Autor Thema: Hausärzte und .............. Krebspatienten, und ...........Zentren  (Gelesen 8464 mal)

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Gitti

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Bekanntlich hätte Anfang November gestreikt werden sollen, lt. Ärztekammer.

Das wurde abgewendet - dafür war ein Informationstag in den Ordinationen, ich merkte nichts!


Was wollte man eigentlich, oder was will man? Was ist da bedenklich?


Wer weiß mehr darüber?



Jedenfalls fand ich folgende Aussendung. Die könnte aktuell sein, ist es aber nicht!



Hausärzte für Krebspatienten


Kooperation zwischen Fachzentren und Allgemeinmedizinern in Wien

Unkomplizierte Behandlungen für Krebspatienten können künftig auch von Hausärzten angeboten werden.

In Wien ist seit kurzem die Kooperation von onkologischen Zentren und niedergelassenen Ärzten möglich. Da für Schmerztherapien oder Infusionen kein stationärer Aufenthalt notwendig ist, sollen diese Leistungen an Hausärzte ausgelagert werden. Rund 250 Hausärzte bieten das Service künftig an. „Lange Wartezeiten in Spitälern und weite Anfahrtswege können so vermieden werden“, sagte Dr. Wolfgang Halbritter, Facharzt für Onkologie.

Laut einer Befragung unter 258 Patienten stehen 85 Prozent diesem Modell positiv gegenüber. Sie würden es besonders schätzen, immer vom selben Mediziner betreut zu werden; in Fachzentren sei das oft nicht möglich. Eine Verbesserung der Lebensqualität könne auch auf den Genesungsprozess positiv einwirken, sagte Ekkehard Büchler von der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs.

„Therapien beim Hausarzt sind bei jenen Krebsarten möglich, bei denen sich Metastasen in Knochen bilden, allen voran Brustkrebs“, sagte Prof. Dr. Ernst Kubista, Vorstand der Gynäkologie am AKH Wien. Chemotherapie bleibe weiterhin in der Hand der Experten. „Wir wollen keine Onkologen werden“, stellte Dr. Barbara Degn, Wiener Allgemeinmedizinerin, klar. Fachärzte werden dem Patienten lediglich niedergelassene Mediziner vorschlagen, die Krebstherapien in der Nähe des Wohnorts des Patienten anbieten. Der Betroffene könne jedoch selbst entscheiden, wo er sich besser aufgehoben fühlt. Kostenreduktionen gibt es dadurch zwar für Spitäler, nicht jedoch für die Krankenkassen.

„Die Politik ist gefordert, Strukturen zu schaffen, dass auch Kassen entlastet werden können“, argumentierte Halbritter auch im Sinne des neuen Projekts. Nach einiger Zeit soll evaluiert werden, wie die Wiener Krebspatienten das Angebot annehmen.

  HH

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Tag der Allgemeinmedizin: Hausarzt in Österreich - wohin geht der Weg?
« Antwort #1 am: 28. September 2010, 21:40 »

Tag der Allgemeinmedizin: Hausarzt in Österreich - wohin geht der Weg?
Utl.: Österreicherinnen und Österreicher mit hausärztlicher Versorgung sehr zufrieden - zukunftsweisende Modelle gefragt – Feminisierung des Berufs schreitet voran =


