Autor Thema: Krebszellen - so sollen sie bekämpft werden  (Gelesen 3433 mal)

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Josef

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Krebszellen - so sollen sie bekämpft werden
« am: 15. März 2010, 21:02 »

Forscher wollen Schutzmechanismus von Krebszellen entschlüsseln

Krebszellen sind vitaler als gesunde Zellen. An Lebensdauer und im Kampf um Nährstoffe verschaffen sie sich entscheidende Vorteile gegenüber dem Ausgangsgewebe, dass sie umgibt. Die Ursache für diese Fähigkeit vermuten Dr. Axel Methner, Universität Düsseldorf, und Dr. Thorsten Buch, Universität Zürich, in der Aktivität eines speziellen Eiweißes, das die Zellen vor dem natürlichen Tod schützt. Untersuchungen an Brustkrebs- und Hirntumorzellen zeigen, dass dieses dort vermehrt gebildet wird. Das Eiweiß wirkt als sogenannter transkriptioneller Aktivator. Es scheint die Produktion von speziell denjenigen Genprodukten zu fördern, die die Zellen vor tödlichen Einflüssen schützen.

......................... http://www.journalmed.de/newsview.php?id=29130
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

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Krebsforscher fordert Gentests für alle
« Antwort #1 am: 11. Mai 2010, 20:20 »

Im Gespräch: Otmar Wiestler

Krebsforscher fordert Gentests für alle

Der Chef des Deutschen Krebsforschungszentrums, Otmar Wiestler, wirbt für flächendeckende Gentests zur Prävention von Krebs. In der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ forderte er Testverfahren, die das Erkrankungsrisiko aus Erbgut, Umwelt oder Lebensweise dokumentieren - für alle Gesunden.

„Ich bin überzeugt, dass wir in einigen Jahren die Risiken beim Einzelnen viel besser erfassen können”, sagt Krebsforscher Otmar Wiestler

„Ich bin überzeugt, dass wir in einigen Jahren die Risiken beim Einzelnen viel besser erfassen können”, sagt Krebsforscher Otmar Wiestler
27. März 2010

Otmar Wiestler, Chef des Deutschen Krebsforschungszentrums, wirbt für flächendeckende Gentests zur Prävention von Krebserkrankungen. Er fordert Testverfahren, die das Erkrankungsrisiko aus Erbgut, Umwelt oder Lebensweise dokumentieren. Getestet werden sollen alle Gesunden.

Herr Professor Wiestler, warum können wir Krebs immer noch nicht heilen?

Immerhin jeder zweite Krebspatient kann heute geheilt werden. Das mag Ihnen wenig erscheinen, ist aber ein erheblicher Fortschritt. In den siebziger Jahren konnten wir nur jeden vierten retten.

Angesichts der vielen Milliarden Euro für die Krebsforschung finden wir das tatsächlich wenig.
“Im Moment ist ein großes internationales Konsortium dabei, das gesamte Erbgut von 25.000 Krebspatienten aus aller Welt zu entschlüsseln“

Krebs ist eine komplizierte Familie von Krankheiten. Es gibt über zweihundert verschiedene Krebsarten beim Menschen, die jedes Organ im Körper befallen können. Wir mussten daher erst einmal besser verstehen, wie aus einer gesunden menschlichen Zelle eine Krebszelle wird und welche Rolle die Gene dabei spielen.
Das viele Geld hat die Forschung nicht beschleunigt?

Kein Gebiet liefert so viele innovative Medikamente wie die Krebsforschung. Und um eines klarzustellen: So viel Geld fließt hierzulande gar nicht. Deutschland gibt jährlich 300 Millionen Euro aus. Allein das National Cancer Institute, unsere Partnerorganisation in Amerika, hat 5 Milliarden Dollar jährlich zur Verfügung. Die Entwicklung eines einzigen Medikaments erfordert im Schnitt 800 Millionen Dollar.
Werden wir irgendwann keine Krebskranken mehr haben?

...................... http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~EC71A1BDE757849C0BAF78C7B9ECEABED~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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Schatzsuche im Genlabor
« Antwort #2 am: 11. Mai 2010, 20:38 »


Schatzsuche im Genlabor

Genforscher weltweit suchen nach dem Schlüssel zu Krankheiten wie Krebs, Alzheimer und Parkinson. Sie setzen ihre Erkenntnisse und Anhaltspunkte für den Ursprung der Krankheiten wie ein riesiges Puzzle zusammen.
Unser Erbgut: eine riesige Datenmenge, verborgen in der DNA. Genforscher beginnen zu lernen, wie man sie liest. Und die Biowissenschaftler machen Fortschritte, die nicht nur mehr Wissen bringen, sondern die auch unser Leben verändern werden.

