sie den Patienten die Teilnahme am aktiven Leben erleichtern bzw. wieder möglich machen. Aus diesem Grund stellen zwei Expertenteams der Gesellschaft – die Arbeitsgruppe Einmalkatheter und die Arbeitsgruppe Aufsaugende Hilfsmittel – die am häufigsten eingesetzten Produkte nun auf den Prüfstand. Die Qualitätssiegel „Von der MKÖ empfohlen“ wurden bei der Jahrestagung erstmals an Firmen verliehen, deren Produkte für Inkontinenzversorgung sich durch Materialqualität ebenso wie durch Sicherheit und einfache Handhabung im täglichen Umgang auszeichneten. Neben der Qualitätssicherung soll das Gütesiegel Transparenz schaffen, den Patienten und Pflegenden bei der Orientierung innerhalb der Angebotspalette helfen und zum Vertrauen in die Produkte beitragen.

Aus der Tabuzone holen

Die Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich wurde 1990 gegründet und hat es sich zum Ziel gesetzt, Maßnahmen zur Prävention, Diagnostik, Behandlung und Versorgung der Harn- und Stuhlinkontinenz zu fördern. Derzeit existieren Beratungsstellen in Innsbruck, Wien, Graz, Linz, Salzburg, St. Veit an der Glan, Korneuburg und Bregenz, die Betroffene beraten und bei Bedarf Informationsmaterial zusenden. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit will die Gesellschaft die Inkontinenz aus der Tabuzone holen, Betroffenen und ihren Angehörigen Rat und Hilfe gewähren sowie Forschung, Lehre und Praxis in der interdisziplinären Behandlung fördern und koordinieren. Die MKÖ sucht den Zugang zur Bevölkerung über die Medien und legt einen Schwerpunkt auf die Vermittlung der Tatsache, dass Hilfe möglich ist. Regelmäßig werden regionale Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte, Physiotherapeuten, Schwestern, Pfleger, Altenpfleger und Betroffene veranstaltet sowie bundesweit die Jahrestagung der Gesellschaft.
Weiters ist die MKÖ wesentlich in die Sonderausbildung zur Fachschwesterbeziehungsweise zum Fachpfleger für Kontinenz- und Stomaberatung eingebunden. Die Fachgruppe der Kontinenz- und Stomaberaterinnen (derzeit sind es in Österreich rund 120 Personen, die diese Zusatzausbildung erworben haben) legte kürzlich ein Positionspapier vor, in dem es ebenfalls um Qualitätssicherung geht und das einen bundesweit einheitlich hohen Standard festlegt. Es soll Betroffenen, politischen Entscheidungsträgern und finanzierenden Stellen einen Überblick über das Angebot sowie einen Einblick in die Pflege- und Beratungsphilosophie geben. Idealerweise sollten künftig überall dort, wo vermehrt Patienten mit Kontinenzproblemen zu finden sind, Pflegefachkräfte mit dieser speziellen Ausbildung Teil des Betreuungs- und Nachsorgeteams sein. Für die MKÖ-Zertifizierung als Kompetenzzentrum ist das bereits jetzt Bedingung.

© MMA, CliniCum urologie 4/2008
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Carola-Elke

Sissi

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Inkontinenz - Hilfe?
« Antwort #5 am: 03. August 2009, 21:54 »

FPÖ/Hofer/Behinderte/WGKK/Inkontinenz
2009-08-03 / 09:32:45 / Freiheitlicher Parlamentsklub - FPÖ

Hofer kritisiert Einsparungspolitik bei Wiener Gebietskrankenkasse

Utl.: Einsparungen erschweren das Leben behinderter Menschen mit Inkontinenz

   Wien (OTS) - Der freiheitliche Behindertensprecher NAbg Ing.
Norbert Hofer versteht, dass die Wiener Gebietskrankenkasse sparen
muss und es somit zu Einsparungsmaßnahmen in verschiedenen Bereichen
kommt. Unverständlich ist ihm jedoch die Art und Weise, wie ein
vergleichsweise geringer Betrag auf Kosten geistig behinderten
Menschen eingespart wird.

Hofer erläutert dies: "Eine seit 1. Juli 2009 erlassene interne
Regelung der Wiener Gebietskrankenkasse sieht eine Einschränkung der
Verschreibung von elastischen Inkontinenz-Einmalhosen, sogenannte
‚Pull-on’-Hosen vor. Doch gerade damit wurde das Leben behinderter
Menschen mit Inkontinenz erleichtert, indem sie sich weitgehend
selbständig helfen konnten."