   Wien (OTS) - Eine Renaissance des Haus- bzw. Vertrauensarztes als
Lotsen und Drehscheibe durch das Gesundheitssystem unter den
Anforderungen einer zeitgemäßen medizinischen Versorgung stand im
Zentrum der Referate und Diskussionen beim Tag der Allgemeinmedizin,
der am Samstag in Wien abgehalten wurde. Grundtenor: Betonung und
Stärkung des hausärztlichen Prinzips zum Vorteil der Patienten.
Zudem muss der Beruf für Jungmedizinerinnen und -mediziner wieder
attraktiver gemacht werden, nicht zuletzt, um Engpässen in der
Gesundheitsbetreuung vorzubeugen. Weitere Notwendigkeiten sehen die
Experten in der Reduzierung der Bürokratie und der
patientenfreundlicheren Gestaltung der Ordinationszeiten. Zusätzlich
ist der zunehmenden Feminisierung Rechnung zu tragen.
Für das alles brauche es aber neue, zukunftsweisende und flexible
Modelle. Reinhold Glehr, Präsident der Österreichischen Gesellschaft
für Allgemeinmedizin (ÖGAM), schlug etwa das Modell des "patient
centered medical home" vor, das eine enge Kooperation zwischen
Arztpraxis, Hauskrankenpflege, Sozialarbeit und Apotheke vorsieht.
"Kernpunkte sind in jedem Fall eine stabile, auf Vertrauen basierende
Arzt-Patienten-Beziehung, Bevölkerungsnähe und ein niederschwelliger
Zugang", betonte Glehr. Lange Wartezeiten in den Ordinationen
gehörten zu den Hauptkritikpunkten der Patientinnen und Patienten;
hier seien Lösungsansätze erforderlich, wie beispielsweise die
Ausweitung der Ordinationszeiten im Rahmen von Gruppenpraxen.
Das von der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) entwickelte
Hausarztmodell soll ebenfalls zur Aufwertung des Hausarztes beitragen
sowie Vorteile für die Patienten und das Gesundheitssystem bringen,
erläuterte Jörg Pruckner, Obmann der Sektion Allgemeinmedizin in der
ÖÄK: "Der Vertrauensarzt lotst seine Patientinnen und Patienten durch
das Gesundheitssystem. Bei ihm laufen alle Befunde zusammen,
gemeinsam wird die weitere Vorgehensweise besprochen. Anstatt ziellos
von einem Arzt zum nächsten zu laufen, werden die Patientenströme
gesteuert. Das spart Zeit und Geld." Haus- oder Vertrauensarzt
könnten sowohl Allgemeinmediziner als auch Fachärzte sein - diese
würden sich vor allem im Bereich der Kinder- und Jugendheilkunde
finden, aber auch für chronisch Kranke sei ein Facharzt als
Vertrauensarzt von Vorteil.  Aber auch das Gesundheitssystem als
Ganzes könne vom Hausarztmodell profitieren: "Die Spitäler werden
entlastet, unnötige Mehrfachuntersuchungen entfallen, die Diagnose-
und Therapiewege werden effizienter", so Pruckner.
Zustimmung zum Hausarztmodell kam auch von Gesundheitsökonom Ernest
G. Pichlbauer, der darauf pochte, dass Allgemeinmediziner ihren
fachärztlichen Kolleginnen und Kollegen finanziell gleichgestellt
werden müssten. Außerdem sei es unerlässlich, dass alle
gesundheitlichen Leistungen - also auch pflegerische,
sozialarbeiterische und psychologische Leistungen - der Bevölkerung
unentgeltlich zur Verfügung stünden.
Das Hausarztmodell sei auch eine Chance, Ressourcen zu schonen, sagte
Wolfgang Routil, Präsident der Ärztekammer Steiermark. Er möchte die
Allgemeinmedizin als integratives Fach begründet sehen und wehrte
sich einmal mehr gegen die immer wieder erhobene Kritik, das
Gesundheitswesen sei zu teuer. "Von einer Kostenexplosion kann
überhaupt keine Rede sein", so Routil, der sich ebenfalls für eine
Stärkung des Hausarztes aussprach. Das Hausarztmodell der ÖÄK müsse
rasch umgesetzt werden; es bedürfe aber auch neuer
bildungspolitischer Konzepte, insbesondere der Installation eines
Facharztes für Allgemeinmedizin. Wichtig sei auch eine zunehmende
Vernetzung: "Die Zeit des Einzelkämpfertums ist vorbei", betonte
Routil.
Besonders effektiv seien Modelle mit freiwilliger Teilnahme, ergänzte
Gottfried Endel vom Hauptverband der Österreichischen
Sozialversicherungsträger. Er verwies auch darauf, dass sich die
Zufriedenheit der Patienten durch Teilnahmeanreize seitens der
Leistungserbringer deutlich erhöhe.
Der Beruf des Allgemeinmediziners bzw. Hausarztes müsse wieder
attraktiver werden und der zunehmenden Feminisierung Rechnung tragen,
forderten Julia Baumgartner, Vorsitzende der Jungen Allgemeinmedizin
Österreich (JAMÖ), und Susanne Rabady, Vizepräsidentin der ÖGAM: "Der
Einsatz für den Beruf darf nicht zu Lasten der Familie gehen, und er
darf nicht ins Burnout führen", warnte Rabady. Vor allem für jüngere
Kolleginnen und Kollegen müsse der Beruf attraktiver werden, ergänzte
Baumgartner: "Allgemeinmediziner müssen aufgewertet und den
Fachärzten gleichgestellt werden. Und ihre Leistungen müssen endlich
adäquat abgegolten werden", sagte Baumgartner, die sich darüber
hinaus für flexiblere Arbeitszeiten aussprach. Allgemeinmediziner
dürften aber über allen Forderungen nicht auf ihre Pflichten
vergessen: Die Würde der Patienten müsse gewahrt bleiben,
kontinuierliche Fortbildung solle zur Selbstverständlichkeit werden.
Schlussendlich wagten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch einen
Blick über die Grenzen: Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des
Deutschen Hausärzteverbands, stellte das neue Modell der fünfjährigen
Ausbildung vor, wovon zwei Jahre in einer qualifizierten Praxis
abzuleisten seien. Eine Vernetzung von Haus- und Fachärzten habe
Vorteile für die Patienten, schloss Weigeldt.(sl)
Rückfragehinweis:
   Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
   Mag. Martin Stickler
   Tel.: 0664/522 68 25


