Autor Thema: Diskussion: Raucher - Nichtraucher  (Gelesen 7624 mal)

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Jutta

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Diskussion: Raucher - Nichtraucher
« am: 12. April 2009, 02:39 »

Hier ist Platz für eine "gehobene" Diskussion,

aber bitte: denkt an die Ettickette!

Jutta

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http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/767164/

Dolce Vita ohne Filter - Das Elend mit dem Rauchverbot
Von Reinhard Mohr

Deutschland erlebt einen unruhigen Frühling. Auf nichts ist mehr Verlass. Kurt Beck ist unbeliebter als Guido Westerwelle; die alten 68er sind, trotz Guido Knopps blühender Führerfilm-Serienwerkstatt, präsenter als die alten Nazis. Und die angebliche Klimakatastrophe der Erderwärmung beschert uns einen schier endlosen Winter.

Trotz der seit Monaten geltenden Rauchverbote in Gaststätten aller Art wird weithin frech weitergequalmt, meint Reinhard Mohr.

Nun gerät noch eine eherne Regel ins Wanken: Wenn die Deutschen ein Gesetz verabschieden, das weiß die ganze Welt, dann halten sie sich auch daran. Gewiss, nicht alle und nicht immer, doch dafür gibt es ja Steuerfahndung, Politessen und Strafjustiz. Im Notfall Günther Jauch und die Super-Nanny.

Ansonsten aber gilt: An der roten Ampel heißt es "Halt!" - und draußen nur Kännchen. Was wir aber derzeit erleben, kommt einem Kulturbruch gleich. Wenn es eben nicht so falsch wäre, würde man sagen: italienische Verhältnisse...

Trotz der seit Monaten geltenden gesetzlichen Rauchverbote in Gaststätten aller Art wird weithin frech weitergequalmt. Selbst in Bayern, wo die Welt eigentlich noch in Ordnung ist, bricht das Chaos aus. In Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt sind die so genannten "Einraum" - Kneipen, also die Mehrheit aller kleineren Kaschemmen, Bierhütten, Beisln, Bistros und Bars, vom Rauchverbot befreit worden.

Und in Berlin-Kreuzberg, bis heute legendäre Urzelle aller anarchistisch-autonomen Trink- und Rauchumtriebe, wartet man auf offizielle Genehmigungen sowieso nicht: Es wird fröhlich weitergeraucht, bis die Lungenflügel zusammenklumpen wie ölverschmierte Haubentaucher nach der Tankerkatastrophe. Hauptsache, das eigene Freiheitsverständnis bleibt unangetastet: Toleranz heißt, dass die anderen, in diesem Fall: die Nichtraucher, gefälligst Rücksicht nehmen sollen auf die Bedürfnisse der Nikotinsüchtigen. Hier trifft sich der Ernte-23-Spießer am verkeimten Zapfhahn ganz brüderlich mit dem Lederjackenjunkie, der seine Selbstgedrehte bis zur gelben Fingerkuppe absaugt, als wäre es die letzte Kippe vor dem Exitus.

Der Berliner Senat schließlich verhielt sich sehr kooperativ: Er hat zwar ein schönes Gesetz gemacht, seinen Vollzug aber bis zum Sommer ausgesetzt. So signalisiert der Staat ganz offen: Daran halten müsst Ihr Euch nicht! Das Ordnungsamt, das sonst den Abstand zwischen Tisch- und Bordsteinkante zentimetergenau misst und noch an Heiligabend auf Knöllchenjagd geht, drückt beide Augen, pardon: Nasenflügel zu.

Und so sieht es dann auch aus. Selbst in guten Restaurants wird schon mal ein Rauchertisch nach hinten gestellt, natürlich ohne jede räumliche Abgrenzung. Ab 23 Uhr dürfen dann auch die anderen wieder zur Zigarette greifen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Und tatsächlich ist richtig, was der Autor Hannes Stein in seinem demnächst erscheinenden "endgültigen" Ratgeber "Immer Recht haben!" schreibt: "Selbstverständlich steht es jedem frei, Selbstmord zu begehen; selbstverständlich auch dann, wenn er es auf umständliche Art tut; und selbstverständlich darf er dabei sehenden Auges eine besonders langwierige und qualvolle Todesart anvisieren."

