Autor Thema: Hausärzte  (Gelesen 6670 mal)

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Gitti

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Hausärzte
« am: 22. April 2010, 21:17 »

Studie belegt: Hausapotheken bei jedem Arzt würden jährlich mehr als 62 Millionen Kilometer Einsparen
Utl.: Ein Zusperren aller Hausapotheken würde eine Zusatzbelastung von über 100 Mio. km bewirken. Der dadurch entstehende CO2 Ausstoß würde um 14.000 Tonnen steigen. =

   Wien (OTS) - Erstmals wurde der ökologische Aspekt ärztlicher
Hausapotheken untersucht. Wissenschafter des unabhängigen
Energieinstitutes an der Johannes Kepler Universität Linz haben sich
dafür drei Szenarien genauer angesehen:

 - Die Auswirkungen der aktuellen Ausweitung der Apothekenschutzzone
   von vier auf sechs Kilometer,
 - ein fiktives Zusperren aller Hausapotheken und
 - das von der NÖ Ärztekammer seit längerem geforderte allgemeine
   Dispensierrecht für HausärztInnen.

   Für diese drei Szenarien wurden einerseits die sich verändernde
Kilometerleistung als auch die Emissionen der Luftschadstoffe und der
Treibhausgase berechnet. Der Präsident der NÖ Ärztekammer, OA Dr.
Christoph Reisner, zeigt sich in der heutigen Pressekonferenz vom
Ergebnis beeindruckt: "Die Zahlen belegen eindrucksvoll die
Notwendigkeit einer zeitgemäßen Medikamentendistribution mit Hilfe
ärztlicher Hausapotheken in Österreich. Durch den fiktiven Wegfall
aller ärztlichen Hausapotheken in Österreich würde rein ökologisch
betrachtet ein zusätzlicher Fahrtaufwand für die Bevölkerung von 103
Millionen Kilometern pro Jahr entstehen. Alleine die Emission an CO2
würde in diesem Fall um 14.000 Tonnen pro Jahr steigen."

   Der Geschäftsführer des Energieinstitutes, DI Dr. Horst
Steinmüller, erklärt zum Kontext der Studie: "Die Reduktion des
Endenergieverbrauchs sowie die Steigerung der Energieeffizienz und
die damit korrelierende Reduktion der Treibhausgasemissionen ist
grundsätzlich als zentrales energie-, umwelt- und
wirtschaftspolitisches Ziel der Europäischen Union, Österreichs und
seiner Gebietskörperschaften zu bezeichnen. In diesem Kontext ist
auch diese Studie zu betrachten."

Aktuelles Apothekengesetz führt in den nächsten Jahren zu starken
ökologischen Belastungen

   Können Medikamente künftig nicht wie bisher direkt vom Arzt aus
der Hausapotheke bezogen werden, weil die Hausapotheke in der
Apothekenschutzzone von sechs Kilometer liegt, wird sich das
zusätzliche Verkehrsaufkommen in Folge eines Arztbesuchs oder einer
Visite jährlich um 12,3 Millionen Kilometer erhöhen. Und das, obwohl
die reduzierten Kilometer im Logistikprozess bereits berücksichtigt
wurden. Der zusätzliche CO2 Ausstoß wird sich um 1.700 Tonnen
erhöhen. "Das wahre Ausmaß dieser Analyse wird erst deutlich, wenn
man das Szenario, bei dem alle Ärztinnen und Ärzte ihre Hausapotheke
verlieren, mit dem Szenario, bei dem alle Ärztinnen und Ärzte für
Allgemeinmedizin eine Hausapotheke bekommen, vermengt und den Aufwand
für die Bevölkerung umrechnet: Zwischen diesen beiden
Extremsituationen liegen fast 170 Millionen Kilometer. Wenn man das
mit dem amtlichen Kilometergeld sowie dem für diese Fahrten
notwendigen Zeitaufwand in Relation setzt, errechnet sich die
unglaubliche Summe von 200 Millionen Euro pro Jahr als Aufwand
beziehungsweise Ersparnis für die betroffene Bevölkerung", fasst
Präsident Dr. Reisner zusammen.

