Autor Thema: Gedichte  (Gelesen 3832 mal)

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christina62

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Gedichte
« am: 15. Mai 2007, 09:55 »

Ich halte ihr die Augen zu...

 Ich halte ihr die Augen zu
 Und küss sie auf den Mund;
 Nun lässt sie mich nicht mehr in Ruh,
 Sie fragt mich um den Grund.

Von Abend spät bis Morgens früh,
 Sie fragt zu jeder Stund:
 Was hältst du mir die Augen zu,
 Wenn du mir küsst den Mund?

 Ich sag ihr nicht, weshalb ichs tu,
 Weiss selber nicht den Grund -
 Ich halte ihr die Augen zu
 Und küss ihr auf den Mund.

 Heinrich Heine



Jeder Tag ist ein kleines Leben.



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christina62

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Re: Gedichte
« Antwort #1 am: 15. Mai 2007, 09:56 »

Im Nebel

 Seltsam, im Nebel zu wandern!
 Einsam ist jeder Busch und Stein,
 Kein Baum sieht den andern,
 Jeder ist allein.

 Voll von Freunden war mir die Welt
 Als noch mein Leben licht war;
 Nun, da der Nebel fällt,
 Ist keiner mehr sichtbar.

 Wahrlich, keiner ist weise,
 Der nicht das Dunkel kennt,
 Das unentrinnbar und leise
 Von allen ihn trennt.

 Seltsam, im Nebel zu wandern!
 Leben ist Einsamsein.
 Kein Mensch kennt den andern,
 Jeder ist allein.

                Hermann Hesse
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