Nur rund 1.500 Euro pro Jahr werden damit eingespart. "Für die
behinderten Menschen, die zu den einkommensmässig schwächsten Gruppen
der Gesellschaft zählen, ist dieser Betrag jedoch kaum aufzubringen",
kritisiert Hofer. Zudem ist die in Aussicht gestellte Rückerstattung
eines Teiles der Kosten für geistig behinderte Menschen eine weitere
Hürde und bedarf der Einschaltung von Sachwaltern und zusätzlichen
Betreuungsstunden, die für rein administrative Aufgaben aufgebracht
werden müssen. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Verwaltungsaufwand
in der WGKK selbst.

"Ich appelliere daher an die Verantwortlichen der WGKK, diese
Sparmaßnahme, die in Wirklichkeit keine ist, aber zu Lasten der
behinderten Menschen geht, zurückzunehmen. Denn Menschen mit
Behinderungen kann mit Hilfe zur Selbständigkeit am meisten und am
besten geholfen werden - doch genau diese Hilfe würde ihnen mit
dieser Maßnahme genommen. Das kann wohl nicht der Wunsch sein",
schließt Hofer.

hilde

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Katheter: Inkontinenz nach Prostataentfernung
« Antwort #6 am: 20. Juli 2011, 19:33 »
Coloplast GmbH: SpeediCath(R) Compact Katheter für Männer - Innovation im intermittierenden Selbstkatheterismus =

   Wien (OTS) -

 - Katheterismus nach wie vor mit Tabus und Stigmatisierung behaftet
 - Richtige Schulung und einfache Handhabung erhöhen Therapietreue
 - Diskretes Design und Ready-to-use-Prinzip erleichtern
   Katheterismus

   Kaum ein medizinisches Thema ist derart mit Tabus behaftet wie
Harn- oder Stuhlinkontinenz. In Österreich gibt es rund 1.000.000
Inkontinenz-Betroffene. Durch die Tabuisierung des Themas wird die
Dunkelziffer als weit höher eingeschätzt. Viele Patienten sind durch
eine Grunderkrankung wie Multiple Sklerose, Spina bifida , oder durch
eine Querschnittlähmung, die mit Inkontinenz einhergehen können,
bereits sehr eingeschränkt. Aber auch Erkrankungen wie Diabetes
können zu Blasenentleerungsstörungen führen. Beeinträchtigungen der
Blasenfunktion bedeuten eine zusätzliche Einbuße an Lebensqualität -
ein aktiver, spontaner Lebensstil und uneingeschränkte Mobilität ist
für viele Patienten nur schwer möglich.

   Der so genannte intermittierende Selbstkatheterismus, also das
Einführen eines Katheters zur einmaligen Blasenentleerung durch den
Patienten selbst, stellt bei erhaltener Speicherfunktion eine
mögliche Behandlung der gestörten Blasenentleerung dar. Diese Form
des Selbstkatheterismus gewinnt zunehmend an Bedeutung, da sie den
Betroffenen ein Höchstmaß an Unabhängigkeit ermöglicht und die
Patienten bei einer selbstständigen Lebensführung sowie einer
individuellen und eigenverantwortlichen Versorgung unterstützt. Mit
dem SpeediCath(R) Compact Katheter für Männer steht nun erstmals ein
Einmalkatheter zur Verfügung, der das Bedürfnis der Anwender nach
mehr Diskretion und Flexibilität erfüllt.

Innovatives und diskretes Design

   Der SpeediCath(R) Compact für Männer stellt die neueste
Weiterentwicklung der SpeediCath(R)-Serie dar und bringt die
bewährten Vorteile mit: der beschichtete Katheter ist in sterile
Kochsalzlösung eingebettet, wodurch keine zusätzliche Flüssigkeit
benötigt wird und der Katheter jederzeit einsatzbereit ist. Die
gleichmäßige Beschichtung, die das gleiche Feuchtigkeitsmilieu wie
die Harnröhrenschleimhaut hat, gestaltet das Einführen angenehmer und
schonender. Völlig neu und revolutionär am SpeediCath(R) Compact für
Männer ist das diskrete Design: Im geschlossenen Zustand ist der
Katheter nur 19 cm lang und kann somit unauffälliger als bisher
aufbewahrt, transportiert und angewendet werden.

   "SpeediCath(R) Compact Männer bietet eine bisher ungekannte
Diskretion und gestaltet das Leben von Männern, die katheterisieren
müssen, einfacher. Das neueste 'Mitglied' der SpeediCath-Familie ist
nicht einmal halb so groß wie ein Standard-Katheter und daher der
ideale Katheter für zu Hause und unterwegs", so Mag. Thomas Neuwirth,
Geschäftsführer der Coloplast GmbH.