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Zuerst zum Hausarzt, Entlastung für Fachärzte und Ambulanzen
« Antwort #2 am: 17. Mai 2012, 15:39 »


Zuerst zum Hausarzt, Entlastung für Fachärzte und Ambulanzen
Zielgerichtete hautärztliche Versorgung durch Gesundheitsinitiative Dermatologie

Bregenz (OTS/VLK) - Der Vorarlberger Landesgesundheitsfonds hat
das Projekt Modellregion Gesundheitswesen Vorarlberg ins Leben
gerufen, um Lösungen zur Entlastung von Facharztpraxen und
Spitalsambulanzen zu entwickeln. Ein Ergebnis dieser Bemühungen ist
die Gesundheitsinitiative Dermatologie. Das Ziel: Patientinnen und
Patienten sollen zunächst den Hausarzt aufsuchen und sich dadurch
lange Wartezeiten beim Facharzt bzw. im Spital sparen.

"Es geht uns darum, dass Patientinnen und Patienten genau die
Versorgung bekommen, die sie brauchen, und dass sie, abhängig von der
jeweiligen Erkrankung, die angemessene medizinische Einrichtung in
Anspruch nehmen",
sagte Gesundheitslandesrat Rainer Gögele bei der
Präsentation des Modells am Donnerstag, 10. Mai 2012, im Landhaus. Es
gelte das Bewusstsein der Menschen zu stärken, dass sie im Hausarzt
einen kompetenten Partner in allen Gesundheitsfragen haben, so
Gögele.

Die Gesundheitsinitiative Dermatologie wird in Zusammenarbeit des
Landes Vorarlberg, der Ärztekammer, der Gebietskrankenkasse und der
Landeskrankenhäuser umgesetzt und legt die Aufgaben entlang der
Versorgungspyramide klar fest. Der Hausarzt bzw. die Hausärztin ist
erste Ansprechperson in allen Fällen und kann einfache
Hauterkrankungen selbst behandeln.
Bei komplexeren Erkrankungen gibt
es eine Überweisung zum Facharzt, erläuterte Harald Schlocker,
Sprecher der niedergelassenen Ärzteschaft in der Ärztekammer. Sein
Appell: "Bitte, haben Sie einen Hausarzt. Er wird sie als Lotse an
die richtige Stelle im Gesundheitssystem leiten."

Die dermatologische Ambulanz im Landeskrankenhaus Feldkirch ist
nur für Notfälle, sehr komplexe Erkrankungen oder stationäre
Patientinnen und Patienten die richtige Anlaufstelle, ergänzte der
Geschäftsführer der Krankenhausbetriebsgesellschaft, Till Hornung. Er
verwies auf eine Informationskampagne mit Foldern und Postern in
Arztpraxen sowie Fernsehspots, um diese Botschaft den Menschen zu
vermitteln.

