Autor Thema: Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs  (Gelesen 7598 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

christina62

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 755
  • Geschlecht: Weiblich
Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs
« am: 16. Mai 2007, 11:52 »
Früherkennungsmaßnahmen

Seit den 50iger Jahren ist die Krebsabstrichuntersuchung vom Gebärmutterhals und deren Färbung nach Papanicolau, deshalb auch oft als Pap Abstrich bezeichnet, fester Bestandteil einer wirksamen Früherkennungsmaßnahme. Diese Untersuchung ist vollkommen schmerzfrei und wird 1 mal jährlich ab dem 20. Lebensjahr empfohlen. In etwa 3 - 5 % aller Abstriche findet sich ein abklärungsbedürftiger Befund. Dies bedeutet noch lange nicht, dass tatsächlich eine Krebserkrankung vorliegt. Oft muß nur der Krebsabstrich nach einer Infektionsbehandlung wiederholt werden. In jüngster Zeit besteht auch die Möglichkeit, abklärungsbedürftige Krebsabstrichbefunde durch einen Infektionsnachweis von HPV Viren weiter abzuklären. Ziel dieser Maßnahme ist es, den Frauen möglicherweise operative Eingriffe zu ersparen. In Ergänzung zum Krebsabstrich kann die Kolposkopie (Untersuchung des Gebärmutterhalses mit der Vergrößerungslupe) durchgeführt werden, um so noch genauer Veränderungen feststellen zu können.

 
« Letzte Änderung: 17. Mai 2007, 23:31 von christina62 »
Jeder Tag ist ein kleines Leben.



Betreue die Unterforen Brustkrebs, Eierstockkrebs, Gebärmutterhalskrebs

Tanja

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 932
  • Geschlecht: Weiblich
Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs
« Antwort #1 am: 11. Februar 2008, 16:52 »
Auch nach dem Wechsel zur Untersuchung

Was ist ein PAP-Abstrich?

Zellen des Gebärmutterhalses werden auf Veränderungen untersucht. Jährlich sterben etwa 160 Frauen an Gebärmutterhalskrebs.

Wo kann ich einen Abstrich machen?

Der Abstrich ist unkompliziert beim Gynäkologen durchführbar.

Wie oft sollte der Test durchgeführt werden?

Einmal jährlich im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung. Pathologe Nader: "Auch nach der Menopause ist der Abstrich zu empfehlen."

Was kostet der Test?

Der Test ist für österreichische Staatsbürgerinnen beim Gynäkologen kostenlos.

Wie können Sie sich zusätzlich schützen?

Durch eine HPV-Impfung noch vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Sie ist aber umstritten.

Welche Daten benötigt der Gynäkologe?

Informieren Sie den Arzt über Zeitpunkt der letzten Regel und über Einnahme von Medikamenten und Hormonen.

Tanja

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 932
  • Geschlecht: Weiblich
Gebärmutterhalskrebs! VORSORGE, durch Impfung und regelm. Abstrich!
« Antwort #2 am: 11. Februar 2008, 16:55 »

Ich finde, der Ansatz der Gesundheitsministerin
soll endlich lauten:

VORSORGE, durch Impfung und regelm. Abstrich


Gebärmutterhalskrebs
Keine Abstriche bei der Vorsorge

Vorsorge statt Impfung: Bundesministerin Andrea Kdolsky will die umstrittene HPV-Impfung nicht in den Impfkatalog aufnehmen. Sie gibt PAP-Abstrichen den Vorzug und beruft sich auf eine von ihr in Auftrag gegebene Studie. Das Ludwig Boltzmann Institut für Health Technology Assessment (HTA) kam zu dem Schluss: Die Impfung kann die Vorsorge und somit den Abstrich nicht ersetzen.

Erfolg

Doch auch beim PAP-Abstrich bleibt eine 20-prozentige Unsicherheit. Zwei von zehn Abstrichen sind ungenau. Wird der Fehler entdeckt, muss die Untersuchung wiederholt werden.

