Autor Thema: Raucher: Über COPD zum Tod, wenn nicht ..........  (Gelesen 4632 mal)

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Richi

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Raucher: Über COPD zum Tod, wenn nicht ..........
« am: 08. März 2009, 16:51 »
http://www.apotheke-innsbruck.at/aktuelles/COPD.php

Die tödliche Spirale der COPD

Alarmierende Zahlen: einer Untersuchung zufolge werden die Fälle an chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen bis zum Jahr 2020 um rund ein Viertel ansteigen. Schon jetzt gibt es hierzulande eine Million Betroffene; jedoch nicht immer Raucher.

(Raucher-)Husten, Atemnot schon bei geringer Belastung, Lungenblähung, Invalidität und als letzte Konsequenz der Tod – das ist die Spirale, die im Verlauf der COPD droht. Zunächst versucht der Körper, die z.B. durch das Rauchen aufgenommenen giftigen Stoffe durch Husten aus den Bronchien zu entfernen. Die Zahl der Flimmerhärchen, die Sekret und Schleim eigentlich abtransportieren, nimmt ab und noch mehr Schleim entsteht. Im Laufe der Krankheit verstopfen dadurch die Atemwege, was vor allem das Ausatmen behindert. Dann bleibt immer mehr Luft in der Lunge zurück. Wenn die kleinen Lungenbläschen sich dann ausdehnen, kommt es zu einem so genannten Lungenemphysem. Diese großen Blasen in der Lunge behindern zusätzlich den Atemstrom. Rund 95 Prozent dieser Erkrankungen sind durch Rauchen bedingt. Die Daten einer österreichischen Studie zum Thema COPD gehen davon aus, dass die Zahl der Betroffenen bis zum Jahr 2020 um rund ein Viertel steigen wird. Die Entwicklung der Zahl der Raucher und Raucherinnen sowie die Demografie der österreichischen Bevölkerung werden in den kommenden Jahren laut den Experten zu einer drastischen Verschärfung der Situation führen. Das liegt vor allem daran, dass sich die COPD bei Rauchern schleichend entwickelt, in Österreich eine Dunkelziffer von fast 90 Prozent vorliegt und einmal eingetretene chronische Schädigungen der Lunge nicht mehr »ausheilen«, sondern deren Verschlechterung bestenfalls durch sofortigen Rauch-Stopp und Medikamente gebremst werden kann. Prim. Univ. Doz. Dr. Michael Studnicka von der Univ. Klinik für Pneumologie an der Paracelsus Universität in Salzburg: „Die COPD ist der durch das Rauchen bedingte beschleunigte Alterungs- und Funktionsverlust der Lunge.“ Während Nichtraucher etwa ab dem 35. Lebensjahr 35 Milliliter an Lungen-Funktionsvolumen pro Jahr verlieren, schnellt dieser Verlust bei COPD-Patienten auf das Drei- bis Vierfache hinauf. Dies bemerken Betroffene jedoch erst, wenn die Restkapazität schon weniger als 50 Prozent beträgt. Der beste Schutz gegen COPD ist Vorbeugung – dies bedeutet erst gar nicht mit dem Rauchen zu beginnen. Wer schon an COPD leidet, muss das Rauchen aufgeben. Regelmäßiger Sport kann die Krankheit günstig beeinflussen.