Für GKK-Obmann Manfred Brunner ist die Gesundheitsinitiative
Dermatologie für positive Entwicklungen im Rahmen einer Modellregion.
"Mehr Effizienz, mehr Qualität und mehr Verfügbarkeit zugunsten der
Patientinnen und Patienten", fasste er die Vorteile zusammen.


Sissi

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"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Patienten raus aus der Drehtür!"
Hausarzt aufwerten, empfehlen Experten. Aber wann wird das endlich Realität?

Wien (OTS) - Die Patientin suchte alle Spezialisten auf: Fachärzte
begutachteten sie, teuerste Geräte wurden bemüht, Zweit- und
Drittmeinungen eingeholt. Vergeblich. Sie landete erst wieder beim
Praktiker. Drehtürmedizin nennt man das. Dabei hätte ein umsichtiger
Hausarzt/eine Hausärztin erkennen können, dass die Ursache der
Rückenbeschwerden eine massive psychische Belastung war. Die Frau
fand wegen mangelnder Deutschkenntnisse keinen Job und wurde von
ihrer Familie mies behandelt.
Solche Geschichten gibt es beim Praktiker zuhauf. Im allerbesten
Falle nimmt man sich dort für die Patienten Zeit, erkennt das
Problem, trifft Entscheidungen und bemüht sich um ein "Case
Management", wie das auf gut Neudeutsch heißt. Das würde Vernetzung
mit Sozialarbeitern und Psychotherapeuten, in anderen Fällen mit
ambulanten Diensten (Pflege, Wundversorgung, Physiotherapie)
bedeuten. Weil es diese ganzheitliche Sicht auf den "Fall" aber kaum
gibt und Ärzte dafür weder ordentlich ausgebildet noch bezahlt
werden, geht man oft lieber den bequemeren Weg. Also ab ins Spital
oder zur Fachärztin mit der zeitaufwendigen Problempatientin, der man
nicht nur schnell ein Pulverl verschreiben kann. Der Wartesaal ist
schließlich voll.
Seit Jahrzehnten verspricht die heimische Gesundheitspolitik eine
Aufwertung des Hausarztes. Und seit Jahrzehnten geschieht genau
nichts. Ein internationaler Hausärztekongress in Wien hat (wieder
einmal) festgestellt, dass Allgemeinmedizin nicht nur die reduzierte
Summe aller Fächer ist. Sondern viel mehr (siehe Seite 15). Das
Schöne an dieser Erkenntnis: Wer den Allgemeinmediziner zum
Gesundheitsmanager aufwertet, macht die Medizin menschlicher. Und das
spart wahrscheinlich auch noch Geld, sicher aber Leid.

admin

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Zerstörerische Gesundheitsreform: Österreichs Hausärzte drücken die Notruf-Taste

Podiumsdiskussion: Oppositionsparteien unterstützen den "Erste Hilfe-Plan" des Hausärzteverbandes


Wien (OTS) - Dem reinen Lippenbekenntnis der Regierungsparteien zur
hausärztlichen Aufwertung stellt der Österreichische Hausärzteverband
(ÖHV) nun ein echtes Programm zur Rettung des Hausarztberufes in
Österreich entgegen. Unter dem Motto "Erste Hilfe für den Hausarzt"
proklamiert der ÖHV zehn dringliche Anforderungen. "Wir rufen nach
zehn Mal A wie Aufwertung", betonte Hausärzte-Sprecher Dr. Wolfgang
Geppert im Rahmen einer Podiumsdiskussion in Wien: "Das
Maßnahmenpaket reicht vom Abbau der Kassenbürokratie und
eingeschränktem Ambulanzzugang über die Ausbildung in Lehrpraxen und
vermehrte Anreize zur Praxisgründung bis zur Anstellung von Ärzten
bei Ärzten und der Apotheke für jeden Landarzt.
Auf dem Abstellgleis

"Wir sind auf dem Abstellgleis der Gesundheitspolitik gelandet",
fürchtet Geppert. Mit nur 9,3 Prozent Kassenvertragsärzten für
Allgemeinmedizin verzeichne man in Österreich einen traurigen
Weltrekord. Spitäler hingegen würden aus machtpolitischen Gründen
forciert. "Manchem Landesfürsten wäre es am liebsten, man baut ein
Dach über das ganze Bundesland und verwandelt es in ein
Landesklinikum, wo wir uns dann alle wohlfühlen können", so Geppert
ironisch. Den Hausärzten - insbesondere dem Landarzt - würde auf
diesem Weg hingegen der Boden unter den Füßen entzogen und durch die
eingeschränkte Möglichkeit, Hausapotheken zu führen, oftmals
endgültig der K.O.-Schlag versetzt.

