Autor Thema: Schlaganfall - Zusammenfassung vom Vortrag www.minimed.at  (Gelesen 5874 mal)

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SCHLAGANFALL   

Text von Mag. Petra Ruso, Gesundheitsjournalistin

Jährlich erleiden  ca. 24.000 Österreicher einen Schlaganfall. Damit ist der Hirninfarkt die zweithäufigste Todesursache und die dritthäufigste Ursache für Behinderungen und vorzeitige Invalidität. Dies müsste bei optimaler Vorsorge und rechtzeitigem Erkennen der Symptome nicht sein! Der Schlaganfall kommt zwar vornehmlich im höheren Lebensalter vor: Männer sind bei einem erstmaligen Geschehen rund 70 Jahre alt, Frauen ca. 75 Jahre. Experten der WHO betiteln den Schlaganfall aber bereits als "Epidemie des 21. Jahrhunderts", einerseits, weil die Bevölkerung immer älter wird, andererseits, weil durch schlechten Lebensstil auch immer mehr jüngere Menschen davon betroffen sind.   Die Bezeichnung trügt. "Schlaganfall", damit assoziieren viele von uns noch "schlagartig", wie ein Blitz aus heiterem Himmel, etc. Doch in den meisten Fällen gibt es genügend Warnzeichen. Wir müssen nur lernen, diese zu erkennen und richtig zu deuten.  Die Zeichen, und das ist typisch, sind vorübergehend:   Plötzlich sieht man auf einem oder beiden Augen nichts mehr, hat Doppelbilder, Gesichtsfeldausfälle. Missempfindungen, ein pelziges Gefühl, Taubheitsgefühl im Gesicht, einer Zungenhälfte, in einem Arm oder seltener auch in einem Bein. Diese Missempfindungen dürfen nicht falsch interpretiert und auf die Bandscheibe oder Wirbelsäule geschoben werden. Der Ischiasschmerz z.B. ist ein ziehender Schmerz an der Seite des Beins entlang.

 Sehr typisch sind also flüchtige Lähmungssymptome in Armen und/oder Beinen. Manchmal fällt einem dabei grundlos ein Gegenstand aus der Hand, und dann ist auch gleich wieder alles vorbei. Verdächtig sind jedenfalls Schwindelgefühle kombiniert mit Gangunsicherheiten, Sehstörungen und Taubheitsgefühl an einer Gesichtsseite.

 Bei akut auftretenden, außergewöhnlich heftigen Kopfschmerzen, mit bislang unbekannter Schmerzintensität sollte man sofort hellhörig werden. So ungewöhnliche Kopfschmerzen können auf eine Gehirnblutung hinweisen. Doch nur ca. 20 Prozent der Schlaganfälle werden durch Hirnblutungen verursacht. Der überwiegende Anteil, nämlich 70 bis 80 Prozent entstehen durch Gefäßverschlüsse oder starke Mangeldurchblutung im Gehirn.

 Wenn uns ein Wort oder Name nicht einfällt, ist das normal und selbst junge Menschen kennen dieses Phänomen. Wenn wir müde oder ausgelaugt sind, haben wir Konzentrationsschwierigkeiten. Auch das ist kein Grund zur Sorge. Gefährlich wird es aber, wenn man etwas sagen möchte und kurzzeitig die Sprache nicht findet oder etwas anderes ausspricht, als man sagen wollte. In diesem Falle besteht akuter Handlungsbedarf, Alarmstimmung. Wenn nach wenigen Stunden diese Symptome von alleine verschwinden, ist es einerseits verlockend, dass man sie nicht ernst nimmt und denkt, noch einmal "Glück gehabt" zu haben, andererseits macht es auch schwieriger, die Diagnose eindeutig zu stellen.  In vielen Fällen verschwinden diese Ausfälle auch schon nach Minuten wieder, sind deswegen aber nicht weniger ernst zu nehmen ! Man sollte in jedem Falle sofort ein Krankenhaus, am besten mit einer speziellen Schlaganfallstation, aufsuchen, wenn man oben beschriebene Symptome an sich oder einem Angehörigen bemerkt. Tut man dies nämlich nicht, kann in vielen Fällen sehr bald ein großer Schlaganfall folgen.