Studienergebnisse bestätigen die Forderung von Präsident Dr. Reisner
nach einem Dispensierrecht für ÄrztInnen

   Ein uneingeschränktes Dispensierrecht für alle HausärztInnen
liefert aus ökologischer Sicht die besten Ergebnisse. Dazu Präsident
Dr. Reisner: "Hätte jeder Hausarzt ein Dispensierrecht, hätte dies
eine Reduktion des Mobilitätsbedarfs und somit auch eine Reduktion
der Luftschadstoff- und Treibhausgasemissionen zur Folge. In diesem
Szenario sinken die zurückgelegten Kilometer der
Medikamentenbeschaffung in Folge eines Praxisbesuchs und in Folge
einer Visite nach Berücksichtigung der höheren Kilometerleistung im
Logistikprozess in ganz Österreich jährlich um 62,35 Millionen
Kilometer." Als Konsequenz bedeutet dies, dass jährlich in Österreich
durch ein uneingeschränktes Dispensierrecht für alle HausärztInnen
der Verbrauch an Benzin um 877.000 Liter, der Verbrauch an Diesel um
1,14 Millionen Liter und der Verbrauch an Strom um 57.000 kWh
reduziert wird. Somit werden jährlich in Österreich 5.188 Tonnen
weniger an Kohlendioxid durch den verminderten Verkehrsbedarf
emittiert.

   "Unsere Forderung nach einem Dispensierrecht für Ärztinnen wird
durch die Studienergebnisse in jedem Punkt bestätigt. Diese Studie
reiht sich somit nahtlos in bestehende Fakten rund um die
Themenbereiche ärztliche Hausapotheken und ärztliches Dispensierrecht
ein. Es gibt nach wie vor kein einziges Argument gegen ärztliche
Hausapotheken, mit dem gravierenden Umweltaspekt jedoch nun ein
Argument mehr für ärztliche Hausapotheken. Ich appelliere daher zum
wiederholten Mal an den Gesetzgeber, bei solchen
gesundheitspolitischen Fragestellungen nicht ausschließlich der Lobby
einzelner Berufsgruppen zu folgen. Eine Entscheidung in dieser
Sachfrage darf nur unter Berücksichtigung der medizinischen Sachlage,
der volkswirtschaftlichen Komponenten, der ökologischen Aspekte sowie
vor allem der Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten getroffen
werden. Die Institution ärztliche Hausapotheke stellt ein enorm
wichtiges Glied in der Kette der Gesundheitsversorger dar, vor allem
in den weiten ländlichen Regionen Niederösterreichs. Nur durch die
Direktabgabemöglichkeit von Medikamenten durch Ärztinnen und Ärzte
ist gewährleistet, dass leidende Menschen eine schnelle und sichere
Versorgung mit den benötigten rezeptpflichtigen Medikamenten bei
ihren Ärztinnen und Ärzten rund um die Uhr erhalten. Und das wird bei
der immer älter werdenden Bevölkerung auch immer wichtiger", meint
Präsident Dr. Reisner abschließend.

   Die gesamte Studie "Energetische und ökologische Effekte der
Änderung gesetzlicher Vorgaben zur Bewilligung einer ärztlichen
Hausapotheke" sowie weitere Stellungnahmen finden Sie unter
www.arztnoe.at.

Rückfragehinweis:

~
   Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
   Michael Dihlmann
   Tel.: 0664/144 98 94
   Mag. Birgit Jung
   01/53 751-623
   presse@arztnoe.at
   www.arztnoe.at
« Letzte Änderung: 18. März 2013, 20:30 von admin »

admin

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Hausarztmodell am Abgrund
« Antwort #1 am: 18. März 2013, 20:32 »



Hausarztmodell am Abgrund

Österreichischer Hausärzteverband veranstaltet Diskussionsabend über die "Hintergründe und Abgründe" der sogenannten Gesundheitsreform

Wien (OTS) - Österreichs Hausärzte haben genug. Seit Jahrzehnten
werde die Aufwertung des Hausarztes als tragendes Element einer
"Gesundheitsreform" von den Politikern versprochen. Ein
Lippenbekenntnis. Denn die traurige Realität sieht anders aus:
"Ärztliche Leistung wird geringgeschätzt, die Ausbildung immer
schlechter, die Tarifsituation unerträglich. Dafür werden den Ärzten
bürokratische Hürden aufgebaut und zudem - ironischerweise unter
Wortführung der Patientenanwälte - die öffentliche Wertschätzung
demontiert", so Hausärzte-Präsident Dr. Christian Euler.