....................http://www.3sat.de/page/?source=/hitec/143139/index.html

Richi

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Krebszellen - so sollen sie bekämpft werden
« Antwort #3 am: 02. August 2010, 20:43 »
Morphin hemmt Gefäßwachstum bei Tumorerkrankungen

Minneapolis – Chronische Morphindosen hemmen die Angiogenese bei Krebserkrankungen. Das Opioid reduziert offenbar zusammen mit einem niedrigen Sauerstoffgehalt den Spiegel an pro-angiogenetischen Faktoren.

................... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/42190/Morphin_hemmt_Gefaesswachstum_bei_Tumorerkrankungen.htm

Josef

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Molekulare Therapien von Krebs
« Antwort #4 am: 27. Oktober 2010, 18:34 »
Molekulare Therapien von Krebs: Methode zur Hemmung des Ras-Proteins

Wissenschaftlern am Institut für Biophysik und Physikalische Biochemie der Universität Regensburg ist es gelungen, einen neuen Ansatzpunkt zur Hemmung der unkontrollierten Ras-Effektor-Wechselwirkung zu entwickeln.27.10.2010

Das Ras-Protein ist ein molekularer Schalter, mit dem eine ganze Reihe von zellulären Prozessen an- oder abgeschaltet werden kann. Dabei wechselt es zwischen einem inaktiven und einem aktiven Zustand. Im aktiven Zustand kann das Protein mit sogenannten Effektor-Proteinen wechselwirken, die Prozesse wie Zellwachstum und -entwicklung in Gang setzen. Ist das Ras-Gen allerdings an bestimmten Stellen mutiert, wird aus dem Protoonkogen ein Onkogen – der Schalter für das Zellwachstum wird dauerhaft „angeschaltet“ und die Zellen vermehren sich unkontrolliert.

............. http://www.medica.de/cipp/md_medica/custom/pub/content,oid,31724/lang,1/ticket,g_u_e_s_t/~/Methode_zur_Hemmung_des_Ras-Proteins.html
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Josef

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Statine könnten zum Schutz vor Krebs beitragen
« Antwort #5 am: 29. Oktober 2010, 01:09 »
Cholesterinsenker

Statine könnten zum Schutz vor Krebs beitragen

28. Oktober 2010, 15:26

Aktivierung von Abwehrzellen durch Cholesterinsenker

Innsbruck/Wien - Sogenannte Statine werden weltweit massenhaft zur Vorbeugung von Herzinfarkten verschrieben. Dies funktioniert offenbar über die Reduzierung des Cholesterins und via zusätzlich entzündungshemmende Effekte. Schon länger wird auch diskutiert, ob die Blutfettsenker weiters der Entstehung von Tumoren entgegenwirken könnten. Innsbrucker Wissenschafter um Martin Thurnher haben nun in Zellkultur gezeigt, dass die gemeinsame Gabe von Statinen und Interleukin-2 natürliche Killerzellen gegen Krebszellen aktiviert. Bei diesem neu entdeckten Anti-Tumor-Mechanismus spielen Dendritische Zellen, die das CD56-Antigen auf ihrer Oberfläche tragen, die Schlüsselrolle.

................. http://derstandard.at/1288160160748/Cholesterinsenker-Statine-koennten-zum-Schutz-vor-Krebs-beitragen

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Carola-Elke

Edi

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Re:Krebszellen - so sollen sie bekämpft werden: Radionuklid
« Antwort #6 am: 22. Juni 2011, 20:48 »

Neuer Radionuklid: Therapie gegen kleine Tumore und Metastasen

Im Kampf gegen Krebs könnte der Medizin schon bald ein neuer Verbündeter zur Seite stehen: Aufbauend auf dem Radionuklid Terbium-161 haben Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) eine neue Therapie entwickelt, mit der vielleicht schon bald kleinere Tumore und Metastasen gezielter behandeln werden können.

20.06.2011

http://www.medica.de/cipp/md_medica/custom/pub/content,oid,33662/lang,1/ticket,g_u_e_s_t/~/Therapie_gegen_kleine_Tumore_und_Metastasen.html

Tanja

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07.12.2012
    
   
   
Krebstherapien zeitgleich: Chemotherapie mit Bestrahlung verbessert Ergebnisse und verkürzt Behandlungszeit

Die Krebsgeschwulst abtöten und gestreute, „unsichtbare“ Krebszellen vernichten: Kombinierte Strahlen- und Chemotherapie gegen Krebs erweist sich zunehmend als erfolgreich. Immer häufiger wenden Ärzte deshalb beide Behandlungen gleichzeitig beziehungsweise in engem zeitlichen Zusammenhang an. Diese simultane Radiochemotherapie verbessert nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) nicht nur die Therapieergebnisse, sie verkürzt auch die Behandlungsdauer für die Patienten.

