Autor Thema: Deutschland: Zertifizierte Krebs-Zentren  (Gelesen 7533 mal)

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Richi

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Deutschland: Zertifizierte Krebs-Zentren
« am: 19. März 2009, 21:47 »
DKG-Infos online: Zertifizierte Zentren

Die von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierten Zentren erfüllen genau definierte fachliche Anforderungen und verfügen über ein anerkanntes Qualitätsmanagementsystem. Die Einhaltung dieser Kriterien wird durch das unabhängige Zertifizierungsinstitut OnkoZert überwacht und regelmäßig überprüft.

Die DKG zertifiziert Organkrebszentren für die Behandlung von Patienten mit Brustkrebs, Darmkrebs, Prostatakarzinom, gynäkologischen Krebserkrankungen sowie malignen Haut- oder Lungentumoren. Darüber hinaus werden Onkologische Zentren, in denen mehrere Tumorentitäten unter einem gemeinsamen Dach betreut werden, durch die Deutsche Krebsgesellschaft begutachtet. Die Listen aller zertifizierten Zentren finden Sie unter dem unten angeführten Link.

Wenn Sie an einer Zertifizierung Ihrer Klinik durch die DKG interessiert sind, können Sie an dieser Stelle auch die Erhebungsbögen mit den fachlichen Anforderungen für die Zertifizierung herunterladen:

http://www.krebsgesellschaft.de/zertifizierte_zentren

Reinardo

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Re: Deutschland: Zertifizierte Krebs-Zentren
« Antwort #1 am: 20. März 2009, 17:40 »
Hallo Richi:-

Die Euphorie über diese "zertifizierten Zentren" kann ich nicht teilen, und habe dies an anderer Stelle auch ausführlich begründet. Wenn Du Dir diese Zentren anschaust, wirst Du finden, dass es sich ausnahmslos um Kliniken handelt, in denen Krebserkrankungen radikal therapiert werden. Und wo auch ein starkes wirtschaftliches Interesse besteht, auf diese Weise zu therapieren. Eine neutrale Beratung, insbes. über Möglichkeiten und Chancen nicht invasiver Therapien  kann der Patient daher nicht erwarten. Besonders dramatisch ist das beim Brustkrebs der Frauen und beim Prostatakrebs des Mannes. Angesichts der allgemeinen Unwissenheit der Betroffenen über ihre Erkrankung und der vorherrschenden Todesangst nach der Diagnose und dem geballten Gegenüber an Fachkompetenz wird kaum ein Betroffener dem in diesen Zentren vorherrschenden Behandlungsdruck widerstehen können. Wer da hineingeht, muss damit rechnen: Frauen verlieren ihre Brüste, Männer ihre Potenz/Kontinenz.
Krebsärzte hingegen, die sich in ihren Therapievorschlägen an der Lebensqualität der betroffenen Frauen oder Männer orientieren und schonende Diagnostik und nicht invasive Therapien  bevorzugen, werden implizit disqualifiziert.
Dass die Deutsche Krebsgesellschaft diese Zertifizierungen propagiert und betreibt, das zeigt wieder einmal deutlich, dass von dieser Gesellschaft eine eigenständige Positionierung nicht zu erwarten ist.

Gruß, Reinardo
« Letzte Änderung: 21. März 2009, 12:42 von Reinardo »

admin

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Neues Krebszentrum am Münchner Universitätsklinikum
« Antwort #2 am: 24. April 2010, 23:55 »

Donnerstag, 22. April 2010

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/40936/Neues_Krebszentrum_am_Muenchner_Universitaetsklinikum.htm

Neues Krebszentrum am Münchner Universitätsklinikum

München – Das Klinikum der Universität München (LMU) bündelt die verschiedenen Kompetenzen und Disziplinen bei der Behandlung von Krebspatienten in einem Comprehensive Cancer Center (CCCLMU).

„Der Vorteil eines CCC an einem Universitätsklinikum ist, dass hier intensiv geforscht wird, um die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten zu verfeinern und laufend weiter zu verbessern“, erklärt Volker Heinemann, Leiter des Zentrums.

Die Patienten profitierten so unmittelbar von neuesten Behandlungsmöglichkeiten. Außerdem bieten die Ärzte ihren Patienten ein breites Spektrum klinischer Studien an. „Auf diese Weise ist es einerseits möglich, Behandlungen anzuwenden, die erst Jahre später der breiten Allgemeinheit zur Verfügung stehen, andererseits ist dadurch auch eine auf die speziellen Bedürfnisse des einzelnen Patienten genau angepasste Therapie möglich“, so Heinemann.

Mittelpunkt des CCCLMU ist die onkologische Tagesklinik in Großhadern, in sich neben der Chemotherapie weitere Spezialambulanzen befinden. Das CCCLMU bildet zudem die strukturelle Klammer für bereits bestehende organspezifische Krebszentren am Klinikum. © hil/aerzteblatt.de

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Deutschland: Zertifizierte Krebs-Zentren
« Antwort #3 am: 10. November 2010, 01:00 »
Westdeutsches Tumorzentrum in „Deutsches Konsortium für Krebsforschung“ aufgenommen

Das Westdeutsche Tumorzentrum (WTZ) am Universitätsklinikum Essen ist Partner im „Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung“. Das gab nun das Bundesministerium für Bildung und Forschung bekannt. Das Deutsche Krebsforschungszentrum übernimmt dabei die Funktion eines Kernzentrums, das mit exzellenten universitären Krebszentren an sieben Partnerstandorten kooperiert. Insgesamt hatten sich 17 Universitätskliniken als Partnerstandorte beworben.

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=32057

Tanja

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Uniklinikum Leipzig etabliert Krebszentrum
« Antwort #4 am: 16. September 2012, 11:47 »




Uniklinikum Leipzig etabliert Krebszentrum

Donnerstag, 13. September 2012

Leipzig – Das Uniklinikum Leipzig (UKL) hat ein interdisziplinäres Krebszentrum eingerichtet (UCCL). Ziel ist eine umfassende Versorgung von Krebspatienten von der Diagnose über die Therapie bis hin zur psychosozialen Betreuung und Nachsorge.

„Bei der Behandlung von Krebs kommt es ganz wesentlich darauf an, die beteiligten Spezialisten möglichst früh zusammenzubringen und die einzelnen Schritte so eng wie möglich aufeinander abzustimmen“, sagte UCCL-Direktor Florian Lordick. Das neue Zentrum soll dies gewährleisten und wird dazu alle Spezialisten zusammenbringen: von Onkologen und Chirurgen über Strahlen- und Nuklearmediziner und Radiologen bis hin zu Pathologen und Labormedizinern.
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Zudem stehen den Patienten auch Ärzte und Therapeuten aus den unterstützenden Bereichen wie der Sozialmedizin, Ernährungsberatung, Palliativmedizin und der Psychoonkologie zur Seite.

„Das UCCL soll als zentrale Ambulanz ein Portal für Patienten mit einem Krebsverdacht oder komplexen Tumoren bilden, die hier eine umfassende Beratung und einen individuellen Diagnose- und Behandlungsplan bekommen“, erläuterte ........ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/51640

Tanja

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Qualitätsanforderungen an Zentren der onkologischen Versorgung
« Antwort #5 am: 02. September 2013, 23:48 »



31.05.2013
 
   
Deutsche Krebsgesellschaft und Deutsche Krebshilfe vereinheitlichen Qualitätsanforderungen an Zentren der onkologischen Versorgung


Für Onkologische Zentren und Onkologische Spitzenzentren, die sich von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Krebshilfe (DKH) zertifizieren lassen, gelten nun die von beiden Gesellschaften verabschiedeten gemeinsamen Qualitätsanforderungen für die Behandlung und Versorgung von Tumorpatienten. DKG und DKH haben dafür ihre Anforderungskataloge harmonisiert und im so genannten einheitlichen Erhebungsbogen für Onkologische Zentren und Onkologische Spitzenzentren zusammengefasst. Darüber hinaus wurden die einzelnen Erhebungsbögen für Organkrebszentren mit den Vorgaben des einheitlichen Erhebungsbogens abgeglichen und ergänzt.


Im Drei-Stufen-Modell der Krebszentren (Organkrebszentren, Onkologische Zentren, Onkologische Spitzenzentren) gelten somit erstmals einheitliche Anforderungen an die umfassende, qualifizierte, multi- und interdisziplinäre sowie transsektorale Patientenversorgung. Sie basieren grundsätzlich auf evidenzbasierten Leitlinien, orientieren sich also an den besten derzeit verfügbaren wissenschaftlichen Evidenzen. Die Einheitlichkeit stellt sicher, dass unabhängig von der Einrichtung, in der ein Patient behandelt wird, dieselben Regeln für die onkologische Versorgung gelten und somit die Behandlungsergebnisse vergleichbar sind.

Der einheitliche Erhebungsbogen ist Bestandteil des Nationalen Zertifizierungsprogramms Krebs. Die interdisziplinär und fachübergreifend zusammengesetzte Zertifizierungskommission des Programms arbeitet unter Federführung von DKH und DKG daran, in Deutschland die Zertifizierungsanforderungen und damit die onkologische Versorgung von Patienten zu verbessern.

"Das ist ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung des Nationalen Krebsplans", so Prof. Dr. Wolff Schmiegel, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft. "Eine Vorgabe im Handlungsfeld 2, Ziel 5, des Nationalen Krebsplans ist, bestehende Zertifizierungsverfahren für Zentren der onkologischen Versorgung auf eine gemeinsame Grundlage zu stellen. Wir freuen uns, dieses Ziel jetzt gemeinsam erreicht zu haben."

"Der einheitliche Erhebungsbogen für Onkologische Zentren und Onkologische Spitzenzentren ist ebenso Ausdruck der intensiven Kooperation zwischen Deutscher Krebsgesellschaft und Deutscher Krebshilfe", erklärt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. "Beide Organisationen haben grundsätzlich das gleiche Ziel: die Krebsbekämpfung. Dafür bringen wir unsere Experten und Expertisen an einen Tisch, aber auch alle anderen relevanten Spezialisten im vielschichtigen und komplexen Bereich der onkologischen Patientenversorgung."

Der einheitliche Erhebungsbogen ist auf der Webseite der Deutschen Krebsgesellschaft veröffentlicht. Die Deutsche Krebshilfe konzentriert sich künftig weiterhin auf die Etablierung und Förderung Onkologischer Spitzenzentren und nutzt dafür den einheitlichen Erhebungsbogen in Verbindung mit den bekannten Ausschreibungsunterlagen der DKH. Die Deutsche Krebsgesellschaft wiederum zertifiziert die Onkologischen Zentren und Organkrebszentren.

Quelle: Deutsche Krebshilfe

admin

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Mehr Krebspatienten in Spezialzentren behandeln
« Antwort #6 am: 07. September 2013, 23:49 »




AOK: Mehr Krebspatienten in Spezialzentren behandeln

Trotz sinkender Sterblichkeitsraten bleibt Krebs die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Spezialisierte Tumorzentren sollten ausgebaut werden, sagt die AOK.


Die Versorgung von Krebspatienten in Tumorzentren kann nach Auffassung der AOK Rheinland/Hamburg in Deutschland noch deutlich verbessert werden. Aus dem Onkologie-Report 2013 der Krankenkasse geht hervor, dass in Nordrhein-Westfalen und Hamburg lediglich bei Brustkrebs das Gros der Erkrankten (80%) in einem zertifizierten Zentrum behandelt wurden. Bei anderen Krebsarten wie Lungen- oder Prostatakrebs waren es nur rund ein Fünftel der Patienten, bei Darmkrebs ein Drittel. "Dieser niedrige Anteil dürfte auch bundesweit ein Problem darstellen", sagte Günter Wältermann, Vorstandschef der Landes-AOK am Donnerstag in Berlin. Konkrete Zahlen dazu wurden nicht genannt.

"Die Versorgung in Brustzentren führt dazu, dass die Brustkrebssterblichkeit gesenkt werden kann", sagte Prof. Ulrike Nitz, Chefärztin des Brustzentrums Niederrhein. Die Tumorzentren seien eine Art Schrittmacher für die Behandlung onkologischer Erkrankungen, so Wältermann.

Die derzeitige Aufstellung habe allen Erfolgen zum Trotz auch Fehler: So gebe es noch zu wenig ambulante Behandlungsangebote und Vernetzung mit der - oft jahrelangen - Nachsorge und Weiterbehandlung durch niedergelassene Ärzte. Auch fehle es an einer einheitlichen Zertifizierung durch unabhängige Experten, sagte Nitz. "Im Augenblick ist das für einen Patienten in mancher Klinik wie in einer Autowerkstatt, da hängen auch zig Zertifikate an der Wand und niemand weiß, was sie bedeuten."

Die Wahl des richtigen, spezialisierten Krankenhauses sei jedoch entscheidend, ergänzte Landes-AOK-Vorstandsmitglied Matthias Mohrmann: "Die Überlebensrate mit einem Ovarialkarzinom liegt nach fünf Jahren bei durchschnittlich 40%, in einzelnen Kliniken aber bei bis zu 60%."


http://www.journalmed.de/newsview.php?id=41448