Alexander Nader, Primar am Hanusch-Spital: "Aus diesem Grund ist es notwendig, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen." HTA-Studienautorin Ingrid Zechmeister: "Bei PAP-Abstrichen gibt es zwei Probleme: Einerseits nehmen wenige Frauen die Vorsorgeuntersuchung wahr, andererseits ist die Qualität der Abstriche verbesserungswürdig." Die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) startete deshalb 2006 eine Qualitätsoffensive. Das Ziel: Die Abstriche sollten sicherer werden. Die Kasse stellte Gynäkologen ein Jahr kostenlos zwei verschiedene Krebsabstrich-Abnahmegeräte zur Verfügung und verglich die Ergebnisse. Zusätzlich wurden Fehlerquellen bei der Abnahme des Abstrichs aufgezeigt, die Kommunikation zwischen Gynäkologen und Pathologen wurde optimiert. Ergebnis: Bei 48 von 57 teilnehmenden Gynäkologen konnte die Anzahl der nicht beurteilbaren Abstriche halbiert werden.

Handlungsbedarf

"Diese Initiative zeigt, dass sich ein Großteil der fehlerhaften Ergebnisse durch eine optimierte Abstrichentnahme einfach vermeiden ließe", sagt Claudia Wilfing von der WGKK. "Die Initiative hat international Wellen geschlagen." Auch die Kassen in Oberösterreich und im Burgenland würden bereits über ein ähnliches Modell nachdenken.

Die Ärzte, Pathologen und Gynäkologen, seien anfangs skeptisch gewesen, "doch das Ergebnis hat die Teilnehmer schließlich überzeugt".

Nader verweist darauf, dass nur 30 Prozent der Frauen in Österreich regelmäßig einen PAP-Abstrich durchführen lassen. Er sieht Aufklärungsbedarf: "Gebärmutterhalskrebs gehört zu den am besten verhinderbaren Krebsarten. Die Untersuchung geht rasch, ist schmerzlos und sie ist kostenlos. Aber man muss die Untersuchung auch nach der Menopause wahrnehmen." Denn nur eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung würde absolute Sicherheit bieten können.


Jutta

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 957
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs
« Antwort #3 am: 14. Januar 2009, 21:36 »
http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_Medizin_Detail?articleItemId=79c01838eed69f004fa148ed3309c59b

14/01/09,12:00, Aerzte_Zeitung

Aktionswoche gegen Zervixkarzinom

MARBURG/TÜBINGEN (eb). In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 6200 Frauen am Zervixkarzinom und fast 1700 sterben daran. Die meisten dieser Tode könnten verhindert werden, würde der Krebs rechtzeitig entdeckt. Doch nicht jede Frau nutzt die Früherkennungsangebote, beklagt die Projektgruppe ZERVITA. Sie macht mit der 3. Aktionswoche gegen Gebärmutterhalskrebs vom 18. bis 24. Januar auf die Gefahren dieser Erkrankung, vor allem aber auf die Chancen der Früherkennung und Vorbeugung aufmerksam.

www.zervita.de

Jutta

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 957
  • Geschlecht: Weiblich
Gebärmutterhalskrebs Infos etc.
« Antwort #4 am: 14. Januar 2009, 23:18 »
Vorbeugende Impfung gegen Humane Papillomviren

Bisher wurden zwei Impfstoffe gegen HPV entwickelt (Cervarix® und Gardasil®), die vor einer Infektion mit den zwei häufigsten Krebs verursachenden HPV-Typen (HPV 16 und 18) schützen sollen. HPV 16 und HPV 18 sind zusammen für etwa 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich.

