Autor Thema: Schmerzen - Informationen  (Gelesen 8045 mal)

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Dietmar E.

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Schmerzen - Informationen
« am: 25. Februar 2009, 15:43 »

Unser Thema in der Servicezeit: Gesundheit vom 16. Februar 2009 war:

   Schmerz lass nach: neue Schmerztherapien

Akute Schmerzen sind ein lebenswichtiges und sinnvolles Warnsignal, wenn Verletzung oder Erkrankung droht. Ausgelöst werden sie durch Reize von außen oder aus dem Inneren des Körpers. Nach Beseitigung der Reize vergeht normalerweise der Schmerz. Bestehen die Schmerzen jedoch weiter oder halten sie länger als sechs Monate an, werden sie als chronisch bezeichnet. Dieser chronische Schmerz hat keine biologisch sinnvolle Warnfunktion mehr: Er hat sich verselbständigt und ist selbst zur Krankheit geworden. Wichtig ist daher eine frühzeitige und effektive Therapie, um eine Chronifizierung von Schmerzen zu verhindern. Denn zu den andauernden und unerträglichen Schmerzen kommen gravierende psychische Probleme hinzu. Die Servicezeit: Gesundheit informierte in der heutigen Sendung über neue Ansätze der Schmerztherapie.


Mit den folgenden Beiträgen haben wir das Thema näher beleuchtet:

   * Schmerz: Warnsignal und Hilferuf
     http://www.wdr.de/tv/servicezeit/gesundheit/sendungsbeitraege/2009/0216/01_schmerz_warnsignal_und_hilferuf.jsp

   * Selbsttherapie bei Schmerzen: Risiken und Nebenwirkungen
     http://www.wdr.de/tv/servicezeit/gesundheit/sendungsbeitraege/2009/0216/02_selbsttherapie_bei_schmerzen.jsp

   * Schmerzzentren
     http://www.wdr.de/tv/servicezeit/gesundheit/sendungsbeitraege/2009/0216/03_schmerzzentren.jsp

   * Schmerzzertifikat
     http://www.wdr.de/tv/servicezeit/gesundheit/sendungsbeitraege/2009/0216/04_schmerzzertifikat.jsp

   * Schmerztherapien: Tipps
     http://www.wdr.de/tv/servicezeit/gesundheit/sendungsbeitraege/2009/0216/05_schmerztherapien.jsp
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Gitti

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Re:Schmerzen - Informationen
« Antwort #1 am: 08. Februar 2011, 22:12 »




Akute und chronische Schmerzen. Wo führt das hin?
Collegium Publicum - Ärztekammer Wien vom 15.01.2011, 09:00 Uhr

Eine Veranstaltung des Fortbildungsreferates der Ärztekammer für Wien
gemeinsam mit der Gesellschaft der Ärzte in Wien

Die Veranstaltung findet im MuseumsQuartier (Auditorium des Museums moderner Kunst, Stiftung Ludwig, Museumsplatz 1, 1070 Wien) statt.
verfügbar am:
29.01.2011    Moderation:
Herr Burkhard Gustorff (Universitätsklinik für Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie, MUW , Wien )
zurück
   Neurophysiologische Unterschiede zwischen akuten und chronischen Schmerzen
Frau Doris Schoffnegger-Gruber ( Abteilung für Neurophysiologie, MUW, Wien )
| Dauer: 14:10
   Das bio-psycho-soziale Modell: wie wird akuter Schmerz chronisch?
Herr Martin Aigner ( Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, MUW, Wien )
| Dauer: 15:39
   Die abgestufte Behandlung: vom Hausarzt zum Schmerzzentrum und zurück
Herr Wilfried Ilias ( Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin, KH Barmherzige Brüder, Wien )
| Dauer: 20:07
   Infiltrationen im Bewegungsapparat
Herr Martin Friedrich ( Abteilung f. Orthopädische Schmerztherapie, Spine Unit, Orthopädisches Spital Speising, Wien )
| Dauer: 20:30
   Behandlungsformen der physikalischen Medizin
Herr Klaus Hohenstein ( Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Geriatriezentrum am Wienerwald, Wien )
| Dauer: 21:34
   Neue periphere Behandlungen des neuropathischen Schmerzes
Herr Herwig Kloimstein ( Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin, Wilhelminenspital, Wien )
| Dauer: 21:06

Download Einladung und Anmeldekarte


http://billrothhaus.at/index.php?option=com_vf_veranstaltungskalender&Itemid=144&eventtype=&eventyear=&eventmonth=&show_page=0&task=lecture&veID=562

Edi

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Neurologen fordern Umdenken in der Schmerztherapie
« Antwort #2 am: 27. September 2012, 21:09 »


Neurologen fordern Umdenken in der Schmerztherapie
Donnerstag, 27. September 2012
DAK/Wigger

Hamburg – Wechseln Patienten ihre Medikamente, kann deren Erwartungshaltung die Wirksamkeit der neuen Arzneien entscheidend beeinflussen. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hingewiesen. Habe etwa das erste Schmerzme­dikament eine schlechte Wirkung gezeigt, werde auch die Wirkung des nächsten nicht zufriedenstellend sein, so die Fachgesellschaft.