Lange Zeit wurden Bestrahlungen meist im Anschluss an die Chemotherapie durchgeführt. „Die Krebsbehandlung zieht sich dann häufig über sechs Monate oder länger hin“, sagt Professor Dr. med. Rainer Fietkau, Direktor der Strahlenklinik am Universitätsklinikum Erlangen. Eine simultane Radiochemotherapie sei dagegen häufig schon nach sechs bis acht Wochen abgeschlossen. Da beide Therapien die Lebensqualität der Patienten beeinflussen, sei diese verkürzte Dauer ein großer Vorteil. Für Patienten mit längerem Anreiseweg zur Klinik bedeutet es beispielsweise weniger Aufwand und Belastung durch weniger Termine. Auch aus medizinischer Sicht sei die Kombination sinnvoll. Prof. Fietkau nennt mehrere Vorteile: Dazu gehöre die „räumliche Kooperation“, bei der die Strahlentherapie den Tumor direkt bekämpft, während die Chemotherapie an den entfernten Orten im Körper die Metas­tasen abtöte. Hinzu komme eine gegenseitige „Verstärkung der Tumorantwort“: Die Zytostatika, also die Substanzen, die die Zellteilung der Krebszellen stoppen, unterstützten die Radiotherapie. Umgekehrt verbessere auch die Bestrahlung die Wirkung der Zytostatika. Darüber hinaus gibt es laut Professor Fietkau eine „biologische Kooperation“. „Beide Therapien greifen unterschiedliche Zellen des Tumors an. So erreichen viele Zytostatika den Tumor bevorzugt in Abschnitten mit schlechter Sauerstoffversorgung, wo die Strahlentherapie weniger gut wirke“. Ein weiterer Vorteil ist die „temporale Modifikation“: Die Chemotherapie verhindere, dass die Krebszellen die durch die Bestrahlung ausgelösten „Schäden“ am Tumor reparieren. Mit neuen Medikamenten können die Ärzte zudem gesunde Zellen vor der Radiochemotherapie schützen.
 
Die Wirkung der simultanen Radiochemotherapie konnte in den letzten Jahren gleich bei mehreren Krebsarten durch Studien belegt werden. Als Einsatzgebiete nennt DEGRO-Präsident Prof. Dr. med. Jürgen Dunst, Direktor der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum in Lübeck, bösartige Hirntumore, Kopf-Hals-Tumore sowie Krebserkrankungen in Speiseröhre, Magen, Dickdarm, Mastdarm, Lunge und am Gebärmutterhals. Bei allen Krebserkrankungen verlängere die simultane Radiochemotherapie die Überlebenszeiten der Patienten gegenüber einer alleinigen Radio- oder Chemotherapie. „Die simultane Kombination beider Verfahren ist auch besser als aufeinander folgende, sogenannte sequentielle Therapieverfahren. Dabei ist aber die Koordinierung zwischen Radio- und Chemotherapie außerordentlich wichtig, vor allem wenn die Therapie nicht in einer Hand liegt“, betont Professor Dunst.
 
Um die Wirkung der Bestrahlung zu optimieren, greifen die Ärzte gezielt auf bestimmte Zytostatika mit strahlensensibilisierender Wirkung zurück. Darunter sind ältere Zellgifte wie 5-Fluoruracil oder Cisplatin oder neue Wirkstoffe wie Temozolomid. Experten forschen außerdem an zielgerichteten Krebsmedikamenten. Ob sie die Radiochemotherapie weiter verbessern können, wird derzeit in Studien untersucht. „Der Nutzen einer neuen Therapie lässt sich in der Krebstherapie selten vorhersagen“, erläutert Professor Dunst: „Häufig dauert es zwei, fünf oder auch zehn Jahre, bis wir eine Verbesserung der Überlebenszeiten erkennen können.“ Das gelte nicht nur für die Chemotherapie, sondern auch für die Radiotherapie.

Literaturhinweis:
R. Fietkau R.; Simultane Radiochemotherapie zur Behandlung solider Tumoren. Strahlentherapie und Onkologie 2012/S3: 263-271

Quelle: DEGRO