Autor Thema: Darmkrebs? Blut im Stuhl?  (Gelesen 7365 mal)

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Edi

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Darmkrebs? Blut im Stuhl?
« am: 19. März 2009, 18:02 »
19/03/09,18:16, Elsevier Von Michael Vlessides


Kolorektal-Screening-Programm zeigt Wert von Tests auf okkultes Blut im Stuhl auf

BANFF, Alberta, Canada (EGMN) – Ein in Ontario durchgeführtes Kolorektal-Screening-Programm hat sich als erfolgreich bei der Entdeckung von Hochrisiko-Adenomen und Kolorektalkarzinomen bei Patienten erwiesen, die aufgrund positiver Tests auf okkultes Blut im Stuhl oder Kolorektalkrebs in der Familienanamnese überwiesen worden waren.

“Vor etwa zwei Jahren führte das Gesundheitsministerium in Ontario das neue Kolorektal-Screening-Programm ein, das auf einem Test auf okkultes Blut im Stuhl (fecal occult blood, FOB) bei Patienten mit durchschnittlichem Risiko und auf einer Koloskopie für diejenigen beruht, die einen Verwandten ersten Grades mit Kolorektalkrebs haben", erklärte Dr. William G. Paterson anlässlich der Canadian Digestive Diseases Week.

http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_News_Article_Medical?profileAOI=8&profileAOIName=Allgemeinmedizin&articleItemId=a4a6c1882d7bb366da673d524757df60

Geri

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Re: Darmkrebs? Blut im Stuhl?
« Antwort #1 am: 24. März 2009, 01:31 »

Medizin Darmkrebs: Qualitätsunterschiede im Stuhlbluttest

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=35290

Heidelberg – Die modernen immunchemischen Tests sind bei der Suche nach okkultem Blut im Stuhl dem guajakbasierten Standardtest teilweise deutlich überlegen, wie eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums in den Annals of Internal Medicine (2009; 150: 162-169) zeigt.

Beim Guajak-Test werden Blutspuren im Stuhl mit einer Wasserstoffperoxid-Lösung nachgewiesen. Der Häm-Rest des Hämoglobins wirkt wie eine Peroxidase, mit deren Hilfe das Wasserstoffperoxid Guajakonsäure im Gujakharz zu Guajakblau oxidiert. Ein Farbumschlag zeigt eine positive Reaktion an.

So krude dieser Test in Zeiten moderner immunologischer Nachweismethoden anmutet, so ist der Guajak-Test doch eine evidenzbasierte Methode zur Darmkrebsfrüherkennung (auch wenn er der Koloskopie deutlich unterlegen ist), und er ist der einzige Stuhlbluttest, für den eine Senkung der Darmkrebssterblichkeit in randomisierten Studien belegt sind.

Das schließt natürlich nicht aus, dass andere Tests besser sind. Und die Studie der Arbeitsgruppe um Hermann Brenner am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg liefert hier sicherlich willkommene Vergleichsdaten.

In 20 gastroenterologischen Praxen wurde bei 1 319 Patienten vor der Koloskopie ein Guajak-Test und sechs immunchemischen Tests durchgeführt. Die Testkarte für den Guajak-Test hatten die Patienten zu Hause bestrichen. Für die anderen Tests hatten sie eine Stuhlprobe mitgebracht. Diese wurden eingefroren und an die Testlabors weitergeleitet.

Die immunchemischen Tests setzen in der Regel spezifische Antikörper gegen Blutbestandteile ein. Sie vermeiden dadurch falschpositive Ergebnisse, zu denen es beim Guajak-Test kommen kann, wenn der Patienten (nicht ausreichend gekochtes) Fleisch gegessen hat. Auch das Risiko von falschnegativen Tests, die beim Guajak-Test nach Einnahme von Vitamin C auftreten, könnte vermindert sein.