„Angesichts dieser Resultate erscheint etwa das Stufenschema der WHO zur Schmerz­behandlung mit der sukzessiven Anwendung immer stärkerer Arzneien als fragwürdige Strategie“, erklärte Ulrike Bingel, Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Neurologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, auf dem 85. DGN-Kongress. Sehr häufig stünden Ärzte vor der Situation, dass eine Arznei nicht die gewünschte schmerzlindernde Wirkung zeige. „Man steigt dann um und probiert einen anderen Wirkstoff“, so Bingel. Dabei werde jedoch die Erfahrung, die der Patient mit dem ersten Medikament gemacht hat, mitgenommen, und mindestens teilweise auf die Folgearznei übertragen.
Anzeige

Um dies zu zeigen, ließ die Hamburger Wissenschaftlerin im Rahmen einer Studie einen Teil der gesunden Probanden schlechte Erfahrungen mit einer vermeintlichen Schmerz­salbe machen. Die Teilnehmer bekamen an verschiedenen Stellen der Haut zwar die gleiche Salbe, wussten aber nicht, dass die Forscher mittels Hitze unterschiedlich starke Schmerzreize erzeugten. Tags darauf gab es dann statt der Salbe ein Schmerzpflaster, und der Schmerzreiz wurde um 30 Prozent verringert.

Mitnahmeeffekt wirkt sich schädlich aus
Das Ergebnis: Wer zuvor schlechte Erfahrungen mit der Salbe gemacht hatte, konnte auch mit dem Pflaster weniger Schmerzlinderung feststellen. Der Unterschied ... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/51815

Gitti

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Besseres Schmerz-Management bei stationären Patienten
« Antwort #3 am: 08. Oktober 2012, 23:51 »

Besseres Schmerz-Management bei stationären Patienten erprobt

Dienstag, 25. September 2012

New York – Mit einem gezielten Management von Patienten, die während ihres Kranken­hausaufenthaltes Schmerzen erleiden müssen, lassen sich ihre Leiden besser bewältigen. Wie eine neue Studie von Wissenschaftlern der Mount Sinai School of Medicine herausgefunden hat, kann das medizinische Personal die Schmerzen erfolgreicher lindern, wenn sie ihre Patienten nicht nur nach den Beschwerden selber sondern auch nach ihrer Zufriedenheit mit der Schmerztherapie befragen.

Ihre Studie konnten die Autoren unter der Leitung von David Reich im American Journal of Medical Quality (doi: 10.1177/10628606124574259) publizieren. Ziel dieser Arbeit war, frühzeitige Anzeichen für Schmerzen von stationären Patienten zu identifizieren und präventiv ein besseres Schmerz-Management zu etablieren.

Zunächst kamen sie zu dem generellen Ergebnis, dass Patienten, die während ihres Krankenhausaufenthaltes moderate bis stärkere Schmerzen verspürten, meist jünger und weiblich waren. Meist mussten diese Patienten eine längere Zeit auf der Station verbringen und nahmen überdurchschnittlich oft psychoaktive Medikamente ein. Ebenso spielte die Abteilung, aus der der behandelnde Arzt kam, eine Rolle. Die Autoren stellten hiermit sogenannte Prädiktoren fest, die bei stationären Patienten für intensivere Schmerzen sorgten.

Mit Hilfe der Kenntnis dieser Prädiktoren gelang es ihnen anschließend, das Schmerz-Management zu verbessern. So gaben vor der Studie zum Beispiel die Patienten nach einer Operation der unteren Extremität durchschnittlich fünf Punkte auf der numerischen Schmerzskala (numeric rating scale, kurz NRS) an. Nachdem die Forscher jedoch die Prädiktoren für die Schmerzentwicklung herausgearbeitet und dementsprechend das perioperative Schmerz-Management angepasst hatten, lag der NRS-Wert der operierten Patienten nur noch bei durchschnittlich drei.

Für die Erstellung ihres Schmerz-Managements ...... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/51791

Josef

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„Schmerz gilt heute nicht mehr als Schicksal“
« Antwort #4 am: 26. Oktober 2012, 22:25 »


„Schmerz gilt heute nicht mehr als Schicksal“

Freitag, 26. Oktober 2012

Berlin – Patienten mit chronischen Schmerzen warten im Durchschnitt bis zu vier Jahre, bis sie eine qualifizierte schmerztherapeutische Behandlung erhalten. Experten diagnostizieren in Deutschland eine klare Unterversorgung von Schmerzpatienten. Im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt erläutert der neue Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft (früher DGSS), Thomas Isenberg, wie man die Versorgung der Schmerzpatienten verbessern und welche Rolle die Deutsche Schmerzgesellschaft dabei spielen könnte.
Thomas Isenberg

Fünf Fragen an… Thomas Isenberg, Geschäfts­führer der Deutschen Schmerzgesellschaft

DÄ: Herr Isenberg, nicht alle Patienten mit chronischen Schmerzen erhalten eine adäquate Therapie. Wie wollen Sie die Schmerzbehandlung in Deutschland verbessern?
Isenberg: Um die Schmerzbehandlung verbessern zu können, müssen wir zunächst einmal genau wissen, wo die Defizite liegen. Und das können wir nur in den Regionen herausfinden. Mein Ziel ist es deshalb, regionale Schmerzforen zu initiieren, in denen Experten zusammenkommen und die Versorgungslage vor Ort analysieren. Dabei soll es auch darum gehen, welche Verträge mit den Krankenkassen bereits existieren und welche wir noch brauchen. Insgesamt muss das Thema Schmerz ein Topthema der regionalen, aber auch der bundesweiten Gesundheits- und Wissenschaftspolitik werden.

