Autor Thema: Impfungen  (Gelesen 2868 mal)

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Impfungen
« am: 16. April 2010, 01:51 »

Diverse, die nicht im Forum direkt zu zu ordnen wie Pollenallergie, Gebärmutterhalskrebs, Eierstockkrebs ...

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Meningokokken Impfung
« Antwort #1 am: 16. April 2010, 01:52 »


Meningokokken-Impfung: Der "Schlagzeilen-Erkrankung" vorbeugen!
Utl.: Presse-Hintergrundgespräch mit Prof. Dr. Werner Zenz über Meningokokken, Risiko und Schutz - Zusammenfassung =

   Wien (OTS) - Anlässlich der kürzlich veröffentlichten Jahresdaten
2009 für Österreich und der Verfügbarkeit eines neuen
Meningokokken-Impfstoffs gegen 4 der 5 wichtigsten Serogruppen (A, C,
W-135 und Y) stand Prof. Dr. Werner Zenz von der
Universitätskinderklinik Graz, einer der füh-renden Experten auf dem
Gebiet der Meningokokken in Europa und Mitglied des Österreichischen
Grünen Kreuzes für Gesundheit, der Presse für
Hintergrundinformationen zu dieser heimtückischen Erkrankung zur
Verfügung.

Erkrankung

   Das Heimtückische an einer Meningokokken-Erkrankung schlägt sich
in 2 Aspekten nieder: (1) Sie tritt plötzlich aus völliger Gesundheit
heraus auf und (2) schreitet so rasant fort, dass binnen Stunden der
Tod eintreten kann oder verheerende Folgeschäden verbleiben können
(z.B. Taubheit, amputierte Gliedmaßen, geistige Behinderung,
Nierenversagen, Anfallsleiden). - Für Ärzte ergibt sich daraus eine
gefürchtete Situation, die Prof. Zenz anhand fotografisch
dokumentierter Fallbeispiele veranschaulichte: "Eine seltene
Erkrankung, die sehr schwierig zu diagnostizieren ist und nur ein
kleines Zeitfenster für eine angemessene Therapie lässt.
Laborergebnisse kommen diagnostisch zu spät und man kann neben den
charakteristischen Hautblutungen nur von den unspezifischen
klinischen Anzeichen ausgehen. - Eine frühzeitige Diagnose ist
lebensrettend, aber nicht immer möglich. Jeder dieser Fälle macht
dann Schlagzeilen. Die wirksamste Waffe wäre eine universelle
Impfung, die gegen alle Stämme schützt - gegen 4 der 5 wichtigsten
besteht dazu jetzt die Möglichkeit", so Prof. Zenz.

Serogruppen

   Heute sind 12 unterschiedliche Arten (sog. Serogruppen) von
Meningokokken-Bakterien bekannt, weltweit die 5 häufigsten sind A, B,
C, W-135 und Y. In Österreich sind die Serogruppen B und C
vorherrschend. Speziell in der Steiermark hat sich ein besonders
aggressiver Stamm etabliert (ST-11 Komplex ET37), der für eine
doppelt so hohe Sterblichkeitsrate verantwortlich ist. - "Die
aktuellen Daten 2009 zeigen für die Steiermark einen Anstieg und
sogar mehr Krankheitsfälle dieses Stamms als in ganz Großbritannien",
verdeutlicht Prof. Zenz die Zahlen. - Insgesamt waren 2009 in
Österreich 100 Meningokokken-Erkrankungen und 11 Todesfälle zu
verzeichnen. Am meisten betroffen waren klassischerweise Kleinkinder
(eher B-Fälle) und Jugendliche (eher C-Fälle).

Weltweite Verbreitung

   Die Serogruppe A dominiert vorwiegend in Zentralafrika, Asien und
Russland, die Serogruppe Y hat sich in den letzten Jahren in den USA
und Kolumbien durchgesetzt. Die Serogruppe W-135 ist vor allem in
Saudi-Arabien etabliert, von wo aus sie sich durch Mekka-Pilger
weltweit verbreitet. In Europa, Kanada, Südamerika und Australien
herrschen die Serogruppen B und C vor. Von den 5 Serogruppen ist
bekannt, dass sich ihre geografische Verbreitung über die Zeit
verändert. Zudem scheinen sie einigen Studien zufolge mit
unterschiedlichen Sterblichkeitsraten verbunden zu sein (z.B. eine
doppelt so hohe Sterblichkeit für den ET37 ST11-Stamm).