Das Ziel des Screenings ist allerdings nicht der Nachweis von okkultem Blut im Stuhl, sondern die Früherkennung jener Patienten, die fortgeschrittene Adenome haben, die Ausgangspunkt von Kolorektalkarzinomen sind und deshalb entfernt werden müssen.

In dieser Aufgabe waren die immunchemischen Tests besser als der Guajak-Test, was die Sensitivität betrifft. Sie betrug beim Guajak-Test 9 Prozent, bei den beiden besten immunchemischen Tests aber 25 und 27 Prozent. In der Spezifität war der Guajak-Test mit 96 Prozent den beiden Tests (97 und 93 Prozent) gleichwertig.

Die anderen vier untersuchten Tests schnitten schlechter ab, was nach Ansicht der Autoren zeigt, dass jeder einzelne Test vor seiner Einführung sorgfältig an Patienten evaluiert werden sollte. © rme/aerzteblatt.de

zum Thema

    * Abstract der Studie
    * Zusammenfassung für Patienten
    * Pressemitteilung des DKFZ


Jutta

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Re: Darmkrebs? Blut im Stuhl?
« Antwort #2 am: 01. August 2009, 15:48 »
Blut im Stuhl: Darmspiegelung schafft Klarheit

Eine Koloskopie kann zu völlig unterschiedlichen Diagnosen führen

Blut im Stuhl kann viele Ursachen haben, ist aber immer ein Alarmsignal des Körpers. Ein verlässliches und schmerzfreies Untersuchungsverfahren ist die Darmspiegelung.

Wer beim Stuhlgang eine Blutung entdeckt, ist wahrscheinlich zunächst sehr verunsichert. Häufig wird die Symptomatik allerdings erstmal verdrängt, da man eine mögliche Erkrankung natürlich nicht wahrhaben möchte. Hinzu kommt, dass es sich gesellschaftlich eher um ein intimes Tabuthema handelt, bei dem der Patient eine (unbegründete) Scham verspürt, sich einem Arzt zu öffnen. Dennoch: Blut im Stuhl ist meistens ein Alarmsignal des Körpers für einen behandlungsbedürftigen Befund. Deshalb sollte jeder Betroffene in einem ersten Schritt den Hausarzt aufsuchen, um durch eine entsprechende Routineuntersuchung möglichst schnell Klarheit zu schaffen.

Blut im Stuhl: häufig "nur" Hämorrhoiden

Etwa jeder zweite in Deutschland ist schätzungsweise irgendwann in seinem Leben von Hämorroidalbeschwerden betroffen. Besonders häufige Ursachen sind eine ballaststoffarme Ernährung, unzureichende körperliche Bewegung und Übergewicht. Auch in der Schwangerschaft kann es zur Hämorrhoidenbildung kommen. Man unterscheidet zwischen vier Entwicklungsstadien: Hämorrhoiden ersten Grades lassen sich manchmal allein durch eine Ernährungsumstellung und sportliche Aktivitäten heilen. Der mitunter einhergehende Juckreiz oder sogar Schmerzen können durch Salben oder Zäpfchen gelindert werden. Reicht die Umstellung der Lebensgewohnheiten nicht aus, kann in diesem Stadium noch eine Verödung helfen. Dabei wird eine Flüssigkeit gespritzt, durch die das Gewebe schrumpft. Das gilt auch für bereits mittelgroße Hämorrhoiden (Grad I-III). Im zweiten und dritten Stadium wird manchmal durch einen Gummiring die Durchblutung des Gewebes unterbrochen, was zu dessen Absterben führt. Vom dritten bis zum vierten Entwicklungsgrad ist allerdings bereits oft ein chirurgischer Eingriff unumgänglich.

Andere Ursachen für sichtbares und okkultes Blut

In der Regel wird bei Blut im Stuhl zu einer Darmspiegelung (Koloskopie) bei einem Facharzt geraten. Damit können akute Entzündungen und Durchblutungsstörungen der Darmwand, Anomalien der dortigen Blutgefäße, Ausstülpungen der Darmwand, die unter Umständen zu Entzündungen führen, und chronisch entzündliche Darmerkrankungen erkannt werden. Auch gutartige Polypen, die allerdings manchmal in einem späteren Stadium entarten und dann als Vorstufe des Darmkrebses gelten, sowie der Darmkrebs selbst lassen sich durch diese Untersuchung diagnostizieren.