So werden Sie zum Nichtraucher
Um einem rauchenden Familienmitglied oder Partner den Ausstieg zu erleichtern, rät Apothekerin Mag. pharm. Betina Halmschlager: „Zugehen, verstehen, beraten und jede reduzierte Zigarette als Erfolg bestätigen.“ Möchte man seinen Partner dazu bringen, das Rauchen aufzugeben, sollte man ihn oder sie keinesfalls unter Druck setzen. Das Nichtrauchen muss selbst gewollt sein. Nicht nur ein totaler Rauchstopp führt zu einem gesünderen Leben und somit auch zu einem verminderten Risiko, an einer COPD zu erkranken, auch die Reduktion als Beginn für ein zukünftiges Leben ohne Zigarette ist bereits ein Erfolg. „Wenn Raucher merken, wie ihre Lebensqualität nach einer Reduktion steigt, sind sie nach diesen ersten Erfolgen viel motivierter ganz auf Zigaretten zu verzichten,“ so Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze, Institut für Sozialmedizin Wien. Univ.-Doz. Ernest Groman, Leiter des Österreichischen Nikotininstituts: „Raucher, für die ein sofortiger Ausstieg undenkbar ist, sollten als ersten Schritt mit einer Reduktion der Zigarettenanzahl beginnen. Es ist wichtig, sich realistische Ziele zu setzen, um wichtige Erfolgserlebnisse zu schaffen. Der erste Schritt ist dabei die Analyse des eigenen Rauchverhaltens, wodurch der Konsum bis zu einem Drittel gesenkt werden kann. Mittel wie Nikotinersatzprodukte leisten hier eine große Unterstützung.“
Nikotinersatzpräparate sind erwiesenermaßen eine unbedenkliche und sichere Methode, sich das Rauchen abzugewöhnen. Erst kürzlich wurden Warnungen in Bezug auf stärkere rezeptpflichtige Antirauchermittel ausgesprochen.

Frauen und COPD
COPD wird bei Frauen leichter übersehen als bei männlichen Betroffenen. Bereits im Jahr 2000 sind weltweit mehr Frauen als Männer an COPD gestorben, obwohl es noch deutlich weniger Raucherinnen als Raucher gab. Dies ist zum einen auf die Raucher-Epidemie zurückzuführen, die bei Frauen vornehmlich in den 50er Jahren begonnen hat und sich jetzt nach Jahrzehnten bemerkbar macht. Zum anderen gibt es deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede hinsichtlich der Empfindlichkeit für die Krankheit und ihres Verlaufs. So dürften Frauen generell sensibler auf Tabakrauch und andere Luftschadstoffe reagieren und daher eher und auch schneller COPD entwickeln, selbst wenn sie die gleiche Anzahl Zigaretten geraucht haben sollten wie Männer. Allen aktiven und Ex-Raucherinnen ist daher anzuraten, ihre Lungenfunktion überprüfen zu lassen. Dies gilt insbesondere für Frauen, die bereits mindestens 20 Jahre etwa eine Packung Zigaretten pro Tag geraucht haben oder unter Atemnot und chronischem Husten leiden.

Nichtraucher und COPD
Hinter einer COPD muss nicht immer eine »Raucherkarriere« stecken – auch Nichtraucher können betroffen sein. Ein so genannter Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, das ist ein vererbter Mangel an einem bestimmten Eiweißstoff, kann zu dem schweren Leiden führen. Dieser Eiweißstoff im Blutserum spielt beim Enzym-Stoffwechsel eine zentrale Rolle: Ohne das Eiweiß kann ein bestimmtes Enzym verstärkt elastisches Gewebe im Körper abbauen. Dadurch werden die Lungenbläschen angegriffen und zerstört, aber auch die kleinen Bronchialäste und die Lungengefäße nehmen Schaden. So kann – auch ohne Zigarettenrauchen – das Krankheitsbild einer COPD entstehen. Dieser Mangel kann zu einem schweren und bereits in jungen Jahren auftretenden Lungenemphysem führen. Viele der Betroffenen entwickeln bereits zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr Symptome wie dauerhaften Husten und Atemnot bei körperlicher Belastung. Besonders wichtig ist eine frühzeitige Untersuchung, wenn bereits ein anderes Familienmitglied an einem Lungenemphysem oder Alpha-1-Antitrypsin-Mangel erkrankt ist.

Mag. pharm.Betina Halmschlager, Apothekerin in Niederösterreich
Univ.-Doz. Ernest Groman, Leiter des Österreichischen Nikotininstituts
Univ.-Prof. Dr.Michael Kunze, Institut für Sozialmedizin Wien