Kein Wunder, dass den schönen Worten der Gesundheitsreformer ein
dramatisches Hausarztsterben in der Realität gegenübersteht, meint
der Hausärzteverband. Denn auch die überwuchernde Kassenbürokratie -
Stichwort Chefarztpflicht - und das Finanzloch bei den Lehrpraxen
seien wesentliche Gründe für die mangelnde Niederlassungsbereitschaft
junger Allgemeinmediziner, merkt Geppert an.
Oppositionsparteien fordern Neustart

Die zur Podiumsdiskussion geladene gesammelte Riege der
Oppositionsparteien stimmt dem Erste Hilfe-Plan des ÖHV durch die
Bank zu. So bringt es Ing. Robert Lugar, Klubobmann des Teams
Stronach, auf den Punkt: "So merkwürdig es klingt, aber die Politik
muss raus aus der Gesundheitspolitik!" Gedacht würde in Klientels,
Lobbys und Interessengruppen statt zum Wohle der Steuerzahler und
Patienten. Selbst der Rechnungshof bestätige beispielsweise längst,
dass im Spitalsbereich viel zu hohe Kosten bei zu wenig Output
entstehen. So lange man die Einmischung der Politik nicht wegbringe,
würde sich aber an der Spitalslastigkeit unseres Gesundheitswesens
nichts Substantielles ändern.

Professor Dr. Kurt Grünewald, Gesundheitssprecher der Grünen, geht
noch einen Schritt weiter: "Die gesamte Honorarordnung bei Ärzten
müsste von Null weg neu diskutiert werden, eine leistungsgerechte
Harmonisierung der Kassen ist zwingend notwendig." Die Plafondierung
ärztlicher Leistungen sei geradezu abstrus, die Chefarztpflicht ein
rein bürokratischer Unsinn. Mitunter werde ja nicht einmal gelesen,
was da unterschrieben wird.
Unterstützung von allen Seiten

Dem hausärztlichen Notruf schließt sich auch Dr. Andreas
Karlsböck, Ärztesprecher der FPÖ, an: "Das Unding der Pauschalierung
muss endlich weg. Das ist ein wesentlicher Grund, warum praktische
Ärzte oft nicht leisten können, was sie leisten wollen. Außerdem
müssen Ärzte endlich Ärzte anstellen dürfen". Es wäre überhaupt nicht
nachvollziehbar, warum das gerade in Österreich nicht möglich sein
soll.

Ähnlich Besorgnis erregend sieht BZÖ-Gesundheitssprecher Dr.
Wolfgang Spadiut die Lage und fordert ausdrücklich: "Der Landarzt
muss die Hausapotheke zurückbekommen. Und er hat ein Recht, damit
auch Geld zu verdienen. Die aktuelle Sechs-Kilometer-Bestimmung
gehört ein für allemal aufgehoben. Aus, Schluss!"

"So wie es evidenzbasierte Medizin gibt, muss es endlich auch
evidenzbasierte Politik geben", fordert schließlich Dr. Silvia
Belalcazar, Gesundheitsexpertin der NEOS und selbst Ärztin in Wien.
Eine Flexibilisierung der Praxisangebote ist ihr ebenso wichtig wie
der Abbau bürokratischer Überfrachtung. Überfällig sei auch die
Berufsbezeichnung "Facharzt für Allgemeinmedizin", die endlich die
gesellschaftliche Wertschätzung für das hausärztliche Wirken
unterstreichen würde.
So geht es nicht weiter