Wichtig ist mir außerdem, die Zusammenarbeit mit Hausärzten, Kinderärzten, anderen Fachgebieten sowie Psychologen, aber auch Pflegekräften, Physiotherapeuten und Apothekern weiter auszubauen. Ein bundesweiter Schmerzaktionstag findet ab sofort immer am zweiten Dienstag im Juni eines jeden Jahres statt, in 2013 also am 4. Juni. An diesem Tag können sich Krankenhäuser, Arztpraxen, Apotheker, Pflegekräfte und alle Berufsgruppen präsentieren, die in der Schmerzbehandlung aktiv sind. So wird der Kontakt zu betroffenen Patienten intensiver hergestellt und auch das Netzwerk gestärkt. 

Außerdem möchte ich unserer Forderung nach einem Nationalen Aktionsplan gegen den Schmerz Nachdruck verleihen. Hier ist die Politik in der Verantwortung.  Denn wir müssen in Deutschland erreichen, dass jeder Mensch weiß, was bei Schmerzen zu tun ist und an wen er sich wenden kann. Und auch, wenn es für chronische Schmerzen wirksame Therapiekonzepte gibt, müssen wir erreichen, dass akute Schmerzen frühzeitig und ausreichend behandelt werden, um chronische Schmerzen zu verhindern.  Deshalb sollte es zur Indikation Schmerz öffentlich geförderte Aufklärungsveranstaltungen, Broschüren, Plakate und Anzeigen geben – wie bei den Diagnosen Krebs und AIDS. Und wir erwarten vom Forschungs- und vom Gesundheitsministerium, dass sie die Schmerzforschung zunehmend als Schwerpunkt in ihre Förderprogramme aufnehmen.

Damit jeder Arzt in Deutschland Schmerzen diagnostizieren und behandeln kann, fordern wir zudem, dass die Schmerztherapie verstärkt Teil der Weiterbildung für alle Fachärzte und psychologischen Psychotherapeuten, aber auch bei anderen Berufsgruppen des Gesundheitswesens wird. Im Netzwerk der Deutschen Schmerzgesellschaft bieten wir schon heute ein ergänzendes modulares Fort- und Weiterbildungsprogramm an. Dazu haben wir im Herbst dieses Jahres die Deutsche Schmerzakademie gegründet. Diese wollen wir mit Partnern gemeinsam ausgestalten. Natürlich ist uns auch die Fortent­wicklung der Vergütungsstruktur ein wichtiges Anliegen, damit gute Arbeit erfolgreich geleistet werden kann.

DÄ: Wollen Sie die Deutsche Schmerzgesellschaft umbauen?
Isenberg: Ich möchte sie nicht umbauen. Sie hat eine beachtenswerte Basis und Qualität der Arbeit in den letzten 30 Jahren entwickelt. Aber: Ich möchte sie ins dritte Jahrtausend überführen, auch was ihre Organisation und Präsenz betrifft. Dafür ziehen wir zum Beispiel nach Berlin. Und wir möchten politischer werden, die öffentliche Wirkung und die Umsetzung unsere Erkenntnisse erhöhen. Gerade diesen Monat haben wir eine entsprechende Kampagne gestartet. Mit einem Appell für Versorgungsforschung in der Schmerzmedizin sammeln wir bundesweit Unterschriften mehrerer Tausend Persönlichkeiten rund um das Thema Schmerz. Diese werden wir nach der Bundestagswahl im Spätherbst 2013 der neuen Bundesregierung übergeben. 

Konkret wollen wir beispielsweise eine Anlaufstelle für Register zur Akutschmerzversorgung sowie zur Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen schaffen und damit nach der Bundestagswahl an die Politik herantreten.  Und wir wollen den Dialog mit anderen Organisationen intensivieren, die für eine bessere Versorgung von Schmerzpatienten arbeiten. Zum Beispiel werden wir den Dialog mit der Schmerzliga, einer Selbsthilfeorganisation, die lange Zeit von Marianne Koch geleitet wurde, ausbauen.

DÄ: Wie groß ist die Deutsche Schmerzgesellschaft?
Isenberg: Wir haben mehr als 3.300 Mitglieder und sind damit die größte wissenschaftliche Schmerzgesellschaft Europas. Eine Hälfte unserer Mitglieder kommt aus der Universitätsmedizin, von dort kommen vor allem Anästhesisten. Wir haben als Mitglieder aber auch sehr viele Psychologen sowie Allgemeinmediziner, Internisten, Onkologen und Orthopäden, von denen viele in der Niederlassung tätig sind. Dazu kommen Physiotherapeuten und Pflegefachkräfte.  Damit unterscheiden wir uns von klassischen Fachgesellschaften. Aber diese Interdisziplinarität und Interprofessionalität ist auch eine unserer Stärken.

DÄ: Das Fach Schmerzmedizin hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Wie ist es aus Ihrer Sicht dazu gekommen?
Isenberg: Vor 20 Jahren war die Schmerzmedizin noch Außenseiter. Unser Fach hat seitdem an Relevanz gewonnen. Denn die Sicht auf den Schmerz hat sich gewandelt. Er gilt nicht mehr als Schicksal, sondern als behandelbare Krankheit. Heute gibt es zum Beispiel ein Mustercurriculum, die aktuelle Novelle der ärztlichen Approbationsordnung hat zudem die Schmerzmedizin als neuen, auch prüfungsrelevanten, Querschnittsbereich eingeführt. Außerdem ist der Schmerz jetzt endlich im Morbi-RSA abgebildet. Die Schmerztherapie ist also mit Strukturen unterlegt und wird daher für die Vertragspartner zunehmend interessant.