Ist es nicht bei den Warnsignalen geblieben, sondern tatsächlich ein Schlaganfall eingetreten, kommt heutzutage eine so genannte Thrombolyse in Betracht. Man versucht in diesem Falle, das verschließende Gerinnsel wieder aufzulösen, ähnlich jenem Behandlungsprozess, den man nach Herzinfarkten einleitet. Die moderne Medizin ist heute bereits in der Lage, das Absterben der Gehirnzellen zu stoppen. Viele Symptome können auch wieder rückgängig gemacht werden. Allerdings ist eine klare, unmissverständliche Diagnose vorab nötig: Man unterscheidet hinsichtlich der Therapie genau zwischen Mangeldurchblutung, Blutung oder geplatztem Gefäß. Es ist von größter Bedeutung, die zwischen den ersten Symptomen und der Behandlung verstreichende Zeit möglichst kurz zu halten: wartet man zu lange, sind viele Schäden nicht mehr abwendbar bzw. ist die modernste und wirksamste Therapie, nämlich die erwähnte Thrombolyse, unter Umständen nicht mehr möglich.

 Im Akutfall versuchen die Spezialisten zunächst weitere Schäden zu verhindern, die durch hohe Blutzuckerschwankungen, zu starkes Absenken des Blutdrucks oder erhöhte Körpertemperatur entstehen. Auch an das Herz muss dabei gedacht werden: Herzrhythmusstörungen lösen ja auch gerne Embolien aus. Wenn sich im Herzen einmal kleine Blutgerinnsel festgesetzt haben, können sie in die Hirngefäße ausgeschwemmt werden und dadurch den Insult verursachen.

Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind genauso ernst zu nehmen, wie jene des Herzinfarkts. An erster Stelle steht hierbei der hohe Blutdruck. Da dieser über oft lange Zeiträume völlig still und unerkannt entsteht, können wir uns nur schützen, indem wir immer wieder routinemäßig Blutdruck messen lassen. Heute gibt es bereits optimale Strategien oder Behandlungen um dem Blutdruck Herr zu werden. Einerseits können eine Nahrungsumstellung oder auch blutdrucksenkende Medikamente das Schlaganfallrisiko um bis zu 40 Prozent senken, andererseits ist das Nichtrauchen eine Grundbasis für den Schutz unserer Gefäße!
 Bewegungsmangel und Stressvermeidung ist die neue Herausforderung unserer Gesellschaft, immer wieder hören wir bereits die berühmten 5000 Schritte täglich zu gehen, Treppen zu steigen, wenn möglich öfters mit dem Rad zu fahren, etc. Für den Schlaganfall gilt übrigens dasselbe wie für den Herzinfarkt: Nicht warten, tun! Hilfe suchen, sobald man spürt, dass da etwas nicht mehr stimmt und vor allem "in sich hören", das ist noch immer die beste Strategie. 


(Wissenschaftliche Korrektur und Approbation durch OA Dr. Martin Furtner, Neurologie Innsbruck)               

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Zu hoher Blutdruck - Hypertonie
« Antwort #1 am: 13. Dezember 2020, 20:26 »
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Zu hoher Blutdruck

Dieser ist häufiger als man glaubt.

Daher ist das Selbstmessen, aber auch das Messen beim Arzt, sehr wichtig.
Davon soll man aber unbedingt eine Aufstellung machen, mit Angabe, welches Medikament eingenommen wurde.
Ein blutdrucksenkendes Medikament soll nur mit Absprache mit dem Arzt geändert werden.

Es widerspricht zwar bei vielen Ärzten den eigenen Erfahrungen, aber einer derart hochrangigen Metaanalyse muss beachtet werden:

Bei intensivierter Blutdrucksenkung traten um 7 % weniger orthostatische Symptome auf.