Im Rahmen der Podiumsdiskussion bestätigten auch zahlreiche
Stimmen aus dem Auditorium, dass es in Sachen Hausarzt so nicht
weitergehen könne. Der Österreichische Hausärzteverband werde
jedenfalls nicht locker lassen und auf eine raschestmögliche
Umsetzung seines "Zehn A - Planes" zur Rettung der Hausärzte drängen,
betonte Dr. Geppert abschließend.
Zehn Anforderungen zur Rettung der Hausärzte
Anerkennung als Primärversorger

Um Hausarztpraxen für gut ausgebildete Jungärzte wieder attraktiv
werden zu lassen, muss der Allgemeinmediziner zum ersten und
zentralen Ansprechpartner unseres Gesundheitssystems aufgewertet
werden.
Ambulanzzugang einschränken

Auch wenn die Erfahrungen aus dem Jahre 2003 schmerzlich sind, es
führt kein Weg daran vorbei. Aufgeblähte Ambulanzen sind ein Grund
dafür, dass Österreich mit jährlich 261 Spitalsaufenthalten pro 1000
Einwohner an der Weltspitze rangiert.
Anreize zur Praxisgründung

Schon einmal konnte ein großer Mangel an Landärzten erfolgreich
behoben werden. Bereitstellung von Praxisräumlichkeiten und Schaffung
von Wohnstätten können mithelfen, landärztliche Versorgungsstrukturen
zu retten.
Abbau der Kassenbürokratie

Die Forderung einiger Parlamentsparteien nach Zusammenlegung der
Krankenkassen hat bei der Vertragsärzteschaft längst ihren Schrecken
verloren. Unter anderem wäre eine Reduzierung der Bürokratie die
logische Folge.
Abschaffung der Chefarztpflicht

Laut Umfrage lehnt die Mehrheit der Österreicher die
Chefarztpflicht kategorisch ab. Zwei Drittel der Ärzte wollen dieses
Bürokratiemonster abgeschafft wissen. Über 70 Prozent der Patienten
unterstützen sie dabei.
Alle Formen der Zusammenarbeit

Über Jahrzehnte hindurch waren Kassenärzte zu Einzelkämpfern
verdammt. Gruppenpraxen in bisheriger Form und die Ärzte-GmbH wurden
nur wenig angenommen. Jetzt muss endlich Teamarbeit in
Hausarzt-Praxen Platz greifen.
Anstellung von Ärzten bei Ärzten

Gegen alle Widerstände muss diese Möglichkeit geschaffen werden.
Nur durch rasche personelle Aufstockung in den Ordinationen von
Kassen-Allgemeinmedizinern kann Verkürzung von Wartezeiten erreicht
werden.
Apotheke für jeden Landarzt

Der Gesetzgeber muss den Mut aufbringen, die völlig antiquierten
Schutzzonen um öffentliche Apotheken zu beseitigen. Nur so kann das
permanente Auslöschen von Hausapothekenstandorten eingedämmt werden.
Ausbildung in Lehrpraxen

Soll ausschließlich in Ordinationen Niedergelassener erfolgen. 12
Monate verpflichtend. Finanzierung durch die öffentliche Hand.
Finnland oder die Schweiz als Vorbild für die Entlohnung von
Lehrpraxis-Assistenten.
Adäquater Leistungskatalog

Zeitgemäße Honorarkataloge sollen Anreize zur Leistungsvielfalt
schaffen und mithelfen, das Überweisungsverhalten der Hausärzte
spürbar zu ändern. Damit können Facharztpraxen und Spitalsambulanzen
entlastet werden.

Weitere Informationen unter www.hausaerzteverband.at

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Hausärzte - Berufsbild verbessern, fördern, ....!
« Antwort #5 am: 31. August 2013, 15:33 »



Ein guter Hausarzt ist die beste Prävention

Von Josef Bruckmoser | 18.08.2013 - 17:22 | Kommentieren

Der Hausarzt ist die am wenigsten beachtete Spezies im Gesundheitssystem. Aber ohne ihn geht nichts. Auch nicht in der Prävention.