Nur um eines hält der weise Ratgeber an: "Aber lasst bitte unsere schönen Caféhäuser in Frieden!"

Das ist das Stichwort. Demokratietheoretisch ist klar: Der gesellschaftliche Frieden entsteht nicht zuletzt durch Gesetzestreue, durch die Respektierung des kategorischen Imperativ.

Wenn aber Legislative und Exekutive ihren eigenen Gesetzen nicht trauen und keine Sanktionen verhängen, blühen Egoismus und Lobbyismus. Die Zigarettenindustrie und die ihr angeschlossenen Werbeagenturen reiben sich die Hände. Auch ohne den Marlboro-Mann, der längst an Lungenkrebs gestorben ist, können sie das Lied von Freiheit und Abenteuer wieder anstimmen, die Legende von der romantischen Eckkneipe im Ruhrpott, wo der Malocher nach der harten Schicht sein höchstes - und wahrscheinlich einziges - Lebensglück bei Pils und Fluppe findet.

Verrauchte Feingeister sprechen gern von einer schützenswerten sozialen Tradition, von Lebenskultur, vom Dolce Vita filterlos.

Wenn man allerdings die qualmenden Lebenskünstler außerhalb ihres natürlichen Lebensumfelds sieht - in zugigen Hauseingängen, durchsichtigen, an Guantanamo erinnernden Glaskäfigen auf Flughäfen, eingesperrt in kleinen markierten Karrees auf Bahnhöfen - dann sind Freiheit und Abenteuer ganz weit weg, Zwang und Sucht aber ganz nah.

Mit Verlaub: Dann doch lieber italienische Verhältnisse. Aber richtig. Denn in Bella Italia funktioniert das Rauchverbot problemlos, genauso wie im kalten Irland, wo abstinente Öko-Weicheier auch nicht gerade in der Mehrheit sind.

Man nimmt aber Rücksicht und ist gerade deshalb frei.

Ganz im Sinne des Gesetzes.

Reinhard Mohr, geboren 1955, schreibt für "Spiegel Online". Zuvor war Mohr langjähriger Kulturredakteur des "Spiegel". Weiter journalistische Stationen waren der "Stern", "Pflasterstrand", die "tageszeitung" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Buchveröffentlichungen u. a.: "Das Deutschlandgefühl", "Generation Z" und "Der diskrete Charme der Rebellion. Ein Leben mit den 68ern".


Anm.: Vom 10.4.08, als ob es vorgestern war!



Werner

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Rauchergesetz in Österreich: 100 Tage Schonfrist sind vorbei!
« Antwort #2 am: 12. April 2009, 10:13 »

Endlich kommt Bewegung gegen die rauchgeschwängerten Gaststätten, besser Ungaststätten!

Meldungen oder/und Anzeigen:

Jede Person kann jeden Tag, die gleiche Gaststätte, bei einem Verstoß gegen das Tabakgesetz melden!

Dazu ist keine Anzeige notwendig! Eine formlose Meldung, per Brief, Fax, Email, ist ausreichend!

Auch wurde bei meiner Abgabe einer Mitteilung vom Amtsreferenten gesagt:
"Wir müssen jeder Meldung nachgehen, auch wenn sie anonym ist!"

Daher:
Bitte, gleich jetzt, gleich heute, und morgen, und übermorgen (auch die gleichen Gaststätten) gleich wieder melden.
Jeden Tag eine gesunde Tat durch eine Meldung an die Behörde!

Rücksicht? Wer nahm/nimmt auf uns Nichtraucher im Gasthaus Rücksicht?
Auf uns chronisch Kranken?
Auf Menschen mit Asthma, Allergien, COPD, chronische Erkrankung?
Es muss gar nicht immer gleich Krebs sein.

Hunderte Gastwirte sind angeblich bereits abgemahnt worden. Kein einziger hat menschlich reagiert, Maßnahmen ergriffen!
Der jetzige Zustand ist somit vorsätzlich! Die Wirte wissen, dass sie gegen das Gesetz verstoßen,
dass sie vorsätzlich und täglich für den Tod von Angestellten und Gästen verantwortlich sind.
Täglich sterben 3 (drei) Passivraucher in Österreich! Siehe hier im Forum!