   Betroffen von Inkontinenz sind zum Beispiel querschnittgelähmte
Menschen, Menschen mit Spina bifida/Myelomeningozele bzw. offenem
Rückenmark und Multiple Sklerose-Patienten. Viel häufiger ist aber
die chronische Blasenüberdehnung u/o die chronische
Blasenmuskelschwäche. "SpeediCath(R) Compact Katheter können einen
Beitrag dazu leisten, dass Personen mit Blasenentleerungsstörungen
eine hochwertige Versorgung erhalten, die ihnen das Leben maßgeblich
erleichtert. Tagtäglich können wir beobachten, was es für einen
Unterschied macht, wenn ein Patient ein gutes, sicheres Produkt hat,
das den Alltag erleichtert. Wenn man wegen einer Grunderkrankung
ohnehin bereits eingeschränkt ist, sind bereits Nuancen in der
Versorgung elementar", ist Mag. Neuwirth überzeugt.

Einfache Handhabung, Diskretion und Ready-to-use-Prinzip für Anwender
besonders wichtig

   Ein intensiver Dialog und das unbedingte Verständnis für die
Bedürfnisse der Anwender sind die Basis für die Entwicklung
innovativer Produktlösungen. Im Vorfeld der Entwicklung des
SpeediCath(R) Compact für Männer wurde im Rahmen so genannter
Fokusgruppen ein umfangreiches Feedback von Katheter-Benutzern
eingeholt. Dabei wurden in einem ersten Schritt die Probleme und
Herausforderungen erhoben, die sich in der Verwendung herkömmlicher
Katheter für die Anwender ergeben. "Die Benutzer gaben mehrheitlich
an, dass bisherige Einmalkatheter unhandlich, peinlich und zu groß
seien. Die Produkte stigmatisieren durch ihre Größe und durch ihr
Design, das an ein medizinisches Produkt erinnert. Außerdem gaben die
Fokusgruppen-Teilnehmer an, dass sich auch die Entsorgung als
problematisch herausstellt", merkt Mag. Neuwirth an. Bei der Frage,
welche Eigenschaften einen guten Katheter auszeichnen, führte die
Mehrheit der befragten Patienten an, dass diese kompakt, einfach zu
transportieren, faltbar, hygienisch, sicher in der Vorbereitung und
einfach zu entsorgen sein müssten. In Anlehnung an diese
Anwenderbedürfnisse wurde der SpeediCath(R) Compact für Männer
entwickelt.

Betroffene, Ärzte und Pflegevertreter diskutieren die optimale
Versorgung

   Im Rahmen eines Hintergrundgesprächs, an dem Ärzte,
Pflegevertreter, Vertreter der Pflege- und Patientenanwaltschaft, der
Selbsthilfe und Betroffene teilgenommen haben, wurde vor kurzem über
Fortschritte im Bereich des intermittierenden Selbstkatheterismus
bzw. über die optimale Versorgung von Betroffenen diskutiert. Als
Tenor der Veranstaltung kann festgehalten werden, dass der
intermittierende Selbstkatheterismus zwar als Therapiestandard für
Patienten mit neurogener Blasenentleerungsstörung  etabliert ist, die
Bedeutung dieser Therapieform im Gesundheitswesen aber nach wie vor
nicht vollends ausgeschöpft ist.

   "Das Problembewusstsein und die Vorurteile gegen den
intermittierenden Selbstkatheterismus sind so alt wie das Prinzip
selbst. Bei vielen Patienten besteht die Angst vor einer Verletzung
der Harnröhre, dies ist aber nach korrekter Einschulung und
Verwendung moderner Einmalkatheter sehr selten. Bei korrekt
durchgeführtem intermittierenden Katheterismus sind auch
Harnwegsinfekte möglich, diese halten sich aber prozentual in
bescheidenen Grenzen und sind sogar seltener als bei allen anderen
Behandlungsmethoden", so Univ.-Prof. Dr. Hans Christoph Klingler,
stellv. Vorstand der Univ. Klinik für Urologie am AKH Wien. Ein
entscheidender Punkt sei dabei der Informationstransfer, und zwar
sowohl in Richtung der Anwender, als auch in Richtung der Ärzte und
Pflegevertreter. Die Vorteile des intermittierenden
Selbstkatheterismus seien sowohl den Allgemeinmedizinern, als auch
den Urologen und Neurologen verstärkt zu kommunizieren.

