Autor Thema: Allgemeines  (Gelesen 11743 mal)

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Dietmar E.

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Allgemeines
« am: 16. Mai 2007, 18:24 »

Radiotherapie: Meist ambulant


Typen
In der sogenannten Radiotherapie kommen unter anderem Röntgen- und Elektronenstrahlung,Neutronen sowie radioaktive Isotope zum Einsatz, vor allem gegen Krebs.

Ablauf
Eine einzelne Strahlenbehandlung dauert in der Regel maximal einige Minuten, die gesamte radioonkologische Therapie erstreckt sich meist über drei bis sechs Wochen.

In mehr als 80 Prozent der Fälle kann die Behandlung ambulant durchgeführt werden.

Die Bestrahlung selbst ist völlig schmerzlos.

Kurier, 10-4-07
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Geschichte der Strahlentherapie
« Antwort #1 am: 16. Mai 2007, 18:26 »


Als Wien Strahlen-Zentrum war

Neben der chirurgischen Entfernung des Tumors und der Chemotherapie ist die Strahlenbehandlung die dritte Säule im Kampf gegen Krebs.

Was fast vergessen ist: Vor genau 110 Jahren wurde am Wiener AKH die weltweit erste Strahlentherapie durchgeführt. Ein Jahr nach deren Entdeckung behandelte der junge Arzt Leopold Freund mit Röntgenstrahlen erfolgreich ein fünfjähriges Mädchen, das an einer dichten Behaarung am Rücken litt. "In einer Zeitung hatte er zuvor gelesen, dass das Hantieren mit Röntgen-Röhren zu Haarausfall führen kann ", erzählt Univ.-Prof. Richard Pötter, Leiter der Uniklinik für Strahlentherapie.

Dank Freunds Pioniertat wurde Wien innerhalb weniger Jahre zum weltweiten Zentrum der Strahlentherapie und blieb es bis zur NS-Zeit, als viele jüdische Ärzte fliehen mussten.

Leichtsinn
Zunächst als Mittel gegen Hauterkrankungen eingesetzt, begann man bald mit Strahlen auf Krebsgeschwüre zu schießen. Dass sie auch Schaden anrichten können, war zunächst nicht bekannt. "Es gab keine Schutzmaßnahmen. Viele Patienten, aber auch medizinisches Personal bekamen infolge der Strahlenbelastung Tumore."

Gleichzeitig ermöglichten es immer neue Technologien, tiefer ins Körperinnere vorzudringen. "Das brachte einen Durchbruch in der Behandlung von Prostatakrebs, der nur schwer zu operieren war", so der Experte.

Inzwischen sei die Therapie sehr nebenwirkungsarm geworden. Möglich seien vor allem Reizungen der Haut oder des Darms. Eine Gefahr, die aber in keinerlei Verhältnis zu den Vorteilen stehe: "Dass mittlerweile bei Brustkrebs zu 80 Prozent brusterhaltend operiert werden kann, ist vor allem der Strahlentherapie zu verdanken."

Heute wird sie zunehmend mit bildgebenden Verfahren (z. B. Computertomografie) kombiniert. Sie ermöglichen, dass die Strahlen millimetergenau dorthin gelangen, wo sie hingehören, und gesundes Gewebe geschont wird.
Bleibt der Mensch als Fehlerquelle: Durch die Atmung verschieben sich laufend die Organe, wodurch exaktes Anvisieren schwierig wird.

Ab Mai arbeitet die Wiener Strahlenklinik mit Systemen, die dieses Problem beseitigen. Eine Kombination aus Röntgen und Infrarot misst die Bewegungen und sorgt dafür, dass nur dann bestrahlt wird, wenn sich der Tumor im Zentrum der Strahlen befindet.