Übrigens, die erste Strafe auf Grund der Meldung kostet den Gastwirt ein müdes Lächeln,
auch wenn er -wie fast alle - nicht um eine "Verlängerung" angesucht hat.

Die zweite, vielleicht erhöhte Strafe zahlt er noch mit der "Portokasse".
Vielleicht ändert er jetzt den gesetzlosen Zustand seiner "Raucherkuchl" und führt sofort Veränderungen
lt. dem Tabakgesetz durch.

Die dritte und weitere Strafverfügung durch eine Meldung an den Magistrat bzw. an die Bezirkshauptmannschaft
wird schon teurer, und so fort!

Dann wird auch seine "Gastwirte-Vereinigung" oder wie immer, bzw. wird auch von der Raucherlobby gesprochen,
die quasi zum Gesetzesbruch aufgerufen hat, blöd drein schauen.
Und Chefs von Einkaufszentren werden nicht grenzenlos berufen bzw. die Kosten der Strafverfügung übernehmen.
Letztere fordern jetzt ein generelles Rauchverbot in allen Gaststätten!
Auch die Hoteliersvereinigung fordert ein generelles Rauchverbot in allen Gaststätten!

Vor allem aber wird jetzt bewirkt, was eine Selbstverständlichkeit ist:

DIE  BEHÖRDE  MUSS  DIE  EINHALTUNG  DES  GESETZES  VON SICH  AUS  PRÜFEN !

BM. STÖGER  KANN  GESTÄRKT  IN  DEN  MINISTERRAT  GEHEN  UND  SAGEN: 

"Das geht so nicht weiter! Waren es vor einem halben Jahr die Ärzte die auf die Straße gingen (Großdemonstration,
übrigens mit den Patienten), so werden es bald die Bürger mit den Ärzten sein (Ärztekammerpräsident Dr. Dorner hat
bereits in einer Presseaussendung rauchfreie Gaststätten gefordert).
Ich kann auch nicht mehr der Bevölkerung bei jeder sich bietender Gelegenheit sagen, das schaue ich mir vorerst einmal
ein Jahr an. Es ist Wahlen und wieder Wahlen! Ich kann doch als Gesundheitsminister nicht mehr blauäugig
zusehen, wie gegen das Gesetz verstoßen wird, wie täglich deswegen dutzende Österreicherinnen und Österreicher sterben."


Wo bleibt eigentlich die Arbeiterkammer?
Wer hört was von der Gewerkschaft?
Wer schützt die Frauen und Männer in den Raucherkuchl. vor dem Tod?

Wo ist der Wirtschaftsminister der sagt: Wir brauchen eine gesunde Wirtschaft?
Wo bleiben die Arbeiterkämmerer, die Wahlschreier: Arbeit macht krank!


Zwei Drittel Nichtraucher in Österreich lassen sich nicht mehr von 1/3 Raucher schikanieren!

Noch Fragen? Bitte hier im Forum, oder an Dietmar: kontakt@krebspatient.at


Für Wien werde ich versuchen, die Kontaktadressen für Meldungen/Anzeigen hier ins Netz zu stellen.
Vielleicht kann dies jemand machen für die Bundesländer, nämlich alle Bezirkshauptmannschaften,
nach Bundesland zusammen gefasst.

JETZT dürfen wir nicht mehr locker lassen!


JETZT ist DIE CHANCE für die Angestellten und Gäste in Gaststätten, raschest rauchfreie Luft beim Arbeiten
und beim Essen zu haben!


Die Gastwirte wehren sich jetzt sehr primitiv:


Die üblich bekannten Cafetiers und Gastwirte"Sprecher" wissen nicht mehr, was sie nach so einer super konzentrierten Aktion
der Selbsthilfegruppe "Krebspatienten für Krebspatienten" sagen sollen. "Se san mundstat"! Also verstecken sie sich hinter
einen dürren Strohhalm, der beim Brechen ist:
"Die meisten Gastwirte haben bis 31.12.09 bei der Behörde einen Umbau beantragt.
Damit haben sie eine Übergangsfrist bis zum 30.6.2010."

Wer aber hat wirklich angesucht. Intern sprechen die Gastwirte am Stammtisch von 15 %. In Wirklichkeit
werden es noch weniger sein. Die Wirtschasftskammer hat schon bei Kdolsky unrichtige Zahlen bekannt
gegeben. Jetzt haben sie ausgepokjert!

