Autor Thema: Brustkrebs - Lymphödeme  (Gelesen 3288 mal)

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Tanja

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Brustkrebs - Lymphödeme
« am: 17. August 2009, 12:19 »
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/37705/

Mammakarzinom: Gewichtheben hilft bei Lymphödemen

Philadelphia – Körperliche Schonung ist kein guter Ratschlag für Frauen, die nach der Operation eines Mammakarzinoms ein Lymphödem entwickelt haben. Nach den Ergebnissen einer randomisierten Studie im New England Journal of Medicine (NEJM 2009; 361: 664-673) sollten Ärzte sie besser zum Gewichtstraining ins nächste Fitnessstudie schicken.

Schmerzhaft geschwollene Arme sind nach Brustkrebsoperationen mit Lymphknotenentfernung ein häufiges Problem. Die Deutsche Krebsgesellschaft schätzt die Inzidenz des sekundären Lymphödems auf 20 bis 30 Prozent.

Den Patientinnen wird oft zur Schonung und Ruhe mit Hochlegen der Arme geraten, allenfalls eine manuelle Lymphdrainage, eine besonders Form der Massage, könne helfen. Kein Arzt würde den Frauen raten, sich ins nächste Fitnessstudie zu begeben um dort Hanteln und Gewichte zu stemmen und die Arme regelmäßig zu bewegen.

Genau dies war aber die Devise, die Kathryn Schmitz von der Universität Philadelphia an 71 Patientinnen ausgab, bei denen die Ärzte ein stabiles Lymphödem diagnostiziert hatten (10 Prozent oder mehr Differenz im Oberarmumfang).

Die Patientinnen absolvierten zweimal wöchentlich ein 90-minütiges Übungsprogramm, das die Kraft in Armen (und Beinen) stärken sollte und insbesondere auch Bizeps und Trizeps trainierte. Die Frauen trugen Kompressionsbandagen, wurden aber nicht geschont. Die Übungen wurden anfangs unter Aufsicht in kleinen Gruppen durchgeführt, später trainierten die Frauen selbstständig. Die Vergleichsgruppe bildeten 70 Frauen, denen die Wissenschaftler von sportlichen Aktivitäten abrieten.

Anders als befürchtet hat das Training die Lymphödeme nicht verschlimmert. Es kam zwar bei 11 Prozent der Teilnehmerinnen zu einer Zunahme des Armumfangs um 5 Prozent oder mehr (auch durch das Lymphödem). Doch dies war auch bei 12 Prozent der Teilnehmerinnen in der Kontrollgruppe der Fall.

Trotz diesem äußerlich identischen Ergebnis, waren die Beschwerden des Lymphödems in der Fitnessgruppe am Ende der einjährigen Studie geringer. Die Inzidenz der Exazerbationen (Schwellungen, Gewebeveränderungen oder Symptome und Einschränkungen im Alltagsleben) wurde von 29 Prozent in der Kontrollgruppe auf 14 Prozent in der Fitnessgruppe gesenkt. Und als positiven Nebeneffekt hatten die Frauen auch die Muskelkraft in Armen und Beinen gestärkt.

Für die Editorialistin Wendy Demark-Wahnefried vom M. D. Anderson Cancer Center in Houston zeigt die Studie, dass Frauen mit Lymphödem guten Gewissens ein umsichtiges Gewichtstraining verordnet werden kann (NEJM 2009; 361: 710-711), das zudem noch einen Einspareffekt erwarten lasse. Die Stunden im Fitnessstudio dürften weniger kosten als eine Lymphdrainage und aufgrund der höheren Effektivität müssten auch die Folgekosten der Erkrankung sinken.
zum Thema

    * Abstract der Studie
    * Pressemitteilung der University of Pennsylvania
    * Krebsinformationsdienst zur Behandlung des Lymphödems

admin

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Re: Brustkrebs - Lymphödeme
« Antwort #1 am: 24. Juni 2010, 22:17 »
Entfernung der Lymphknoten nicht immer nötig?

Neue Studie lässt aufhorchen.

Keine Unterschiede in Bezug auf Fünf-Jahres-Überleben und Rezidive mit oder ohne Axilladissektion: So lautet das Ergebnis der ACOSOG Studie Z0011, die den Nutzen einer Axilladissektion bei Frauen mit klinisch nodal-negativem Mammakarzinom und positiver Sentinel-Node-Biopsie untersuchte.

Z0011 schloss 891 Frauen mit klinisch nodal-negativer Erkrankung ein, die drei oder weniger Sentinel-Lymphknoten mit Metastasen (HE Färbung) aufwiesen. 446 Patientinnen wurden auf keine weitere axilläre Behandlung randomisiert, 445 auf eine Axilladissektion. Da einige Patientinnen beschlossen, aus der Studie auszutreten, betrug die schlussendliche Intent-to-treat-Population jeweils 436 und 420. Bei 106 Patientinnen der Axilladissektionsgruppe wurden über den Sentinel-Lymphknoten hinaus weitere positive Lymphknoten entfernt. Die beiden Gruppen waren ähnlich bezüglich Alter, Tumorgröße, Bloom-Richardson Score, Östrogenrezeptor-Status, adjuvanter systemischer Therapie, Tumortyp und Tumorstadium. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 6,3 Jahre.
Überlebensrate gleich

Dr. Armando E. Giuliano vom John Wayne Cancer Institute in Kalifornien, der die Studie beim ASCO vorstellte: „Wir konnten keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen hinsichtlich 5-Jahres-in-Brust-, nodalem oder gesamtem lokoregionalen Rezidiv beobachten. Das 5-Jahres-Überleben war ebenfalls für beide Gruppen gleich.“ Auch hinsichtlich des krankheitsfreien Überlebens wurde kein Unterschied zwischen den Gruppen festgestellt.

Dr. Giuliano wies außerdem darauf hin, dass die Studie zwar wegen ungenügender Patientinnenrekrutierung frühzeitig geschlossen werden musste. Trotzdem handle es sich hierbei „um die größte Phase-III-Studie der axillären Lymphknotendissektion für Sentinel-Node-positive Frauen. Und sie zeigte http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/i-o/innere-medizin/onkologie/?full=17540