Autor Thema: Sonne (wie lange?), Solarium, Kampf dem (fortgesetzten) Krebs  (Gelesen 4055 mal)

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hilde

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Neulich hörte ich davon, dass die Sonne gut ist, da durch ihre Strahlen der Körper irgendwie das "natürliche Vit. D produziert.

Aber,
man darf sich nicht viel der Sonne aussetzen (wie viel?)! Denn sonst schadet man der Immunabwehr des Körpers
und das ist gerade bei chronisch Kranken sicher nicht Sinn und Sache!

Wer weiß mehr darüber?


Und nun zu einen Bericht: Die „gute“ und die „böse“ Sonne 

Sommer, Sonne, Strand – und das gleiche Bild wie jedes Jahr: Krebsrote Nordlichter mit gestern noch käse-weißer Haut bewegen sich vorsichtig in locker sitzenden T-Shirts und mit gequälter Miene über den Strandboulevard, wenn sie nicht gar gleich das Bett hüten. Sonnenbrand!

Über 60 Prozent aller Jugendlicher und immerhin fast die Hälfte aller Erwachsenen leisten sich mindestens einmal im Jahr– viele auch häufiger - ihren Sonnenbrand auf der Suche nach diesem Rundum-Glücklich-Gefühl, das nur die Sonne großzügig und gratis spendet.

Wirklich kostenlos?

Szenenwechsel: Ein Sonnenstudio in einer deutschen Kleinstadt, in der Tür das Qualitätssiegel „Geprüftes Sonnenstudio“. Das gleiche käse-weiße, sonnenhungrige Nordlicht auf der Suche nach entspannter Wohlfühl-Bräune wird in die Vorzüge und Gefahren der Sonnen-, hier: UV-Strahlen, eingewiesen, muss einen Hauttypen-Test über sich ergehen lassen, bekommt einen individuellen Besonnungsplan und wird endlich auf die für ihn optimale und auf seine Dosis programmierte Sonnenbank geschickt.

Brachial-Bräune gibt es hier nicht. Die Haut kann in kleinen Schritten den Eigenschutz aufbauen: Hautbräune und die so genannte „Lichtschwiele“. Und das gewünschte, sanfte, bikinitaugliche Sonnenbraun stellt sich nicht nur schmerz- und schadlos ein, sondern kommt auch noch mit einem ganz wesentlichen Bonus daher: Die UVB-Strahlen der Sonnenbank setzen im Körper die Produktion des lebenswichtigen Vitamin D in Gang, ein Hormon, von dem die Wissenschaftler fast täglich neue gesundheitsfördernde und vorbeugende Wirkungen gegen eine Fülle vor allem chronischer Krankheiten entdecken.

Um diesen Prozess und um die Sonnenbank in Sonnenstudios, Schwimmbädern, Fitness-Clubs und anderswo ging es heute bei einer Anhörung im Bundesumweltministerium.

Die Bundesregierung hat ein ehrgeiziges Projekt, ein umfassendes Umweltgesetzbuch, auf den Gesetzgebungsweg gebracht und hier (im IV. „Buch“) geht es um die „künstlichen Sonnenstrahlen“, um ihre regulierte und kontrollierte Anwendung für Wellness und Gesundheit.

Da dem „Sonnen-Missbrauch“ am Strand und auf dem Balkon gesetzgeberisch nicht beizukommen ist, konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf das vergleichsweise winzige Problem der missbräuchlichen Anwendung von UV-Strahlen durch Sonnenbänke.

Die Liste der Vorwürfe gegen „Münz-Mallorcas“ und „Brezelbuden“ ist lang, das Image der Branche ziemlich ramponiert. Und wie so oft bestimmen die negativen Ausreißer, die verantwortungslosen Studiobetriebe, die unbetreuten Sonnenbänke in anderen Einrichtungen und die besinnungslosen Turbo-Bräuner Ton und Inhalt der Diskussion. Wenn dann noch gezielt gestreute Halbwahrheiten und falsche, längst überholte Behauptungen in den Medien ungeprüft wiederholt werden, wird der Runde Tisch zur Anklagebank.