Das heißt, über 80 % setzen täglich strafbare Handlungen - gegen die Gesundheit der Mitarbeiter,
gegen die Gesundheit der Gäste.

Es ist ein "Spiel mit dem sicheren Tod", worüber wir hier sicher bald mehr lesen können!


Dietmar, oder wer von den Österreich weit dutzenden Mitstreitern aus den Selbsthilfegruppen "Krebspatienten für Krebspatienten",
was muss eigentlich bei einer solchen Meldung beachtet werden?

Genügt z. B.:

"Meldung, beim Lokal ......... in ....... habe ich am ..... um ..... Uhr den Verdacht auf Verstoß gegen das Tabakgesetz
erkannt, da ich gesehen habe, dass ..... bzw. im nicht durch einen Raum mit dichter Türe abgetrennten Raucherraum,
Rauch in den größeren (?)  Nichtraucherraum dringt!"


« Letzte Änderung: 12. April 2009, 10:35 von Werner »

Josef

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Re: Diskussion: Raucher - Nichtraucher
« Antwort #3 am: 12. April 2009, 10:51 »
Und es bewegt sich was!
Super diese Aktion, Österreich weit! Auch zum Wohle der Touristen, denn
die Deutschen und Italiener rauchen "zu Hause" auch nicht in den Gaststätten!


Übrigens:

Am 22. Dezember 2008 wurde der Wirtschaftskämmerer Hinterleitner interviewt, als Vertreter der Gastwirte.
Und in Österreich steht:

Erst drei Prozent Anträge
"Helmut Hinterleitner vom Fachverband Gastronomie der WKÖ appelliert an die restlichen betroffenen Wirte, sich zu melden: „Sonst wird das Lokal mit 1. Jänner automatisch zum Nichtraucherlokal.“

Das heißt die Zahl im vorigen Beitrag ist ziemlich richtig. Nur etwa 15 % oder weniger der Gastwirte haben
um "Fristverlängerung" angesucht! etzt geht`s diesen Gesetzesbrechern an den Kragen!
« Letzte Änderung: 12. April 2009, 10:52 von Josef »
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Dietmar E.

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Schönen Ostersonntag,

vor allem geht mein Gruß an unsere vielen Mitstreiter, die in den letzten Wochen unermüdlich am Weg waren.
Da dies meist nach Arbeitsschluss war, 17 Uhr/18 Uhr, für 4 Stunden, viele Gaststätten hatten auch dann erst offen,
rechne ich euch eure Mithilfe besonders Hoch an!

Im ersten Anlauf haben wir schon mehr geschafft, als erwartet: Wir waren gestern und sind heute in allen Medien,
von ORF-TV über ORF-Teletext, ORF-Radio und in jeder Zeitung, die was von sich hält. Auch zwei ausländische TV-Teams haben sich gemeldet.

Ich bitte euch aber, vor allem in den Bundesländern und in Wien außerhalb des 1. Bezirks, helft weiter mit,
rauchfreie Gaststätten zu bekommen. Der Druck von unten muss so groß sein, dass - wie hier schon
von Werner glaublich geschrieben - dieses Tabakgesetz JETZT geändert werden muss. Ich glaube nicht,
dass die nicht rauchenden Österreicherinnen und Österreicher nochmals so eine Chance bekommen, wie jetzt!

Ich jedenfalls werde mit meinem Team nicht eher aufhören aufzuzeigen, bis wir Österreich weit

RAUCHFREIE  GASTSTÄTTEN

für die MitarbeiterInnen, Gäste, Kinder, Touristen, aber auch mitgebrachte Hunde, haben!
Diese Österreich weite Aktionen sind quasi ein Volksbegehren!
Nur jetzt haben wir die Möglichkeit,

RAUCHFREIE  GASTSTÄTTEN

zu bekommen!
DAS geht aber NUR mit DEINER Mithilfe!
Bitte schreibe mir jetzt gleich, welche Fragen du hast, mit welchen Unterstützungen du beitragen kannst.
Vielleicht besuchst auch du Gaststätten in deiner Nähe, oder
kennst prominente Leute, die für unsere Pressemappe bei der Pressekonferenz am 20.4.09 im Amtshaus vom 1. Bezirk eine "Grußbotschaft" mir senden?
Oder dir fallen mediale Besonderheiten ein, die wir umsetzen sollen, um noch breitenwirksamer und
an den richtigen Stellen Gehör zu finden.