Im Rahmen eines Diskussionsabends am 16. April im Wiener
RadioKulturhaus zeigt der Österreichische Hausärzteverband die
dramatische Ambivalenz des Geschehens auf. Gleich zwei aktuelle
Studien weisen die Leistungsfähigkeit und soziale Relevanz der
Allgemeinmedizin nach. Allerdings: Die Gesellschaft hat oft nichts
davon, denn die Rahmenbedingungen lassen ein qualitätsvolles Wirken
nur noch selten zu. Am Beispiel zweier renommierter österreichischer
Ärzte, die daraus die Konsequenzen zogen, lässt sich erkennen: "Mein
Arzt ist weg" ist keine Panikmache, sondern Alltag in einem
politischen Umfeld, das den niedergelassenen Arzt in Wahrheit an den
Abgrund drängt.

Aktuelle Hausarzt-Studien

In einer breit angelegten Studie unter der Leitung des
niederösterreichischen Arztes Dr. Dietmar Kleinbichler wurde erstmals
das Ausmaß der von Österreichs Hausärzten geleisteten
Patientenversorgung dokumentiert, um dadurch die Evidenz in der
Allgemeinmedizin zu erweitern und eine Datenbank für die Forschung
verfügbar zu machen. Das Ergebnis lässt aufhorchen: 94,7 Prozent
aller Patienten konnten vom Hausarzt selbst behandelt werden,
lediglich 6,3 Prozent wurden überwiesen - die Legende vom Hausarzt
als "Gatekeeper" entspricht also keineswegs der Realität. In
zahlreichen Fällen und ganz besonders bei älteren Menschen wurden bei
Hausarztbesuchen gleich mehrere Probleme behandelt. Damit werde nicht
nur die Qualität allgemeinmedizinischer Arbeit unterstrichen, dies
führe auch zu einer Kosteneinsparung für das Gesundheitssystem, so
Kleinbichler. Im Schnitt behandelten die Hausärzte über 1.000
Patienten pro Jahr auch an Wochenenden - ein nachdrücklicher Hinweis
auf die Versorgungskontinuität durch die niedergelassenen
Allgemeinmediziner.

Interessante Ergebnisse liefert auch eine Studie des bekannten
Sozialforschers Prof. Dipl.-Ing. Ernst Gehmacher, der die
Hausarzt-Versorgung im städtischen und ländlichen Bereich verglich.
In beiden beobachteten Gruppen haben rund 84 Prozent einen Hausarzt,
dem sie vertrauen. Und vor allem: "Zwischen Hausarztbetreuung,
Gesundheit und Befindlichkeit gibt es klare Wirkungszusammenhänge",
so Gehmacher. Die von Hausärzten Betreuten achten eher auf gesunde
Ernährung, meiden Nikotin und Alkohol, machen mehr Bewegung und
nehmen öfter an präventivmedizinischen Behandlungen teil. "Das Ideal
einer Einsparung von einem Viertel der Krankheitskosten setzt aber
nicht nur die Vollversorgung mit hausärztlicher Betreuung, sondern
auch ein optimales Leistungsniveau voraus. Also mehr Hausärzte mit
mehr Zeit für den Patienten, mehr einschlägige Bildung sowie
nachhaltige Bewusstseinsbildung in Politik und Öffentlichkeit",
kommentiert Gehmacher die Studie.

Zu Tode gespart

In dem von Bürokratie, politischen Machtspielen und ideologischem
Brotneid geprägten Alltag spielt es all das freilich nicht. "So lange
Kassen- und Politfunktionäre den Versorgungsengpass nicht spüren,
werden sie ihren Kurs nicht ändern", meint Dr. Wolfgang Geppert,
ehemaliger Vizepräsident des Hausärzteverbandes und bis vor kurzem
als Landarzt tätig. Sein Ausweg, so sehr es ihn auch schmerzt: die
Praxis schließen, kompromisslos, ohne "Nachglühen als Wahlarzt,
Totenbeschauer oder Vertreter des Nachbarkollegen".

Unter der katastrophalen Situation leiden längst auch
niedergelassene Fachärzte, wie der Fall des Eisenstädter Urologen Dr.
Gerhard Hafner zeigt. Zwischen Leitlinien-Verpflichtungen,
Kassenlimitierungen, Wirtschaftlichkeit und steigender
Patienten-Begehrlichkeit sei es mittlerweile ein Hochseilakt, eine
Kassenpraxis zu führen, so Hafner. Er fühle sich "für die Politik als
lästiger Kostenfaktor, für manche Patienten als
Medizin-Selbstbedienungsladen, der am besten 24 Stunden am Tag zur
Verfügung steht". "Der niedergelassene Bereich wird zu Tode gespart.
Umsätze müssen durch steigende Patientenzahlen erwirtschaftet werden
statt durch fürsorgliche Patientenbetreuung und moderne medizinische
Leistungen", betont der Eisenstädter Urologe, der seinen
§2-Kassenvertrag nach 11 Jahren nunmehr zurücklegte.