Vorbereitung der Koloskopie durch eine Darmspülung

Bereits einige Tage vor einer Koloskopie sollte man auf leicht verdauliche, ballaststoffarme Kost umstellen. Etwa 24 Stunden vor dem Termin beginnt der Patient mit einer Darmspülung. Dazu wird ein abführendes Medikament in etwa einem Liter Wasser aufgelöst und innerhalb von ein bis zwei Stunden getrunken. Relativ schnell setzt dann während der Prozedur ein starker Stuhlgang ein, der mit der Zeit immer dünnflüssiger und wässriger wird. Der gesamte Vorgang muss entweder einige Stunden später oder am frühen Morgen des Untersuchungstermins wiederholt werden, bis der Darm völlig entleert ist. Spätestens ab dem ersten Schluck des Medikaments darf bis zur Untersuchung keine feste Nahrung mehr eingenommen werden. Man ernährt sich von Kaffee, Tee (ohne Milch), Fruchtsäften (ohne Fruchtfleisch) und klarer Brühe. Vor allem sollte reichlich Wasser getrunken werden, um eine Austrocknung des Körpers zu vermeiden.

Darmspiegelung durch einen Gastroenterologen

Am besten lässt man sich als empfindlicher Patient vorher eine stark sedierende Spritze geben, denn das Einführen des Endoskops durch den After in den Darm und das stückweise Vorschieben kann als sehr unangenehm empfunden werden. Mit einer Beruhigungsspritze bleibt man zwar ansprechbar, kommt aber in einen "Dämmerzustand", in dem man von der etwa 20-minütigen Koloskopie nichts mitbekommt. Zunächst tastet der Arzt mit den Fingern den Mastdarm ab. Danach wird das etwa 150 Zentimeter lange und einen Zentimeter dünne Endoskop durch den gesamten Dickdarm bis zum Übergang des Dünndarms vorgeschoben. Der Dickdarm wird dann durch Einblasen von Luft aufgebläht. Eine eingebaute Kamera liefert dem Arzt die entsprechenden Bilder. Ein Arbeitskanal ermöglicht darüber hinaus das Einführen von kleinen Instrumenten wie Zangen und Schlingen, mit denen sich sowohl kleine Gewebeproben als auch gutartige Polypen sofort und schmerzlos entfernen lassen. Nach der Untersuchung kann es kurzzeitig zu verstärkten Blähungen kommen. Der Befund wird dem Patienten im Arztgespräch mitgeteilt, das stattfindet, wenn die Wirkung des Beruhigungsmittels nachgelassen hat. Am besten organisiert man sich eine Abholung in der Praxis, da man am Untersuchungstag fahruntüchtig bleibt.

Selten mit Risiken verbunden: die Koloskopie

Für einen erfahrenen Arzt ist die Darmspiegelung eine sehr schonende und sichere Untersuchungsmethode. Sehr selten kommt es zu Verletzungen der Darmschleimhaut oder zu Blutungen. Auch eine Perforation (Durchstoßen) der Darmwand ist vor allem dann nicht ausgeschlossen, wenn der Patient an Entzündungen im Darm leidet. Ausführliche Aufklärung und die Beantwortung aller offenen Fragen erfolgt in einem Vorgespräch mit dem untersuchenden Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie.

Quellen:

"Darmkrebs" aus der Reihe "Die blauen Ratgeber", Nummer 6. Deutsche Krebshilfe (Hrsg.). Bonn, 2007

Online-Artikel "Hämorrhoiden" bei 'Gesundheit.de'

Online-Artikel "Darmspiegelung-Dickdarm (Koloskopie)" bei 'Netdoktor.de'