Nochmals einen herzlichen (ersten) Dank an mein großartiges Team. Aber auch an Robert Rockenbauer, der seit rund
30 Jahren von Innsbruck aus gegen das Rauchen in Gaststätten angekämpft hat und weiterhin kämpft!

Liebe Grüße

Dietmar
kontakt@krebspatient.at

PS: Kampfposter und "untergriffige Beiträge" sind in meinem Krebsforum nicht erwünscht. Sollte dies
beginnen, werde ich die Beiträge sofort löschen, und den Schreiber hier bekannt geben (wie gehabt!).

« Letzte Änderung: 12. April 2009, 12:16 von Dietmar E. »
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Gitti

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Erhebungen in Gaststätten
« Antwort #5 am: 13. April 2009, 08:57 »

Leider bin ich mit meinem Asthma nicht in der Lage euch beim Besuch in rauchigen Gasthäusern behilflich zu sein.
Aber meine Brüder in Linz bzw. Wels möchten mitmachen.
Wie geht das?

Jutta

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Hallo Dietmar - Kontrolle der Gaststätten in ganz Österreich!
« Antwort #6 am: 13. April 2009, 09:14 »
Guten Morgen Dietmar,

schön langsam tut sich auch hier was, wie ich dir sagte!
Danke für das Unterforum.

Ja, wie können wir mitarbeiten?
"Österreich" hat jetzt die Chance dieses Pseudogesetz zu Fall zu bringen und zu erwirken:

RAUCHFREIE  GASTSTSTÄTTEN  IN  GANZ  ÖSTERREICH !

Wenn täglich in Österreich 3 (drei) Tote wegen Passivrauchen sind,
darf doch ein Minister nicht sagen "Das schaue ich mir jetzt einmal ein Jahr an!".


Wenn es von der Statistik Austria heißt
38.000 Krebsneuerkranken, 19.000 Krebstote, in Österreich, in einem Jahr
und der angesehene Onkologe sagt
90 % der Krebstoten entstehen durch das Rauchen,
dann gehört doch eigentlich der Tabak verboten!

Und wo ist die Vertretung der DienstnehmerInnen?
Wozu bin ich bei der Arbeiterkammer und Gewerkschaft Mitglied,
wenn auch die zusehen, wie täglich die Dienstnehmerschutzverordnung mißachtet wird?
Warum rühren sich nicht die Minister für Soziales, Arbeit, Wirtschaft, Gesundheit? Ist deren Hirn schon ganz rauchvernebelt?

Wie lange schaut da unser Bundespräsident, Bundeskanzler, Vizekanzler, Ombudsmann, Behindertenanwalt, Patientenanwalt, die Kirche etc. zu,
wo es doch eindeutig
1) um Selbstmord und
2) vor allem um Gemeingefährdung, Körperverletzung mit tödlichem Ausgang, geht.

"Marlboro" musste schon hunderte Millionen zahlen, da durch das Rauchen austherapierte Krebspatienten geklagt haben!

Da müsste doch die Staatsanwaltschaft informiert werden!
Eine "Ministeranklage" sollte es geben!

Deine Selbsthilfegruppe "Krebspatienten für Krebspatienten" sollte auf mehreren Schienen tätig werden,
also auch Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft machen!

Wer kann in Österreich wie mit helfen bei:

Yes, I can, ÖSTERREICHS  GASTSTÄTTEN  WERDEN RAUCHFREI !
« Letzte Änderung: 13. April 2009, 09:21 von Jutta »

Geri

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Re: Diskussion: Raucher - Nichtraucher
« Antwort #7 am: 13. April 2009, 09:49 »
Vorerst  war ich skeptisch, aber ich sehe es jetzt richtig, dass sich die
Selbsthilfegruppe Krebspatienten gegen das Rauchen in Gaststätten engagiert.


Gestern stand davon in allen Sonntagszeitungen ein Bericht, auch mit Fotos!
Jede nicht am Sonntag und heute Feiertag erscheinende Zeitung brachte in
der Onlineausgabe die "Selbstjustiz" groß heraus.