Wo bleibt die Vernunft?

Noch haben wir engagierte Ärzte und noch ist das Vertrauen der
Bevölkerung in die Ärzteschaft vorhanden", fasst
Hausärzteverbands-Präsident Euler zusammen. Der Gesundheitsreform
fehle aber die sachkundige Vernunft und die soziale Kompetenz.
Ärztliche Leistungen würden geringgeschätzt und organisatorische
Vorgaben überschätzt. "Einige wenige Aktionäre werden Gewinne
schöpfen, die Mehrzahl der Menschen aber wird unwiederbringliche
Werte verlieren", so Euler.

Diskussionsabend des Österreichischen Hausärzteverbandes
"Hintergründe und Abgründe"
Dienstag, 16. April, 19 Uhr
RadioKulturhaus, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien


Referenten:

Prof. Dipl.-Ing. Ernst Gehmacher
Lektor an der TU Wien, langjähriger Geschäftsführer des
Marktforschungsinstitutes IFES, wissenschaftlicher Leiter der Paul
Lazarsfeld-Gesellschaft, Autor zahlreicher Publikationen

Dr. Dietmar Kleinbichler
Arzt für Allgemeinmedizin in Markersdorf-Haindorf/NÖ.

Dr. Gerhard Hafner
Facharzt für Urologie in Eisenstadt

Dr. Wolfgang Geppert
ehem. Arzt für Allgemeinmedizin in Wilfersdorf/NÖ.,
ehem. Vizepräsident des Österreichischen Hausärzteverbandes

Moderation:
Dr. Christian Euler
Präsident des Österreichischen Hausärzteverbandes

Eine weitere Diskussionsveranstaltung des Österreichischen
Hausärzteverbandes findet statt am 11. Juni.

Weitere Informationen unter www.hausaerzteverband.at

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Fatale Fehler der Gesundheitsreform: "Erste Hilfe" für den Hausarzt
Diskussionsabend des Österreichischen Hausärzteverbandes: Am Wort ist die Opposition

Diskussionsabend des Österreichischen Hausärzteverbandes Erste Hilfe für den Hausarzt…

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Ort: RadioKulturhaus KulturCafé, Argentinierstraße 30A, 1040, Wien
Datum: 11.06.2013
Zeit: 19:00:00

Wien (OTS) - Rasch vor den Wahlen im Herbst wurde im Parlament noch
die Gesundheitsreform beschlossen. Österreichs Hausärzte orten darin
den offenkundigen Sieg eines politisch-bürokratischen Ungeistes, der
sie schon seit Jahren an der effektiven Ausübung ihrer
gesellschaftlich ebenso wichtigen wie geschätzten Funktion zu hindern
versuche. "Dramatische gesundheitspolitische Fehler mit
Langzeitwirkung werden durch die Reform festgeschrieben", betont Dr.
Wolfgang Geppert vom Österreichischen Hausärzteverband. Bald gäbe es
kein Zurück mehr.

Im Rahmen eines Diskussionsabends am 11. Juni im Wiener
RadioKulturhaus lässt der Hausärzteverband nun das gesamte Spektrum
der Oppositionsparteien zu Wort kommen. "Wir erhoffen uns neue
Perspektiven und interessante Ansatzpunkte zu den brennenden Fragen
der aktuellen Gesundheitspolitik, die den Hausarzt augenscheinlich
ins Abseits zu drängen versucht", so ÖHV-Präsident Dr. Christian
Euler. Die Gesundheitssprecher aller vier Oppositionsparteien haben
ihr Kommen zugesagt und werden ihre alternativen Ideen präsentieren.
Der Hausärzteverband selbst werde ein Modell vorlegen, wie die
Allgemeinmediziner wieder mit jener Kompetenz und jenem Vertrauen
ausgestattet werden können, die ihnen zustehen, verspricht Euler.
Sozusagen "Erste Hilfe" für den Hausarzt.