Vor allem die Vertreter der zertifizierten Sonnenstudios (Gütesiegel „Geprüftes Sonnenstudio“ des Bundesamts für Strahlenschutz) im Branchenverband Photomed, wehrten sich in Berlin mit Argumenten und wissenschaftlichen Belegen gegen Pauschal-Vorwürfe und Einseitigkeiten. Ihr Fazit: staatliche Regulierung ist gut, freiwillige Regulierung (durch Qualitätssiegel und Konsumentenentscheidung) ist besser.

Ihr Argument: Nirgendwo kann eine positive Balance zwischen der „guten“, lebensnotwendigen, gesundheitsspendenden Sonne und der „bösen“, zerstörenden, gesundheitsschädlichen Sonne garantiert werden, außer in einem verantwortungsbewusst betriebenen Studio mit qualifizierter Führung und geschulten Mitarbeitern.

Ein Beispiel unter vielen:
Mehr als 60 Prozent aller Deutschen leiden nach einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts (RKI) an akutem Vitamin D-Mangel. Die Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung und damit auch für die Kosten des Gesundheitssystems sind dramatisch. Volkskrankheiten wie Osteoporose, Brust- oder Darmkrebs, Diabetes bis hin zu psychischen Erkrankungen werden durch einen Vitamin D-Mangel wesentlich beeinflusst. Forscher behaupten, dass mehr als ein Drittel der Todesfälle bei vielen Krebsarten durch ausreichende Vitamin D-Versorgung vermeidbar wären.

Da 90 Prozent der Vitamin D-Bildung durch UV-Strahlen auf der Haut im Körper selbst gebildet werden, durch die moderne Lebensweise selbst im Sommer oft zu wenig Sonne den Körper erreicht und im Winter (Oktober bis März) in unseren Breiten überhaupt kein Vitamin D gebildet werden kann, könne das Solarium hier eine wichtige Rolle bei der risikolosen Versorgung mit ausreichend Vitamin D spielen, so die Sprecher der „Initiative Geprüftes Sonnenstudio“.

Deutsche und internationale Wissenschaftler sehen das ähnlich:
„Vitamin D-Mangel ist weit verbreitet bei Kindern und Erwachsenen weltweit. Besonnung mit Solarien, die einen ausreichenden UVB-Anteil aufweisen, ist ein exzellentes Mittel für die Produktion von Vitamin D3 in der Haut“, so der fasst der Direktor des General Clinical Research Center an der Boston University School of Medicine, Prof. Michael F. Holick eine Reihe von Studien in den USA zusammen.

Und da besonders Jugendliche unter Vitamin D-Mangel leiden – im Winter sind es nach RKI-Studie sogar 80 Prozent – stellt sich da zumindest für die Studio-Vertreter die Frage, ob die derzeit geplante Altergrenze von 18 Jahren für die Sonnenbank-Nutzung sich nicht konterproduktiv auswirkt und daher besser auf 16 Jahre gesenkt werden sollte. Dabei halten sich auch heute schon die zertifizierten Studios an diese Grenze.

Wenn Ende 2008 etwa 15 Prozent aller Sonnenstudios das Gütesiegel „Geprüftes Sonnenstudio“ erworben haben – so die Prognose der zertifizierenden Institutionen - und die wachsende Akzeptanz und Geschwindigkeit der Zertifizierung anhält, kann schon bald von einer „flächendeckenden“ Verbreitung zertifizierter Studios gesprochen werden.

Dann kann sich der Verbraucher selbst entscheiden, ob er mit garantierter Sicherheit die künstliche Sonne entspannt genießen, Gesundheit tanken, die Haut schonend an die Sommersonne gewöhnen und – sozusagen ganz nebenbei – sich schrittweise die gewünschte Bikini-Bräune zulegen – oder sich ohne Netz und doppeltes Siegel auf eine beliebige Sonnenbank legen will.

http://www.openpr.de/news/220497.html