Es soll rasch dafür gesorgt werden, daß wenigstens das jetzige Gesetz genauest geprüft wird,
also unangemeldet die Behörde die Gaststätten aufsucht,
und voll aus dem Strafenkatalog schöpft (Wiederholungstäter!)!


Besonders die Ankündigung von Österreich auf der ersten Seiten in allen Bundesländern
und dann noch der fast ganzseitige Artikel, gut geschrieben, gut recherchiert,
fand ich prima.


Nur, jetzt darf Mann/Frau nicht locker lassen, jetzt ist der Aufstand gegen das "Gesetz" durch zu ziehen.
Mein Bruder als Gastwirt (Pächter) ist auch gegen das Gesetz, da es nicht umsetzbar ist.
Die Frist für die Einreichung eines gewollten Umbaues hat er, wie 90 % der Wirten, versäumt.
Eine Strafe von 100 Euro hat er schon bekommen. er will berufen, obwohl er sagt, es bringt nur Mehrkosten.
Auch wenn er ein Nichtraucherlokal wäre, rundum sind "gemischte" Lokale und er hat dann durch den ungleichen Wettbewerb
sicher hohe finanzielle Einbußen.


Anzeigen gegen die Minister, oder gegen "Unbekannt", einfach an die Staatsanwaltschaft beim jeweiligen Landesgericht
zu sendern, finde ich super. Das kann anonym oder mit Absender erfolgen. Die Staatsanwaltschaft muss jeder Anzeige
nachgehen, überhaupt wenn es um den Schutz des Lebens geht!


Leserbriefe, an alle Zeitungen, wäre auch eine gute Sache!



Wie wäre es mit einem Proponentenkomitee?

Viele anerkannte Personen in Österreich sind Nichtraucher!
« Letzte Änderung: 13. April 2009, 09:51 von Geri »

admin

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Tabak-/Wirte-Lobby? Rauchfreie Gaststätten!
« Antwort #8 am: 15. April 2009, 23:06 »

Ohne finanziellen Mitteln,
nur mit "Andreas Hofer" - Einsatz,
sind zig Leute Österreich weit unterwegs,
zum Besuch der "Rauchfreien Gaststätten".

Das war ein Schlag ins Wespennest der Tabak-/Wirte-Lobby!
Mittlerweile ist es schon ein Erdbeben!

Und wir machen weiter!
Auch wenn Hacker mein Krebsforum gestört haben/stören!

In Kürze entsteht eine eigene Homepage für

RAUCHFREIE  GASTSTÄTTEN!




Dietmar E.

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Österreichische Ärztekammer / 17.04.2009 / 11:57 / OTS0179 5 CI 0224 NAE0001 II   
AVISO - Einladung zur Pressekonferenz "Kein Nichtraucherschutz in Österreichs Gaststätten" ACHTUNG - geänderter Ort! =

   Wien (OTS) - Das Österreichische Tabakgesetz zum Schutze der
Nichtraucher in Gaststätten ist seit 1.1.2009 in Kraft. Nun haben
nach 50 Tagen Schonfrist Österreich-weit geschädigte
Nichtraucherinnen und Nichtraucher mit Verwandten und Bekannten
stichprobenartig Gaststätten "besucht".

Alleine in der Bundeshauptstadt Wien erfolgten hunderte Aufzeichnungen. Dabei wurden
bedenkliche Zustände deutlich: Fast alle Gaststätten bieten keinen
Nichtraucherschutz bzw. halten sich nicht an das Gesetz. Aus
gegebenem Anlass laden der Verein Krebspatienten für
Krebspatienten/Netzwerk onkologischer Selbsthilfegruppen Österreich
und die Ärzteinitiative gegen Raucherschäden Vertreterinnen und
Vertreter der Medien  zu einer aktuellen Pressekonferenz. 

(Im Anschluss an die Pressekonferenz werden im Amtshaus Wipplingerstraße
8, 1. Stock, an Bezirksvorsteherin Stenzel  alleine aus dem 1. Wiener
Gemeindebezirk hunderte Anzeigen übergeben.)