Dr. Wolfgang Geppert, selbst jahrzehntelang als Hausarzt in
Niederösterreich tätig gewesen, sieht fünf eklatante Fehler der
Gesundheitspolitik:
Fixierung auf Krankenhäuser

"Enthemmte Verantwortungsträger trieben Österreichs
Gesundheitsversorgung in eine rekordverdächtige
Krankenhauslastigkeit, indem sie 'ihre' Spitäler als politische
Spielwiese betrachten und Parteibuchwirtschaft geradezu ungeniert
ausleben", so Geppert. Von Tauglichkeitsuntersuchungen für
Feuerwehrleute bis zu prophylaktischen Impfungen für junge Frauen
würden medizinische Leistungen in die Spitäler ausgelagert, während
die menschliche medizinische Versorgung in der Hausarztpraxis
gleichzeitig links liegen gelassen werde.
Fatal niedriger Hausärzteanteil

Österreich weist europaweit die höchste Ärztedichte auf, aber nur
16 Prozent sind als Allgemeinmediziner tätig, während internationale
Studien einen Anteil von 30 bis 50 Prozent empfehlen. Die Zahl der
Krankenhausärzte hat sich im Vergleich zu den Kassenpraktikern
versechsfacht. "Kein Wunder", meint Geppert: "Das Überangebot an
Spitalsbetten und die aufgeblähten Ambulanzen benötigen schließlich
jede Menge ärztlichen Fixpersonals."
Frustrierende Kassenbürokratie

Für hausärztliches Handeln wurden zahlreiche Hürden aufgebaut,
allen voran die Chefarztpflicht, die Fachärzten beispielsweise bei
CT- oder MRT-Zuweisungen erspart bleibt. Auch bei
Medikamentenverschreibungen sei die Geringschätzung des
Allgemeinmediziners allgegenwärtig, beklagt man im Hausärzteverband.
Wen überrascht es, dass sich unter diesen Umständen nur mehr wenige
junge Mediziner als Hausarzt niederlassen wollen?
Finanzloch bei Lehrpraxen

Während neue Krankenhäuser im Abstand weniger Kilometer mit
Steuermitteln errichtet werden, ist für die Ausbildung des
allgemeinmedizinischen Nachwuchses kein Geld mehr vorhanden.
Angehenden Hausärzten werde so die Möglichkeit genommen, ihre
Tätigkeit an der Quelle zu erlernen.
Fiasko bei Hausapotheken

Seit dem Jahr 2000 mussten über 100 Hausapotheken im ländlichen
Raum geschlossen werden. "Gegen den Landarzt wird ein regelrechter
Kleinkrieg geführt", berichtet Dr. Geppert auch aus eigener
Erfahrung. Der jüngste Nationalratsbeschluss zur Sicherstellung der
Arzneimittelversorgung im ländlichen Raum sei nur ein kleiner
Schritt, löse aber längst nicht das Problem.

Nur in Einzelfällen komme hin und wieder die Vernunft durch.
Insgesamt fehle der Gesundheitsreform aber der politische Wille, auf
den Allgemeinmediziner und seine unbestreitbaren Leistungen zu
setzen. So lange hochrangige Ministerialbeamte ungestraft die
vertrauensvolle persönliche Arzt-Patienten-Beziehung als unzeitgemäß
abqualifizieren dürfen, sei eine Besserung der Lage auch nicht zu
erwarten, fürchtet Hausärzte-Präsident Dr. Euler. Gespannt sei man
jedenfalls, was die Oppositionsparteien am 11. Juni zur Perspektive
des Hausarztes in Österreich zu sagen haben.

Diskussionsabend des Österreichischen Hausärzteverbandes
"Erste Hilfe für den Hausarzt"

 Referenten:
 
 NR-Abg. Dr. Wolfgang Spadiut
 Gesundheitssprecher BZÖ
 
 NR-Abg. Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein
 Gesundheitssprecherin FPÖ
 
 NR-Abg. Prof. Dr. Kurt Grünewald
 Gesundheitssprecher Die Grünen
 
 NR-Abg. Ing. Robert Lugar
 Klubobmann Team Stronach
 
 Moderation: Dr. Wolfgang Geppert, Österreichischer Hausärzteverband
 
 Weitere Informationen unter www.hausaerzteverband.at

 Datum:   11.6.2013, um 19:00 Uhr
 Ort:     RadioKulturhaus KulturCafé
          Argentinierstraße 30A, 1040 Wien

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Hausärzte - Offener Brief an (schlafenden) BM. Stöger
« Antwort #3 am: 03. Juni 2013, 01:04 »



Offener Brief der SAGAM (Salzburger Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin) an BM Stöger


Sehr geehrter Herr BM Stöger!