DÄ: Wie finanziert sich die Deutsche Schmerzgesellschaft?
Isenberg: Die Schmerzgesellschaft finanziert sich ........ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/52179
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Werner

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"Allianz Chronischer Schmerz Österreich" gegründet
« Antwort #5 am: 07. Dezember 2012, 00:37 »



"Allianz Chronischer Schmerz Österreich" gegründet

Neuropathischer Schmerz als eigenes Krankheitsbild gefordert


Wien (OTS) - In Österreich leiden rund 1,5 Millionen Menschen (1) an
chronischen Schmerzen - schätzungsweise 11 Prozent davon sind von
neuropathischen Schmerzen ("Nervenschmerzen") betroffen. Chronische
Schmerzen sind schwer diagnostizierbar und beeinträchtigen stark das
Leben der Betroffenen. Zudem stellen sie für jeden Arzt eine große
Herausforderung dar. Vor allem dann, wenn Patienten über Jahre nicht
adäquat behandelt werden. Damit "chronischer Schmerz" vom
Gesundheitswesen und der Öffentlichkeit künftig als eigenständiges
Krankheitsbild anerkannt wird, wurde von der EURAG (Europäische
Arbeitsgemeinschaft) ein neues Projekt ins Leben gerufen.

Schmerzen sind eine Warnung, die zeigen, dass mit dem Körper etwas
nicht in Ordnung ist. Daher sollte stets nach ihrer Ursache geforscht
werden. Manchmal findet sich jedoch keine Erkrankung, die den Schmerz
erklären würde, oder die Krankheit ist nicht heilbar. Dann entwickeln
sich chronische Schmerzzustände. Heute weiß man, dass solche
Schmerzen eine eigene Krankheit darstellen: Obwohl ein chronisches
Schmerzsyndrom das Leben der Betroffenen sehr stark beeinträchtigt,
begeben sich nur etwa die Hälfte aller Menschen mit chronischen
Schmerzen in ärztliche Behandlung. Dabei verlangen die fein
differenzierten Schmerzformen und die Entstehung des chronischen
Schmerzes, dass bei dieser Symptomatik eine sehr ausführliche
Diagnostik durchgeführt werden muss, um im Anschluss daran eine
entsprechende und gezielte Behandlung zu ermöglichen.
Was ist chronischer Schmerz?

Dauert der Schmerz länger als 12 Wochen an oder kehrt ständig
wieder, spricht man nach Definition der Österreichischen
Schmerzgesellschaft (ÖSG) von chronischen Schmerzen. Jede
Altersgruppe kann betroffen sein. Am stärksten betroffen sind
Personen im Alter von 41 bis 70 Jahren. In Österreich sind Leiden im
Bereich des Stütz- und Bewegungsapparates, Migräne und Tumorleiden
sowie neuropathische Schmerzen die häufigsten Formen chronischer
Schmerzen (2). Um auf die zunehmende Problematik chronischer
Schmerzen aufmerksam zu machen, bietet Pfizer Austria seit Februar
2012 eine Service Website für Betroffen an, die an ungeklärten
chronischen Schmerzen leiden. Mit dieser Service Website möchte man
über die vielen unbekannte Schmerzform "Neuropathischer Schmerz"
aufklären.
2012 "Allianz Chronischer Schmerz Österreich" gegründet

Seit über 50 Jahren setzt sich die EURAG (Europäische
Arbeitsgemeinschaft) in 34 Staaten für die Interessen und die
Lebensqualität älterer Menschen ein. Anders als in anderen
europäischen Ländern gibt es in Österreich nur wenige Einrichtungen,
die eine effektive Schmerztherapie ermöglichen, zudem gibt es relativ
wenige Schmerzspezialisten mit Kassenvertrag. Im Oktober 2012 wurde
deshalb die "Allianz chronischer Schmerz Österreich" ins Leben
gerufen - ein Zusammenschluss von bislang 30 Selbsthilfegruppen von
Wien bis Vorarlberg, die derzeit mit einer Unterschriften-Aktion eine
Anerkennung des chronischen Schmerzes als eigene Krankheit, eine dem
jeweiligen Krankheitszustand entsprechende Therapie, sowie die
Einrichtung von multidisziplinären Schmerzzentren fordern
Hohe Dunkelziffer

In Österreich sind etwa 20 Prozent der Gesamtbevölkerung von
chronischen Schmerzen betroffen, darunter viele auch von
neuropathischen Schmerzen1. Eine exakte Zahl lässt sich aufgrund der
hohen Dunkelziffer und fehlender statistischer Daten nicht nennen.
Derzeit befinden sich ca. 23 Prozent der Betroffenen nicht in
ärztlicher Behandlung1. Um die Schmerzen und damit einhergehende
Beschwerden zu lindern, ist es notwendig, eine umfassende und
differenzierte Diagnose von einem Arzt einzuholen. Bei
neuropathischen Schmerzen kommt es beispielsweise zu einer
Verselbstständigung oder Verstärkung der Reizweiterleitung der
Nerven. Ohne Behandlung kann es zu starken individuellen psychischen
und physischen Einschränkungen kommen. Neben einer verminderten
Lebensqualität können unbehandelte neuropathische und chronische
Schmerzen zu erheblichen Einschränkungen im Privatleben und
Berufsalltag - bis hin zur Arbeitsunfähigkeit - führen. Darüber
hinaus werden aber auch das Gesundheitssystem und der Staatshaushalt
durch beispielsweise Krankenstandstage, Arbeitsunfähigkeit und
Frühpensionierung belastet.