Thema:      Kein Nichtraucherschutz in Österreichs Gaststätten
                Übergabe von hunderten Anzeigen in der Stadt Wien


Teilnehmer:

o. Univ.-Prof. Dr. med. Manfred Neuberger,
Ärzteinitiative gegen Raucherschäden, Leiter der Abteilung Präventivmedizin, Institut für
Umwelthygiene, Med. Universität Wien

Dietmar Erlacher, Überbringer der Anzeigen; Bundesobmann
"Krebspatienten für Krebspatienten, Netzwerk Onkologischer
Selbsthilfegruppen Österreich"
u. w.


Zeit:           Mo., 20.4.2009, 09.30 Uhr

Ort:            Österreichische Ärztekammer
      Großer Sitzungssaal- Unterteilung
      Weihburggasse 10-12
      1010 Wien

      (ACHTUNG - neuer Ort: ÖÄK)


Rückfragehinweis:
   Rückfragehinweis:
   Univ.Prof. Dr. med. Manfred Neuberger: 01/ 42 77 64 710
   Dietmar Erlacher: 0650/577 23 95

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0179    2009-04-17/11:57

171157 Apr 09
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Tabaklobby "schleimt" sich unter Gesundheit ein
« Antwort #10 am: 17. April 2009, 23:11 »
Täglich gibt es zig private Aussendungen durch OTS, so auch heute.
Dabei kann die Firma etc. die etwas bekannt gibt, oder zur Pressekonferenz einlädt,
selbst festlegen, in welchen Spartenthemen dies erscheinen soll.

Hoch überrascht bzw. richtig entsetzt war ich aber, dass sich die Tabakindustrie
unter Gesundheit bei den Aussendungen hinein schleimt!


Bekanntlich ist Tabakwerbung, begründet verboten!
Versucht man damit über Hintertürchen etwas zu erreichen?
Ist das bereits Werbung, noch dazu unter "Gesundheit"?
Wir werden wachsam sein, Tabaklobby!



Alleine unter dem Thema "Gesundheit" waren heute um 16 Uhr:



08:00   Neue Broschüre über Patientenrechte veröffentlicht
   
09:04   Neue Methode "Evidence adjusted Engineering (EAE)"
   
09:30   Patientenrechte: Österreich nur im europäischen Mittelfeld
   
09:33   Landesrätin Mag. Karin Scheele eröffnete Landesgesundheitskonferenz
   
10:00   GlaxoSmithKline und Pfizer gründen ein weltweit führendes, auf HIV spezialisiertes Unternehmen
   
10:21   Das Rote Kreuz am 26. Vienna City Marathon: Beste medizinische Versorgung vom Start bis ins Ziel
   
11:09   Prets fordert EU-Aktionsplan zur Bekämpfung von Genitalverstümmelung in Europa
   
11:14   FPÖ-Wien: Pneumokokkenimpfung endlich umsetzen

   
11:16   Führungswechsel bei JTI / Austria Tabak - BILD

http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20090417_OTS0132&mabo=1

   
11:29   Coaching wirkt - mehr Erfolg für Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt durch Coaching
   
11:38   Petition für bessere Medikamentenversorgung am Land
   
11:40   SMZ-Ost: Chirurgiegangbetten waren Problem auf Abteilungsebene
   
11:57   AVISO - Einladung zur Pressekonferenz "Kein Nichtraucherschutz in Österreichs Gaststätten" ACHTUNG - geänderter Ort!
   
12:00   Sigmund-Freud-Universität Wien, 28. April, 18.30: 'Menschliche Eigenheiten, Schwächen, Störungen, Fehler und

                Empfindlichkeiten'.
   
12:02   FP-Ebinger, Mahdalik fordern Ende der Gangbetten-Schande im SMZ-Ost
   
12:42   Gesundheit - SP-Wagner: "KAV hat bereits umfangreiche Untersuchung zu Gangbetten im SMZ-Ost eingeleitet"
   
12:56   Brustbauer zum Europäischen Tag der Patientenrechte
   
13:10   Mehr Patienteninformation
   
13:39   RH führte Follow-up-Prüfung bei Gerichtsmedizin Wien durch RH empfiehlt: Sachverständigentätigkeit sollte Dienstpflicht sein
   
14:40   Wiener Bluttage, 11.-13.Juni im AKH Wien
   



« Letzte Änderung: 18. April 2009, 00:58 von Dietmar E. »
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Josef