Seit vielen Jahren fordert die SAGAM, die Salzburger
Fachgesellschaft für Allgemeinmedizin die Reform der Ausbildung zum
Arzt für Allgemeinmedizin. Wir haben eine Ausbildung zum Arzt für
Allgemeinmedizin, die sich nach 1945 nicht wesentlich verändert hat,
uns zum Schlusslicht in Europa macht und die wesentliche Ursache
dafür ist, dass sich viele junge Kollegen nach dem Turnus, der die
einzige Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin darstellt, nicht
mehr trauen, in die Allgemeinmedizinpraxis zu gehen. Mit dieser
Ausbildung sind die komplexen Aufgabenstellungen, die sich in einer
Allgemeinpraxis stellen, nicht mehr zu bewältigen.

Sie haben die Ausbildungsreform nun wieder auf die lange Bank
geschoben, angeblich, weil die Finanzierung der Lehrpraxen (12 Mill.
Euro/jährlich österreichweit) nicht möglich ist. Dadurch gefährden
Sie massiv die hausärztliche Versorgungssicherheit der
österreichischen Bevölkerung.

Es sind mittlerweile österreichweit viele hausärztliche
Kassenpraxen nicht mehr besetzbar, vor allem in ländlichen Regionen
und die Situation wird sich in den nächsten 3 Jahren massiv
zuspitzen. Wenn keine Ausbildung am Ort der späteren Tätigkeit,
nämlich einer allgemeinmedizinischen Praxis erfolgt, wird es die
Struktur der Hausärzte bald nicht mehr geben und die Basisversorgung
wird in Ambulanzen oder medizinischen Versorgungszentren stattfinden.
Diese Struktur ist in der Regel nicht wohnortnah, nachweislich teurer
und entspricht nicht dem Grundbedürfnissen der Bevölkerung nach
individueller und kontinuierlicher Betreuung.

Wir fordern Sie dringend auf, die Reform der Ausbildung zum Arzt
für Allgemeinmedizin, die in der Grundstruktur fertig ist, ehest
möglich umzusetzen. Unsere Forderung ist nicht dadurch getragen, dass
wir etablierten Allgemeinmediziner uns Vorteile erhoffen, unsere
Forderung ist getragen von der echten Sorge, dass die Bevölkerung in
wenigen Jahren keinen Hausarzt mehr für ihre medizinische
Grundversorgung haben wird.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Christoph Dachs, Präsident der SAGAM
Dr. Florian Connert, 1. Vizepräsident der SAGAM
Dr. Hajo Klingler, 2. Vizepräsident der SAGAM

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Minister Stögers Ausbildungsordnung ruft beim Weltkongress für Allgemeinmedizin Verwunderung hervor.

Mo., 1. Juli 2013


       -------------------------------------------------------
       --     Terminänderung siehe OTS0173 vom  02.07     --
       -------------------------------------------------------

Vergrößern

Prag (CZ) (OTS) - Mit Bestürzung reagierten viele teilnehmende
ÄrztInnen aus allen Kontinenten am Weltkongress für Allgemeinmedizin
(WONCA World 2013) in Prag vom 23. bis 29.06.2013 auf die derzeitigen
Entwicklungen der Jungärzte-Weiterbildung in Österreich.


Eine Gruppe von TurnusärzteInnen und Medizinstudenten der JAMÖ
(Junge Allgemeinmedizin Österreichs) informierten über die prekäre
Situation der Ausbildung in Haus- und Familienmedizin in unserem
Land, insbesondere über das für die Qualität der späteren praktischen
Ärzte katastrophale Vorhaben von Gesundheitsminister Stöger, die
Lehrpraxis in Österreich weiterhin zu kurz und nur freiwillig und
kaum gefördert zu belassen. Eine spontan organisierte Petition
brachte aus 64 verschiedenen Ländern 552 Unterschriften
von zum Teil
maßgeblichen Vertretern des Faches Allgemeinmedizin. Diese soll diese
Woche noch an die in den Entscheidungsprozess eingebundenen Politiker
und Funktionäre übergeben werden.