Im österreichischen Gesundheitswesen verstärken sich zwei unglückliche Entwicklungen gegenseitig. Zum einen werden die Patientinnen und Patienten anspruchsvoller, weil sie von den Verheißungen der Spezialisten- und Apparatemedizin geblendet sind. Da ist ein Hausarzt gleich nicht mehr "der liebe Herr Doktor", wenn er nicht für jedes Wehwehchen eine Überweisung zum Facharzt ausstellt. Und der Facharzt hat ausgespielt, wenn er nur ein Röntgen und keine Computertomographie anordnet.

Die andere Seite der Medaille sind Ärztinnen und Ärzte, die zunehmend in den Bann eines juristischen Sicherheitsdenkens geraten. Sie befürchten, dass sie schon mit einem Fuß im Kriminal stehen, wenn sie mit guten Gründen auf eine zusätzliche Untersuchung oder einen nochmaligen Laborbefund verzichten.

Beides zusammen ist nicht nur teuer, es macht die Österreicherinnen und Österreicher auch nicht gesünder. Das ständige schnelle Aufrufen aller diagnostischen und therapeutischen Mittel, die es für einen Patienten eventuell geben könnte, sei unnötig, kostspielig und verursache oft mehr Schaden als Nutzen, hieß es bei einem Kongress für Allgemeinmedizin - womit wir genau bei dieser viel zu wenig beachteten Spezies sind: dem Hausarzt. Dieser steht in der Hierarchie zu unrecht hintan und die Gesundheitspolitik entdeckt ihn erst, wenn er nicht mehr da ist.

Noch stimmen die Gesamtzahlen für Österreich, aber ländliche Regionen können bereits ein Lied vom Hausärztemangel singen. Eine Pensionierungswelle verschärft bis zum Jahr 2020 den Trend.

In der Debatte um die Prävention und den Aufbau eines sogenannten "Primary Health Care Systems" muss der Allgemeinmedizinern daher als "Systemerhalter" wieder ein gebührendes Augenmerk bekommen. Der Hausarzt kennt seine Patienten nicht nur von einem kurzen Augenschein. Er kann akute Leiden am besten in lebensgeschichtliche und familiäre Zusammenhänge einordnen. Das ist die Voraussetzung für eine zielführende Vorbeugung und eine treffsichere Therapie.

Die beste Basis für ein gesundes Gesundheitswesen ist auch in den Zeiten der High-Tech-Medizin das Vertrauen zwischen Arzt und Patient. Dieses steht und fällt mit dem Vertrauen zum Hausarzt. Er ist es, der seine Patienten vor Überdiagnostik und Übertherapie bewahren kann. Und er ist es, der sie am ehesten dazu motivieren kann, rechtzeitig vorzusorgen und das ihre für die Gesundheit zu tun.

 
KOMMENTARE (1)

ich schäme mich wenn ich die Jahresabrechnung der GKK sehe und für meinen Hausarzt der mich immer betreut und berät eine Summe von 174.00 Euro abgerechnet ist. Fast hat man Hemmungen ihn zu belästigen. Wenn dass die GKK will, braucht sie nicht auf den Rauchern usw. rumzureiten, denn die GKK hat dann glaube ich bald ein sehr viel größeres Problem, nämlich keine Hausärzte mehr. Was muss passieren dass endl. Politiker, Manager usw.erkennen was jeder in d.Bevölkerung weiss.


http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/standpunkt/sn/artikel/ein-guter-hausarzt-ist-die-beste-praevention-71042/



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Hausärzte und .............. Krebspatienten, und ...........Zentren
« Antwort #6 am: 02. Januar 2014, 01:47 »




Wechselberger: Stöger-Pläne bestätigen Österreichische Ärztekammer

Lehrpraxis ist Basis für Ausbau der Primärversorgung - Dauer politisch nicht verhandelbar


Wien (OTS) - Dass sich Gesundheitsminister Stöger neuerlich zur
Stärkung der Primärversorgung durch niedergelassene
Allgemeinmediziner bekenne, werde von der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK) ausdrücklich begrüßt. "Wir hoffen, dass sich das
für spätestens Ende Juni angekündigte Konzept an internationalen
Vorbildern moderner hausärztlicher Versorgung orientieren wird",
sagte ÖÄK-Präsident Artur Wechselberger am Freitag in einer
Aussendung.

