Autor Thema: Brustkrebs - bildgebende Diagnostik  (Gelesen 4929 mal)

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Tanja

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Brustkrebs - bildgebende Diagnostik
« am: 18. März 2009, 21:34 »

Neuer Ultraschall-Brustscanner liefert automatische 3D-Aufnahmen
04.03.2009Siemens AG, Healthcare Sector

Mit dem Acuson S2000 Automated Breast Volume Scanner (ABVS) hat Siemens Healthcare den weltweit ersten multifunktionalen Ultraschall-Brust-Scanner vorgestellt, der automatisch Volumendarstellungen der weiblichen Brust akquiriert. Durch die benutzerunabhängige, standardisierte Bilderstellung eignet sich das System auch für die Früherkennung von Brustkrebs mittels Ultraschall – vor allem bei Frauen mit dichtem Brustgewebe.

Nach Aussage des Fachmagazins New England Journal of Medicine erhöht dichtes Brustgewebe das Brustkrebsrisiko für eine Frau um das Fünffache. Während die konventionelle Mammographie die Methode der ersten Wahl bei Untersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs bleiben wird, zeigt eine von der RSNA (Radiological Society of North America) 2002 veröffentlichte Studie , dass sich die Erkennungsrate für nicht-tastbaren invasiven Brustkrebs um 42 Prozent erhöht, wenn die Mammographie mit einer Ultraschalluntersuchung kombiniert wird.

“Ich bin überzeugt, dass die automatisierte Ultraschall-Volumenbildgebung mit dem Acuson S2000 ABVS einen bedeutenden Beitrag zur Diagnosesicherheit bei Frauen mit dichtem Brustgewebe und unklaren Mammographiebefunden leisten kann“, sagte Klaus Hambüchen, CEO Ultraschall bei Siemens Healthcare. Im Allgemeinen dauern die Untersuchungen mit der Technik des Acuson S2000 ABVS weniger als 15 Minuten. “Das ist sehr kurz, wenn man die erweiterten diagnostischen Möglichkeiten der Mamma-Sonographie in dichtem Brustgewebe bedenkt.”

Koronale Darstellung der Brust
Volumenaufnahmen geben einen noch besseren Überblick über Anatomie und Architektur des Brustgewebes als bisherige Techniken. Außerdem kann mithilfe dieser 3D-Aufnahmen auch die koronale Ebene der Brust (von Brustwarze bis zur Brustwand) dargestellt werden, die mit herkömmlicher Ultraschallbildgebung bisher nicht erfasst werden konnte. Diese Ansicht erleichtert und beschleunigt die Diagnose. Die koronale Darstellung ist ebenso ein wertvolles Instrument bei der OP-Planung.

Die automatische Bildakquisition des neuen Systems beschleunigt die Arbeitsabläufe während der Untersuchung signifikant: Nahmen sie bisher in einer handgeführten Untersuchung bis zu 30 Minuten in Anspruch, dauern sie nun weniger als 15 Minuten. Die Abläufe werden zusätzlich durch eine halbautomatisierte Berichterstellung und die Integration der so genannten BI-RADS-Klassifikation verkürzt. Dieses Breast Imaging Reporting and Data System (BI-RADS) ist eine Klassifikation des American College of Radiology (ACR) bei der Befundung von Mammographien.

Zusätzlich sind mit dem Acuson S2000 ABVS auch konventionelle, handgeführte Ultraschalluntersuchungen möglich – beispielsweise die Durchführung von Biopsien, Farb-Doppler-Aufnahmen, aber auch Applikationen wie die Elastographie-Bildgebung mit der Software eSieTouch oder Fatty Tissue Imaging. Alle Komponenten verhelfen dem Arzt zu einer sichereren Diagnose als mit bisherigen Methoden möglich. Gleichzeitig werden die Untersuchungen schneller und sind für die Patientin mit weniger Wartezeit verbunden als bislang. Das neue System wird damit zu einem Allround-Gerät bei der Ultraschall- Brustkrebs-Vorsorge und ist auch für die Nachsorge gut geeignet.

................... http://www.medica.de/cipp/md_medica/custom/pub/content,lang,1/oid,27740/ticket,g_u_e_s_t/~/Neuer_Ultraschall-Brustscanner_liefert_automatische_3D-Aufnahmen.html

Sissi

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Brustkrebs - bildgebende Diagnostik verbessern!
« Antwort #1 am: 10. August 2010, 21:04 »


10/08/2010
( APA )
EU will Brustkrebsdiagnose verbessern

Jährlich 350.000 Neuerkrankungen

Die EU-Kommission investiert 3,1 Millionen Euro in ein besseres und schnelleres Verfahren für die Brustkrebsdiagnose. Wie die Behörde am Dienstag (10. August) mitteilte, würden jährlich 350.000 Erkrankungen in der EU festgestellt, wobei diese jedoch in einigen schwierigen Fällen mangels wirksamer technologischer Hilfsmittel unentdeckt bleibt oder falsch diagnostiziert wird.