Eine Umfrage ergab, dass auch in Übersee die übliche Zeit des
Trainings in einer Ordination oder Gruppenpraxis meist 12-24 Monate
verpflichtend ist. Die Vertreter einiger Länder kündigten an, von
ihren nationalen Fachgesellschaften eigene Appelle an die
österreichische Regierung zu schicken.

Die Weltorganisation WONCA der Haus- und Familienmedizin hat
gerade an diesem Kongress eine Leitlinie verabschiedet und
veröffentlicht, in der Sie für Ihre Mitgliedsstaaten fordert,
möglichst die Hälfte der Ausbildung zum Facharzt in Allgemeinmedizin
in einer Lehr-Ordination durchzuführen. Zahlreiche Seminare an dieser
großen Tagung beschäftigten sich ausschließlich mit der Verbesserung
der Methoden und langfristigen Auswirkungen des Trainings junger
Ärzte in den Lehrpraxen. Österreichische Teilnehmer mussten wieder
einmal staunend feststellen, dass sie zum Teil nicht mitreden
konnten, da grundlegende Voraussetzungen für dieses am Patienten und
seinen Bedürfnissen ausgerichtete Weiterbildungssystem in unserem
Land fehlen.
Anhang:

Links:
www.globalfamilydoctor.com (Weltorganisation der Allgemeinmedizin)
www.woncaeurope.org (Regionalorganisation Europa)
www.oegam.at/jamoe (JAMÖ)
www.facebook.com/jungeallgemeinmedizin

Die Vertreter der Jungen Allgemeinmedizin Österreichs (JAMÖ) laden
dazu am Mittwoch, dem 3.7.2013 zu einem Pressegespräch, um die
Situation und den Standpunkt der jungen Ärzte und Ärztinnen zu
erläutern, die fest die Absicht haben, in Zukunft die
Primärversorgung sicherzustellen.

Pressegespräch

 Datum:   3.7.2013, um 10:30 Uhr
 Ort:     Cafe Stein Betriebsges.m.b.H tel: +43 (01) 319 72 41, fax:
          +43 (01) 319 72 41-12, email:
          cafe-stein@cafe-stein.com
          Währinger Straße 6-8, 1090 Wien

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Anmerkung:

Wie bei den Jungmedizinern, den Hausärzten, dem Micht-Nichtraucherschutz des ex-Rauchers Stöger!

Ein Schelm, der da an Korruption-Lobbyismus denkt?





Demokratie wird mit Füßen getreten


So wird in Österreich (Gesundheits)Politik gemacht!


Wiener Neustadt (OTS) - Registrierung der Gesundheitsberufe MTD -
ACHTUNG - Demokratie wird mit Füßen getreten!

Sogar der Rechnungs- und der Verfassungsgerichtshof haben negative
Stellungnahmen dazu abgegeben.


Der vorliegende Entwurf zum Gesundheitsberuferegister-Gesetz ist
aus genannten Gründen vollkommen inakzeptabel und wird von den
betroffenen Berufsgruppen strikt abgelehnt.


- Wir MTD sind die drittgrößte Gruppe im Gesundheitswesen - Alle
Verbände führen seit Jahren eine Berufsliste, die ständig wächst.
Seit Jahren fordern wir die Liste - und gingen bei den Politikern ein
und aus und konnten eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass wir
sowohl fachlich, als auch technisch in der Lage sind die Liste zu
führen.

- Begutachtungsfristen von 2 Wochen - anstatt üblich mind. 6 Wochen
!!!

- 1 Stunde vor dem Ende des Gesundheitsausschusses werden
Abänderungsanträge eingebracht

- Die Vorgaben der EU hätten auch die Berufsverbände erfüllen
können.

- Einsatz der AK als einseitige Interessensvertretung - bis jetzt
hat die AK uns nicht einmal wahrgenommen - im Gegenteil - mache Ihrer
Vertreter haben Berufsübergriffe gefördert und provoziert !!!

- Stellen Sie sich vor - wir MTD gehören zu den "freien Berufen" so
wie Rechtsanwälte, Ärzte, Hebammen usw. - ABER wir sind Frauenberufe
- daher wird einfach drüber gefahren!!!!