Professionelle Einschulung in der Anlernphase erhöht Compliance

   Univ.-Doz. Dr. Günter Primus, Leiter der Urodynamischen Ambulanz
an der Universitätsklinik für Urologie Graz, führte dazu an:
"Teamarbeit ist der entscheidende Faktor beim intermittierenden
Selbstkatheterismus. Dabei ist wichtig, dass der Arzt die verordneten
Katheter mit den Bedürfnissen und der Lebenssituation des Patienten
abstimmt, somit eine optimale Versorgung sichergestellt und die
Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessert werden kann. Die
Therapietreue ist ganz klar davon abhängig, wie der Patient vom Arzt
bzw. der behandelnden Pflegekraft untersucht, beraten und eingeschult
wird. Meines Erachtens kann eine Therapietreue von nahezu 90 Prozent
erreicht werden, und zwar unabhängig vom Alter des Patienten. Ich
habe die Erfahrung gemacht, dass fortgeschrittenes Alter keine
Kontraindikation für einen intermittierenden Selbstkatheterismus
darstellt."

   Aufgrund der Tatsache, dass die Verwendung von Medizinprodukten im
Rahmen von Blasenfunktionsstörungen intime Bereiche berührt, ist eine
sensible Vorgehensweise bei der Einschulung und der "Anlernphase" von
besonderer Bedeutung - dies bestätigte auch DGKS Christa Hosak von
der Urodynamischen Ambulanz der Urologischen Universitätsklinik Graz.
"Die Einschulung und richtige Handhabung sollte durch qualifiziertes
Fachpersonal und ohne Zeitdruck erfolgen. Viele Patienten sind vor
Angst, etwas falsch zu machen, anfänglich völlig verunsichert. Dabei
ist die Durchführung des intermittierenden Selbstkatheterismus
einfach und komplikationsarm und kann eine neue Lebensqualität
bedeuten - entscheidend ist dabei aber die Aufklärung des Patienten
und ein konsequentes Follow-up", so Hosak.

Selbstkatheterismus besonders für junge, mobile Männer interessant

   Das Aussehen und Design eines Einmalkatheters ist vor allem bei
Betroffenen der jungen, mobilen Generation von Bedeutung. Philipp N.,
selbst Betroffener, führte bei dem Hintergrundgespräch die
Bedürfnisse von jungen Patienten aus seiner Sicht an: "Es spielt eine
große Rolle, wie der Katheter aussieht, wie groß er ist und auch, wie
schnell und leise das Katheterisieren durchgeführt werden kann. Diese
Anforderungen erfüllt der SpeediCath(R) Compact für Männer durchwegs.
Das diskrete und kompakte Design ist sehr praktisch, sowohl für zu
Hause als auch unterwegs. Dies ist besonders für die 'mobile
Generation' und auch für mich als Student eine wesentliche
Erleichterung im Alltag", bestätigte Philipp N.

   Die Vorteile des SpeediCath(R) Compact Männer für die Anwender
wurde in einer Anwendungsbeobachtung belegt. Diese "Internationale
Multi-center Anwendungsbeobachtung" wurde in zehn europäischen
Ländern Ende 2010 mit mehr als 700 Teilnehmern durchgeführt. Pro
Patient wurden 30 Katheter getestet, ausgewertet und zur
Interpretation herangezogen wurden die Ergebnisse von 476 Männern.
"Hinsichtlich der Wichtigkeit der Diskretion und der einfachen
Handhabung gibt es zwei signifikante Ergebnisse: die Anwender haben
zu 96 Prozent zugestimmt, dass der SpeediCath(R) Compact für Männer
die Anforderungen an ein diskretes Katheterdesign sehr gut erfüllt
und mehr als 85 Prozent haben das Produkt als 'sehr einfach
anzuwenden' eingestuft", so Mag. Thomas Neuwirth zu den Resultaten
der Anwendungsbeobachtung.

Über Coloplast:

   Die breite Produktpalette von Coloplast ist in Österreich bereits
seit langem im Einsatz; seit 1993 ist der dänische Anbieter auch in
Österreich mit einer eigenen Tochtergesellschaft in Wien vertreten.
Die Bedeutung des gut etablierten Anbieters in den Bereichen Stoma-,
Inkontinenz-, Urologie- und Wundversorgung nimmt kontinuierlich zu
und Coloplast zählt heute zu den wichtigsten Anbietern.
www.coloplast.at; www.katheter.at

   Die Presseaussendung sowie zusätzliche Factsheets und ein Sujet
des SpeediCath(R) Compact Katheter stehen im Pressecorner auf
www.welldone.at als Download zur Verfügung.

   Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und
Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in
einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide
Geschlechter bezogen.

Rückfragehinweis:
   Welldone GmbH, Werbung und PR
   Mag. Elisabeth Kranawetvogel,  Mag. Sabine Sommer
   Public Relations
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   Tel.: 01/402 13 41-12 bzw. 40 | e-Mail: pr@welldone.at