Um auf die zunehmende Problematik chronischer Schmerzen aufmerksam
zu machen, bietet Pfizer Austria seit Februar 2012 eine Service
Website für Betroffen an, die an ungeklärten chronischen Schmerzen
leiden. Mit dieser Service Website möchte man über die vielen
unbekannte Schmerzform "Neuropathischer Schmerz" aufklären.

Werden Schmerzen als stechend, kribbelnd, brennend oder plötzlich
"einschießend" empfunden, kann das auf eine neuropathische
Schmerzkomponente hinweisen. Weitere Informationen zum Thema
neuropathischer Schmerz finden Sie unter: www.mein-schmerz.at.
Pfizer - Gemeinsam für eine gesündere Welt

Pfizer erforscht und entwickelt moderne Arzneimittel für alle
Lebensphasen von Mensch und Tier. Mit einem der höchsten
Forschungsetats der Branche setzt Pfizer, mit Hauptsitz in New York,
neue Standards in verschiedenen Therapiegebieten wie beispielsweise
Entzündungskrankheiten, Krebs, Schmerz oder bei Impfstoffen. Weltweit
arbeiten bei Pfizer rund 100.000 Mitarbeiter daran, Krankheiten zu
heilen, zu lindern oder vorzubeugen. Pfizer ist in über 80 Ländern
mit Niederlassungen präsent und erzielte im Geschäftsjahr 2011 einen
Umsatz von rund 67,4 Milliarden US-Dollar.

In Österreich gliedert sich das Unternehmen in drei
Geschäftsfelder: Rezeptpflichtige Medikamente, rezeptfreie Produkte
sowie Tiergesundheit. Das Produktportfolio umfasst innovative
Originalpräparate und patentfreie Produkte einschließlich Generika.
Pfizer Corporation Austria ist ein wichtiger Partner der
medizinischen Forschung und Entwicklung in Österreich. Um mehr über
unseren Einsatz zu erfahren, besuchen Sie uns auf www.pfizer.at.

Quelle:

(1) PAIN Proposal Austria, September 2010
(2) Österreichischer Patientenbericht Chronischer Schmerz 2009:
http://www.ots.at/redirect/patientenbericht1 [17.8.2011]
http://www.journalmed.de/newsview.php?id=39413

admin

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20.03.2013

   
Tatort Schmerztherapie: Wechselwirkungen und Schmerzerfassung im Fokus


Über die Herausforderungen und potentiellen Lösungsansätze einer adäquaten Schmerztherapie diskutierten Teilnehmer und renommierte Schmerzspezialisten unter anderem auf der Fortbildungsveranstaltung - "Schmerztherapeuten im Dialog - NRW 2013. Tatort Schmerztherapie". 60 Schmerztherapeuten aus Nordrhein-Westfalen waren der Einladung von Dr. Johannes Horlemann, Kevelaer, Klaus Längler, Erkelenz, sowie des pharmazeutischen Unternehmens Janssen gefolgt, um sich in zahlreichen Vorträgen und Workshops über praxisrelevante Themen rund um die Schmerztherapie zu informieren und auszutauschen.

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=40245
« Letzte Änderung: 21. März 2013, 00:10 von admin »

Jutta

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Schmerzen ohne Spezialbetreuung!
« Antwort #7 am: 04. Mai 2013, 20:19 »




Nur zwei Prozent der Schmerzpatienten von Spezialisten betreut

Donnerstag, 2. Mai 2013

Düsseldorf – Nur zwei Prozent von deutschlandweit elf Millionen Patienten mit chronischen Kopf-, Gelenk-, Rücken-, Nerven- oder Narbenschmerzen werden von Ärzten betreut, die sich auf dem Gebiet der Schmerztherapie spezialisiert haben. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC). Laut der Fach­gesellschaft könnten viele dieser Patienten von einer sogenannten multimodalen Schmerztherapie profitieren: Dabei kombinieren Ärzte Verfahren wie Medikamenten­therapie, Patientenschulung, Psychotherapie, Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining bis hin zur Implantation von Elektroden.

Besonders wichtig ist laut der Chefärztin des Schmerztherapeutischen Zentrums am St. Vinzenz-Krankenhaus Düsseldorf, Susanne Stehr-Zirngibl, die Patienten in die Therapie einzubinden und zu aktivieren. Zu den aktivierenden Verfahren gehörten Kranken­gymnastik, Entspannungsmethoden, Schmerzbewältigungstraining und psychologische Anleitung.

Auf die Möglichkeit von neuromodulativen Verfahren weist Volker Tronnier, Direktor der Neurochirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Lübeck, hin. Infrage kämen unter anderem Patienten, die unter ins Bein ziehenden Schmerzen nach Rückenoperationen, Morbus Sudeck oder Narbenschmerzen nach Leistenbruchoperationen litten.

„Bei bis zu 50 Prozent dieser Patienten mit neuropathischen Schmerzen haben neuromodulative Verfahren Erfolg“, so Tronnier. Bevor operative Maßnahmen wie die Implantation von Elektroden zum Einsatz kämen, sollten Ärzte aber andere Verfahren im Rahmen der multimodalen Therapie ausschöpfen.