In Studien verhinderten die Impfstoffe erfolgreich anhaltende Infektionen mit HPV 16 und HPV 18 sowie durch diese HPV-Typen verursachte Krebsvorstufen. Einer der beiden Impfstoffe (Gardasil®) schützt zudem vor den HPV-Typen 6 und 11, Hauptverursacher von genitalen Warzen. Gardasil wurde bereits im Oktober 2006 zugelassen, Cervarix im September 2007.
Mädchen sollten am besten vor dem ersten sexuellen Kontakt geimpft werden, denn der Impfschutz ist nur dann sicher wirksam, wenn noch keine Infektion mit HPV-Impftypen 16 und 18 und, im Fall von Gardasil, zusätzlich 6 und 11 stattgefunden hat. Für einen optimalen Impfschutz sind drei Injektionen des Impfstoffs innerhalb von 6 Monaten erforderlich.  Ein HPV-Test vor der Impfung wird nicht empfohlen.

Die Impfung soll die Entstehung von durch Infektion mit HPV 16 und 18 ausgelöstem Gebärmutterhalskrebs verhindern. Sie kann die Pap-Abstrichuntersuchung aber nicht ersetzen, denn etwa 30 Prozent der Zervixkarzinome werden durch andere HPV-Typen als 16 und 18 verursacht, gegen die die verfügbaren Impfstoffe nicht wirksam sind. Eine regelmäßige Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen ist also weiterhin nötig.

Es ist noch offen, wie lange der Impfschutz anhält und ob und wann möglicherweise eine Auffrischung erforderlich ist. Die Nachbeobachtungsdauer bei den in den Studien geimpften Mädchen und Frauen beträgt bisher maximal 5 Jahre. Über diesen Zeitraum hielt der Impfschutz vollständig an.
Auch ist noch nicht durch Studien belegt, welche Auswirkung die Impfung von Jungen auf die Verbreitung der im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen haben kann und ob sie durch die Impfung auch vor den möglichen Folgeerkrankungen einer HPV-Infektion wie Peniskarzinom und Karzinome am After (Analkarzinom) geschützt werden. Für Jungen wird die Impfung derzeit nicht empfohlen.

Mehr dazu hier:

http://www.zervita.de

http://www.zervita.de/gebaermutterhalskrebs/zervixkarzinom/vorbeugende-impfung-gegen-humane-papillomviren.html

HPV-Impfstoffe

Wer sollte wann geimpft werden?

Konsequenzen für die Früherkennung mittels Pap-Test

Offene Fragen

Kostenerstattung

Literatur

Weitere Informationen


admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 4.492
  • Geschlecht: Männlich
Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge: Neue EU-Leitlinie
« Antwort #5 am: 17. Dezember 2015, 21:30 »

Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge: Neue EU-Leitlinie

Europäische Experten sprechen sich für HPV-basiertes Screening aus Die Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge befindet sich im Wandel: Seit 1971 wird in Deutschland der jährliche Pap-Abstrich zum Gebärmutterhalskrebs-Screening eingesetzt - und das mit Erfolg: Inzidenz und Mortalitätsrate des Zervixkarzinoms konnten signifikant reduziert werden. Nun soll die Vorsorge für Frauen noch weiter verbessert werden. Die europäischen Leitlinien favorisieren im Primärscreening den Einsatz der HPV-Testung. Die Empfehlungen basieren auf über 110 Publikationen, die einen deutlichen Vorteil eines HPV-basierten gegenüber einem Zytologie-basierten Screenings sehen.


Nahezu alle Zervixkarzinome gehen auf eine persistierende Infektion mit einem Humanen Papillomvirus (HPV) zurück. Die andauernde HPV-Infektion gilt somit als wichtigster Risikofaktor bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Ein europäisches Expertengremium hat nun mit den EU-Leitlinien "European Guidelines for quality assurance in cervical cancer screening" die wesentliche Rolle der HPV-Testung in ihre Leitlinien aufgenommen - und gibt klare evidenzbasierte Empfehlungen.