Kurier, 10.4.07

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hilde

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Wirkstoff gegen Strahlenschäden
« Antwort #2 am: 12. April 2008, 08:05 »
Wirkstoff gegen Strahlenschäden entdeckt

11.04.08 - Ein Polypeptid, das vor den Schäden durch radioaktive Strahlung schützen kann, haben US-Forscher identifiziert. Sie hoffen, es zu einem Medikament weiter zu entwickeln, das Krebspatienten vor den Nebenwirkungen einer Strahlentherapie bewahrt.
Radioaktivität, radioaktiv, Strahlung, Strahlen, Warnung, Labor
TLR5-Agonisten könnten potenziell die Nebenwirkungen einer Strahlentherapie reduzieren.

Den Wirkstoff namens CBLB502 gewann das Team um Andrei Gudkov vom Roswell Park Cancer Institute in Buffalo (US- Staat New York) aus dem Flagellin-Protein des Bakteriums Salmonella gewonnen. Das Peptid bindet an den Toll-like receptor 5 (TLR5) und aktiviert den Transkriptionsfaktor NF-κB. Dadurch wird die Apoptose verhindert.

Die Forscher testeten CBLB502 zunächst an Mäusen. 87 Prozent der Versuchstiere, die den Wirkstoff 30 Minuten vor einer Bestrahlung verabreicht bekamen, überlebten eine normalerweise tödliche Strahlendosis. Bei bisher getesteten Schutzwirkstoffen lag die Rate nur bei 54 Prozent.

Die Untersuchungen zeigten, dass CBLB502 vor allem das Knochenmark und den Verdauungstrakt vor Strahlungsschäden schützt, also Körperregionen, die für Radioaktivität besonders anfällig sind. Ihre Zerstörung ist für den Großteil der Nebenwirkungen bei einer Tumorbestrahlung verantwortlich.

Der Wirkstoff schützte lediglich gesunde Zellen vor der Strahlung, Tumorzellen hingegen wurden zerstört. Dies bestätige das Potenzial des Wirkstoffs für die Krebstherapie, schreiben die Forscher.
Bei geringen Strahlungsdosen auch postexpositionell wirksam

Bei hohen Strahlendosen entfaltete CBLB502 seine schützende Wirkung nur, wenn er den Tieren vor der Bestrahlung gespritzt wurde. Bei geringerer Strahlungsdosis wirkte er auch, wenn er bis zu einer Stunde nach der Bestrahlung verabreicht wurde.

Nach den Versuchen an Mäusen bestätigten die Wissenschaftler die Wirkung an Rhesus-Affen. Bei diesen stieg die 40-Tage-Überlebensrate nach einer Bestrahlung von 25 auf 64 Prozent. Die festgestellten Schäden an Knochenmark und blutbildendem System waren bei den überlebenden Tieren deutlich geringer als bei bestrahlten Kontrolltieren.

Jutta

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Radioonkologie Kongress in Wien
« Antwort #3 am: 06. Mai 2008, 00:08 »
 Vom 1. bis zum 4. Mai
fand in Wien der weltweit drittgrößte Kongress zum Thema Radioonkologie statt.
Rund 2.500 Strahlenmedizin-Experten und Expertinnen haben neue Erkenntnisse und Forschungsergebnisse
im Bereich der Krebsbehandlung mit Hilfe von radioaktiven Strahlen vorgestellt und diskutiert.

So wurden zum Beispiel im Bereich der Radioonkologie bedeutende Fortschritte in der Verträglichkeit der Behandlung errungen.
Denn Dank individuell maßgeschneiderter und immer präziserer Bestrahlungsmöglichkeiten konnten die Nebenwirkungen
drastisch reduziert und dadurch die Lebensqualität der Patienten und Patientinnen
deutlich erhöht werden.

Über diese und andere Fortschritte in der Radioonkologie diskutierten Univ.-Prof. Dr. Manfred Götz und seine Gäste.