© hil/aerzteblatt.de

Jutta

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Schmerzen bleiben unbehandelt!
« Antwort #8 am: 11. Mai 2013, 22:24 »


Elf Millionen chronische Schmerzpatienten: Nur 2% werden von Spezialisten behandelt

In Deutschland leiden elf Millionen Menschen andauernd unter Kopf-, Gelenk-, Rücken-, Nerven- oder Narbenschmerzen. Aber nur 2% der Betroffenen werden von Ärzten betreut, die sich auf dem Gebiet der Schmerztherapie spezialisiert haben. Deshalb müssen viele Patienten unnötig chronische Schmerzen ertragen, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) im Vorfeld ihrer 64. Jahrestagung. Ihnen könnte die multimodale Schmerztherapie helfen: Dabei kombinieren Ärzte Verfahren wie Medikamententherapie, Patientenschulung, Psychotherapie, Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining bis hin zur Implantation von Elektroden. Neue Entwicklungen in der Schmerztherapie sind ein Schwerpunkt der 64. Jahrestagung der DGNC, die vom 26. bis 29. Mai 2013 in Düsseldorf stattfindet.

"Meist bestehen die chronischen Schmerzen schon sehr lange", erläutert Dr. med. Susanne Stehr-Zirngibl, Chefärztin des Schmerztherapeutischen Zentrums am St. Vinzenz-Krankenhaus Düsseldorf. "Jeder fünfte Patient leidet seit mehr als zwanzig Jahren." Zu den häufigsten Schmerzarten zählen Kopf-, Gelenk- und Rückenschmerzen. Um die Beschwerden zu lindern, setzen Ärzte bei mehr als der Hälfte der Patienten Schmerzmittel in Form von Tabletten und Tropfen sowie Massagen ein, in etwa einem Drittel der Fälle Wärmebehandlungen und Schlammpackungen. "Das allein hilft aber meist nicht weiter", meint Schmerzspezialistin Stehr-Zirngibl. "Denn diese Therapien sind passiv, der Patient muss nicht selbst aktiv werden. Aktivierung ist aber dringend erforderlich."
 
Zu den aktivierenden Verfahren gehören Krankengymnastik, Entspannungsmethoden, Schmerzbewältigungstraining und psychologische Anleitung. "Chronische Schmerzen sind häufig die späte Folge einer traumatischen Erfahrung in der Kindheit", berichtet Stehr-Zirngibl. "Viele Menschen stecken eine solche Verletzung zunächst weg. Aber wenn später ein einschneidendes Ereignis wie der Tod des Ehepartners, Arbeitsplatzverlust oder eine Operation hinzukommt, kann das Trauma wieder aufbrechen und sich mit chronischen Schmerzen äußern." In solchen Fällen hilft eine Kombination aus Antidepressiva und Aktivierung sowie Psychotherapie besonders gut, belegen Studien.
 
Dauerschmerzen können aber auch Folge von Narbenbildung oder Nervenverletzungen bei einer Operation sein - Experten sprechen von "neuropathischen" Schmerzen. Sie treten beispielsweise nach Leistenbrucheingriffen oder wiederholten Rückenoperationen auf. Um diese Schmerzen zu lindern, implantieren Neurochirurgen in bestimmten Fällen auch Elektroden. Dabei legen sie die Elektroden entweder in die Nähe des Rückenmarks in den Wirbelkanal oder unter die Haut. Die Elektroden werden mit einer kleinen Batterie verbunden, die ebenfalls am Bauch oder Gesäß ins Fettgewebe eingepflanzt wird. So können die Elektroden leichte Stromimpulse abgeben, die die Weiterleitung der Schmerzsignale ans Gehirn verhindern sollen. Über den Einsatz dieser sogenannten neuromodulativen Verfahren diskutieren Experten auf der 64. Jahrestagung der DGNC.
 
In Frage kommen Patienten, die unter ins Bein ziehenden Schmerzen nach Rückenoperationen, Morbus Sudeck oder Narbenschmerzen nach Leistenbruchoperationen leiden. "Bei bis zu 50% dieser Patienten mit neuropathischen Schmerzen haben neuromodulative Verfahren Erfolg", erklärt Prof. Dr. med. Volker Tronnier, Direktor der Neurochirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Lübeck. Ob ein neuropathischer Schmerz vorliegt, klären Neurologe oder Neurochirurg in einer umfassenden neurologischen Untersuchung, die auch den Schmerz gezielt testet und analysiert. "Verursacht bereits das Bestreichen mit einem Wattebausch über die Leistengegend Schmerz oder unangenehme Missempfindungen, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein neuropathischer Schmerz vor", erklärt Tronnier. Bevor operative Maßnahmen wie die Implantation von Elektroden zum Einsatz kommen, sollten andere Verfahren im Rahmen der multimodalen Therapie ausgeschöpft worden sein.
 
Weitere Informationen sowie das Programm der 64. DGNC-Jahrestagung sind unter www.dgnc.de/2013/ abrufbar.

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=40573


Jutta

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Schmerz: Kombination von Entzündung und Nervenimpulsen
« Antwort #9 am: 25. Mai 2013, 18:14 »



Schmerz: Kombination von Entzündung und Nervenimpulsen

29. April 2013, 13:25

Mit experimentellem Ansatz von Wiener Wissenschaftlern nachgewiesen

Wien - Schmerz ist eine Kombination aus Entzündungsreaktionen sowie Prozessen im Zentralnervensystem und in Gedächtniszellen. Diese altbekannte Tatsache hat ein Wissenschaftlerteam um Burkhard Gustorff, vom Wiener Wilhelminenspital, in einem experimentellen Ansatz eindeutig belegt, hieß es am Montag in einer Presseaussendung der MedUni Wien.