Ziel des Projekts "Hamam" ist die Entwicklung des Prototyps einer Diagnose-Arbeitsstation, auf der multimodale Bilder aus der Mammografie, der Magnetresonanzbildgebung und anderen Techniken mit Patienteninformationen zusammengeführt werden. Die multimodalen Bilder können vom Arzt miteinander verglichen und zusammen mit der Krankengeschichte des Patienten und den Ergebnissen sonstiger medizinischer Untersuchungen gesichtet werden. Die "Workstation" wird in ausgewählten Krankenhäusern in Deutschland (Berlin), Schottland (Dundee) und den Niederlanden (Nijmegen) erprobt.

Die für Digitale Agenda zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes erklärte, in Europa würden jährlich 130.000 Frauen an Brustkrebs sterben. Es könnten aber Tausende Leben gerettet werden, wenn der Krebs häufiger frühzeitig erkannt wird.

Die 360.000 Brustkrebserkrankungen machen 26 Prozent aller Krebsneuerkrankungen bei Frauen aus. "Hamam" ist Nachfolger zweier anderer von der EU finanzierter Vorhaben: Screen und Screen-Trial. Diese Projekte haben zu Fortschritten bei der Brustkrebsdiagnose in Europa geführt, sodass Europa heute bei Diagnosesystemen für die digitale Mammografie weltweit führend ist. Mit "Hamam" werde Europa seine Führungsposition im Bereich der bildbasierten Brustkrebsdiagnose weiter stärken, betont die Kommission.

Werner

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Qualitätssicherung verbessert Brustkrebsdiagnostik
« Antwort #2 am: 16. November 2010, 21:55 »
Dienstag, 16. November 2010

Qualitätssicherung verbessert Brustkrebsdiagnostik

dpa
Lübeck – Die Betreuung von Patientinnen nach dem strukturierten Programm „Qualitätssicherung in der Diagnostik von Brustkrebs“ (QuaMaDi) gewährleistet eine sichere und frühe Diagnose und verbessert so die Heilungschancen signifikant. Das berichten die Deutsche Krebshilfe und das Institut für Krebsepidemiologie der Universität zu Lübeck.

Etwa 300 Gynäkologen und 100 Radiologen beteiligen sich an dem Projekt zur Qualitätssicherung in der Röntgen-Diagnostik von Brustkrebs. Im Falle des Verdachts auf einen Tumor prüfen zwei Experten unabhängig voneinander die Röntgenaufnahmen. Unterscheiden sich ihre Befundeinschätzungen, veranlassen die Ärzte eine Drittbegutachtung in einem angeschlossenen Referenzzentrum.

An der Untersuchung können http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/43527/Qualitaetssicherung_verbessert_Brustkrebsdiagnostik.htm

Werner

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Re:Brustkrebs - bildgebende Diagnostik
« Antwort #3 am: 07. Januar 2011, 18:19 »
Donnerstag, 6. Januar 2011

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/44158/Leipzig_Brustzentrum_setzt_auf_neuartige_digitale_Mammographie.htm

Hochschulen Leipzig: Brustzentrum setzt auf neuartige digitale Mammographie

Leipzig – Untersuchungen mit einem neuartigen digitalen Mammographiegerät sowie einem digitalen bildgestützten Brustbiopsiesystem bietet die Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie in Leipzig an.

http://radiologie.uniklinikum-leipzig.de/Diagnostik&Intervention.htm

Das neue Verfahren biete die Möglichkeit, zusätzlich oder anstelle der üblichen Mammographieaufnahmen digitale Schichtaufnahmen von einem Millimeter Dicke anzufertigen. Im Gegensatz zur Mammographie entstünden aussagekräftigere Bilder, da die Brust aus verschiedenen Winkeln untersucht werde.

Mit der neuen sogenannten Tomosynthese könnten Ärzte bösartige Tumoren und anderes früher und besser erkennen und genauer beurteilen. „Erste klinische Studien weisen auf eine Erhöhung der Diagnosesicherheit hin. Weitere Studien sind erforderlich, um das Potenzial der neuen Technik umfassend zu beurteilen“, sagte Thomas Kahn, Direktor der Klinik und Poliklinik. Die Ärzte würden bei ihren Auswertungen von einer assistierenden computerbasierten Bildauswertung unterstützt, die Mikrokalk und Verdichtungen in der Brust erkenne. © hil/aerzteblatt.de

Tanja

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Brustkrebsvorsorge: Thermographie?
« Antwort #4 am: 06. Juni 2011, 00:50 »

Freitag, 3. Juni 2011

Mammakarzinom: FDA warnt vor Thermographie

Rockville/Maryland – Die US-Aufsichtsbehörde FDA warnt vor dem Einsatz der Thermographie als Alternative zur Mammografie. Die Thermographie misst die Wärmeabstrahlung der Brust. Es gibt mithin anders als bei der Röntgenmammographie keine Strahlenexposition. Sie ist auch berührungsfrei, was die Akzeptanz gegenüber der konventionellen Mammographie weiter erhöhen könnte.

Die Thermographie beruht auf der Annahme, dass ein Krebswachstum mit einer gesteigerten Stoffwechselaktivität und Durchblutung und deshalb auch mit einer vermehrten Wärmeentwicklung verbunden ist.