EU-Leitlinie als Wegweiser für die nationale Umsetzung

eim Screening soll laut EU Leitlinie, entweder der HPV-Test oder die Pap-Zytologie zum Einsatz kommen - ein Co-Screening wird nicht als sinnvoll erachtet. Das Primärscreening auf oncogene HPV-Typen kann in organisierten, populations-basierten Programmen zum Zervixkarzinom-Screening aufgenommen werden, allerdings nicht für Frauen unter 30 Jahren. In den EU-Leitlinien sind Punkte aufgeführt, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in seinem Eckpunktepapier integriert hat: Das HPV-Screening mit einem Intervall von fünf Jahren wird präferiert und Frauen mit einem positiven HPV-Screeningbefund sollten unmittelbar zur Abklärung zytologisch nachuntersucht werden. Außerdem sollten für das HPV-basierte Screening nur nach Kriterien einer europäischen Expertengruppe validierte hrHPV DNA Testverfahren mit hoher Reproduzierbarkeit und hoher klinischer Sensitivität für CIN2+/CIN3+ eingesetzt werden. Für Frauen, die nicht am Screening teilnehmen, trotz persönlicher Einladung und Erinnerung, ist die HPV-Probe mittels Selbstentnahme in organisierten, populations-basierten Screening-Programmen geeignet. Die klare Empfehlung der Leitlinien ist darüber hinaus, dass die Testung nur in qualifizierten und akkreditieren Laboren, in Compliance mit internationalen Standards durchgeführt werden - die Mindestanzahl der HPV-Tests sollte sich auf 10.000/im Jahr belaufen. Die EU Leitlinien können als wichtiges Signal für Deutschland gewertet werden, denn nach dem Krebsfrüherkennungs- und Registergesetz sollte sich die Weiterentwicklung des nationalen Screening-Programms an der EU-Empfehlung orientieren.

Auch in Deutschland herrscht Bewegung in der Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bereitet aktuell die Einführung eines organisierten Früherkennungsprogramms vor. Per Beschluss ........ http://www.journalmed.de/newsview.php?id=47190

Gitti

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 1.334
  • Geschlecht: Weiblich
Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs
« Antwort #6 am: 08. Juni 2016, 19:27 »




Zervixkarzinom: Screening-Modell zur Früherkennung bewährt

Seit 1971 erfolgt die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs über einen zytologischen Abstrich, der von Pathologen, Gynäkologen oder Zytologen auf krankhafte Zellveränderungen untersucht wird. Bei Einführung des Tests war der Gebärmutterhalskrebs die zweithäufigste Krebsform bei Frauen. Heute steht das Zervixkarzinom auf Rang 13. Die Zahlen an Neuerkrankungen sinken seit Einführung der Früherkennung kontinuierlich.


In Deutschland kann jede Frau ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich kostenlos die Vorsorge-Untersuchung beim Frauenarzt in Anspruch nehmen. Bei der zytologischen Krebsfrüherkennung entnimmt dieser mit Hilfe eines speziellen Spatels bzw. einer kleinen Bürste Zellen vom Muttermund (Portio) und aus dem Gebärmutterhalskanal (Zervix). Die Entnahme der Zellen ist einfach und für die Patientin schmerzfrei. Die Zellen werden anschließend aufbereitet und unter dem Mikroskop von einem erfahrenen Pathologen, Gynäkologen oder Zytologen auf Zellveränderungen untersucht.

Anhand einer festgeschriebenen Tabelle wird der Befund eingeordnet und der Grad einer möglichen Veränderung eingestuft. Zirka 98,5% aller Untersuchungen sind unauffällig. Erkennt der Pathologe Zellveränderungen, erfolgen in einem bestimmten Zeitintervall Wiederholungen des Abstrichs und/oder weitergehende Untersuchungen und Behandlungen. Zusätzlich können mit Hilfe von speziellen Tests, wie z.B. dem HPV-Test, verschiedene Virustypen nachgewiesen und der Verlauf einer möglichen Erkrankung abgeschätzt werden.