Studiogäste:
Prof. Dr. Karin Dieckmann, Klinik f. Strahlentherapie AKH Wien, Medizinische Universität Wien
Prof. Dr. Dietmar Georg, Abteilungsleiter für Medizinische Strahlenphysik der Klinik für Strahlentherapie AKH Wien, Medizinische Universität Wien
OA Dr. Gregor Goldner, Klinik für Strahlentherapie AKH Wien, Medizinische Universität Wien und Kongresssekretär der DEGROÖGRO 2008
 Weitere Informationen:
Informationen zu den Studiogästen:
Prof. Dr. Karin Dieckmann
Klinik für Strahlentherapie AKH Wien, Medizinische Universität Wien
Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien
Tel.: 01/40 400-2665 oder 2692

Prof. Dr. Dietmar Georg
Abteilungsleiter für Medizinische Strahlenphysik der Klinik für Strahlentherapie AKH Wien, Medizinische Universität Wien
Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien
Tel.: 01/40 400-2697 oder 2695

OA Dr. Gregor Goldner
Klinik für Strahlentherapie AKH Wien, Medizinische Universität Wien und Kongressekretär der DEGROÖGRO 2008
Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien
Tel.: 01/40 400-26 92 oder 27 20

Informationen im Internet
Der Wiener Kongress - 14. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie: http://www.degro.org/degro2008/
Österreichische Gesellschaft für Radioonkologie, Radiobiologie und Medizinische Radiophysik: http://gin.uibk.ac.at/oegro/
Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie: http://www.degro.org/jsp_public/cms/index.jsp

Jutta

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Radio-Onkologie, Strahlentherapien
« Antwort #4 am: 06. Mai 2008, 00:57 »

Also diese Adresse ist Goldes wert:
Auch wenn nicht alles aktuell ist!

http://gin.uibk.ac.at/oegro/


Hinweis!
Die Informationen der Patienteninfo werden derzeit überarbeitet und aktualisiert!
Daher können auf den folgenden Seiten u.U. Inhalte nicht mehr dem aktuellen Stand entsprechen!
 
ONKOLOGISCH spezial 2/98

   

Editorial

   

Geschichtliche Entwicklung der Radiotherapie

   

Physikalische und technische Grundlagen

   

Ablauf und Ziele der Radiotherapie

   

Aufklärungspflicht beim onkologischen Patienten

   

3D Planung, Konformationsradiotherapie, Multi-leaf-Kollimator

   

Intraoperative Radiotherapie (IORT)

   

Stereotaktische Radiochirurgie (SRS)

   

Psychoonkologische Unterstützung

   

Maligne Tumoren der Haut

   

Hirntumoren

   

Bronchuskarzinom

   

Tumoren des Gastrointestinaltraktes

   

Rektumkarzinom

   

Analkarzinom

   

Prostatakarzinom

   

Zervixkarzinom

   

Endometrium, Ovarial- und Vaginalkarzinom

   

Weichteilsarkome

   

Maligne Lymphome

   

Palliative Strahlentherapie

   

Mammakarzinom

   

Tumoren des Kindesalters

   

Benigne Tumoren und nichttumoröse Erkrankungen

   

Indikationen zur Radiotherapie (Tabelle)

Edi

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Was ist Strahlentherapie?
« Antwort #5 am: 07. Mai 2008, 16:57 »
Unter Strahlentherapie versteht man die Anwendung von energiereichen Strahlen zur Therapie von Tumorerkrankungen.
 
Für die Therapie stehen im wesentlichen zwei Arten von ionisierender Strahlen zur Verfügung: Photonenstrahlung und Teilchen -(Korpuskular-) Strahlung. Zur Photonenstrahlung zählen hochenergetische Röntgenstrahlen und Gammastrahlen. Während Röntgenstrahlen durch den Aufprall beschleunigter Elektronen auf Metall entstehen, gehen Gammastrahlen aus Zerfall instabiler Atomkerne hervor.