- Keine Berücksichtigung der geäußerten Bedenken der Berufsverbände,
von Gebietskörperschaften, vom Rechnungshof und sogar vom
Verfassungsgerichtshof und von vielen Trägern -
Abänderungsvorschläge von MTDaustria wurden nicht angenommen
Die MTD-Register GmbH führt in Zusammenarbeit mit MTD-Austria, dem
Dachverband der gehobenen medizinisch-technischen Dienste Österreichs
seit knapp sieben Jahren das MTD-Register. Der zuständige
Bundesminister für Gesundheit wurde davon laufend in Kenntnis gesetzt
und ausführlich darüber informiert.

Ziel des Berufsregisters ist die Erfassung der berufsberechtigten,
über 20.000 von MTD-Austria vertretenen Berufsangehörigen der sieben
gesetzlich geregelten Berufssparten: Biomedizi-nische
AnalytikerInnen, DiätologInnen, ErgotherapeutInnen, LogopädInnen,
OrthoptistInnen, PhysiotherapeutInnen und RadiologietechnologInnen.
Das Berufsregister ist vergleichbar mit der sog. Ärzteliste, die
offenlegt, ob jemand als Arzt berufsberechtigt ist oder nicht. Damit
liegt auf der Hand, welche elementare Bedeutung dieses Register für
PatientInnensicherheit und Bedarfsplanung hat; ferner was es für die
Qualität und Vertrauenswürdigkeit des so hoch gelobten
österreichischen Gesundheitswesens bedeutet!

MTD-Austria ist daher schon vor Jahren finanziell und
organisatorisch erheblich in Vorlage gegangen und hat - mangels
erkennbarer politischer Präferenz im Ministerium - im Rahmen der auch
anderen Berufsgruppen zustehenden Selbstverwaltung ein eigenes
Register für die genannten sieben Trägerverbände entwickelt.

Tatsache ist, dass es sich bei diesem Gesetzesentwurf um einen Akt
beispielloser Ignoranz des Ministers gegenüber einer maximal
engagierten, stets konstruktiv orientierten, jenseits von
Standesdünkeln positionierten und im Sinne des
Regierungsübereinkommens und letztlich auch der Entlastung
öffentlicher Mittel agierenden Interessensgruppe handelt! Ein
Affront, der sich damit auch gegen alle Institutionen und
Interessensgruppen richtet, die sich - ihrer gesundheitspolitischen
Verantwortung bewusst - der Wahrung der PatientInnenensicherheit und
den hohen Qualitätsstandards des österreichischen Gesundheitswesens
verschrieben haben.

Wir ersuchen Sie daher dringend, diesem Gesetzesentwurf unter
keinen Umständen zuzustimmen und den Bundesminister für Gesundheit im
Rahmen seiner Minister-Verantwortung daran zu erinnern, dass die von
ihm gewählte Politik des "zuerst Hinauszögerns und Hinhaltens und
anschließenden Darüberfahrens" mit den Strategien der
österreichischen Regierungspolitik und insbesondere der Partei nicht
in Einklang stehen kann, und diesen unglücklichen Enwurf zum
Gesundheitsberuferegister-Gesetz zurückzuziehen. Die
Nationalratswahlen kommen sicher ...

Bisher haben sich Radiologietechnologen/-technologinnen freiwillig
in Liste des Berufsverbandes in Zusammenarbeit mit MTD-Austria und
der MTD-Register-GmbH eingetragen um zum Patientenschutz beizutragen.

Die Arbeiterkammer hat sich in der Vergangenheit immer wieder
dadurch ausgezeichnet, dass sie Berufsübergriffe ignoriert, ja sogar
provoziert. Daher ist dazu keine Vertrauensbasis gegeben.

Wir unterstützen vollinhaltlich die Argumente von MTD-Austria.

Eine erzwungene, rein parteipolitisch motivierte Durchsetzung
dieses Gesetzes, gegen die lange bekannten und ausdrücklich
deklarierten Interessen der gesetzlich geregelten Gesundheitsberufe
würde weitreichende, möglicherweise dramatische Auswirkungen im
österreichischen Gesundheitswesen nach sich ziehen.

Bitte helfen Sie mit - dass Demokratie kein Fremdwort ist.


OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0042 2013-07-01 09:32 010932 Jul 13 NEF0004 0640

admin

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Hausärzte: Koalition will Verbesserungen zügig umsetzen

 

 
 

 

   Berlin – Die schwarz-rote Bundesregierung will ihre im Koalitionsvertrag vereinbarten Verbesserungen

für die Hausärztinnen und Hausärzte zügig umsetzen. Das hat die Parlamentarische Staatssekretärin »


http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/57228