Einige Anhänger behaupten sogar, dass die Tumoren früher als mit der Mammographie entdeckt würden. Denn in der Mammographie seien die Tumoren erst sichtbar, wenn es in Teilen des Tumors zu Kalkablagerungen gekommen ist. Für diese Behauptungen gibt es nach Einschätzung der FDA jedoch keinerlei Bestätigung aus klinischen Studien.

.................... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/46121/Mammakarzinom_FDA_warnt_vor_Thermographie.htm

Gitti

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Brustkrebs: Unklare Knoten in der Brust - Unnötige Gewebeproben reduzieren

Häufig werden bei Frauen im Rahmen der Mammographie oder einer Ultraschall-Untersuchung Knoten in der Brust entdeckt, die sich zunächst nicht eindeutig als gut- oder bösartig einstufen lassen. Dann ist die Entnahme einer Gewebeprobe angezeigt. Eine internationale Studie unter Federführung der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg testet nun, wie gut sich die Gewebeauffälligkeiten mit einem speziellen Ultraschallverfahren, der sogenannten Elastographie, einschätzen lassen.

Ziel ist es, gutartige Veränderungen auch ohne Biopsie sicher als solche zu erkennen und damit einem Großteil der Frauen eine unnötige invasive Diagnostik zu ersparen. An der Studie nehmen neben Heidelberg fünf weitere Brustzentren aus Deutschland, außerdem Kliniken in den USA, Japan, Frankreich, den Niederlanden und Portugal teil. Insgesamt sollen 1.000 Frauen in die Studie eingeschlossen werden. Die High-end-Ultraschallgeräte stellt die Firma Siemens allen teilnehmenden Zentren für die Dauer der Studie zur Verfügung.

Teilnehmen können Frauen, die sich auf Anraten des behandelnden Arztes zur Abklärung eines unklaren Befundes in den Studienzentren eine Gewebeprobe entnehmen lassen wollen. Die Überweisung erfolgt in der Regel durch den niedergelassenen Frauenarzt.

Die Elastographie wird einmalig im Anschluss an die routinemäßige Ultraschall-Untersuchung vor der geplanten Biopsie durchgeführt, dauert ca. zehn Minuten und verursacht keine Schmerzen oder gesundheitliche Risiken. Im Rahmen der Studie werden die Ergebnisse von Elastographie und Gewebeuntersuchung verglichen, um die Zuverlässigkeit und Aussagekraft des Ultraschallverfahrens zu überprüfen. Die teilnehmenden Frauen haben keinen persönlichen Gesundheitsnutzen, denn bei ihnen wird die Biopsie auf jeden Fall durchgeführt. "Durch ihre Bereitschaft zur Studienteilnahme tragen die Patientinnen aber mit dazu bei, die Brustdiagnostik zukünftig für Frauen in einer ähnlichen Situation entscheidend zu verbessern", sagt Studienleiter PD Dr. Michael Golatta, Oberarzt an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. Alle erhobenen Daten werden streng vertraulich behandelt und sind gegen unbefugten Zugriff gesichert.

Elastographie gibt Aufschluss über Gewebeeigenschaften

Ergänzend zur Mammographie wird häufig im Rahmen der Vorsorge oder der Abklärung eine Ultraschall-Untersuchung durchgeführt. Die mit diesen beiden bildgebenden Verfahren entdeckten Gewebeveränderungen teilen Frauenärzte mittels eines standardisierten Beurteilungssystems (BI-RADS®: Breast Imaging Reporting and Data System) in fünf Kategorien ein. Die Kategorien 1 und 2 umfassen gutartige Veränderungen wie Zysten oder Kalkablagerungen, Kategorie 5 bezeichnet klar erkennbare bösartige Tumoren. Den Kategorien 3 und 4 werden Auffälligkeiten zugeteilt, bei denen eine Gewebeprobe zur weiteren Abklärung angeraten oder auch dringend empfohlen wird. Z.B. in der Kategorie 4a beträgt das Risiko, dass die entdeckte Gewebeveränderung bösartig ist, bis zu 10%. "Es wäre zu riskant, das nicht weiter zu untersuchen. Gleichzeitig bedeutet es für mindestens 90% der Frauen in dieser Kategorie eine unnötige Gewebeentnahme", so Golatta. "Um diesen hohen Prozentsatz zu reduzieren, werden wir im Rahmen der multizentrischen Studie die Elastographie in der Brustkrebs-Diagnostik etablieren."

Mit Hilfe der Elastographie, einer Erweiterung der Ultraschalldiagnostik, lässt sich der Verhärtungsgrad von Gewebe erfassen. Verschiedene andere Studien haben bereits gezeigt, dass ein Zusammenhang zwischen der erhöhten Steifigkeit bzw. Härte und der Bösartigkeit einer Gewebeveränderung besteht: Tumorgewebe ist härter und damit auch weniger elastisch als das sie umgebende gesunde Gewebe.

(Quelle: Uniklinikum Heidelberg, Bild: Picture Partners #30814686 - fotolia.com)