Autor Thema: NDM1 Bakterium - Antibiotika ?  (Gelesen 2070 mal)

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Gitti

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NDM1 Bakterium - Antibiotika ?
« am: 31. August 2010, 11:38 »
ACHTUNG!

Frühere Beiträge dazu sind hier:

http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,2021.msg10430.html#msg10430



Hygienischer Notfall

Gegen das Neu-Delhi-Bakterium NDM-1 aus Indien sind die meisten Antibiotika machtlos. Es verfügt über ein spezielles Gen, mit dem es Enzyme produziert, die selbst hartnäckige Antibiotika ausschalten. Dieses übertragbare Gen ist dafür verantwortlich, dass Bakterien nicht mehr auf Medikamente reagieren.

Der sogenannte „Superkeim“ NDM-1 hat im Juni 2010 ein erstes Todesopfer in Europa gefordert. Der Mann verletzte sich in Pakistan, musste dort operiert werden und infizierte sich. Bei seiner Rückkehr nach Belgien verstarb er, ohne dass die Ärzte ihm helfen konnten.

Das mehrfachresistente Bakterium ist in Indien und Pakistan besonders stark verbreitet. Experten warnen, dass der Medizintourismus in Drittweltländer immer mehr zu einer unkontrollierten Übertragung von NDM-1 bis nach Europa führt. In den USA und Großbritannien, aber auch in Deutschland gibt es jetzt erste, allerdings nur vereinzelte Nachweise des indischen Problemkeims. Forscher veröffentlichten diese Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des renommierten Wissenschaftsmagazins „The Lancet“. Das Robert Koch-Institut beobachtet die Entwicklung, warnt aber vor Panik. In Deutschland gebe es noch zwei Antibiotika der Reserveklasse, mit denen Betroffene behandelt werden können. Zusätzlich erfasst ein Frühwarnsystem alle bundesweit auftretenden Erreger, die gegenüber Antibiotika resistent sind oder werden. Auf diese Weise könne das Robert Koch-Institut vor Ort mit gezielten Maßnahmen schnell reagieren. Denn das Auftreten solcher Bakterien wie NDM-1 sei immer auch eine Frage der Hygiene in Krankenhäusern. Um die Übertragung zu verhindern, müssten – so wie in den Niederlanden – infizierte Patienten schon bei ihrer Aufnahme erkannt und isoliert werden. Ein routinemäßiger Abstrich im Nasen-Rachen-Raum und konsequente Händedesinfektion des Personals gehören laut Experten zu den wirkungsvollsten Maßnahmen, die auch den „Superkeim“ in Schach halten.
Autorin:

Stefanie Schmidt-Altringer
« Letzte Änderung: 31. August 2010, 11:40 von Gitti »