Übertragung

   Meningokokken besiedeln eine Zeit lang den Nasen-Rachen-Raum von
fast jedem Menschen irgendwann einmal im Leben - bei der Mehrheit
unbemerkt und ohne eine Erkrankung auszulösen ("passive Träger"). Bei
einigen wenigen treten die Bakterien jedoch in die Blutbahn ein, wo
sie dann sehr rasch zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder/und
Blutvergiftung (Sepsis) führen. Übertragen werden Meningokokken durch
nahen Kontakt zu einem passiven Träger, z.B. beim Küssen, Anhusten
oder Anschreien (etwa in der Disco). "Die höchste Trägerrate weisen
mit 25-40% Jugendliche aufgrund ihres Sozialverhaltens auf, weshalb
sie ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben und der Knotenpunkt der
Keimverbreitung sind. - Also eine Altersgruppe, die durchgeimpft
werden sollte", so Prof. Zenz.

Schutzimpfung

   Gegen Meningokokken stehen 2 Klassen von Impfstoffen zur
Verfügung: Die älteren Polysaccharid-Impfstoffe und die moderne
Generation der Konjugat-Impfstoffe. Gegen Meningokokken C
("monovalent") stehen in Österreich 2 moderne Konjugat-Impfstoffe zur
Verfügung, gegen Meningokokken ACWY ("tetravalent") konnte man bisher
nur mit einem Polysaccharid-Impfstoff kurzfristig vorbeugen. Seit
April 2010 ist der erste europaweit zugelassene
Vierfach-Konjugatimpfstoff auch in Österreich verfügbar (ab 11
Jahre). - "Die Bedeutung dieser Neuheit liegt in der Technologie und
deren grundsätzlichen Vorteilen", erklärt Prof. Zenz: "Im Gegensatz
zu Polysaccharid-Impfstoffen sind Konjugat-Impfstoffe schon bei
Säuglingen ab 2 Monaten hoch wirksam, bilden ein Immungedächtnis,
haben eine längere Schutzdauer, können aufgefrischt werden und das
passive Trägertum sanieren. Bei hoher Impfrate in der Bevölkerung
kann letzteres zum sog. Herdenschutz führen, d.h. dass dann auch
Ungeimpfte geschützt sind, weil sie nicht mehr von Trägern umgeben
sind. - Solche Erfolge wurden in Ländern mit Meningokokken
C-Impfprogrammen erzielt (z.B. Großbritannien, Belgien, Irland,
Island, Niederlande, Spanien, Kanada). - Gegen Meningokokken B ist
noch kein Impfstoff erhältlich, aber bereits in Entwicklung."

   Der neue Vierfach-Impfstoff gegen Meningokokken ACWY (1 Impfung
ist ausreichend) hat in direkten Vergleichsstudien gegenüber
Polysaccharid-Impfstoffen deutlich bessere Antikörperspiegel erzielt.
Zu empfehlen ist er gemäß Österreichischem Impfplan 2010 für Reisende
und er kann für beruflich gefährdete Personen, sowie für die
empfohlene Jugendimpfung im 11.-13. Lebensjahr verwendet werden. -
"Für Jugendliche, die zu reisen beginnen, und Patienten mit
Immundefekten stellt der neue Vierfach-Konjugatimpfstoff eine echte
Verbesserung dar", schließt Prof. Zenz.

Veranstalter:

 Österreichisches Grünes Kreuz für Gesundheit (ÖGK)
 Vereinigung zur Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsaufklärung
 5020 Salzburg, Borromäumstrasse 12
 Tel.: 0662-632940, e-Mail: office@gruenes-kreuz.org
 Web: www.gruenes-kreuz.org

Rückfragehinweis:
   und Bildmaterial:
   Irene Pemp, Agentur für Arznei und Medizin
   Tel.: 0664/523 40 55, e-Mail: irene.pemp@ip-pharma.net

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OTS0258    2010-04-15/15:32