Verwendet wurde dabei das sogenannte "Sonnenbrandmodell". Dabei wurde nachgewiesen, dass nicht nur der Sonnenbrand selbst Schmerzen verursacht, sondern dass diskrete Reizungen des peripheren Hautgewebes ebenfalls Schmerzen auslösen. Mit Hilfe eines "künstlichen Sonnenbrands" durch UVB-Strahlung wurde ein kleines Haut-Areal schmerzempfindlich gemacht. Nach 24 Stunden war die Schmerzintensität am (leichten) Sonnenbrand am höchsten, aber auch zum Beispiel durch sanfte Nadelstiche oder leichte Erwärmung zeigte sich das periphere Gewebe gereizt und schmerzempfindlich.
Erregungsprozesse

"Das ist der Nachweis", so Gustorff, "dass beim Sonnenbrand die Überempfindlichkeit der Haut nicht nur durch die oft schmerzhafte Entzündungsreaktion ausgelöst, sondern auch durch Erregungsprozesse im Zentralnervensystem gesteuert wird." Der Wissenschaftler leitet auch einen von der MedUni Wien organisierten postgraduellen Universitätslehrgang für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ismed). (APA , 29.4.2013)

Josef

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Studienteilnehmer mit chronischen Rückenschmerzen gesucht
« Antwort #10 am: 27. Februar 2014, 00:16 »



26.02.2014
   
   
Studienteilnehmer mit chronischen Rückenschmerzen gesucht


Wer unter chronischen Rückenschmerzen leidet, die trotz Behandlung bereits länger als drei Monate anhalten und nicht auf entzündliche Erkrankungen (z.B. Morbus Bechterew oder rheumatoide Arthritis), Brüche oder einen Bandscheibenvorfall zurückgehen, kann ab sofort an einer klinischen Studie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg teilnehmen. Darin überprüfen Wissenschaftler die Wirksamkeit einer speziellen psychotherapeutischen Technik, die sich u.a. bereits in der Behandlung von traumatisierten Patienten bewährt hat.

Als Probanden eignen sich Frauen und Männer im Alter zwischen 25 und 70 Jahren, die sich aktuell nicht in psychotherapeutischer Behandlung befinden.

Die eingesetzte Technik ist die sogenannte "„Eye Movement Desensitization and Reprocessing" (EMDR)-Therapie. Bei dieser psychotherapeutischen Technik werden der Schmerz und Situationen, die der Patient mit dem Rückenschmerz verbindet, besprochen und mit Augenbewegungen kombiniert. "Dies scheint Mechanismen in Gang zu setzen, durch die belastende Gedächtnisinhalte, z.B. von schmerzhaften oder emotional aufwühlenden Erlebnissen, neu verarbeitet werden. Sie führen dadurch zu emotionaler und körperlicher Entspannung sowie einer positiven Beeinflussung der Schmerzen", erklärt Studienleiter Prof. Dr. med. Wolfgang Eich. Das Verfahren hat sich in der Behandlung von Patienten mit psychischem Trauma bereits bewährt. Zwischen Traumapatienten und Menschen mit chronischen Rückenschmerzen bestehen viele Gemeinsamkeiten - von der hohen emotionalen Belastung bis zur Verarbeitung im Gehirn. "Es bestehen daher gute Chancen, dass auch Patienten mit Rückenschmerzen davon profitieren könnten", so Prof. Eich. Auch bei Kopfschmerzen erwies sich die EMDR-Therapie in ersten Studien als wirksam und schmerzlindernd.

Die Probanden werden zufällig in eine Therapie- und eine Vergleichsgruppe, die keine Therapie erhält, eingeteilt. Die EMDR-Therapie beinhaltet zehn Einzeltermine von ca. 90 Minuten Dauer im 14-tägigen Rhythmus. Personen in der Vergleichsgruppe erhalten keine Therapie. Zu Beginn der Studie und am Ende werden die Teilnehmer aus Therapie- und Vergleichsgruppe untersucht. Unter anderem wird eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt. Die MRT ist ein sicheres Verfahren, bei dem der Körper keinerlei Strahlenbelastung ausgesetzt wird. Die meisten Termine finden in der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Im Neuenheimer Feld 410, 69120 Heidelberg, die MRT-Untersuchung am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim statt. Sämtliche Untersuchungsergebnisse und Angaben fließen anonymisiert in die Studie ein, die Studienärzte und -psychologen unterliegen der Schweigepflicht.

Forschungsverbund zu chronischem Rückenschmerz

Die aktuelle Studie ist ein Projekt des Forschungsverbundes LOGIN, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 3,5 Millionen Euro gefördert wird. Im Verbund erforschen Wissenschaftler aus Heidelberg, Mannheim, Mainz und Marburg, unter anderem chronische Rückenschmerzen. Ziel ist es, neue Ansatzpunkte für Diagnostik und Therapie zu identifizieren. Koordinator des Gemeinschaftsprojektes ist Prof. Dr. med. Wolfgang Eich, Spezialist für chronische Schmerzen an der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik des Universitätsklinikums Heidelberg.

Anmeldung zur Studie:
Tel.: 06221 56-8219 (Bitte Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen, wir melden uns bei Ihnen).

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Werner

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Dem Gehirn beibringen, weniger Schmerz zu empfinden
« Antwort #11 am: 16. Juli 2014, 22:30 »



Dem Gehirn beibringen, weniger Schmerz zu empfinden

11.07.2014


Forscher der Uni Luxemburg haben in einer Studie gezeigt, dass der Mensch konditioniert werden kann, weniger Schmerz zu empfinden, wenn er ein neutrales Geräusch hört. Dies stärkt die Idee, dass wir Lernprozesse nützen können, um Schmerzen zu lindern.