Die Vorteile der Strahlentherapie

In den letzten Jahrzehnten erfuhr die Radio-Onkologie zwar eine rasante technische sowie wissenschaftliche Weiterentwicklung, in der breiten Öffentlichkeit klafft bezüglich der Strahlentherapie jedoch noch eine große Informationslücke.
Viele wissen einfach zu wenig über die Vorteile und Entwicklungen der Strahlentherapie. Zweifellos gibt es etliche Vorurteile und Unsicherheiten bezüglich des Themas. Hier erfahren Sie, was die Strahlentherapie kann und welche Vorteile sie bietet. Hier können Sie sich über die vier Grundlagenthemen im Zusammenhang mit Strahlen einen schnellen Überlick verschaffen.


http://www.strahlentherapie.at/htm/heilende/index.shtm

Weitere Infos sind dort zu:

Aktuelles
Warum Strahlen?
Strahlen heilen
Strahlen erhalten
Strahlen lindern
Strahlen wirken

Richi

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Bonn: modernste Verfahren in der Strahlentherapie
« Antwort #6 am: 02. Juni 2008, 00:04 »
Tomotherapie: Verbesserte Heilungschancen bei Krebs

27.05.08.

Seit einiger Zeit verfügt das Universitätsklinikum Bonn über das derzeit modernste Verfahren in der Strahlentherapie. Ein sog. Tomotherapie-Gerät hilft, die Behandlung von Tumorpatienten zu verbessern. Jeder zweite Krebspatient wird heutzutage strahlentherapeutisch behandelt. Bei der Tomotherapie werden die bildliche Darstellung und die Bestrahlung ideal kombiniert. Der Computertomograph lokalisiert den Tumor genau.

Gleichzeitig beschießt ein Beschleuniger das Tumorgewebe mit besonders energiereichen Röntgenstrahlen. Der Tumor wird dabei mehrfach aus verschiedenen Richtungen getroffen. „Mit der Tomotherapie erzielen wir eine optimale Strahlenverteilung. Gegenüber der herkömmlichen Strahlenbehandlung werden daher die Heilungssaussichten verbessert, und das gesunde Gewebe wird geschont“, sagt Priv.-Doz. Dr. Heinrich Schüller, Oberarzt und leitender Strahlentherapeut an der Radiologischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn.

hilde

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Strahlentherapie, Allgemeines
« Antwort #7 am: 15. August 2008, 19:46 »
Radiotherapie

Dr. Anna Simeonova, Assistenzärztin in der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, stellte verschiedene Methoden der Radiotherapie dar - von der Behandlung mit dem Linearbeschleuniger über die bildgestützte und die intensitätsmodulierte bis hin zur intraoperativen Strahlentherapie.

Deutlich wurde bei allen beschriebenen Behandlungsmöglichkeiten, dass die Bestrahlung bei Krebserkrankungen heute sehr individuell auf die Patienten zugeschnitten und der Tumor gezielter denn je getroffen werden kann. Dies ist zum einen möglich durch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Chirurgen, Onkologen und Strahlentherapeuten, wie sie im ITM praktiziert wird. Zum anderen ermöglicht eine immer präzisere Technik, zum Beispiel mit Hilfe von bildgebenden Verfahren, Patienten in eine optimale Position zu bringen, so dass möglichst viel Tumor- und wenig gesundes Gewebe zerstört wird.

 Vortrag Radiotherapie, Dr. Anna Simeonova

http://www.klinikum-mannheim.de/fileadmin/VerzeichnisPR/TagDerGesundheitsforschung/2008VortragSimeonova.pdf

(Dateigröße 3,6 MB)

Richi

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Strahlentherapie - immer öfter
« Antwort #8 am: 22. November 2008, 11:34 »
Tempo im Kampf gegen Krebs

NORDHAUSEN. Die Strahlentherapie am Südharz-Krankenhaus arbeitet an ihrer Belastungsgrenze. Die Patientenzahl verdreifachte sich seit dem Jahr 2000. Eine neue, bundesweit einzigartige Bestrahlungstechnik soll das Kapazitätsproblem lösen. Andernfalls müssten Krebs-Patienten abgewiesen werden. Ein weiterer Vorteil für sie: Die Bestrahlung vollzieht sich schneller.