Papillomviren - Auslöser von Gebärmutterhalskrebs

Allein, ein positiver HPV-Test trifft hier jedoch keine Aussage darüber, ob eine Vorstufe des Zervixkarzinoms oder ein Zervixkarzinom vorliegt. Mit dem Ergebnis eines HPV Testes kann lediglich das Risiko der Frau, eine solche Vorstufe oder ein Karzinom zu entwickeln, eingeschätzt werden.

Gebärmutterhalskrebs kann durch eine Infektion mit Humanen Papilloma Viren (HPV) ausgelöst werden und entwickelt sich oft langsam. Papillomviren sind die häufigsten sexuell übertragenen Viren. Rund 80 Prozent der Frauen in Deutschland infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit diesem Virus. In der Regel erkennt das Immunsystem die Infektion, so dass diese meistens innerhalb von zirka 24 Monaten unbemerkt ausheilen.

Es gibt mehr als 170 verschiedene HPV-Typen, die mit einem unterschiedlichen Potenzial verbunden sind, dass sich durch eine Infektion Gebärmutterhalskrebs entwickeln kann. Bestimmte wenige HR (high-risk)-Typen des HP-Virus sind in der Lage, sich in das Erbmaterial der Zelle einzuschleusen. In der Regel kann aber auch in diesen Fällen das Immunsystem wirkungsvoll gegensteuern. Nur bei wenigen Frauen versagt das körpereigene Schutzsystem, so dass sich dann aus Zellen mit chronischer HR-HPV-Infektion Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs oder gar ein Krebs entwickeln können. Ein Prozess, der in der Regel sieben bis fünfzehn Jahre dauert. Es gibt aber auch Formen von Gebärmutterhalskrebs, bei denen kein HP-Virus nachgewiesen werden kann.

Appell an Frauen: eigenverantwortlich Vorsorgetermine bei ihrem Frauenarzt bzw. ihrer Frauenärztin zu verabreden

Das bisherige Screening-Modell mit regelmäßigen, jährlichen Vorsorgeuntersuchungen zielt darauf ab, Vorstufen des Zervixkarzinoms rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, so dass kein Gebärmutterhalskrebs entsteht.

"Ohne die Vorsorgeuntersuchung durch einen Zellabstrich von der Gebärmutter, wie er seit über 40 Jahren mit Erfolg angewendet wird, können heute genauso viele Frauen an Gebärmutterhalskrebs erkranken wie vor Einführung der jährlichen Krebsfrüherkennungs-Untersuchung im Jahr 1971", erklärt Dr. Bodo Jordan, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Zytologen (AZÄD) in München. "Dass die Zahlen an Neuerkrankungen seitdem um 75% gesunken sind, beweist, wie effektiv das Vorsorge-Modell der zytologischen Untersuchung ist. Es ist eine bewährte und außerdem die einfachste Möglichkeit, ein Zervixkarzinom zu verhindern. Deshalb ist es für alle Frauen wichtig, Verantwortung für sich und ihren Körper zu übernehmen, und jedes Jahr die von ihrem Frauenarzt angebotene Vorsorge-Untersuchung wahrzunehmen."

Im Zusammenhang mit dem Nationalen Krebsplan wird momentan ein Wechsel von der etablierten jährlichen zytologischen Krebsfrüherkennung hin zum alleinigen HPV-Test im 5-Jahresintervall diskutiert. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) konnte bisher keine Empfehlung geben.

Vor dem Hintergrund, dass spezielle Arten von Gebärmutterhalskrebs nicht Virus-assoziiert zu sein scheinen, die Testempfindlichkeit für die HP-Viren sehr hoch ist, ohne dass eine Veränderung in den Zellen vorliegt, scheint ein Paradigmenwechsel in der Krebsfrüherkennung nicht sinnvoll. Bei positivem HPV Testergebnis werden zu viele Frauen beunruhigt, bei negativem HPV Testergebnis können sich Frauen in einer falschen Sicherheit wiegen und über Jahre einen Krebs entwickeln, der so durch die jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung rechtzeitig  hätte entdeckt werden können.

Quelle: Bundesverband Deutscher Pathologen