Autor Thema: Kommen ältere Menschen noch in Studien hinein, oder ..........,?  (Gelesen 3514 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Richi

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 627
  • Geschlecht: Männlich
03.02.2010
   
   Klinische Studien: Ältere häufig ausgeschlossen

Eine Gruppe europäischer Geriater wird eine Charta gegen Altersdiskriminierung bei klinischen Studien verabschieden. Das von der EU finanzierte Projekt mit der Bezeichnung PREDICT geht davon aus, dass Behandlungsverfahren weniger wahrscheinlich an älteren Menschen getestet werden, obwohl gerade sie diejenigen sind, die die meisten Medikamente nehmen. Die Autoren argumentieren, dass Testergebnisse von jüngeren Menschen sich nicht immer für ältere Menschen extrapolieren lassen. Sie fordern, dass ältere Menschen Zugang zu Medikamenten haben, bei denen nachgewiesen ist, dass sie für diese Altersgruppe sicher und wirksam sind.

PREDICT sollte das Ausmaß beurteilen, in dem ältere Menschen von klinischen Tests ausgeschlossen waren und mögliche Lösungen vorschlagen. Das Team analysierte die medizinische Literatur zu Behandlungsverfahren für Krankheiten, die bei älteren Menschen verbreitet sind und fand klare Beweise dafür, dass sie unterrepräsentiert sind. Das Durchschnittsalter der Patienten bei klinischen Tests zur Behandlung von Bluthochdruck zum Beispiel liegt bei 63 Jahren. 44 Prozent der Patienten sind jedoch bei der ersten Diagnose bereits über 70 Jahre alt.

Risiko und Vorteile abwägen

Die Wissenschaftler interviewten Mediziner in neun Ländern und veranstalteten mehr als 50 Gruppendiskussionen mit älteren Menschen und ihren Betreuern. Sie kamen zu dem Schluss, dass Ärzte und Patienten der Meinung waren, dass mehr ältere Menschen an klinischen Tests teilnehmen sollten. "Werden Behandlungsverfahren nicht für ältere Menschen evaluiert, ist es für Ärzte schwierig, die Risiken und Vorteile abzuwägen", betonte Gary Mills, Direktor des Medical Economics and Research Centre, einer der Koordinatoren des Projekts.

Mills erklärte, dass jene, die Tests durchführen, unter Umständen praktische Schritte unternehmen müssten, um ältere Menschen bei der Teilnahme zu unterstützen. Dazu könnte gehören, dass man zu ihnen hingeht und nicht erwartet, dass sie reisen. Stephen Jackson vom King's College London argumentierte jedoch, dass die Gründe für die geringe Anzahl älterer Menschen bei klinischen Tests über praktische Schwierigkeiten hinaus gingen.

"Die älteren Menschen sind bei klinischen Tests aufgrund von Altersdiskriminierung unterrepräsentiert." Der Gerontologe wies darauf hin, dass gerade ältere Menschen oft an mehr als einer Krankheit leiden und das mache es schwieriger, sie einzubeziehen. Es werde laut BBC einfach davon ausgegangen, dass es zu viele Umstände mache, sie einzubeziehen. Ohne entsprechende Bestimmungen würde sich das auch nicht ändern. (pte)