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http://www.kurier.at/archiv/volltext.php?schluessel=KURIER_200904160444190096&suche=Gastst%E4tten&suchedatum=20090412%7C20090419&simple=1

Verein startet "Aktion scharf"

Anzeigenflut gegen "Rauch-Sünder"

Wie einst sein Landsmann Andreas Hofer wolle er kämpfen. Und zwar für rauchfreie Gaststätten. Dietmar Erlacher redet nicht nur davon, er wird auch aktiv. Der Obmann von "Krebspatienten für Krebspatienten" und seine Mitstreiter starten in NÖ ihre "Aktion scharf".

42 Anzeigen

"Rauchen ist Selbstmord, Passiv-Rauchen ist vorsätzlicher Totschlag. 17.000 Tote jährlich sind zu viel", argumentiert Erlacher. Ein besonderer Dorn im Auge: Die Shopping City Süd. "In nur zwei Tagen haben wir 42 Verstöße gegen das Rauchverbot festgestellt. Wir könnten täglich 30 weitere Anzeigen erstatten, aber das bringt doch nichts. Tatsache ist, dass in Einkaufszentren Rauchverbot gilt. Das Problem ist aber das Gesetz." Dem kann Mödlings Bezirkshauptmann Hannes Nistl, dem die 42 Anzeigen überreicht wurden, nur beipflichten: "Wir haben es leider mit einem Gesetz zu tun, wo wir als Behörde keine Ermächtigung haben und die Polizei ist nicht zuständig." Derzeit sind 22 Strafverfahren gegen Lokale in der SCS im Laufen, aber eine Entscheidung ist kaum heuer zu erwarten: "Uns wurde bereits angekündigt, dass die Lokale bis zum Höchstgericht gehen werden. Sie fühlen sich benachteiligt, weil die Übergangsfristen für Einkaufszentren nicht gelten.

Mehrere Lokale haben aber Pläne für Umbauten eingereicht und glauben, diese Übergangsfrist trotzdem nutzen zu können. In Wahrheit kennt sich niemand mit dem Gesetz aus." Bislang gab es im Bezirk Mödling 25 Anzeigen gegen Lokale in der SCS, neun gegen "Rauch-Sünder" außerhalb. Klingt nach wenig, ist aber Spitzenreiter in NÖ. Das soll sich ändern. Der Verein "Krebspatienten für Krebspatienten" will in ganz NÖ Kontrollen durchführen und Anzeigen erstatten. Derzeit in Wiener Neustadt, bald in St. Pölten. "Unser Ziel ist eine Verbesserung und Vollziehbarkeit des Gesetzes", erklärt Erlacher.
« Letzte Änderung: 19. April 2009, 01:19 von Josef »
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Josef

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http://www.kurier.at/archiv/volltext.php?schluessel=KURIER_200904160444190087&suche=Gastst%E4tten&suchedatum=20090412%7C20090419&simple=1

SCS: Verein jagt Raucher

Anzeigenflut - Eine "Aktion scharf" gegen Rauchverbot-Verstöße organisierten Dietmar Erlacher, Obmann des Vereines "Krebspatienten für Krebspatienten" und seine Mitstreiter in der Shopping City Süd. In nur zwei Tagen dokumentierten sie in Lokalen der SCS 42 Verstöße gegen das im Einkaufszentrum geltende Rauchverbot. Nun überreichten Erlacher und Mitstreiter dem Mödlinger Bezirkshauptmann Hannes Nistl 42 formelle Anzeigen.

Von früheren Aktionen anderer Gruppen und Einzelpersonen liegen bereits 25 Anzeigen gegen SCS-Lokale bei der Behörde. Derzeit sind 22 Strafverfahren im Laufen. Die Lokale haben jedoch Berufungen eingebracht und wollen bis zum Höchstgericht gehen. Sie fühlen sich benachteiligt, weil die Gaststätten eingeräumten Übergangsfristen (etwa nach der Einreichung von Umbauplänen) für Einkaufszentren nicht gelten. Der aus Tirol stammende, Tischlermeister Erlacher plant in Wien ähnliche Kampagnen. Er sieht Passiv-Rauchen als "Totschlag" an.
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke