Autor Thema: Mo.3.5.10, 21.30, 3 SAT: Gene? Ich möchte die zu MIR passende Therapie!  (Gelesen 4659 mal)

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Sissi

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Schatzsuche im Genlabor
Genforscher weltweit suchen nach dem Schlüssel zu Krankheiten wie Krebs, Alzheimer und Parkinson. Sie setzen ihre Erkenntnisse und Anhaltspunkte für den Ursprung der Krankheiten wie ein riesiges Puzzle zusammen.
Unser Erbgut: eine riesige Datenmenge, verborgen in der DNA. Genforscher beginnen zu lernen, wie man sie liest. Und die Biowissenschaftler machen Fortschritte, die nicht nur mehr Wissen bringen, sondern die auch unser Leben verändern werden.

Der neueste Stand der Genforschung


Genprofil gefällig?
Lupe
Gene sind faszinierend und darum ist in den USA die persönliche Genanalyse schon lange ein gutes Geschäft. In Kalifornien sitzen zwei Unternehmen, bei denen schon Tausende via Internet ihr Genprofil bestellt haben. Wer bin ich? Welche Krankheiten könnte ich bekommen?
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Junk-DNA ist nicht nutzlos
Ewan Birney forscht am Europäischen Bioinformatik-Institut. Und auf der anderen Seite des Genome Campus steht das Sanger Institute. Hier arbeitet Richard Durbin. 2003 präsentierten die Biowissenschaftler das erste komplett entschlüsselte menschliche Genom.
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Für jeden Patienten eine individuelle Therapie
Wissenschaftler möchten die Erkenntnisse der Genforscher jetzt schon praktisch anwenden. In Berlin beginnt vielleicht gerade eine Revolution in der Krebstherapie. An der Charite suchen Ärzte nach Wegen, um mehr Patienten zu retten. Über 7 Millionen Menschen weltweit sterben jedes Jahr an Krebs.
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RNA-Interferenz - die große Hoffnung
In New York arbeitet einer der erfolgreichsten Genforscher der Welt. Der Mann, der die Gene zum Schweigen bringt. Seit sieben Jahren forscht er an der berühmten Rockefeller University: Der Deutsche Thomas Tuschl. Er entwickelte eine Methode, mit der man Gene ausschalten kann.
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_________________________________________________________

Wie geht es weiter in den nächsten fünf bis zehn Jahren?

Hans Lehrach, Genetiker, MPI für Molekulare Genetik:
"Ich würde hoffen, das wir imstande sind, in weniger als fünf Jahren eine individualisierte Krebsbehandlung den 5 Millionen Menschen, die jedes Jahr in den entwickelten Ländern Krebs bekommen, zugänglich zu machen."

Ewan Birney, Bioinformatiker, Europäisches Bioinformatik-Institut:
"Sicher ist, dass wir mehr und mehr in die tiefen Geheimnisse des Genoms eindringen und immer genauer verstehen werden, wie es funktioniert und wie Krankheiten entstehen. Die Welt wird darum um sehr viel Wissen reicher sein in zehn Jahren."

Thomas Tuschl, Molekularbiologie, Rockefeller University:
"Man kann sicher mit naturwissenschaftlichen Methoden die Komplexität von Leben erfassen, aber nicht in einem Tag. Man wird da noch Jahrzehnte daran forschen. So wie die Physik vielleicht vor hundert Jahren unser Leben verändert hat mit der Erfindung der Glühbirne wird es in 50 Jahren - wenn sie zurückblicken - die Molekular- und Zellbiologie gewesen sein. Und das Humangenom war der Anstoß dafür."

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Sissi

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BIITE, ich möchte die zu MIR passende Therapie!!!
« Antwort #1 am: 02. Mai 2010, 21:14 »

Für jeden Patienten eine individuelle Therapie

Thema zu der hitec-Sendung "Schatzsuche im Genlabor"



Sendung versäumt? Bitte: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=18318


Wissenschaftler möchten die Erkenntnisse der Genforscher jetzt schon praktisch anwenden. In Berlin beginnt vielleicht gerade eine Revolution in der Krebstherapie. An der Charite suchen Ärzte nach Wegen, um mehr Patienten zu retten. Über 7 Millionen Menschen weltweit sterben jedes Jahr an Krebs.
Operation, Bestrahlung und Chemotherapie sind die Waffen, die bislang im Einsatz sind. Und die helfen zurzeit nur etwa der Hälfte aller Krebskranken. Die wesentlichen Ursachen für die Entstehung von Krebs sind genetische Veränderungen in Körper-Zellen. Bisher unterscheiden Krebsmediziner die Krebsarten nach den Organen, in denen sie vorkommen. Das könnte sich jetzt ändern, denn offenbar besitzt jeder Krebs seine genetischen Eigenarten, ganz egal, wo er wächst.


Peter Schlag, Chirurg, Charité Comprehensive Cancer Center:
"In Zukunft wird zunächst überhaupt durch die genetischen Untersuchungen eine ganz andere Klassifizierung von Krebs durchgeführt werden. Sie wird nicht mehr nach Organgruppen - das ist Brustkrebs, Dickdarmkrebs, Prostatakrebs - sondern wir werden ihn definieren nach bestimmten genetischen Besonderheiten. Und wenn uns das gelingt, dann haben wir einen Riesensprung vorwärts gemacht."

Unter dem Mikroskop werden die Krebszellen analysiert und einer Krebsart zugeordnet. Was sich jedoch genau in diesen Krebszellen abspielt, wissen die Ärzte nicht. Darum hat sich Peter Schlag mit Genetikern zusammengetan. Und dieser Schritt führt jetzt zu ganz neuen Möglichkeiten.

Das Treat-1000-Projekt
Auf der ganzen Welt arbeiten derzeit Genexperten am größten Krebsforschungsprojekt, das es je gegeben hat. Für 50 Krebsarten sollen sämtliche Veränderungen des Erbgutes erfasst werden. Denn inzwischen vermuten die Wissenschaftler, dass viele der scheinbar gleichen Tumorarten vielleicht durch ganz unterschiedliche Gen-Defekte hervorgerufen werden. Und die ersten Ergebnisse sind bestürzend: In einer Hautkrebszelle fanden die Genforscher über 670 genetische Veränderungen.

Lupe
Und das ist noch nicht alles:
Hans Lehrach, Genetiker, MPI für Molekulare Genetik:
"Jeder Tumor ist verschieden, jeder Patient ist verschieden und wir müssen das in der optimalen Behandlung, in der individualisierten Medizin der Zukunft in Betracht ziehen."

Darum hat Hans Lehrach zusammen mit Peter Schlag und anderen Wissenschaftlern das Treat-1000-Projekt gestartet. Sie wollen endlich Ergebnisse der Genforschung in die Praxis umsetzen. Die Tumorzellen von 1000 Krebspatienten werden entschlüsselt. Bis vor kurzem wäre das noch unbezahlbar gewesen, aber durch die rasanten Fortschritte in der Bioinformatik ist das jetzt möglich. Aus diesen Daten entsteht dann jeweils ein "digitaler Tumor". Hunderte Mutationen und andere Störungen in einer Krebs-Zelle sind hier abgebildet.

Hans Lehrach, Genetiker, MPI für Molekulare Genetik:
"Es ist nicht zu erwarten, dass es einen anderen Krebspatienten gibt, der genau die gleichen Veränderungen des Tumors hat. Wir wissen nicht genau, welche Änderungen davon genau signifikant sind, aber es ist anzunehmen, dass wir jeden einzelnen Patienten so genau untersuchen müssen, um wirklich eine optimale individualisierte Behandlung möglich zu machen."

Computer soll die Prozesse in Krebszellen simulieren
Lupe
Im Moment werden viele Patienten mit bestimmten Tumoren wie Brustkrebs oder Lungenkrebs gleich behandelt. Bei manchen wirkt die Chemotherapie und bei anderen nicht. Die einen haben extreme Nebenwirkungen, die anderen nicht. Warum das so ist, weiß man oft nicht. Kostbare Zeit geht verloren, der Krebs wächst weiter, während andere Therapien versucht werden. Etwa die Hälfte aller Krebspatienten stirbt. Die Ärzte hoffen nun, mit Hilfe der Genforschung die biologischen Abläufe in der Krebszelle besser kennen und verstehen zu lernen.

Maßgeschneiderte Therapien, das ist das Ziel. Dafür wird eine Software entwickelt, die das gesamte Wissen über Krebswachstum, Chemotherapien und ihre Substanzen enthält. Hinzu kommen das individuelle Genom des einzelnen Patienten und die Gen-Daten seines Tumors. Aus allen Informationen soll der Computer dann die Prozesse in den Krebszellen simulieren und auch den Effekt, den bestimmte Wirkstoffe haben. So ließe sich vielleicht ein optimaler Medikamentencocktail ausrechnen. Und auch neue Wirkstoffe könnten irgendwann auf diese Weise entwickelt werden.

In Zukunft sollen Ärzte, Genforscher und Biologen gemeinsam an einem Tisch sitzen und für jeden Patienten eine individuelle Therapie entwerfen.

Hans Lehrach, Genetiker, MPI für Molekulare Genetik:
Mit dem neuen Rechenmodell sollten wir imstande sein, die einzelnen Krebspatienten sehr viel gezielter zu behandeln und dadurch entweder den Krebs besser zu heilen oder dadurch den Krebs in eine chronische Krankheit umwandeln zu können.

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Für jeden Patienten eine individuelle Therapie
Thema zu der hitec-Sendung "Schatzsuche im Genlabor"
Wissenschaftler möchten die Erkenntnisse der Genforscher jetzt schon praktisch anwenden. In Berlin beginnt vielleicht gerade eine Revolution in der Krebstherapie. An der Charite suchen Ärzte nach Wegen, um mehr Patienten zu retten. Über 7 Millionen Menschen weltweit sterben jedes Jahr an Krebs.
Operation, Bestrahlung und Chemotherapie sind die Waffen, die bislang im Einsatz sind. Und die helfen zurzeit nur etwa der Hälfte aller Krebskranken. Die wesentlichen Ursachen für die Entstehung von Krebs sind genetische Veränderungen in Körper-Zellen. Bisher unterscheiden Krebsmediziner die Krebsarten nach den Organen, in denen sie vorkommen. Das könnte sich jetzt ändern, denn offenbar besitzt jeder Krebs seine genetischen Eigenarten, ganz egal, wo er wächst.

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"In Zukunft wird zunächst überhaupt durch die genetischen Untersuchungen eine ganz andere Klassifizierung von Krebs durchgeführt werden. Sie wird nicht mehr nach Organgruppen - das ist Brustkrebs, Dickdarmkrebs, Prostatakrebs - sondern wir werden ihn definieren nach bestimmten genetischen Besonderheiten. Und wenn uns das gelingt, dann haben wir einen Riesensprung vorwärts gemacht."

Unter dem Mikroskop werden die Krebszellen analysiert und einer Krebsart zugeordnet. Was sich jedoch genau in diesen Krebszellen abspielt, wissen die Ärzte nicht. Darum hat sich Peter Schlag mit Genetikern zusammengetan. Und dieser Schritt führt jetzt zu ganz neuen Möglichkeiten.

Das Treat-1000-Projekt
Auf der ganzen Welt arbeiten derzeit Genexperten am größten Krebsforschungsprojekt, das es je gegeben hat. Für 50 Krebsarten sollen sämtliche Veränderungen des Erbgutes erfasst werden. Denn inzwischen vermuten die Wissenschaftler, dass viele der scheinbar gleichen Tumorarten vielleicht durch ganz unterschiedliche Gen-Defekte hervorgerufen werden. Und die ersten Ergebnisse sind bestürzend: In einer Hautkrebszelle fanden die Genforscher über 670 genetische Veränderungen.

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Und das ist noch nicht alles:
Hans Lehrach, Genetiker, MPI für Molekulare Genetik:
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Darum hat Hans Lehrach zusammen mit Peter Schlag und anderen Wissenschaftlern das Treat-1000-Projekt gestartet. Sie wollen endlich Ergebnisse der Genforschung in die Praxis umsetzen. Die Tumorzellen von 1000 Krebspatienten werden entschlüsselt. Bis vor kurzem wäre das noch unbezahlbar gewesen, aber durch die rasanten Fortschritte in der Bioinformatik ist das jetzt möglich. Aus diesen Daten entsteht dann jeweils ein "digitaler Tumor". Hunderte Mutationen und andere Störungen in einer Krebs-Zelle sind hier abgebildet.

Hans Lehrach, Genetiker, MPI für Molekulare Genetik:
"Es ist nicht zu erwarten, dass es einen anderen Krebspatienten gibt, der genau die gleichen Veränderungen des Tumors hat. Wir wissen nicht genau, welche Änderungen davon genau signifikant sind, aber es ist anzunehmen, dass wir jeden einzelnen Patienten so genau untersuchen müssen, um wirklich eine optimale individualisierte Behandlung möglich zu machen."

Computer soll die Prozesse in Krebszellen simulieren
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Im Moment werden viele Patienten mit bestimmten Tumoren wie Brustkrebs oder Lungenkrebs gleich behandelt. Bei manchen wirkt die Chemotherapie und bei anderen nicht. Die einen haben extreme Nebenwirkungen, die anderen nicht. Warum das so ist, weiß man oft nicht. Kostbare Zeit geht verloren, der Krebs wächst weiter, während andere Therapien versucht werden. Etwa die Hälfte aller Krebspatienten stirbt. Die Ärzte hoffen nun, mit Hilfe der Genforschung die biologischen Abläufe in der Krebszelle besser kennen und verstehen zu lernen.

Maßgeschneiderte Therapien, das ist das Ziel. Dafür wird eine Software entwickelt, die das gesamte Wissen über Krebswachstum, Chemotherapien und ihre Substanzen enthält. Hinzu kommen das individuelle Genom des einzelnen Patienten und die Gen-Daten seines Tumors. Aus allen Informationen soll der Computer dann die Prozesse in den Krebszellen simulieren und auch den Effekt, den bestimmte Wirkstoffe haben. So ließe sich vielleicht ein optimaler Medikamentencocktail ausrechnen. Und auch neue Wirkstoffe könnten irgendwann auf diese Weise entwickelt werden.

In Zukunft sollen Ärzte, Genforscher und Biologen gemeinsam an einem Tisch sitzen und für jeden Patienten eine individuelle Therapie entwerfen.

Hans Lehrach, Genetiker, MPI für Molekulare Genetik:
Mit dem neuen Rechenmodell sollten wir imstande sein, die einzelnen Krebspatienten sehr viel gezielter zu behandeln und dadurch entweder den Krebs besser zu heilen oder dadurch den Krebs in eine chronische Krankheit umwandeln zu können.

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« Antwort #4 am: 03. Mai 2010, 23:22 »
Für jeden Patienten eine individuelle Therapie

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Die ganze Sendung "Schatzsuche im Genlabor" ansehen,
oder vielleicht noch jetzt direkt abspielbar unter ............


video: Schatzsuche im Genlaborvideo: Schatzsuche im Genlabor   Video 28:03min (ganze Sendung vom 03.05.10, hitec)

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« Letzte Änderung: 03. Mai 2010, 23:25 von admin »