Qualität lockt - genau das ist das Dilemma von Dr. Wolfgang Oehler. Der Chefarzt der Klinik für Radioonkologie am Südharz-Krankenhaus zählte vor acht Jahren noch 204 Patienten, die zur intensitätsmodulierten Radiotherapie (IMRT) kamen. Seit Januar sind es 676.

Seine Klinik ist neben Erfurt und Jena landesweit die einzige, die IMRT anbietet. Deutlich genauer als bei der üblichen 3D-Therapie werden die Strahlen direkt auf den Tumor gelenkt - umliegende Organe bleiben verschont: "Jüngst hatte ich einen Patienten mit Prostatakrebs. Vor sechs Jahren war bei ihm die 3D-Bestrahlung abgebrochen, weil sein Enddarm zu sehr beeinträchtigt worden wäre. Wir behandelten ihn erfolgreich", gibt Dr. Oehler einen Einblick in seine Arbeit. Er weiß, dass vor Jahrzehnten mit 3D bestrahlte Brustkrebs-Patienten heute an Herzkranz- und Herzklappen-Nöten leiden und Hodgkin-Krebs-Patienten an Enddarm- oder Blasenproblemen. Warum hat sich diese IMRT-Methode nicht längst flächendeckend durchgesetzt? "Die Kassen bezahlen pro Patient für einen Tag maximal das Bestrahlen von drei Feldern. Beim IMRT sind sieben nötig", so die Antwort.

Das Südharz-Krankenhaus leistet sich die Therapie trotzdem. Für die Mitarbeiter beginnt jeder Tag um 7 Uhr. Die für die Bestrahlung eingesetzten Linearbeschleuniger sind meist bis 21.30 Uhr in Betrieb. Ab 16. Dezember soll ein neuer Linearbeschleuniger mit eingebautem Computertomografen offiziell in Betrieb gehen - bundesweit der erste. In Europa gibt´s ihn nur in Amsterdam und Kopenhagen. "RapidArc" nennt er sich - Oehler erklärt: "Statt sechs dauert eine Bestrahlung dann nur noch zwei Minuten. Ermöglicht wird das, weil der Beschleuniger einmal um den Patienten rotiert." Diese Umdrehung gab´s in den 60er-Jahren schon einmal, sie musste jedoch mehrfach wiederholt werden. Heute regeln die Berechnungs-Algorithmen die Intensität. Je kürzer eine Bestrahlung, desto wirksamer ist sie. Die Tumorzellen haben dann wenig Zeit zur Erholung, so der Chefarzt. Kurz und intensiv kann die Therapie nur sein, wenn der Tumor in höchstmöglichen Dosen belastet wird und zugleich strahlenempfindliche Strukturen wie Lungen, Herz und Nieren besser geschont werden. Eine penible Kontrolle ist nötig. Bisher wurden mit dem Bestrahlungsgerät nur Röntgenbilder angefertigt, die Knochen sichtbar machten. "Die Computertomografen lassen auch Organe erkennen", erläutert Dr. Oehler. In Anbetracht, dass ein Patient nicht minutenlang völlig starr liegt und sich Organe leicht bewegen, ist das enorm wichtig.

Zunächst hat das Südharz-Krankenhaus das rotierende Bestrahlungsgerät von seinem Hersteller nur angemietet. Die Mediziner wollen erst abwarten, ob sich die Methode durchsetzt. Über stärkere Nebenwirkungen wegen verstärkter Strahlen ist weder aus Kopenhagen, Amsterdam noch den USA etwas bekannt.

Kristin KAISER

http://www.thueringer-allgemeine.de/ta/ta.nordhausen.volltext.php?kennung=on2taLOKStaNordhausen39771&zulieferer=ta&kategorie=LOK&rubrik=Stadt&region=Nordhausen&auftritt=TA&dbserver=1

20.11.2008