Wissenschaftler wissen seit Jahren, dass sich ein anhaltender Schmerz in einem Körperteil verringert, wenn einem anderen Körperteil ein neuer Schmerz zugefügt wird. Diese Schmerzblockade ist eine physiologische Reaktion des Nervensystems, um dem Körper zu helfen, mit einer womöglich relevanteren neuen Gefahr fertig zu werden.

Um dieses „Schmerz blockiert Schmerz“-Phänomen näher zu untersuchen, wurden einem Probanden am Fuß schmerzhafte elektrische Pulse verabreicht (erster Schmerz), woraufhin die Intensität des entsprechenden Schmerzes gemessen wurde. Der Proband wurde dann gebeten, die Hand in einen Eimer mit Eiswasser zu halten (neuer schmerzhafter  Reiz, der zu einer Reduktion des ersten Schmerzes  führt). In dem Moment, in dem der Proband dies tat, ertönte über Kopfhörer das Klingeln eines Telefons. Nachdem dieser Vorgang mehrere Male wiederholt worden war, wurde beobachtet, dass der von der elektrischen Stimulation verursachte Schmerz reduziert wurde, wenn nur das Klingeln ertönte.

Das Gehirn war so konditioniert worden, dass das Klingeln den physischen Mechanismus zur Schmerzblockade des Körpers auslöst. Die Testpersonen fühlten nicht nur deutlich weniger Schmerz, es wurden auch weniger objektive Anzeichen von Schmerz beobachtet – zum Beispiel Aktivität in den Muskeln, die ein Schmerzempfinden im Gesicht ausdrücken, wie Stirnrunzeln.
An dem Test nahmen insgesamt 32 Personen teil.
„Wir haben gezeigt, dass ein ebensolcher Effekt wie bei der physiologischen Reaktion des Speichelflusses bei den pawlowschen Hunden, die durch das Läuten einer Glocke ausgelöst wurde, auch hinsichtlich der Möglichkeit besteht, Schmerz bei Menschen auszublenden“, so Fernand Anton, Professor für biologische Psychologie an der Universität Luxemburg.
„Umgekehrt spielen womöglich ähnliche Lerneffekte bei der Steigerung und Aufrechterhaltung von Schmerzen  bei manchen Patienten eine Rolle“, fügt Raymonde Scheuren, verantwortliche Wissenschaftlerin dieser Studie, hinzu.

Der vollständige wissenschaftliche Artikel wurden kürzlich in dem Online-Fachblatt „PLOS One“ veröffentlicht.
 
 
Links:

    Artikel „Beep Tones Attenuate Pain following Pavlovian Conditioning of an Endogenous Pain Control Mechanism“

Quellen:

    Universität Luxemburg

http://www.biermann-medizin.de/fachbereiche/orthopaedie/medizin-forschung/dem-gehirn-beibringen-weniger-schmerz-zu-empfinden

Josef

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Schmerzen, chronisch - Informationen
« Antwort #12 am: 07. Juni 2016, 19:06 »




Immer mehr leiden unter chronischen Schmerzen


Zum Aktionstag gegen den Schmerz am 7. Juni fordert die BARMER GEK eine bessere Versorgung von Patienten, die dauerhaft unter Schmerzen leiden. "Angesichts von 3,25 Millionen Betroffenen in Deutschland muss die Bekämpfung des chronischen Schmerzes zu einem nationalen Gesundheitsziel werden", sagt Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER GEK. Chronischer Schmerz sei eine eigenständige Erkrankung, die eine sehr spezifische Behandlung erfordere.


Vier Prozent der Bürger haben chronische Schmerzen

In den vergangenen zehn Jahren ist die Anzahl der chronischen Schmerzpatienten in Deutschland stetig gestiegen. BARMER GEK Auswertungen zufolge waren im Jahr 2005 nur 1,59% der Bevölkerung betroffen, im Jahr 2014 bereits 4,02%. "Schon aufgrund des demographischen Wandels werden in Zukunft noch deutlich mehr Menschen permanent unter Schmerzen leiden. Daher muss die umfassende Behandlung von chronischem Schmerz weiter verbessert und die Rolle des Hausarztes entsprechend geschärft werden", sagt Straub. Aus BARMER GEK Sicht sollte das nationale Gesundheitsziel eine durchgängige Versorgungskette erleichtern, in der durch interdisziplinäre Zusammenarbeit möglichst oft die Chronifizierung von Schmerzen verhindert wird. Dabei sollte der Hausarzt eine Lotsenfunktion übernehmen.
 
Verbindliche Leitlinien bei multimodaler Schmerztherapie erforderlich

Verbesserungsbedarf sieht die BARMER GEK bei der multimodalen, also interdisziplinären und individuell angepassten Schmerztherapie im Krankenhaus. Sie sei unter Qualitätsgesichtspunkten nicht immer ausreichend. "Wir unterstützen intensiv die Bemühungen der Fachgesellschaften, Qualitätskriterien für die multimodale Schmerztherapie im Krankenhaus zu entwickeln", unterstreicht Straub und spricht sich für einen stärkeren Einsatz dieser Therapieform aus. Im Jahr 2014 wurden bei rund 61.000 Patienten chronische Schmerzen multimodal therapiert. Das entspricht jedoch nur einem Fünftel aller Patienten, die potenziell für eine solche Therapie geeignet wären.

Quelle: BARMER GEK
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke