Autor Thema: Ich habe geraucht ...........  (Gelesen 3971 mal)

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Jutta

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Ich habe geraucht ...........
« am: 17. August 2008, 21:21 »

MMW, 31.07.2008
Ex-Raucher: Das Krebsrisiko normalisiert sich erst nach 20 Jahren

Das Risiko, an einem durch Rauchen verursachten Krebs zu sterben, ist bei Rauchern mehr als siebenfach erhöht. Während für kardiovaskuläre Erkrankungen ein Rauchstopp das Risikoprofil sofort verbessert, vergehen bei Krebserkrankungen bis zu zwei Jahrzehnte, bevor sich das Risiko dem von Nichtrauchern annähert.

In einer Studie, die kürzlich im JAMA publiziert wurde, sollten die Abhängigkeiten zwischen Rauchverhalten bzw. dem Beendigen des Rauchens zum Gesamt- und ursachenabhängigen Todesrisiko bei Frauen geklärt werden. In der 1976 begonnenen, großen prospektiven Beobachtungsstudie von US-amerikanischen Krankenschwestern im Alter von 30 bis 55 Jahren wurden alle zwei Jahre Informationen über den Gesundheitsstand und Risikofaktoren für Krebs-, Herz- und andere Krankheiten erfragt. Das Rauchverhalten wurde genau eruiert. Die Daten von 104.519 Frauen mit Follow-up-Zeiten von 1980 bis 2004 konnten ausgewertet werden. Die aufgetretenen Todesfälle wurden unabhängig von der Ursache erfasst und nachträglich einer von sechs Gruppen zugeordnet: Vaskuläre Erkrankungen (koronare oder zerebrovaskuläre Krankheiten), respiratorische Erkrankungen, Lungenkrebs, alle von Rauchen verursachten Krebse, alle anderen Krebsformen und sonstige Ursachen.

Insgesamt traten 12.483 Todesfälle auf, wovon 4.485 (35,9%) Nichtraucher, 3.602 (28,9%) aktuelle Raucher und 4.396 (35,2%) ehemalige Raucher waren. Verglichen mit den Nichtrauchern hatten die aktiven Raucher ein erhöhtes Gesamtmortalitätsrisiko (HR = 2,81), was qualitativ ebenfalls auch für alle wesentlichen ursachenspezifischen Mortalitätsrisiken zutrifft. Für Krebsformen, die dem Rauchen zugeschrieben werden können, ergab sich eine HR von 7,25 und für alle anderen Krebsarten entsprach die HR = 1,58. Für aktuelle Raucher verglichen mit Nichtrauchern war die HR für kolorektale Krebse 1,63 und der Vergleich mit ehemaligen Rauchern resultierte in einer HR = 1,23. Für Eierstockkrebs konnte eine signifikante Assoziation nicht nachgewiesen werden. Signifikante Trends wurden beobachtet für die Subpopulation mit einem frühen Rauchbeginn bei der Gesamtmortalität, bei der Mortalität von respiratorischen Krankheiten und bei durch Rauchen hervorgerufene Krebsmortalität. Das im Vergleich größere Mortalitätsrisiko vermindert sich für ehemalige Raucher unabhängig von der Ursache mit zunehmendem rauchfreiem Zeitintervall, bis es sich nach etwa 20 Jahren mit sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit wieder dem Risiko von Nichtrauchern angleicht, wobei bei kardiovaskulären Krankheiten die Abnahme am schnellsten erfolgt, bei Lungenerkrankungen am langsamsten. Ungefähr 64% der Todesfälle bei Rauchern und 28% bei ehemaligen Rauchern waren dem Tabakkonsum zuzuschreiben.
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Autor: Lothar Pilz, DKFZ, Heidelberg

Die ungekürzte Version dieses Beitrags mit einem Kommentar von Lothar Pilz erscheint in InFo Onkologie 2008;11(5):330-31
www.info-onko.de

Originalpublikation: Kenfield SA, Stampfer MJ, Rosner BA et al. Smoking and Smoking Cessation in Relation to Mortality in Women. JAMA 2008;299:2037-47.
Quelle: MMW online
   
http://www.medizin-online.de/cda/DisplayContent.do?cid=264729&fid=253407&identkey=CfevGqlU4DgeA96dtz7Mew==

Evi

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Tabakkonsum ist für mindestens die Hälfte der Konsumenten tödlich
« Antwort #1 am: 07. September 2008, 21:58 »

Effektive Art, das Leben zu verkürzen: Rauchen.

Plädoyer für Ausbau von Rauchverboten

Ohne weitere Maßnahmen wird bis 2050 weltweit mit einer deutlichen Zunahme der Tabaktoten gerechnet

GENF (sh). Tabakkonsum ist für mindestens die Hälfte der Konsumenten tödlich. Tödlich wirkt vor allem Konsum über lange Zeit. Die gute Nachricht ist aber, dass sich die negativen Auswirkungen durch Aufgabe des Rauchens zumindest teilweise wieder beseitigen lassen.

Sir Richard Peto aus Oxford überbrachte beim Welt-Krebskongress in Genf drei Kernbotschaften: Erstens, das Risiko des Tabakkonsums ist hoch. Jeder zweite Konsument stirbt an den Folgen wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Atemwegserkrankungen. Zweitens, jeder vierte Konsument stirbt im mittleren Alter zwischen 35 und 69 Jahren und verliert damit viele wertvolle Lebensjahre. Drittens, es lohnt sich, mit dem Rauchen aufzuhören.

Peto rechnete vor: Ein zwischen 1900 und 1930 geborener englischer Zigarettenraucher verliert etwa 10 Jahre. Gibt er das Rauchen mit 60, 50, 40 oder 30 Jahren auf, so gewinnt er etwa 3, 6, 9 oder fast alle Jahre zurück.

Peto wies mehrfach darauf hin, dass sich die Folgen des Rauchens erst mit einer Verzögerung von vielen Jahren zeigen würden. In den USA und in England liegen zwischen dem Gipfel des Zigarettenkonsums und dem Gipfel der Sterblichkeit an Lungenkrebs etwa 20 bis 25 Jahre. In den USA starben im Jahr 1970 noch 42 Prozent der Menschen im mittleren Alter an den Folgen des Rauchens. Als Folge der Rauchverbote sank der Anteil im Jahr 2005 auf 22 Prozent. "Keine andere Intervention hatte eine solche Wirkung" betonte Peto.

Neue Daten aus China lassen vermuten, dass dort das gleiche Szenario wie in den USA zu erwarten sei, nur mit einer Verzögerung von 40 Jahren. In Indien führt Tabakkonsum bei den Menschen in ländlichen Regionen häufig zu Tuberkulose, in den Städten dagegen zu koronarer Herzkrankheit. Derzeit verursacht Tabakkonsum in Indien jeden zehnten aller Todesfälle im Jahr; 70 Prozent davon betreffen Menschen im mittleren Lebensalter.

Wenn vor dem Jahr 2050 eine deutliche Reduktion der 450 Millionen erwarteten Tabakopfer erreicht werden soll, bedeute dies, dass Erwachsene das Rauchen aufgeben müssen, so Peto. Selbstverständlich müsse auch daran gearbeitet werden, dass Kinder und Jugendliche mit dem Rauchen gar nicht beginnen. Aber diese Effekte würden sich dann erst nach dem Jahr 2050 zeigen.

« Letzte Änderung: 07. September 2008, 21:59 von Evi »

Tanja

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Helsinki – Schwere Raucher haben nicht nur eine um zehn Jahre verkürzte Lebenserwartung. Auch vor ihrem Tod ist die Lebensqualität deutlich herabgesetzt. Dies zeigt eine prospektive Beobachtungsstudie aus Finnland in den Archives of Internal Medicine (2008; 168: 1968-1974). Dort findet sich auch eine Übersicht, die einer Raucherentwöhnung in der Klinik eine hohe Effizienz bestätigt, sofern sie konsequent betrieben wird.

Die Helsinki Business Study umfasst eine Kohorte von 1.658 Männern der Jahrgänge 1919 bis 1934, überwiegend Geschäftsleute aus der finnischen Hauptstadt, die sich 1974 (im Alter von damals durchschnittlich 47 Jahren), als sie sich einer arbeitsmedizinischen Untersuchung unterzogen, der besten Gesundheit erfreuten.

Zwar hatten die 188 schweren Raucher in dieser Gruppe schon damals einen leicht erhöhten Blutdruck, auch einige Parameter des Fett und Glukosestoffwechsels waren gestört. Zudem schätzten die Raucher ihren Gesundheitszustand und körperliche Fitness schlechter ein als die Nichtraucher, was angesichts von mehr als 20 am Tag über längere Zeit gerauchten Zigaretten nicht verwundert. Auffällig war ebenfalls der deutlich höhere Alkoholkonsum (210 vs. 84 Gramm/Woche) bei den starken Rauchern. Ansonsten waren sie aber nicht kränker als die Nicht- oder Exraucher.

Sechsundzwanzig Jahre später wurde die Kohorte von Arto Strandberg von der Universität Helsinki erneut untersucht. Insgesamt 372 Teilnehmer (22,4 Prozent) der Studie waren gestorben, und aus der Überlebenskurve ergibt sich, dass die starken Raucher im Durchschnitt zehn Jahre früher gestorben waren als die Nichtraucher.

Nicht nur das: Die wenigen aktiven Raucher, die noch lebten hatten eine deutlich verminderte Lebensqualität. In allen acht Kategorien des 36-Punkte-Fragebogens der RAND-Corporation schnitten die Dauerraucher signifikant schlechter ab. Für den Editorialisten David Burns aus Del Mar in Kalifornien widerlegt die Studie die Legende, dass Raucher sich bis zu ihrem Tod einer guten Gesundheit erfreuen und nach dem Motto leben könnten "Lebe schnell und stirb jung". Sie würden vielmehr vorzeitig altern und schneller sterben (2008; 168: 1946-1947).

Viele Raucher schafften den Absprung, aber nicht immer ohne äußeren Druck. Bei vielen dürfte ein Klinikaufenthalt, etwa wegen der Exazerbation einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung der Anlass gewesen sein, das Rauchen einzustellen.

Ein Klinikaufenthalt ist nach einer Übersicht von Nancy Rigotti vom Massachusetts General Hospital in Boston auch aus medizinischer Sicht ein günstiger Zeitpunkt für eine Raucherentwöhnung, zumal an praktisch allen US-Kliniken ein striktes Rauchverbot herrscht.

Mit einer Ermahnung ist den Patienten allerdings nicht geholfen. Nur wenn die Patienten eine konsequente Beratung erhalten und nach der Entlassung noch über wenigstens einen Monat lang nachbetreut werden, was über telefonische Kontakte möglich ist, kann eine Raucherabstinenz über wenigstens sechs Monate oder ein Jahr aufrechterhalten werden, wie die Auswertung von 33 Studien ergab (2008; 168: 1950-1960).

Erfolg versprechend ist häufig auch ein Abstinenzversuch anlässlich einer Reha-Behandlung, wie die Analyse eines Patientenregisters (Prospective Registry Evaluating Outcomes After Myocardial Infarction Events and Recovery) zeigt.

Laut Nazeera Dawood von der Emory Universität in Atlanta steigt die Chance einer Abstinenz um 80 Prozent, während die einfache Ermahnung durch den erstbehandelnden Arzt auch in dieser Studie gar keine Wirkung zeigte.

Besonders wichtig wären Raucherabstinenzprogramme für Patienten, die nach dem Herzinfarkt depressive Symptome zeigten. Diesen Personen fällt es nach den Ergebnissen der Studie besonders schwer, auf die schädigenden Zigaretten zu verzichten (2008; 168: 1961-1967).

Edi

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Rauchen ist so schlecht wie doppeltes Gewicht
« Antwort #3 am: 19. März 2009, 18:08 »
19/03/09,00:01, Aerzte_Zeitung

Rauchen ist so schlecht wie doppeltes Gewicht

OXFORD (hub). Adipöse verkürzen ihre Lebenserwartung um vier Jahre, schwer Adipöse um bis zu
zehn Jahre. Und Rauchen wirkt auf die Gesundheit ähnlich schlecht wie ein verdoppeltes
Körpergewicht.

http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_Medizin_Detail?articleItemId=ffc4b24de48d4a11367734f2eca3bf63