Unabdingbare Voraussetzung dafür sei jedoch eine verbesserte
ärztliche Ausbildung inklusive verpflichtender Lehrpraxis. Daher
stehe man dem Vorhaben des Ministers, die Lehrpraxis in der neuen
Legislaturperiode umzusetzen, grundsätzlich positiv gegenüber. Wie
lange ein angehender Allgemeinmediziner in einer Lehrpraxis
ausgebildet werden soll, sei allerdings definitiv kein politisch
verhandelbares Kriterium, stellte Wechselberger klar. "Die Länge der
Ausbildung in einer Lehrpraxis kann sich nur nach wissenschaftlichen
Notwendigkeiten richten und muss internationalen Qualitätsstandards
entsprechen", betonte der ÖÄK-Präsident und verwies darauf, dass
Allgemeinmediziner in Deutschland "aus gutem Grund" zwei Jahre lang
in Lehrpraxen ausgebildet würden.

Auch dass man sich im Gesundheitsministerium nun deutlich zur Abkehr
von den Ambulanten Versorgungszentren (AVZ) bekenne und damit der
Expertenmeinung der Ärztekammer Rechnung trage, nehme Wechselberger
"mit Befriedigung" wahr. Sehr erfreulich sei, dass der
Gesundheitsminister stattdessen flexiblere Modelle ärztlicher
Kooperationsformen ermöglichen wolle. Eine wichtige Rolle spielten
hierbei die Gruppenpraxen. Unabdingbare Voraussetzung für deren
Ausbau sei allerdings die Novellierung des aktuellen
Gruppenpraxengesetzes. "Die Ärztekammer steht nach wie vor für
Gespräche zur Verfügung, damit das unpraktikable Gesetz so rasch wie
möglich an die ärztlichen Arbeitsanforderungen angepasst und
umgesetzt werden kann", so der ÖÄK-Präsident. (ar)

Sissi

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Stöger jammert, ladet ein, überall, aber .... das war es dann!
« Antwort #7 am: 02. Januar 2014, 01:49 »
x




Unverständliche Kritik von BM Stöger an langen Wartezeiten in medizinischen Einrichtungen

BM.Stöger Wartezeiten Teletext S 115 vom 29.12.2013


Wien (OTS) - Wenn Herr Minister Stöger die langen Wartezeiten bei
Ambulanzen und Ordinationen kritisiert, dann kann das nur als
Spiegelfechterei betrachtet werden, denn die letzten 5 Jahre war er
Minister und zeichnet verantwortlich dafür, dass hochspezialisierte
Ambulanzen nicht unbeträchtlich mit Bagatellerkrankungen in Anspruch
genommen und für wirklich dringende Fälle blockiert werden. In seine
Zeit fällt, dass die Magnetresonanztomographien kontingentiert sind
und bei Erreichen des Deckels nur mehr unbezahlt ausgeführt werden
können, was ebenso für die physikalischen Einrichtungen gilt - alles
Ursachen langer Wartezeiten. Auch scheint dem Herrn Minister
entgangen zu sein, dass man die Hausärzte ohne Termin jederzeit
erreichen kann und durch den freien Zugang sich zwangsweise lange
Wartezeiten ergeben.

Eine Lösung für diese Probleme hat er bislang nicht gefunden.
Allerdings reicht bereits das kleine Ein Mal Eins aus, um bei
Multiplikation der Patientenfrequenzen mit der zuletzt geforderten
mehr als 15 minütigen Konsultationsdauer die Wartezeiten errechnen zu
können. Der Vollständigkeit halber muss der Herr Minister allerdings
noch die bürokratischen Belastungen (Chefarztpflicht - das Rezept
rennt nicht von alleine) Dokumentationspflichten etc dazurechnen,
dann weiß er ganz genau wo die Wartezeiten herkommen - und das soll
er endlich der Bevölkerung auch sagen und vielleicht einmal selbst
eine Ordination oder Ambulanz aufsuchen, um abseits bevorzugter
Ministerbehandlung die Realität zu erleben! Eine Realität im
Spannungsfeld zwischen mangelnder Bezahlung und gleichzeitigem
Anspruch auf Rundumversorgung nach Wellnesskriterien!

Keine guten Aussichten für die nächsten 5 Jahre!